China ist unschlagbar?

Immer wieder habe ich auf die hohe Verschuldung und die sich daraus ergebenden Risiken für das Land und die Weltwirtschaft hingewiesen. Als Reaktion auf einen der letzten Beiträge schrieb mit der sehr geschätzte Professor Gunnar Heinsohn folgendes:

„Das Auftreten von Krisen ist für alle Geldwirtschaften gleich gültige Grundgewissheit. Nicht bei allen gleich sind jedoch die Potentiale für das Wiederhochkommen nach einem Crash. Zu diesen Potenzialen gehören monetäre, strukturelle (Rechtskultur etc.) und nicht-monetäre (Menge und Qualität der Leute). Über die ersten wird passabel informiert, über die zweiten schon viel weniger. Am schlechtesten steht es um die Einschätzung der Manpower. Offiziere, vor denen ich sprechen muss, wollen aber gerade wissen, wer nach einer verlorenen Schlacht besser für die Fortsetzung des Konflikts gerüstet ist.“

Und dabei belässt es Heinsohn nicht, sondern er fügt auch gleich ein paar Fakten bei, die ich hier veröffentlichen darf:

Zunächst die durchaus relevante Erinnerung, dass China viel mehr Einwohner hat, als alle relevanten Wettbewerber und zudem über eine überdurchschnittlich qualifizierte Bevölkerung:

Sodann der Hinweis, dass China zwar auch altert, aber im Vergleich zu Europa und den USA immer noch relativ gut dasteht:

Um dann eine einfache Rechnung vorzunehmen: Anzahl mal Quote der Top-Leister gibt absolute Zahl der Top-Leister. Besonders schlimm bei uns: Wir nehmen doppelt ab  in der Menge und in der Qualität!

Was sich schon jetzt in den Unicorns niederschlägt, ein möglicher Indikator für die Innovationsfähigkeit eines Landes:

Unstrittig dürfte China das Zeug haben, am besten wieder auf die Beine zu kommen.

Die USA haben das erkannt und sind deshalb weitaus aktiver im Anwerben von chinesischen Einwanderern. Denn damit sichern sie sich den Brainpool für weiteren Wohlstand und natürlich die strategische Vorherrschaft:

39 Kommentare
    • troodon sagte:

      @ HP
      Ich würde nicht ALLES , was in dem verlinkten Artikel von den Grünen vorgeschlagen wird , als Dummheit abqualifizieren.

      „Das könnte zum Beispiel bedeuten, dass Ärzte aus bestimmten Regionen zeitweise nicht über das von uns vorgeschlagene Punktesystem nach Deutschland einwandern dürfen, wenn in den Herkunftsländern ein akuter Mangel herrscht.“
      Abgesehen von der möglichen Schwierigkeit „akuter Mangel“ zu definieren, unterstütze ich diesen Punkt.

      Insgesamt passt mir das Gesamtkonzept der Grünen zu dem Thema definitiv nicht. Bei der Anwerbung qualifizierter Migranten sollte aber schon die Situation im Ursprungsland mit berücksichtigt werden.

      Antworten
      • Hansjörg Pfister sagte:

        @troodon: Sowas funktioniert doch nur über multilaterale Abkommen, die aber vermutlich nie zu Stande kommen. Die Ärzte (oder wer auch immer) gehen dann eben wo anders hin. Besser sind andere Maßnahmen, z.B. Stipendien für Menschen aus diesen Ländern mit der Maßgabe, dass diese z.B. 10 Jahre erstmal vor Ort arbeiten oder ähnliches.
        Stellen Sie sich dochmal vor, was bei uns passieren würde wenn wir keine osteuropäischen Ärzte und Pflegekräfte anwerben dürften, weil sie dort noch mehr fehlen. Unser Medizinpersonal wird von den Schweizern, den Norwegern, den Engländern etc. abgesaugt, weil sie dort mehr verdienen und bessere Arbeitsbdingungen vorfinden. Wir ersetzen die Lücken dann mit Osteuropäern. Einer kannibalisiert den anderen und wir sollen unter Kannibalen den Vegetarier geben?

      • troodon sagte:

        @ HP
        „… weil sie dort noch mehr fehlen.“
        Da wären wir bei meinem Punkt der Definition „akuter Mangel“…

        „Unser Medizinpersonal wird von den Schweizern, den Norwegern, den Engländern etc. abgesaugt, weil sie dort mehr verdienen und bessere Arbeitsbdingungen vorfinden. Wir ersetzen die Lücken dann mit Osteuropäern.“
        Deshalb sollten/müssen bei uns die entsprechenden Arbeitsbedingungen/Gehälter verbessert werden, damit wir die Mediziner/Pflegepersonal nicht bzw. in geringerem Ausmaß an das Ausland verlieren. Immer nur auf „billiger“ zu setzen, kann nicht die Lösung für ein entwickeltes Land wie D sein…
        Das die Wahrscheinlichkeit eher gering ist, dass deutsche Politiker das schaffen, ist leider offensichtlich, aber trotzdem sollte es angestrebt werden.

      • Alexander sagte:

        @troodon

        Ihr Einwand ist sachlich & rational richtig. Wer Herkunftsländern nicht schaden will, darf keine „Könner“ nehmen sondern muss „Versagern“ helfen.

        Umgekehrt ist die Wohlstandsgrenze keine physische geographische, sondern eine der Bildung, was zur Frage führt was die erste Welt mit „Versagern“ (s.o.) der dritten Welt anfangen soll? Die Probleme mit inländischen Versagern wurden niemals gelöst.

        Aus Furcht vor der Konsequenz vermute ich die Diffamierungskampagne der Zuwanderungsbefürworter gegen jede Kritik, seit der Preisgabe unseres Grenzschutzes.

        Mittlerweile sind die Lager so verhärtet, dass der Bundespräsident lieber sein Amt lächerlich macht („feine Sahe Fischfilet“) als seinen Fehler zu gestehen.

        Die Lösung können nicht mehr Verletzungen bestehenden Rechts sein, nicht weniger demokratische Debatte (Ablehnung von Petitionen)….sondern die Rückkehr zum Rechtsstaat und der Behauptung des staatlichen Gewaltmonopoles beginnend an den Außengrenzen..

        @Thema

        Eine homogene Gesellschaft ist ökonomischen Schocks gegenüber immer besser aufgestellt als eine multikulturelle. Ganz einfach weil man gleiche Werte teilt und sich versteht. Bildungsdefizite können interkulturell behoben werden, weil die Sprache kein Problem ist. Noch wäre Zeit, noch sind nicht alle inländischen Könner in Rente, aber diese Spanne läuft ab.

        Wenn man die Bildungsreformen der vergangenen 20 Jahre nach Erfolg durchsucht, könnte man den Eindruck haben, die Politik möchte diese Gesellschaft zerstören – selbst Zuwanderer sind unzufrieden, mit den Leistungen ihrer Sprößlinge*innen.

        Ich finde es für eine Gesellschaft mit unserem Anspruch beschämend, dass alle diese Diskussionen 100% virtuell stattfinden, weil man politisch auf das Gespräch verzichtet – um keinen „Populismus“ zu befördern.

        Nach der inneren Emigration kommt die Flucht aller Andersdenkenden ins Ausland, wenn man nicht Wahnsinn nennen darf was Wahnsinn ist.

      • troodon sagte:

        @ Alexander
        „… muss „Versagern“ helfen.“
        Vor Ort, nicht bei uns. Da dürften wir uns einig sein…

        “ Die Probleme mit inländischen Versagern wurden niemals gelöst.“
        Schon schrecklich genug, deshalb darf es auch keine weitere Arbeitsmigration Unqualifizierter geben. Die Aufgaben die vor D liegen sind so schon groß genug. Bin da bei Ihnen.

        Mir ging es bei meinem ersten Post auch darum, nicht bestimmte Gedanken als „Dummheit“ abzuqualifizieren. Es gibt sehr intelligente Menschen, die trotzdem die Folgen ihres Handels überhaupt nicht überblicken und irgendwelchen Idealvorstellungen anhängen, die niemals Wirklichkeit werden.

        Deshalb stimme ich auch dem Post von Thomas M. zu:
        „Aber anscheinend fehlt den (grünen) Leuten, die diese Gedankengänge haben, die Befähigung zum *quantitativen* Denken, um die Auswirkungen von Handlungen abschätzen zu können. Mit dem Manko dürfen sie ja gerne noch beim Brainstorming dabei sein, damit man nichts übersieht. Sie haben aber absolut nichts in Führungspositionen verloren.“

      • Dietmar Tischer sagte:

        @ troodon

        Sie haben auf einen wichtigen Punkt verwiesen:

        Wenn wir davon ausgehen, dass wir in einer Welt leben, die nicht nur digital vernetzt, sondern auch REAL-MOBIL ist (Güter, Dienstleistungen, Menschen, Kapital), dann müssen wir die anderen MITDENKEN, bei dem was wir wollen.

        Wenn wir das nicht tun, verschleißen wir uns in einem nicht zu gewinnenden Tauziehen bzw. Abwehrkampf.

        Heißt daher für nicht nur für den Fall von Medizinern/Pflegepersonal:

        Wir müssen das Bei-uns-Bleiben attraktiver machen und GLEICHZEITIG den anderen helfen, BEDINGUNGEN zu setzten, dass dort das Bleiben attraktiv ist.

        Das WIE ist m. A. n. entscheidend:

        Hereinholen in die Gemeinschaft (EU) und Transfers austeilen, damit das Ganze noch beherrschbar bleibt, endet wie zu besichtigen in einem destruktiven Wettbewerb von mehr haben als geben wollen.

        Es muss Anreize geben, sich zu verändern – und damit sich SELBST zu belohnen, d. h. selbst erreichten Erfolg zu erfahren.

        Das ist natürlich idealistisch gedacht, muss m. A. n. aber der Ansatz sein, der befolgt werden sollte, wenn die Entwicklung einigermaßen beherrschbar bleiben soll.

      • Alexander sagte:

        @ Diemtar Tischer
        -Es muss Anreize geben, sich zu verändern – und damit sich SELBST zu belohnen

        Unter dem Anspruch diese Angebote ohne Sanktion=Zwang zu unterbreiten…..gibt es ein Problem.

        Warum verändern sich die Schuldnerländer der Eurokrise nicht aus eigenem Antrieb und belohnen sich durch Erfolg? Italien, Spanien, Griechenland oder Frankreich haben ungleich bessere Voraussetzungen für Entwicklungserfolg als die Massen von Menschen der dritten Welt, die keine Vorstellung von der Veränderung haben, die sie erwartet um im Westen erfolgreich zu sein.

        Warum fällt Europa selbst im internationalen Wettbewerb zurück, wo wir doch alle Ursachen kennen? Warum sollen ausgerechnet wir Europäer dann von den Zuwanderern erwarten, sich freiwillig zu verändern – vor allem, wenn deren kulturelle Prägung unserer säkularen Welt entgegen steht?

        Ich mache das Problem zu 100% bei uns in Europa fest und nicht bei den Zuwanderern. Die Menschen haben keine Ahnung, was für Mittelmaß uns derzeit kaputt regiert.

        Wehe wenn die aktuelle Konjunkturschwäche ufert zur Rezession aus, dann die ganze Welt, dass Europa ohne Hose schwimmen war.

      • troodon sagte:

        Das hat Italien noch gefehlt, massives brain drain (auch nach D) :
        „Doch ein Blick auf die italienischen Zahlen verdeutlicht, dass Italien nach und nach ausblutet. Den neuesten Zahlen des italienischen Statistikinstituts Istat von 2016 zufolge ist der Saldo der Italiener mit Universitätsabschluss, die ins Ausland abwandern, negativ: 10.000 „Gehirne“ verliert Italien so jährlich ans Ausland, das sind doppelt so viele wie vor vier Jahren.“
        https://www.welt.de/wirtschaft/karriere/article183888306/Forschung-Italiens-akademische-Elite-flieht-ins-Ausland.html?wtmc=socialmedia.twitter.shared.web

      • Wolfgang Selig sagte:

        @troodon: Ich bin völlig anderer Meinung als Sie.

        Wenn Sie beispielsweise sagen, lieber äthiopischer Arzt, Du darfst nicht einwandern, weil Deine Landsleute einen Engpass haben, können Sie einpacken. Er wird frustriert ein anderes Land wie z.B. Kanada aufsuchen oder seinen Kindern raten, etwas anderes als Medizin zu studieren, mit dem man dann nach Deutschland einwandern darf.

        Das Gegenteil Ihres Vorschlags ist richtig: Lassen Sie diesen Arzt hierherkommen und bevormunden Sie ihn nicht. Er weiß selbst am besten, was gut für ihn ist und wandert normalerweise nur aus, wenn es gar nicht anders geht. Vielleicht geht er zurück, wenn die Korruption oder die Kriminalität in seiner Heimat zurückgegangen ist. Wer weiß? Er wird es besser beurteilen können als wir hier.

        Er weiß auch besser als wir, warum er nicht im eigenen Gesundheitssystem zu Hause bleiben will. Nur so wird die dortige Regierung durch die Abstimmung der Ärzte mit den Füßen gezwungen, für die eigenen guten Leute attraktiv zu sein und Fortschritte anzustreben.

        Ihr Vorschlag erinnert mich mit Verlaub an die Zeiten des real existierenden Sozialismus, in der die Partei besser als der Betroffene und der Arbeitsmarkt schon wusste, was gut für die persönliche Karriere und die Allgemeinheit ist. Das wird nicht gut gehen. Besser ist es, wenn er elektronische Nachrichten in die alte Heimat schickt, dass er es geschafft hat und ihm alle jungen Leute aus dem Dorf mit ihren Lernbemühungen nacheifern sollten.

        Denn der Lerneffekt heute ist: Schau, dass Du es über die EU- bzw. deutsche Grenze schaffst, dann hast Du ausgesorgt. Wohnen, Essen, usw. im Vergleich zur Heimat für lau. Er heißt nicht: Streng Dich an, damit Du über die Einwanderungshürden springst. Das muss nicht ein Medizinstudium sein; das kann auch eine absolvierte Ausbildung als Krankenschwester in Kombination mit einem Deutschkurs nach B 1 sein.

        Und jetzt stelle ich mal die Gegenthese auf: Was machen Sie in vielleicht 20 Jahren, wenn Ihre Kinder als dann ausgebildete Ärzte Deutschland in Richtung Ostasien verlassen wollen, weil dort die Arbeitsbedingungen, die Bezahlung und die allgemeine Kriminalitätsrate noch okay sind und die dortige Regierung dann sagt: Tut mir leid, wir haben mit dem Botschafter der Bundesregierung gesprochen, Sie kommen aus Westfalen, da gibt es einen Ärztemangel, da lassen wir Sie besser nicht aus- bzw. einwandern.

      • Dietmar Tischer sagte:

        @ Wolfgang Selig

        >Lassen Sie diesen Arzt hierherkommen und bevormunden Sie ihn nicht. Er weiß selbst am besten, was gut für ihn ist und wandert normalerweise nur aus, wenn es gar nicht anders geht.>

        Stimmt, er weiß am besten, was für IHN gut ist. Es muss nicht so sein, dass es gar nicht anders geht. Es muss nur sein, dass es woanders besser für ihn ist seiner Überzeugung nach, auch wenn es ihm im eigenen Land noch vergleichsweise gut geht.

        >Nur so wird die dortige Regierung durch die Abstimmung der Ärzte mit den Füßen gezwungen, für die eigenen guten Leute attraktiv zu sein und Fortschritte anzustreben.>

        DIESE Schlussfolgerung ist nur dann gerechtfertigt, wenn RATIONALES verhalten die Folge derartiger Flucht ist.

        Rationales Verhalten ist aber in aller Regel nicht die Folge.

        Die Folge ist vielmehr, dass dann erste Extreme und dann Verrückte an die Macht kommen, die das Blaue vom Himmel versprechen.

        Und dann fliehen noch MEHR und zwar nicht nur die Ärzte, sondern die Massen.

        Wie wollen Sie denn die davon abhalten, zu uns zu kommen?

        Mit Militär an unseren Grenzen werden Sie es nicht schaffen.

        Mein Fazit:

        Es ist sicher nicht in unserem Interesse, den hier herrschenden Ärztemangel durch Zurückweisung von einwanderungswilligen Ärzten zu verschlimmern.

        Es aber auch nicht in unserem Interesse, ihn bei uns nur durch Einreiseerlaubnis beheben zu wollen und dafür woanders einen Ärztemangel zu befördern.

        Wie müssen die anderen MITDENKEN, wie ich zuvor geschrieben habe.

        Das ist schwierig, kostet Geld und ist nicht immer erfolgreich, aber der richtige Ansatz.

      • troodon sagte:

        @ WS
        Ich kann Ihre Argumentation absolut nachvollziehen.

        Wenn aber die Stabilisierung etlicher afrikanischer Länder überhaupt eine minimale Chance haben soll, dann müssen die Qualifizierten in diesen Ländern bleiben. Und wir sollten sie dabei unterstützen anstatt sie anzulocken. Auch auf die Gefahr hin, dass diese dann nach Kanada etc. auswandern.
        Wir müssen die Strukturen vor Ort fördern, ansonsten überrollt uns die Welle. Was sie aber wahrscheinlich sowieso machen wird…

        Und ehrlich gesagt ist es für mich ein Armutszeugnis, dass deutsche Ärzte aufgrund der Arbeitsbedingungen/Gehalt in andere europäische Länder auswandern und wir diese Löcher dann mit afrikanische Ärzten auffüllen wollen.Das Spiel des Kannibalismus hinterlässt letztlich nur Verlieren auf längere Sicht. Ich denke bei Ärztemangel in D gäbe es sinnvollere Länder als bei den ärmsten Ländern zu wildern.

        Aber es ist definitiv ein schwieriges Thema…

        Und bzgl. meiner Kinder mache ich mir keine Gedanken, dass sie als Ärzte nach Ostasien auswandern werden.
        Sie werden nämlich keine Ärzte… verstehe aber natürlich was sie meinen…

        Wir müssen die Bedingungen in D definitiv verbessern, damit diese Gedanken gar nicht ZU häufig bei den deutschen Ärzten etc. aufkommt.
        Dass die Realität diesbezüglich aktuell nicht gerade hoffnungsfroh stimmt, ist aber offensichtlich. Und wer sich da ran wagt, wird wahrscheinlich aufgrund dann steigender KK-Kosten medial zerrissen…

      • Wolfgang Selig sagte:

        @troodon und Dietmar Tischer:

        Ich war bis 2014 Ihrer Meinung. Danach habe ich folgendes Buch einer gebildeten afrikanischen Autorin gelesen:

        Dambisa Moyo, Dead Aid. Warum Entwicklungshilfe nicht funktioniert und was Afrika besser machen kann, Haffmans & Tolkemitt, Berlin 2012.

        Wenn Sie meiner Argumentation nicht glauben, rate ich zu Frau Moyo; sie versteht definitiv um Welten mehr als ich von dem Thema.

      • troodon sagte:

        @ WS
        Ich habe das Buch nicht gelesen. Aber einen Artikel aus der Zeit dazu:
        https://www.zeit.de/2009/23/P-Moyo-Dambisa/komplettansicht

        Ich kann daraus nicht erkennen, dass Moyo einen brain drain für sinnvoll erachtet.

        Dies ändert nichts daran, dass die Entwicklungshilfe eine Hilfe zur Selbsthilfe sein muss, was sie offensichtlich vielfach nicht ist. Da stimme ich mit Moyo überein.
        Insbesondere die Agrarsubventionen in Europa, die zu Exporten nach Afrika führen, sind eine Katastrophe für die dortige Wirtschaft.
        Von Themen wie dem Einfluss von multinationalen (Rohstoff-)Konzernen mal ganz zu schweigen.
        Ich kann aber weiterhin nicht erkennen, warum man den brain drain aus diesen Ländern noch fördern sollte.

      • Dietmar Tischer sagte:

        @ Wolfgang Selig und troodon

        Dambisa Moyo hat VOLLKOMMEN recht damit, dass unsere Hilfe „Dead Aid“ ist.

        Sie hat das System Kapitalismus theoretisch und praktisch verstanden und weiß, was zwingend erforderlich ist in Afrika und anderswo:

        Wachstum – und zwar VOR Demokratie

        Wachstum – nur eine Voraussetzung von mehreren, u. a. Stabilität – schafft man nur, wenn gut ausgebildete Leute im Land bleiben.

        Das ist unser Diskussionspunkt.

        Wir machen definitiv etwas falsch, wenn wir das nicht anerkennen und u. a. qualifizierte Leute auch noch mit Anreizen aus den armen Ländern abziehen sowie mit unserer Handelspolitik, speziell der Argrarpolitik, die afrikanischen Länder nicht hochkommen lassen.

        Es gibt ein Beispiel, das zeigt, was gehen könnte: Ruanda

        Das Land, in dem der Bürgerkrieg zwischen Tutsi und Hutu tobte (Völkermord), ist heute ein autoritär regierter Staat mit öffentlichen Bildungsausgaben von mehr als 4% vom BIP, ein Wachstum von mehr als 5% und es steht auf dem Global Competitiveness Index auf Platz 58 von 137 Ländern. Im Index für wirtschaftliche Freiheit belegt es Platz 51 von 180 Ländern.

        Zahlen von https://de.wikipedia.org/wiki/Ruanda

      • Wolfgang Selig sagte:

        @troodon: Ich habe das Buch so verstanden, dass bei guter Regierungsführung und Investitionen statt Entwicklungshilfekorruptionsgeschenke die Situation in den afrikanischen Länder so viel besser werden würde, dass für einen brain drain gar keine Motivation mehr bestünde. Wenn ich zu Hause in meinem gewohnten Kultur- und Sprachraum bleiben kann, weil ich sicher und bei ordentlichen Wirtschaftswachstum wirtschaften kann, bin ich kaum bestrebt, auszuwandern. Aber genau daran fehlt es ja bisher in vielen Staaten.

    • Thomas M. sagte:

      Mann, mann, mann… die Gedankengänge kann ich grundsätzlichen sogar nachvollziehen.

      Aber anscheinend fehlt den (grünen) Leuten, die diese Gedankengänge haben, die Befähigung zum *quantitativen* Denken, um die Auswirkungen von Handlungen abschätzen zu können. Mit dem Manko dürfen Sie ja gerne noch beim Brainstorming dabei sein, damit man nichts übersieht. Sie haben aber absolut nichts in Führungspositionen verloren.

      Aber einen entsprechenden Selektionsmechanismus gibt es in der Politik wohl nicht; wie man täglich demonstriert bekommt.

      Antworten
      • Thomas M. sagte:

        Sorry: „Mit dem Manko dürfen Sie“ = „Mit dem Manko dürfen sie – diese Leute“; natürlich nicht „Sie, Herr Pfister“…

        Der klassische Fehler (mir mich), weil man ständig beruflich E-Mails schreibt; da geht die Groß-/Kleinschreibung bei bestimmten Worten automatisiert durcheinander…

    • Gunnar Heinsohn sagte:

      Einen Patente-Überblick hatte ich meinem Schreiben an Herrn Dr. Stelter nicht beigefügt. Dankenswerterweise ergänzt WALTOMAX die Beobachtung, dass die Qualität und nicht die Menge der Patente für die Beurteilung der Innovationsfähigkeit einer Region entscheidet. Geht es allein um die Anzahl bei nationalen Patentämtern, schafft China schon 2013 fast so viele Anmeldungen wie die übrige Welt zusammen, dabei rund das Zweieinhalbfache der USA (https://www.weforum.org/agenda/2015/09/which-countries-file-the-most-patent-applications/). Aber hat China wirklich nur Masse und keine Klasse? Kann es nur kopieren, ohne dabei zu kapieren?

      Immerhin haben wir mit den Patenten des Patent Cooperation Treaty (PCT), die etwa bei den hoch selektiven Ämtern der USA oder Europas die strenge Originalitätsprüfung überstehen, ein Maß auch für hochkarätige Erfindungen. China, das schon im 1. Jahrtausend u.Z. mit Papier, Buchstabendruck, Schießpulver und Kompass Fundamentales hervorbringt, ist bis Mitte der 1980er Jahre bei PCT überhaupt nicht dabei. Dann aber beginnt ein zuvor nie gesehener Sturmlauf. 2016 wird – hinter Süd-Korea – der zweite Platz bei Erfindungen pro 100 Mrd. Dollar Bruttoinlandsprodukt erreicht. 2017 wird – vor Japan – der zweite Platz in absoluten Zahlen erobert. Spätestens 2020 dürften die USA vom ersten PCT-Platz verdrängt werden, weil China von 2016 auf 2017 um 13,4 Prozent auf 48.882 Patente zulegt, Amerika aber nur um 0,1 Prozent auf 56.624. Unter den zehn patentstärksten Einzelfirmen von 2017 gibt es drei chinesische (darunter die Plätze eins und zwei), je zwei aus Japan, Süd-Korea und den USA sowie – mit Schwedens Ericsson – nur noch eines aus Europa (http://www.wipo.int/wipo_magazine/en/2018/03/article_0001.html)

      Dieser Aufholjagd Chinas, wo Mao zwischen 1966 und 1970 Oberschulen, Bibliotheken und Universitäten geschlossen hatte, entspricht der chinesische Aufschwung bei FinTech-Unternehmen. 2014 gab es nur eine solche Firma aus dem Reich der Mitte unter den 50 besten weltweit. Schon 2017 jedoch belegte das Land die Plätze eins bis drei.
      (https://home.kpmg.com/xx/en/home/insights/2017/11/2017-fintech-100-leading-global-fintech-innovators.html).

      Gunnar Heinsohn

      Antworten
      • Walter Roth sagte:

        Nun ja, ich habe eine Chinesin in meiner Familie die Studium hat und mittlerweile Deutsch perfekt spricht.
        Von deren Persönlichkeit ist der Umgang mit ihr jedoch nicht einfach.
        Unterliegt sie bei einem Streit, kann sie auch 10 Jahre danach nicht mehr über ihren eignen Schatten springen. Zudem ist die Frau als Einzelkind erzogen, mit ihrem Einzelkind schon stark überfordert.
        Diese Chinesen werden zu Arbeits und auch Gesellschaftssoldaten gedrillt, haben menschlich aber erhebliche Schwierigkeiten dadurch.
        Aber sie leisten, leisten und wissen wenn sie nicht leisten, machen es 100tausend andere für sie an ihrer Stelle.
        Wenn das System China mal in die Krise gerät könnte es sein das dort 200 Millionen einen Aufstand machen und kein Stein mehr auf dem anderen bleibt.
        Chinas Führung fürchtet sich seit Jahrzehnten genau davor.
        So lange man Erfolge vorweisen kann lässt sich das Volk der Wanderarbeiter betrügen…… aber dann….?

        China hat ungeheure massen und dadurch natürlich Potential, wenn wir aber Masse mit Masse vergleichen sieht es anders aus.
        Und wer schon mal dort war, der weiss wie gewaltig dort die Probleme noch sind, der Schmutz, die Rückständigkeit, die Mängel in der Berufsausbildung, ……. und und und.

        Zudem wird das Land auch von einer Generalität beeinflusst die Brandgefährlich ist……. so man denen den mal zuhört.
        Ein Krieg wird da kommen……. irgendwann.

        Unsere Chinesen bestätigt was ich schon lange sehe.
        China hat unglaubliche grosse Probleme.
        Probleme die wir nicht haben oder zumindest viel weniger.
        Die Gesellschaften hier wären gereift und beständig, sehen wir man von den kranken Entwicklungen ab wie sie uns von den Sozis aufgezwungen werden.
        Hier in der Schweiz ist die grösste Gefahr das was ich und andere Wohlstandsverwahrlosung nenne.
        Wir meinen das Kämpfen nicht mehr zu unserer Lebensweise gehört. Darum sind wir keine starken Demokraten mehr, wollen nur noch Vö….. äh pardon und Fressen.

      • Dietmar Tischer sagte:

        @ Wolfgang Roth

        >Wenn das System China mal in die Krise gerät könnte es sein das dort 200 Millionen einen Aufstand machen und kein Stein mehr auf dem anderen bleibt.

        China hat unglaubliche grosse Probleme.>

        Ich glaube Ihnen das, da Sie offensichtlich viel näher an der chinesischen Realität sind als wir normalen Mitteleuropäer es sein können.

        Welche Schlussfolgerungen sind daraus zu ziehen?

        M. A. n. die folgenden:

        1) Die chinesische Regierung wird ALLES, aber auch ALLES tun, damit die großen Probleme des Landes zu einer nicht mehr beherrschbaren Krise werden.

        2) Nach Lage der Dinge wird das nicht nur, aber AUCH sehr NACHTEILIG für uns sein.

        3) Wir haben kein Recht, den Chinesen die Verfolgung ihrer Interessen abzusprechen oder sie sogar mit Gewalt daran zu hindern, sie wahrzunehmen, solange sie diese FRIEDLICH verfolgen.

        4) Es liegt nicht in unseren Händen, was die chinesischen Regierungen tun, wohl aber können wir unseren Interessen gemäß darauf regieren – und MÜSSEN es auch.

        5) Wenn wir unsere Einstellung zur Lebensweise nicht ändern, d. h. Konsum, Ressourcenverbrauch und Wertschöpfung nicht neu ausrichten und anpassen, werden WIR in unglaublich große Probleme sowie möglicherweise schwerwiegende Krisen geraten, bei denen auch bei uns kein Stein mehr auf dem anderen bleibt.

  1. Dietmar Tischer sagte:

    Der Artikel blendet aus, WO wir China um Längen voraus und vermutlich auch unschlagbar in der Welt sind:

    Bei der GERECHTIGKEIT.

    Wenn die Chinesen einen Flughafen bauen wollen, dann kommt der Bagger und schiebt im Wege stehendes Privateigentum zur Seite – und der Flughafen wird ruck-zuck gebaut.

    In Deutschland ist das anders, siehe den „Fortschritt“ am Berliner Flughafen.

    Bei uns herrscht Recht und Ordnung, da darf eben geklagt werden ohne Rücksicht auf Verluste auch anderer.

    Kurzum, ich frage:

    Wo ist der Gerechtigkeits-Index der Welt?

    Ich werde langsam depressiv und will, dass Deutschland auch mal ganz vorne steht.

    Antworten
  2. Dietmar Tischer sagte:

    @ Carsten Pabst

    Danke für die Aufmunterung.

    Ihre Liste ist lang, was schon mal Hoffnung macht, auch wenn einiges enthalten sein mag, was uns eher Alleinstellung verleiht als vergleichbar ist.

    Bei Oktoberfest bin ich dabei, das veranstaltet mittlerweile schon beinahe jeder Fleck in USA, aber vergleichbar mit München ist keines.

    Das Einzigartige am Münchener Oktoberfest meiner authentischen Einschätzung nach:

    Eine benennbare Anzahl derer, die da waren, kotzen sich angesichts der Großartigkeit dieses Miterlebens bis zur Besinnungslosigkeit raus.

    Das müssen andere Oktoberfeste erst einmal schaffen.

    Antworten

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