Buchvorstellung: Merkel am Ende – Das Märchen vom reichen Land

Am 5. November hatte ich das Vergnügen gemeinsam mit Ferdinand Knauß unsere Bücher in der Bundespressekonferenz vorzustellen. Es ging dabei um das Märchen vom reichen Land“ und um Merkel am Ende“. Dabei haben wir unsere Bücher wechselseitig vorgestellt. Bevor ich unsere Notizen hier wiedergebe, ein kleiner Eindruck zur Atmosphäre:

Doch nun zu meinen Stichpunkten zum sehr interessanten Buch „Merkel am Ende“ von Ferdinand Knauß:

Danke, lieber Herr Knauß, für die Vorstellung meines Buches. Die Beschreibung Deutschlands als eines Landes, in dem sich Medien, Politik und Öffentlichkeit in der Selbstillusion befinden, ein „reiches Land“ zu sein und es bei genauerem Hinsehen nicht sind.
  • Möglich ist diese Selbstillusionierung nur in einem Umfeld, in dem man glaubt, alle wichtigen Probleme schon gelöst zu haben. In einem Umfeld, in dem man sich als Bürger nicht mehr groß mit den Themen beschäftigen muss. Egal ob es sich um wirtschaftliche oder politische Dinge handelt.
  • Womit wir beim Buch von Ferdinand Knauß wären: Merkel am Ende“
  • Das Buch ist nicht über Merkel als Person: Wer nun denkt, „da hat der Herr Knauß aber Pech gehabt, dass Frau Merkel pünktlich zum Erscheinen des Buches ihren Teil-Rückzug angekündigt hat“, der irrt. Das Buch beschreibt ein System Merkel, welches nur möglich war in einem Umfeld, in dem viele dachten, alle Probleme seien gelöst. Es beschreibt einen Zustand der Gesellschaft.
  • Merkel war die perfekte Kanzlerin für ein Land, das davon träumte, das Ende der Geschichte erreicht zu haben. Die zentrale These von Knauß. In dieser Illusion verschmelzen Gegenwart und Zukunft zu einem Amalgam – und das Politische wird scheinbar überflüssig.
  • Merkel war die passende Kanzlerin für ein müdes Land, das nichts mehr von politischen Problemen, also von Entscheidungen zwischen alternativen Wegen, wissen wollte.
  • Merkel hat perfektioniert, was nach 1990 fast alle westlichen Staaten prägte: unpolitische Politik. Es gibt in ihrer Laufbahn kein konstantes Ziel, nichts, wofür sie unzweifelhaft steht. Sie hat kein „Projekt“, kein Ziel, um das es bei der Macht geht.
  • Persönlicher Machterhalt ist das einzige Ziel. Oder in der Sprache des Ökonomen: die Maximierung des Marktanteils an Stimmen. Positionen und Interessen konsequent vertreten, sie gegen Widerstand durchsetzen und dafür die eigene Macht aufs Spiel setzen – das ist Merkel fremd. Sie will die Macht, weiß mit ihr aber nichts anzufangen.
  • Dazu wurden Positionen geräumt, einfach weil es gerade opportun war, um Stimmen zu bekommen oder Koalitionsoptionen zu eröffnen. (Energiewende, Grenzöffnung, …). Jüngstes Beispiel die Idee, kurz vor der Hessen-Wahl die Luftgrenzwerte mal so eben anzuheben.
  • Merkels Methode war der Ausverkauf von politischem Kapital, also von Werten und Positionen ihrer Partei, von Interessen des Landes und der Bürger, für die die Regierenden Verantwortung tragen.
  • Die Kosten für diese Politik des Machterhalts sind erheblich – wie auch ich in meinem Buch zeige –, wir alle müssen für diese Politik bezahlen. Doch das Land glaubte (zu) lange, sich Frau Merkel leisten zu können.
  • Doch der Traum vom Ende der Geschichte ist ausgeträumt. In der Welt, in Europa und auch innerhalb Deutschlands sind fundamentale Gegensätze und damit politische Konflikte herangewachsen, die ein fortgesetztes Dahindämmern zwischen Alternativlosigkeit und Diskursverweigerung nicht zulassen.
  • Je näher die Bedrohungen infolge des Zerfalls alter Ordnungen und der Auflösung bisheriger Selbstverständlichkeiten den Bürgern kommen, desto weniger wird sie der Wohlfühl- Politikersatz zufriedenstellen, den Merkel und andere Meister der Macht boten.
  • Es wird nicht mehr genügen, immer gigantischerer Geldbeträge einzusammeln und zu verteilen. Was die Bürger in Deutschland vom Staat zunehmend erwarten, ist die Befriedigung des ältesten politischen Bedürfnisses: Schutz ihrer Interessen.
  • Oder, um es in meinen Worten zu sagen: Wenn die Illusion des reichen Landes platzt, wird es ungemütlich. Dann geht das mit der unpolitischen Politik nicht mehr.
  • Die bald unvermeidlichen Einschränkungen werden zu schockierenden Enttäuschungen von Erwartungen und harten Verteilungskonflikten führen – in einem Staat und einer Gesellschaft, die auf beides nicht vorbereitet sind.
  • Jede neue politische Bewegung und jede Erneuerung der CDU und der anderen etablierten Parteien, die für die Zeit nach Merkel und nach der Großen Koalition gerüstet sein will, muss daher vor allem eins tun: glaubwürdige Angebote schaffen für das wachsende Bedürfnis der Bürger nach Schutz ihrer materiellen Versorgung und kulturellen Güter, ihrer Lebensgrundlagen in der Natur und ihrer bürgerlichen Freiheitsrechte.
  • Damit sind wir auch in Deutschland am Ende des Märchens vom Ende der Geschichte. Die Zukunft wird deutlich politischer, leidenschaftlicher, kontroverser.
  • Und das ist gut so: im Interesse der Bewahrung der freien, offenen Gesellschaft und der Demokratie.
  • Wenn nicht, werden wir eine Abkehr vieler Menschen vom Verfassungsstaat erleben. Das wäre die schlimmste Spätfolge der langen und insgesamt verhängnisvollen Kanzlerschaft Angela Merkels.

Soweit meine Charakterisierung des lesenswerten Buches von Ferdinand Knauß.

Herr Knauß hat umgekehrt auch einige Worte zu meinem Märchenbuch gesagt:

„Märchenerzähler richten sich nicht an mündige, aufgeklärte Bürger, sondern an unmündige Kinder. Und sie haben oft eine pädagogische Absicht, eine Moral von der Geschichte. ‘Wir als reiches/starkes Land’, so werden oft politische Forderungen an die Deutschen eingeleitet, die mit ‘Solidarität’ oder ‘können uns das doch leisten’ weitergehen.

Stelters Buch will Schluss machen mit dem Märchen. Es ist ein aufklärerisches Buch im Wortsinn: Es verschafft einen ‘klaren’ Blick auf die ökonomische Lage Deutschlands, und zwar sowohl des Staates als auch der privaten Haushalte und der Unternehmen. Es ist ein Buch, das grundlegende politische Holzwege als solche benennt und Richtungsänderungen einfordert.

Die größte Illusion zerstört Stelter gleich zu Anfang: Die Deutschen verdienen zwar im internationalen und europäischen Vergleich gut, weil sie ein ansehnliches Bruttoinlandsprodukt pro Kopf erwirtschaften. ABER: Nur wer nicht zwischen Fleiß- und Bestandsgrößen unterscheiden kann, glaubt, dass dies Reichtum bedeute. Blickt man auf die Bestandsgröße, also die Vermögen, zeigt sich: Die deutschen Privathaushalte haben im Schnitt deutlich weniger auf der hohen Kante als die Bürger der Länder, für deren Staatsschulden sie bürgen: Das Medianvermögen der deutschen Privathaushalte sind rund 60 000 Euro (bto: korrigiert, hier fehlte zunächst eine Null. Ganz so schlimm ist es dann doch nicht), gegenüber 159 000 in Spanien, 146 000 in Italien, 113 in Frankreich, ja selbst die griechischen Privathaushalte liegen hier mit 65 000 vor Deutschland.

Unser Wohlstand ist daher im Falle einer großen Krise, wenn die Einkommen wegbrechen, besonders verletzlich. Die Deutschen verdienen gut und Sparen auch (Sparquote zehn Prozent), dennoch bilden sie weniger Vermögen. Wie kann das sein?  

Stelters Antwort: einerseits Nachwirkung unserer Geschichte. Kriege, vor allem verlorene und derart desaströse, wie sie unsere Vorfahren führten, vernichten Vermögen.

Dazu kommt aber: Der deutsche Staat bürdet den Einkommensbeziehern enorme Belastungen auf. Die Abgabenlast liegt mit über 49 Prozent weit über dem OECD-Schnitt von 36 Prozent. Den meisten Deutschen bleibt da einfach wenig Spielraum zur Geldanlage.

Und vor allem: Das Geld, das sie anlegen, legen die meisten Deutschen schlecht verzinst, renditeschwach an, in Lebensversicherungen, Staatsanleihen, Sparbuch.

Nun könnte man sagen: Was soll’s, solange die deutsche Konjunktur brummt und die Einkommen so hoch bleiben. Sind wir nicht Exportweltmeister? Ist das nicht ein Beweis unserer ökonomischen Stärke?

Stelter sieht das eher als Teil des Problems, denn diese und die anderen Säulen des deutschen Erfolgs sind ausgesprochen einsturzgefährdet.

Unsere guten Einkommen beruhen auf

  • Erfolg im Außenhandel, der abhängig vom Ausland macht;
  • alten Industrien wie Auto, Chemie, Anlagenbau. Vor allem die Autoindustrie steht vor einem existenzbedrohenden technologischen Umbruch. In neuen Industrien, Digitalwirtschaft ist Deutschland schwach.

Die Erfolgsfaktoren der Exportindustrie sind ausgesprochen unnachhaltig und nicht eigener Verdienst:

  • niedrige Zinsen
  • schwacher Euro (im Vergleich zu einer imaginären D-Mark)
  • fehlende Möglichkeit der Südländer, abzuwerten
  • verschuldungsgetriebener Nachfrageboom, v. a. aus China

Unter der Oberfläche des von diesen äußeren Faktoren getriebenen Booms vollzieht sich in Deutschland ein schleichender Verlust an Wettbewerbsfähigkeit:

  • Es wird zu wenig im Inland investiert.
  • Das Bildungsniveau der Bevölkerung schwindet.
  • Der technische Fortschritt also Produktivität wächst nur langsam.

Zugleich und mit diesen Entwicklungen verwoben, vollzieht sich die demografische Entwicklung, die alle entwickelten Volkswirtschaften betrifft, aber Deutschland in besonders starker Weise.

Die deutsche Politik hat zwei Antworten darauf zu bieten:

  • Zuwanderung: als Ersatz für schwindende Arbeitskraft
  • Europäische (Währungs-)Union: als lukrative Absatzmärkte

Beide Antworten jedoch, so Stelters besorgniserregende Erkenntnis, tragen in der Art und Weise, wie sie praktiziert werden, nicht zur Festigung des Wohlstands bei, sondern verschärfen noch die Fehlentwicklungen.

Denn: Nur Einwanderer mit hoher Qualifikation, also hohen Einkommen (und Abgaben), stützen Sozialsysteme und mehren Wohlstand. De facto wandern überdimensional schlecht qualifizierte Menschen zu, die die Sozialsysteme belasten. 

Und der Euro?

Zitat Stelter: ‘Der Euro ist ein Subventionsprogramm für die deutsche Export-Industrie, welches wir selber bezahlen.’ Und noch eins: ‘Wo immer man genauer hinblickt, muss man erkennen, dass der Euro zu einer Verringerung des deutschen Wohlstands und der langfristigen Wettbewerbsfähigkeit geführt hat.’

Stelter glaubt nicht, dass diese Kombination von deutschen Exportüberschüssen und fehlender Möglichkeit zur Abwertung in Südeuropa auf Dauer bestehen kann.

Wenn man ein Fazit der Analyse von Stelter ziehen will, so lautet es: Wir (oder besser unsere politische Elite) macht uns was vor. Weder die privaten Haushalte noch der deutsche Staat sind reich. Die viel zitierte ‘schwarze Null’? Nicht Folge vernünftiger Sparanstrengungen, sondern niedriger Zinsen. Umso fataler ist es, dass die Politik dem Staat und den Bürgern enorme Zahlungsverpflichtungen aufbürdet, die in der offiziellen Schuldenstatistik nicht auftauchen (Pensionen zum Beispiel) und nicht nachhaltig zu tragen sein werden.

Stelter begnügt sich nicht damit, aufzuzeigen, was falsch läuft, oder wie es im Untertitel des Buches heißt: ‘Wie die Politik uns ruiniert’. Als Ökonom und Unternehmensberater schlägt er auch vor, wie es besser zu machen wäre.  ‘So sanieren wir Deutschland’ heißt entsprechend das vorletzte Kapitel.

Nicht weniger als einen wahrhaften Neustart’ hält Stelter für notwendig. Seinen Zweifel, ob das mit der aktuellen politischen Elite überhaupt möglich wäre, teile ich übrigens.

Aber ich finde es richtig, trotzdem politische Maßnahmen und Entscheidungen durchzudenken, die im aktuellen politischen Diskurs nicht laut debattiert werden – weil sie einen radikalen Bruch mit der bisherigen Linie bedeuten würden.

Vieles, was in diesem Kapitel steht, wird zwar durchaus in bedeutenden Teilen zumindest der wirtschaftsnahen Teile der Union und der FDP auf Zustimmung stoßen.  

Friedrich Merz, denke ich, würde nicht grundsätzlich widersprechen, wenn Stelter eine Neuausrichtung der Staatsausgaben ‘weg von Konsum … hin zu Investition’ fordert. Ein effizienterer Staat, Erneuerung der Infrastruktur, das Leistungsniveau an Schulen erhöhen, den ‘Akademisierungswahn’ beenden. Vielleicht findet demnächst in der Nach-Merkel-CDU auch Stelters Forderung nach einem strengeren, konsequent an den Erfordernissen des Arbeitsmarktes ausgerichteten Einwanderungsrechts Fürsprecher.

Anders sieht das vermutlich mit Stelters Euro-Pessimismus aus. Die Eurozone in ihrer jetzigen Form, so Stelter, wird selbst dann keine große Zukunft haben, wenn sich Deutschland den Forderungen nach ‘Solidarität’ ganz und gar beugt. Denn dadurch würde Deutschland bald völlig überfordert. Am Ende drohe dann dennoch der mehr oder weniger chaotische Zerfall.

Stelters Vorschlag für ein alternatives Rettungsszenario mittels eines gemeinsamen Schuldentilgungsfonds wäre ökonomisch sicher vernünftig. Allerdings, wie Stelter einräumt: Es erforderte großen politischen Mut. Schließlich müssten die Regierenden in Deutschland und Europa zunächst eingestehen, dass es in Europa zu viele Schulden gibt, die nicht mehr bezahlt werden können. Das käme dem Eingeständnis gleich, viele Jahre lang auf dem Holzweg gewandelt zu sein. Für Deutschlands Bürger bedeutete es, zu realisieren, dass man mitnichten wie jahrzehntelang behauptet, von der EU und dem Euro profitiert habe.

So viel Mut hat in den vergangenen Jahrzehnten kein regierender Politiker gezeigt.“

Vielen Dank an dieser Stelle nochmals an Ferdinand Knauß für die freundliche Vorstellung meines Buches und an den Verlag für die Organisation dieses Termins.

50 Kommentare
  1. Wolfgang Selig sagte:

    Dazu aus meiner Sicht passend nach Wikipedia die Beschreibung dessen, was der griechische Philosoph Platon in seinem Werk „Politeia“ schon im 4. Jahrhundert vor Christus beschrieben hat:

    „Neben der Redefreiheit genießen die Bürger zahlreiche weitere Freiheiten;[73] niemand muss in den Krieg ziehen oder ein Amt übernehmen, alles geschieht auf freiwilliger Basis. Gesetzliche Vorschriften werden missachtet, verhängte Strafen teils nicht vollstreckt, wodurch die Gesellschaft einen anarchischen Zug erhält. Übermut, Verschwendungssucht, Schamlosigkeit und Haltlosigkeit kennzeichnen die Lebensweise der tonangebenden Kreise in der demokratischen Gesellschaft.[74]

    Der Untergang der Demokratie

    Als letztes Stadium geht aus der Demokratie die Tyrannenherrschaft hervor. Das Hauptmerkmal der demokratischen Gesinnung, der unbeschränkte Freiheitswille, wird den Demokraten letztlich zum Verhängnis, da sich die Freiheit zur Anarchie steigert. Der demokratische Bürger ist nicht gewillt, eine Autorität über sich anzuerkennen. Die Regierenden schmeicheln dem Volk. Niemand ist bereit sich unterzuordnen. Ausländer sind den Stadtbürgern gleichberechtigt, Kinder gehorchen nicht, sie respektieren weder Eltern noch Lehrer, und sogar Pferde und Esel schreiten frei und stolz einher und erwarten, dass man ihnen aus dem Weg geht.[75]

    Dieser Zustand der höchsten Freiheit schlägt schließlich in die härteste Knechtschaft um. Den Ausgangspunkt der Wende bildet der Gegensatz zwischen Armen und Reichen, der weiterhin besteht, aber nun nicht mehr wie in der Oligarchie von der herrschenden Doktrin legitimiert wird. Die Vermögensunterschiede stehen im Gegensatz zum demokratischen Gleichheitsdenken. Die Masse der relativ Armen ist sich ihrer Macht im demokratischen Staat bewusst. Gern folgt sie einem Agitator, der eine Umverteilung des Reichtums fordert, die Reichen einer oligarchischen Gesinnung beschuldigt und entschlossene Anhänger um sich schart. Dadurch sehen sich die Besitzenden bedroht, sie beginnen tatsächlich oligarchische Neigungen zu entwickeln und trachten dem Agitator nach dem Leben. Dieser lässt sich nun zu seinem Schutz vom Volk eine Leibwache bewilligen, womit er sich eine Machtbasis verschafft. Die Reichen fliehen oder werden umgebracht. Der Weg zur Alleinherrschaft des Agitators, der nun zum Tyrannen wird, ist frei.[76] “

    Hoffen wir, dass Platon zumindest im aktuellen Falle bzgl. Deutschland geirrt hat. Sicher bin ich mir nicht mehr, wenn ich sehe, auf welches Desinteresse Ihre Bücher sowohl in der politischen Klasse als auch in den Mainstreammedien stoßen.

    Antworten
    • Johannes sagte:

      @ „WS: „Hoffen wir, dass Platon zumindest im aktuellen Falle bzgl. Deutschland geirrt hat.“

      Die Hoffnung stirbt bekanntermaßen zuletzt. Vielleicht schaffen es zudem die hier berichteten Abläufen in den Kopf des einen oder anderen Parlamentarieres:

      „Tichys Einblick findet die „Urheberin“ des kurzen Videos, das für einen der größten Skandale in Deutschland sorgte und enthüllt die Hintergründe in Chemnitz. “

      https://www.tichyseinblick.de/meinungen/tichys-einblick-fand-die-herkunft-des-chemnitz-videos-heraus/

      „»Das 19 Sekunden lange Video ist um 16.52 Uhr am Tatsonntag in der letzten Etappe unseres Trauerzugs kurz vor dem Erreichen des Daniel-Tatortes aufgenommen worden«, berichtet Kathrin B. über die Entstehung der kurzen Videosequenz. »Es war sehr eng geworden auf dem Trauerzug, weshalb die Frauen in die Mitte des Zuges genommen wurden. Und es gab auch keine ausländerfeindlichen Rufe. Nichts Rechtsradikales. Aus der Ferne haben wir ‚Wir sind das Volk‘ gehört. Kurz nachdem wir angeblich, wie es später hieß, eine Blockade durchbrochen hatten, die es gar nicht gegeben hatte.«

      Thomas B. fährt fort: »Kathrin hatte zu spät das Handy aus der Tasche gezogen, weshalb die 19 Sekunden tatsächlich nicht authentisch das gesamte Geschehen nahe der Bushaltestelle darstellen. Denn vorausgegangen war der Videoaufzeichnung eine böse Provokation gegenüber uns Trauernden. Durch zwei junge Migranten, die zunächst an der Bushaltestelle gestanden hatten und eigentlich aussahen wie wir.«

      Kathrin B.: »Sie waren aggressiv auf uns zugekommen und hatten uns angepöbelt und wohl auch, aber eben schwer verständlich, ‚Verpisst euch‘ gerufen. So haben wir das in Erinnerung.«

      »Dann kam es zu einem körperlichen Kontakt mit den beiden, wobei einem unserer Freunde der Inhalt eines Bierbechers über seine Kleidung und wohl auch ins Gesicht geschüttet wurde.« Weil Kathrin B. erschrocken »jetzt kracht’s aber« gedacht hatte, sei die Handy-Kamera angeschaltet worden.

      Kathrin B. befürchtete, dass auch Thomas B. in Richtung der aggressiv auftretenden Migranten losstarten würde und rief ihm auf dem Video deutlich vernehmbar zu: »Hase, Du bleibst hier!«

      Kathrin B.: »Es war möglicherweise nicht der einzige Angriff von Migranten auf unseren Trauerzug, denn aus der Ferne war schon Drohgeschrei in wohl arabischer Sprache zu hören. Allerdings: ‚Stinkefinger‘, von denen andere Trauerzugteilnehmer später berichteten, haben wir am Ort des provokativen Geschehens nicht erkennen können. Aber auch keine ‚Hetzjagden‘ oder gar ‚Menschenjagden‘! Wir sind auch bereit, unsere Aussage eidesstattlich zu versichern.«

      Am Abend dann hatte Kathrin B. ihr Kurzvideo in ihrer eigentlich geschlossenen »Bürger«-Gruppe des Social Media-Dienstes Whats-App eingestellt. Noch ungeklärt ist, wie die »Antifa-Zeckenbiss«-Akteure Kathrin B.s 19-Sekunden-Video erhalten haben, um es mit Zeit Online als Pseudo-»Menschenjagd-Video« polit-medial explodieren zu lassen.“

      Antworten
    • Dietmar Tischer sagte:

      @ Wolfgang Selig

      Alles, was nach Platon geschrieben und gedacht wurde, sind Fußnoten zur „Politeia“, so der Philosoph Whitehead, der mit B. Russel das einflussreiche Werk „Principia Mathematica“ verfasst hat.

      Platon selbst hat ERKENNTNISSE aus seiner Philosophie gezogen, u. a. mit dieser Feststellung in der Politeia:

      „Wenn es nicht entweder die Philosophen Könige werden oder die, die man heute Könige und Machthaber nennt, echte und gründliche Philosophen, und wenn dies nicht in eines zusammenfällt, so wird es mit dem Elend kein Ende haben, nicht für die Staaten und auch nicht, meine ich, für das menschliche Geschlecht“.

      Das Elend liegt lt. Platon also darin, dass es den Machthabern an Wissen fehlt.

      Er, der Wissende (Philosoph) bekam Gelegenheit in Syrakus seine Einsicht umzusetzen – und scheiterte kläglich.

      Er schrieb sehr spät in seinem Leben ein weiteres Werk, das „Nomoi“ (Gesetze) heißt.

      Wohl auch auf Basis seines praktischen Scheiterns gehen in diesem Werk auch ERFAHRUNGEN ein, mit denen so etwas wie eine „DIKTATUR des Rechts“ begründet wird.

      Von Freiheit wie wir sie kennen, ist keine Rede mehr.

      Hier der Link:

      https://de.wikipedia.org/wiki/Nomoi

      Antworten
    • RDC sagte:

      @ Wolfgang Selig: Gerne würde ich an dieser Stelle noch an Oswald Spenglers Werk „Der Untergang des Abendlandes“ erinnern indem ähnliche Mechanismen beschrieben bzw. Spengler die Prognose trifft, dass in nicht allzu ferner Zukunft, die demokratische Regierungsform einer despotischen Regierungsform im Abendland weichen wird.

      Antworten
  2. ondoron sagte:

    Frau Merkel hat kein Ziel? Da unterschätzen sie die Dame aber vollständig! Sie ist die Protagonistin einschlägiger Thinktanks.
    Die Frau weiß ganz genau, was sie macht! Und das mit typisch deutscher Gründlichkeit!
    Wer meint, die Frau sei nur an Macht interessiert, der hat nicht viel verstanden. Wer vorschnell mit der Recherche aufhört, kommt vorschnell zu vereinfachenden Schlussfolgerungen, die Ausdruck des Unvermögens und der Selbstüberschätzung sind.

    Antworten
    • SB sagte:

      @Dietmar Tischer:

      „Was NICHT bezweifelt werden kann: Sie hat eher in Übereinstimmung mit dem und ganz gewiss nicht gegen das gehandelt, was die Mehrheit der Wähler als ihr Interesse ANSEHEN.“

      Womit wir wieder bei der (verlogenen) Informationsmatrix wären, in der die Mehrheit der Bürger vom linksgrünen System seit mindestens zwei Jahrzehnten eingebettet wird. Dazu bto oben im Artikel:

      „Möglich ist diese Selbstillusionierung nur in einem Umfeld, in dem man glaubt, alle wichtigen Probleme schon gelöst zu haben. In einem Umfeld, in dem man sich als Bürger nicht mehr groß mit den Themen beschäftigen muss. Egal ob es sich um wirtschaftliche oder politische Dinge handelt.“

      Genauer müsste es allerdings heißen:

      „Möglich ist diese Selbstillusionierung nur in einem Umfeld, in dem man glaubt, alle wichtigen Probleme IN EIGENER SACHE schon gelöst zu haben. In einem Umfeld, in dem man sich als Bürger nicht mehr groß mit den EIGENEN Themen beschäftigen muss. Egal ob es sich um wirtschaftliche oder politische Dinge handelt, DIE EINEN SELBST BETREFFEN.“

      Wie gesagt: „…glaubt…“.

      Antworten
    • Horst sagte:

      Nun, lieber Forist aus der Kein-Fiat-Geld-Ecke, das gibt mir Falle des Foristen ondoron (dieser mag uns vllt. beizeiten erhellen, wofür sein Pseudonym steht) tatsächlich nichts zu denken, da doch dieser – ohne jemals auch nur einen annähernd sachlichen Beitrag geleistet zu haben – diese Plattform benutzt, um krude Theorien, die weder mit Quellen noch Zitaten unterlegt sind, in die Welt zu posaunen. Aus meiner Sicht hat das dieses Blog das nicht verdient. Wie kann der Forist wissen, dass A.M. genau weiß, was sie tut, dass sie sich vor den Karren diverser Denkfabriken, vor allem wohl sind die transatlantischen gemeint, spannen lässt?

      Im Gegensatz zu Ihren Kommentaren, die ich immer wieder gerne lese, weil Sie Ihre Gedanken sortieren und stringent formulieren, habe ich derartiges von o.G. bisher nicht vernommen. Dieser Umstand war der einzige Anreiz, provokativ die gesundheitlichen Begleitumstände in Bezug auf dessen Aussagen zu erfragen. Repräsentant einer gesellschaftlichen Mehrheit ist der Forist offensichtlich nicht.

      Wissen Sie, wessen „nützlicher Idiot“ Sie sind?

      Antworten
  3. Michael Stöcker sagte:

    @ Alexander

    Ich beantworte Ihre Fragen von gestern mal hier, da Herr Selig mit Platon die heutige Richtung vorgegeben hat.

    „Ob sie einen Zusammenhang zwischen Geld und politischer Macht sehen, hätte mich schon interessiert und warum man dieses verantworltiche Interessengeflecht retten soll? Der Kreis der Nutznießer ist überschaubar.“

    Diesen Zusammenhang sehe ich klar und deutlich. Ich habe dieser Problematik in meinem Essay zur monetären Krise des Kapitalismus ein eigenes Kapitel gewidmet: 2. GELD ALS SCHULD- UND MACHTVERHÄLTNIS. Da steht unter anderem:

    „Geld ist also sowohl ein Instrument zur Ausübung von Herrschaft, zugleich aber auch zur Erlangung der Freiheit. Diese ambivalente Dialektik ist letztlich in einem sozialen Schuldverhältnis begründet, das man entweder freiwillig eingeht (Kreditvertrag) oder aber das qua Herrschaft begründet ist (Steuern). Die Dialektik des Geldes ist also systemimmanent. Freiheit und Herrschaftsverhältnisse sind zwei Seiten derselben Medaille in einer Gesellschaft.

    Damit ist noch nicht gesagt, dass diese Begriffe grundsätzlich negativ konnotiert sein müssen. Dies wird insbesondere dadurch deutlich, dass in der griechischen Polis ebenfalls Herrschaftsverhältnisse galten, die allerdings überwiegend durch die Vorstellung des platonischen Ideals des gerechten Herrschers geprägt waren (Philosophenherrschaft) und der Stater (Name diverser Geldstücke in der Antike) eine gängige Form der Bezahlung war. Allerdings kann der Missbrauch von Herrschaftsverhältnissen sehr schnell in der Tyrannei enden. Nicht umsonst ist der Tyrann eine der zentralen Figuren der griechischen Tragödie. Die Peisistratiden-Tyrannis in Athen setzte ihre Macht schon im 6. Jhd. v. Chr. mithilfe von Söldnertruppen durch und trieb die Einführung des Münzwesens in Attika voran. Somit war die monetäre Machtbasis für Alexander den Großen geschaffen, der zugleich auch zum Vorbild für Caesar und weitere Herrscher wurde.“

    Mehr dazu finden Sie hier: https://zinsfehler.files.wordpress.com/2016/01/die-monetaere-krise-des-kapitalismus.pdf

    Antworten
    • Michael Stöcker sagte:

      „Des weiteren würde mich interessieren ob sie ihren Nachlaß dem Staat schenken werden oder doch lieber ihren Nachkommen etwas mit auf den Weg geben? Wenn hier schon alle egoistisch sind, sind die Vorbild?“

      Auch hier gibt es bei mir kein schwarz oder weiß, ganz oder gar nicht, sondern ein sowohl als auch (das Stichwort Yin und Yang hatte ich Ihnen ja bereits genannt). Insofern gilt auch bei der Erbschaftssteuer, das richtige Maß zu finden.

      Da hohe Vermögen insbesondere auch Herrschaftsmacht ermöglichen und sich Vermögen aufgrund des Matthäuseffekts immer wieder bei einigen wenigen konzentrieren, erscheint mir die Erbschaftssteuer ein geeignetes Instrument, um diesen potenziellen Machtmissbrauch wirkungsvoll zu begrenzen. Insofern bin ich nicht für eine 100 % Erbschaftssteuer, sondern für eine linear-progressive Besteuerung OHNE Ausnahmen. Die Diskussion dazu finden Sie hier: https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/weshalb-geldpolitik-wirkungslos-ist/#comment-23801

      LG Michael Stöcker

      Antworten
    • Alexander sagte:

      @Michael Stöcker

      Ich freue mich, dass sie die Eigentumsökonomik von Prof. Heinsohn/Prof. Steiger anerkennen. Gemäß den 66 Thesen um Eigentum, Recht und Freiheit ist Besitz ein natürliches Recht, Eigentum benötigt Macht es zu verteidigen.

      Der Gesellschatsvertrag soll die Machtverhältnisse einer Gesellschaft regeln, der Rechtsstaat die Gleichheit vor dem Recht überwachen, so die Theorie.

      Diese Theorie steht der Staatstheorie eines Platon und aller seiner sozialistisch/marxistischen Schüler entgegen. Nach Platons Politeia sind sogar die Bürger des Staats sein Eigentum, Sklaverei i.O., die Klassen von Geburt bestimmt, und Euthanasie ein Mittel „useless eaters“ (Harari) einer anderen Bestimmung zu zuführen. Platons Politeia ist perfekte Machtlegitimation einer Elite und sie rechtfertigt bis heute.
      Dass Platon trotz seiner Menschenverachtung so oft zitierit wird hat wohl damit zu tun, dass sich jeder als Philosophendenker angesprochen fühlt und nicht entsprechend seiner Geburt als Bauer= keiner Ausbildung wer (vgl. politeia)

      Wie alle Libertären lehne ich Herrschaft ab, weil sie Verantwortung bedeutet, die Philosophen niemals tragen und alle Leiden deshalb sozialisiert sind.

      Wir haben einen Zustand erreicht, dass ich nicht einmal die Verantwortung für mein Leben tragen darf und gezwungen bin jeden Gesetzesbruch zu finanzieren. Mein Eigentum ist jeder Begehrlichkeit jedes dahergelaufenen Spinners im grünen Kleid ausgeliefert, natürlich auch nach dem Tod.

      Was sie vergessen (Herr Stöcker) ist, dasss Eigentum nur für kleine Leute bedeutend ist. Es dient als Pfand für Wirtschaft und beinhaltet mehr Risiken als Besitz. –>

      „Wenn die Menschen aufhören um Eigentum zu kämpfen, kämpfen sie um die Verfügungsgewalt über das Gemeineigentum“ (Nicolas Gomez Davila)

      –> Genau da sind wir mit der Zentralbankpolitik angekommen. Über die Pfänder der Staatsverschuldung (Steueraufkommen=Eigentümer der Bürger) ist die Zentralbank längst oberster Eigentümer ohne in Europa an nationale Grenzen und nationale Gesetze gebunden zu sein.

      Ihr 1% (Herr Stöcker) hat „Eigentümer“ längst verlassen und bestimmt über die Lenkung der global gehandelten Schuldverhältnisse (Kredit-Geld) die Politik weltweit, ganz egal ob es um Handel, Krieg oder Migration geht.

      Das glauben sie nicht? Aber die Zinserhöhung der US Administration hat die Schwellenländer sofort in die Rezession getrieben, bestimmt Rohstoffpreise und ist (Privat) Währung für Öl und seine Kriege. …?

      Selbstverständlich befürwortet eine Christine Lagarde zusammen mit Harari die Erbschafts-/Vermögenssteuer, denn das vergrößert den globalen Spielraum für den Schritt ins nächste Zeitalter…. und Eigentum als Schutz vor Armut entfällt, die Abhängigkeit ist total…Menschen als Staatseigentum.

      Der vielleicht wichtigste Satz aus den 66 Thesen von Otto Steiger und Gunnar Heinsohn ist für mich, dass „Eigentum frieldich“ macht. Man hat zuviel zu verlieren, zuletzt sogar das Leben.

      „Ich dachte immer alle Menschen seien gegen Krieg, bis ich herausfand dass es welche gibt die nicht hingehen müssen “ Erich Maria Remarque

      …..ganz sicher wird niemand des „1%“ verheizt ,wir gedenken am Volkstrauertag der Opfer und nicht der Philosophentäter. https://www.youtube.com/watch?v=RvlmZw-w764

      Ich hoffe sie verzichten auf humorvolle Spitzen, falls sie antworten.

      Antworten
      • Dietmar Tischer sagte:

        @ Alexander

        >Wie alle Libertären lehne ich Herrschaft ab, weil sie Verantwortung bedeutet, die Philosophen niemals tragen und alle Leiden deshalb sozialisiert sind.>

        Es ist richtig, dass Herrschaft beinhaltet, Verantwortung zu übernehmen.

        Nur müssen es nicht Philosophen sein, die Herrschaft begründen, für die sie letztlich – REAL, ganz richtig – keine Verantwortung übernehmen wollen und auch nicht können,

        Auch in primitiveren Gesellschaften und ganz gewiss auch in hochkomplexen wie unseren, MUSS dennoch Macht ausgeübt werden.

        Wie sie begründet sein sollte, wie sie revidiert werden kann, wo und wie sie begrenzt sein sollte etc. sind Fragen, über die man natürlich reden muss.

        Was nicht geht (Sie auch nicht behaupten, aber angemerkt werden muss):

        Libertäre Ansichten zu vertreten und den Menschen einzureden, wie es etwa Hans-Herrmann Hoppe tut, dass die Armee auf Basis privatwirtschaftlichen Eigentums organisiert werden sollte.

        Eine Armee, die so auf Eigentum basiert, macht Eigentum NICHT friedlich; sie fordert vielmehr andere – eine jeweils stärkere Armee – zum Angriff heraus.

        Das ist nicht besser als das, was Philosophen fordern als „gute Gesellschaft“.

        Keine Frage, Eigentum ist zu schützen.

        Aber allein auf Eigentum ist keine Gesellschaft zu gründen.

      • Alexander sagte:

        @ Dietmar Tischer

        Ich unterstelle Herrn Stöcker ganz bewusst solche libertäre Utopisten wie Hoppe genannt zu haben, um damit alle Denkansätze zu diskreditieren.
        Die dt. libertäre Szene hat es im Verlauf der Grenzöffnung zerrissen, weil die Argumentationen in sich unschlüssig sind.

        Genau aus dem Grund berufe ich meine Argumentation auf Ludwig von Mises, Roland Baader oder Frederique Bastiat die für den kontrollierten Minimalstaat eintraten.

        An theoretischer Kontrolle durch die Idee von Gewaltenteilung mangelt es schließlich nicht, sondern an der tatsächlichen Überbrückung aller Sicherungen. Mir gefällt in dem Zusammenhang der Ausdruck Parteienregime und Kritiker schrieben schon vor Jahren die Parteien hätten sich den Staat zur Beute gemacht…

        Macht ohne Verantwortung ist dem Menschen schon immer gefährlich geworden, Macht (ohne Verantwortung) korrumpiert.

        Eigentum zähmt aus Angst vor Verlust. Seit Unternehmer auf die Besitzerseite ihrer Anlagen wechseln durften + Haftungsbeschränkung + fielen Löhne auf Mindestniveaus…mit allen Folgen für den Mangel an Menschen die dafür noch arbeiten würden.

        Die Idee vom Eigentum nutzt den Egoismus des Eigentümers aus, er wird Opfer seiner Schwäche. Das ist gar nicht so kompliziert und straft schneller wie gesetzliche Regeln.

      • Alexander sagte:

        @ Dietmar Tischer

        – Nachtrag: Militär.

        Eigentümer wollen ihr Eigentum schützen. Für mich war es selbstverständlich meiner Wehrpflicht als freier Bürger nach zu kommen – jenseits von Eigentum.

        Auch in dieser Beziehung hat Politik viel falsch gemacht, d.h. richtig wenn es die Absicht war alle Beziehungen zu dekonstruieren.

      • Dietmar Tischer sagte:

        @ Alexander

        Bevor ich darlege, wo ich das Problem sehe, das durch Eigentum allein NICHT gelöst werden kann, will ich mich verorten, um Missverständnisse zu vermeiden:

        Ich lehne Umverteilungen wie die auf 1% : 99% beruhenden von M. Stöcker ab, bin dagegen, dass wahrgenommene Defizite wie zu geringe Nachfrage und anderes durchweg durch den Staat gelöst werden sollte und glaube, dass wir in einer „gefesselten“ Gesellschaft leben, die uns hindert, konfliktmindernde Potenziale zu nutzen.

        Sie sagen:

        >Eigentum zähmt aus Angst vor Verlust … Die Idee vom Eigentum nutzt den Egoismus des Eigentümers aus, er wird Opfer seiner Schwäche. Das ist gar nicht so kompliziert und straft schneller wie gesetzliche Regeln.>

        Das kann man ABSTRAKT so sehen, löst aber nicht das Grundproblem, das ich erkenne.

        Was ich meine unter EINBEZIEHUNG konkreter ökonomischer Sachverhalte:

        Entledigen wir uns aller Tricks, mit denen die Haftung des Eigentums ausgeschlossen wird wie auch über das Notwendige hinausgehende Konfiszierung von Eigentum und der Anreicherung von Eigentum, etwa die Rechtsform der GmbH sowie zu hohe Steuern etc. und nehmen wir weiter an, dass es genügend Eigentümer gibt, die vollständig mit ihrem Eigentum für ihr unternehmerisches Handeln haften wollen sowie genügend Menschen, die sie beschäftigen müssen und wollen, die ebenfalls mit ihrem Eigentum haften – ihrer Arbeitskraft.

        Wenn, aus welchem Grund auch immer der Unternehmer pleitegeht, dann steht er im ungünstigsten, hier angenommenen Fall mit nichts da außer seiner Fähigkeit, unternehmerisch handeln zu können. Seinen Arbeitnehmern geht es genauso, auch sie verfügen nur noch über ihre Arbeitskraft.

        Das ist GLEICHHEIT und somit auch gerecht.

        Es gibt aber auch den Aspekt der ASYMMETRIE, der zum Tragen kommt:

        Der Unternehmer hat zwar verantwortlich gehandelt, haftet auch voll umfänglich und musste – hier angenommen – dennoch trotz aller Anstrengungen im Wettbewerb pleitegehen, ist also schuldlos an der Arbeitslosigkeit seiner Arbeitnehmer.

        Gleichwohl können diese zu recht sagen, dass sie URSÄCHLICH durch ihn und nicht durch eigenes Verschulden – hier angenommen – arbeitslos geworden sind.

        Nicht nur die Arbeitslosen, sondern auch die sich potenziell derart von Arbeitslosigkeit bedroht sehenden Menschen werden zumindest in einer als wohlhabend wahrgenommen Gesellschaft verlangen, dass diese Ungerechtigkeit „abgestellt“ wird.

        Sie wird aufgrund demokratisch mehrheitlich legitimierter Politik durch den Staat abgestellt indem er VERHINDERT, dass zu viele derartige Pleiten, etwa bei Überproduktion, d. h. zu großen Kapazitäten beispielsweise in der Automobilindustrie erfolgen (siehe Opel vor Jahren).

        Die Mechanismen sind bekannt:

        Zu nennen sind die viel zu wenig thematisierten gigantischen SUBVENTIONEN, die auch zur Staatsverschuldung beigetragen haben wie auch die GELDSCHÖPFUNG des Finanzsystem inkl. Zentralbanken, die u. a. Zombies am Leben erhalten – alles natürlich möglich auf Basis eines kompetent gehandhabten Schuldgeldsystems.

        Die Frage ist, wie wir mit oben benannter Asymmetrie umgehen und den anstehenden „Lösungen“, denen wir gerade ins Auge blicken, entgehen.

        Die Lösung, die sie aufheben würde, kann es offensichtlich nicht geben, nämlich dass alle Arbeitnehmer zu Unternehmern mutieren.

        Wenn es überhaupt eine geben kann, dann wir sie m. A. n. nur darin bestehen können, einen Mittelweg zwischen auf Eigentum basierendem freiheitlichen Handeln inkl. Chancengewährung, Verantwortung und Haftung und begrenzter, statt ausufernder staatlicher Regulierungsberechtigung zu finden.

        Die Kunst wird sein, den Findungsvorgang einer Mehrheit zu vermitteln und dann einen vorzuschlagen, der eine Mehrheit auch zustimmen will.

        Es ist m. A. n. dringend.

        Denn die Zeiten mit hohen Wachstumsraten wie nach WKII, in denen das Problem praktisch nicht existierte, sind vorbei.

        Sie werden auch nicht wiederkommen.

      • Alexander sagte:

        @ Dietmar Tischer

        Ihre Stichworte:
        -Asymetrie
        -schuldlos pleite->schuldlos arbeitslos
        …..in einer als wohlhabend wahrgenommen Gesellschaft verlangen, dass diese Ungerechtigkeit „abgestellt“ wird. <–

        Ganz ohne Umschweife versucht jedes Individuum seine Lebensrisiken zu sozialisieren. Unterneher, Arbeitnehmer, Frauen, Kinder, Männer…

        Die ethische Frage, der sich jeder stellen muss ist die, ob man das Recht dazu hat andere Leistung zu parasitieren (außerhalb Familien), weil man nicht für eigene Lebensrisiken vorsorgen will/kann. Gleichzeitig will man andere zur Teilhabe an eigenen Problemen "zwingen".

        Ich will die Möglichkeit einer gemeinsamen Versicherung gegen Lebensrisiken gar nicht schlecht machen, nur die Art der aktuellen Umsetzung wo der Zwang zur Mitgliedschaft jeder Qualitätssteigerung im Weg steht. Ähnlich die GEZ Struktur, deren Missbrauch offensichtlich ist.

        Wir scheitern gerade an dem Umstand, den Frederique Bastiat in seinen Klassiker gegoßen hat:

        "Der Staat ist die große Fiktion, mit deren Hilfe sich alle bemühen, auf Kosten aller zu leben."

        Die Interventionen sorgen für schlimmere Asymetrien als das Ertragen von unverschuldeten Ereignissen.

        Bastiat: "Das Gesetz als Instrument aller Begehrlichkeiten, anstatt ihr Zügel zu sein!"

        Einzig für mich denkbares Qualitätsmanagement ist Haftung=Verantwortung. Ursache und Wirkung so kurz wie möglich halten, damit die Betroffenen schnell bessere Entscheidungen treffen.

        Selbstverständlich ist jeder Arbeitnehmer der Unternehmern seine physischen & psychischen Arbeitskraft. Selbstverständlich könnte er durch Einsatz von zusätzlichem Kapital seine Rendite verbessern. Selbstverständlich muss die Rendite aus Arbeit+Kapital hinreichend für Lebensrisiken sein. Wer könnte Preise erfinden, die niemand bezahlen kann? Wie sieht diese Kalkulation aus und womit begründet sich das?

        Selbstverständlich beruhen unsere Gesellschaften ausschließlich auf Eigentum. Zuerst Eigentum an der eigenen Person und das ist überhaupt keine Selbstverständlichkeit, trotz 2018.

        Die pessimistische Besetzung von Begriffen wie Eigentum, Kapital, Arbeitskraft, Markt ist m.E.n. politisch motiviert um eine Dahseinsberechtigung zu haben …. der Asymetrien und "staatlichen Hilfen" wegen.

        Aus der Geschichte leite ich ab, dass Hilfe nicht Staatsziel ist. Hilfsversprechen schaffen Legitimation für Steuern und Politik, aber wir bezahlen einen hohen Preis für die Illusion von Sicherheit, während unsere Steuermittel für sinnreiche Porjekte z.B. am Hindukusch verdampfen.

      • Dietmar Tischer sagte:

        @ Alexander

        Man kann die Diskussion beliebig variieren und aufblasen, z. B. damit:

        >Die ethische Frage, der sich jeder stellen muss ist die, ob man das Recht dazu hat andere Leistung zu parasitieren (außerhalb Familien), weil man nicht für eigene Lebensrisiken vorsorgen will/kann.>

        Ethik, Systemstabilität, soziales Verhalten etc., etc.…

        Dann werden Sätze in den Raum gestellt, ohne dass klar ist, auf was Sie sich beziehen, wieder Sie:

        >“Der Staat ist die große Fiktion, mit deren Hilfe sich alle bemühen, auf Kosten aller zu leben.“>

        Ob es eine Fiktion ist, dass – bewerkstelligt durch den Staat – auf DAUER innerhalb eines Systems alle auf Kosten aller leben können, kann dahingestellt bleiben, wenn man „auf Kosten aller“ nicht nur Umverteilung meint.

        Unbestreitbar ist hingegen, dass seit Jahrzehnten eine ansehnliche Zahle von Menschen sich bemüht mittels des Staats auf Kosten anderer zu leben oder zumindest besser zu leben.

        Das ist Fakt und keine Fiktion.

        Kurzum:

        Aus meiner Sicht ist ein derartiger Diskussionsverlauf unergiebig.

        Ich habe lediglich darlegen wollen, dass in einer realen Gesellschaft wie unserer Funktionalität nicht nur auf Eigentum gegründet werden kann und von daher eine „Eigentumsökonomie“ mit konsequenter libertärer Begründung defizitär bleiben muss.

      • Markus sagte:

        @Alexander:
        „Die ethische Frage, der sich jeder stellen muss ist die, ob man das Recht dazu hat andere Leistung zu parasitieren (außerhalb Familien), weil man nicht für eigene Lebensrisiken vorsorgen will/kann. Gleichzeitig will man andere zur Teilhabe an eigenen Problemen „zwingen“. “

        Diese Frage kann man sich zweifelsohne stellen. Jedoch sollte man sich dann auch folgende Fragen stellen:

        – Wie ist Leistung definiert? Wie messe ich Leistung? Leistung = Eigentum? Leistung = Marktmacht? Leistung = Ererbtes?
        – Was bedeutet „jeder“ in Ihrem obigen Satz? Wenn das nur „mich“ beinhaltet, dann darf gar nichts vererbt werden. Wenn die Familie mit einbezogen wird (wie sie wohl befürworten), dann stellt sich die Frage, welche Ahnen noch zu mir gehören und ob ich deren Leistung für meine ausgeben darf.
        – Es ist ein großer Unterschied, ob ich für Risiken nicht vorsorgen KANN oder ob ich nicht WILL. Wenn ich über das entsprechende Kleingeld verfüge, dann kann ich (profitable) Risiken eingehen, wenn nicht, dann muss ich mich (unprofitabel) dagegen versichern und manchmal habe ich selbst dafür nicht die Mittel.
        – Gilt das auch noch wenn absolute Chancen-Ungleichheit besteht? Wenn die Leistungen eines Millardärssohn mit der eines (aus Geld-Not) ungebildeten Sohnes verschuldeter Eltern verglichen werden?

      • Alexander sagte:

        @ Dietmar Tischer @ Markus

        – „Eigentumsökonomie“ mit konsequenter libertärer Begründung defizitär bleiben muss.

        Meine Bastiat Zitate sind ihnen beiden zu nebulös und gleichzeitig begründen sie ihre Haltung mit dem Verlust an „Brüderlichkeit“ – später „Solidarität“ genannt und heute in „Humanismus“ unfirmiert. Bastiat hat dazu eine erbiebige Antwort gegeben, welche ich nicht neu erfinden muss
        http:// … http://www.bastiat.de/bastiat/schriften/bruederlichkeit.html

        Was mich fasziniert in solchen „unergibigen“ (DT) Diskussionen ist der Umstand, dass ihre Argumente an der Entwicklung der Realität scheitern. Obwohl ihre beider Wünsche das eigentliche Maß der Dinge sind, müssen sie eingestehen, wie entgegengesetzt die Entwicklung verlaufen ist. An mangelnder Umverteilung kann es nicht liegen.

        @Markus

        Neid ist keine Lösung.
        Leistung definiert immer der Empfänger.

        Das Problem ist Leistungsbewertung außerhalb von Famlien.
        Innerhalb von Famiien bewerten Kinder die Leistungen ihrer Eltern erst dann, wenn sie ihre „Schuld“ (Urschuld-Debitismus) an ihren Eltern vergelten – oder nicht.
        Außerhalb von Familien gibt es nur den Preis zur Bewertung. Das klingt materiell und ist es. Der Preis wird zwischen Wettbewerbern und Kunden gefunden, ohne dass sich jemand schert ob es gefällt. Falsche Preise führen zu Verhaltensveränderungen, mit allen Konsequenzen.

        Eine Gesellschaft braucht zusätzlich Leistungen, die man nicht bezahlen kann und die nicht bepreist werden können. Diese freiwillige Arbeit muss wertgeschätzt werden – immatierell. Ich bin mit der Wertschätzung von solcher freiwilliger Arbeit unzufrieden und kein Orden oder 15€ Ehrenamtlohn kompensieren diesen Mangel. Die Anerkennung der Leistung müsste einem Bedürfniss zur Wertschätzung entspringen, einem Bedürfniss das man nicht erzwingen kann. Genauso wenig wie Eltern ihre Kinder zwingen könnten.

        Vor dem Zeitalter des Parlamentarismus war die Religion dafür zuständig, heute ersetzt durch Gesetze. Rolf Peter Sieferle erkannte das als tief verwurzelten Sozialdemokratismus…

        Welchen Wert Religion haben könnte, abseits des Machtmissbrauchs durch Kirchen, haben Libertäre schon immer erkannt.

        „Europa wird christlich sein, oder es wird gar nicht sein“ Romano Guardini
        https://youtu.be/ZPxzrpNMyr0

        Der aktuelle Weg ist eine Sackgasse; ich habe mein Gefährt umgedreht. Die Konsequenz für mich ist z.B. der regelmäßige Besuch von Friedensgebeten im örtlichen Kloster und die regelmäßige Teilnahme an dienstlichen Veranstaltungen unserer Streitkräfte. Rekonstruktion.

      • Alexander sagte:

        @ Dietmar Tischer

        Typisch für Linke wird die Diskussion umgedreht, so auch sie.
        Meine Aussagen seien abstrakt, aufgeblasen und variiert.

        „Fiktion – jeder auf jedermans Kosten“

        Unternehmer wälzen per Haftungsbeschränkung und Leasing das Anlagenrisiko an die finanzierende Gesellschat ab.
        Arbeitnehmer wälzen Lebensrisiken per „Sozial“versicherung an die Gemeinschaft und betreiben Frühverrentung, Kuren, Urlaube und Krankheiten als ihr verbrieftes Recht. Bezahlen müssen es immer jene, die sich mangels Lobby nicht wehren können, z.B. Migranten aus GUS als Leiharbeiter.

        Der Staat verlängert Konjunkturen durch Ausgabenprogramme und verschiebt jede Veränderung auf den Tag nach St. Nimmerlein, durch Kreditaufnahme im Namen seines Souverän.

        Verantworltich handelt niemand mehr, weil das „dumm“ ist.

        Sie erkennen diese Tatsache zwar an, verweigern aber jede Konsequenz.
        Mein Hinweis auf alte Philosophen ist schmerzhaft, weil sich der Menschn seit 2000 Jahren nicht ändert, der Egoismus bleibt.

        Die großen Egoisten schreien dann nach „Brüderlichkeit“ – später „Solidarität“ – heute „Humanismus“ und sind zeckerlfett. Die echten Verwundeten beklagen sich nicht.

        Verantwortung als Fazit ist zu abstrakt, weil auch sie nichts ändern wollen.

        @ Markus

        Die Sozialisten machen immer denselben Fehler familiären Beziehungen auf eine Gesellschaft zu extrahieren. Gleichzeitig versuchen sie Blut und Botden als Fesseln zu verteufeln. Wohin soll es nun gehen?
        Tatsächlich sind die familiären Bänder schon dekonstruiert, Kinder wandern in die Ganztagskita und Großeltern ins Pflegeheim, damit die „Kinder“ per 35h Woche ihre Selbstverwirklichung als Modellflugzeugpiloten betreiben oder in der Bauchtanzgruppe glänzen.

        Die Rentenversicherung steht vor dem Kollaps (vgl. H.W. Sinn) und ihre Sorge sind Milliardärssöhne?

        In unserer Gesellschaft ist nichts in Ordnung und Neid bleibt Begründung für das festhalten an falscher Politik. Der intellektuelle Bankrott in Berlin ist Ausdruck der Ideenlosigkeit seiner Wähler.

        Sie werden mit ihren Ansprüchen baden gehen, der point of no return ist für unsere Gemeinwesen längst überschritten, die Insolvenz gesetzt.

      • Dietmar Tischer sagte:

        @ Alexander

        >Typisch für Linke wird die Diskussion umgedreht, so auch sie.
        Meine Aussagen seien abstrakt, aufgeblasen und variiert.>

        Fair bleiben.

        Ich drehe nichts um, sondern habe gesagt – vielleicht nicht verständlich genug –, dass Sie die Themen wechseln.

        Wir haben über Eigentum geredet und ich davon, dass Menschen auf Basis eines auf Eigentum agierenden Wirtschaftens eine gesellschaftliche KOMPENSATION haben wollen, wenn sie ohne Schuld, aber ursächlich durch andere in eine schwierige Lage bis hin in Not geraten.

        Sie bringen NEUE Sachverhalte ins Spiel, die bei @ Markus zu recht kritisiert wurden:

        >Es ist ein großer Unterschied, ob ich für Risiken nicht vorsorgen KANN oder ob ich nicht WILL.>

        Wenn Sie OHNE Unterscheidung die Diskussion betreiben, dann sind Sie in einer ANDEREN Diskussion in Richtung Ethik.

        Das ist bei Ihnen zu oft der Fall, das kritisiere ich.

        Der Verweis darauf hat nichts mit einem Umdrehen der Diskussion zu tun.

  4. prestele sagte:

    Verehrter Herr Dr. Stelter,

    ich wäre Ihnen dankbar, wie Sie zu dieser Aussage kommen. Der Global Wealth Report der Credit Suisse und auch der der Allianz vgl.:https://www.welt.de/finanzen/article181675544/Reichtumsstudie-Deutschland-liegt-bei-Vermoegensungleichheit-vorn.html kommen zu deutlich anderen Zahlen und weisen insbesondere auf die Auswirkung der Vermögensverteilung (Gini-Koeffizient bei 0,8) auf das Medianeinkommen hin.
    „Die deutschen Privathaushalte haben im Schnitt deutlich weniger auf der hohen Kante als die Bürger der Länder, für deren Staatsschulden sie bürgen: Das Medianvermögen der deutschen Privathaushalte sind rund 6 000 Euro, gegenüber 159 000 in Spanien, 146 000 in Italien, 113 in Frankreich, ja selbst die griechischen Privathaushalte liegen hier mit 65 000 vor Deutschland.“

    MfG
    Prestele

    Antworten
  5. Dietmar Tischer sagte:

    >Merkel hat perfektioniert, was nach 1990 fast alle westlichen Staaten prägte: unpolitische Politik. Es gibt in ihrer Laufbahn kein konstantes Ziel, nichts, wofür sie unzweifelhaft steht. Sie hat kein „Projekt“, kein Ziel, um das es bei der Macht geht.>

    Das halte ich für eine völlig FALSCHE Beschreibung ihrer Politik.

    Ihr KONSTANTES Ziel war, die gegenwärtige STABILITÄT der Gesellschaft zu erhalten.

    Daher innenpolitisch die SPD mit der Blankovollmacht für „soziale Gerechtigkeit“ (Umverteilung) ausstattend und außenpolitisch für die Erhaltung der EU/Eurozone kämpfend (Griechenland etc.).

    Das hat ihr die Macht gesichert.

    Denn sie konnte Stabilität erreichen, OHNE den Menschen spürbare Wohlstandsverluste abverlangen zu müssen.

    Diese Politik ist natürlich nicht ohne FEHLER und DEFIZITE.

    Der Fehler zeigt sich u. a. an den Integrationskosten für die Zugewanderten.

    Die Defizite werden sich zeigen, wenn – unweigerlich – die zukünftigen Wohlstandsverluste spürbar werden.

    Fazit:

    Wenn man die Menschen AUFKLÄREN will, muss man schon ein wenig unterscheiden.

    Daran fehlt es offensichtlich bei Knauß.

    Antworten
      • Dietmar Tischer sagte:

        @ SB

        Nochmals:

        Wir reden über ihr von mir behauptetes ZIEL Merkels, gesellschaftliche Stabilität zu erhalten.

        Über ihre Maßnahmen zu reden, heißt über ZIELERREICHUNG zu reden.

        Das ist etwas anderes.

        Dazu:

        a) Energiepolitik

        Hierzu muss man sagen, dass die Abschaltung der Kernkraftwerke EINDEUTIG eine Maßnahme war, die gesellschaftlicher Stabilität diente und auch Zielerreichung war. Denn die Mehrheit war schon vor Fukushima und erst recht danach gegen die Kernenergie.

        Die damit auch ERZWUNGENE Energiewende zu Solar- und Windenergie ist als Maßnahme zwiespältiger zu sehen. Den einen, den Grünen, geht es nicht umfassend und nicht schnell genug. Für die anderen, etwa den beim Abbau der Braunkohle und in den Kohlekraftwerken Beschäftigten, ist die Energiewende bedrohlich. Siehe das Problem der SPD, sich bei diesem Thema eindeutig zu positionieren.

        Angesichts einer offensichtlich wachsenden Orientierung der Bevölkerung zu „grüner Politik“ wollte Merkel nach den Wahlen mit den Grünen und aus ihrer Sicht notgedrungen mit der FDP eine Regierung bilden, um SO ein mögliches MAXIMUM an Zufriedenheit mit der Fortführung ihrer Energiepolitik einzufangen.

        Die nächsten Wahlen zum BT unter anderer CDU-Führung werden eine Bestätigung meiner Auffassung sein und das nicht nur der rechnerischen Mehrheit wegen.

        b) Einwanderungspolitik

        Die Grenzen im Sept. 2015 nicht zu schließen, kann durchaus als Maßnahme gesehen werden, die Stabilität in der EU zu gewährleisten mit dem Glauben, dass uns die anderen aus Solidarität Flüchtlinge abnehmen und damit die Stabilität in Deutschland gewahrt würde.

        Das war eine Fehleinschätzung, die zur weiteren Destabilisierung der EU beigetragen hat bis hin – in welchem Maß ist nicht bestimmbar – zum Brexit.

        Es war auch eine Fehleinschätzung, was Deutschland betrifft, weil die Gesellschaft mehr gespalten und damit destabilisiert wurden (Erfolg der AfD als Beweis dafür).

        Die von Merkel z. Z. betriebene Flüchtlingspolitik will den Zustrom von Flüchtlingen nach Europa und damit auch Deutschland verringern durch Vereinbarungen mit zentral- und nordafrikanischen Staaten, den EU-Vertrag mit der Türkei und diplomatische Friedensbemühungen, was etwa Syrien betrifft, aber vermutlich auch den Konflikt Israels mit dem Iran. Insofern verfolgt sie das Ziel, die WEITERE Spaltung/Destabilisierung unseres Landes und der EU zu verhindern. Ob das Ziel erreicht werden kann, ist offen.

        Fazit:

        Ihr Wollen bleibt unbestreitbar, aber sie hat auch Fehler gemacht – wie ich schon zuvor festgestellt habe.

        Auch wenn Merkel im Endeffekt Destabilisierung ERREICHT hat, kann man aus ihren Fehlern nicht ableiten, dass Merkel nicht Stabilisierung, sondern Destabilisierung WOLLTE.

      • SB sagte:

        @Dietmar Tischer:

        „Auch wenn Merkel im Endeffekt Destabilisierung ERREICHT hat, kann man aus ihren Fehlern nicht ableiten, dass Merkel nicht Stabilisierung, sondern Destabilisierung WOLLTE.“

        Das sehe ich anders. Begründung: Wer nur fahrlässig solche Fehler macht, sollte erkennen, dass er nicht die erforderliche Befähigung hat, das Land verantwortlich zu führen. Der Rücktritt wäre die logische, vernünftige und auch ehrenhafte Konsequenz. Merkel macht genau das Gegenteil, nämlich „Weiter so“ und zwar mit zunehmender Beschleunigung. Das weder die Energiewende, noch die Migrationskrise von ihr fahrlässig herbeigeführt wurde, zeigen zum einen die weitere unsachgemäße Forcierung des Ausbaus von Windkraftindustrieanlagen ohne die Vioraussetzung des erforderlichen Netzausbaus. Noch deutlicher macht es das Vorgehen der Merkel-Regierung in Sachen UN-Migrationspakt: Totschweigen und am besten komplett am Parlament und Bürger vorbei.

        Wenn man alle Einzelaspekte Merkels Handelns zusammenzählt (auch die Selfies mit illegalen Migranten), spricht diese ganz überwiegend für ihre Absicht. Eine Ausnahme lasse ich für die Finanz- und Eurokrise zu, allerdings auch nur mit Blick auf das Handeln Merkels in der direkten Krisenphase.

      • Dietmar Tischer sagte:

        @ SB

        Wir könnten es ewig weiter treiben, mit wer was sollte, wenn er fahrlässig oder absichtlich dies oder das nicht so gemacht hat oder machen konnte, wie es dem Interesse einiger, aller oder der Mehrheit objektiv oder nur nach deren Meinung dienlich gewesen wär .…

        Unbestreitbar ist jedenfalls, dass Merkel seit 2005 Kanzlerin ist.

        Entweder man nimmt an, dass sie diese Position über diese Zeit nur mit Zielen, Vorstellungen, Bewertungen und Überlegungen sowie mit vielen KOMPROMISSEN ausüben konnte, weil INTERESSEN von Koalitionspartnern zu berücksichtigen waren genauso wie die von den Regierungen anderer Staaten und auch EREIGNISSE auftraten, wie Fukushima, die eine Entscheidung verlangen.

        Oder man nimmt an, dass Merkel „unpolitische Politik“ perfektioniert habe und persönlicher Machterhalt ihr einziges (!) Ziel gewesen sei – und auch sein konnte, weil alles andere sich sozusagen von selbst erledigt hat.

        Ich nehme ersteres an und bin überzeugt davon, wer letzteres behauptet, nichts von Politik versteht.

        Das muss es jetzt aber gewesen sein.

      • RaS sagte:

        @ SB
        Man sollte in dem Zusammenhang auch anschauen, was andere „europäische Protagonisten“ dazu (Migration) geäussert haben, z.B. Peter Sutherland:
        https://www.bbc.com/news/uk-politics-18519395
        bzw.
        http://korrektheiten.com/2012/06/23/peter-sutherland-un-migration-ethnische-homogenitaet-multikulturell/
        https://www.irishtimes.com/life-and-style/people/peter-sutherland-moral-merkel-fragile-europe-sneering-ireland-1.2454732
        oder auch Sarkozy
        https://www.youtube.com/watch?v=dY3xECUi-aQ
        Kann ja jeder glauben, was er will, aber aus meiner Sicht ist das weder Zufall noch unbeabsichtigt. Worüber man noch streiten mag ist, ob es „aus Ihr selbst“ kommt, oder ihr vom großen Bruder „eingeflüstert“ wurde, z.B. so:
        https://www.youtube.com/watch?v=6jXeuhA9Q0I

      • SB sagte:

        @Dietmar Tischer:

        Wenn es das für Sie gewesen sein muss, akzeptiere ich das. Wobei ich Sie gerne noch gefragt hätte, was Fukushima mit den deutschen Atomkraftwerken zu tun hatte, die mit die sichersten der Welt sind bzw. waren. Noch dazu diese überstürzte Entscheidung. Und noch dazu, wenn ringsherum alle Atomkraftwerke, die teils tatsächlich nicht sicher sind, weiterlaufen. Völlig unplausibel. Aber sei es drum.

        @RaS:

        Ich sehe das genauso. Natürlich hat Merkel politische Ziele (zuletzt: freie Wohlfahrt für Alle mittels UNO-Migrationspakt). Ob ihre eigenen oder nicht, ist hinsichtlich deren Umsetzung unerheblich. Jedenfalls dienen diese Ziele nicht dem Zweck, die Stabilität der Gesellschaft zu erhalten, sondern dem genauen Gegenteil.

      • Dietmar Tischer sagte:

        @ SB

        Zu Fukushima, weil Sie das noch wissen wollen:

        >… was Fukushima mit den deutschen Atomkraftwerken zu tun hatte, die mit die sichersten der Welt sind bzw. waren.>

        Dies waren und sind sie vermutlich immer noch, ist aber nicht der Punkt.

        Es wäre der oder ein Punkt, wenn wir über Kraftwerke der Qualität Tschernobyl reden würden.

        Darüber reden wir nicht, sondern:

        Die Kraftwerke von Fukushima waren an sich auch die sichersten der Welt (nehme ich an) – und doch haben Sie eine Katastrophe ausgelöst, weil hoch qualifizierte Fachleute etwas übersehen haben.

        Der Punkt ist daher die Überlegung:

        Wenn selbst die BESTEN Fachleute, wie die in Japan eine Katastrophe nicht ausschließen konnten, müssen wir dann nicht annehmen, dass auch deutsche sie nicht ausschließen können?

        Ja, das MÜSSEN wir.

        Das ist die BEGRÜNDUNG dafür, die Kraftwerke abzuschalten.

        Ich sage damit nicht, dass es keine Begründung gibt, sie nicht abzuschalten.

        Ich sage nur, dass Merkel eine Begründung gehabt hatte, sie abzuschalten.

        Ihr Verweis auf Atomkraftwerke außerhalb Deutschlands tut nichts zur Sache, weil Merkel über die keine Verfügungsgewalt hat.

        Kurzum:

        Von „völlig unplausibel“ kann keine Rede sein.

        Zum anderen wiederhole ich:

        Die Bevölkerung war mehrheitlich schon vor Fukushima für die Abschaltung und natürlich erst recht danach.

        Hätte Merkel nicht abgeschaltet, ist nicht auszuschließen, dass es zu einer Spaltung der Gesellschaft gekommen wäre. Vielleicht wäre sie nicht so tief wie beim Migrationsthema gewesen, aber es hätte eine geben können.

        Zum anderen hat Merkel auch ein wenig ihre Glaubwürdigkeit aufs Spiel gesetzt, da sie ja 6 Monate vorher eine Verlängerung der Laufzeiten durchgesetzt hatte.

        Das wird sie nicht gefreut haben, aber wie ich schon gesagt habe:

        Die Kernkraftwerke abzuschalten war neben obiger sicherheitsrelevanter Überlegung (auch) eine Maßnahme, Mehrheitsmeinungen gerecht zu werden und so – meine These – die Gesellschaft stabil zu halten.

      • SB sagte:

        @Dietmar Tischer:

        Wir haben eben bezüglich derselben (Merkel-) Politik zwei unterschiedliche Thesen bzw. Erkenntnisse: Sie sind der Ansicht, dass Merkel die Gesellschaft stabilisieren will. Ich vertrete das genaue Gegenteil. Selbst wenn alle Maßnahmen die Merkel bisher umgesetzt hat, tatsächlich diesem Ziel dienen sollten, fragt sich, warum sie alle davon auf undemokratischem Wege, nämlich ohne demokratischen Diskurs, also breiter Diskussion in der Öffentlichkeit, jedenfalls aber Beteiligung des – hinreichend informierten! – Bundestages, umsetzt. So, wie sie es auch im Falle des Migrationspaktes in trauter Künglei mit Linksgrün nicht getan hat (aus Ihrer Sicht leider wieder ein Artikel von Herrn Spahn). Siehe dazu hier. https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/spahns-spitzwege/migration-einklagbares-recht-unter-dem-dach-der-bundesrepublik/#wpcomm
        Allein die Art und Weise, wie Merkel die wesentlichen Ziele ihrer bzw. der von ihr betriebenen Politik umsetzt (über NGOs wie EU, UNO und im Falle des Migrationspaktes über das „Global Forum on Migration and Development“, ist ein starkes Indiz dafür, dass ihre Politik nicht dem Zusammenhalt der Gesellschaft dient. Denn solche Ziele könnte sie ganz offen kommunizieren und im nationalen vom Grundgesetz beschriebenen Gesetzgebungsverfahren umsetzen.

  6. Uwe Wenzel sagte:

    Aber Herr Stelter,

    genauso wird es vermutlich kommen.
    Die Zinsen bleiben trotz aufkommender Inflation historisch(!) abgeschafft, der Euro bleibt weiter abgewertet.
    Die Zinsdifferenz zwischen FED und EZB wird sich nicht weiter ausweiten, sondern eher wieder verringern.
    Minimalste Zinsveränderungen, sollten denn tatsächlich welche kommen, bleiben eher symbolisch, um die Glaubwürdigkeit einer vermeintlich politisch unabhängigen EZB halbwegs zu erhalten.

    Der Korridor der Inflationsraten-Toleranz wird zunehmen.
    Damit werden die horrenden Schulden auch schneller real entwertet.

    Und das neue Geld der Notenbanken bleibt im Kreislauf der Assets (Immobilien und Aktien) größtenteils gebunden und fließt auch nicht zur Berechnung der Inflationsrate mit ein.

    Antworten
  7. Uwe Wenzel sagte:

    Draghis Geldhebel !

    Die wunderbare Welt des virtuellen Reichtums:

    Wenn nur 1 Billion Euro zusätzlich aus Draghis Druckerpresse vom Markt aufgenommen werden,
    um damit per Niedrigzinsfinanzierung (Finanzierungszinsen unterhalb der Inflationsrate)
    Immobilien kaufen zu wollen, zu können, reicht diese erhöhte Nachfrage bereits aus,

    dass der Preis SÄMTLICHER(!) Immobilien in Deutschland im Durchschnitt um 100% steigt.
    Durch Gier, fehlende Anlagealternativen und Negativzinsen wird das Angebot an verkäuflichen Immobilien noch zusätzlich verknappt, was dem Preisauftrieb zusätzlich hybt.
    (Flaschenhalseffekt)
    Hinzu kommt noch eine lange Spekulationssteuerfrist, die vorerst noch einige Besitzer bindet.

    Dadurch steigt das gesamte Immobilienvermögen in Deutschland von 20 Billionen auf 40 Billionen Euro.
    Und zwar nur durch die 1 Billion Euro zusätzlicher Nachfrage aus Tiefstzins-Krediten.

    Der Vermögenszuwachs von 20 Billionen Euro ist zwar zunächst für alle nur virtuell, aber für den Einzelnen, der mal verkauft, real.
    Aber der vermeintliche Reichtum regt auch schon bei den Eigentümern den Konsum an, die ihre Immobilien zu den deutlich gestiegenen Kursen noch gar nicht verkauft haben.
    Nämlich im Gefühl des Reichtums.

    Es ist eine Wirtschaft, die momentan von einer Kapitalblase lebt.

    Sie zu zerstören, würde mittlerweile zum wirtschaftlichen Super-Gau führen …

    Der Witz an der Sache ist, dass der Vermögenszuwachs der Assetklassen das Bruttosozialprodukt in den letzten Jahren übertroffen hat.

    Fazit: Es bringt mehr sein Kapital mit frischen Geld aus der Druckerpresse aufzublasen, als auf Arbeit zu gehen, um zu produzieren.

    Antworten

Trackbacks & Pingbacks

Ihr Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlassen Sie einen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.