Die Rezession ist keine gute Nachricht

Dieser Kommentar von mir erschien bei WirtschaftsWoche: 

Schlechte Konjunktur heißt noch mehr billiges Geld. Treibstoff für die Börsen der Welt, nach einhelliger Meinung. Doch diesmal dürften die Notenbanken enttäuschen.

Die Marktbeobachter sind sich weitgehend einig: Die US-Notenbank Fed hat in ziemlicher Panik einen wahrhaftigen U-Turn hingelegt. Zinserhöhungen werden für dieses Jahr nicht mehr erwartet und auch der Prozess der Bilanzverkürzung findet früher als gedacht ein Ende. Auslöser, so die Mehrheitsmeinung, war der deutliche Rückgang an der Wall Street im letzten Quartal 2018. Die Finanzmärkte haben der Fed gezeigt, wie sehr sie vom billigen Geld abhängen und anders als von Fed-Präsidenten Powell vorher lauthals verkündet, spielt die Börse durchaus eine wesentliche Rolle bei den Überlegungen der Notenbanker.

Vermögenspreise als Ziel der Notenbankpolitik

In den USA stellen Aktien die wesentliche Vermögensposition der Bürger dar, noch vor Immobilien. Die Börsenbewertung liegt beim 1,6-Fachen des BIP, nur im dritten Quartal 2018 und im ersten Quartal des Jahres 2000 war sie geringfügig höher. Der Marktwert der Aktien in den Portfolios der amerikanischen Haushalte beträgt rund 30 Billionen US-Dollar.

Offensichtlich können die Notenbanker schon seit Langem nicht mehr unabhängig von der Börse agieren. Im Gegenteil, die Börse ist mittlerweile zu einer wichtigen Zielgröße für die Notenbanker geworden. Fallen die Aktienkurse, hat dies unmittelbar Effekt auf das Vermögen und damit auf das Konsumverhalten der Amerikaner. Nichts anderes steckt hinter dem Einbruch der US-Konsumausgaben im Dezember um 1,2 Prozent, dem größten Rückgang seit der Finanzkrise 2009.

Wie schon mit der Politik der asymmetrischen Zinssenkungen der letzten 30 Jahre, die maßgeblich für die immer höhere Verschuldung des Systems verantwortlich ist, haben sich die Notenbanker damit in eine Ecke manövriert: Die Zinsen dürfen nicht steigen, damit die Schuldenblase nicht platzt. Die Börse darf nicht fallen, um keine Rezession auszulösen. Eine Ansicht, die durch die Entwicklungen der letzten Wochen eine Bestätigung zu finden scheint. Kaum rumpelt es in den Märkten, schreitet die Fed zur Rettung.

Oder ist die Rezession schon da?

Was aber, wenn die Rezession schon da ist? Bekanntlich werden Rezessionen ja immer erst im Nachhinein festgestellt. Die Signale dafür kommen nicht nur aus Italien und Deutschland, sondern auch aus den USA. Da ist zum einen die inverse Zinskurve – also die Tatsache, dass die kurzfristigen Zinsen höher sind als die langfristigen – die als ein recht verlässlicher Indikator für eine Rezession gilt. Da sind zum anderen die Indikatoren der Realwirtschaft: ein deutlicher Einbruch des „GDPNow-Index“ der Fed-Zweigstelle in Atlanta, der Rezessions-Index der New Yorker Zweigstelle der Fed, der Index der Überraschungen aus der Realwirtschaft, den die Citi-Bank erstellt und schließlich die Stimmung unter den Einkäufern. Alles deutet auf eine rasche Abkühlung in den USA hin. Die Notenbank sieht das auch und es spricht sehr viel dafür, dass sie aus eben diesen Gründen zur Trendwende geblasen hat.

Dies alles erfolgt vor dem Hintergrund eines einmaligen Konjunkturprogramms der Regierung Donald Trumps, die versucht hat, mit massiven Steuersenkungen und einem Haushaltsdefizit von über fünf Prozent des BIP die US-Wirtschaft auf eine höhere Wachstumsrate zu hieven. Dieser von mir schon zur Wahl erwartete Versuch der „Reflationierung“ muss als gescheitert angesehen werden.

Für die letztlich entscheidenden Unternehmensgewinne ist das ein schlechtes Omen. Tendenziell steigende Löhne, geringeres Umsatzwachstum und Preisdruck sprechen für sinkende Gewinnmargen. Angesichts der schon rekordverdächtigen Bewertung der US-Firmen ist nicht zu hoffen, dass sinkende Gewinne durch noch höhere Bewertungen kompensiert werden. Im Ergebnis müssen die Kurse sinken. Die Optimisten, die auf eine von billigem Geld getriebene Fortsetzung des Aufschwungs setzen, dürften eine bittere Enttäuschung erleben. Sehr gut möglich, dass wir die Jahreshöchststände an der Wall Street schon gesehen haben.

Die USA folgen damit Europa zeitverzögert in das japanische Szenario geringen Wachstums, deflationären Drucks und Negativzinsen für langlaufende Staatsanleihen. Ein Szenario, das mit immer beschränkterer Wirksamkeit der Geldpolitik einhergeht. Denn könnte man mit Gelddrucken die Vermögenspreise dauerhaft erhöhen, würde der Nikkei nicht noch deutlich unter dem Stand von 1990 notieren und der Euro-Stoxx nicht markant unter dem Höchststand des Jahres 2000. Liquidität treibt taktisch die Börsen, nicht nachhaltig.

China rettet sich selbst

Das werden wir dieses Jahr wohl am ehesten in China beobachten können. Aus Angst vor einer weiteren Abschwächung der dortigen Wirtschaft hat die Regierung ähnlich wie die Fed eine panikartige Kehrtwende eingeleitet. Alleine im Januar wuchs die Geldmenge in China („Total Social Financing“) um fast 700 Milliarden Dollar.

Statt die Abhängigkeit von der Droge billigen Geldes zu verringern, setzt die Regierung also wieder auf deutliches Kreditwachstum, um die Wirtschaft auf Trab zu bekommen. Egal, dass in China wie auch bei uns der realwirtschaftliche Effekt neuer Schulden immer geringer wird. Für die Börse in China ist es auf jeden Fall ein gutes Vorzeichen, wie auch die deutliche Erhöhung des Anteils chinesischer Werte im MSCI Emerging Markets Index von 5 auf 20 Prozent.

Im Unterschied zu 2016 dürfte die neue Liquidität in China nicht in die Weltmärkte schwappen, weshalb aus dieser Richtung keine Unterstützung für Wall Street, Euro-Stoxx und Dax zu erwarten ist. Nur China dürfte von dem verbesserten monetären Umfeld profitieren. Indirekt mag eine Erholung der Wirtschaft in China allerdings positiv ausstrahlen und gerade die hiesige Wirtschaft etwas beleben.

Europa vor erheblichen Problemen

Bleibt die bekannte Erkenntnis, dass es um Europa und vor allem um die Eurozone nicht gut bestellt ist. Das Wachstum bleibt schwach, die EZB schon vor der nächsten Krise extrem locker und die Politiker sind unfähig, die Probleme zu lösen. Die deutsche Wirtschaft spürt die in den letzten zehn Jahren stark gestiegene Exportabhängigkeit immer schmerzlicher und steht vor erheblichen Risiken:

  • Ohne Zweifel wird Donald Trump nach einer etwaigen Einigung im Handelsstreit mit China die deutsche Automobilindustrie mit Zöllen frontal angreifen. Ob die EU darauf in der erhofften Einigkeit reagieren wird, bleibt abzuwarten. So mehren sich Anzeichen, dass beispielsweise Frankreich, das praktisch nicht betroffen wäre, Gegenmaßnahmen, die zulasten der eigenen Wirtschaft gingen, nicht unterstützen würde.
  • Die Option eines harten Brexits ist meines Erachtens in der vergangenen Woche gestiegen und nicht gesunken. Zwar signalisieren die Finanzmärkte und die Buchmacher eine geringere Wahrscheinlichkeit für dieses Szenario, ich denke jedoch, dass dies eine Fehleinschätzung der britischen Politik ist. Ein smarter Hard-Brexit, wie er von Gabriel Felbermayr durchgerechnet wurde, ist durchaus attraktiv. Verlierer wäre dabei die Euro-Zone, die dadurch in eine Rezession gestürzt würde. Hauptverlierer wäre Deutschland, ist doch Großbritannien ein bedeutender Absatzmarkt, für Autos sogar der größte. Aus diesem Grunde habe ich meine Position im Pfund geschlossen.
  • Die strukturellen Probleme der Eurozone werden in den kommenden Monaten wieder offen zutage treten. Geringes Wachstum, hohe Verschuldung, schwaches Bankensystem und zunehmende politische Uneinigkeit – Beispiel: Italien und die Seidenstraße – werden das Projekt zunehmend unter Druck setzen. Die anstehenden Wahlen erhöhen die Risiken zusätzlich.
  • Deutschlands Wirtschaft leidet derweil zunehmend unter den Folgen einer Politik, die völlig falsche Schwerpunkte setzt: Ausbau des Sozialstaates, Energie- und Umweltwende ohne Rücksicht auf Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsplätze und die Verfolgung einer emotionalen Wohlfühlagenda, die keinen Raum für rational wirtschaftliches Handeln lässt.

In diesem Umfeld kann es nicht verwundern, dass gerade die Deutsche Börse enttäuscht.

Doch auch weltweit dreht sich der Wind. In den USA, in Europa und in Japan sinken die Unternehmensgewinne bereits. Die Halbleiterexporte Südkoreas – ein vielbeobachteter Frühindikator für die Weltkonjunktur – fielen im Februar um 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Rückläufige Gewinne können nicht durch immer mehr Liquidität kaschiert werden. Wir befinden uns am (vorläufigen) Höhepunkt der geldpolitischen Interventionen. Mit der Abschwächung der Wirtschaft werden die Börsen einen deutlichen Dämpfer erfahren. Ob es den Notenbanken dann nochmals gelingt, eine Blase aufzupumpen, bleibt abzuwarten. Die Rezessionsgefahr ist so – anders als von vielen Beobachtern behauptet – keine gute Nachricht für die Börsen, weil das Spiel der letzten Jahrzehnte nicht mehr funktioniert.

Nachtrag am 29. März. Die Märkte setzen zumindest auf eine Umkehr der Geldpolitik:

22 Kommentare
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    Susanne Finke-Röpke sagte:

    bto: „Die Rezessionsgefahr ist so – anders als von vielen Beobachtern behauptet – keine gute Nachricht für die Börsen, weil das Spiel der letzten Jahrzehnte nicht mehr funktioniert.“

    Die Frage ist für mich nur, ob die Börsen überhaupt noch in diesem Umfang gebraucht werden. Wenn der Anleihemarkt von der EZB leer gekauft wird, kann man mit ausreichend Rücklagen als Unternehmen alles an Anleihen emittieren und man sich Fremdkapital in Hülle und Fülle besorgen kann.

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    asisi1 sagte:

    Für mich ist es fraglich, warum die Politik es zugelassen hat, das Banken mit Aktien handeln dürfen? Die Schizophrenie mündet doch da, dass bisher kein Banker für seine Verfehlungen bestraft worden ist. Selbst bei Vorsatz bekommen diese Leute noch einen hohen Boni zum Abschied und der Steuerzahler muss für die Verfehlungen aufkommen!

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      Richard Ott sagte:

      @asisi1

      Volle Zustimmung in Sachen „Strafprozesse für Banker“. Auch wenn ich ergänzen möchte, dass insgesamt einige hundert rangniedrige Manager und Trader tatsächlich bestraft wurden. Die Vorstandsmitglieder der Großbanken sind aber alle davongekommen. Und dass obwohl zum Beispiel in den USA nach dem Enron-Bilanzfälschungsskandal Anfang der 2000er Jahre das Sarbanes-Oxley-Gesetz erlassen wurde, dem zufolge die Vorstände von Kapitalgesellschaften persönlich strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden können, wenn die Bilanzen gefälscht sind.

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    troodon sagte:

    Ergänzende Information:
    Entwicklung vom S&P 500 18 Monate nach dem Beginn der Inversion der Zinskurve durchschnittlich -7%, ABER mit breiter Spanne von -44,6% bis + 38,3%. Erinnert mich an das Thema Durchschnittstemperatur, wenn Füße im Eisfach und der Kopf im Backofen sind…
    https://www.home.saxo/insights/content-hub/articles/2019/03/28/what-does-the-yield-curve-inversion-mean-for-equities

    Mögliche Auswirkungen einer Normalisierung der Gewinnmargen auf den S&P 500
    https://thefelderreport.com/2019/03/28/what-we-are-witnessing-today-is-a-different-kind-of-stock-market-euphoria/?utm_source=Subscribers&utm_campaign=e00555c62d-EMAIL_CAMPAIGN_2019_03_28_02_55&utm_medium=email&utm_term=0_efe2de2024-e00555c62d-106197565&mc_cid=e00555c62d&mc_eid=00362692ca

    Und Folien zum Thema Bewertung inkl. Cape und zukünftigen Erträgen.
    https://www.researchaffiliates.com/documents/events/2019-advisor-symposium/are_valuations_irrelevant-rob_arnott.pdf

    Seite 22+23 mit den langfristig zu erwarteten Erträgen bei diverser Aktienmärkte inkl. US,GB, D etc, wenn man sich am Cape orientiert. D schneidet gut ab mit +8% p.a.
    Da das Cape aber das Wachstumspotential der Länder außen vor lässt, würde ich weiterhin nicht zu viel auf diese Prognosen setzen. D schneidet deshalb für mich da eher zu gut ab.

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    Laurent Leschkowitz sagte:

    Lieber Herr Dr Stelter, ich lese immer sehr aufmerksam und gerne Ihre Berichte. Die Aussage… Aus diesem Grunde habe ich meine Position im Pfund geschlossen… verstehe ich nicht ganz. Es bedeutet Sie verkaufen Ihre Pfundpositionen, oder? Ich habe Sie bisher immer so verstanden, England wird langfristig gestärkt aus dem Brexit hervorgehen, somit müssten Sie doch eher in Pfund investieren?

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    Horst sagte:

    Vor allem für die ebenfalls in andere als in Aktien investierten Vermögenden ist eine Rezession keine gute Nachricht, für das europäische Kollektiv hingegen sehe ich einige Chancen zur Korrektur nach 40 Jahren neoliberaler Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik.

    Die einzige relevante Frage (die jedoch niemand beantworten kann außer Dr. Krall (das Datum, Jahr, habe ich bereits wieder vergessen)), ist: When will it happen again? (Sofern nicht vor dem nächsten Minsky-Moment geeignete finanzpolitische und regulative Maßnahmen, wie auf bto ausreichend thematisiert, umgesetzt werden.

    https://www.nomos-elibrary.de/10.5771/0340-0425-2018-4-474/did-it-happen-again-will-it-happen-again-eine-deutung-der-globalen-finanzkrise-und-der-heutigen-finanzwirtschaft-im-lichte-von-hyman-p-minskys-hypothese-der-finanziellen-instabilitae-jahrgang-46-2018-heft-4?page=1

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        Susanne Finke-Röpke sagte:

        @Richard Ott und Dietmar Tischer: „willens genug“ kann eintreten. Es kann aber auch sein, dass Deutschland dazu buchstäblich nicht mehr in der Lage sein wird; auf den Willen kommt es dann nicht mehr an. Eine Möglichkeit wäre, wenn die großen Ratingagenturen die Bonität Deutschlands deutlich abwerten oder der Export zerbröckelt (vermutlich eher beides gleichzeitig).

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Susanne Finke-Röpke

        „willens genug“ wird NICHT eintreten, weil Deutschland POLITISCH nicht mehr in der Lage sein wird, willens zu sein. Gilt auch für die entschieden EU-willigen Parteien.

        Im Vorbeigehen heute aufgelesen:

        Die durch den Brexit fehlende Summe im EU-Haushalt liegt zwar im unteren, aber immerhin zweistelligen Mrd.-Bereich.

        Muss zumindest teilweise durch andere ausgeglichen werden, wenn sich der nationale Unmut über Kürzungen in Grenzen halten soll und die „Feinde der Demokratie“ nicht noch mehr Zulauf erhalten dürfen.

        Hier, wer zahlen soll:

        https://www.bild.de/politik/inland/politik-inland/scholz-plant-mit-15-milliarden-euro-mehr-fuer-eu-60856238.bild.html

        Ist doch zu schaffen, oder?

        Nicht bei dem, was auf der Agenda steht. Nur auszugsweise:

        Der Verkehrsminister fordert heute, dass im Haushalt 2020 EUR 1 Mrd. eingestellt werden für die 50% Bezuschussung von Ladegeräten in Garagen. Futter für die Friday-Straßenkinder, endlich tut die Regierung etwas für die Klimarettung.

        Die FDP (!!) fordert ebenfalls heute, dass im Rahmen der Neuordnung von BAföG an jeden Studierenden EUR 200/Monat gezahlt werden sollen, wenn er Dienste in der Pflege und dgl. nachweist. BAföG heißt Bundesausbildungsförderungsgesetz. Es sollte umbenannt werden in Bundespflegefinanzierungsgesetz.

        Egal, das ist nur der Anfang, in wenigen Jahren stehen ganz andere Summen im Raum.

        Geld für die EU und nationaler Finanzierungsbedarf passen hinten und vorne nicht zusammen.

        Was tun?

        Sie haben ganz sicher den Zauberlehrling M. Stöcker hier am Blog vernommen mit der „Lösung“: Umverteilung 1:99, expandierende Fiskalpolitik und Bürgergeld (Finanzierung durch die Notenbank). MMT liefert die theoretische Fundierung.

        Ist das wirklich die Lösung?

        THEORETISCH schon ein Stück weit – mit welchen FOLGEN auch immer.

        REALISTISCH sieht es so aus:

        Die Umverteilungsparteien haben keine Mehrheit, bei den Deutschen besteht ein instinktiver Widerstand gegen eine deutlich expandierende Fiskalpolitik (Steuern und Abgaben in der Summe sehr hoch, Verschuldung ist ein rotes Tuch) und so etwas wie ein Bürgergeld ist mit der Diskussion von BGE gerade einmal richtungsmäßig angedacht.

        Priorität hat JETZT schon die Finanzierung unserer Bedarfe und die EU hat JETZT schon nicht genug Mittel, um Beschäftigungsprogramme in der Peripherie – der Öffentlichkeit schamlos als „Investitionen“ verkauft – zu finanzieren.

        Obwohl hoch verschuldet, finanziert China in der EU im Rahmen seines Infrastruktur- und Absatzprogramms „neue Seidenstraße“.

        Der Hafen von Piräus boomt und ist die Basis, um den Balkan aufzurollen.

        Italien und andere EU Staaten kooperieren immer stärker mit China.

        Macron anderntags gegenüber China: Wir sind nicht naiv.

        Mag sein, aber niemand in der EU und die EU als Ganzes können nicht so wie China finanzieren.

        Die Interessen divergieren zu stark und Wohlstandsverluste akzeptiert niemand freiwillig.

        Die Tendenz der bisherigen Wahlergebnisse sprechen eine klare Sprache.

        Den Umfragen gemäß werden die zukünftigen den Trend nicht umkehren.

        Hat noch irgendjemand Fragen?

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        Susanne Finke-Röpke sagte:

        @Herrn Dietmar Tischer:

        Ja, ich habe noch eine Frage. Wenn die Umverteilungsparteien angeblich keine Zukunft haben, warum sind sie dann immer noch so stark und liberale Kräfte bei FDP, Union, AFD oder LKR nicht wesentlich stärker? Warum legt die AFD auf Bundesebene nicht mehr zu? Warum machen die alternativen Medien nicht deutlich mehr Umsatz bzw. Reichweite? Ich sehe das noch nichts so wie Sie. Ich will es nicht ausschließen, aber vor einer Wirtschafts- oder neuen Migrationskrise sehe ich keinen Bewusstseinswandel.

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    Dietmar Tischer sagte:

    Rezession?

    Das ist etwas für zittrige Vögel.

    Es geht vielmehr um „Veränderung in Zuversicht“:

    So der Zwischenbericht der DEUTSCHEN Grünen auf dem Weg zu einem neuen Grundsatzprogramm. Das Leitbild ist „soziale-ökologischen Marktwirtschaft“, deren „oberste Maxime sein muss: EUROPA ist spätestens 2050 klimaneutral“.

    Schon das ist krank.

    Denn Marktwirtschaft ist ein VERFAHREN, das keine ZIELE setzen kann.

    Und wieder einmal:

    Deutsche wissen, was für den Rest Europas gut ist und daher durchgesetzt werden muss. Bis spätestens.

    Als ob Europa auf deutsche Maximen warten würde – auch das ist krank.

    Hier:

    https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/so-wollen-die-gruenen-die-macht-der-konzerne-brechen-16115081.html

    Der passende Kommentar dazu:

    https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/kommentar-gruene-sprueche-16114704.html

    Ich gehe davon aus, dass die Leute weiterhin am Ende des Monats auf ihr Bankkonto schauen und entscheiden werden, wohin die Reise gehen soll.

    Sie müssen überhaupt nichts verstehen, sondern sich nur die Zahlen ansehen.

    Das genügt für die aus ihrer Sicht richtige Entscheidung.

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      Starchild sagte:

      @ Ditmar Tischer
      “ – auch das ist krank “ .
      Genau darum geht es !
      Das verstehen aber nur diejenigen mit „gesundem Menschverstand“.
      Wenn eine toxische „Mutti “ “ gaslightning “ via Medien betreibt
      um den großen kommunistischen (Un)Heils-Plan der NWO umzusetzen – und 1-2 deutsche Generation bereits verweichmachert und gehirngewaschen sind – ( auch von deren toxisch-narzisstischen Muttis ) dann geht der Plan der Selbt-Zerstörung auf.
      Empfehle dazu auch ab und zu mal epochtimes.de reinzuschauen.
      ES GIBT KEIN RICHTIGES IM FALSCHEN .

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    Dietmar Tischer sagte:

    @ Susanne Finke-Röpke

    Gute Fragen, beantworte sie gern.

    >Wenn die Umverteilungsparteien angeblich keine Zukunft haben, warum sind sie dann immer noch so stark und liberale Kräfte bei FDP, Union, AFD oder LKR nicht wesentlich stärker?>

    Ich hatte geschrieben:

    >Die Umverteilungsparteien haben keine Mehrheit, …>

    Aber sie GLAUBEN, dass sie eine Zukunft haben, obwohl sie schwächer werden. Schwächer werden SPD und DIE LINKE, schwächer auch der linke Flügel der Grünen, was untergeht, weil diese Partei mit dem Klimathema auf der Welle reitet.

    Sie glauben dies, weil es Menschen gibt, die in tatsächlicher Notlage sind oder sich als Abgehängte bzw. als Zukurzgekommene fühlen.

    Ich sehe anders als diese Parteien einen Wirkmechanismus, der zu DISRUPTIVEN Veränderungen aufgrund des Umverteilungsprozesses führt.

    Wenn immer MEHR umverteilt werden muss, wie ich am Thread von heute ausgeführt habe z. B aus Gründen wachsender Arbeitslosigkeit oder des demografischen Wandels sowie bereits absehbar der Digitalisierung und Vernetzung, dann kommt es irgendwann zu SYSTEMABSTÜRZEN.

    Irgendwann kann nicht mehr HINREICHEND umverteilt werden und dann ist es aus.

    Wenn wir in Deutschland so viel umverteilen müssen, um unser System am Laufen zu halten, aber nicht mehr in die EU umverteilen können (Transfers leisten können), dann kann auch die EU nicht mehr umverteilen. Sie wird dann von den Profiteuren der Umverteilung als letztlich nutzlos angesehen und verlassen. Sie löst sich auf.

    Der Prozess, der zum Systemabsturz hinführt, ist nicht disruptiv, sondern ein kontinuierlicher mit immer wieder auch Schocks.

    Beispiel Deutschland, den zweiten Teil Ihrer obigen Frage beantwortend:

    September 2015, Migrationswelle mit anfangs der Willkommenskultur. Gut, man musste die Turnhallen eine Zeitlang opfern. Dann wuchsen die Probleme und die furchtbaren Gewaltverbrechen zeigten, dass etwas geschehen musste.

    Die AfD wurde hochkatapultiert.

    Vor allem die Unionsparteien, aber auch die SPD erkannten den politischen Machtverlust ruderten zurück: „Darf nie wieder passieren“, schnelle Abschiebungen, Merkel war als Parteivorsitzende nicht mehr tragbar.

    Die Mainstream-Parteien haben so einigermaßen erfolgreich signalisiert: kein Kontrollverlust mehr, ihr könnt euch auf uns verlassen. Die AfD stagniert seitdem, was die Migrationskrise anlangt. Der Osten ist ein anderes Thema.

    Der ENTSCHEIDENDE Punkt für den Mechanismus, von dem ich oben gesprochen habe:

    Die Integration ist nicht abzuschieben, sondern läuft weiter.

    Sie kostet immense Summen, worauf Dr. Stelter immer wieder hinweist.

    Finanzierung durch UMVERTEILUNG und zwar OBEN DRAUF auf das, was wir sowieso schon durch Umverteilung finanzieren.

    Es müssen nicht weiter derartige Schocks wie der Sept. 2015 hinzukommen, um zum Systemabsturz zu gelangen.

    Er wird erfolgen, wenn nicht mehr genug umverteilt werden kann, etwa weil kontinuierlich mehr umverteile werden muss in das Renten- und Pflegesystem.

    Hoffe, dass ich meine Gedanken klar genug dargelegt habe.

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