Best of bto 2020: Produktive Schulden sind gut! Was tun mit dem Berg an unproduktiven?

Dieser Beitrag erschien im Februar 2020 bei bto:

In meinem Podcast vom 2. Februar 2020 geht es um das Thema Schulden. Stichwort CORONOMICS: zunächst ein kurzer einführender Kommentar zu den wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus.

Regelmäßigen Lesern meines Blogs ist meine Haltung klar. Schulden sind gut. Sofern sie zu produktiven Zwecken verwendet werden: zur Investition in neue Anlagen, zur Finanzierung von Forschung und Innovation. Konsum auf Kredit ist auch in Ordnung, solange der Schuldner die Absicht hat, die Schulden wieder zurückzuzahlen, vereinfacht gesagt: Wenn Schulden zu einer Mehranstrengung führen und damit das Einkommen und gesamtwirtschaftlich das BIP steigern, dann wachsen Schulden und BIP mit der gleichen Rate. Das habe ich in der Serie zur Eigentumsökonomik ausführlich erklärt.

Das Problem unproduktiver Schulden

Problematisch wird es dann, wenn Schuldner nicht das erforderliche Mehrprodukt erzeugen, zum Beispiel, weil sie auf eine weitere Wertsteigerung der Immobilie hoffen, die sie auf Kredit gekauft haben. Dann spricht man gemeinhin von Ponzi-Finanzierung. Nehmen wir als Beispiel Großbritannien:

  • In UK haben sich die Hypotheken und Kredite an Immobilien- und Finanzunternehmen seit 1990 von 33 Prozent des BIP auf nun 98 Prozent des BIP verdreifacht.
  • Die Ausleihungen an die produktiven Sektoren – also die Nicht-Finanzunternehmen – blieben stabil bei 25 Prozent des BIP.
  • Englische Banken verleihen damit viermal so viel an unproduktive Sektoren wie an produktive Sektoren der Wirtschaft.
  • Nicht anders sieht es unter anderem in den USA, Australien, Kanada, Holland und Schweden aus.
  • Die erhöhte Verschuldung führt also nicht zu einer Mehrleistung, sondern erhöht die Krisenanfälligkeit der Wirtschaft.
  • Eben, weil die Schuldner die Schulden aus Einkommen und nicht aus Mehr-Einkommen bedienen müssen.
  • Eine geordnete Rückführung des Schuldenberges wird das Wachstum der Wirtschaft auf Jahre hinaus belasten.
  • Deshalb haben wir auch die Notwendigkeit, die Zinsen immer weiter zu senken, um die Schulden tragbar zu halten.

30 Jahre Schuldenboom

Finanz- und Wirtschaftskrisen sind die direkte Folge eines zu starken Kreditwachstums im privaten Sektor. Zu Krisen der Staatsfinanzen werden diese vom Privatsektor ausgelösten Krisen erst dadurch, dass die Staaten eingreifen müssen, um Banken und Privatwirtschaft zu stabilisieren. So lautet das Fazit einer Studie der Universität Bonn, die 94 Krisen der letzten 140 Jahre untersucht hat. Sovereigns versus Banks: Credit, Crises, and Consequences

Was zeigt, dass Krisen eher die Regel als die Ausnahme sind.

Zum Krisenverlauf stellen die Forscher fest, dass es einen umso milderen Verlauf der Krise gibt, je geringer verschuldet der Staat vor Krisenausbruch war. Dies leuchtet unmittelbar ein. Denn nur dann haben die Staaten genügend Verschuldungskapazität, um gegenzusteuern. Müssen die Staaten hingegen zeitgleich mit dem Privatsektor sparen, ist eine tiefe Rezession die Folge.

Die Krise von 2008 war folglich kein Zufall. Sie war die unvermeidliche  Konsequenz von zu vielen Schulden, die im privaten Sektor und von einigen Staaten gemacht wurden.

Und tatsächlich haben wir es mit einem historisch einmaligen Verschuldungsboom zu tun. In den 30 Jahren zwischen 1980 und 2010 ist die weltweite Verschuldung dramatisch gewachsen. Berechnungen der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) – der Notenbank der Notenbanken mit Sitz in Basel – zeigen einen Anstieg von 160 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung (gemessen am Bruttoinlandsprodukt, BIP) auf über 320 Prozent für die Industrieländer. Real, also bereinigt um die Inflation, haben sich dabei die Schulden der Unternehmen mehr als verdreifacht, die der Staaten mehr als vervierfacht und der privaten Haushalte gar mehr als versechsfacht.

 

 Quelle: Deutsche Bank

 Quelle: Deutsche Bank

Entfesselung der Banken

Nachdem über Jahrzehnte hinweg die Verschuldung relativ stabil gewesen war, begann ab 1980 der deutliche Anstieg. Dieser war kein Zufall, sondern die direkte und beabsichtige Folge der Wirtschaftspolitik. Immer ging es darum, kurzfristige Probleme zu lösen und Rezessionen zu bekämpfen, wie ein Blick in die Wirtschaftsgeschichte zeigt:

In den 1970er-Jahren schwächte sich das Wirtschaftswachstum in der westlichen Welt deutlich ab. Mit dem ersten Ölpreisschock, steigender Inflation und Arbeitslosigkeit kam eine Ära ständigen Wachstums und kontinuierlicher Wohlstandsgewinne zum Ende. Die Zeit des hohen Wachstums seit dem Zweiten Weltkrieg hatten die Staaten dazu genutzt, die Verschuldung relativ zum Bruttoinlandsprodukt zu reduzieren. Nun begannen sie, mit ersten Konjunkturprogrammen im Sinne der Empfehlungen von John Maynard Keynes Wirtschaftspolitik zu betreiben. Die Privatverschuldung war derweil auf tiefem Niveau. Man wirtschaftete vorsichtig.

Bei Kriegsende hatten sich die führenden Nationen in Bretton Woods auf ein System fester Wechselkurse mit Bindung an den US-Dollar, der wiederum an das Gold gebunden war, geeinigt. Nachdem das System in den ersten Jahren gut funktionierte, mehrten sich die Spannungen. Zu ungleich war die wirtschaftliche Entwicklung der einzelnen Staaten und die enormen Kosten des Vietnamkrieges führten zu deutlichen Defiziten in den USA. Nachdem die Franzosen Zahlungen in Gold statt US-Dollar forderten, kam es zum Zusammenbruch des Systems fixer Wechselkurse. Die Bindung des US-Dollars an Gold wurde aufgehoben. Die Schaffung von neuem Geld war nunmehr völlig losgelöst von Goldbeständen der Notenbanken.

Unmittelbare Folge war ein deutlicher Anstieg der Inflationsraten. Der Begriff der „Stagflation“ wurde geprägt: stagnierende Wirtschaft bei gleichzeitig stark steigenden Preisen, also Inflation. Nur durch drastische Zinserhöhungen gelang es den Notenbanken, allen voran der US-Notenbank Federal Reserve Board, kurz Fed, die Inflation unter Kontrolle zu bekommen. Der Preis dafür war eine heftige Rezession Anfang der 1980er-Jahre.

Um die Wirtschaft wieder zu mehr Wachstum zu stimulieren, wurde ausgehend von den USA und Großbritannien auf eine zunehmende Liberalisierung und Deregulierung vor allem des Banken- und Finanzsektors gesetzt. Banken wurde eine Ausdehnung des Geschäfts ermöglicht. Die Finanzierung von Anschaffungen auf Kredit für breitere Bevölkerungsschichten normal.

Die erfolgreiche Bekämpfung  der Inflation führte zu einem deutlichen Rückgang des Zinsniveaus. Kredite verbilligten sich deutlich und die Nachfrage der privaten Haushalte und Unternehmen zog an. Die Wirtschaft belebte sich und auch andere Länder folgten dem erfolgversprechenden Vorbild und deregulierten ihre Finanzmärkte.

Wachsende Kredite und erholende Wirtschaft führten zu einem deutlichen Anstieg der Vermögenspreise. Die Kurse von Anleihen stiegen, während die Zinsen sanken, die Aktienmärkte starteten zum größten „Bullenmarkt“ der Geschichte, der erst Anfang 2000 sein Ende finden sollte.

Mit dem Fall der Mauer und dem Eintritt Osteuropas und Chinas in den Weltmarkt – die sogenannte Globalisierung – kam es zu intensiverem weltweiten Wettbewerb. Millionen von Menschen kamen neu auf den weltweiten Arbeitsmarkt. Die Löhne kamen unter Druck und die Preise stiegen nur noch langsam. Die Inflationsgefahr schien gebannt und die Notenbanken befürchteten, die Preise könnten gar sinken, in der Fachsprache als Deflation bezeichnet. Da man diese – fälschlicherweise, wie wir später noch sehen werden – als Vorboten einer Großen Depression wie in den 1930er-Jahren sah, hielten die Notenbanken mit tiefen Zinsen dagegen. Um jeden Preis sollte eine Deflation verhindert werden. Das Zinsniveau war über Jahre hinweg zu tief und befeuerte die Preise von Anleihen, Aktien und Immobilien immer mehr.

Schulden als Allzweckwaffe der Politik

Wann immer es zu Turbulenzen an den Finanzmärkten kam – wie dem Crash von 1987, der Russlandkrise, der Asienkrise, der Schieflage des Hedgefonds LTCM – waren die Notenbanken zur Stelle. Spekulanten und Investoren an den Finanzmärkten gelangten so zu der Überzeugung, dass nie etwas schief gehen könne. Denn die Notenbanken würden sie immer wieder retten, sollte es zu einem Unfall im Finanzsystem kommen.

Die steigenden Preise der Vermögenswerte erlaubten es zugleich, mehr Kredite nachzufragen. So ließ sich der höhere Preis eines Hauses dafür nutzen, mit einem weiteren Kredit entweder ein größeres und schöneres Haus zu kaufen oder aber das neue Auto oder die Ausbildung der Kinder bezahlen. Der Politik war dies nur recht, ließen sich doch Lohnsteigerungen wegen der neuen Konkurrenz aus China und den Ländern Osteuropas nicht mehr durchsetzen. Steigende Vermögenswerte und Schulden dienten dazu,  den Wegfall an Lohnsteigerung zu kompensieren.

Doch nicht nur die US-Notenbank war aggressiv mit ihrer Geldpolitik. Die japanische Notenbank versuchte ebenfalls durch eine Politik des billigen Geldes die eigene Wirtschaft, die unter dem Platzen der Spekulations- und Schuldenblase im Jahre 1990 litt, wieder auf Wachstumskurs zu bringen. Kredite in Yen waren unschlagbar günstig. Eine Einladung an die Investoren aus aller Welt, sich billig in Yen zu verschulden und damit auf den weltweiten Finanzmärkten zu spekulieren. Eine Einladung, die diese nur zu gerne annahmen.

In dieses Umfeld steigender Kredite und Vermögenswerte fiel die Erfindung des Internets, das die Hoffnung auf viele neue Industrien und Geschäftsmodelle befeuerte. Obwohl es noch einige Zeit dauern sollte, bis sich diese neuen Geschäfte etablieren, kam es – auch dies nicht zum ersten Mal in der Geschichte – zu einer wahren Euphorie an der Börse. Ein neues Zeitalter wurde beschworen und alte Grundsätze der Bewertung von Unternehmen wurden als veraltet abgetan. Befeuert durch Euphorie und tiefe Zinsen kam es zu Bildung der wohl größten Aktienmarktblase der Geschichte. US-Aktien notierten in der Spitze mit dem mehr als dreifachen des fundamental gerechtfertigten Wertes deutlich über dem Höchststand vor dem letzten großen Crash von 1929. Es kam, wie es kommen musste: Auch diese Blase platzte, die Aktienmärkte stürzten ab und die Angst vor einer neuen großen Depression ging um.

Dies wiederum rief die US-Notenbank auf den Plan. Unter dem damaligen Notenbankpräsidenten Alan Greenspan wurden die Zinsen auf ein erstes Rekordtief gesenkt. Als nach dem Anschlag vom 11. September ein Verschärfen der Rezession drohte, wurden die Zinsen nochmals gesenkt. Die US-Autoindustrie warb mit günstiger Finanzierung – „keep America rolling“ lautete das Motto. Die US-Regierung tat alles, um den Bürgern den Erwerb von Eigenheimen zu erleichtern. Das Ziel: durch ein Befeuern der Immobilienpreise den US-Konsum und damit die Wirtschaft zu stimulieren. Mit Erfolg. Die Rezession wurde rasch überwunden, die Wirtschaft wuchs, die Arbeitslosigkeit ging zurück und Aktien wie Immobilienpreise stiegen deutlich.

Zugleich bestimmte die US-Politik den Gang der Dinge in der Welt. Die Zinspolitik der US-Notenbank hat unmittelbare Auswirkungen auf die Zinspolitik in den anderen Ländern. Halten die anderen Notenbanken die Zinsen weiter oben, so kommt es zu einer Aufwertung der eigenen Währung mit entsprechend negativen Wirkungen für den Export und die Wirtschaft im eigenen Lande. Schon aus diesem Grund waren die Notenbanken der Welt gezwungen, den US-Weg mitzugehen. Weltweit sank das ohnehin tiefe Zinsniveau weiter.

Der Euro als Schuldenturbo

In Europa begann zeitgleich ein historisches wirtschaftspolitisches Experiment: Der Euro wurde eingeführt, ohne die für eine Währungsunion erforderlichen Voraussetzungen – nämlich eine gemeinsame Fiskal- und Wirtschaftspolitik – zu erfüllen. Die Einführung des Euro hatte zuvorderst eine Wirkung: Die Zinsen in den anderen Ländern fielen rasch auf das deutlich tiefere deutsche Niveau. Da die Inflationsraten jedoch noch höher blieben, war der Realzins negativ. Folge war ein einmaliger Verschuldungsboom in den heutigen Krisenländern Europas.

Deutschland, das zu einem zu hohen Umtauschkurs in den Euro eingetreten war, durchlief derweil eine tiefe Anpassungskrise. Die Arbeitslosigkeit schnellte nach oben und führte zu stagnierenden Löhnen und Arbeitsmarktreformen (Hartz IV). Die Binnenwirtschaft war davon besonders betroffen, weshalb sich die Wirtschaft noch mehr auf den Export fokussierte und die Deutschen – wie übrigens auch die Chinesen – mehr sparten als investierten, was dazu führt, dass man das Geld im Ausland anlegen muss. Man exportiert also Kapital. Dieser Kapitalexport führte zu einer weiteren Senkung des Zinsniveaus in den anderen Ländern und befeuert so den – schuldenfinanzierten – Konsum. Ein verhängnisvoller Kreislauf.

Die tiefen Zinsen zeigten ihre Wirkung: In den USA, Großbritannien, Spanien, Portugal und Irland kam es zu deutlich steigenden Preisen für Immobilien. Die Aktienmärkte erholten sich ebenfalls und näherten sich zum Teil wieder den im Jahre 2000 erreichten Höchstständen. Banken und Investoren suchten nach attraktiven Anlagemöglichkeiten im Umfeld von Niedrigzinsen. So kam man in den USA auf die Idee, die vergebenen Hypotheken in Wertpapieren zu bündeln und diese an Investoren aus aller Welt zu verkaufen. Angesichts der Erfahrung, dass Immobilien eigentlich nur im Preis steigen können, eine relative sichere Möglichkeit für Investoren, ihr Geld anzulegen – so dachte man zumindest.

Der zunehmende Boom führte jedoch dazu, dass die Kreditvergabe immer laxer gehandhabt wurde. Immer weniger Eigenkapital war vonnöten, um ein Haus zu erwerben, immer weniger wurde auf die Finanzkraft des Käufers geachtet. Warum auch, wenn man doch die Hypothek sogleich in ein Wertpapier verpackt an ahnungslose Käufer weiterreichen konnte?

Die Blase platzt

Der Rest ist, wie man so schön sagt, Geschichte: Als die Immobilienpreise zu fallen begannen, wurde schnell offensichtlich,  dass viele Schuldner nicht in der Lage waren, ihren Verpflichtungen nachzukommen und die Wertpapiere nicht so werthaltig wie gedacht: Die Finanzkrise war da.

„Große Finanzkrisen sind meistens die Folge eines sehr starken Kreditwachstums im privaten Sektor“, so das Fazit der bereits angesprochenen Studie der Universität Bonn. Nicht anders ist es auch bei der Krise, die 2008 begann. Im Unterschied zu den 94 von den Forschern untersuchten Krisen der letzten 140 Jahre hatten wir es jedoch mit einer Krise zu tun, die nicht nur ein einzelnes Land, sondern fast die gesamte westliche Welt betraf. Dies zeigt: Die Situation von 2008 war einmalig. Noch nie zuvor hatten wir eine globale Finanzkrise dieses Ausmaßes. Nicht einzelne Länder, nicht einzelne Sektoren hatten über ihre Verhältnisse gelebt, sondern fast alle. Dies machte die Situation so gefährlich. Es drohte der Kollaps.

Verschleppen statt kurieren

Erinnern wir uns:

  • Guthaben = Schulden
  • Schulden gut, solange produktiv
  • unproduktive Schulden = Problem
  • Abbau immer auf beiden Seiten zugleich: weniger Schulden = weniger Guthaben
  • Wir haben die Wahl: langsam und quälend oder rasch und geordnet
  • Und wir können die Instrumente wählen:
    a) Pleiten: Chaotisch, schwer kontrollierbar, erhebliche Auswirkungen auf die Realwirtschaft und können andere – eigentlich gute Schuldner – auch in Probleme stürzen. Deshalb unpopulär!
    b) Schuldenschnitte: Geordnete Version der Pleite, die versucht, Folgen zu begrenzen. Nicht realistisch angesichts der Dimensionen, um die es geht. Ebenfalls unpopulär. Ich erinnere beispielsweise an die Bail-in-Regel bei Banken.
    c) Vermögensabgaben/Steuern: eine weitere Unterversion von a) und b). Letztlich wird hier der Schaden nicht auf die Gläubiger verteilt, sondern gezielt eine Personengruppe belastet (Reiche, Immobilienbesitzer etc.). Wurde vom IWF zur Lösung der Staatsschuldenkrise vorgeschlagen. Wird auch in Frankreich diskutiert. → Enteignung – weil es mit der Inflation nicht klappt? Wir in Deutschland haben da ja eine Tradition (Lastenausgleich, Hauszinssteuer). In anderen Ländern gibt es die nicht und es ist höchst zweifelhaft, dass Italien beispielsweise diesen Weg beschreitet. Unpopulär.
    d) Inflationierung: sicherlich die beliebteste Version aus Sicht der Politiker. Schon nach dem Zweiten Weltkrieg haben sie über finanzielle Repression – also Zinsen unter der nominellen Wachstumsrate – die Schulden relativ zum BIP gedrückt. Wenn die Regierungen dies machen wollen, müssen sie über eine Generation hinweg finanzielle Repression betreiben. Das habe ich schon vor fast zehn Jahren – damals noch bei BCG – vorgerechnet. Heute sind die Zahlen ähnlich:

    Quelle: BCG

    e) also richtige Inflationierung: Problem, es wird seit zehn Jahren probiert, ohne Erfolg! Und deshalb werden     wir in den kommenden Jahren noch weitaus drastischere Maßnahmen sehen, um die Inflation nach oben zu treiben.

In den letzten zehn Jahren haben wir expansive Maßnahmen gesehen wie noch nie in der Geschichte. Erreicht haben sie nicht viel. Das Wachstum war schwach, die Inflation gering. Derweil stiegen die Vermögenspreise und die Schulden weiter an. In der westlichen Welt stagnierten die Schulden auf hohem Niveau, während die Schwellenländer deutlich mehr machten.

Damit wurde Zeit gekauft, das Problem aber nicht gelöst. Es ist nur eine Frage der Zeit. Am Ende des Anpassungsprozesses steht in jedem Fall beides: weniger Schulden und ein kleinerer Finanzsektor. Und mehr Stabilität. Es geht uns wie demjenigen, der in einem Fass die Niagara-Fälle herunterstürzt. Oben und (hoffentlich auch) unten ist es okay. Der Weg dazwischen ist unangenehm.

Kommentare (37) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
  1. Avatar
    Stoertebekker sagte:

    @ DS

    >- In UK haben sich die Hypotheken und Kredite an Immobilien- und Finanzunternehmen seit 1990 von 33 Prozent des BIP auf nun 98 Prozent des BIP verdreifacht.
    – Die Ausleihungen an die produktiven Sektoren – also die Nicht-Finanzunternehmen – blieben stabil bei 25 Prozent des BIP.<

    Kann man die produktiven und unproduktiven Schulden denn so klar trennen?
    – Immobilienfirmen bauen auch neue Immobilien und sind dann produktiv. Mittlerweile fangen (in D) auch Banken wieder an, derartige eigene Projekte aufzulegen.
    – Wenn ich die BCG-Darstellung richtig mit den Aussagen aus dem Text kombiniere, sind die bei BCG gezeigten Schulden der Unternehmen alle produktiv (da non-Financial). Kann das sein? Wenn ja, wo ist das Problem?

    Und wie sortieren wir eigentlich private Kredite ein – lt BCG-Darstellung ja durchaus ein massiver Block in vielen Ländern? Was ist zB mit den Anschaffungen von Angestellten in Industrien mit produktiven Krediten, die über einen eigenen „unproduktiven“ Immobilien- oder Konsumkredit den erzeugten echten Mehrwert quasi zeitlich gestreckt in Umlauf bringen?

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      Renée Menéndez sagte:

      Hallo Herr Stöcker,

      auch wenn hier einige Schwächen zu bemängeln wären, gibt dieses Paper einen guten Einblick in die ganze Fragestellung:

      „Abstract*
      Dieses Papier adressiert die Frage der Vereinbarkeit einer positiven Zinsrate mit einer nicht mehr wachsenden Wirtschaft. Die Analyse erfolgt anhand verschiedener Ansätze, die uns dazu dienen, Perspektiven einer Theorie der Wachstumsnotwendigkeit in der Geldwirtschaft zu entwickeln. Neben einem sehr breit angelegten Review und der systematischen Darstellung von Ansätzen leisten wir drei analytisch wertvolle Beiträge: Erstens bereiten wir die Forschungsfelder zur Goldenen Regel und zum Zins-Wachstums-Differential als Ansätze einer Wachstumsnotwendigkeit auf. Zweitens widerlegen wir die mancherorts zu findende These, dass allein die Kreditgeldschöpfung bereits zu einem Wachstumszwang führen würde, da der Zins eine ständige Ausweitung der Geldschöpfung bedinge. Wir zeigen auf, dass nicht die Geldschöpfung an sich zu problematisieren ist, sondern der Wachstumszwang eine Folge einkommensabhängigen Sparens in Kombination mit einem über den Vermögensmarkt zu bestimmenden Zinssatz ist. Drittens skizzieren wir ein Zentralbankdilemma aus monetärkeynesianischer Perspektive, welches darin besteht, dass die Notenbank aus beschäftigungspolitischen Überlegungen heraus den Diskontsatz senken müsste um Wachstum zu stimulieren, ihn aber zur Stabilisierung der Währung und Vermeidung von Blasen mittelfristig anheben muss und damit wirtschaftliche Stagnation induziert. Das Dilemma drückt die paradoxe Situation entwickelter Geldwirtschaften aus, eine inhärente Tendenz zur Stagnation aufzuweisen und gleichzeitig Wachstum zu benötigen, um die negativen Auswirkungen der Stagnation auf Beschäftigung und Verteilung zu lindern. Die gewählten Ansätze eröffnen weiteren Forschungsbedarf zur theoretischen Vertiefung und empirischen Prüfung der aufgeworfenen Fragen und Thesen.“

      aus: https://www.wiso.uni-hamburg.de/fachbereich-sozoek/professuren/heise/zoess/publikationen/dp45.pdf

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      foxxly sagte:

      @ stöcker, 17:17
      die 5 punkte sind mir bekannt bzw. auch nachvollziehbar.

      ich denke, das dies eine ausweichende antwort, oder netter versuch und ablenkung ist.

      denn, wenn sie die ganze volkswirtschaft, als eine einheit/einen betrieb betrachten, dann geht dieser aufgeführte zinskreislauf nicht mehr auf.
      und dann bleibt meine frage bestehen!

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        Michael Stöcker sagte:

        @ foxxly

        „die 5 punkte sind mir bekannt bzw. auch nachvollziehbar.

        ich denke, das dies eine ausweichende antwort, oder netter versuch und ablenkung ist.“

        Was denn nun: „nachvollziehbar“ oder „ausweichende antwort, oder netter versuch und ablenkung“.

        Sie müssen sich schon entscheiden.

        „denn, wenn sie die ganze volkswirtschaft, als eine einheit/einen betrieb betrachten,“

        Eine derartige Betrachtung/Verengung käme mir noch nicht einmal im Vollrausch in den Sinn. An wen verkauft denn dieser eine Betrieb seine Waren/Dienstleistungen, wenn es gar keine weiteren Betriebe und insbesondere Haushalte gibt? Und woher kommt das Geld, wenn es keine Banken gibt?

        Wenn Sie hier noch von irgendjemanden ernst genommen werden wollen, dann setzten Sie sich mit den 5 Punkten auseinander und widerlegen mich. Sollten Sie dazu nicht in der Lage sein, dann hindert Sie selbstverständlich niemand hier am Blog, Ihre unreflektierten Glaubensbekenntnisse auch weiterhin vorzubeten. Zum Glück haben wir ja Religionsfreiheit. Der eine glaubt an die immaculata conceptio und der andere an den maculatum creditum.

        LG Michael Stöcker

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    Dietmar Tischer sagte:

    >Mit dem Fall der Mauer und dem Eintritt Osteuropas und Chinas in den Weltmarkt – die sogenannte Globalisierung – kam es zu intensiverem weltweiten Wettbewerb. Millionen von Menschen kamen neu auf den weltweiten Arbeitsmarkt. Die Löhne kamen unter Druck und die Preise stiegen nur noch langsam. Die Inflationsgefahr schien gebannt und die Notenbanken befürchteten, die Preise könnten gar sinken, in der Fachsprache als Deflation bezeichnet. Da man diese – fälschlicherweise, wie wir später noch sehen werden – als Vorboten einer Großen Depression wie in den 1930er-Jahren sah, hielten die Notenbanken mit tiefen Zinsen dagegen. Um jeden Preis sollte eine Deflation verhindert werden. Das Zinsniveau war über Jahre hinweg zu tief und befeuerte die Preise von Anleihen, Aktien und Immobilien immer mehr.>

    …fälschlicherweise, wie wir später noch sehen werden …

    Ich erkenne im darauf folgenden Text NICHTS, was ein FÄLSCHLICHERWEISE rechtfertigen könnte.

    Dass es NICHT zu einer Deflation kam, ist u. a. der Geldpolitik der Notenbanken geschuldet, wie am Blog hinreichend diskutiert worden ist (Abwendung von Staats- und Bankinsolvenzen, Zombifizierung von Unternehmen der Realwirtschaft – alles, was Arbeitslosigkeit, zunehmenden Nachfragerückgang und Deflation verhindert hat).

    >In dieses Umfeld steigender Kredite und Vermögenswerte fiel die Erfindung des Internets, das die Hoffnung auf viele neue Industrien und Geschäftsmodelle befeuerte.>

    Hoffnungen – ja.

    Das reicht aber nicht.

    Die Annahme, dass mit dem Internet und allem was dranhängt eine Deflation zu vermeiden ist, war DAMALS – zum Zeitpunkt der Erfindung vor 30 Jahren – genauso UNFUNDIERT wie sie es HEUTE ist.

    Die erforderliche PRÄMISSE, dass die neuen Technologien nach den wandlungsbedingten Friktionen GENAUSO viele Arbeitsplätze mit unterm Strich genauso viel Einkommen schaffen würden, ist durch NICHTS erhärtet – außer durch HOFFNUNG.

    Das gilt jedenfalls für die entwickelten Volkswirtschaften.

    Wie sich die neuen Technologien einmal für die sich entwickelnden gestalten wird, die – weitgehend unbelastet durch „alte“ Technologien – in einer völlig ANDEREN Situation sind, ist eine andere Sache.

    Auch wenn sich für diese die neuen Technologien nachhaltig als wachstumsfördernd zeigen sollten und somit eine Deflation, soweit ersichtlich, ausgeschlossen erscheint, KANN für andere Teile der Weltwirtschaft eine Deflation NICHT ausgeschlossen werden.

    Vor allem sollte man nicht folgenden Fehler begehen:

    Da sich die neuen Technologien DURCHSETZEN werden – und das werden sie, sei es durch ihre Attraktivität, sei es durch staatliche Zwangsmaßnahmen – ist GESICHERT, dass sich hinreichend viel Nachfrage entwickelt, um eine Deflation zu verhindern.

    Diese Auffassung ist FALSCHE Fortschrittsgläubigkeit.

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    JürgenP sagte:

    @ DS
    „Damit wurde Zeit gekauft, das Problem aber nicht gelöst. Es ist nur eine Frage der Zeit. Am Ende des Anpassungsprozesses steht in jedem Fall beides: weniger Schulden und ein kleinerer Finanzsektor. Und mehr Stabilität“.

    Herr Dr. Stelter, vielen Dank für Ihre Mühe, die aktuellen ökonomische Verhältnisse so klar darzustellen, dass sie auch einem Nichtökonomen (wie mir) zugänglich werden. Mit der zitierten Aussage sprechen Sie den Kern der Entwicklung an. Es macht Sinn, diesen aus der Blickrichtung der Theorie dynamischer Systeme zu betrachten.

    Bei dem anstehenden Anpassungsprozess handelt es sich um einen „Prozessmusterwechsel“ in Bezug auf das Metasystem „menschliche Gemeinschaft“ mit ihren selbstorganisatorischen gesellschaftspolitischen und ökonomischen Ausprägungen.

    Ausgangspunkt des Prozessmusterwechsels sind die seit 1945 entstandenen Möglichkeiten der Informationswirtschaft. Anfangs kaum wahrnehmbar, stellen sie heute – getrieben durch die Möglichkeiten der Vernetzung durch das Internet – einen fundamentalen Angriff auf bestehende Denk- und Handlungsmuster dar.

    Ausgelöst durch die Eigendynamik zunehmender Vernetzung entwickelte sich eine Tendenz zu exponentiellen Entwicklungsverläufen, die vor nichts halt machen sowie mit hoher Veränderungsgeschwindigkeit und urplötzlich Lawinen auslösen können, die in den Alltag der Menschen direkt eingreifen:

    Beispielsweise war gestern noch von einem Virus die Rede, den nach bekannten Verfahren man wegimpft. Heute sind die Verhältnisse auf den Kopf gestellt. Es wurden bereits Flüge in ganz Europa gestrichen und eine ganze Insel in die Quarantäne geschickt, weil es vielleicht zwei oder noch mehr Varianten gibt und niemand spontan die möglichen Auswirkungen beurteilen kann. Und das, obwohl Mutationen von Viren zum Tagesgeschäft der Mikrobiologen gehören.

    Die nach dem zweiten Weltkrieg entwickelten Organisationsformen in Politik, Gesellschaft und Ökonomie sind auf das Management des Systemzustands von Stabilität ausgelegt. Sie funktionieren unter einfachen Bedingungen nach Ursache-Wirkung-Prinzipien (Steuerung), unter komplexen Bedingungen nach Soll-Ist-Abgleichen (Regelung).

    Heute gilt es mit dem Systemzustand von Instabilität umzugehen. Dies erfordert für das gesellschaftliche Metasystem „Politik“, aber auch für eine Vielzahl von Subsystemen, ein Umschalten auf Handlungsstrategien, die für einfache organisatorische Verhältnisse mit „Suchbewegung“ oder unter komplexen Bedingungen statt Funktionsoptimierung mit „Musterwechsel“ zu beschreiben sind.

    Klar ist, dass das globale ökonomische System zur Kategorie der selbstorganisierenden Systeme zählt. Daher ist infolge der Komplexitätsentwicklung der erforderliche Musterwechsel mit der Destabilisierung bestehender Zustände und mit Leistungseinbrüchen verbunden.

    Geld- und zeitfressende Großbauten, verschlafene Technologiewechsel, Schuldenboom, Schuldenturbo, Zombieunternehmen, künstlich gebräunte Twitterpräsidenten, platzende Immobilienblasen, selbst „plötzlich“ auftauchende pandemische Mikrobiologie sind nicht als Ursache, sondern als logische Konsequenz eines anstehenden Prozessmusterwechsel zu verstehen, der als tiefere Ursache eine unzureichende Komplexitätskompetenz von etablierten (auf Stabilität ausgelegten) Steuerungs- und Regelungsmechanismen einschließlich seiner Akteure aufweist.

    Die Kompetenz fehlt deshalb, weil die Zyklen zwischen den „normalen“ Instabilitäten über mehr als zwei Generationen reichen (Kontratiewzyklus rd. 60Jahre). Die Bildungsmechanismen an Schulen und Universitäten sind nicht auf die Wissensvermittlung für instabile Phasen ausgelegt. Es fehlt Lehrenden das Erfahrungs- und Fundamentalwissen, auch weil die systemwissenschaftlichen Grundlagen erst nach der letzten Phase einer globalen Instabilität (WK II) entwickelt wurden und der „Vermittlungsbedarf“ lange nicht gesehen wurde.

    Zudem kommt, dass möglicherweise noch ein weiterer Zyklus überlagernd wirkt, der mit der kopernikanischen Wende zu vergleichen wäre, d.h. mit der Veränderungen des globalen Weltbildes im Abstand von rd. 200 Jahren.

    Eines ist unter diesen Bedingungen ganz sicher: ein zurück gibt es nicht.

    Um einen Weg in Richtung von „Stabilität“ aufzuzeigen, schließe ich mit einem Zitat aus dem Buch von Prof. Peter Kruse („next practice“):

    „Für die Zukunft wird offenbar ein nächste Stufe der organisatorischen Intelligenz erforderlich: die Bildung von horizontalen, hierarchie- und bereichsübergreifenden Netzwerken, in denen Einzelne und Teams in freier Dynamik miteinander kooperieren“.

    Wenn der Kollaps schon nicht zu verhindern ist, so sollte die Zeit genutzt werden, um durch Bildung und Training die Voraussetzungen für die nächste Stufe zu schaffen. Das ist die große Chance auch für die Zeit „danach“. Dazu bedarf es keiner „Politik“, sondern des Einsatzes jedes Einzelnen, egal ob jung oder alt.

    „Stabilität“ kommt dann von selbst.

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      foxxly sagte:

      @ 12:53
      „Wenn der Kollaps schon nicht zu verhindern ist, so sollte die Zeit genutzt werden, um durch Bildung und Training die Voraussetzungen für die nächste Stufe zu schaffen. Das ist die große Chance auch für die Zeit „danach“.“

      die historie ergab, dass die alten köpfe, die neuen sind! ……. und mit diesen alten köpfen soll ein neues system geschaffen werden??
      Einstein sinngemäß:
      >ein problem, kann nicht durch die gleichen mechanismen beendet werden, welche es geschaffen hat.<

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      • Avatar
        JürgenP sagte:

        @foxxly
        Der Satz von Einstein passt: „komplexe“ Probleme in instabilen Phasen können nicht mit Mechanismen/Methoden behoben werden, die auf „einfache“ Probleme in stabilen Phasen ausgelegt sind.

        „… und mit diesen alten köpfen soll ein neues system geschaffen werden“
        Ein einfaches (Fahrrad) oder kompliziertes (Maschine) System können Sie „schaffen“, d.h. zweckorientiert konstruieren und in die Welt setzen. Komplexe Systeme entziehen sich dieser Art des „Schaffens“, ganz unabhängig davon ob es alte oder neue Köpfe versuchen. Sie schaffen sich selbst durch Informationen und deren Vernetzung.

      • Avatar
        foxxly sagte:

        @ jürgen 18:17
        „alte köpfe“ (hat nicht nur mit dem alter zu tun)… sind oft mit interessenskonfliken behaftet und erleiden nicht selten einer betriebsblindheit. probleme müssen eben von anderen perspektiven betrachtet und angegangen werden, als die, die es geschaffen haben.
        also ist das potenzial der notwendigen veränderungen der gleichen personen, trotz fortschritt, nicht selten begrenzt.

      • Avatar
        JürgenP sagte:

        @foxxly
        Die Begrenzung der Potenziale kann mit geeigneten, der Komplexität genügenden Methoden durchbrochen werden. Eine davon nutzt der „alte und neue“ VW-Vorstand, der sich offensichtlich gegen Anfeindungen von Beharrungskräften durchsetzen konnte. Das liegt sicherlich auch daran, dass seine Herangehensweise an Problemlösungen nicht nur ungewöhnlich, sondern auch schnell wirksam sind. Näheres:

        https://www.msn.com/en-us/money/other/herbert-diess-how-we-transform-volkswagen/ar-BB1brh9t

        Es bleiben auch nach der Transformation sicherlich noch viele „alte Köpfe“. Für die aber, die einer durchgreifenden Veränderung im Wege stehen wird es vermutlich sehr eng.

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      Horst sagte:

      „Während eines typischen 3- bis 10-jährigen Konjunkturzyklus häufen sich die Schulden an, bis eine Rezession eintritt, die eine Periode des Schuldenabbaus erzwingt, und dann, nach der Erholung, beginnt die Verschuldung wieder anzusteigen. Der Schuldenabbau führt jedoch nur selten (NIE; meine Anmerkung, siehe hierzu Empirie der vergangenen 80 Jahre)) dazu, dass die Verschuldung als Prozentsatz des BIP auf den Stand zu Beginn des Zyklus zurückgeht, so dass jeder nachfolgende Konjunkturzyklus tendenziell mit einem höheren Schuldenstand als der vorherige Zyklus endet und neu beginnt.“

      Übersetzung aus Ihrem Link zu Lyn Alden, 7. Absatz.

      Inhaltlich ist ihr zuzustimmen.

      Eine andere (meine) Perspektive, bei Unterstellung, dass sich ALLE Volkswirtschaften aufgrund der allseits genannten Parameter in 2020 an einem Übergang in eine „Bust-Phase“ befunden haben, die ERSTMALIG die Aushebelung dieses gegenständlichen Prinzips bedeutet hätte, ja wäre, wäre, nicht eine Pandemie nationaler (globaler) Tragweite dazwischengekommen, die ALLE Staaten weltweit zwingt, neue Schuldverhältnisse einzugehen.

      Lyn Alden ist mir um Übrigen ähnlich suspekt wie der von ihr (und Ihnen) so oft ins Spiel gebrachte Dalio, also dem Mann, der uns erklärt, „How the machine works“ und selbst 15 Mrd. $ schwer ist.

      So what, happy lockdown!

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    • Avatar
      foxxly sagte:

      @ alexander 16:19
      herr alexander, .ich weiss ja, dass ich „keine ahnung“ habe (nach ihrer aussage).
      und ich nicht verstehen kann dass sie der genie sind, der die exponentialfunktion des kreditgeldes bändigen kann

      Antworten
      • Avatar
        Alexander sagte:

        @foxxly

        Kein Anzeichen von Respekt für „bto“ die Diskussions-/ Gedankenstränge durch Beibehaltung von Ordnung zu befolgen;
        dito. penetrante Kleinschreibung

        Es gibt keine Exponentialfunktion im Kreditgeldsystem, weil die Basis der Pfänder weder exponentiell wächst, noch die Schuldner eine exponentielle Geldumlaufgeschwindigkeit (Hyperinflation) ohne Konkursuntergang/Hyperdefla überleben könnten.

        Mit mir hat die natürliche Begrenzung einer möglichen Exponentialfunktion gar nichts zu tun. Ich versuche nur anhand von Tatsachen die Hysteriker und Angstauguren in ihre Gehegen zurück zu bändigen, weil es wichtigere Probleme gibt.

        Die Chance von MagicMoneyTheory ist nicht eine Exponentiale, sondern der allmächtige Staat angeführt durch die kompetentesten Vertreter unserer Zeit…..wo private Haftung und Untergang von faulen Krediten ausreichend natürliche Grenzen setzen.

  4. Avatar
    Alexander sagte:

    Unproduktive Schulden zombifizieren, wenn Zins / Tilgung vom gleichen Ertrag vor Kreditaufnahme zu leisten sind. Vorgezogener Konsum kann die Nachfragelücke nicht schließen, wenn ihre Ursache strukturelle Ungleichgewichte* sind.
    (* Wettbewerbsverlust, Innovationsverlust, Produktivitätsstillstand …)

    Innovation & Produktivitätszuwäche schaffen Nachfrage (produktive Neuverschuldung) deren Preissteigerung alte Schulden nominal inflatoniert. Die andere Form von Inflation der Vermögenspreise wird auf Dauer durch platzende Spekulationsblasen begrenzt.

    Der dritte Weg zur Inflation von Kreditschulden scheitert am Fristenproblem/Wachstumsproblem, wenn man sich unproduktiv schneller verschuldet als man wachsen kann. Die Notenbanken versuchen den Weg seit 30 Jahren ohne Erfolg, vgl. H.W.Sinn Dez. 2020.

    Die Lage ist ein intellektuelles Armutszeugnis für die erste Welt.

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      ruby sagte:

      @ Alexander
      Genauer und umfassender als Ihre Erklärungen geht es für mein Verständnis nicht – Dankeschön.
      Die materiellen und finanziellen Abläufe der Wirklichkeit bleiben draußen im wahren Leben zu erkunden.

      Antworten
    • Avatar
      foxxly sagte:

      @ alexander 12:19
      …“wenn man sich unproduktiv schneller verschuldet als man wachsen kann. “
      das hiese im umkehrschluss, dass eine produktive verschuldung durch dessen wachstum gelöst würde?
      das ist eine illussion!!

      ich wiederhole meine frage:
      woher kommt das geld für die kreditzinsen?

      in einen exponentiellen kreditgeldsystem hilft auch keine produktive verschuldung!
      was hier zunächst positiv klingt, schafft am ende noch mehr ungleichgewicht zwischen angebot und nachfrage.

      Antworten
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        ruby sagte:

        @ foxxy
        es steht doch geschrieben und erklärt:
        „…wenn Zins / Tilgung vom gleichen Ertrag vor Kreditaufnahme zu leisten sind,…“
        Vom erwirtschafteten Ertrag der GuV vor Zins und tilgung/Abschreibung- Ende

      • Avatar
        Alexander sagte:

        @ruby

        Danke.

        @foxxly

        Sie haben keine Ahnung vom Mehrwert aus Produktivitässteigerungen, der sich nicht nur in höheren EkSt Zahlungen niederschlägt, sondern auch in der Bereitschaft zur Neuverschuldung/Schaffung von Arbeitsplätzen – i.d.F. der Verlängerung unserer Kreditpyramide.

        Ohne Gewinn folgt „geldwerte“ Stagnation mit der Vollstreckung der schwächsten Tiere der Herde=Zombies, bis Pfänder/Innovation/Produktivität neue Runden erlauben.

        Für Kollektivisten sind das böhmische Dörfer, „Ihre“ Angst ist zu groß, Stallwärme ist kein Entsatz für gelähmte Seelen.

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ foxxly

        >…ich wiederhole meine frage:

        woher kommt das geld für die kreditzinsen?>

        Was soll diese dauernde Fragerei, wenn Ihnen M. Stöcker darauf eine Antwort gegeben hat.

        Ich wiederhole sie, lediglich etwas konkreter:

        Das Geld, das die Bank in Form von Zinsen eingenommen hat, gibt sie wieder aus – an ihre Beschäftigten, als Miete für die Geschäftsräume, für die Anschaffung von neuen Geldautomaten, die Menschen wie ich nicht bedienen können, etc. etc.

        Diese Einkommen werden in Nachfrage umgesetzt, was z. B. so sein kann:

        Der Bankangestellte kauft ein Automobil bei dem Händler, der von seiner Bank einen Kredit erhalten hat. Ein Anteil des Kaufpreises deckt einen Teil der Zinszahlungen an die Bank ab.

        Heißt:

        Die Zinsen (Geld) gehen vom Händler an die Bank und von der Bank zurück zum Händler (natürlich vor allem über Umwege, wenn sich z. B. der Hersteller der Bankautomaten vom Händler ein Fahrzeug kauft).

        Das Geld ZIRKULIERT im Geldsystem.

        JETZT sind Sie dran – und zwar mit NACHDENKEN.

        Und denken Sie gleich einmal Ihr EXPONENTIAL mit:

        Spielt es wirklich eine ROLLE, wie groß die Volkswirtschaft ist, also wieviel Geld zirkuliert?

        Wenn Sie mit Nachdenken fertig sind, melden Sie sich wieder bei M. Stöcker.

        Sie haben von Ihm eine Gratis-Extra-Lektion bekommen. Und das auch noch mit einer Verlinkung zum Meister in Sachen Geld.

        Das bekommt nicht jeder, da ist Nachdenken als Gegenleistung schon angebracht.

      • Avatar
        foxxly sagte:

        @ tischer,
        wenn ich falsch liegen sollte, sie u. @@@, richtig liegen sollten,
        dann dürften die zinslasten in den produkten nur marginal sein. was aber nicht der fall ist.
        (eine info dazu hatte ich vor kurzen hier eingestellt)

      • Avatar
        Johann Schwarting sagte:

        @ Alexander

        „…, sondern auch in der Bereitschaft zur Neuverschuldung/Schaffung von Arbeitsplätzen – i.d.F. der Verlängerung unserer Kreditpyramide.“

        Weder Karl Marx noch Peter Praet, vom 1. Januar 2012 bis 1. Juni 2019 Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank, haben die Zusammenhänge richtig erkannt:

        Karl Marx stellte die Frage:

        „Wie kann nun die ganze Kapitalistenklasse beständig 600 Pfd. St. aus der Zirkulation herausziehn, wenn sie beständig nur 500 Pfd. St. hineinwirft?“,

        in der Mitte der Seite 332 in ‚Das Kapital – Kritik der politischen Ökonomie, Zweiter Band: Der Zirkulationsprozeß des Kapitals‘

        https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf

        Er antwortete völlig unverständlich.

        „In der Tat, so paradox es auf den ersten Blick scheint, die Kapitalistenklasse selbst wirft das Geld in Zirkulation, das zur Realisierung des in den Waren steckenden Mehrwerts dient. Aber notabene: sie wirft es hinein nicht als vorgeschoßnes Geld, also nicht als Kapital. Sie verausgabt es als Kaufmittel für ihre individuelle Konsumtion. Es ist also nicht von ihr vorgeschossen, obgleich sie der Ausgangspunkt seiner Zirkulation ist.“

        In dem Dokumentarfilm ‚Oeconomia‘ führt Carmen Losmann aus, ohne auf Karl Marx hinzuweisen:

        „Jetzt nehmen die Unternehmen eine bestimmte Geldmenge als Kredit auf, sagen wir mal 500 Euro, um es einfacher zu sagen, die sind dann im Umlauf aber das Unternehmen will 600 Euro einnehmen, also 100 Euro Gewinn machen.“

        Peter Praet – ehemaliger Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank – antwortet:

        „Wir schaffen Geld. Das geschieht sozusagen elektronisch. Wir schreiben den Konten den Betrag gut. Das werden die Leute wieder nicht verstehen. Ich verbildliche das mal – das ist jetzt ohne Kamera: Ich könnte sagen: Ich drucke Geldscheine. Aber das ist nur ein Bild, so machen wir das nicht, das macht das Banksystem.“

        Quelle: https://www.daserste.de/information/wissen-kultur/ttt/dokfilm-oeconomia-wie-kommt-das-geld-in-die-welt100.html

        Die richtigen Antworten gelingen erst mit der von Paul C. Martin begründeten Machttheorie des Geldes und dem Debitismus – der „Beschreibung dessen, was passiert, wenn Schulden im System sind.“ Der Nachschuldner, dessen Suche mit Unsicherheit und Ungewissheit verbunden ist, ist zur Realisierung des Mehrwertes von 100 € zwingend nötig – er schuldet den Mehrwert. Gelingt es nicht, einen Nachschuldner zu stellen, kommt es unvermeidbar zur Krise. Das ist der kapitalistische Kettenbrief. Paul C. Martin: „Kredit auf Kredit – es funktioniert so lange, bis es nicht mehr funktioniert.“

        Das aneinander Vorbeireden in den Diskussionen rührt auch daher, dass im theoretischen Denken unterschiedliche Zeiträume zu beachten sind. Das ist vielleicht auch interessant im Hinblick des von Renée Menéndez verlinkten Artikels [S. 31 (S. 26)]. Darüber hinaus gilt Paul C. Martins Erkenntnis vom 27. September 2001: „Es gibt eine alte Regel: Wenn Du etwas nicht kurz und knapp ausdrücken kannst, helfen auch lange Tiraden nix.“

        „In einer Wirtschaft, in der nicht alles gleichzeitig stattfindet, also alle Einzahlungen immer zeitgleich Auszahlungen und im gleichen Sekundenbruchteil wieder Einzahlungen usw. werden können, erscheint zwangsläufig seine Majestät der Zins. Dies wird in den mainstream-Modellen der Ökonomie schlicht unterschlagen. Dies ist auch der einzig wirklich wichtige Punkt, worin sich der Debitismus vom Mainstream unterscheidet. Mainstream rechnet mit über die Zeit steten Größen, der Debitismus hängt jeder Größe sofort den Zinssatz an.“

        Paul C. Martin in https://archiv.dasgelbeforum.net/ewf2000/forum_entry.php?id=74608

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ foxxly

        >Wenn ich falsch liegen sollte, dann …>

        Was ist denn das für eine Antwort?

        „Wenn, dann“ ist KEINE argumentative, d. h. auf KLÄRUNG angelegte Erwiderung auf das, was ich gesagt habe.

        Sie müssen einen WIRKMECHNANISMUS angeben bzw. beschreiben, der auf dem aufsetzt, was ich gesagt habe und zu ANDEREN Ergebnissen kommt als „das Geld zirkuliert im Geldsystem“.

        Das begreifen Sie offensichtlich nicht.

        Es ist bei weitem nicht alles richtig, was Alexander sagt, aber wo er Recht hat, hat er Recht, nämlich:

        Sie haben keine Ahnung.

      • Avatar
        foxxly sagte:

        @ tischer 21:36
        herr tischer, reiten sie auf der formalen schiene, oder haben sie meine frage wirklich nicht verstanden?
        wenn sie damit probleme haben, …….. und dann andere abwerten; – oder vielleicht gerade deswegen?

      • Avatar
        Alexander sagte:

        @Johann Schwarting

        Danke……..

        Politische Ökonomen müssen zur Verwirklichung iher Ziele mit der Tatsachenwahrheit brechen wenn diese Grenzen setzt. Sich einfachsten Buchungssätzen zu unterwerfen widerspricht dem „Machtanspruch“….

        Die Entgrenzung von Macht durch Bruch der Finanzierungsregeln bringt Gewalt bis die Finanzierung der Zwangsmittel scheitert?

        Heiß wird die Angelegenheit dann, wenn der Bruch der Finanzierungsketten Opfer erzwingt, welche ihre Existenz verlieren, d.h. dann nichts mehr zu verlieren haben.

        # ein weiterer Grund warum ich die Zuwanderung von Menschen ablehne, die nichts zu verlieren haben. Der dann erforderliche Zwang hätte die Zuwanderung selbst auf einträgliche beschränken können.

  5. Avatar
    Susanne Finke-Röpke sagte:

    bto: „Erreicht haben sie nicht viel.“

    Sie sagen das, weil Sie unterstellen, dass die Lösung des Problems das politische Ziel war. Das sehe ich anders, nur freue ich mich nicht darüber. Sämtliche großen Staaten, Banken und Versicherungen wurden vor der Insolvenz bewahrt. Damit ist das eigentliche Ziel der Politik erreicht: das Platzen des Problems auf die Zeit nach der eigenen Amtsperiode zu verschieben. Klappt in Japan schon 30 Jahre lang und im Westen immerhin auch schon 12. Mehr als viele Leute in verantwortlicher Position in Amt und Würden sind. Denn bei unschönen Ereignissen wie Staatsbankrott, Hyperinflation. Währungsreform oder Lastenausgleich müssen in der Regel die Verantwortlichen bzw. ganze Parteien aufgrund des Zorns der Betroffenen gehen. Also: Problem erfolgreich in die Zukunft vertagt, eigene Karriere gesichert.

    Antworten
    • Avatar
      Dietmar Tischer sagte:

      @ Susanne Finke-Röpke

      Bin ganz Ihrer Meinung, finde aber, dass eine Ergänzung nicht fehlen sollte.

      Wenn „unschöne“ Szenarien wie Staatsbankrott … eintreten, ist natürlich auch die Bevölkerung betroffen.

      Auch da würden viele gehen MÜSSEN und der gesellschaftliche Zorn würde sich wer weiß wohin entladen.

      Insofern:

      Nicht nur die Regierenden und deren Parteien, sondern ALLE wollen das Problem ERFOLGREICH in die Zukunft vertagen.

      Antworten
      • Avatar
        Susanne Finke-Röpke sagte:

        @Herrn Dietmar Tischer:

        Vielen Dank für Ihre Nachricht. ALLE würde ich nicht sagen, aber VIELE. Sonst gäbe es weder Klagen vor dem Bundesverfassungsgericht noch EZB-Skeptiker in diversen Parteien (nicht nur in der AFD) noch den Zulauf bei den Crash-Propheten mit ihren mehr oder weniger ausgefeilten Prognosen (oft eher weniger). Ich frage mich nur, was passieren würde, wenn sich sehr junge Leute umfassend mit dem Thema beschäftigen MÜSSTEN. Eventuell würden sie ihre Meinung ändern und es gäbe weniger Unterstützung dafür.

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Susanne Finke-Röpke

        Ich danke für die Korrektur – natürlich ist „alle“ nicht der Fall, wohl aber „viele“.

        Ich hatte gedanklich Regierung und Regierte geklammert und bin damit bei „alle“ gelandet.

        So geht’s, wenn man sich selbst überholt.

        Schauen Sie mir bitte weiterhin auf die Finger.

        Zur Sache:

        Manche und manchmal doch recht viele sind in der Tat GEGEN das Handeln der Regierung.

        Das ist mitunter gut begründet, mitunter auch schlecht und zu fragen ist, ob sich ALLE – also auch diejenigen, die für das Regierungshandeln votieren – im Klaren darüber sind, zu was das Handeln nicht nur JETZT, sondern IRGENDWANN einmal führt.

        Ich glaube, dass da der Hase im Pfeffer liegt.

        Die jungen Leute:

        Ich meine, dass unsere besten mit den besten der Welt mithalten können. Es sind nur zu wenige und viel andere hinken vielen anderen in der Welt hinterher.

        Ich wage mit der Ausrede im Hinterkopf, dass ich mit Blick auf die artgerechte Behandlung von Menschen Laie bin, einmal zu benennen, was viele m. A. n. bräuchten:

        Eine SCHOCK-THERAPIE.

        Sagen wir:

        24 Stunden Stromausfall am Stück.

        Also: Handy tot, Konsole tot, TV tot, Kocher tot – und dann taut auch noch der Kühlschrank auf.

        In so einer Situation könnte möglicherweise ein wenig Besinnung in die Köpfe einziehen.

        Sobald die Schuldigen fixiert worden sind, würde es natürlich fröhlich weitergehen, vor allem wenn die Regierung tönt:

        Kommt nicht wieder vor.

  6. Avatar
    Stefan sagte:

    Hallo, ernstgemeinte Frage von einem ökonomischen Laien: Ist die „wahre“ Inflation wirklich so niedrig wie ausgewiesen? Ich lese immer wieder, dass die Berechnung der Inflationsrate auch von Ökonomen kritisiert wird. Ich meine das wäre doch die beste Lösung für die Regierungen: Eine niedrige Inflationsrate ausweisen und tatsächlich eine höhere Inflation haben. Auf diese Weise gibt es am wenigsten Protest.

    Antworten
    • Avatar
      foxxly sagte:

      @ stefan 10:52
      in den warenkorb zur inflationsberechnungen, gehen soviel ich weiss, nicht die mietkosten ein. also die inflationsrate hängt von der absicht der politik ab.
      zusätzlich ist die geldmenge, welche in den anlagesektor fließt, auch nicht enthalten.
      eine treffliche einschätzung ist folgende:
      geldmengenwachstum, minus wirtschaftswachstum,.. = inflation!
      im anlagesektor befinden sich auch immobilien; – mindestens als folge dann die mietpreise.
      demnach eine schätzung zufolge könnte die echte inflation nahe 20% liegen.

      Antworten
      • Avatar
        Susanne Finke-Röpke sagte:

        @foxxly:

        20 % ist m.E. übertrieben. Natürlich ist die persönliche Inflationsrate für jeden anders, aber selbst mit Mieten oder Eigenheimpreisen dürfte sie nicht zweistellig werden, weil ja andere Dinge wie Lebensmittel, Unterhaltungselektronik, Mobilität oder Energiepreise, also Dinge, die jeder braucht, unverändert in den Warenkorb einfließen müssten. Meine persönliche Schätzung bei mir liegt in den letzten 5 Jahren bei durchschnittlich 6 %.

      • Avatar
        foxxly sagte:

        @ SFR 13:51
        sie haben insoweit recht!
        meine angabe war insgesamt incl. dem anlagesektor.
        aber, wenn ich die teuerung zb.beim gemüse, oder verwaltungsgebühren etc.sehe , dann denke ich, geühlt reichen ihre 6% lange nicht mehr.

      • Avatar
        Susanne Finke-Röpke sagte:

        @foxxly 14.03:

        Also ganz konkret:

        Meine Miete ist in den letzten 5 Jahren von 5,90 € auf 7,50 € je qm gestiegen; ich wohne aber nicht in der teuersten Gegend, aber auch nicht an der polnischen Grenze. Das macht 27 % in 5 Jahren, sind rund 5 % p.a. Beim Heizöl lag ich gar nicht so anders und meine Tankrechnungen haben sich auch nicht groß geändert. Die Lebensmittel sind nach Haushaltsbuch etwa 12 % teurer, wobei ich aber meine Ernährung etwas gesundheitsbewusster umgestellt habe. Hygieneprodukte wie Zahnpasta oder Seife sind ziemlich gleich geblieben. Strom ging trotz Anbieterwechsel um 14 % in 5 Jahren rauf. Am stärksten ist mit 45 % mein Aktiendepot gestiegen, was ich jetzt trotzdem unter Inflation subsumiere, was nicht ganz richtig ist, weil ich erstens umgeschichtet habe und zweitens keinen Querschnitt abbilde, aber für den Ersteinstieg eines jungen Menschen wäre das vermutlich wesentlich, denn die Dividenden sind kaum gestiegen.

      • Avatar
        foxxly sagte:

        @ SFR 16:07
        …. schön für sie!
        meine einschätzung war und konnte nicht für sie persönlich sein, sondern für einen durchschnitt in D

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