Italien: Keine Sorgen, weil die Notenbank ohnehin alle Bonds kauft!

Wenn das nicht das Chart der Woche ist! Wir müssen uns keine Sorgen um Italien machen, weil die Monetarisierung der Staatsschulden auf vollen Touren läuft.

Die FT hat das Bild dazu:

Quelle: FNANCIAL TIMES

Dazu dann ein paar erläuternde Fakten:

  • „The Italian central bank has bought up more than €350bn of BTPs — multiyear Treasury bonds — and the scale of its holdings recently overtook those of Italian banks, which have been shedding BTPs since mid-2016. The central bank is now the second-largest holder of Italian bonds.“ bto: Natürlich betrifft uns das nicht, behaupten die Rettungseuropäer. Hm, haften wir nicht mit im EZB-Verbund und wird da nicht auch „unser Geld“ mitgeschaffen?
  • Foreign investors have also been shedding Italian debt. Their holdings are down by €78bn since quantitative easing started in 2015 (…).“ bto: Und das schlägt sich dann in Target2-Forderungen der Bundesbank nieder!
  • „In the euro area (…) purchases by the eurosystem were significantly larger than new net issuance, producing a cumulative contraction in the share of privately held bonds.“
  • „(…) the ECB/Bank of Italy have the flexibility to step up their presence in the market if required (and) less ‘free float’ helps to anchor yields (…).“ bto: Also können die Wahlsieger richtig Geld ausgeben. Wer sollte sie stoppen? Frau Merkel und Herr Scholz sicherlich nicht!

FT (Anmeldung erforderlich): „Italian policymakers’ debt holdings overtake those of banks“, 8. März 2018

40 Kommentare
  1. Für veinen starken Euro - Helmut Kohl sagte:

    Früher hatte Deutschland aufgrund seiner Wirtschaftsstärke auch eine starke Währung, was allen Deutschen, die dies erwirtschaftet haben beim Einkauf von Importgütern und im Urlaub zu Gute kam.

    Länder mit unproduktiver und nicht spezialisierter Wirtschaft hatten eine nach diesen Verhältnissen schwache Währung und waren so wenigstens international wettbewerbsfähig. Das höhere Zinsniveau in diesen Ländern war so etwas wie eine natürliche Schuldenbremse.

    Nachdem es nun schon fast 25 Jahre her ist, daß im Rahmen der sog. „Euro-Konvergenzphantasie“ ab 1995 als Einmaleffekt alle zum Konsumieren und Investieren (in Immobilien) angeregt wurden, für die niedere Zinsen dazu bedeutsam waren, zeigen sich heute überdeutlich die Schwächen des Systems.

    Es ist auch nicht so, daß Deutschland des Euros bedarf, weil in allen anderen Ländern Europas beispielsweise nicht vergleichbar hochspezialisierte (Automobil-)Fabriken und Dienstleistungsbetriebe stehen.

    Mit der Einheitswährung Euro verkaufen sich die Deutschen unter Wert und werden bei der Altersvorsorge enteignet.

    Inzwischen sieht man an Italien überdeutlich, daß eine nicht zur nationalen Wirtschaft passende (Einheits-)Währung insgesamt mehr schadet als nützt.

    Auch die italienischen (Immobilien-)Vermögenswerte sind eher Hoffnungswerte.

    Klicken Sie sich dazu durch italienische Immobilienanzeigen: https://www.immobiliare.it/

    Vieles ist alt und überteuert.

    Kaum jemand Junges hat Eigenkapital und erhält Kredit, dies zu kaufen!

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  2. Wolfgang Selig sagte:

    bto: „Wer sollte sie stoppen? Frau Merkel und Herr Scholz sicherlich nicht!“

    Die Frage ist m.E. falsch formuliert, Herr Dr. Stelter. Es ist nicht die Frage, wer die Italiener stoppen „soll“, sondern wer das überhaupt will. Frau Merkel und Herr Scholz könnten den Stop einleiten helfen, wollen aber dezidiert nicht. Beide wollen „mehr Europa“, genauso wie die aktuelle Mehrheit ihrer Parteimitglieder. Die Gegenbewegung muss massiv aus dem Volk kommen, über die Medien (z.B. Marktanteilsgewinne Cicero, Verluste bei SZ), über Parteien wie die AFD statt den Grünen, über Einzelpolitiker wie Herrn Frank Schäffler von der FDP statt Herrn Kubicki, über Kläger beim Bundesverfassungsgericht, über renitente Ökonomiewissenschaftler und über die Märkte, die Deutschland Investitionen und Kapital verweigern. Kurzfristig geht das garantiert nicht. Aber die Gegenbewegung hat zu Laufen begonnen. Ein massives externes Ereignis wie z.B. einen Exporteinbruch in Deutschland aufgrund neuer Zölle oder einem Krieg im Nahen Osten könnten es beschleunigen.

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    • SB sagte:

      @Wolfgang Selig:

      „Die Gegenbewegung muss massiv aus dem Volk kommen, über die Medien…“

      Der Großteil des Volkes schläft noch tief und fest und möchte auf keinen Fall mit der Realität konfrontiert werden. Das wird überwiegend als Belästigung empfunden. Die Beschäftigung mit Problemen ist einfach zu anstrengend (das permanente Konsumieren kostet doch schon so viel Kraft), genau wie das selbstständige Denken, das die Lektüre von Cicero, NZZ, Tichy u.ä. Medien erfordern würde. Da liest, sieht und hört man doch lieber die „meinungsbildenden“ Mainstreammedien, in deren Matrix man schon so schön und wohlfühlig eingehüllt ist. Anders ausgedrückt: Ohne „härtere äußere Umstände“ wird das nichts mit der Gegenbewegung im Volk.

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      • eurosklerose sagte:

        Das stimmt so nicht weil speziell jeder Deutsche über die Einheitswährung Euro an Kaufkraft verloren hat.

        Jenseits von preiswerten Importgütern müssen Sie nur im europäischen Ausland in Urlaub gehen und dies mit der Preiswürdigkeit von vor 25 Jahren vergleichen.

        Die Jungen hier merken gar nicht, wie sie betrogen werden weil sie keinen Vergleich zu früher haben.

        In Südeuropa eher, weil dort die Jungen arm und arbeitslos sind, sowie keine glückliche wirtschaftliche Zukunft für sich erwarten können.

      • SB sagte:

        @eurosklerose: Was stimmt so nicht?

        Sie merken doch selbst an: „Die Jungen hier merken gar nicht, wie sie betrogen werden weil sie keinen Vergleich zu früher haben.“

        So ist es. Wie sollen die Jungen dann feststellen, dass es ihnen besser gehen könnte und dementsprechend politisch handeln?
        Hinzuzufügen wäre noch, dass die meisten Alten auch nicht merken, oder nicht merken wollen, wie sie betrogen werden.

    • Dietmar Tischer sagte:

      @ Wolfgang Selig

      >Aber die Gegenbewegung hat zu Laufen begonnen.>

      ERKENBAR so – ich bin völlig Ihrer Meinung.

      Ob und wie sich die Gegenbewegung weiterentwickelt wird, wissen wir nicht.

      Ja, ein plötzlicher, starker Exporteinbruch könnte die Stimmung ganz schnell umschlagen lassen.

      Es kann auch langsamer gehen, abhängig davon, ob die Regierung die Erwartungen der Bevölkerung hinreichend erfüllen kann oder nicht.

      Das hängt von den Möglichkeiten und der Fähigkeit der Regierung ab, aber auch von den realen Entwicklungen und den damit zum Ausdruck kommenden Erwartungen der Bevölkerung.

      Ich glaube, dass die Entwicklung zu Ungunsten der Regierung tendiert – jeder Regierung, nicht nur der jetzigen.

      Und deshalb glaube ich auch, dass es irgendwann einmal mit der Eurozone vorbei ist und damit auch mit der EZB und dem Aufkauf italienischer Staatsanleihen durch die EZB.

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      • Michael Stöcker sagte:

        „Das ist natürlich vollkommen falsch, da es sich bei den US Treasury bonds und bills um AAA-Papiere handelt“

        S & P hatte die USA 2011 auf AA+ herabgestuft. Und daran wird sich wohl unter Trump auch nichts zum Positiven ändern.

        „italienische Staatsanleihen sind jedoch junk bonds.“

        Auch hier sind Sie falsch Informiert. Italien hat ein Rating von BBB und zählt damit zum Investmentgrade. Auch ein Zinssatz unter 2 % für 10 Jährige spricht gegen Ihre Vermutung.

        „Die Käufe der Fed sind somit neutral, jene der EZB sind stark inflationär.“

        Die US Inflation im Vergleich zu Italien:
        2013: 1,47 % zu 1,25 %
        2014: 1,61 % zu 0,23 %
        2015: 0,125 % zu 0,11 %
        2016: 1,28 % zu minus 0,05 %
        2017: 2,11 % zu 1,41 %

        „Ohne Käufe der EZB wäre Italien längst pleite.“

        Bei einem Zinssatz von unter 2 %? Sorry, Herr Wollmer, aber Sie liefern hier ausschließlich alternative Fakten.

        LG Michael Stöcker

      • SB sagte:

        @Michael Stöcker:

        „Auch hier sind Sie falsch Informiert. Italien hat ein Rating von BBB und zählt damit zum Investmentgrade. Auch ein Zinssatz unter 2 % für 10 Jährige spricht gegen Ihre Vermutung.“

        Vergessen Sie in Ihrer Argumentation nicht, dass sowohl das BBB-Rating von Italien, als auch der Zinssatz unter 2 % für 10 Jährige, nicht auf Italien selbst, sondern allein auf die EU/Euro-Nordländer, insbesondere D, zurückzuführen sind? Italien ohne EU und Euro, würde kein Investmentgrade-Rating haben und bei den Zinsen für 10 Jährige, könnte man (etwas übertrieben) eine 0 hinter der 2 sehen.

        LG, SB

    • Kurt Wollmer sagte:

      Ohne dieses Privileg hätte sich der Staat nie derart verschulden und die Politiker hätten nicht all diese Geschenke verteilen können, auf Kosten zukünftiger Generationen. Es wäre dann auch viel schneller zu einer Staatskrise gekommen. Der Staat kann nur über ständig steigende Verschuldung überhaupt bestehen.

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      • Wolfgang Selig sagte:

        Das stimmt m.E. so nicht. Der Staat könnte auch ohne ständig steigende Verschuldung bestehen. Allerdings will das Wahlvolk Geschenke bekommen wie an Weihnachten und der Politiker, der sie verspricht, wird halt gewählt. Erst wenn das Wahlvolk (vermutlich aus Schaden) wieder klüger wird, werden auch wieder Leute gewählt, die keine Geschenke versprechen. Gefühlt werde ich das persönlich in Deutschland nicht mehr erleben…

      • Michael Stöcker sagte:

        „auf Kosten zukünftiger Generationen.“

        Das ist das große Märchen, das immer und immer wieder kolportiert wird. Zu jeder Geldschuld gibt es IMMER auch das korrespondierende Geldvermögen. Der Saldo ist und bleibt IMMER Null. Das Problem sind persistente Leistungsbilanzungleichgewichte, aber nicht die Staatsschulden, die überhaupt erst die Geldvermögensbildung in der Bevölkerung ermöglichen. Auch Sie erliegen der Logik der schwäbischen Hausfrau: https://zinsfehler.com/2016/12/01/das-kollektive-versagen/

        LG Michael Stöcker

      • jobi sagte:

        @MStöcker
        „.. die Staatsschulden, die überhaupt erst die Geldvermögensbildung in der Bevölkerung ermöglichen.“
        Selbst wenn es so wäre ( das Geldvermögen der Deutschen wächst zur Zeit trotz „schwarzer Null“ ) bedeutet das nicht, dass Staatsschulden per se und schon gar nicht in jeder Höhe unproblematisch wären.
        Da muss ich die schwäbische Hausfrau mal in Schutz nehmen.

      • Horst sagte:

        ad Herr Selig, Herr Stöcker

        Selbstredend leben Gerontokraten auf Kosten der jüngeren Generation (allerdings nicht aus monetärer/saldenmechanischer Perspektive)!
        Asset-Inflation (vor allem für das Wohnen) und kaum Reallohnzuwachs. Ohne Erbschaft trostlos. Wer sind in aller Regel die Vermieter? Die Älteren, die Vermögen bilden konnten, weil zu ihrer Zeit keine schwäbische Hausfrau die Staatsausgaben überwachte.

    • SB sagte:

      @Michael Stöcker: Solange die Geschäftsbanken das Insolvenzrisiko tragen, das mit den Anleihekäufen verbunden ist, übernehmen sie die Bonitätskontrolle bezüglich des Anleihen verkaufenden Staates und haften für Ausfälle. Der (jeweilige) Staat kann also unter Einhaltung des Haftungsprinzips hinsichtlich der Banken nicht unbegrenzt Staatsanleihen verkaufen, sich also nicht unbegrenzt verschulden. Wird diese Haftung der Banken allerdings außer Kraft gesetzt (indem diese auf den Steuerzahler abgewälzt wird), ist diese Intention der Bonitätskontrolle hinfällig. Die Geschäftsbanken sind dann nur noch Zinsprofiteure (bei Nullzinsen allerdings nicht mal das). Die Staaten können dann auch gleich selbst ihre Papiere aufkaufen, was sie letztlich über die EZB auch tun. Die Geschäftsbanken sind in einem solchen Umfeld ohne Haftung hinsichtlich der Staatsfinanzierung über Anleihen überflüssig. Übersehe ich insoweit etwas? Bleibt noch die Frage, in welchem System Verantwortung (Verkauf von Staatsanleihen)und Haftung (durch den gemeinen Steuerzahler) regelmäßig auseinanderfallen.

      Antworten
      • Michael Stöcker sagte:

        „Solange die Geschäftsbanken das Insolvenzrisiko tragen, das mit den Anleihekäufen verbunden ist, übernehmen sie die Bonitätskontrolle bezüglich des Anleihen verkaufenden Staates und haften für Ausfälle.“

        Welches Insolvenzrisiko? Das haben die Banken doch selber in der Hand. Staatsschulden werden niemals zurück gezahlt, sondern stets revolviert. Die Banken müssen also lediglich revolvieren. Und je höher die Staatsschulden, desto geringer das Zinsniveau. Problematisch sind nicht die Staatsschulden, problematisch sind Leistungsbilanzungleichgewichte. Und der Steuerzahler muss selbstverständlich immer nur für die Zinszahlungen einstehen. Und die landen zu 99 % bei den 1 %.

        LG Michael Stöcker

      • Dietmar Tischer sagte:

        @ Michael Stöcker

        Sie qualifizieren jetzt wieder und rücken damit von Ihrer Allgemeingültigkeit beanspruchenden Aussage ab.

        Aber sei es drum.

        Hier das Beispiel Argentinien, eigene Währung und kein Krieg:

        Mit Gesetz Nr. 25.561 über den öffentlichen Notstand und die Reform des Wechselkurssystems vom 6. Januar 2002 wurde der “öffentliche Notstand auf sozialem, wirtschaftlichem, administrativem, finanziellem und währungspolitischem Gebiet” erklärt. Auf der Grundlage der daraufhin erlassenen Verordnung 256/2002 vom 6. Februar 2002 zur Umstrukturierung der Verbindlichkeiten und Schuldenzahlungen der argentinischen Regierung wurde der Auslandsschuldendienst durch die Beklagte ausgesetzt.

        Wenn ein Staat seinen Schuldendienst aussetzt, heißt das STAATSINSOLVENZ.

        Referenz:

        Aus Klagen vor dem BGH, der auf Basis dieses Sachverhalts den Klägern mit den Urteilen XI ZR 47/14 und XI 193/14 Recht gegeben hat, einen Anspruch auf Zahlungen des argentinischen Staats zu haben.

      • Michael Stöcker sagte:

        „Sie qualifizieren jetzt wieder und rücken damit von Ihrer Allgemeingültigkeit beanspruchenden Aussage ab.“

        Sie verdrehen die Fakten. Ich spreche die ganze Zeit von souveränen Staaten, die in ihrer eigenen Währung verschuldet sind und eine im Zeitverlauf ausgeglichene Leistungsbilanz haben. Einfach noch mal meine anderen Kommentare hier lesen. Insofern passt auch Argentinien nicht, da die Anleihen auf Dollar-Basis und nicht auf Peso-Basis begeben wurden.

        Wer sich wie Argentinien in fremder Währung verschuldet und sodann eine negative Leistungsbilanz ausweist, der wird schon bald wieder die Staatsinsolvenz verkünden müssen.

        LG Michael Stöcker

      • Dietmar Tischer sagte:

        @ Michael Stöcker

        >Wer sich wie Argentinien in fremder Währung verschuldet und sodann eine negative Leistungsbilanz ausweist, der wird schon bald wieder die Staatsinsolvenz verkünden müssen.>

        Weil dies Aussage von Ihnen richtig ist, MUSS Ihre ursprüngliche Aussage falsch sein:

        >Staatsschulden werden niemals zurückgezahlt, sondern stets revolviert.>

        Oder wurden die Staatsschulden Argentinien STETS revolviert, wenn Argentinien den Schuldendienst ausgesetzt hat? Offensichtlich wurden sie nicht revolviert.

        Qualifizierungen HINTERHER zu schieben, um recht zu behalten, zeugt von einer ERBÄRMLICHEN Debattenkultur.

        Sie disqualifizieren sich vor jedem Gremium, das rational diskutiert.

      • Michael Stöcker sagte:

        Sie müssen schon den Kontext meiner Aussage beachten und nicht unkultiviert herumtischern. Meine Aussage zur Revolvierung war an SB gerichtet:

        „Die Staaten können dann auch gleich selbst ihre Papiere aufkaufen, was sie letztlich über die EZB auch tun. Die Geschäftsbanken sind in einem solchen Umfeld ohne Haftung hinsichtlich der Staatsfinanzierung über Anleihen überflüssig. Übersehe ich insoweit etwas?“

        Damit ist klar und deutlich, dass es um Anleihen in NATIONALER Währung geht und nicht um Anleihen in Fremdwährung; eine Notenbank verfügt selbstverständlich immer nur über einen begrenzten Vorrat an Fremdwährungen. Und anschließend habe ich als weitere Einschränkung die LB-Ungleichgewichte genannt:

        „Problematisch sind nicht die Staatsschulden, problematisch sind Leistungsbilanzungleichgewichte.“

        So, und jetzt dürfen Sie noch einmal in aller Ruhe darüber reflektieren, wer von uns beiden hier an diesem Blog eine ERBÄRMLICHE Debattenkultur pflegt.

  3. Johannes sagte:

    Die EZB, unter Mario Drahgi ist klar auf dem „japanischen Weg“. Von diesem Weg wird sie nicht mehr ablassen können. An Japan können wir „lernen“, dass es funktioniert (bislang). Doch halt: da ist ein kleiner Unterschied. Japan arbeitet sehr stark darauf hin, die Produktivität seiner Industrie durch weitere Automatisierung zu erhöhen und versucht die durch Demographie auftreten Herausforderungen auf ähnlichem Weg zu lösen.

    Deutschland/Europa hingegen sieht seine Zukunft in einer mehr oder weniger gebahnten Migration von ALLEN Menschen, die hierhin wollen; unabhängig davon, ob sie befähigt sind oder nicht, die Anforderungen des deutschen/europäischen Arbeitsmarktes zu erfüllen.

    Die Zukunft wird zeigen, welcher Weg der bessere ist…

    Antworten
  4. Dietmar Tischer sagte:

    Es ist doch logisch:

    Die Verknüpfung Staat/Banken muss aufgelöst werden.

    Denn wenn der Staat seine Schulden nicht mehr bedienen könnte, würden die Banken in die Bredouille geraten und damit auch die Realwirtschaft.

    Wenn die Banken in Schwierigkeiten kämen aufgrund von Pleiten in der Realwirtschaft, könnte sich der Staat nicht mehr über sie als Vehikel hinreichend verschulden.

    Es ist also erforderlich, dass der Geldmechanismus „Staat → Banken → Zentralbank“ genutzt werden muss, um Staat und Banken am Leben zu erhalten und das System nicht entgleisen zu lassen.

    Das funktioniert auch, die Entsorgung italienischer Staatsschulden geschieht ziemlich laut- und problemlos.

    Anmerkung:

    Was mich erstaunt ist die hellblaue Kurve, die ausweist, dass Versicherungen, Pensionsfonds und wer weiß noch in STEIGENDEM Umfang italienische Staatsanleihen kaufen.

    Das verstehe ich nicht, wer glaubt denn hier an was?

    Außerdem:

    An den REALWIRTSCHAFTLICHEN Bedingungen ändert sich dadurch NICHTS, absolut NICHTS.

    Die 5-Sterne-Bewegung hat bei den letzten Parlamentswahlen viel Stimmen im Süden bekommen allein 72% auf Sizilien. Grillos Partei hatte die Einführung eines monatlichen Grundeinkommens von Euro 780 versprochen. Jetzt will sie Förderprogramme auflegen.

    Das alles wird nicht helfen, die Verschuldung und die Verarmung werden fortschreiten.

    Allein 2015 wanderten ca. 50.000 Italiener unter 40 Jahren aus. Knapp die Hälfte von ihnen hat einen Universitätsabschluss …

    Die PROBLEME, die sich damit ergeben, werden sozial-politische REAKTIONEN auslösen, die letztlich zu einer LÖSUNG führen – allerdings keiner gemütlichen, auch für uns nicht.

    Insofern kann die EZB weiter italienische Staatsanleihen kaufen, an dieser Entwicklung ändern die Käufe nichts.

    Antworten
  5. Echt.Irre sagte:

    Die Target-2 Salden sind ganz wesentlich Folge der Aufkäufe der Staatsanleihen in Südeuropa. Wenn die italienische Notenbank Staatsanleihen kauft, die bisher in Schland gehalten wurden, dann fließt Geld von der italienischen Notenbank an den bisherigen Halter in Schland. Dieses Geld wird als Forderung der deutschen Notenbank an die EZB im Target-2 Saldo gebucht. Der Target-2-Saldo spiegelt also zum größten Teil die Entlastung deutscher Eigentümer von illiquiden italienischen Staatsanleihen durch die EZB. Die Haftungsrisiken werden von 33 % der Deutschen, die überhaupt über Staatsanleihen (Renten-/Lebensversicherungen) verfügen, auf 100 % der deutschen Steuerzahler sozialisiert. Ich kann nicht erkennen, was Italiener mit Target-2 Salden der deutschen BuBA zu tun haben.

    Antworten
  6. Oliver Meier sagte:

    @ Herrn Stöcker
    Ihre Aussage: „Und der Steuerzahler muss selbstverständlich immer nur für die Zinszahlungen einstehen. Und die landen zu 99 % bei den 1 %.“
    Wollen Sie damit andeuten, dass am Ende 99% der Schulden von dem einen reichen Prozent gezahlt werden??? Doch wohl eher nicht, weil diese ihre Forderungen/Geldvermögen rechtzeitig in Sachgüter (international gestreut) umwandeln werden, sodass am Ende doch die 99% den Großteil der Schulden bezahlen werden. Selbst bei z.B. Zwangshypotheken werden dann für das eine Prozent vielleicht 50% Schuldentilgung fällig, wohingegen die Geldbesitzer eher 90 – 100% der Schulden zu begleichen haben. Und so sitzt das eine Prozent nach einem Neustart wieder ganz vorne in der ersten Reihe. Oder sehen Sie das tatsächlich anders?

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