Expect more currency-war rhetoric ahead

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Diverse Male wurde vor Währungskriegen gewarnt. Naheliegend, befinden sich doch wichtige Regionen der Welt vor derselben Herausforderung: der Notwendigkeit Schulden abzubauen. Volkswirtschaften können dies nur, in dem sie Handelsüberschüsse erzielen. Auf jeden Fall können sie es sich nicht leisten, Nachfrage an das Ausland zu verlieren. Immer wieder lesenswert in diesem Zusammenhang:

Der globale Währungskrieg oder QE global
Währungskrieg steht vor neuer Runde
Currency Wars: A strong Euro is a problem entirely of the Eurozones own Making

Nun ist ja die EZB – endlich, wie einige Beobachter meinen – in den Krieg eingestiegen und versucht, gezielt den Euro zu schwächen. Doch werden sich das die anderen Handelspartner gefallen lassen? Die FT blickt kritisch auf die Entwicklung:

  • Währungskrieg-Rethorik ist wieder in Mode. Wie in den 30er-Jahren wollen immer mehr Länder an diesem Nullsummen-Spiel teilnehmen.
  • Den Anfang machte Japan 2012 – mit geringer Wirkung auf den Export, was auf fehlendes Interesse der Exportindustrie schließen lässt, über günstigere Preise das Volumen zu steigern. Was Japan allerdings nicht daran hindert, es nun umso mehr zu versuchen.
  • Nun macht auch die EZB mit, deren Ankündigung mehr Assets aufzukaufen vor allem zum Ziel hat, den Euro zu schwächen. Denn ob die Käufe wirklich einen fundamentalen Effekt auf die Wirtschaft haben, darf bezweifelt werden. Die Assetpreise sind bereits nach der Ankündigung „whatever it takes“ zu tun gestiegen, der Vermögenseffekt also eingetreten.
  • China ist als nächstes dran. Zum einen ist der Abschwung anhand der fallenden Rohstoffpreise bereits sichtbar, zum anderen würde die Liberailiserung des Zahlungsverkehrs zu mehr Kapitalabfluss und damit einer Schwächung des Renminbi führen. Aus Sicht der FT ist es unzweifelhaft, dass China eine schwächere Währung braucht.
  • Da es anderen Schwellenländern ähnlich geht, stehen wir vor einer längeren Phase der Dollar-Stärke. So die FT.

Die FT begründet dies auch mit der (relativen) Stärke der US-Wirtschaft. Also als Einäugiger unter den Blinden. Doch ist das so sicher? Die US-Wirtschaft ist weit entfernt von einem stabilen, selbsttragenden Aufschwung. Was liegt da näher, als doch die eigene Währung eher schwach zu halten. Dies klang bei der Fed in der letzten Woche ja bereits durch. Und dann sind wir im Grabenkrieg. Alle verlieren. Keiner gewinnt.

FT (Anmeldung erforderlich): Expect more currency-war rhetoric ahead, 12. Oktober 2014

1 Antwort
  1. Hartmut G. says:

    Was mich immer fasziniert ist die öffentliche Meinung, dass es ClubMed besser gehen würde bzw. diese sich „erholen&wachsen“ könnten und bzw. deswegen die ihre Produkte besser exportieren könnten, wenn nur der Euro „schwächer“ wäre.
    Glaubt irgendjemand, dass wenn griechischer Schafskäse in Dollar oder Yen gehandelt günstiger wäre, die Welt signifikant mehr davon essen würde? Wir müssen also nur lange genug den Euro entwerten, bis die Welt endlich Geschmack an griechischem Schafskäse findet *kopfschüttel*

    Genauso wenig verstehe ich die Enteignungsbefürworter (oder nennen wir sie Umverteilerideologen). Wenn man den Deutschen ihre nominellen Guthaben ausradiert, um damit die Schulden der Franzosen zu beseitigen, glaubt irgendwer, dass deswegen die Franzosen weniger konsumieren und stattdessen in Zukunft mehr oder effizienter arbeiten würden?

    Naja, wirre Ideologien muss man ja auch nicht verstehen, denn deswegen heißen sie ja auch Ideologien und nicht Logik.
    mfG

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