Die Inflation kehrt zurück

Louis-Vincent Gave von der Hongkonger Research Boutique Gavekal spricht mit the market über die Rückkehr der Inflation. Ich finde es interessant, weil es einen bestimmten Blickwinkel zeigt, der in den Finanzmärkten zunehmend Verfechter findet.

  • „Meiner Meinung nach dreht sich die Weltwirtschaft um drei Schlüsselpreise: die Rendite zehnjähriger Treasury Notes, den Ölpreis und den Dollar. Vor zwölf Monaten waren die Zinsen und der Ölpreis im Sinkflug, während der Dollar stark war. Heute steigen die Treasury-Renditen und der Ölpreis, während der Dollar sinkt. Das Blatt hat sich komplett gewendet. Wenn ich einen Markt sehe, an dem die Zinssätze steigen und die Währung fällt, läuten die Alarmglocken.“ – bto: Wir wissen, dass das eine Folge der deutlich aggressiveren Politik der US-Regierung und Notenbank ist. Eine Flut neuer Anleihen, ein Bekenntnis zu höherer Inflation – um fast jeden Preis –, das muss sich doch entsprechend niederschlagen.
  • „Wenn (…) die Zinsen steigen und die Währung fällt, ist das ein Signal, dass die Investoren flüchten. Das ist heute das Signal in Amerika: Die USA verhalten sich wie ein krankes Schwellenland.“ – bto: Da bin ich immer vorsichtig. Natürlich gibt es viel zu kritisieren. Aber umgekehrt bleiben die USA die führende Macht der Welt und der Dollar die Weltwährung. Das ist eben eine andere Situation.
  • „Die meisten westlichen Staaten, am extremsten die USA, haben ihre Fiskal- und Geldpolitik in historisch beispiellosem Ausmass ausgeweitet. In gewisser Weise folgen sie dem Drehbuch, dem China nach 2008 gefolgt ist, als es einen massiven Anstieg der Fiskalausgaben und der Geldmenge zuliess. Heute hält sich Peking fiskal- und geldpolitisch zurück, während der Westen keine Grenzen mehr kennt.“ – bto: wobei der Westen schon 2009 auf einem hohen Schuldenniveau war und deshalb nicht so konnte. Heute ist es im allgemeinen Bewusstsein, dass der Point of no Return lange zurückliegt. Deshalb kann man All-in gehen!
  • „Der diesjährige Schuldenaufbau in den USA hat null produktive Investitionen finanziert. Keine neuen Strassen, keine Flughäfen, Eisenbahnen, nichts. Die Regierung hat nur Geld an die Leute geschickt, damit sie zu Hause sitzen und fernsehen. Eine derartige Anhäufung unproduktiver Schulden kann sich auf zweierlei Arten niederschlagen: Entweder in den Finanzierungskosten für den Staat, also in steigenden Zinsen, oder in einer Abwertung der Währung.“ – bto: Da bin ich nicht so überzeugt. Warum sollte es so sein? Da es kein höheres Wachstum gibt und auch nicht unmittelbar Inflation, sollte es eigentlich nicht zu dieser Reaktion kommen.
  • „(Die US-Notenbank wird) entscheiden müssen, ob sie die Treasury-Renditen steigen lassen oder nicht. Wenn sie eine Normalisierung auf das Niveau von vor der Covid-Krise zulassen, müssten die Zehnjahreszinsen auf etwa 2,5% steigen. (…) Wenn die Zinsen steigen, kommen die USA in einen Zyklus, in dem sie sich mehr Geld leihen müssen, nur um die Zinsen bezahlen zu können, was keine gute Position ist.“ Weshalb, so seine Schlussfolgerung die FED intervenieren wird. „(…) wenn das geschieht, würde ich sagen, dass der Dollar einen Einbruch von 20% erleiden wird.“ – bto: Das hängt allerdings davon ab, was die anderen Regionen machen. Der Euro müsste entsprechend aufwerten, was aber der Eurozone einen Stoß versetzte, den diese nicht verkraften würde. Alle müssen abwerten, wie William White so schön gesagt hat.
  • „Mein Basisszenario ist, dass die Zehnjahreszinsen in den USA auf 2% steigen, woraufhin das Fed eingreift und eine Variante der Zinskurvenkontrolle einführt. In diesem Fall würde der Dollar abstürzen, die Realzinsen würden sinken und Gold würde florieren. Aber vielleicht liege ich falsch, vielleicht kriegen die Verantwortlichen im Fed kalte Füsse, wenn sie Inflationsraten von 4% sehen, und beschliessen, die Bondrenditen ungehindert steigen zu lassen.“ – bto: Das halte ich für undenkbar, weil wir dann den ultimativen Margin Call haben. Dann kollabiert das System und wir bekommen die deflationäre Depression.
  • „Als sich die USA ab 2011 in Richtung Energieunabhängigkeit bewegten, schrumpfte ihr Handelsdefizit. Die Schieferöl-Revolution bedeutete, dass die USA auf einmal keine Dollars mehr exportierten mussten. (…) Die US-Ölproduktion ist bereits um 2,5 Mio. Barrel pro Tag gesunken und wird in den nächsten zwölf Monaten um weitere 2,5 Mio. Barrel sinken, weil alle grossen Ölkonzerne ihre Investitionen kürzen. (…) Amerika wird, wenn sich die Wirtschaft nach Covid erholt, wieder in grossem Umfang Öl importieren müssen und jährlich 100 bis 120 Mrd. $ in den Rest der Welt fliessen lassen. Das ist keine gute Perspektive für den Dollar.“ – bto: Das wäre aber eine gute Nachricht für den Ölpreis.  („Im Bereich von 60 bis 80 $ verdienen viele Ölkonzerne übrigens gutes Geld.“)
  • „China ist heute die einzige grosse Volkswirtschaft, die hohe positive Realzinsen bietet. Daher fliesst Kapital in den chinesischen Bondmarkt. Die People’s Bank of China ist die einzige namhafte Zentralbank, die öffentlich verspricht, dass sie nicht zur Euthanasie der Sparer übergehen wird.“ – bto: wobei China durchaus auch ein Problem mit der hohen inländischen Verschuldung hat. Ein geringes Zinsniveau ist auch hier wichtig.  
  • „Ein starker Renminbi ist eine fundamental inflationäre Kraft für die Weltwirtschaft. Unternehmen auf der ganzen Welt müssen mit chinesischen Produzenten konkurrieren. Daher treibt ein schwacher Renminbi die Preise nach unten, während ein starker Renminbi die Preise nach oben treibt. (…) das bedeutet, dass alles, was wir aus China kaufen, im Preis steigt. Es ist nicht überraschend, dass mit der Aufwertung des Renminbi die US-Zinskurve steiler wird und der Ölpreis steigt: All das ist Teil des reflationären Hintergrunds.“ – bto: Dazu kommt noch der demografische Wandel, durch den auch der Lohndruck aus China abnimmt.
  • „Eine der wichtigsten deflationären Kräfte der letzten drei Jahrzehnte war China und der weltweite Trend, Produktion auszulagern. Aber jetzt befinden wir uns in einer neuen Welt (…) in der die Lieferketten innerhalb einzelner Imperien aufgeteilt werden. (…) Bis vor kurzem waren der Preis und die Qualität die wichtigste Überlegung in jeder Lieferkette. In der neuen Welt wird die Sicherheit der Lieferung am wichtigsten, auch wenn die Kosten höher sind. Das ist ein dramatischer Paradigmenwechsel.“ – bto: Das ist De-Globalisierung. Bekanntlich sehe ich das genauso, beschrieben in “Coronomics”.
  • „Erstens wird es in Zukunft zwei Arten von Ländern geben: Solche, die den Covid-Schock massiv monetarisiert haben, und solche, die das nicht getan haben. Ich vergleiche diese Situation mit den späten Siebzigerjahren, als die USA, Grossbritannien und Frankreich den Ölpreisschock monetarisierten, während Japan, Deutschland und die Schweiz dies nicht taten. Das führte zu einer enormen Aufwertung des Yen, der D-Mark und des Frankens. Heute gehören das Fed und die EZB zu den Zentralbanken, die massiv monetarisiert haben, während viele Zentralbanken in Asien vernünftig blieben. Daher erwarte ich in den kommenden fünf Jahren eine signifikante Aufwertung der asiatischen Währungen, was an sich schon inflationär für die Welt ist.“ – bto: wegen der Bedeutung als Produktionszentrum der Welt. Wir werden diese Inflation importieren und die EZB wird sich freuen. Vorausgesetzt, dass sie nicht im Abwertungsspiel verliert.
  • „(…) Sie müssen sich von Anleihen und US-Wachstumsaktien fernhalten. In der neuen Welt müssen Sie Aktien und Anleihen aus Schwellenländern kaufen, und innerhalb der Schwellenländer bevorzuge ich Asien. (…) Kaufen Sie Value-Aktien, den Rohstoffsektor und Schwellenländer. Und für den antifragilen Teil des Portfolios setze ich auf Renminbi-Bonds und Gold.“ – bto: Das leuchtet mir ein und ich vertrete es auch mit Blick auf den weiteren relativen Niedergang Europas.

themarket.ch: “Louis Gave: ‘Inflation Will Come Back With a Vengeance’”, 31. Dezember 2020

Kommentare (45) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
  1. Michael Stöcker
    Michael Stöcker sagte:

    @ Axel und Joerg

    Vielen Dank für Ihre Erklärungsversuche. Wir haben allerdings seit über 30 Jahren das Phänomen sinkender Zinsen. Nicht nur die Entwicklung der italienischen Anleihen sprechen dafür, dass QE weder in Theorie (Bernanke) noch in der Praxis funktioniert.

    Warum dann das ganze QE Theater? Weil die ZBen ansonsten vollkommen nackt dastünden, nachdem schon in den 80er Jahren der simplifizierende Monetarismus zu Grabe getragen werden musste. Wenn nun auch noch die Zinssteuerung ad acta gelegt würde, dann wäre es vorbei mit den Allmachtsfantasien der Geldpolitik. So werden wir allerdings auch weiterhin in der monetären Matrix sediert und ziehen uns erschöpft in unsere Nische zurück. Dort kann dann jeder sein eigenes Evangelium beten.

    @ Richard Ott

    „Das habe ich doch gemacht, haben Sie es nicht gelesen oder schon wieder verdrängt? Die EZB-Politik ist nicht der einzige Faktor, der Zinsveränderungen bei den angekauften Anleihen verursacht, was ich aber auch nie behauptet hatte.“

    Das war keine Antwort auf meine Frage sondern ein taktisches Ausweichmanöver. Aber schön, dass auch Sie andere Faktoren für relevant erachten. Jetzt wäre es noch hilfreich, wenn Sie Ihre Einschätzung ein wenig präziseren könnten: Um wieviele Prozentpunkte und/oder Basispunkte wären Ihrer begründeten Ansicht nach die Zinsen für Staatsanleihen in den USA, Japan und Europa aktuell höher OHNE die Ankaufprogramme der ZBen?

    @ Dietmar Tischer

    „Diese Selbsteinschätzung enthebt Sie nicht, auf Qualität zu achten.

    Das tun Sie nicht.“

    Diese Einschätzung bleibt Ihnen unbenommen. Würde ich allerdings nur solche Artikel verlinken, die völlig korrekt wären, dann ginge die Anzahl approximativ gegen Null und wir hätten nur sehr wenig zu diskutieren.

    „Es geht hier um FISKALPOLITIK, d. h. damit wird NACHFRAGE generiert, d. h. der Einsatz von Produktionsfaktoren.“

    Sehe ich genauso. Leider sind die Nachfolger der Klassiker hier nicht schlauer als ihre Vorgänger. Noch immer beißen sie sich die Zähne an G-W-G‘ aus. Dabei war Marx so nahe vor der Lösung (Staatsverschuldung), hatte sie dann aber doch nicht bis zu Ende denken können. Auch er hat sich vermutlich vom Goldstandard blenden lassen.

    Und übrigens: Nicht die Fed treibt die Assetpreise, sondern deregulierte Banken, denen es erlaubt ist, Spekulationskredite zu vergeben (gehört SOFORT verboten) sowie insbesondere das SÄKULAR niedrige Zinsniveau.

    @ Joerg

    „Den Artikel von Michael Roberts finde ich jetzt nicht so spektakulaer wie von Ihnen beworben“

    Hatte ich ihn als „spektakulär“ beworben???

    Es war weitgehend eine solide Zusammenfassung der aktuellen Diskussion. Worauf aber weder Sie noch alle anderen eingegangen sind, das ist mAn ein Punkt, den ich hier schon des Öfteren in die Diskussion eingebracht hatte und der jüngst am anderen Thread von trodoon, Christian Anderes et al. diskutiert wurde: Das Profitabilitätsproblem! Und das spricht dann eher für eine längere Stagnationsphase, die man für hohe staatliche Investitionen nutzen sollte.

    Von daher ist es höchste Zeit, über eine neue Rollenverteilung in der Wirtschaftspolitik nachzudenken. Susanne Erbe (ehem. Wirtschaftsdienst, jetzt Redakteurin beim Makronom) hat hierzu alle Bürger aufgerufen, sich an der Debatte zu beteiligen: https://makronom.de/markt-und-staat-im-post-corona-zeitalter-38380 (meinen Vorschlag hatte ich ja bereits vor vier Jahren eingebracht).

    Allerdings ist diese Diskussion schon lange überfällig; Aufgrund von Corona kommen wohl aber selbst einige Marktapologeten zu differenzierteren Einschätzungen.

    Nicht ganz zufällig haben wir zwei Augen. Es gibt Zeiten, da sollten wir mehr mit dem linken/keynesianischen Auge auf diese Welt schauen und es werden vermutlich auch wieder Zeiten kommen, wo das rechte/neoklassische/österreichische Auge die Oberhand gewinnen sollte; insbesondere dann, wenn wir es mit den konsumtiven Beglückungen übertreiben sollten und sinnvolle Investitionen unterlassen.

    LG Michael Stöcker

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    • troodon
      troodon sagte:

      @Michael Stöcker
      “Das Profitabilitätsproblem!”
      An anderer Stelle warfen Sie das “Gesetz der fallenden Profitrate” ein.

      Für mich ist dabei immer noch offen:

      “Ich habe keinen Beleg für die fallende Profitrate für die Gesamtheit der Unternehmen gefunden, lasse mir aber gerne auf die Sprünge helfen.
      Selbstverständlich gibt es genügend Unternehmen, deren Gewinnmarge gefallen ist.”
      https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/die-zombie-desinformationskampagne-der-ezb-geht-weiter/#comment-175230
      Falls Sie schon geantwortet hatten und ich es übersah, sehen Sie es mir bitte nach.

      Anders gefragt, haben Sie einen empirischen Beleg dafür, dass es den „tendenziellem Fall der Profitrate“ in der westlichen Welt in den letzten Jahrzehnten im Unternehmenssektor generell gab ?

      Antworten
    • Joerg
      Joerg sagte:

      @Michael Stoecker,

      Ich habe Sie so verstanden:

      Sie bringen das Bsp kurzer Kurspeaks italienischer Staatsanleihen (Zinsen sinken) bei kurzer Unterbrechung von EZB-Ankaufprogramm.
      Dann Erklaerungsversuch/-hypothese als Antwort.
      Dann Sie: “ja aber die Zinsen sinken doch schon seit 30J”-Ausflucht/Themen-Wechsel

      Antwort auf die Zinsen sinken schon lange:
      Ja, klar, und natuerlich sind nicht NUR die Zentralbanken daran beteiligt. Das sagt ja auch keiner (Demographie, Produktivitaetsproblematik, etc).
      Nur ist es mir unverstaendlich, wie man daraus schliessen kann, dass die ZentralBanken UEBERHAUPT keinen/kaum einen Einfluss haben! Das ist doch offensichtlich falsch/weltfremd/verbohrt.

      Proof-Of-Concept: wenn Tapering einsetzt(siehe 2013)/heute einsetzen wuerde (auch nur kommunikativ), steigen SOFORT die Kreditzinsen von Staatstiteln in mehreren Laufzeit-Tranchen. Die Aktienboersen preisen das nach unten ein, Fremdkapital fuer Unternehmen wird teurer, politische Stilblueten welken dahin (viell. wuenschenswert?) …

      Oder was ist IHRE Erklaerung fuer tapering tantrum 2013?
      Bitte nicht wieder eine Nebelkanone mit unkommentierten Link-Listen abfeuern, sondern 3 klare Saetze dazu?

      LG Joerg

      Antworten
      • Michael Stöcker
        Michael Stöcker sagte:

        @ Joerg

        „Sie bringen das Bsp kurzer Kurspeaks italienischer Staatsanleihen (Zinsen sinken) bei kurzer Unterbrechung von EZB-Ankaufprogramm.“

        Es kommt darauf an, wie kurz bei Ihnen kurz ist. Ich hatte auf Basis eines Zeitraums von 3 Jahren argumentiert (2018 – 2020): https://i0.wp.com/alhambrapartners.com/wp-content/uploads/2021/01/ABOOK-Jan-2021-Germany-10s-Italy-10s.png?fit=641%2C441&ssl=1. QE endete 2018. In 2018 stiegen TROTZ QE die italienischen Renditen um ca. 2 % auf 3,6 %. Nachdem QE beendet wurde, sanken die Renditen auf zeitweise unter 1 %.

        @ Taper tantrum: WEIL die Akteure ALLE in der monetären Matrix hocken ([Aber]Glaube an die Macht einer ZB das Zinsniveau durch den An- und Verkauf von Staatsanleihen zu steuern; ein Aberglaube, der ja auch dieses Forum hier dominiert), kann es durchaus kurzfristig zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung kommen (siehe best QE Joke ever: The problem with QE is it works in practice but it doesn’t work in theory.).

        Und hier ein paar skizzenhafte Ursachen für dieses niedrige Zinsniveau jenseits von Demografie und savings glut:

        1. Aufgrund des tendenziellen Falls der Profitrate nähert sich die Wachstumsrate der Nulllinie.

        2. Die Illusion höherer Profite konnte zeitlich begrenzt aufrechterhalten werden durch zusätzliche private Verschuldung (Abzahlungsgeschäfte, Kreditkarten, Hausbeleihungen etc.) sowie staatliche Verschuldung.

        3. Da die Geldvermögen aus der Kreditvergabe via Matthäus-Effekt überwiegend von den oberen 1 % gehalten werden, sinkt mit zunehmender Staatsverschuldung das Umverteilungspotential von unten nach oben. Folge: Weiter sinkende Zinsen.

        4. Aufgrund schwacher Nachfrage der 99 % werden keine weiteren Investitionen getätigt. Erweiterungsinvestitionen machen also keinen Sinn und die Finanzüberschüsse der Erfolgreichen werden verstärkt ins Karussell eingespeist. Somit steigen die Assetpreise noch weiter und das fiktive Kapital wirft fiktive Gewinne ab, die sodann als reale Boni, Dividenden und überhöhte Gehälter via zusätzlicher Verschuldung an die 1 % ausgekehrt werden.

        5. Am Ende dieses Finanzialisierungsprozesses ist dann auch das Zinsniveau ausgelutscht, da das Umverteilungspotential von unten nach oben an konterrevolutionäre Grenzen stößt.

        Soweit ein paar kurze Gedanken ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

        LG Michael Stöcker

      • Joerg
        Joerg sagte:

        Hallo Herr Stoecker,

        vielen Dank fuer die ausfuehrliche Antwort!

        – OK, das war KEIN Peak bei den 10j italien. Staatsanleihen sondern ein Downtrend vom Ende QE Sept.2018 ab gesehen, stimmt. Danke fuer nochmaligen Link.
        In Q4 2018 gab’s einen Boerseneinbruch (Angst vor rezessiven Tendenzen, Blase?-platzt-doch?V1.0). Das koennte als Erklaerung fuer sinkende Zinsen bei Staatsanleihen herhalten. Deshalb die Argumentation, dass hier die EZB Entscheidung mit QE aufzuhoeren (eigentlich unverstaendlich bei beginnender Rezession?), wenig Einfluss auf die Zinsen hatte.

        Allerdings scheint mir das ganze zu komplex fuer einfache Erklaerungen?
        Ganz grob (bitte korrigieren, ergaenzen):
        Die EZB macht Ankaufprogramme in Staatsanleihen (mal mehr, mal weniger), setzt den Einlagezins fuer Banken fest (-0,5%) und vergibt kurz/mittelfristige Kredite an Banken (Nullzinsen).
        Und alles haengt mit allem zusammen (Unternehmen, Staatshaushalte, Grossbanken, Konsumenten, etc). Ob es da zielfuehrend ist, einzelne Parameter (Unterbrechung QE) eine zu grosse Bedeutung zuzumessen?

        – zum Taper Tantrum: Das ist ja gerade eine Rolle der EZB, dass sie mit dem was sie macht, dem was sie sagt, Erwartungshaltungen schuert oder enttaeuscht, die so zu den konkreten Handlungen der Wirtschaftssubjekte fuehrt. Aber das entlaesst sie nicht aus der Verantwortung (“das haben wir nicht gewollt, gemeint … man hat uns falsch verstanden”). Nur weil die Wirtschaftssubjekte ggfs massenpsychologischen Effekten aufsitzen (die sind eher rational und anreizgeleitet)?
        Zur Verantwortung gehoert nun mal auch fuer die anderen plan-/berechenbar zu sein?!

        – Danke fuer ihre Liste von zusaetzlichen Gruenden fuer “niedrige Zinsen”.
        Es bleibt die Frage, welcher Punkt, welchen Anteil am Zinsniveau hat?
        zu 1) fallende Profitraten? Naja, da gibt’s die mit viel und die mit wenig Profit. Das zu aggregieren/messen/vergleichen/herleiten ist nicht einfach. Was ist hier wichtiger, die Summe oder die Verteilung? 99 Unternehmen mit 0 Profit und 1 grosses mit 100 Mrd€? oder 100 Unternehmen mit 1Mrd€ Profit each? Auch die Aggregate ueber die Zeit, inflationsbereinigt, klar aber es gibt eine Wechselwirkung zum risikolosen Zins.
        zu 2) Profite von heute sind stets nur eine Momentaufnahme, was morgen ist weiss keiner. Wieso also von Illusion reden?
        zu 3) verstehe ich nicht, bei hoher Staatsverschuldung (zB Griechenland, Italien) sinkt das Umverteilungspotential von unten nach oben: Folge niedrigere Zinsen???
        Umgekehrt?! Bei hoher Staatsverschuldung geht der Staat pleite und wenn er nicht gerettet wird, droht (noch mehr) Chaos und Armut fuer alle. Die Inflation galoppiert, die Zinsen schiessen nach oben (Tuerkei).
        zu 4) Ja, kann sein, aber bei hoeheren Zinsen waere es dasselbe Karussell, dreht sich dann halt langsamer (das war in der ganzen Menschheitsgeschichte nicht anders, als dass dem oberen 1% ein Grossteil aller Gueter gehoeren? Schon bald nach Revolutionen war es wieder so, nur das 1% waren dann andere?)
        zu 5) Ja, was waere dann, wenn die EZB einfach fuer alle Einlagen ueber 10 Jahre in 0,25%-Stufen wieder auf 2% Einlagenzins(Gutschrift) geht? Und warum tut sie es nicht?
        Alle koennten sich darauf einstellen, sie waeren die Buhmann-Rolle los, alle Bremsen wuerden sich loesen, bluehende Landschaften, … ;-)

        Abschliessend bleibt bei mir der “Glaube” zu mind 60% ist die EZB verantwortlich dafuer, wo wir stehen. Entweder koennen sie nichts aendern (unabhaengig? siehe zB 5.) oder wollen nicht.
        Da das schlaue Leute dort sind: Sie koennen nicht. In sofern, von mir aus Puppen-Theater.

        Oder was verstehe ich falsch?

        LG Joerg

      • troodon
        troodon sagte:

        @Joerg
        “Abschliessend bleibt bei mir der „Glaube“ zu mind 60% ist die EZB verantwortlich dafuer, wo wir stehen.”

        In absoluten %-Sätzen geht man lt. Analysen gerade einmal von ca. 1% Zinssenkung durch QE aus.
        Okay, nachfolgendes Zitat/Artikel ist schon wieder 3 Jahre alt…

        ” In den vergangenen Jahren sind zahlreiche Arbeiten unabhängig voneinander zu dem Ergebnis gelangt, dass die sich über mehrere Jahre erstreckenden Anleihekäufe der Fed die Rendite zehnjähriger amerikanischer Staatsanleihen nur um rund 1 Prozentpunkt gedrückt haben dürften. Für das Anleihekaufprogramm der EZB, das erst im Frühjahr 2015 begann, liegen noch nicht viele Untersuchungen vor. Aber auch sie gelangen zu dem Schluss, dass die Käufe der EZB die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe um rund einen Prozentpunkt gesenkt haben. Die in der Finanzbranche kursierenden Schätzungen, die EZB habe die Renditen um mehrere Prozentpunkte gedrückt, finden keine Unterstützung.”

        https://www.faz.net/aktuell/finanzen/finanzmarkt/anleihekaeufe-neue-studie-bestaetigt-wirkungslosigkeit-15470580-p2.html?printPagedArticle=true#pageIndex_1

      • Joerg
        Joerg sagte:

        Danke fuer den Link, @troodon,

        – was meinen Sie, wenn die Ankaufprogramme so wenig bewirken, koennte die EZB sie doch gleich lassen, oder?
        – wenn die Zinssetzung (Einlagenzins) sowieso nur dem Markt folgt, koennte man die Zinssetzung doch aufgeben und allmaehlich wieder floaten lassen, oder?
        [Dagegen bei nominal 0,5-1,0% pa gesetzt, waere dem Michel schon gedient und lauer Fruehlingswind der Akzeptanz, fast schon Sympathie koennte Frankfurt entgegen wehen?]

        Wozu dann ueberhaupt noch Eingriffe der EZB/Zentralbanken?

        Achja, stimmt, zur Geldwertstabilitaet, darum geht’s alleine “nahe, unter 2% pa, neuerdings auch mal drueber …” ;-)

        [Oder vielleicht doch zur (pssst) Staatenfinanzierung? (Jetzt koennte Herr Ott wieder den devoten Lagarde-Brief an Macron rausholen …)]

        LG Joerg

      • troodon
        troodon sagte:

        @Joerg
        QE/Ankaufprogrammen sollte die EZB imho tatsächlich nur in Phasen kurzfristiger Marktverwerfungen tätigen.
        Ich würde dabei sogar ein Ausweitung auf Aktienmärkte befürworten. Dies aber eben NICHT als dauerhafte Intervention anlegen.
        Problem aktuell wäre, dass es nicht einfach werden wird, ohne neue große Verwerfungen aus den Programmen auszusteigen.
        Die EZB ist ist in die Bresche gesprungen, da es die Staaten mit den bekannten Entscheidungsproblemen (Konsum vor Investition) nicht auf die Reihe bekommen. Da der Markt gerade in Krisenzeiten nicht ausreichend funktioniert, muss die Notenbank weiterhin Leitzinsen festsetzen, damit für jeden eine verlässliche Kalkulationsbasis herrscht.

        Die Inflation hat die EZB trotz jahrelanger Intervention nicht auf das gewünschte Niveau gebracht, aber zahlreiche negative Entwicklungen verstärkt. Wenn es nach mir ginge, würde ich ein EZB finanziertes Bürgergeld a la Stöcker bevorzugen. Aber auch das ist natürlich nicht ohne Risiken und müsste streng begrenzt werden auf die Zielerreichung Inflationsrate unter, aber nahe an 2%.

      • ruby
        ruby sagte:

        @ Jörg & troodon & M.Stöcker
        Eine tolles offenes Wogen in die eine und andere Richtung.
        Vielen Dank

        Den Stufensatz, -plan unter B5) finde ich, wie Sie erklären, auch verläßlich um langfristig also über 5 Jahre zu kalkulieren.

    • Dietmar Tischer
      Dietmar Tischer sagte:

      @ Michael Stöcker

      >„Es geht hier um FISKALPOLITIK, d. h. damit wird NACHFRAGE generiert, d. h. der Einsatz von Produktionsfaktoren.“

      Sehe ich genauso.>

      Wenn Sie das so sehen, dann müssten Sie bei den avisierten US $ 1,9 BILLIONEN, die Biden in der Röhre hat, zumindest L. Summers zustimmen, dass das RISIKO für Inflation und Abwertung des US $ wächst.

      >Nicht die Fed treibt die Assetpreise, sondern deregulierte Banken, denen es erlaubt ist, Spekulationskredite zu vergeben (gehört SOFORT verboten) sowie insbesondere das SÄKULAR niedrige Zinsniveau.>

      Ich habe nicht das Gegenteil behauptet, stimme bezüglich des säkular niedrigen Zinsniveaus mit Ihnen überein, bleibe allerdings bei der Feststellung, dass die Fed und andere Notenbanken die BEDINGUNGEN setzen, die es den Banken erlauben, KONTINUIERLICH Zombiekredite und Kredite für den Kauf von Assets zu vergeben.

      Antworten
      • Michael Stöcker
        Michael Stöcker sagte:

        @ Dietmar Tischer

        „Wenn Sie das so sehen, dann müssten Sie bei den avisierten US $ 1,9 BILLIONEN, die Biden in der Röhre hat, zumindest L. Summers zustimmen, dass das RISIKO für Inflation und Abwertung des US $ wächst.“

        Ja, das Risiko nimmt zu. Vielleicht sogar so stark, dass die ZBen wieder ihr Inflationsziel erreichen können. Eine Abwertung des Dollar ist eigentlich mehr als überfällig, wird aber sicherlich nicht so schnell passieren, da wir es in Euroland ja nicht auf die Reihe bekommen. Insofern bleiben Lust und Last einer Leitwährung auf den Schultern der USA.

  2. Michael Stöcker
    Michael Stöcker sagte:

    „Die People’s Bank of China ist die einzige namhafte Zentralbank, die öffentlich verspricht, dass sie nicht zur Euthanasie der Sparer übergehen wird.“

    Als wenn dies in der Macht einer Zentralbank liegen würde. Auch die PBOC wird diese japanische Lektion noch lernen, sofern sie es denn noch nicht getan haben sollte.

    Und ja, die Mehrheit (nicht nur hier am Blog) wird mir widersprechen, weil einem ja schon der gesunde Menschenverstand sagt, dass sich die Sonne um die Erde dreht.

    Wer auf der Suche nach Erkenntnis ist, der sollte seine Filterblase (keynesianische,debitistische, österreichische, mainstream…) verlassen und auch mal hier vorbei schauen: https://thenextrecession.wordpress.com/2021/02/14/deflation-inflation-or-stagflation/

    Und nein: Ich bin weder Linker, noch Sozialist, geschweigen den Marxist oder Kommunist, sondern eher ein Liberaler im Sinne von Mill oder Rüstow. Und ja: auch hierzu wird R. Ott sicherlich wieder eine Zote einfallen. Bitte enttäuschen Sie Ihre Fangemeinde nicht.

    Antworten
      • Axel
        Axel sagte:

        @M. Stöcker
        “R. Ott hat immer noch keine Erklärung abgeliefert, warum die Zinsen für italienische Anleihen gerade in dem Moment gesunken sind, in dem die EZB ihre Ankäufe eingestellt hatte.”

        Ich weiß nicht genau, in welchem Jahr, bzw. in welchen politischen Umständen dies geschehen ist, aber…

        VIELLEICHT (!) einfach, weil ALLEN klar war, daß die EZB am Ende doch bezahlt, bzw. durch die Einstellung der Käufe der Druck auf Deutschland erhöht wurde, die Eurozone zusammenzuhalten. Ein Prozess, der hierzulande für enorme soziale Verwerfungen geführt hätte und politisch (schon aus Eigeninteresse) niemals zu verantworten gewesen wäre (und noch nicht ist).

        Wurde hier durch eine indirekte Erpressung Deutschlands der Grundstein für die jetzigen Eurobonds (Pandemic Purchase Program), das Einverständnis für Anleihaufkaufprogramme über die erlaubte Quote hinaus, ohne Einspruch einzulegen, u.ä. Rechtsbrüche, gelegt?
        Mit welchen “Argumenten” hat man uns dazu gebracht, die englischen Beiträge zum EU Haushalt fast komplett alleine zu übernehmen?
        Welch besseres Argument, als “Wir werden uns ab jetzt an die Regeln halten (Anleihenkäufe einstellen)” könnte unverdächtiger (und perfider) sein, um den Deutschen das Messer an die Kehle zu setzen?

        Wie ist denn jetzt der Istzustand?
        Deutschland hält ALLEN anderen EU Länden den Rücken frei. Bewiesen die fallenden Renditen italienischer Staatsanleihen nicht bloß, daß die Investoren einfach nur “smart” gewesen sind und daß sie genau wußten, wie erpressbar “der größte Profiteur des Euros” ist?

        Es wurde evtl. nur über Bande gespielt und riecht nach einen abgekarterten Manöver mit vorgetäuschter Seriösität…

      • weico
        weico sagte:

        @Dietmar Tischer

        “Das Schäuble-Rezept mit der Eurozone:
        Kein gutes Ergebnis, aber so erfolgreich, dass es keinen gewollten Ausstieg mehr gibt, weil dieser ein Desaster sein würde.”

        ….und dazu jede Krise als Chance betrachten, um “Endziel” ,mit “sanftem Druck” schnell zu erreichen. Frei nach dem Motto : “Wer zahlt, bestimmt die Musik.”

        Aus seinem Interview mit der “Neue Westfälische”:

        SCHÄUBLE: Überhaupt nicht, ich denke schon immer sehr stark europäisch. Meine Haltung ist aber klar: Die Entscheidung, wofür Geld ausgegeben wird, und die Haftung dafür dürfen nicht auseinanderfallen. Und wenn einzelne Länder Geld bekommen, müssen sie gewisse Voraussetzungen erfüllen. Das wollten sie in der Vergangenheit nicht.

        Ist das jetzt anders?

        SCHÄUBLE: Die Corona-Krise ist eine große Chance. Der Widerstand gegen Veränderung wird in der Krise geringer. Wir können die Wirtschafts- und Finanzunion, die wir politisch bisher nicht zustande gebracht haben, jetzt hinbekommen – auf der Grundlage der Überzeugung, dass derjenige, der entscheidet, auch die Verantwortung dafür übernimmt. In diese Richtung haben wir uns mit dem Hilfspaket bewegt.

        Könnte die Bevölkerung dem nun auch eher folgen?

        SCHÄUBLE: Davon bin ich überzeugt. Ich will die Pandemie nicht verharmlosen, wenn ich feststelle: Große Krisen sind große Chancen.

        https://www.wolfgang-schaeuble.de/die-pandemie-ist-eine-grosse-chance/

      • Joerg
        Joerg sagte:

        @Michael Stoecker, zum temporaeren Effekt: Kursanstieg ital. Staatsanleihen trotz kurzem Ankaufstopp der EZB

        Die ital. Zinsen sind nur temporaer gesunken, oder? D.h. die Kurse der ital. Staatsanleihen sind kurz gepeakt.

        Warum peakt/dippt etwas gegen den logischen Menschenverstand? (zB Gamestop, VW-Aktie 2008, CH-Franken/EUR-Crash, etc)
        Womoeglich eine Schieflage/Short-Squeeze?

        Gross-Anleger wurden ueberrascht vom Ankauf-Stop der EZB und mussten sich eindecken oder ihre (jetzt falschen) Positionen (zB Zins-Swaps) wurden liquidiert?

        Nicht alles ist, wie es scheint?!

        LG Joerg

        Den Artikel von Michael Roberts finde ich jetzt nicht so spektakulaer wie von Ihnen beworben: 2-3% Inflation in naher Zukunft haelt er fuer moeglich = Mainstream (habe keine neuen Argumente entdeckt) Ja, gut, nix genaues weiss man nicht. Wir werden sehen. Aber er kaempft gegen Windmuehlen? Wer geht schon von Hyperinflation aus … kaum einer!

    • Dietmar Tischer
      Dietmar Tischer sagte:

      @ Michael Stöcker

      >Und nein: Ich bin weder Linker, noch Sozialist, geschweigen den Marxist oder Kommunist, sondern eher ein Liberaler im Sinne von Mill oder Rüstow.>

      Diese Selbsteinschätzung enthebt Sie nicht, auf Qualität zu achten.

      Das tun Sie nicht.

      Denn der verlinkte Beitrag befördert keine Erkenntnis, sondern vernebelt.

      >Larry Summers reckons the Biden relief package will inject around $150 billion per month, while CBO says the monthly gap between actual and potential GDP is now around $50 billion and will decline to $20 billion a month by year-end (because the CBO assumes the COVID-19 virus and all its variants will be under control).>

      Das sind die realistischen Zahlen, Stand der Dinge.

      Die vorgebrachte Argumentation gegen Inflationsbefürchtungen:

      1) Moreover, these inflation forecasts are based on two important theoretical errors, in my view. The first is that the huge injections of credit money by the Fed and other central banks that we have seen since the global financial crash in 2008-9 have not led to an inflation of consumer prices in any major economy even during the period of recovery from 2010 onwards – on the contrary (see the US inflation graph above), US inflation rates have been no more than 2% a year and they have been even lower in the Eurozone and Japan, where credit injections have also been huge.

      2) Even assuming the whole package is passed by Congress (increasingly unlikely) and then implemented, the stimulus is spread over years not months. Moreover, the paychecks to households will more likely end up being used to pay down debt, bump up savings and cover rent arrears and health care bills. There won’t be much left to go travelling, eat in restaurants and buy ‘discretionary’ items.

      Zu 1)

      Es geht hier um FISKALPOLITIK, d. h. damit wird NACHFRAGE generiert, d. h. der Einsatz von Produktionsfaktoren. Das ist etwas anderes mit der Geldpolitik der Fed die Assetpreise hochzutreiben und Zombifizierung zu ermöglichen.

      Zu 2)

      Ein Großteil des Geldes wird nicht in Form von paychecks ausgereicht, sondern für die Finanzierung der Energiewende und z. T. für Infrastrukturprojekte eingesetzt werden.

      Und:

      Die Demokraten haben bis zu den nächsten Wahlen 2 Jahre Zeit mit der Mehrheit in beiden Häusern ihre Agenda zu verwirklichen.

      Sie werden das massiv mit vermutlich noch mehr Staatsverschuldung tun, damit die Dinge bei Mehrheits- oder gar Machtverlust nicht mehr zurückgedreht werden können.

      ERFOLGREICH zu sein aus Sicht von Politikern, heißt nämlich:

      Dafür zu sorgen, dass es KEIN Zurück mehr gibt.

      Wenn die Republikaner wieder an die Macht kommen, müssen die Energiewende und anderes so weit vorangetrieben worden sein, dass ein ZURÜCK zu hoher Kosten wegen keiner mehr mitmacht.

      Das Schäuble-Rezept mit der Eurozone:

      Kein gutes Ergebnis, aber so erfolgreich, dass es keinen gewollten Ausstieg mehr gibt, weil dieser ein Desaster sein würde.

      Ich glaube, dass die Demokraten in USA den gleichen Weg gehen.

      Dafür braucht es eine sehr, sehr hohe Staatsverschuldung.

      Inflationsbedenken sind daher mehr als angebracht.

      Damit meine ich nicht die Kurzzeitinflation, die es nach dem Abflauen der Pandemie wegen des Abbaus des Nachfragestaus geben wird.

      Es geht um den Aufbau eines STRUKTURELLEN Inflationspotenzials in einer keineswegs an Unterbeschäftigung leidenden Wirtschaft.

      Die Abwertung des US $ ist ein willkommener Nebeneffekt für diese Politik und wird auch inflationstreibend sein.

      Antworten
    • Richard Ott
      Richard Ott sagte:

      @Herr Stöcker

      “Und nein: Ich bin weder Linker, noch Sozialist, geschweigen den Marxist oder Kommunist, sondern eher ein Liberaler im Sinne von Mill oder Rüstow. Und ja: auch hierzu wird R. Ott sicherlich wieder eine Zote einfallen. Bitte enttäuschen Sie Ihre Fangemeinde nicht.”

      Kuckuck, Herr Stöcker! Denken Sie oft an mich? Das freut mich sehr. :)

      Eine Zote fällt mir hierzu allerdings gerade nicht ein, dafür ein Bibelvers auch zu Ihrer Erbauung – oder vielleicht eher als Warnung vor Fake-Liberalen mit zentralistischen Planwirtschaftsfantasien wie Ihren:

      “Seht euch vor vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie reißende Wölfe. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man auch Trauben lesen von den Dornen oder Feigen von den Disteln? Also ein jeglicher guter Baum bringt gute Früchte; aber ein fauler Baum bringt arge Früchte. Ein guter Baum kann nicht arge Früchte bringen, und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen. Ein jeglicher Baum, der nicht gute Früchte bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. Darum an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.” -Matthäus-Evangelium, Kapitel 7

      “R. Ott hat immer noch keine Erklärung abgeliefert, warum die Zinsen für italienische Anleihen gerade in dem Moment gesunken sind, in dem die EZB ihre Ankäufe eingestellt hatte”

      Das habe ich doch gemacht, haben Sie es nicht gelesen oder schon wieder verdrängt? Die EZB-Politik ist nicht der einzige Faktor, der Zinsveränderungen bei den angekauften Anleihen verursacht, was ich aber auch nie behauptet hatte.

      @Herr Tischer

      “Ein Großteil des Geldes wird nicht in Form von paychecks ausgereicht, sondern für die Finanzierung der Energiewende und z. T. für Infrastrukturprojekte eingesetzt werden.”

      Reden Sie über das aktuelle 1,9-Billionen-“Biden-Stimulus”-Paket, das gerade noch im amerikanischen Parlament steckt?

      So wie es aktuell aussieht, wird ein weit überwiegender Teil des Geldes für Transferzahlungen benutzt werden, die öffentliche Berichterstattung in den USA fokussiert sich fast komplett darauf:

      https://eu.usatoday.com/in-depth/news/2021/02/02/coronavirus-stimulus-how-bidens-republicans-plans-compare/4341466001/

      Von Energiewende und Infrastrukturprojekten lese ich da gar nichts, mit ganz viel gutem Willen könnte man vielleicht die verschiedenen “COVID relief” efforts teilweise unter Investitionen vebuchen, auch die bizarren Einzelposten wie diesen hier:

      “A $20 billion investment to Indian Country to support tribal governments’ response to the COVID-19 pandemic”

      Theoretisch könnten auch mit den 350 Milliarden Dollar “aid to state and local governments”, welche die Demokraten gerne hätten, Investitionen finanziert werden, aber meine Erwartung ist, dass damit nur von Transferzahlungen gerissene Löcher in den Budgets der Einzelstaaten und Kommunalverwaltungen gestopft werden.

      Antworten
      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott

        >So wie es aktuell aussieht, wird ein weit überwiegender Teil des Geldes für Transferzahlungen benutzt werden,…>

        Ja, aktuell, der Pandemie wegen.

        Das habe ich nicht ausgeschlossen, siehe meinen Beitrag weiter unten.

        Die Energiewende ist ein ganz großes Thema.

        Biden ist nicht wieder dem Pariser Abkommen beigetreten, um nichts tun zum müssen.

        Der Köder ist:

        Neue Jobs.

        Die Wissenschaft hat schon am Thema gearbeitet und einen positiven Saldo errechnet.

        Hier:

        https://environmenthalfcentury.princeton.edu/sites/g/files/toruqf331/files/2020-12/Princeton_NZA_Interim_Report_15_Dec_2020_FINAL.pdf

        Seiten 293 ff.

        Biden muss allerdings die Menschen alimentieren, die durch die Energiewende ihren Jobs verlieren.

        Denn die neuen Jobs entstehen nicht dort, wo die alten wegfallen.

        Und die USA ist nicht China, wo Wanderarbeiter die Regel sind.

        In den entwickelten Volkswirtschaften bewegen sich die Menschen nicht zu den Arbeitsplätzen, sondern die Arbeitsplätze müssen zu den Menschen kommen.

        Wenn nicht, muss wenigsten Geld fließen.

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer

        “Biden ist nicht wieder dem Pariser Abkommen beigetreten, um nichts tun zum müssen.”

        Woher wollen Sie das wissen? China ist auch im Abkommen und hat sich selbst ein CO2-Einsparziel gegeben, dass de facto eine Selbstermächtigung zum Nichts-tun-Müssen ist.

        Das Abkommen sieht nur vor, dass der Staat für sich ein Einsparziel definiert und das soll dann regelmäßig nachgeschärft werden – wie ambitioniert das Ziel sein soll, ist nirgendwo festgelegt.

        “Der Köder ist: Neue Jobs. Die Wissenschaft hat schon am Thema gearbeitet und einen positiven Saldo errechnet.”

        Na ein Glück. Man könnte denken, das Ergebnis sei so bestellt gewesen. Aber die Universität Princeton würde das nie machen, die sind ja politisch unabhängig und nicht dafür bekannt, ein bestimmtes politisches Lager klar zu präferieren. ;)

        “Biden muss allerdings die Menschen alimentieren, die durch die Energiewende ihren Jobs verlieren.”

        Da muss er sich aber beeilen, 2022 sind schon wieder Kongresswahlen in den USA. Und mindestens dieses Jahr besteht noch akuter Alimentationsbedarf wegen der Pandemie, und die aktuellen Ereignisse in Texas dürften die Energiewende-Euphorie eher schmälern – da spielt sich gerade das Winter-Blackout-Szenario ab, von dem wir hier erwarten, dass es bei seinem Eintreten die Grünen-freundliche Stimmung in Deutschland kippen lassen würde: https://www.zerohedge.com/weather/4-million-texans-without-power-amid-grid-collapse-second-storm-nears

  3. Alexander
    Alexander sagte:

    Bei einer US Arbeitslosigkeit von 45% kommt die Inflation zurück und der Außenwert des Dollar fällt wegen 1200$ Schecks?

    Die Deflation der Vermögenswerte aus untergegangenen Geschäftsmodellen und insolventen Arbeitnehmern lockt keine Anlagegeier aus den Nullzinsmärkten an?

    Im Gegenteil fliehen Anleger fliehen nach Schwellenländern in Wechselkursrisiken um erneut in Dollarabhängigkeit zu landen: https://www.fuw.ch/article/der-chart-des-tages-513/

    Wie man eine Weltleitwährung inflationieren möchte ohne die emittierende Weltmacht vom Thron zu stoßen bleibt geheimnisvoll. Es gibt keinen alternativen Anlagemarkt mit ähnlicher Rechtssicherheit und Bonität wie die USA, besonders nach der glücklichen Wahl des neunen Präsidenten creepy Joe Biden.

    Niemand (China, Russland #too) auf der “Scheibenwelt” zweifelt den US Dollar an, weil keine konkurriernde Geldmacht davon profitieren würde….

    Antworten
  4. jobi
    jobi sagte:

    “Wenn ich einen Markt sehe, an dem die Zinssätze steigen und die Währung fällt, läuten die Alarmglocken.“

    So ist es, und für die Fed wird die Sache zunehmend ungemütlicher. Wie bemerkte vor kurzem ein ehemaliger Hedgefondmanager: “They are riding two horses with one ass”

    Und die Pferdchen springen in unterschiedliche Richtungen.

    Die Gefahr einer Dollarabwertung wird wohl unterschätzt.
    Beginnende Kapitalflucht aus dem US Dollar mit der Folge noch umfassenderer Monetisierung könnte bereits das Endspiel einleiten.

    Antworten
  5. Gnomae
    Gnomae sagte:

    Zinssätze in den USA können moderat steigen, ohne dass sich der US-Dollar gegenüber dem EUR stark verändert, wenn die EUR-Zinssätze entsprechend moderat ansteigen. Somit bleibt die USD-EUR-Wechselkursrelation erhalten. Lässt man eine durchschnittliche Betrachtung der Inflationssätze zu, so kann auch bei kurzfristiger 4 % Inflation das 2 % – Ziel einige Zeit gewahrt werden. Zuzüglich importierter Inflation aus Asien dürfte die Erwartung der Zentralbanken aufgehen, über eine moderate Inflation die Ausgaben für Corona wieder in den Griff zu bekommen. Zusätzlich gut für die inländische Wirtschaft ist ein gewisser Grad an Re-Globalisierung (Änderung wichtiger Lieferketten und Produktion systemrelevanter Grundstoffe in Europa).

    Antworten
  6. Dietmar Tischer
    Dietmar Tischer sagte:

    >„Der diesjährige Schuldenaufbau in den USA hat null produktive Investitionen finanziert. Keine neuen Strassen, keine Flughäfen, Eisenbahnen, nichts. Die Regierung hat nur Geld an die Leute geschickt, damit sie zu Hause sitzen und fernsehen.>

    Das kann man so sagen.

    L. Summers und P. Krugman kritisieren das gleichermaßen.

    Aber es muss nicht so bleiben.

    Die US $ 1,9 BILLIONEN, die jetzt locker gemacht werden für den US-Staatshaushalt sind derart ÜBERSCHÜSSIG, dass folgende Optionen denkbar sind für die Fiskalpolitik:

    a) INVESTITIONEN in die die klassische Infrastruktur (Straßen etc.) und in die zukünftiger wichtige (Digitalisierung der Schulen, Verwaltungen etc.)

    b) ENERGIEWENDE, mehr oder weniger wie bei uns, wobei in USA die mächtige Ölindustrie und insbesondere die hochverschuldete Fracking-Industrie trockengelegt werden müssten

    c) AUFBAU eines umfassenden Sozialsystems

    Konsequent a) würden die Märkte positiv sehen und der US $ würde nicht abwerten.

    b) ist ein zweischneidiges Schwert und wird nicht konsequent durchgezogen, weil zu große Verwerfungen in der US-Gesellschaft mit wahrscheinlichem Machtverlust der Demokraten verbunden

    Mehr dazu:

    https://finance.yahoo.com/news/joe-biden-climate-team-energy-transition-job-losses-gina-mccarthy-191756074.html?.tsrc=fin-srch

    c) wird mehr oder weniger kommen, um die Erwartungen der eigenen Wählerschaft zu befriedigen und womöglich aus dem anderen Lager Zuspruch zu erhalten.

    Ich bin der Meinung, dass b) und c) vorrangig und sich teilweise ergänzend betrieben werden und der US $ zügig abwerten wird.

    Und immer daran denken:

    Die US $ 1,9 Billionen ist erst der Anfang.

    There is more to come.

    Antworten
  7. Wolfgang Selig
    Wolfgang Selig sagte:

    Schön, endlich mal wieder ein klassischer bto-Beitrag mit volkswirtschaftlichem Bezug. Kein Verrennen in politische Meinungsverschiedenheiten im Forum. Freut mich! Und interessant ist das Thema noch dazu.

    Antworten
    • Richard Ott
      Richard Ott sagte:

      @Herr Selig

      Volkswirtschaftliche Beiträge ohne politische Meinungsverschiedenheiten sind wie Telenovelas ohne Küssen. Da fehlen dann komplett die Spannung und die Würze. ;)

      Antworten
  8. Hans+Severin
    Hans+Severin sagte:

    Ich weiß die Beiträge auf diesem Blog zu schätzen, da sie meist sachbezogen und lösungsorientiert sind. Um es mit dem heutigen Zitat der “thought for the day” (Prem) auszudrücken:

    Of all that you have, your clarity is the most precious.
    Von allem, was Sie haben, ist Ihre Klarheit das Wertvollste.

    Antworten
  9. weico
    weico sagte:

    “bto: Dazu kommt noch der demografische Wandel, durch den auch der Lohndruck aus China abnimmt.”

    Für China ,dank Zentralkomitee, kein grosses Problem.

    Wenn die jetzige “Zwei-Kind-Politik” nicht wie gewünscht “anspringt”, wird sie eben mit “sanftem Druck” gesteuert werden . Man erinnere sich nur an die Sanktionen der “Ein-Kind-Politik”.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Ein-Kind-Politik#Vergünstigungen_und_Sanktionen

    Falls China dann noch weiter Sanktions- bzw. Steuerungsfaktoren einfallen, die z.B den Geldbeutel der Unwilligen betreffen oder Ihren Selbst oder gar Ihrem “vergötterten” Ein-Kind-Nachwuchs grosse Nachteile im weiteren Leben einbringen …. dann Wird ein “Umschwung” sehr schnell erfolgen.

    Heinsohn dazu: China: Mit Zweikind-Politik unschlagbar
    https://www.achgut.com/artikel/china_mit_zweikind_politik__unschlagbar

    https://www.achgut.com/artikel/china_mit_zweikind_politik__unschlagbar

    Antworten
  10. Bauer
    Bauer sagte:

    “Die Inflation kehrt zurück”

    Schöne Aussichten. Aber eigentlich müsste man sich das wünschen, denn es ist die mildeste aller diskutierten Kuren für die enorme finanzielle Schieflage der Weltwirtschaft. Wenn da nur nicht die Erfahrung wäre, dass Inflation schnell ein Eigenleben entwickelt und ausser Kontrolle gerät. Was dann folgt wird eine beschleunigte Rutschpartie ins Chaos. Caveat emptor!

    Antworten
  11. foxxly
    foxxly sagte:

    die lage ist exrem schwierig, aber eindeutig: das kredigeldsystem hat diese lage erzeugt, – und es gibt dazu keine lösung. wir können uns noch so sehr anstrengen, wir alle zusammen schaffen es nicht die lage zu stabilisieren, geschweige diese zu bessern.

    wir können allenfalls mit noch zeit gewinnen, mehr nicht!

    weltweit herrscht ein währungs-abwertungs-wettlauf. jeder will sich auf kosten anderer noch über wasser halten.

    experten empfehlen immer, mehr zu investieren.

    nur dieses beschleunigt die spirale der ungleichverteilung von finanzwirtschaft und realwirtschaft noch mehr.
    natürlich besteht auch partiell ein investitionsstau. deren abbau belastet den konsumenten mehr.

    beim konsum am stärksten wirksam ist die masse. genau diese haben den geringsten zuwachs an einkommen und können das wachstum daher nicht anschieben.
    ein umbau der produziende wirtschaft wird daher ziemlich ins leere laufen, aber die verschuldung massiv erhöhen.
    von dieser seite her müssten die preise stark steigen, – aber der absatz wird kaum mitwachsen.

    wir haben eine ausweglose situation geschaffen.

    der umbau der gesellschaft und wirtschaft in dieser corona-zeit, zeigt den weg: der klein- und mittelstand wird zerrieben und die bigplayer gewinnen marktmacht.

    sie werden uns die zukünftigen lebensbedingungen diktieren.

    wie lange dies gut geht, vermag keiner zu sagen.

    das kreditgeldsystem ist ein umverteilungs-mechanismus, von unten nach ober in wenigere hände.

    die frage wird sein, wie lange wird die hochfinanz letztlich den konsument alimentieren? oder stehen wir kurz vor gigantischen zerstörungen nach den historischen mustern?

    kein system und regierungen der welt haben bestand, solange ein exponentieller wachtumszwang herrscht und kapital-klumpenbildungen möglich sind, in dessen wenige köpfe die welt beherrschen!

    Antworten
  12. der Kater
    der Kater sagte:

    Nicht berücksichtigt wird in diesen Thesen, wann wie und wo wieder ein “Frühling” o.ä. ausbricht.

    Sicher erscheint mir nur, dass das Imperium wieder (Stellvertreter)Kriege führen muss und wird. Hoffentlich weit weg und nicht vor der Haustüre. Einzelne Schwellenländer, ganze Regionen geraten da sehr schnell unter die Räder. Für den Imperialisten bleibe ich absolut positiv. Das amerikanische Zeitalter und die Macht des Dollars endet noch nicht, noch lange nicht. Deutschland ruiniert sich derweilen eh selber. Ist aber (außer für die schon länger hier lebenden) völlig irrelevant.

    Antworten
    • Richard Ott
      Richard Ott sagte:

      @der Kater

      ” Für den Imperialisten bleibe ich absolut positiv. Das amerikanische Zeitalter und die Macht des Dollars endet noch nicht, noch lange nicht.”

      Wenn wir Glück haben, zerfleischen sich die USA selbst bevor sie Demokratie und Menschenrechte im nächsten Nahost-Land oder an der Grenze zu Russland herbeibomben können. Mitterweile werden dort sogar schon die Archive von Kochzeitschriften gesäubert damit die eigentlich belanglosen Artikelvorspänne vor den Rezepten auch schön politisch korrekt sind. Witze über schlecht gemachtes trockenes jüdisches Festtagsgebäck sind jetzt “kulturell unsensibel”.

      “The original version of this article included language that was insensitive toward Jewish food traditions and does not align with our brand’s standards … We have edited the headline, dek and content to better convey the history of Purim and the goals of this particular recipe. We apologize for the previous version’s flippant tone and stereotypical characterizations of Jewish culture.”
      https://www.algemeiner.com/2021/02/12/bon-appetit-magazine-edits-hamantaschen-article-to-better-convey-purim-holiday-and-jewish-culture/

      Antworten
    • weico
      weico sagte:

      “Für den Imperialisten bleibe ich absolut positiv. Das amerikanische Zeitalter und die Macht des Dollars endet noch nicht, noch lange nicht.”

      Der Dollar und die Macht des US-Dollars geht beständig nach UNTEN. Der gleiche Weg wie das Britische Empire mit seinem Pfund.

      Wenn ich den Dollar zum CH-Franken betrachte, dann sieht man langsam schon “den Boden”…

      USDollar war vor 50 Jahren 4 Franken ……. Heute 0.9 Franken
      GBPfund war vor 50 Jahren 10 Franken ….. Heute 1.25 Franken

      Antworten
  13. Richard Ott
    Richard Ott sagte:

    Die Inflation kehrt zurück?

    Kein Problem, staatliche Preiskontrollen und die Rationierung der Warenabgabe bringen das wieder unter Kontrolle. Ein bisschen grünen Lack drauf und alle Gretischisten hüpfen begeistert.

    Alternativ könnten wir auch einfach “Argentina-style” die wirtschaftlichen Statistiken manipulieren und eine neue Definition von “Inflation” einführen damit die Zahlen sinken.

    Ach ja, sozialistische Wirtschaftspolitik kann so einfach sein…

    Antworten

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