Die Helikopter werden gerufen

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Schon seit mehr als zwei Jahren schreibe ich an dieser Stelle über Helikopter-Geld. Durchaus wohlwollend, vor allem aber realistisch, dass es darauf hinauslaufen wird. Immer wieder lesenswert:

→ 10.000 Euro für jeden! Helikopter-Geld immer dringender gewünscht

→ „Jetzt starten die Helikopter … Dann doch besser 10.000 Euro für jeden, sofort!“

→ Was, wenn die Helikopter nur in Europa nicht starten?

Nun fordern Abgeordnete des Europaparlaments die EZB auf, über Helikopter-Geld nachzudenken, wie die FT berichtet:

  • In an open letter to ECB president Mario Draghi, 18 members of the European Parliament’s social democrat, leftwing and green groups recommended that the ECB look into the use of helicopter money and buying bonds from the European Investment Bank as possible solutions to enhance economic development through direct spending into the real economy. bto: Das passt zur linken Agenda für Europa, wie hier schon vor Monaten beschrieben.
  • „(…) embracing helicopter money could make more sense than continuing with the ECB’s current quantitative easing policy, because inundating a sick financial system under a tsunami of liquidity equates to pushing on a string, adding that buying EIB bonds would be a „robust alternative to kick-start the EU economy. bto: Das sehe ich bekanntlich genauso.
  • „(…) pushing the ECB to consider alternative policy options because QE combined with austerity will only inflate asset bubbles as nobody invests despite ultra-low interest rates, adding we hence need to spend directly into the economy. Funding public investment via EIB would be my preferred option but helicopter money to low income households would definitely work. bto: Das ist klassisches Helikopter-Geld.
  • A specific concern is that the bank is focused too much on supplying cheap money to the financial system, rather than directly to consumers. The MEP letter was co-ordinated by a campaign group Quantitative Easing for People, which supports such alternative policy options. bto: Die Frage ist und bleibt, was sind die Konsequenzen?
  • We hence need to spend directly into the economy. Funding public investment via EIB would be my preferred option but helicopter money to low income households would definitely work. (…) several eminent economists have already outlined how helicopter money could be distributed directly by the ECB, without going through government accounts and remaining in compliance with the EU Treaties.

Bekanntlich findet die Idee immer mehr Zuspruch, so von Adair Turner, dem ehemaligen Chef der britischen Finanzaufsicht.

bto: Es geht nicht darum, ob die Helikopter starten, sondern nur wann. Ich denke, es ist einen Versuch wert  und wir müssen uns auf die Folgen einstellen.

→ FT (Anmeldung erforderlich): ECB urged to lavish ‘helicopter money’ on consumers, 16. Juni 2016

4 Kommentare
  1. Dietmar Tischer says:

    >Ich denke, es ist einen Versuch wert – und wir müssen uns auf die Folgen einstellen.>

    Schon klar, wenn man konventionell und extrem konventionell (QE) nicht mehr weiterkommt bzw. weiterkommen will, weil es zu beschwerlich ist oder die Wirkung verpufft, beginnt man zu experimentieren.

    Hier mit dem Linksblock im Europaparlament so, dass ganz nebenbei noch die Umverteilungsagenda bedient wird.

    Ich glaube nicht, dass es dafür in Deutschland eine Mehrheit gibt.

    Im Gegenteil, ich vermute, dass es hierzulande massiven „populistischen“ Druck geben wir, Helikoptergeld zu verhindern. Wenn dann Mehrheiten auf der Kippe stehen, wird dem Druck nachgegeben.

    Oder, hat jemand eine andere Sicht hinsichtlich der Folgen, auf die wir uns einstellen müssen bei diesem „kick-start“?

    Abgesehen davon ist meine Meinung, dass die FUNDAMENTALEN Schwächen der entwickelten Volkswirtschaften nicht mit Geld behoben werden können. Geld war in der Vergangenheit genügend da auf Basis des Verschuldungsmechanismus (Geldschöpfung im zweistufigen Bankensystem) – und hat die Probleme nicht gelöst.

    Helikoptergeld ist zwar ein anderer Mechanismus, schafft aber genauso Nachfrage und wird genauso die Probleme nicht lösen.

    Geld kuriert nach Lage der Dinge nicht die Ursachen, nämlich dysfunktionale Strukturen.

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    • M.Fehlhabet says:

      Auch ich bin der Meinung, das es sich um eine Scheinlösung handelt. Insbesondere wenn es nicht von entsprechenden strukturellen Maßnahmen begleitet wird. Es würde eine Abwärtsspirale ohnegleichen entstehen.
      Derzeit kann man in F beobachten, wie die Dinge laufen. Diese Entwicklung und der daraus entstehende „Moral hazard“ bleibt leider in diesem Blog unberücksichtigt. Oder habe ich etwas übersehen?

      Antworten

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