Intelligente Hilfe statt Corona-Bonds

Ökonomen fordern auch in Deutschland immer lauter „Corona-Bonds“, also gemeinsame Anleihen, um den Krisenländern in der Eurozone zu helfen. Ich finde auch, wir sollten helfen, einfach weil wir uns sonst in Europa noch unbeliebter machen. Denn alle denken ja, wir wären die großen Gewinner, weil wir die Exportüberschüsse erzielen. Leser meiner Publikationen wissen, dass das ein ziemlicher Blödsinn ist, weil wir letztlich nur Forderungen gegen das Ausland aufbauen, die in einer Welt der Monetarisierung vor einer deutlichen Entwertung stehen.

Schon so legen wir unsere Ersparnisse im Ausland sehr schlecht an:

→ „Exportweltmeister“ – ein teurer Titel!

Doch sollten wir wissen, was wir tun. Blanko-Schecks sind sicherlich das falsche Instrument, um zu helfen, wissen wir doch aus anderen Währungsunionen und auch aus dem Länderfinanzausgleich, dass Transferunionen die Unterschiede verfestigen, statt zu verringern.

→ Berlin als Warnung für alle Transfereuropäer

Zunächst die Ausgangslage:

Wir haben – offiziell – deutlich geringere Schulden als die anderen:

Abb 1: Staatsschulden/BIP

Quelle: OECD

Deshalb wird der Ruf nach „Solidarität“ auch so laut. Es geht darum, die bei uns noch gegebene Verschuldungskapazität zu nutzen. Diese basiert auf zwei Faktoren:

  • der noch geringen Verschuldung des Staates (wie gesagt – offiziell, faktisch liegt sie mit den Versprechungen für Renten, Pensionen etc. eher bei rund 165 Prozent);
  • der Fähigkeit und der Bereitschaft des Staates, den Bürgern über Steuern und Abgaben Vermögen abzunehmen.

In dieser Hinsicht steht Deutschland sehr gut da. Wir haben genau die Politiker, wie wir auch diese Woche wieder sehen konnten, forderte doch Norbert Walter-Borjans, Co-Vorsitzender der SPD, die rasche Einführung von Corona-Bonds und zeitgleich seine Co-Vorsitzende Saskia Esken eine Vermögensabgabe von fünf Prozent. Die SPD (!) fordert also Zahlungen aus deutschem Vermögen für andere Staaten.

Hier steht zunächst die Frage im Raum: Wäre das wirklich gerecht?

Arme Deutsche

Es ist nicht unbekannt, dass wir Deutschen zu den Ärmeren in der Eurozone gehören. Die Zahlen stammen von der EZB:

Tab. 1: Sparen, ohne anzukommen

Quelle: EZB, Berechnung: bto

Die Tabelle zeigt neben dem Bruttoinlandsprodukt pro Kopf und der Sparquote das Haushaltsvermögen in den jeweiligen Ländern, und zwar einmal im Durchschnitt und dann im Median. Der Durchschnitt ist das gesamte Vermögen in einem Land, geteilt auf alle Haushalte, während der Median der Wert ist, bei dem der „mittlere“ Bürger gleich viele ärmere wie reichere Mitbürger hat.

Schon der Durchschnittswert kann für Deutschland nur enttäuschen. Mit 241.300 Euro liegen wir im unteren Mittelfeld.

Beim Medianvermögen sind die Unterschiede noch eklatanter. Mit 60.800 Euro liegen wir Deutschen deutlich am Ende. Selbst der mittlere griechische Haushalt verfügt über mehr Vermögen. Nach neueren Zahlen der Bundesbank ist das Medianvermögen in Deutschland auf 70.800 Euro gestiegen, wir haben also relativ etwas aufgeholt, vor allem dank der stark gestiegenen Immobilienpreise in den letzten Jahren.

Die EZB betont in ihrer Studie zwar, dass die Haushalte in Deutschland kleiner seien, was die Daten etwas verschlechtert. An der Grundaussage ändert diese Kosmetik jedoch nichts: Wir sind absolut gesehen ärmer, als man angesichts unserer Einkommen und Sparleistung erwarten würde, und wir sind relativ gesehen keineswegs reich.

Kritiker dieser Sicht – also vor allem hiesige Politiker, denen die politischen Konsequenzen dieser Analyse nicht in das Konzept passen – führen gern die Rentenansprüche an, die in dieser Berechnung nicht enthalten seien. Die Allianz ist dem im Global Wealth Report 2017 nachgegangen und hält fest: „Deutschland liegt bei den gesetzlichen Rentenansprüchen im europäischen Mittelfeld. Die Erklärung relativ niedriger Geldvermögen mit vermeintlich sehr hohen Anwartschaften aus dem staatlichen Rentensystem trifft also nur bedingt zu. (…) Es bleibt daher bei der – aus deutscher Sicht – wenig erfreulichen Feststellung: Die deutschen Sparer machen aus ihrer hervorragenden Startposition – hohe Einkommen, hohe Sparleistungen – zu wenig.”

Abb. 2: Wert der Rentenansprüche in Europa

Quelle: Allianz

Aus meiner Sicht sind diese Barwerte, also die abgezinsten zukünftigen Einnahmen aus staatlichen Renten, überhaupt nicht bei der Vermögensberechnung heranzuziehen. Die Begründung dafür ist einfach: Es gibt keinen Geldspeicher, wo diese Mittel für künftige Renten und Pensionen zurückgelegt wurden. Die Zahlung erfolgt über zukünftige Abgaben. Genauso gut könnte man titeln: Barwert der Belastung künftiger Steuer- und Beitragszahler.
Deshalb ändern die Rentenansprüche nichts an der Tatsache, dass wir im Vergleich zu den anderen Ländern der Eurozone über relativ wenig Vermögens verfügen.

Daten der Credit Suisse kommen zu einem ähnlichen Ergebnis, was in dieser Abbildung sehr schön visualisiert ist:

Abb. 3: Vermögen pro Erwachsenen in Europa

 

Daten: Credit Suisse

Maßstab ist hier das Median-Vermögen, also der Wert, bei dem die Hälfte der Bürger mehr und die andere Hälfte der Bürger weniger hat. Eine Ursache für das relativ schlechte Abschneiden Deutschlands im internationalen Vergleich ist nur zum Teil eine weniger gleiche Vermögensverteilung. Auch beim absoluten Vermögen relativ zum BIP stehen wir nicht dort, wo wir stehen müssten.

Abb. 4: Vermögen/BIP

Quelle: Credit Suisse

Der wesentliche Grund für die relative Armut der Deutschen ist in der Suche nach vermeintlicher Sicherheit zu finden. Es mangelt nicht an Studien, die eindeutig zeigen, dass diese „Sicherheit“ teuer erkauft und noch dazu eine Illusion ist. Nehmen wir als einen Datenpunkt die Erträge verschiedener Anlageklassen im Zeitraum von 1870 bis 2015:

  • Der reale Ertrag von „sicheren Anlagen“ war im betrachteten Zeitraum gering. Staatsanleihen erbrachten im Durchschnitt ein Prozent pro Jahr und Unternehmensanleihen 2,5 Prozent. Obwohl die Schwankungen geringer waren als bei Aktien und Immobilien, bot diese Anlageklasse keinen Schutz vor erheblichen Vermögensverlusten in Inflationszeiten. Auf heute bezogen, muss man feststellen, dass nicht nur die Realzinsen deutlich negativ sind, sondern auch die Nominalzinsen. Anleihen bringen also einen garantierten Verlust.
  • Dem gegenüber liegt der langfristige Ertrag von vermeintlich „weniger sicheren“ Anlagen in Form von Immobilien und Aktien bei sechs bis acht Prozent pro Jahr. Ein sehr robuster und stabiler Ertrag. Die Schwankungen von Aktien waren dabei größer als von Immobilien, aber bei ausreichender Haltedauer ist man immer besser gefahren als mit den vermeintlich sicheren Anleihen.

Der Unterschied im Ergebnis ist erheblich. Legt man 1000 Euro an und reinvestiert den jährlichen Ertrag, so hat man bei einer Anlage zu einem Prozent Zins nach dreißig Jahren ein Vermögen von 1350 Euro. Legt man sein Geld zu sechs Prozent an, ein Vermögen von 5743 Euro.

Den Deutschen fehlt schlichtweg das Wissen, wenn es um die Themen Wirtschaft und Geldanlage geht. Das zeigt sich auch, wenn die Bürger nach ihren Ertragserwartungen befragt werden. Dieselben, die aus Sicherheitsgründen auf praktisch zinslose Anlageformen setzen, erwarten einen durchschnittlichen jährlichen Ertrag von 4,6 Prozent. Bei den jugendlichen Sparern ist die Selbstillusionierung noch frappierender: Obwohl sie noch mehr Geld auf Girokonto und Sparbuch anlegen, rechnen sie mit Erträgen von durchschnittlich 9,2 Prozent pro Jahr!

Angesichts dieser Zahlen kann es nicht mehr verwundern, dass wir mit die Ärmsten in der Eurozone sind.

Hohe Belastung

Blickt man auf diese Zahlen, so kann man den Eindruck bekommen, dass die Aussage von Thomas Piketty stimmt: Es ist in Italien und Spanien kein Problem der Staatsschulden, sondern nur ein Problem der falschen Verteilung des Vermögens zwischen dem Privatsektor und dem Staat.

Nach Daten der OECD liegt die Belastung mit Steuern und Abgaben in Deutschland auf dem zweithöchsten Niveau nach Belgien. Italien liegt leicht, Spanien deutlich hinter uns. Zwar gibt es den berechtigten Einwand, dass es sich bei den Daten der OECD um den besonderen Fall des kinderlosen Alleinstehenden handelt und in Wahrheit die Belastung nicht so schlimm sei. Aber selbst bei der Abgabenquote liegen wir mit 37,5 Prozent vor Spanien mit 33,7 Prozent. Italien hat in der Tat eine höhere Belastung mit 42,4 Prozent. An der Spitze liegt Frankreich mit 46,2 Prozent.

Nehmen wir als ein Beispiel für die Belastung von Vermögen die Erbschaftssteuer: Erbt man zehn Millionen Euro vom Großvater, hat man einen Freibetrag von 200.000 Euro und zahlt nach Tarif der Steuerklasse I 2,25 Millionen Euro Erbschaftssteuer. Bekanntlich aus Sicht der SPD zu wenig. Wäre man Italiener, würde es sich so darstellen: Nach einem Freibetrag von einer Million würden man auf dem verbliebenen Betrag eine Erbschaftssteuer von vier Prozent bezahlen, also 360.000 Euro. Und dieser Satz gilt für jedes beliebige Vermögen. Selbst entfernte Verwandte oder Fremde kommen in Italien mit Steuern von acht Prozent davon, während in Deutschland Sätze von bis zu 50 Prozent aufgerufen werden.

Ist es richtig, bei uns die Besteuerung (von Vermögen und anderem) zu erhöhen, um damit Leuten zu helfen, die mehr Vermögen haben und in Staaten leben, die darauf verzichten, entsprechend zu besteuern? Italien und Spanien könnten die Vermögensabgaben erheben und die Bürger blieben wohl noch nach der Zahlung vermögender als wir.

TARGET2 als Ausweg

Immer wieder waren die TARGET2-Salden Thema bei bto. Ich will jetzt gar nicht die Diskussion anfangen, ob es sich hierbei um belanglose Verrechnungspositionen oder um echte Forderungen handelt – zins- und tilgungsfrei und ohne jegliche Sicherheit. Unstrittig ist, dass sie Exportüberschüsse und Kapitalflucht widerspiegeln und nur abgebaut werden können, wenn wir in den Schuldnerländern mehr einkaufen oder investieren.

Der Münchner Investor und Vorsitzender von Global Bridges, Hans Albrecht, hat schon im Oktober 2018 in der FAS aufgezeigt, wie die TARGET2-Position intelligent angelegt werden könnte – zum Nutzen aller Bürger.

→ Es gibt den Ausweg aus der TARGET-Falle

Dort schrieb er unter anderem: „Deutschland kann (…) das Problem (…) lösen, (…) indem die Bundesregierung einen ‘Europäischen Solidaritäts-Fonds’ (ESF) ins Leben ruft, der vor allem in Südeuropa Wachstumsinvestitionen finanzieren würde. Das könnte wie folgt geschehen: Der ESF begibt eine Anleihe (…) Diese kaufen deutsche Geschäftsbanken und reichen sie zur Refinanzierung weiter zur Bundesbank. (…) Damit würde sich die Bundesbankbilanz um eine Milliarde Euro verlängern (…) Sobald der Fonds aber die Mittel für Investitionen nach Südeuropa überweist, reduziert dies die Target-Salden genauso wie ein Interbankenkredit. Die Bundesbankbilanz ist wieder genauso lang wie vorher (…) Aus Sicht der Volkswirtschaft und der Bundesbank wurde nur ein unbesicherter, unverzinster und unbefristeter ‚Saldo‘, getauscht in eine indirekt durch die Investments des Fonds besicherte und verzinste Forderung gegen eine deutsche Geschäftsbank.“

Heute schlägt er genau dasselbe vor mit Blick auf die Hilfe für die Krisenländer. Wir zeigen „Solidarität“, aber eben intelligent. Zurzeit leiht jeder Bürger der Bundesrepublik rund 10.000 Euro an die anderen Länder der Eurozone. Hauptschuldner sind Spanien (390 Milliarden Euro), Italien (383 Milliarden Euro) und Portugal (75 Milliarden Euro). Wenn wir nun den „Europäischen Solidaritäts-Fonds“ gründen, dieser mit Garantie der Bundesregierung Anleihen mit sehr langer Laufzeit und Null-Coupon ausgibt, die letztlich bei der Bundesbank landen und dann das Geld nach Italien, Spanien, Portugal überweist, haben wir geholfen und zugleich einen wertlosen Vermögensgegenstand – denn was anderes sind die TARGET2-Forderungen? – in ein möglicherweise werthaltiges Asset verwandelt.

Dabei müssen wir nicht alles verschenken. Wir könnten es dritteln: ein Teil als Geschenk, ein Teil als langlaufendes zinsloses Darlehen und ein Teil, den wir in zu gründende Investmentvehikel investieren, die vor Ort Direktinvestitionen unterstützen und durchführen. So oder so hätten wir aus einem wertlosen Asset ein werthaltiges Asset gemacht – in Form von politischem Goodwill und echten Vermögenswerten vor Ort.

So sähe intelligente Politik aus!

Kommentare (38) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
  1. Avatar
    foxxly sagte:

    @dietmar tischer 14:28 ….. ich muss sagen „sollte“! da haben wir wohl zwei grundsätzlich verschiedene ansichten. klar sollte mittlerweile jeden sein, der sich mit geld, wirtschaft, finanzen u. politik befasst, dass alles geld, auch das virtuelle, ein kreditgeld ist. durch die zinslast ist sogar mehr schulden da, als guthaben. wer dies verstanden hat, der versteht auch, dass die wirtschaft immer hinterher läuft und je mehr sie leistet, desto mehr an verschuldung und zinsen sind da. hierzu gibt es keine mathematische, oder wirtschaftliche, geschweige eine politische lösung, – außer diesen systemfehler zu beseitigen. jeder kann was anders glauben, aber dann hat er dieses system nicht verstanden!
    …….. ein natürliches wachstum würde es auch ohne diesen schuldgeld geben. und anders wird ein schuh daraus: es hätten wesentlich mehr menschen eine bezahlbare arbeit, von der man auch leben kann. sicher wäre allerdings, das ein wohlstandsfortschritt auch viel langsamer gehen würde, aber dafür gesünder!

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      Richard Ott sagte:

      @foxxly

      „durch die zinslast ist sogar mehr schulden da, als guthaben. wer dies verstanden hat, der versteht auch, dass die wirtschaft immer hinterher läuft und je mehr sie leistet, desto mehr an verschuldung und zinsen sind da. hierzu gibt es keine mathematische, oder wirtschaftliche, geschweige eine politische lösung,“

      Klar gibt es eine wirtschaftliche Lösung: Insolvenzen.

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    weico sagte:

    WIRKLICH intelligent wäre doch :
    …wenn der Staat/Medien diesen unsäglichen „Corona-Hype“ nicht weiterführen würden und bald zur Besinnung kämen.

    Man schaue sich nur einmal die Todeszahlen, nach Altersgruppen sortiert, aus meinem Land (Schweiz) an :

    „Der Altersmedian der Verstorbenen liegt bei 83 Jahren. Von 469 verstorbenen Personen mit vollständigen Daten litten 97% an einer oder mehreren Vorerkrankungen. Die drei häufigsten waren Bluthochdruck (67%), Herz-Kreislauferkrankungen (55%) und Diabetes (29%). Stand BAG vom 4. April.“

    https://beta.20min.ch/story/coronavirus-in-der-schweiz-269082903107?legacy=true

    Ich hoffe nur, die (Medien)Leute/Politiker usw. lesen möglichst viele Bücher in Ihrer „Selbstisolation“ zum Thema : KOGNITIVE VERZERRUNGEN…und fangen dann an SELBST zu DENKEN.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_kognitiven_Verzerrungen

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  3. Avatar
    foxxly sagte:

    Dietmar Tischer 5.4. 00:57
    „Italien ist IMMER in der Krise, weil das Land unfähig ist, sich strukturell zu reformieren, um auf Wachstumskurs zu gelangen.“
    daraus die grundsatzfrage: war, und ist es sinnvoll mit anderen ländern, welche ein tieferes wirtschaftsniveau, eine ziemlich stark, andere lebens-auffassung, von strukturell, klimatischen stärkeren unterschieden, – ein solche fussion, wie es sich die eu-eliten sich vorstellen, überhaupt einzugehen?? es immer schwierig bis unmöglich sich mit deutschland zu messen. in unserer eu-konstruktion werden die süd- und ostländer (gemessen an deutschland) immer das nachsehen haben. wenn dann diese länder keinen aussenhandelsüberschuss erzielen, geraten stets weiter ins dilemma. man kann und darf keine solche eu-konstruktionen machen, denn einer muss dann immer bezahlen. das geht langfristig nicht.
    jetzt sind wir ziemlich an den punkt der entscheidung angelangt, – wie denn es mit der eu weitergeht.
    die eu-eliten werden mit allen mitteln versuchen alle eu-länder zu verzwangsgemeinschaften. dies geht nur mit starken einschränkungen und restriktionen, wie zb. totalüberwachung und „meinungskontrollen“ etc. es geht nur mit einer totalitärer regierung, – zumindest sind wir aktuell auf besten wege dahin.
    ursächlich für die meisten problemen ist das schuldgeldsystem, weil es einen künstlichen wachstumszwang verursacht und in folge großkonstrukte, zentralismus erzwingt und einen globalismus, der uns jetzt auch auf die füsse fällt.
    es ist wieder typisch deutsch, immer an den symptomen arbeiten, u. laborieren etc. , aber nie die ursachen versuchen zu beseitigen.

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      Dietmar Tischer sagte:

      @ foxxly

      >… war, und ist es sinnvoll mit anderen ländern, welche ein tieferes wirtschaftsniveau, eine ziemlich stark, andere lebens-auffassung, von strukturell, klimatischen stärkeren unterschieden, – ein solche fussion, wie es sich die eu-eliten sich vorstellen, überhaupt einzugehen?? >

      Es war SINNVOLL insoweit es RATIONALE Gründe dafür gab, etwa Senkung der Transaktionskosten in größeren Märkten.

      Es war aber – RÜCKBLICKEND – ein FEHLER, weil die KOSTEN für die Stabilität des Systems mittlerweile GRÖSSER sind als die durchaus bestehenden Vorteile.

      Das ist u. a. am insgesamt zu geringem Wachstum abzulesen.

      >jetzt sind wir ziemlich an den punkt der entscheidung angelangt, – wie denn es mit der eu weitergeht.>

      Das stimmt, denn die Krise entscheidet ganz wesentlich über das WIE.

      Beispielhaft dafür ist die Finanzierung der Staatsausgaben, die einzelne Länder nicht mehr über die Kapitalmärkte schaffen können und daher GEMEINSAM erfolgen muss.

      Das Wie der FINANZIERUNG ist eine Weichenstellung für das Wie des SYSTEMS.

      >die eu-eliten werden mit allen mitteln versuchen alle eu-länder zu verzwangsgemeinschaften.>

      Nein, das werden sie nicht.

      Sie werden vielmehr mit allen Mitteln versuchen, das System vor dem Zerfall zu bewahren.

      Dabei MÜSSEN die Regierungen immer AUCH die Befindlichkeit der EIGENEN Bevölkerung im Auge behalten – und die ist, wie Sie richtig sehen, sehr unterschiedlich von Land zu Land.

      Denn die funktionale Stabilisierung des Systems nützt nichts, wenn am Ende die Bevölkerungen das System NICHT mehr AKZEPTIEREN, d. h. es abwählen.

      Was daher geschieht und weiterhin geschieht, ist ein VERHANDELTER Prozess, von dem man nicht weiß, WIE er endet.

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        foxxly sagte:

        @ dietmar tischler
        wachstumszwang und gewinnmaximierung hat in der vergangenheit alle vorsicht und mahner als ewig gestrige, spielverderber und noch viel schlimmer mit todschlagkeulen mundtod gemacht. die warner vor diesen weg der vergemeindschaftung und finanzierungen hat es genug gegeben. es ist schilcht dummheit nach einstein: das gleiche immer wieder zu machen und zu hoffen, es käme was anderes heraus!
        beim intensiven nachdenken über die risiken vondem was wir machen, – natürlich muss man es zulassen und fördern!,- kommt nahezu jeder hilfarbeiter drauf, dass zb. die hohe aktuelle verschuldung durch noch mehr verschuldung nicht gelöst werden kann, wenn die ursachen nicht beseitigt werden. wir kommen früher mehr, als später an dem punkte, wo all diese rettungen, nur ein verschieben für die katz ist, und spätere reset´s viel schlimmer sind.
        die menschen sollen /müssten sich schon sehr viel mehr fragen (auch, wenn das schuldgeldsystem für sie weit weg ist), wer, oder was treibt sie und die gesellschaft immer weiter in diese pretullie hinein? warum ist nie genug, wer ist dafür verantwortlich
        mindestens haben die regierungen/u.politik in der vergangenheit, falsche rahmenbedingungen gestellt. sie haben sich auch den interessen der konzerne und hochfinanz hingegeben. sie haben sich korrumpieren lassen. aber all dieses wären nur stellschrauben und keine beseitigung des systematischen ausbeute,- und umverteilungssystem´s
        bitte darandenken: unsere arbeitsleistung von mensch und maschine darf niemals eine kreditschuld sein. diese lösung ist primär für eine nachhaltigere wirtschaft und gesellschaft. der künstliche wachstumzwang muss weg!

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ foxxly

        >…der künstliche wachstumzwang muss weg!>
        Wissen Sie, was „MUSS“ bedeutet?

        GEWOLLTE Abschaffung von Arbeitsplätzen, Einkommen und Lebensentwürfen.

        Wenn das KONSEQUENT versucht würde, gäbe es die Gesellschaft destabilisierende, vermutlich sie sogar ZERSTÖRENDE Effekte.

        Weil das niemand wollen kann, wird es kein Muss geben.

        Das System wird sich sehr wahrscheinlich derart ändern, dass das MATERIELLE Wachstum geringer wird und ein NICHT materielles zunimmt.

        Technologie wird es möglich machen.

        Das gibt es schon, wenn Leute am TV sitzen und Unterhaltung konsumieren:

        Die PRODUKTION von wenigen Fußballspielern und Betreuern ermöglicht es ohne ganz großen Ressourcenverbrauch MILLIONEN Menschen, erstaunliche Zeit lang zu KONSUMIEREN.

        Nicht mit irrealen FORDERUNGEN in der Welt umhergeistern, sondern beobachten, wie sich PROZESSE verändern.

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        Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer

        „Dabei MÜSSEN die Regierungen immer AUCH die Befindlichkeit der EIGENEN Bevölkerung im Auge behalten – und die ist, wie Sie richtig sehen, sehr unterschiedlich von Land zu Land. Denn die funktionale Stabilisierung des Systems nützt nichts, wenn am Ende die Bevölkerungen das System NICHT mehr AKZEPTIEREN, d. h. es abwählen.“

        Das stimmt. Aber wie würden sich die Handlungsspielräume der Politik verändern, wenn Wahlen für eine Zeit lang abgesagt oder „ausgesetzt“ werden, selbstverständlich nur zum „Schutz“ der Bevölkerung?

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    Tobias W. sagte:

    Im Prinzip – Arme Deutsche – haben Sie Recht Herr Stelter.

    Aber das Beispiel mit der Erbschaftssteuer wird doch arg strapaziert.

    Jedes Jahr werden in Deutschland 400 Milliarden EUR vererbt (Schätzung DIW Studie) – trotzdem bringt die Erbschaftssteuer den Bundesländern keine 9 Milliarden EUR im Jahr. Niemand zahlt 2,25 Millionen EUR Steuern auf eine 10 Millionen EUR Erbschaft. Die tatsächliche Belastung der Erbschaftssteuer in Deutschland ist verschwindend gering, weil es zu viele Schlupflöcher gibt, um eben nicht bezahlen zu müssen.

    Eine Erbschaftssteuer, die tatsächlich bezahlt wird, wäre in Deutschland aber notwendig – und das lässt sich aus den Zahlen ableiten, die Sie hier in Ihrem Beitrag darstellen: nirgends in Europa liegt das Medianhaushaltsvermögen so stark unter dem Durchschnittshaushaltsvermögen wie in Deutschland! Soll heißen: nirgends in Europa sind die Vermögen ungleicher verteilt als in Deutschland. Eine Erbschaftssteuer, die tatsächlich bezahlt wird, würde diesen ungerechten Startvorteil ins Leben etwas ausgleichen.

    Also bitte mehr Erbsteuerbelastung und weniger Einkommenssteuerbelastung! Das ist übrigens auch eine Empfehlung der OECD an Deutschland.

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      Richard Ott sagte:

      @Tobias W.

      Typisch deutsch. Das Thema ist Vermögensungleichheit zwischen verschiedenen Staaten in der Eurozone und schon kommt jemand an und fordert eine höhere Erbschaftssteuer in Deutschland.

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        Tobias W. sagte:

        Naja, Sie erwarten ja wohl nicht, dass man das Märchen der hohen Erbschaftssteuer in Deutschland glaubt, oder? Das niedrige Steueraufkommen im Vergleich zu den tatsächlich vererbten Vermögenswerten zeigen überdeutlich, dass Stelters Erbschaftssteuerbeispiel an den Haaren herbeigezogen ist, weil niemand tatsächlich so hohe Erbschaftssteuern bezahlt.

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Tobias W.

        „das Märchen der hohen Erbschaftssteuer in Deutschland“

        Die Erbschaftssteuersätze stehen so im Gesetz und sind keine „Märchen“. Genauso wie die existierenden Freibeträge für kleine Erbschaften, die Sie ja vermutlich nicht noch weiter senken wollen, oder?

        „Die tatsächliche Belastung der Erbschaftssteuer in Deutschland ist verschwindend gering, weil es zu viele Schlupflöcher gibt, um eben nicht bezahlen zu müssen.“

        Die würde es auch nach einer Erhöhung der Erbschaftssteuer weiter geben – die Organisationen, die an den Futtertrögen unseres Staates sitzen, werden beispielsweise bestimmt nicht das Privileg aufgeben, dass an „gemeinnützige Organisationen“ wie Kirchen, politische Parteien oder NGOs erbschaftssteuerfrei übertragen werden kann.

      • Avatar
        Tobias W. sagte:

        @Herr Ott,

        Die angeblich hohe Erbschaftssteuerbelastung ist ein Märchen, wie sonst kommen so niedrige Erbschaftssteuererträge zusammen? 400 Milliarden EUR Erbschaften im Jahr – weniger als 9 Milliarden Erbschaftssteueraufkommen. Damit liegt der effektive Satz bei 2,25%. Das ist die Realität.

        Fakt: die Steuersätze, die im Gesetz festgelegt sind, bezahlt kein Mensch, weil es etliche legale Wege gibt, die Erbschaftssteuer zu umgehen. Wenn man eine höhere Erbschaftssteuerbelastung fordert, heisst das nicht höhere Steuersätze, sondern dass effektiv mehr Erbschaftssteueraufkommen entsteht. Das geht auch mit der Abschaffung vieler Schlupflöcher und Ausnahmen.

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Tobias W.

        „400 Milliarden EUR Erbschaften im Jahr – weniger als 9 Milliarden Erbschaftssteueraufkommen. Damit liegt der effektive Satz bei 2,25%. Das ist die Realität.“

        Angeblich 400 Milliarden EUR Erbschaften im Jahr, und zwar angeblich im Jahresdurchschnitt zwischen 2012 und 2027, unter der Annahme weiterer Wertsteigerungen (Hallo, Coronakrise!) und weiterem Ersparniszufluss (haha) bis 2027. Harte Zahlen dazu gibt es nicht, das ist eine Schätzung von Fratzschers DIW, das damit mal wieder seine ganz eigene politische Agenda verfolgt.

        Laut offizieller Erbschafts- und Schenkungssteuerstatistik wurden vor Berücksichtigung der Abzüge durch Freibeträge in Deutschland im Jahr 2018 ungefähr 40 Milliarden Euro vererbt. Tatsächlich festgesetzte Steuer auf diese Erbschaften: 5,7 Milliarden Euro. Damit liegt der effektive Steuersatz bei fast 15%. *DAS* ist die Realität.

        https://www.destatis.de/DE/Themen/Staat/Steuern/Weitere-Steuern/Publikationen/Downloads-weitere-Steuern/erbschaft-schenkungsteuer-5736101187004.pdf?__blob=publicationFile

      • Avatar
        Markus sagte:

        @R. Ott:

        Keine Frage, D. solle nicht den Zahlmeister für andere Länder spielen, die eigentlich reicher sind.

        Man sollte aber auch das mehr anprangern, wo mehr Ungleichheit herrscht.

        Wo ist die Vermögensspreizung größer? Zwischen den Staaten oder innerhalb der Nationen?

        Zwischen den Staaten z.B. Spanien / Deutschland : 160kEur Euro zu 60kEur, d.h. grob ein Faktor 3. Zu Luxemburg (Top-Liga in Eurozone, gerechnet in Bevölkerungsanteilen also in den Top 5% der Vermögenden) wäre es ca. ein Faktor von 6.

        Wenn man nun sagt, es wäre nicht fair einzelne Haushalte innerhalb der Nationen zu vergleichen und andereseits ganze Länder im Europavergleich, dann könnte man ja z.B. in Percentilen rechnen: Es gibt ca. 20 Länder in Eurozone oder Europa, also vergleicht man analog die obersten 5% der deutschen Vermögen gegenüber den untersten 5% der deutschen Vermögen oder noch fairer die obersten 5% mit dem Median. Was kommt da in D raus? Nicht ganz einfach, weil je größer das Vermögen, desto ungenauer geschätzt. Aber laut

        https://www.bundesbank.de/resource/blob/794130/d523cb34074622e1b4cfa729f12a1276/mL/2019-04-vermoegensbefragung-data.pdf

        besaßen in D die reichsten 10% mindestens 555kEUR wohingegen der Median bei knapp unter 71kEUR war. Das wäre dann schon mal ein Faktor von fast 8 zwischen dem Vermögen des ärmsten (!) der reichsten 10% gegenüber dem Vermögen des Durchschnittsdeutschen. Die ärmsten der reichsten 5% besitzen laut Graph ca. 870kEUR was einen Faktor von grob 12 ergibt. Alle Top 5% Deutschen besitzen einiges mehr, da ja auch die Top 1% inkludiert sind. Da je reicher, desto ungenauer die Zahlen werden, kann man da nur abschätzen, aber ich denke, eine _untere_ Grenze für den Faktor wäre z.B. 20.

        So gesehen würde ich die Ungleichheit _innerhalb_ der Staaten als 3x so schlimm wie die Ungleichheit _zwischen_ den Staaten von Europa ansehen.

        Ich bin nicht gegen jede Ungleichheit, sie kann auch Anreiz zur Motivation sein. Aber sie sollte ein gesundes Maß nicht übersteigen, damit die Menschen nicht zu sehr leiden, nicht demotiviert werden und keine sozialen Konflikte auftreten.

        Ich habe hier übrigens _nicht_ vom Einkommen (insbesondere Arbeitseinkommen) geredet. Das ist ein anderes Thema.

  5. Avatar
    Rolf sagte:

    „Ich finde auch, wir sollten helfen, einfach weil wir uns sonst in Europa noch unbeliebter machen.“
    Wozu? Wir sind doch die Nazis; und egal was wir machen und welche Opfer wir erbringen, wir werden die Nazis bleiben.
    Warum also jemandem helfen, der uns sowieso hasst?

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      Elektroheini sagte:

      Dann dürfen wir vor allem uns nicht mehr selbst helfen.
      Kein Volk in Europa hasst die Deutschen mehr als die Deutschen.

      OK, jetzt habe ich auch begriffen, weshalb wir uns nicht selbst helfen wollen :-(

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  6. Avatar
    Zweifler sagte:

    „ Ich finde auch, wir sollten helfen, einfach weil wir uns sonst in Europa noch unbeliebter machen„

    Man hilft, weil man sich nicht unbeliebt machen will. Das ist ja ein kurioser Grund.
    Abgesehen davon, gäbe es noch einen Grund, einen etwas egoistischeren: Wenn man Italien, oder einen anderen Südeuropäer in Schwierigkeiten, fallen läßt, stürzt man sehr wahrscheinlich mit in den Abgrund.

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      foxxly sagte:

      „Wenn man Italien, oder einen anderen Südeuropäer in Schwierigkeiten, fallen läßt, stürzt man sehr wahrscheinlich mit in den Abgrund.“
      Nein, dies muss nicht zwangsläufig so sein. Aufgrund unseres Geldsystems mit seinen künstlichen Wachstumszwang, hat sich alles wirtschaftlich und politische Leben entsprechend ausgerichtet. Das dieses Konstrukt ein wuchender, kranker Prozess ist, sollte wir spätestens in diese Spätphase des Schuldgeldsystems dies erkennen.
      Grundsätzlich gibt es in der Natur Zellen und Zellhaufen, welche dann eine eigenstänige und stabile Lebensform bilden. Ein Austausch mit anderen Zellen ist durchaus von Vorteil, aber nur dann wenn die einzelne Zelle gesund bleibt.
      und genau diese Mechanismus und Zuammenhang wird mit unseren modernen Groß/zenmtral-System sträflich missachtet.
      Alle Lebensformen kehren nach gewissen Auswüchsen wieder in ihre ursprünglichen Formen zurück.
      Kluge, aber dekandente Menschen haben ein Schuldgeldsystem entwickelt in dessen künstliches Zwangswachstum und in der Folge davon eine systemische Ausbeutung das Maß aller Dinge ist. Sie haben das Geld, Wachstum etc., noch vor dem Menschen gestellt. Von wegen: die Wirtschaft sei für den Menschen da??
      Eine Regionalisierung mit relativ hohen Selbstversorgungsgrad, – natürlich mit Warenaustausch mit der näheren Umgebung/Ländern,- ist anzustreben

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    foxxly sagte:

    die grundsätzlichen fehler im schuldgeldsystem, in der Eu, im euro, – und der dazugehörenden politik, fallen uns jetzt gewaltig auf die füsse. in der beseitigung dieser fehler läge auch größtenleils die beseitigung dieser probleme.
    eine EU-vereinigung und erstrecht dann beim euro, hätte bedurft, dass allen ländern eine ausgeglichene handelsbilanz gegeben worden wäre. dies hätte auch bedeutet, dass deutsche industrie ersatzlos, bzw. nicht ergänzend, dort hätte angesiedelt werden müssen. was stattdessen geschehen ist, ist dass den beitreteten ländern die restindustrie beraubt wurde und als konsument so ziemlich abhängig wurde von deutschland.
    man könnte jetzt sagen, dass der jahrelange profituer deutschland, jetzt auch für die schulden haften sollte. dem stehen natürlich die aussehenden target-gelder gegenüber.
    man sollte diese target-schulden von fast einer bill € diesen ländern erlassen, – da sie für uns sowieso nicht einbringbar sind. dies alleine macht schon die fehlentwicklung und fehlkonstruktion der EU deutlich.
    vielleicht wäre aktuell der bankrott die beste lösung, verbunden mit einem neustart, aber mit einer anderen konstruktion.
    er ist unvermeidlich,d.h. je später, umso schlimmer sind die folgen.
    zieht endlich die (schmerzhafte) reissleine!!!!!!!!!!
    letztendlich waren alle kredite für diese beitrittsländer tödlich, denn mit verringerter produktion und mehr konsum-importe, sowie die dann anfallenden zinsen, da gibt es niemals gegen ein hoch effizientes deutschland, keine möglichkeit selber wirtschaftlich auf eigene füsse zu stehen.
    ja, ein volle abhängigkeit geht noch in der familie und in kleineren regionen, niemals auf dauer über die ursprünglichen ländergrenzen hinweg.
    dazu kommt die forderung nach völliger abschaffung von ländergrenzen und die komplette schuldenhaftung, als lösung der elitären machthaber, oder handlanger der hochfinanz.
    schlussendlich werden die gelddrucker-banken, die gewinner sein, die länder aber ruiniert!
    wir haben wieder 3 generationen verheizt und eine loslösung von dem katastrophalen schuldgeldsystem nicht genutzt.

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    Dietmar Tischer sagte:

    Man kann über alles diskutiere und dabei auch alles begründen.

    So kann man darlegen und darüber, ob ein Finanzierungsvorschlag, der 2018 entwickelt wurde, heute „intelligente Hilfe“ ist.

    Wenn dabei die Target2-Salden im Spiel sind und auch noch die miesen, d. h. im europäischen Vergleich „ungerechten“ Vermögen deutscher Haushalte, ist das ein Selbstläufer.

    Nur:

    HEUTE sind wir in einer anderen Situation als 2018.

    Hilfe ist daher zuerst einmal NICHT Hilfe eines deutschen Fonds für „Wachstumsinvestitionen vor alle in Südeuropa“.

    Heute geht es vielmehr VORRANGIG darum, WIE die Volkswirtschaften nicht nur, aber insbesondere in Südeuropa ÜBERHAUPT wieder in Gang kommen – und dies in erster Linie durch VERHINDERUNG von Insolvenzen.

    Dies auch aus Gründen, die uns DIREKT betreffen.

    Beispiel Italien:

    Wie unsere Autobosse der Kanzlerin diese Woche mitgeteilt haben, werden sie die Produktion nicht wieder wie gewünscht hochfahren können, wenn die Zulieferer aus Italien, speziell Norditalien – im Maschinenbau genauso Weltklasse wie Deutschland – benötigte und nicht anderweitig auf die Schnelle zu beschaffende Komponenten nicht produzieren.

    Die Weichen dafür, dass sie das können, MUSS die italienische Regierung stellen.

    Denn ein deutscher Fonds und deutsche Banken können das nicht.

    Da sich der italienische Staat nach Lage der Dinge weniger als je zuvor zu erträglichen Bedingungen an den Kapitalmärkten finanzieren kann, lautet die aktuelle Frage:

    Wie kann dem italienischen STAAT geholfen werden, über die FINANZIELLEN Mittel zu verfügen, die er benötigt, seine Wirtschaft nach der Corona-Krise wieder in Gang zu bringen?

    INTELLIGENTE Hilfe leistet das Verfahren, das auf DAUER die geringsten KOSTEN für alle daran beteiligten generiert.

    Betrachtungen zur Vermögenslage deutscher und italienischer Haushalte sind darauf bezogen nicht relevant.

    Bezüglich DIESER Hilfe ist auch nicht relevant, ob Italien sich aufgrund der Corona-Krise strukturell so ändert, dass es wettbewerbsfähiger wird oder nicht.

    Keine Regierung wird dieses Thema jetzt oder in absehbarer Zukunft anpacken können.

    Das Land ist dazu nicht fähig, weil die Bevölkerung dafür nicht bereit ist.

    Vielmehr rückt ein Italexit näher:

    https://www.blick.ch/news/ausland/vor-der-eu-halfen-russen-und-chinesen-dem-von-corona-geplagten-italien-italiener-drohen-mit-italexit-id15826975.html

    Gibt es ihn oder gibt es ihn nicht?

    Staatsfinanzierung allein kann die Frage nicht beantworten.

    OHNE akkommodierende Staatfinanzierung ist sie, so fürchte ich, über kurz oder lang beantwortet.

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    • Avatar
      Richard Ott sagte:

      @Herr Tischer

      „Beispiel Italien: Wie unsere Autobosse der Kanzlerin diese Woche mitgeteilt haben, werden sie die Produktion nicht wieder wie gewünscht hochfahren können, wenn die Zulieferer aus Italien, speziell Norditalien – im Maschinenbau genauso Weltklasse wie Deutschland – benötigte und nicht anderweitig auf die Schnelle zu beschaffende Komponenten nicht produzieren.

      Die Weichen dafür, dass sie das können, MUSS die italienische Regierung stellen.“

      Die Unternehmen dort können es nicht, und zwar genau so lange wie die Ausgangsbeschränkungen wegen der Corona-Epidemie in Kraft sind. Ansonsten schon – außer natürlich, sie gehen Pleite weil ihr Geschäftsbetrieb so lange unterbrochen wird dass ihnen die Liquiditätsreserven ausgehen. Unter normalen Bedingungen sind die norditalienischen Maschinenbauer froh, wenn sich der Staat so wenig wie möglich in ihre Geschäfte einmischt, dabei kommen nur unsinnige Ideen ala „CO2-Klimaschutz-Einsparprogramm“ oder ähnliches bei rum.

      „Da sich der italienische Staat nach Lage der Dinge weniger als je zuvor zu erträglichen Bedingungen an den Kapitalmärkten finanzieren kann, lautet die aktuelle Frage: Wie kann dem italienischen STAAT geholfen werden, über die FINANZIELLEN Mittel zu verfügen, die er benötigt, seine Wirtschaft nach der Corona-Krise wieder in Gang zu bringen?“

      Wieso der Umweg über den Staat? Wenn die italienischen Zulieferer in Existenzprobleme geraten, können ihre deutschen oder internationalen Kunden ihnen auch direkt helfen – oder sie im Extremfall sogar übernehmen und wieder mit Kapital ausstatten damit weiter produziert werden kann.

      Solange die Corona-Ausgangsbeschränkungen und in Italien sogar die staatlich angeordneten Betriebsschließungen bestehen, ist das aber alles nutzlos. Da könnte Deutschland hunderte Milliarden an Hilfs-Euros versenken, ohne dass sich die Situation wesentlich ändert.

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott

        >Wieso der Umweg über den Staat? Wenn die italienischen Zulieferer in Existenzprobleme geraten, können ihre deutschen oder internationalen Kunden ihnen auch direkt helfen – oder sie im Extremfall sogar übernehmen und wieder mit Kapital ausstatten damit weiter produziert werden kann.>

        Mal abgesehen davon, ob die deutschen oder internationalen Kunden das in der jetzigen Situation überhaupt stemmen könnten:

        Es geht nicht NUR um die FINANZIERUNG der Unternehmen in Italien, die nach Deutschland liefern.

        Es geht um die GESAMTE italienische Volkswirtschaft, in der und für die sie auch produzieren. Und die muss die italienische Regierung in Gang bringen, weil NUR sie das kann. Wir haben keine Fiskalunion. Deshalb habe ich auch geschrieben „Weichen dafür … stellen“

        >Solange … ist das aber alles nutzlos.>

        Eben.

        Deshalb braucht der italienische Staat Geld, um das Land „hochzufahren“.

        So verschuldet wie Italien ist, kann es sich die erforderlichen Summen nicht am Kapitalmarkt besorgen, ohne durch die Zinsen „erdrosselt“ zu werden.

        Deshalb gemeinschaftliche Finanzierungshilfe.

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer

        „Deshalb braucht der italienische Staat Geld, um das Land ‚hochzufahren‘.“

        Der italienische Staat bräuchte einfach nur die Ausgangsbeschränkungen inklusive der Regelungen zu Betriebsschließungen aufzuheben, die wirtschaftliche Aktivität in dem Land fährt dann von ganz alleine wieder hoch. Kosten dafür: nahezu null, nur ein bisschen Papier und Tinte für die Bekanntmachung im Gesetzblatt.

        Was dann mit den Infektionszahlen und dem Gesundheitssystem passiert, ist dann wieder eine andere Frage.

        Wenn wir Italien und den Rest der Eurozone so lange weiter im derzeitigen wirtschaftlichen „Koma“ schlafen lassen wollen (und *ob* wir das tun sollten, ist die wirklich relevante Frage), bis es eine Corona-Therapie oder gar einen zugelasenen Impfstoff gibt, sind das Zahlungsverpflichtungen in Billionenhöhe. Es wäre eine ausgesprochen schlechte Idee, dafür jetzt irgendwelche gesamtschuldnerische oder gar unbegrenzte Haftungsverpflichtungen in Aussicht zu stellen. Bestenfalls werfen wir damit schlechtem Geld gutes Geld nach, bis wir irgendwann die Reißleine ziehen und dann besonders böse aussehen – und schlimmstenfalls ist am Ende die gesamte Eurozone zusammen pleite. Dann ist die Vermögensungleichheit schön niedrig, was den Linken sicher gut gefällt, aber gleichzeitig wäre das der komplette Zuammenbruch der EU in ihrem derzeitigen institutionellen Rahmen mit den bestehenden Verträgen, und wir hätten eine neue „Stunde Null“, wie nach 1945.

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott

        >Der italienische Staat bräuchte einfach nur die Ausgangsbeschränkungen inklusive der Regelungen zu Betriebsschließungen aufzuheben,>

        Da bin ich angesichts der LAGE anderer Meinung, bringt aber nichts, uns darüber zu streiten.

        >Es wäre eine ausgesprochen schlechte Idee, dafür jetzt irgendwelche gesamtschuldnerische oder gar unbegrenzte Haftungsverpflichtungen in Aussicht zu stellen.>

        Sehe ich genauso, vor allem weil sie nicht einmalig wären.

        Italien ist IMMER in der Krise, weil das Land unfähig ist, sich strukturell zu reformieren, um auf Wachstumskurs zu gelangen.

        Deshalb bin ich gegen Eurobonds.

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    Gibson sagte:

    Wie kann das Vermögen/BIP in Deutschland so gering sein? Die geringen Renditen auf die Vermögenswerte der Deutschen werden doch bereits im relativ niedrigen Nettoauslandsvermögen abgebildet.

    Wenn man geringeres Vermögen/BIP als z.B. Italien bei höherem Nettoauslandsvermögen hat, kann das nur bedeuten, dass das Vermögen in Deutschland weniger groß ist als in Italien. Warum aber sollte das Gesamtvermögen in Deutschland geringer sein? Wem gehören denn all die Häuser und Firmen etc.? Der Kapitalstock wäre in Deutschland dann ja fundamental unterbewertet.

    Vielleicht unterliege ich ja einem Missverständnis, aber die Zahlen zum Durchschnittsvermögen wirken auf mich nicht besonders plausibel. Geringes Medianvermögen kann natürlich aus ungleicher Verteilung resultieren.

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        Gibson sagte:

        Verstehe ich immer noch nicht.

        Dass viel Vermögen in Deutschland Ausländern gehört (und den Deutschen Vermögen im Ausland) ist doch im Nettoauslandsvermögen abgebildet. Es würde ja auch keinen Sinn ergeben, wenn alle Deutschen Unternehmen nur Deutschen gehören, lieber diversifizieren.

        Selbst wenn Ausländer Aktien kaufen und Deutsche nur Staatsanleihen halten, ist das nur der Effekt den wir in niedrigen Renditen auf das Auslandsvermögen beobachten. Das erklärt immer noch nicht warum Vermögen/BIP in Deutschland anscheinend niedrig ist.

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      Bauer sagte:

      @ Gibson

      >> „Wie kann das Vermögen/BIP in Deutschland so gering sein?“

      D ist im letzten Jhdt. zweimal völlig verarmt und ausgeplündert worden, darum.

      Ein kurzer Vergleich mit Frankreich. Dort blieben private Vermögenswerte, der Familienbesitz im Grossen und Ganzen ziemlich unversehrt. Die Wàhrung wurde zwar entwertet, aber es gab dabei keine Umverteilung wie den deutschen Lastenausgleich. Der Latifundienbesitz in F ist alt und entzieht sich jeglicher Substanzbesteuerung. Ein Franzose macht Urlaub nicht in einem x-beliebigen Ferienghetto, sondern in seiner Ferienwohnung, seinem Ferienhaus irgendwo im Lande. Praktisch alle Grosstadtbewohner haben einen festen Bezug zur Provinz durch Verwandtschaft, Verschwägerung, usw. Der Haushaltsbesitz ist alt und bereits mehrfach vererbt. Dagegen ist der Mediandeutsche bestenfalls ein schäbiger Häusler (Hitler = Hütler = Häusler = Taglöhner im ordinären Sprachgebrauch).

      Spanien tickt ähnlich. Ich kenne spanische Zuwanderer in F, die sich dort emporgearbeitet haben, und denen niemand ansieht, dass sie ihren Urlaub in der Finca der Grosseltern auf Mallorca verbringen, die latent ein Millionenbesitz, aber unverkäuflich ist.

      Und Italien? mutatis mutandis ist es daselbe.

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        Richard Ott sagte:

        @Bauer, Gibson
        >> „Wie kann das Vermögen/BIP in Deutschland so gering sein?“
        „D ist im letzten Jhdt. zweimal völlig verarmt und ausgeplündert worden, darum.“

        Ja, das ist der wesentliche Grund. Im Westen von Deutschland gab es im 20. Jahrhundert ingesamt 2 Staatspleiten mit Währungsreform, jeweils als Folge eines verlorenen Weltkrieges, im Osten sogar 3, wobei dort der Zusammenburch der DDR nach jahrzehntelanger Misswirtschaft die Ursache war:

        1923, 1945, 1990.

        Der Substanzwert vieler Immobilien in Ostdeutschland war nach 40 Jahren Planwirtschaft und sozialistischer Wohnungspolitik nahe Null, zur Illustration ein hübsches Straßenfoto aus einem Altbau-Stadtteil in Halle von 1990: https://www.flickr.com/photos/michael_westdickenberg/3585929449/

      • Avatar
        Gregor_H sagte:

        @Bauer schreibt:
        „Und Italien? mutatis mutandis ist es daselbe.“

        Eben. Und deshalb sollen sich die italienischen Bürger, die grosso modo durchaus wohlhaben sind, zuerst mal SELBST um den AUFbau (nicht um einen WIEDERaufbau) Ihres Staates kümmern. Falls sie das wollen.

        Meine Erfahrung sagt mir, daß sie sich mehrheitlich um ihre EIGENEN Betriebe, Arbeitstätten, Wohnungen, Familien usw. kümmern und nicht um den Staat.
        Zahlungen der Provinzen würden natürlich trotzdem willkommen sein …

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Gregor_H

        „Meine Erfahrung sagt mir, daß sie sich mehrheitlich um ihre EIGENEN Betriebe, Arbeitstätten, Wohnungen, Familien usw. kümmern und nicht um den Staat.“

        Ja, den Eindruck habe ich auch. Die Italiener *wollen* gar keinen starken und effektiv funktionierenden Staat, damit haben sie viel zu schlechte Erfahrungen gemacht und es passt auch nicht zu ihrer Mentalität.

        Das ist eines der typischen Missverständnisse, die sich aus der Perspektive eines staatsgläubigen Deutschen auf Italien ergeben. Diese Unterschiede führen zu riesigen Problemen und politischen Dauerkonflikten, wenn beide Länder trotzdem eine gemeinsame Währung haben.

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    ruby sagte:

    Das interesaante der Lösung ist, sie zeigt den Finanzierungsmechanismus eines hegemonialen Währungskonstrukts.
    Es wird Zentralbankgeld gezielt geschaffen und eingesetzt, um eigene Interessen also Finanzierungsrückflüsse zu ermöglichen.
    Mit der obigen Kalibrierung jedoch „Nullkoupons“, was bedeutet es gibt keine jährlichen Zinscoupons nur die nominale Anleihe irgendwann zurück, werden Zins und Tilgung verschenkt.
    Das ist genau das Gegenteil eines rationalen kapitalistischen Gesellschaftswesens.
    Ausserdem wird die Deutsche Bundesbank als Wirtschaftsförderungsinstrument für außerstaatliche Aktivitäten benutzt, was den Vertragsgrundlagen und dem Grundgesetzt widerspricht nach meiner Beurteilung.
    Sollte das demokratiekonform neukonstruiert werden freue ich mich auf eine transparente Auseinandersetzung in den Völkern Europas.

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