Wir wollen es nicht wahrhaben: „Das Geld ist weg“

Dieser Beitrag erschien erstmals im Dezember 2018:

William White ist für Leser von bto kein Unbekannter. Der ehemalige Chefvolkswirt der BIZ hat ausdrücklich gewarnt vor der Finanzkrise und gehört zu den wenigen Mahnern, die sich von der vordergründig guten Lage nicht einlullen lassen:

→ William White sah es damals kommen – und warnt weiterhin

→ „William White: ‚Notenbanken können nicht zurück‘“

→ „Ultra Easy Monetary Policy and the Law of Unintended Consequences“

→ Helicopter Money is „a highly risky and perhaps even terminally risky policy“

→ Monetarisierung: Rettung oder Desaster?

Heute nun ein Beitrag, der in der F.A.Z. erschien. Es ist auch hierzulande wieder an der Zeit, Probleme anzusprechen, die kaum einer wahrnehmen will: „Hallo, ihr dummen deutschen Sparer, ihr seid die Gläubiger und werdet deshalb euer Geld verlieren!“ Das wäre auch zu schwere Kost. So darf uns White theoretisch trocken etwas erklären, dessen Konsequenz die meisten Leser für sich selbst nicht erahnen:

  • „Immer das Beste zu erhoffen, ist keine besonders erfolgreiche Überlebensstrategie. Es kann auch blind machen für die Möglichkeit, potenzielle Verluste zu begrenzen, indem man frühzeitig eingreift. (…) Anzuerkennen, dass es ein Problem gibt, ist der erste Schritt, um die Schäden zu mildern.“ – bto: Bereits hier scheitern Medien, Politik und die meisten Bürger.
  • Heute ist der Schuldenüberhang in aller Welt ein solches Problem. Doch alle Zuständigen scheinen entschlossen, die Möglichkeit zu leugnen, dass ein erheblicher Teil dieser Schulden nicht mehr zurückgezahlt werden kann. Dieses Verschließen des Verstandes ist ignorant und gefährlich. Denn die ökonomischen und politischen Kosten werden noch größer, wenn das Problem verschleppt wird.“ – bto: Es kann und wird verschleppt werden. Bin gespannt, wie sich unsere künftige Kanzlerin zu unseren Lasten über den Tisch ziehen lässt. Aber vielleicht macht es noch die mit Schuldenerlassen zulasten Deutschlands erfahrene amtierende Kanzlerin.
  • „Die globale Schuldenquote – die Verschuldung der Staaten, Unternehmen und Haushalte relativ zur Wirtschaftsleistung – steigt seit Dekaden, vor allem in den Industrieländern. Seit Ausbruch der Finanzkrise 2008 hat sich dieser Trend verschlimmert. Statistiken der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich zeigen einen Anstieg der globalen Schuldenquote von 192 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) Ende 2007 auf 232 Prozent im Jahr 2017. Auch die Schwellenländer, besonders China, sind zunehmend Teil des Problems.“ – bto: Die F.A.Z., die diesen Artikel brachte, trägt in der Unterüberschrift zu einer Illusion bei, steht da doch: „übergroße Schulden der Staaten“, wobei es eben nicht ein Staats- sondern ein Schuldenproblem ist!
  • „Das Phänomen der immer mehr steigenden Schuldenquoten wurzelt darin, dass die Geld- und Fiskalpolitiken asymmetrisch betrieben werden. Einer expansiven Geld- und Finanzpolitik in Konjunkturschwächen folgt nie eine ebenso restriktive oder straffe Geld- und Finanzpolitik in konjunkturellen Aufschwüngen. Im Abschwung werden Schulden gemacht, im Aufschwung werden sie aber nicht wieder abgebaut. Die Zentralbanken haben im Abschwung die Leitzinsen gesenkt, im Aufschwung aber nicht ebenso erhöht. Das ist seit mehreren Jahrzehnten und über aufeinanderfolgende Konjunkturzyklen hinweg so. Im Ergebnis sind die realen Zinsen schrittweise nach unten gegangen und die Staatsverschuldung ist schrittweise nach oben geklettert. Die Lasten und die Risiken steigen.“ – bto: Wie es so schön heißt, die tiefen Zinsen heute zwingen zu noch tieferen Zinsen morgen.
  • „Es ist kein Zufall, dass in den globalen Krisen immer stärkere Rettungsmaßnahmen notwendig wurden. Und es gibt Grund zur Annahme, dass die bisherigen Reaktionen beim nächsten globalen Abschwung, in der nächsten Krise, nicht mehr ausreichend sein werden. Erstens kann es sein, dass der nächste Abschwung noch tiefer sein wird als der vorige. Und zweitens ist der Bewegungsspielraum der Geld- und Fiskalpolitik beinahe ganz aufgebraucht.“  bto: Das ist ganz wichtig. Die nächste Krise muss tiefer sein, weil der Leverage höher ist!
  • „Länder, deren Leitzinsen nahe null oder gar negativ sind, haben fast gar keinen Raum für Reaktionen. Und bei einer noch größeren Ausweitung der Bilanzsummen der Notenbanken durch noch mehr Käufe von Wertpapieren wäre sehr zweifelhaft, ob die begrenzten Effekte einer solchen Politik die damit verbundenen Risiken aufwiegen können. Auch für eine kreditfinanzierte fiskalische Expansion wäre nicht mehr viel Spielraum, aus Angst vor heftig negativen Reaktionen der Finanzmärkte bei weiter steigender Verschuldung.“ – bto: Es sei denn, die Notenbanken finanzieren das, wovon ich ausgehe und auch White (s. u.).
  • „In so einer Situation würde sehr viel für eine explizite Schuldenrestrukturierung, einen Schuldenschnitt, sprechen. (…) Ein Schuldenschnitt wird von den Gläubigern als schmerzhaft empfunden, aber immerhin kann ein geregelter und schneller Schnitt noch wenigstens einen Teil ihrer Forderungen erhalten.“ – bto: Das sehe ich ganz genauso und brachte dies schon vor fast zehn Jahren in die Diskussion.
  • „Es gibt immer noch keinen internationalen Vertrag, der für Staatsinsolvenzen Regeln festlegt. Es ist auch nicht sicher, dass die Too big to fail‘-Problematik gelöst worden ist. Und es wäre eine gefährliche Illusion zu glauben, dass die neue Regulierung der Finanzinstitute diese immun gemacht hätte. Bei vielen Anleihen fehlen Collective Action Clauses‘, die eine geregelte Umschuldung erleichtern würden. Ohne solche Klauseln ist die Gefahr chaotischer Fälle groß, in denen einfach der Schuldendienst eingestellt wird. Ohne Klarheit über die Regeln und Schuldenverhältnisse würde sich bei einer neuen Finanzkrise der Abwärtstrend verstärken. Dann ist ein Schuldendeflationsprozess‘ denkbar, wie ihn Irving Fisher in den 1930er Jahren beschrieben hat.“ – bto: Dann wären wir auf dem Weg in die deflationäre Depression, nicht auszumalen, was dann hier los sein würde …
  • „Eine andere Idee, um einer Krise zu begegnen, könnte Helikoptergeld‘ sein: Notenbankgeld, das direkt der Finanzierung von Staatsausgaben dient. Die Gefahr dabei ist aber, dass der Privatsektor das Vertrauen in die Schuldentitel des Staates verliert. Historische Erfahrungen lehren, dass solche Politik plötzlich in Hyperinflation und Kollaps enden kann.“ – bto: White erwähnt auch noch die finanzielle Repression, die aber nicht funktioniert.
  • „Ein bequemes Weiter so‘ kann es aber auch nicht geben, angesichts der rekordhohen Schuldenstände. Ein Teil des verliehenen Geldes ist für die Gläubiger wohl einfach verloren, die Forderungen müssen in geordneter Weise abgeschrieben werden. Die Staaten sollten die gesetzlichen Möglichkeiten dafür schaffen. Zugegebenermaßen werden Schuldenschnitte unangenehm, schmerzhaft sein. Aber das Problem zu ignorieren wird auf Dauer zu noch schmerzhafteren Folgen führen.“ – bto: Zielsicher beschreiten wir den Weg des maximalen Schadens.

→ faz.net: „Das Geld ist weg“, 10. Dezember 2018

67 Kommentare
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    Susanne Finke-Röpke sagte:

    @Herrn Richard Ott:

    Das sehe ich anders. Rund 85 % der Leute wählen Mainstreamparteien (also ohne AFD bzw. Splittergruppierungen). Die sehen zum großen Teil Tagesschau und selbst AFD-Wähler schauen immer mal wieder rein, nur dass sie vieles Politische nicht glauben. Wenn man aber die Tagesschau unterteilt, stellt man fest, dass man vieles schon glauben kann: den Wetterbericht, die Sportmeldungen, die vermeldeten Todesfälle Prominenter, Kulturmeldungen z.B. über Theaterpremieren, Berichte über Naturkatastrophen und Verkehrsunfälle, Wirtschaftsmeldungen wie z.B. Insolvenzen oder Fusionen und sogar manche politischen Inhalte (z.B. warum und wann und wie tritt Frau Nahles zurück).

    Das Problem ist eher, was die Tagesschau NICHT berichtet: Geldpolitische Harakiri-Maßnahmen, AFD-Reden im Bundestag, Originalaussagen von Viktor Orban, Argumente der Brexit-Befürworter, China-Argumente von militärischen Trumpberatern, Aussagen der Freien Presse Chemnitz zu „Hetzjagden“, Argumente von Herrn Thilo Sarrazin gegen seinen Parteiausschluss aus der SPD usw.

    Und das führt dazu, dass sich ganz viele Leute inzwischen über die sozialen Medien, Youtube, Schweizer Zeitungen, angelsächsische Finanzmedien, Tichys Einblick, Cicero, osteuropäische Fernsehsender, usw. zusätzlich informieren, um ein erweitertes Bild zu bekommen und die „andere Seite“ zu hören. Wer Fremdsprachen kann, ist hier im Vorteil.

    Der Medienwissenschafter Matthias Keppling hat es am besten formuliert:

    „Journalisten sind keine Lügner. Ein großer Teil der Journalisten sind Gläubige“,

    Wer einmal Heribert Prantl live gesehen hat, weiß, dass das stimmt. Nicht nur bei Journalisten, sondern auch bei Lehrern, Politikern, Sozialpädagogen, usw. Weniger bei Polizisten, Soldaten und Justizbeamten.

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      Dietmar Tischer sagte:

      @ Bill

      Was man alles könnte – das sind interessante Gedankenspiel.

      Entscheidend ist, was sich real DURCHSETZEN lässt.

      Wenn es etwas gibt, das sich NICHT durchsetzen lässt, ist es der Abbau von Guthaben (Vermögen) durch Steuern.

      Guthaben werden abgebaut durch

      a) Wachstum, was allerdings immer wieder die Schaffung neuer Guthaben verlangt

      oder

      b) Pleiten

      Wachstum ist nicht möglich und Pleiten will man nicht.

      Also gibt es keinen Abbau von Guthaben, d. h. keine nachhaltige Entschuldung IM System.

      Die Frage ist, wie lange das System ohne nachhaltige Entschuldung fortbestehen kann.

      Die mittlerweile wohl ziemlich verbreitete Meinung geht dahin, dass das System entweder umgebaut werden muss – bevorzugt durch ein anders getaktetes Geldsystem entsprechend MMT – oder kollabieren wird in einem Crash.

      Tertium non datur.

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        Thomas M. sagte:

        Offtopic, aber kuriose Koinzidenz.

        Ich hab gestern in einem Physikbuch einen vermeintlichen, historischen Seelenbeweis gelesen. Ich finde das so interessant, dass ich es mal teile.

        A=B
        2A=2B
        so weit so klar

        nun:
        A=halb lebend, B=halb tot
        da 2A=2B
        ->
        ganz lebend = ganz tot, der vermeintliche Beweiss, dass lebend = tot ist, es also eine unsterbliche Seele gibt.

        Ich hatte mich dann gefragt, wo der Fehler bei der Paradoxie liegt und kam zum Ergebnis, dass es halt kein halb lebend oder halb tot gibt, also nichts in der Mitte.

        Jetzt hab ich auch den passenden logischen Satz („Law of the Excluded Middle“, „ein Drittes ist nicht gegeben“) dazu :)

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        ruby sagte:

        Herr Tischer, schön das Sie verlinkt haben. Das Endetä der Fristentransformation bedeutet das Ende der Grundlage des Bankgeschäfte. Denn, wie bereits hier im Blog dargelegt, die Zukunft wird abgezinst und somit entwertet. Sie hat nicht mehr erste Priorität, wie eine multivariate dynamische Investitionsalternativenberechnung ergibt. Sehr klar auch die Korrelation der Banktenaktien mit der Zinsentwicklung. Banken sind nur Kontoziel als Monopolsammelstelle der Eigentümer von Vermögen/Stocks.
        Zur Panik/ zum Stillstand, vielleicht fällt der aus wegen intertia/Trägheit oder Einlullen, wir wir beim Fußball sagten😉
        Aber das Geld ist natürlich weg, vernichtet also per Wertberichtigung abgeschrieben bis eine neue Buchhaltung, Zombiewesenhaltung, Rechnungswesenstandard ist. Peter Jackson kann ja die Regie führen.

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    Heinz sagte:

    @Herr Ott Reaktion
    Was werden sie schon machen? Was die Menschen in solchen Fällen machen: sich gegenseitig an die Kehle gehen. Wie zahlreiche Beispiele in der Geschichte belegen. Es ist meiner Ansicht nicht ausgemacht, dass Deutschland seine staatlichen Strukturen aufrecht erhalten kann. Eine nur bedingt einsatzfähige Bundeswehr, eine zahnlose Polizei und eine gegenderte Justiz machen nicht gerade viel Hoffnung. Als Agrarnation zumindest ist Deutschland nicht überlebensfähig.

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      Dietmar Tischer sagte:

      @ Horst

      Sie sind genauso wie Braunberger hinter der Kurve.

      Lesen Sie hier, was als Aufgabe auf die Regierung zukommt:

      https://www.welt.de/wirtschaft/article198683079/Banken-Experten-fuerchten-Kernschmelze-bei-Bankaktien.html

      Lassen Sie sich nicht blenden durch den Chart zum Banken Index.

      Er ist (nur) der Indikator.

      Nehmen Sie vielmehr zur Kenntnis, was auf die Banken zukommt (Fallende Langfristzinsen, EZB mit Negativzinsen, Kreditausfälle durch konjunkturelle Abkühlung).

      Nicht genannt werden die zusätzlichen Probleme, wie:

      Kostendruck durch Overbanking, d. h. zu viele Filialen, sowie Restrukturierungskosten um digital wettbewerbsfähig zu sein.

      Wie im Artikel angedeutet, wird die Regierung die schwarze Null aufgeben und die Banken rekapitalisieren, damit das Finanzsystem nicht die Bach runter geht und die Realwirtschaft nicht in Schockstarre verfällt.

      Auflegen von Investitionsprogrammen steht angesichts dieses durchaus realen Szenarios garantiert nicht an erster Stelle der Agenda.

      Und auch das noch, fast vergessen:

      Wenn die Bevölkerung unruhig wird, muss die Regierung natürlich auch noch die Beruhigungspille, dass die Bankguthaben GARANTIERT sicher sein, verabreichen.

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        Horst sagte:

        Durch reißerische Artikel wie den verlinkten wird eine vermeintliche Panik umso mehr geschürt.

        Alleine durch diese Aussage disqualifiziert sich der Autor (Braunberger und mich als hinter der Kurve stehend zu bezeichnen, ist daher schon ein starkes Stück, lieber Herr Tischer):

        „Aus der Differenz zwischen langlaufenden und kurzfristigen Zinsen machen sie Gewinn. Wenn der Unterschied aber fast null ist, lässt sich mit dieser sogenannten Fristentransformation nichts mehr verdienen.“

        Ihren anderen Aussagen stimme ich zu, unter stelle jedoch auch, dass Braunberger implizit nebst das Auflegen von Investitionsprogrammen eben diese konzertierte zukünftige Entschlossenheit der Zentralbanken angesprochen hat.

        Auch der IWF und BIZ wirken seit einigen Jahren kontinuierlich an der wissenschaftlichen Fundierung der beschriebenen Entwicklung.

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Horst

        Es gibt keine vermeintliche Panik und auch keine tatsächliche – nirgends, auch nicht im Finanzsektor.

        Es gibt allerdings Entwicklungen, die zu einer tatsächlichen führen können, wenn die Notenbank und die Regierung diese Entwicklungen nicht verhindern.

        Die EINSCHÄTZUNG der Marktteilnehmer ist am Chart abzulesen.

        Was an dieser Darstellung reißerisch sein soll, erschließt sich mir nicht.

        Und erklären Sie mir bitte, was an folgender Aussage so falsch sein soll, dass sich die Autoren damit disqualifizieren:

        „Aus der Differenz zwischen langlaufenden und kurzfristigen Zinsen machen sie Gewinn. Wenn der Unterschied aber fast null ist, lässt sich mit dieser sogenannten Fristentransformation nichts mehr verdienen.“

        Ich lerne gern dazu.

        Braunberger, von Ihnen verlinkt, sagt:

        >Für die Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage sind in erster Linie Regierungen verantwortlich. Notenbanken tun nicht gut daran, Regierungen aus ihrer Verantwortung zu entlassen.>

        Der erste Satz ist weitgehend richtig.

        Der zweite Satz ist eine EMPFEHLUNG und besagt – anders als Sie Braunberger interpretieren –, dass die Notenbanken KEINE Verantwortung übernehmen, sondern den Umgang mit der Lage den Regierungen überlassen sollten, die DANN, wenn die Notenbanken inaktiv sind, die Verantwortung übernehmen MÜSSEN, weil sonst keiner mehr da ist, der sie übernehmen könnte.

        Das ist hochgradig UNVERANTWORTLICH, wenn über Jahre hinweg hinreichend BEWIESEN ist, dass die Regierungen nicht konstruktiv mit der Lage umgehen, d. h. sie nicht verbessern können.

        NUR auf Kosten der Steuerzahler die Scherben im Finanzsektor einzusammeln, die Banken mit mehrstelligen Mrd.-Summen zu rekapitalisieren und den Leuten zu sagen, dass damit alles gerettet und garantiert ist, führt zum Bankrott der Politik.

        Braunberger denkt nicht nach über das, was er sagt oder er will, dass das System kollabiert.

      • Avatar
        Horst sagte:

        Wenn sie in dem von Ihnen verlinkten Artikel wieder und wieder auf eine 80 Punkte Linie verwiesen wird, die zur Zeit knapp unterschritten wird, dann wird damit aus meiner Sicht eine vermeintliche Panik geschürt. Denn, da diese Widerstandslinie bisher immer gehalten hat, selbst während der Finanzkrise, könne niemand wissen, was passieren könnte, wird diese Linie durchbrochen. Aber, es wird unangenehm, so der Grundtenor des Artikels.

        Der Autor disqualifiziert sich aus meiner Sicht dadurch, dass er suggeriert, eine Geschäftsbank benötigt 100% Zentralbank Geld für die Vergabe eines Kredites.

        Für die Verschlechterungen der wirtschaftlichen Lage sind aus meiner Sicht nicht umfänglich die Regierungen verantwortlich zu machen, sondern vielmehr jeder Marktteilnehmer.

        Auch interpretiere ich Braunbergers zweiten Satz nicht als Empfehlung, sondern eher als Schlussfolgerung, dahingehend, dass der Druck der Zentralbanken auf die Regierungen hinsichtlich erwähnter Maßnahmen zunehmen muss.

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        Alexander sagte:

        @ Horst

        >> Für die Verschlechterungen der wirtschaftlichen Lage sind aus meiner Sicht nicht umfänglich die Regierungen verantwortlich zu machen, sondern vielmehr jeder Marktteilnehmer.

        Ihre Sicht spielt keine Rolle wenn die Mehrheit am Markt der Meinung ist, dass das Geschäftsmodell dieser Banken keine Geldanlage lohnt.

        Jedes Geschäftsmodell stirbt, wenn außer Risko keine Rendite bleibt. Rendite wird als Zins berechnet und der ist bekanntlich extrem niedig, auch wenn die Schuldner extrem am Ende sind.

        Ich begrüße den Umstand sehr, dass ihresgleichen keine Erklärungsmuster außer Verschwörung und Marktversagen mehr hat.
        Auch dort zeichnet sich die Insolvenz ab.

        Zombies sterben immer wenn es ein „happy end“ geben soll.

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Horst

        > … wird damit aus meiner Sicht eine vermeintliche Panik geschürt.>

        Vergessen Sie die 80-Punkte-Linie – ich habe doch eingangs schon gesagt, dass sie lediglich ein Indikator ist, der die Einschätzung von Marktteilnehmern wiedergibt.

        Der Artikel nimmt die Linie als ANLASS, darauf zu verweisen, dass der Index schon mehrmals auf diese Linie gefallen war und zwar dann, als die Fundamentaldaten – sagen wir – nicht unproblematisch waren oder Anlass zur Sorge gaben.

        Ohne ein Abprallen nach oben auszuschließen oder irgendeine Prognose über den weiteren Indexverlauf abzugeben, besagt der Artikel:

        Anhand der Fundamentaldaten, der Notenbankpolitik sowie der Konjunktur zeichnen sich gravierende Belastungen für die Banken ab.

        Ich verstehe nicht, wie ein derartiger VERWEIS Panik schüren soll.

        Sollen wir alles, was problematisch ist, unter den Tisch kehren, weil es eine Panik oder eine vermeintliche Panik – von der ich nicht weiß, was sie sein soll – schüren könnte?

        Wenn ich Ihre Aussage zu diesem Fall verallgemeinere, ist das anscheinend Ihre Auffassung.

        >Der Autor disqualifiziert sich aus meiner Sicht dadurch, dass er suggeriert, eine Geschäftsbank benötigt 100% Zentralbank Geld für die Vergabe eines Kredites.>

        Ich lese im zitierten Satz und auch sonst im Artikel nichts von 100% Zentralbankgeld für die Vergabe von Krediten durch Geschäftsbanken.

        Die Suggestion, die Sie erkennen wollen, ist Ihre eigene.

        >Für die Verschlechterungen der wirtschaftlichen Lage sind aus meiner Sicht nicht umfänglich die Regierungen verantwortlich zu machen, sondern vielmehr jeder Marktteilnehmer.>

        Dem ersten Teil des Satzes stimme ich zu.

        Es geht allerdings nicht um „umfänglich“, sondern der Formulierung Braunbergers nach um „vor allem“.

        Das ist etwas anderes.

        Wenn für die Verschlechterungen der wirtschaftlichen Lage Ihrer Meinung nach JEDER (!!) Marktteilnehmer verantwortlich sein soll, dann frage ich mich, warum SIE den STAAT investieren lassen wollen, um die schlechte Lage nicht weiter verschlechtern zu lassen bzw. sie zu verbessern.

        Entweder hätte der Staat FRÜER eingreifen sollen, um eine Verschlechterung der Lage zu verhindern – oder er sollte auch jetzt nicht eingreifen.

        Nur das ist konsequent.

        Wenn die Marktteilnehmer für die Malaise verantwortlich sind, sollen sie sich doch mit ihr herumschlagen.

        >Auch interpretiere ich Braunbergers zweiten Satz nicht als Empfehlung, sondern eher als Schlussfolgerung, dahingehend, dass der Druck der Zentralbanken auf die Regierungen hinsichtlich erwähnter Maßnahmen zunehmen muss.>

        Sie interpretieren Braunberger so, wie er Ihnen passt – FALSCH.

        Hier ist die RICHTIGE Interpretation, wenn Sie den zweiten Satz als SCHLUSSFOLGERUNG aus dem ersten ansehen wollen:

        Erster Satz:

        >Für die Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage sind in erster Linie Regierungen verantwortlich.>

        Es ist klar, was damit gemeint ist. Ob so ganz richtig oder nicht, sei dahingestellt, weil es jetzt nicht um Braunberger geht, sondern IHRE Interpretation des zweiten Satzes, der lautet:

        >Notenbanken tun nicht gut daran, Regierungen aus ihrer Verantwortung zu entlassen.>

        Heißt, als FOLGE aus dem ersten verstanden:

        Die Notenbanken sollen die Regierungen nicht aus der Verantwortung entlassen – die lt. erstem Satz darin besteht, vor allem für die Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage gesorgt zu haben –, so dass sich bei weiterer Wahrnehmung dieser Verantwortung die Lage noch MEHR verschlechtern kann.

        Braunberger hat sich hier verrannt, aber nicht so, wie Sie ihn darstellen.

        Er ist kein Dummkopf.

      • Avatar
        ruby sagte:

        @Horst
        Zentralbanken sollen Druck auf die Politik machen?
        Die FED vertreten durch Ben Bernanke ist ins House of Congress gegangen, um für staatliche Zusagen zur Abwendung des Meltdown, auch in Europa/EU zu betteln. Eine Zentralbank kann kein frisches Geld von ausserhalb ihrer Bilanz bekommen. Das ist technich mit dem Rechnungswesen nicht möglich, egal welche Stufigkeiten. Wertberichtigungen nach unter und oben können nur bei den betroffenen Verursachern erfolgen. Das machen Marktteilnehmer, die den Marktwert als Bilanzierungsansatz bestimmen. Das ist Marktwirtschaft

      • Avatar
        Horst sagte:

        Alexander: kein Risiko, keine Rendite in Zins, der geringe Rest ist Gewinnbestandteil der Bank. Dass also die Aktienwerte gegen Süden tendieren, weil Gewinne schmaler ausfallen, dürfte daher nicht verwundern.
        Ihre Schlussfolgerung ist daher nicht konkludent.
        Wo immer sie bei Menschen wie mir Verschwörung entdecken wollen, bleibt ihr Geheimnis.

        Und auch dass die Schuldner „extrem am Ende“ sind, bleibt ihre ganz individuelle Sicht.

      • Avatar
        Horst sagte:

        Angst vor dem Kollaps, Kernschmelze… Diese und ähnlich gelagerte Begriffe sind ihre Ansicht nach also keine Begriffe die Panik schüren sollen? Nun ja…

        Die wesentlichen Punkte, warum Bank Aktien Richtung Süden tendieren, haben sie aufgezählt, hier besteht Einigkeit.
        Im wesentlichen sind dies Punkte, mit denen sich Marktteilnehmer anderer Segmente einer Volkswirtschaft auch konfrontiert sehen.

        Ergo: es wird ein Reinigungsprozess stattfinden, ohne dass es zu gravierenden Störungen im System kommen wird. Nämlich, ebenso von Ihnen aufgezählt, weil die Regierungen in Zusammenarbeit mit den ZB eingreifen werden.

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        Alexander sagte:

        @ Horst

        Genau wie unrentable Banken ihre Aktien nicht los bringen, müssten Schuldner die „extrem am Ende sind“ höhere Kosten für Finanzierung bezahlen als solvente. Oder werden jetzt alle für ihr Scheitern belohnt, wie die Elenden der westlichen Sozialsysteme?

        Wer bezahlt eigentlich den Preis dafür, dass sich Italien so günstig refinanzieren darf, wie seit 200 Jahren nicht mehr?
        –> Niemand kann nicht sein, weil solvente Schuldner die Währung teilen mit diesen Zombies.

        Wenn Bankengeschäftsmodelle die Schließung der Geldhäuser nahe legen, mangels Rendite – wozu dann noch wirtschaften? Weil die Gewinne woanders noch sprudeln? Wo eigentlich und in welchem Verhältnis zu den gesellschaftlichen Risiken?

        Aktiengewinne sind auch dann Illusion, wenn man rechtzeitig zum Ausgang gelaufen ist – denn die Wechselwirkungen aus den Folgen der „loosers of competition“ werden über die Währungs- und Ökonomieverwerfungen solidarisiert.

        Korrekte Gefühlsethiker haben sich durchgesetzt und erkennen immer mehr Geschäftsmodellen die Legitimation ab (Gen, Atom, Verbrennung, Chemie, Stahl + Kohle, Nahrung..)

        Die Folgen dieser Entscheidung verträgt kein Markt, aber das Marktversagen spricht man den Teilnehmern zu, nicht den gesetzgebenden Gesinnungsethikern.

        Jedem Konkurs geht die intellektuelle Insolvenz der Geschäftsführung voran, selbst wenn es [un]&(mittelbar) gewählte Kanzler und Präsidenten sind.

        „Wir Feinde des allgemeinen Wahlrechts hören nicht auf, uns über den Enthusiasmus zu wundern,den die Wahl einer Handvoll Unfähiger durch einen Haufen Inkompetenter weckt.“ (Nicolas Gomez Davila)

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Horst

        >Angst vor dem Kollaps, Kernschmelze… Diese und ähnlich gelagerte Begriffe sind ihre Ansicht nach also keine Begriffe die Panik schüren sollen?>

        Nein, das sind sie nicht.

        Sie sind angesichts der Lage BERECHTIGTER Ausdruck dafür, dass die FOLGEN einer nicht von der Hand zu weisenden Entwicklung gravierend sein würden.

        > … es wird ein Reinigungsprozess stattfinden, ohne dass es zu gravierenden Störungen im System kommen wird.>

        Im Augenblick ist „Reinigungsprozess, ohne dass …“ reines Wunschdenken, dem Sie mit „wird“ eine ZUKUNFTSGEWISSHEIT verleihen.

        Wenn Sie den Autoren Angstmache vorwerfen, kann man Ihnen Schönrednerei ankreiden.

        Wie auch immer, wir werden sehen, wie sich die Dinge entwickeln.

        >Nämlich, ebenso von Ihnen aufgezählt, weil die Regierungen in Zusammenarbeit mit den ZB eingreifen werden.>

        Das werden sie tun.

        Was das Ergebnis dieses Eingreifens sein wird, d. h. zu welchem REINIGUNGSPROZESS es führt bzw. zu welchem weiteren „VERSCHMUTZUNGSPROZESS“ im Sinne fortschreitender Systemlabilität ist längst nicht ausgemacht.

        Wenn ich mir z. B. die EU der letzten Jahre ansehe oder die Eurozonen seit 2010, erkenne ich jedenfalls FORTWÄHREND „gravierende Störungen“ im System.

        Dass man sie in der Vergangenheit leidlich im Griff gehabt hat, ist KEINE Garantie, dass es in Zukunft auch so sein wird.

        Im Gegenteil:

        Alles deutet darauf hin, dass sich mit den zunehmenden nationalen und internationalen Spaltungen in den Systemen die Grundlagen dafür eher verschlechtern als verbessern.

        Nur wer nichts erkennen will, sieht nicht, dass die Interessenkonflikte ZUNEHMEN.

        Sollte es gravierende Störungen mit möglicherweise erhöhtem Zerstörungspotenzial auf absehbare Zeit nicht mehr geben, müsste nicht in das System eingegriffen werden, sondern es müsst fundamental UMGESTALTET werden.

        Dafür, WIE das im Konsens der Betroffenen und Beteiligten geschehen könnte, fehlt mir jegliche Phantasie.

  3. Avatar
    Horst sagte:

    https://archive.intereconomics.eu/year/2019/4/two-views-of-the-international-monetary-system/

    Barry Eichengreen spricht von einem Harvard (1) und einem Berkeley View (2) auf das zukünftige Geldsystem.

    Sollte sich (2) durchsetzen, so entnehme ich es diesem Essay, sind jegliche Untergangs-Phantasien eines White abzumildern, denn bei (2) geht es vorzugsweise um Stabilität, die ausgeht von den ZB.
    Für mich folgt daraus, ohne finanzielle Stabilität, keine gesellschaftliche, darum u.a. bspw.:

    https://archiv.wirtschaftsdienst.eu/jahr/2019/8/garantiesicherung-zweifelhafte-vision-zur-ueberwindung-von-hartz-iv/

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      ruby sagte:

      Hallo Horst, Dank für die Links! Das 2018 Buch der Berkelyfraction hat Kapitel 1 frei über Princeton UP gegeben.
      https://press.princeton.edu/titles/11124.html
      Das ist meine Freitagslektüre, ein erster Satz daraus:
      „Their analysis
      highlights the need to distinguish network effects giving rise to a
      degree of persistence from very strong externalities giving rise to
      lock-in and natural-monopoly effects.25 In the absence of those very
      strong externalities, of the network variety or other, international
      currency status will still display inertia. But several international
      currencies can coexist, and they can come and go.“

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    ruby sagte:

    Wer kann und wird die Zahlungsausfälle verwalten und regulieren?
    Merkel und Steinbrück aktuell Scholz brauchen ja wohl nicht mehr vor die Presse treten und die EZB bzw. NZB als Bilanzverlängerer treffen die Bürger persönlich garnicht, wie sollten die Zentralbanken das in im Default können.
    Also, wo ist der Staat mit seinen Aufgabenerfüllern in der echten Ausfallsituation?

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      Alexander sagte:

      @ ruby

      > Also, wo ist der Staat mit seinen Aufgabenerfüllern in der echten Ausfallsituation?
      Bei Privatinsolvenz ist der Ausfall messbar. Staatsinsolvenz ist „whatever it takes“ ausgeschlossen, die Messbarkeit durch kein Instrument -mehr- möglich.

      Würde ein Bürger seinen Mandatsträger dennoch um Auskunft bitten, würde der Mandatsträger auf die Buba hinweisen, auf die Institutionen der EU und seine nicht gegebene Zuständigkeit. Handlungsbedarf gibt es in diesem Zusammenhang nicht, allen geht es gut – sogar den Geflüchteten..

      Wer frägt macht sich sehr unbeliebt, denn was nicht erwähnt wird, existiert nicht – so der Konsens.

      Für Aufgabenerfüller gibt es so viele tiefschürfende Probleme zu managen (E-Roller, neue Fluchtwegeschilder, E-bike Straßenschilder, erste Bierfäßer anzapfen…), dass kaum Zeit zur Regeneration bleibt.

      Ich würde das als Zombifizierung des öffentlichen Raumes bezeichnen; genau wie die Renditen aus Luftschlössern eines staatliche gelenkten Industrieumbaus (Energie, Landwirtschaft, Schwerindustrie, Chemie, Kfz, Luftfahrt)…

      Wenn wir lange genug sehr viel vom Falschen entschieden, produziert und vorfinanziert haben, tritt das Ende genau so ein wie die Einsatzfähigkeit der Bundeswehr verschwunden ist. Die Leute laufen daqnn zwar noch herum, aber ohne sonderlichen Erfolg.

      Wir sind dabei schon ziemlich weit vorangekommen & das Einsehen der Alternativlosikgkeit um sich greift.

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        Richard Ott sagte:

        @Alexander

        „Bei Privatinsolvenz ist der Ausfall messbar. Staatsinsolvenz ist ‚whatever it takes‘ ausgeschlossen, die Messbarkeit durch kein Instrument -mehr- möglich.“

        Doch, ein Instrument gibt es noch: Der Wechselkurs der Whatever-it-takes-QE-Staatsinsolvenz-Währung zu anderen Währungen. Wenn die eine andere, solidere Geldpolitik betreiben, bricht der Wechselkurs ein und Importe sind nicht mehr bezahlbar.

        Spätestens das wird als „Ausfallsituation“ empfunden werden, weil der Staat zur Erfüllung seiner Aufgaben auch zwingend auf Importe von Waren und Dienstleistungen aus dem Nicht-Euro-Währungsraum angewiesen ist, das geht ja schon bei Erdöl und Erdgas los. Auch die Hartzer und ihre Berliner Kollegen von der „Bedingungsloses Grundeinkommen“-Fraktion werden sehr unzufrieden sein, wenn sie feststellen, dass aus Asien importierte Smartphones und Flachbildschirme für sie unbezahlbar teuer geworden sind, auch wenn es im Supermarkt immer noch reichlich Äpfel, Rotkohl und Kartoffeln gibt..

      • Avatar
        Alexander sagte:

        @ Richard Ott

        Es gibt keinen Wechselkurs vom mezzo giorno Euro zum Gutmenschen Euro, der Außenwert wird durch die Zombifizierung des Dollar, chin. Rem, jap Yen., und den überschuldeten Schwellenländern verbessert.

        Innereuopäisch neutralisieren sich Ungleichgewichte durch target2, die Zerstörung von Wertschöpfungsketten durch Defla (Kostensteigerung) und den Wandel der Gesellschaft zum Staatsdiener.
        D.h. unser Reichtumsmärchen hängt am Nullzins-Export bei gleichzeitiger Aufgabe des mittelständischen Unternehmertums (wg. Nullrendite) – > Nahrungsmittelproduktion, Nahrungsmittelverarbeitung, Einzelhandel, Zulieferung etc……u.a..
        Die EU subventionierte Landwirtschaft erhält die Südländer des Euro nicht den dt. Kleinbauern, Industrieaufträge wechseln nach DEUTSCHLAND oder China.

        Was sich lohnt und was nicht bestimmt zunehmend staatliche Preissetzungsmacht, weil nicht global wettbewerbsabhängig.

        Diesem Umstand tragen nicht nur Unternehmen sondern auch alle Menschen Rechnung.

        Grobe Preissteigerungen erleben wir im Rohstoffsektor seit >10 Jahren, der betroffene Bevölkerungsanteil schrumpft ebenso lang, die Unternehmensaufgaben werden durch Umwandlung der Immobilien gewinnbringend investiert.

        Allein die Arbeitskräfte gehen uns durch diese Transformation aus, weil gewisse Arbeiten im Inland anfallen und der erreichte Bildungsstandard diese Nachfrage ausschlägt, mangels „L“ohnender Rendite.

        Das Handwerk hat KEINEN GOLDENEN BODEN, sondern kennt nur Schmutz und frühen körperlichen Verschleiß.

        Ob die Massenzuwanderung von Menschen aus der Sub-Sahara Region diesen Sklavenmangel behebt, glaube ich eher weniger, weil man auch dort zwischen „hallal“ und „haram“ unterscheiden kann.

        Es könnte allerdings sein, dass die Gewinner staatlicher Gunst am Ende die „Loosers of competition“ sind, weil der Wettbewerb das wichtigste Preissignal zur nachhaltigen Verwendung von Gütern, Menschen und Kapital gewesen ist.

        Solange die Geldströme den Transferladen am Leben halten, stört niemanden dass der innere Geldwert verfault.

        Nicht nur in Sachen Migration hat die Gefühlsethik den Verstand ersetzt.

    • Avatar
      Dietmar Tischer sagte:

      @ ruby

      >Wer kann und wird die Zahlungsausfälle verwalten und regulieren?>

      Im VORFELD von Zahlungsausfällen, d. h. im Vorfeld einer Krise regulieren das die Institutionen, u. a. die EZB und die Politik, soweit sie derartig Krisenfälle absehen können.

      Es werden Instrumente geschaffen, die im Falle einer sich anbahnenden Krise aktiviert werden können.

      Ob sie leisten werden, was sie leisten sollen, nämlich eine unkontrollierbare Krise zu verhindern, ist dabei offen.

      >Also, wo ist der Staat mit seinen Aufgabenerfüllern in der echten Ausfallsituation?>

      In einer „echten Ausfallsituation“, d. h. in einer KRISE, ist der Staat selbstverständlich präsent.

      Sie verweisen auf Merkel und Steinbrück, die im Verlauf der Lehman-Krise vor die Öffentlichkeit getreten waren und u. a. verkündet haben (Merkel):

      „Wir sagen den Sparerinnen und Sparern, dass ihre Einlagen sicher sind. Auch dafür steht die Bundesregierung ein.“

      Diese Worte sind eine BEHAUPTUNG und ein VERSPRECHEN.

      Das Versprechen wäre im vorliegenden Fall nicht einzulösen gewesen, wie Steinbrück später zugegeben hat und da die Regierung nicht gefordert wurde, es einzulösen, konnte empirisch nicht festgestellt werden, ob die Behauptung wahr oder falsch war.

      Warum wurde die Regierung nicht gefordert, das Versprechen einzulösen?

      Ganz einfach:

      Die Bevölkerung hatte VERTRAUEN in die Regierung, d. h. glaubte, dass das Versprechen in JEDEM Fall einlösbar sei (was ein Irrtum aufgrund von Ignoranz ist) und dass es eingelöst würde, wenn es einzulösen wäre.

      Deshalb ist der sich damals abzeichnende Bankrun nicht erfolgt.

      Kurzum:

      Vertrauen in die Regierung ist unabdingbar, weil mitunter NUR darauf basierendes Handeln unkontrollierbare Krisen verhindern kann.

      Das besagt nicht, dass Vertrauen in die Regierung IMMER unkontrollierbare Krisen verhindert.

      Es gibt genügend Beispiele in der Geschichte, wo Vertrauen in die Regierung die Katastrophe nicht verhindert bzw. wo es sie gerade herbeigeführt hat.

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    Quintus sagte:

    Sollten wir es nicht etwas tiefergehender betrachten?
    Die Erosion des westlichen Paradigmas erlaubt anderen (nicht-westlichen) Staaten einen neuen Raum, ihren eigenen Weg zu finden. Manchmal kann dieser Weg potenziell destruktiv sein, aber er wird beschritten werden.

    Wir befinden uns an einem Wendepunkt. Einige in den westlichen Industrienationen mögen denken, dass der Status quo ante irgendwie wiederherstellbar ist (Nach Donald Trump) Dies ist jedoch eine Wahnvorstellung. Die Außenwelt verändert sich. China, Russland und Asien werden die US-Hegemonie ersetzen – nicht durch eine andere Hegemonie – sondern durch eine lose Koalition von Staaten, die sich für andere Werte und ein anderes Zivilisationsmodell einsetzen. Und da sich ihre Werte vom protestantischen Paradigma des Adam Smith unterscheiden, werden sie zu anderen ökonomischen Perspektiven gelangen.

    Der Status quo des Westens wird nicht mehr verfügbar sein. Denn das westliche Parteiensystem befindet sich in einer unumkehrbaren Transformation. Westliche Politiker aller Spektren versuchen aber, sich auf ein öffentliches Leben einzustellen, das noch die alte Welt repräsentiert, während die Neue aber bereits entsteht.

    Das nach dem Krieg entstandene parteipolitische System der familiären und gemeinschaftlichen Bindungen zu Mitte-Links und Mitte-Rechts (ohne großen Unterschied) stirbt in den westlichen Demokratien: Die Mitte-Links-Mission läuft aus, weil ihre ursprüngliche Mission für einen großen Teil der Wählerschaft nicht mehr relevant ist. Was nützen die Parteien, die es gab, um die Interessen der Gewerkschaften und des Industrieproletariats zu vertreten, wenn die Massenbeschäftigung in der Schwerindustrie zu Ende ist? Postindustrielle Ökonomien sind ein globales Phänomen.

    Das heutige Gewissen der Bevölkerung wird nicht durch die Notlage ausgeübt, dass eine große Zahl von Arbeitern von Fabrikanten ausgebeutet wird. Sie ist eher besorgt, wenn überhaupt, über die Aussicht auf Fabrikschließungen. Die alten linken Kämpfe um Arbeitsbedingungen und Bezahlung sind weitgehend vorbei. Das neue Problem ist viel subtiler und weniger zugänglich für sozialistische Lösungen: Wie kann ein Industriesektor erhalten werden, der vor allem für Menschen mit geringen (oder gar keinen) Fähigkeiten relativ gut bezahlte Arbeitsplätze bietet? Die Globalisierung hat damit viel zu tun, aber der Niedergang der landeseigenen Wirtschaft steht im Mittelpunkt“.

    Wir stehen also vor dem westlichen Dilemma: Die gemäßigten Kräfte Mitte-Links und Mitte-Rechts hoffen immer noch, die Menschen zu vertreten, die sie immer vertreten haben: Wähler der Mittelschicht, die ihre Verbundenheit zeigen wollen, indem sie für eine Partei stimmen, die sich für eine Vorstellung von „sozialem Interesse“ einsetzt. Aber da sich das metropolitane Bewusstsein der Elite auf spezifischere „benachteiligte“ Gruppen – ethnische Minderheiten, Frauen und Gender-Nichtkonformisten – gewendet hat, ist es umso unwahrscheinlicher, dass sie die alltäglichen Auswirkungen gescheiterter Masseneinwanderung und Multikulturalismus auf die Mehrheit berücksichtigen oder verstehen werden. Und so wächst die Polarisierung, wobei sich jede Gruppe in ihre Enklave zurückzieht. Und die Zentrumsparteien schwinden, im Einklang mit einer schrumpfenden, wirtschaftlich kämpfenden Mittelschicht.

    Die Volksparteien sammeln sich in diesem politischen Umfeld, in dem die globale Erwärmung und die Einwanderung die neuen bestimmenden Themen sind.

    Nationalistische Rechtsparteien, einst marginal, sind heute ein strukturelles Element der politischen Landschaft Europas.

    Das Zentrum kämpft überall,

    und die dritte Kraft wird zur grünen Bewegung. Sein spektakulärer Austieg – da die Wähler die traditionellen Parteien ablehnen und ihre Führer auf die Dringlichkeit des Kampfes gegen den Klimawandel drängen – ist vor allem auf die Mobilisierung der Jugend zurückzuführen.

    Der Status quo ist im Westen nicht mehr verfügbar. Es ist eine große Umwälzung im Gange. Die Gesellschaft hat ihren kulturellen Schwerpunkt verloren. Die alte Lebensweise verblasst und steht kurz vor dem Aussterben……

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  6. Avatar
    Axel sagte:

    @MFK
    „Der Spruch stammt von Anschel Meyer Rothschild. Der war Banker, muss es also wissen

    Bitte nicht vergessen, daß zu Hr. Rothschilds Zeit das Geld noch aus Gold und Silber bestand, also wirklich nur woanders, und niemals „weg“ sein konnte!

    Ein Aspekt kommt mir in dem Artikel allerdings zu kurz. Schulden lassen sich zwar mit EZB Geld ausgleichen und faule Kredite können aufgekauft werden. Ebenso kann Helokoptergeld ausgeschüttet und andere Maßnahmen zur Kreditvergabe initiiert werden (Minuszinsen).
    Die Folge bei all den Maßnahmen ist aber immer eine Abwertung der Währung. Über erhöhte Import/Energiepreise wird zwangsläufig eine Inflation erzeugt, die zu höheren Zinsen und damit mehr Zahlungsausfällen, Insolvenzen und geringerer Kreditaufnahme führen wird.

    Durch die Abwertung der Währung wird zudem fast zwngskäufig ein unseeliger Währungskrieg ausgelöst, da andere Wirtschaften nachziehen müßen, um ihre Produkte noch zu konkurenzfähigen Preisen unters Volk jubeln zu können. Des Resultat könnte die totale Zerstörung der Währung sein.

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    The Big Big Short sagte:

    Angesichts der immer weiter ausufernden Negativzinsen und der damit einhergehenden immer verzweifelteren Suche nach positiver Rendite (man könnte auch sagen: niemand schaut mehr aufs Risiko!) ist zu erwarten, dass die nächste Finanzkrise ein noch nicht dagewesenes Ausmaß annimmt. Jetzt schon übersteigt der Umfang extrem risikoreicher Derivate im festverzinslichen Bereich den der CDO´s in der Finanzkrise bei weitem.
    Die Folgen des daraus entstehenden Kollaps sind nicht abzusehen und hängen von der Dynamik der wirtschaftlichen und politischen Ereignisse ab. Ich vermute, dass wir eine Phase des Entzugs der Freiheit erleben werden. Die Instrumente dafür werden vermutlich in Teilen schon vor der Krise eingeführt. Abschaffung des Bargelds, Zwang zur Umstellung auf Buchgeld, Verbot des Besitzes von Edelmetallen und Kryptowährungen. In der Krise werden dann Kapitalverkehrsrestriktionen und eventuell sogar Ausreiseverbote dazukommen.

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      Hansjörg Pfister sagte:

      „Verbot des Besitzes von Edelmetallen und Kryptowährungen“
      Die Sache mit dem Goldverbot hatten wir ja schon…
      Bei anderen Edelmetallen wird es schon schwieriger.
      Kryptos sind schwer kontrollierbar, vor allem die, die ihre Zahlungsströme veschleiern (z.B. Monero), wie wollen sie das machen? Da braucht man schon eine chinesische Internet – Mauer und selbst diese ist durchtunnelbar.
      Welchen Kurs die Kryptos dann gegenüber den Fiat – Währungen einnehmen, ist nicht vorhersagbar. Man sollte diversifizieren, Gold, Silber, Platin und auch ein paar Kryptos gehören ins Portfolio. Natürlich nur soviel von den Kryptos, wie man im Falle eines Totalausfalls noch verschmerzen kann.

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        The Big Big Short sagte:

        @Herr Pfister
        Das Verbot ist das eine, die Kontrolle und Durchsetzung das andere. Auch ein Goldverbot kann nicht gewährleisten, dass manche Menschen dagegen verstoßen werden. So ist es auch mit den Kryptowährungen. Manche werden sich nicht daran halten, auch wenn ein Verbot erfolgt. Drakonische Strafen sind jedenfalls zu erwarten.

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      Susanne Finke-Röpke sagte:

      @Herrn Richard Ott:

      Wie die Leute reagieren werden? Wie beim letzten Mal 1929: sie werden Sozialisten wählen.

      Entweder internationale Sozialisten (damals KPD, künftig wahrscheinlich die vereinigten grünrotrot ohne Leute wie Gerhard Schröder, Franz Müntefering, Sarah Wagenknecht, Wilfried Kretschmann oder Andrea Nahles) oder nationale Sozialisten (damals NSDAP, heute AFD, dann aber mit Leuten wie Höcke statt Gauland oder Meuthen).

      Richtig fürchten vor der Politik müssen sich dann Leute wie Dr. Stelter oder Dr. Krall, die das Ganze auch noch medial wirksam Jahre vor dem margin call vorhergesagt haben und – horribile dictu – ihre Privatfinanzen und ihre Firma erfolgreich darauf vorbereitet haben. Sie werden dann als „Krisengewinnler“ gebrandmarkt werden, da eine sachliche Debatte erst mit einer Zeitverzögerung von einer Generation von den dann unbeteiligten Interessierten an neuerer Geschichte aufgearbeitet werden wird.

      Dann wird man sie in der Forschung vielleicht nicht auf eine Ebene mit der „Weißen Rose“ stellen, aber vielleicht auf eine Ebene mit Kurt Tucholsky. Und das hätten sie dann auch verdient. Allerdings nur, wenn die Sache nach dem ganzen Spuk wie mit der Gründung der BRD 1949 schnell genug gut ausgeht. Wenn es wie in der UdSSR oder China ausgeht, wird man sie wohl leider – vergessen.

      Auf jeden Fall werden radikale Wirtschafsereignisse radikales politisches Wahlverhalten nach sich ziehen. Die Sündenböcke werden dann je nachdem, wer sich durchsetzt, die jeweils anderen sein. Und abhängig davon auch wie immer eine dritte Gruppe. Die internationalen Sozialisten werden dann auf die Unternehmer losgehen (z.B. die BMW-Großeigner Quandt), die nationalen Sozialisten auf eine kleine Minderheit (evtl. die Muslime in Deutschland, 1933 waren jüdische Mitbürger die Sündenböcke).

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      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Frau Finke-Röpke

        Ja, so ähnlich sieht auch mein pessimistisches Szenario aus. Allerdings würde ich einwenden, dass die Muslime schon heute viel zu viele sind als dass sie noch als die von Ihnen erwähnten „Sündenböcke“ herhalten könnten. Als Gegner viel zu gefährlich. Außerdem haben einige der Muslime eine neue, dritte Form des Extremismus mitgebracht. Auf wessen Seite sich islamistiche Extremisten stellen würden, halte ich für ziemlich offen.

        1945 war „das Geld“ allerdings in Deutschland auch weg, und trotzdem wählten die Deutschen zumindest in den 3 westlichen Besatzungszonen mehrheitlich keine Sozialisten. (Die Ostdeutschen hatten keine Wahl, was die Parteien von CDU bis SED-Nachfolger „Linskpartei“ heute am liebsten vergessen würden, weil es den Zusammenschluss der Nationalen Front gegen die AfD schwieriger macht.) Könnte uns in der Krise wieder eine fremde Macht vor uns selbst retten? UK nach dem Brexit vielleicht? ;)

      • Avatar
        Susanne Finke-Röpke sagte:

        @Herrn Richard Ott:

        1945 wählten die Westdeutschen unter dem aus, was die Allierten zugelassen haben und außerden hatte die vorangegangene Regierung auch dem unfähigsten Wähler gezeigt, dass sie verbrecherisch und unfähig gewesen war. Dieses Wissen war 1929 noch nicht verbreitet.

      • Avatar
        Susanne Finke-Röpke sagte:

        @Starchild:

        Ihre Beiträge disqualifizieren m.E. diesen Blog und Herrn Dr. Stelter und gehören für mich in die Kategorie „rechte Hetze“, dessen übermäßige Verwendung in Ihrem Falle zutrifft. Der einzige mir bekannte pflegende Schwerverbrecher in Deutschland war der ziemlich deutsch aussehende Niels H.

      • Avatar
        Starchild sagte:

        @S F-R
        Werte Frau Sunsanne Finke-Röppke , ich sehe mich persönlich noch mit meinen Äusserungen weder rechts noch links auch nicht grün, gelb, braun oder lila und ich bezichtige auch niemals meinen Nächsten der Hetze.
        Habe übrigens auch Kinder und bin seit 30 Jahren GF eines mittelständischen Unternhemens welches ich derzeit schließe und habe noch einen 2 Beruf als Astrologe. Ich lese international Nachrichtenund daher halte ich meine Besorgnis für gerechtfertigt und ab und an teile ich dies mit anstelle über des Kaisers Bart zu diskutieren.

        Ayn Rand: „Man ist frei die Realität zu ignorieren. Man ist frei, seinen Verstand von jedem Fokus zu befreien und jeden Weg blind hinab zu stolpern, den man möchte. Aber man ist nicht frei, den Abgrund zu vermeiden, den zu sehen man sich weigert.“

      • Avatar
        Susanne Finke-Röpke sagte:

        @starchild:

        Ich hätte nie gedacht, dass es mir mal ergeht wie einem dieser seltsamen Spiegel-Redakteure oder Frau Merkel, aber hier ist es so.

        Wir beide verwenden für die Diskussion die gleichen deutschen Worte, aber diese haben offenbar eine unterschiedliche Bedeutung für uns. Damit Sie mich nicht falsch verstehen: ich lehne die gesetzeswidrige Einwanderungsduldung der Regierung ab und mache mir keine Illussionen über die Arbeitsethik von Asylbewerbern aus Afrika und dem Nahen Osten.

        Aber ich garantiere Ihnen, dass Sie mit dieser Aussage andere Mitbürger nicht dazu bringen werden, über einen Wechsel des Wahlkreuzes von der Union zur AFD oder Ähnliches nachzudenken. Die Wortwahl ist zu drastisch und zu verallgemeinernd und schreckt (m.E. zurecht) Normalbürger davon ab, jemanden wie Ihnen ein politisches Amt anzuvertrauen. Ich kenne aber Ihre Erfahrungen nicht, denn wenn Sie oder eines Ihrer Familienmitglieder letzte Woche Bekanntschaft mit dem Messer eines jüngst immigrierten Drogenhändlers gemacht haben, sind Sie sehr wahrscheinlich emotional aufgewühlt.

        Aber Sie machen m.E. einen Beobachtungsfehler: Sie unterstellen, dass Ihre Aussage, der sehr wahrscheinlich ein jahrelanger Denk- und Beobachtungsprozess vorangegangen ist, beim Empfänger in den gleichen Kontext gerät. Das ist häufig nicht der Fall.

        Damit will ich es bewenden lassen, denn es ist nicht meine Aufgabe, Herrn Dr. Stelter die Arbeit bzw. die Entscheidung über den Inhalt seines Blogs abzunehmen.

    • Avatar
      Thomas M. sagte:

      „Wie wird der typische CDU-wählende „Tagesschau“-Gucker reagieren, sobald er eines Tages realisiert, dass das Geld weg ist?“

      Das Gros der „Tagesschau“-Gucker wird das nie realisieren. Man wird wohl denken: Ich hab heute mehr Geld als früher. Ist aber auch nur fair, dass die Renten / Gehälter steigen. Schade nur, dass die Brötchen mittlerweile doppelt so viel kosten.

      Inflation ist sicherlich nicht die fairste, aber vermutlich die gnädigste aller Lösungen, um mit nationaler Überschuldung klar zu kommen.

      Antworten
      • Avatar
        Susanne Finke-Röpke sagte:

        @Herrn Thomas M:

        Ihr Szenario wird auf Wähler ohne Ersparnisse und mit lediglich gesetzlichem Rentenanspruch zutreffen.

        Millionen Leute mit Kapitallebensversicherungen, Sparguthaben, Anleihen, Renten- und gemischten Fonds, privaten Kranken- und Berufsunfähgkeitsversicherungen oder Ansprüche an eine Pensionskasse werden anders darüber denken. Und davon wählen bisher ziemlich viele CDU. Denn die ohne solche Ansprüche wählen eher Linkspartei, SPD oder AFD, auch wenn Sie Tagesschau sehen..

      • Avatar
        Thomas M. sagte:

        Ich hätte das Statement einführen müssen: Ich kann mir nicht vorstellen, dass es geordnete Schuldenschnitte geben wird. Die Empfehlung wird seit gefühlt einem Jahrzehnt von einem Teil der Ökonomen ausgesprochen und in kleinen Zirkeln sachlich debattiert, aber politisch geht es – so mein Eindruck in Europa und auch den USA – in Richtung MMT, Helikopter etc. – denn nur das ist (scheinbar) schmerzfrei. Oder habe ich etwas verpasst, dass Schuldenschnitte von Top-Politikern öffentlich gefordert werden? (Das meine ich als echte Frage.)

        Insofern gehe ich langfristig von Inflation aus und die Sparer werden nominal ihre zuvor gesparte Währung ausbezahlt bekommen + ein bisschen Zinsen.

        In Deutschland gab es schon zweimal in den letzten 100 Jahren den Fall, dass das gute gesparte Geld einfach futsch war. Und trotz bto und anderer zahlreicher Rufer und zig Bücher werden auch heute fleißig Rentenversicherungen abgeschlossen und das obwohl man die 0%-Zinsphase recht problemlos googeln kann und ausrechnen könnte, dass 0% auf x = 0 ist. Das sollten einem doch Zweifel am Versicherungsmodell kommen. Ich will nicht zu pessimistisch sein, aber ich sehe keinen Aufwachmoment am Horizont, außer im Falle eines unkontrollierten Währungskollapses. Und dann wird vermutlich der boomende Nationalismus und Handelskrieg schuld gewesen sein – denn vorher lief’s doch super!, aber nicht das System mit Überschuldung. Viel zu komplex…

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Frau Finke-Röpke

        „Denn die ohne solche Ansprüche wählen eher Linkspartei, SPD oder AFD, auch wenn Sie Tagesschau sehen..“

        Ich glaube nicht, dass es viele AFD-Wähler gibt, die sich die Tagesschau als Nachrichtensendung ansehen. Diese Sendung kann man nur noch als Dokumentation davon verstehen, was der Mainstream denken soll und wie die Nomenklatura bestimmte Ereignisse bewertet und wichtet, aber nicht mehr als unabhängige Informationssendung.

        Die Tagesschau ist nur noch auf die Art relevant, wie es das „Neue Deutschland“ oder die „Prawda“ zu DDR-Zeiten waren.

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