Das Virus trifft auf eine infektionsanfällige Wirtschaft

CORONOMICS – Was das Coronavirus mit einer falschen Schuldenpolitik zu tun hat. Folge 08 von „beyond the obvious – der Podcast mit Dr. Daniel Stelter“ nimmt zunächst eine ökonomische Einordnung mit Blick auf das neue Virus vor. Auf welchen wirtschaftlichen Boden fällt es und was sind die Gefahren? Eine entscheidende Rolle spielt die Schuldenpolitik, die dafür gesorgt hat, dass die Wirtschaftswelt alles andere als immun gegen Infektionen ist.

… oder hören Sie diesen Beitrag über Ihre eigene Player-App:

Kommentare (20) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
  1. Avatar
    Richard Ott sagte:

    Rahm Emanuel, der Stabschef von Obama wärend der ersten 2 Jahre von Obamas Präsidentschaft, hat mal gesagt: „You never let a serious crisis go to waste.“ Wer braucht noch den „Kampf gegen den Klimawandel“ wenn es eine Coronavirus-Pandemie gibt, um neue Verschuldung und Geldspritzen von den Notenbanken zu rechtfertigen?

    Aber was machen wir dann mit Greta™ und Luisa? Müssen die dann etwa wieder zur Schule bzw. an die Uni gehen und die ganzen Ausgaben in das „Fridays for Future®“ und Greta™-Branding haben sich langfristig gar nicht gelohnt?
    https://www.zerohedge.com/political/angry-17-year-old-girl-trademark-her-name-protect-against-misuse

    Antworten
  2. Avatar
    Dietmar Tischer sagte:

    Richtig, der Coronavirus ist ein externer Schock.

    Was tun?

    Das, was man in einem SCHULDGELDSYSTEM tun kann, wenn man die realwirtschaftlichen FOLGEN der Epidemie nicht hinnehmen will:

    MEHR Verschuldung.

    Genau das tut die chinesische Zentralbank mit der Infusion von 1,2 Trillionen Yuan ($ US 173,8 Milliarden/156 Milliarden Euro) am Montag.

    Hier ist die Meldung:

    https://www.reuters.com/article/us-china-health-cenbank/china-central-bank-to-inject-174-billion-via-reverse-repos-on-february-3-idUSKBN1ZW074

    Das ist ein ordentlicher ANFANG und muss längst nicht das Ende sein.

    Wenn die Auswirkungen auch uns spürbar treffen, werden selbstverständlich auch wir uns vermehrt verschulden.

    Zum Problem der Verschuldung.

    Es ist richtig, dass die Globalisierung – aus Sicht der entwickelten Volkswirtschaften AUCH ein Schock – die Politik herausgefordert hat, den Folgen entgegenzusteuern.

    WIE erfolgte dies auf WELCHER realwirtschaftlichen Gegebenheit in den entwickelten Volkswirtschaften?

    Eine hohe Produktivität und Güterversorgung mit geringen innovatorischen Anreizen für „schöpferische Zerstörung“ hatte im Vergleich mit der Vergangenheit zu schwacher Nachfrage des Privatsektors und folglich zu schwachem Wirtschaftswachstum geführt, auf das – wie richtig auf die Globalisierung zurückgeführt – der Lohndruck und damit quasi für viele die Stagnation des Einkommens, wenn nicht sogar Einkommensverluste verbunden waren.

    Das war die Ausgangslage zusammen mit der Tendenz, dass die privatwirtschaftlichen Investitionen mehr und mehr in die sich entwickelnden Volkswirtschaften, namentlich Osteuropas und Chinas mit seinem riesigen Nachfragepotenzial migriert sind.

    Das ist weitgehend der Konsens.

    Darauf wurde, von Land zu Land unterschiedlich, aber IMMER mit WACHSENDER Verschuldung reagiert:

    Vor allem in USA war die Politik der Auffassung, dass stagnierende Einkommen durch die Zunahme des Vermögens auszugleichen wären. Daher dort durch REGULIERUNG eine Entfesselung des Finanzsektors mit verlockenden Finanzierungsangeboten für den Immobilienkauf, zunehmender Verschuldung bis zum Platzen der Subprime-Krise, die diese Politik als ILLUSION offenbarte.

    Die Politik, unterstützt durch die Notenbanken, ermöglichte weiterhin eine zunehmende Konsumentenverschuldung – UNPRODUKTIVE Verschuldung, wie richtig festgestellt wird.

    Das ist LOGISCH in einem System, in dem die Nachfrage der Konsumenten PRODUKTIVE Verschuldung generiert.

    Neben der Finanzierung durch Steuererhöhungen verschuldeten sich Staaten dabei zunehmend SELBST, um durch sozialstaatliche Maßnahmen die Konsumentennachfrage zu steigern. Tiefe Zinsen erleichterten es und ließen das Problem zu hoher Staatsverschuldung nicht zu schnell offensichtlich werden.

    Des Weiteren halfen die Staaten REGULATIV durch Abschreibungsbedingungen, niedrige Steuersätze etc. Unternehmen, mehr zu investieren und sie SUVENTIONIERTEN mehr und mehr ganze Branchen

    Wie gesagt:

    IMMER ist VERSCHULDUNG das MITTEL dafür.

    Im kapitalistischen Schuldgeldsystem gibt es kein anderes, wenn man die AKZEPTANZ der Menschen sichern und die gesellschaftliche STABILITÄT erhalten will.

    Daher ist es falsch zu sagen, dass die zunehmende Verschuldung FEHLGELEITET, d. h. keine Lösung sei, sondern lediglich eine Kaschierung der Probleme.

    Richtig ist vielmehr:

    Die zunehmende Verschuldung IST die Lösung, allerdings eine, die ZUNEHMENDE Probleme SCHAFFT.

    Wie entledigt man sich DIESER Probleme, d. h. der wachsenden Verschuldung?

    Im BESTEHENDEN System gibt es keine Lösung, wie immer wieder festgestellt wird – keine geordnete Entschuldung, keine Inflation, keine Insolvenzen im großen Stil.

    Und Umverteilung im großen Stil ist, wenn überhaupt durchsetzbar, auch nur ein Pflaster, aber keine das System sichernde Lösung.

    Derartige Ansätze sind nicht nur unpopulär, sondern SYSTEMGEFÄHREND.

    Daher muss es NOTWENIGERWEISE zu einem PARADIGMENWECHSEL kommen:

    Realwirtschaftlich ist es die ENERGIEWENDE und monetär ist es ihre Finanzierung durch die NOTENBANKEN.

    Dadurch soll bestehendes Sachvermögen entwertet und neues weitgehend schuldenfrei aufgebaut werden.

    Es gibt dabei allerdings zumindest zwei gravierende Probleme:

    a) Die Akzeptanz der eigenen Bevölkerung ist nicht sicher bzw. wird desto fragiler, je stärker die UMFASSENDE realwirtschaftliche Umstellung mit Friktionen verbunden ist, die von den Menschen als existenzbedrohend empfunden werden (wobei die gebetsmühlenartig wiederholten Begründungen für die Umstellung ihren Widerstand nicht verhindern wird).

    b) Global vollziehen bei weitem nicht alle diesen Paradigmenwechsel, so dass von daher – möglicherweise wiederum als externe Schocks wahrnehmbar – mit enormen Verwerfungen zu rechnen ist.

    Ein Gelingen ist m. A. n. sehr unwahrscheinlich, kann aber nicht ausgeschlossen werden.

    Ist weitgehendes Gelingen der Fall, dürften wir mit nicht kontrollierbarer, steigender Inflation wieder einem GROSSEN Problem gegenüberstehen.

    Es ist eine IILLUSION zu glauben, dass irgendetwas DAUERHAFT gelöst werden könne.

    Wir hangeln uns von Problem zu Problem – und irren dabei vorwärts.

    Entscheidend ist, dass wir das möglichst gut, d. h. – im weitesten Sinn – immer wieder ALLGEMEINVERTRÄGLICH schaffen.

    Antworten
    • Avatar
      Horst sagte:

      „Zum Problem der Verschuldung.“

      Sie drehen sich permanent im Kreis, da Sie in Ihren Ausführungen ausschließlich die eine Seite der Medaille betrachten und daher zu teils absurden Schlussfolgerungen kommen.

      „Es ist richtig, dass die Globalisierung – aus Sicht der entwickelten Volkswirtschaften AUCH ein Schock – die Politik herausgefordert hat, den Folgen entgegenzusteuern.“

      Natürlich, der Megatrend Globalisierung darf kontextual nicht fehlen.

      „WIE erfolgte dies auf WELCHER realwirtschaftlichen Gegebenheit in den entwickelten Volkswirtschaften?
      Eine hohe Produktivität und Güterversorgung mit geringen innovatorischen Anreizen für „schöpferische Zerstörung“ hatte im Vergleich mit der Vergangenheit zu schwacher Nachfrage des Privatsektors und folglich zu schwachem Wirtschaftswachstum geführt, auf das – wie richtig auf die Globalisierung zurückgeführt – der Lohndruck und damit quasi für viele die Stagnation des Einkommens, wenn nicht sogar Einkommensverluste verbunden waren.“

      Zuerst waren die Innovationen vorhanden, woraufhin sich eine hohe gesamtwirtschaftliche Produktivität und Güterversorgung einstellen konnte.
      Dass Innovationen bis heute nicht ausbleiben, ist daran leicht zu erkennen, dass tendenziell immer weniger Menschen benötigt werden, um Produkte herzustellen oder Dienstleistungen anzubieten. Auch das wird auf absehbare Zeit in China nicht anders sein.
      Dass hiermit Lohnverzicht, Lohndruck, Lohnwegfall verbunden ist, ist eine Folge der INNOVATIONEN. Anschließend ERST bricht die Nachfrage ein.

      „Das war die Ausgangslage zusammen mit der Tendenz, dass die privatwirtschaftlichen Investitionen mehr und mehr in die sich entwickelnden Volkswirtschaften, namentlich Osteuropas und Chinas mit seinem riesigen Nachfragepotenzial migriert sind.“

      Gehen Sie zurück auf START und fragen sich, was war zuerst vorhanden. Die Nachfrage oder aber die Unternehmen, die sich ihre Nachfrage SELBST geschaffen haben (durch die Vorbereitungen des STAATES), durch die Öffnung Chinas in den 80er Jahren.
      Dass es für Unternehmen in diesem modus operandi naheliegend war, auch die entwickelten Volkswirtschaften „mit zu versorgen“ durch ein allgemein geringeres Lohnniveau, ist die selbsterfüllende Prophezeiung des angeblichen Megatrends Globalisierung.

      Antworten
      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Horst

        „Natürlich, der Megatrend Globalisierung darf kontextual nicht fehlen.“

        Schon klar, dass Sie genervt reagieren, sobald der Begriff „Globalisierung“ fällt. Sie verstehen ja nicht einmal, was er bedeutet.

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Horst

        Die Globalisierung gefällt Ihnen nicht, weil sie nicht in IHR Erklärungsmuster passt.

        Sie können sie natürlich ausblenden, stellen sich damit aber in die Ecke der Ignoranten.

        ALLE, aber auch alle, die Erklärungen zur Entwicklung der letzten Jahrzehnte anbieten, blenden sie nicht aus – können sie nicht ausblenden –, weil sie ein WIRKMÄCHTIGER Sachverhalt ist. Allenfalls bauen sie die Globalisierung UNTERSCHIEDLICH in ihre Erklärungen ein.

        Oder wollen Sie abstreiten, dass z. B. der Unterschied BIP China 1989 und BIP China 2019. KEINEN Impakt in der natürlich auch gewachsenen Weltwirtschaft hat?

        Anschaulich, wenn Ihnen das Abstraktionsniveau oder der Sinn für Zahlen fehlt:

        Die flächige Ausbreitung der Fast-noch-Bambushütten von damals und die MASSE der Wolkenkratzer von heute machen keinen Unterschied in der Weltwirtschaft?

        Wenn Sie nicht derartige Realitäten anerkennen, machen Sie sich lächerlich und unbeachtlich für jede ernsthafte Diskussion.

        Ich habe nicht gesagt, dass es keine Innovationen gibt und dass sie keine Rolle spielen.

        Man muss sie natürlich auch einbauen, aber anders als Sie.

      • Avatar
        Horst sagte:

        Herr Tischer, sehr wohl erkenne ich die Realitäten an – ich habe sie auch in meinem ersten Kommentar beschrieben. Der Vorwurf der Ignoranz führt also ins Leere.

        Was tun Sie stattdessen? Sie begegnen mir mit einer solchen Aussage, die einem Ablenkmanöver gleichzusetzen ist: „Die flächige Ausbreitung der Fast-noch-Bambushütten von damals und die MASSE der Wolkenkratzer von heute machen keinen Unterschied in der Weltwirtschaft?“

        Was hat die Masse an Wolkenkratzern mit der Globalisierung zu tun, bspw. in China? Die Produkte zur Herstellung eben dieser werden mittlerweile überwiegend im Inland gefertigt (oder abgebaut), die Dienstleistung zum Erhalt dieser wird auch im Inland erbracht.

        Selbstredend ist ein Unterschied in der Weltwirtschaft festzustellen. Ein solcher steht in dem Zusammenhang der Globalisierung nicht zu Disposition, wurde bisher nicht thematisiert.

        Sollte dieses Beispiel Ihren Kern zur Determinierung des Megatrends bilden, dann fragen Sie bitte, wann z.B. in England die ersten großen, prunkvollen Kathedralen errichtet wurden. Sie wurden erst dann überwiegend errichtet, als aufgrund von EXPANSION UND HANDEL (=Globalisierung), die notwendigen finanziellen Ressourcen geschaffen wurden.

        Die Globalisierung erkenne ich – nochmals – daher sehr wohl an, dass diese wie von Ihnen und Ott erst in den letzten 40 Jahren zu einem Megatrend geworden sein soll, diese Feststellung teile ich aus einem historischen Kontext heraus, nicht.

        Der „Megatrend“ ist mindestens 3.000 Jahre alt, dass dieser heute durch Informationstechnologien- und geschwindigkeiten wesentlich schnelllebiger sich gestaltet, ist nicht wirklich schwierig zu erkennen.

        Aber offensichtlich ist es schwierig, den dahinterliegenden Prozess, der zur Globalisierung führt, für einige andere schwer anzuerkennen und dass sich der Megatrend infolgedessen in Mikrotrend verwandelt.

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Horst

        Es ist richtig, dass der KOLONIALISMUS europäischer Länder einen enormen Einfluss auf ihre Entwicklung hin zum mehr generellen Wohlstand gehabt hat.

        GLEICHZEITIT hatte er nicht nur, aber auch sehr große negative Auswirkungen auf die Länder, die Kolonialherrschaft zu erleiden hatten.

        Kurzum:

        Es GAB Einwirkungen für alle Beteiligten, die Züge fuhren sozusagen auf anderen Gleisen weiter.

        So auch insbesondere ab 1990:

        Es gab Einwirkungen in den entwickelten Volkswirtschaften, auf die in bestimmter Weise reagiert wird.

        DARUM und NUR darum geht es in den Erklärungen hier, warum u. a. die Verschuldung in den letzten Jahrzehnten zugenommen hat, aber nicht gleichermaßen das Wachstum der
        Volkswirtschaften.

        >Der „Megatrend“ ist mindestens 3.000 Jahre alt,>

        Darüber zu diskutieren, bringt nichts, wenn es AB 1990 geht.

        Im Übrigen:

        >Was hat die Masse an Wolkenkratzern mit der Globalisierung zu tun, bspw. in China? Die Produkte zur Herstellung eben dieser werden mittlerweile überwiegend im Inland gefertigt (oder abgebaut), die Dienstleistung zum Erhalt dieser wird auch im Inland erbracht.>

        Sie blenden die Realität aus.

        Denn diese Wolkenkratzer und vieles andere hätten NICHT ohne das Know-how und die Investitionen der entwickelten Volkswirtschaften errichtet und hergestellt werden können.

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Horst

        „Was hat die Masse an Wolkenkratzern mit der Globalisierung zu tun, bspw. in China? Die Produkte zur Herstellung eben dieser werden mittlerweile überwiegend im Inland gefertigt (oder abgebaut), die Dienstleistung zum Erhalt dieser wird auch im Inland erbracht.“

        Was glauben Sie, wie China so reich geworden ist, seine kleinen Hütten durch Wolkenkratzer ersetzen zu können? Könnte das damit zu tun haben, dass China mittlerweile der größte Warenexporteur der ganzen Welt ist?

        „Sollte dieses Beispiel Ihren Kern zur Determinierung des Megatrends bilden, dann fragen Sie bitte, wann z.B. in England die ersten großen, prunkvollen Kathedralen errichtet wurden. Sie wurden erst dann überwiegend errichtet, als aufgrund von EXPANSION UND HANDEL (=Globalisierung), die notwendigen finanziellen Ressourcen geschaffen wurden“

        Blödsinn. Die Kathedrale von York wurde vom 13. bis 15. Jahrhundert gebaut. Da war noch nicht einmal Amerika entdeckt, vom Seeweg nach Indien ganz zu schweigen.

      • Avatar
        Horst sagte:

        Na dann, auf, schlagen Sie in einem Geschichtsbuch nach, was sich in England in eben dieser Zeitspanne innen- als auch außenpolitisch (Wales, Normandie) abspielte.

        Ein klassisches Eigentor… Nichts worüber ich mich wundere, sind Sie doch eben dafür in Ihrer Ignoranz auf diesem Blog mittlerweile bekannt.

        „Blödsinn. Die Kathedrale von York wurde vom 13. bis 15. Jahrhundert gebaut. Da war noch nicht einmal Amerika entdeckt, vom Seeweg nach Indien ganz zu schweigen.“

        „Was glauben Sie, wie China so reich geworden ist, seine kleinen Hütten durch Wolkenkratzer ersetzen zu können? Könnte das damit zu tun haben, dass China mittlerweile der größte Warenexporteur der ganzen Welt ist?“

        Nein, Ottchen, das ist KEIN no-Brainer…

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Horst

        Sie halten die Eroberung von Wales durch die Engländer und den Hundertjährigen Krieg ernsthaft für Phänomene der Globalisierung?

        Da zwar zu Zeiten des Römischen Reiches aber mehr „Globalisierung“ in der Region, damals standen beide Gebiete jahrhundertelang unter römischer Herrschaft…

  3. Avatar
    Michael Stöcker sagte:

    Wie immer, weitgehende Zustimmung zu Ihrer Analyse, Herr Dr. Stelter. Aber ein paar kleinere Korrekturen sowie eine wichtige Ergänzung/Präzisierung/Wiederholung möchte ich beitragen.

    Minute 7:52:

    „Schulden kommen in die Welt, indem Banken Kredite vergeben.“

    Präziser: Umlauffähige Schulden…, und somit der wichtigste und größte Teil aller Geldschulden. Nur durch die Kreditvergabe der Geschäftsbanken erhöht sich die Geldmenge M1/M2/M3. Ausnahme: Die Zentralbank kauft den NICHTbanken Gold und/oder andere Assets ab. Und dabei immer schön die zwei getrennten Geldkreisläufe beachten. Eine Ein- oder Auszahlung von Bargeld ändert die Geldmenge NICHT.

    Das Nettogeldvermögen hat sich hierdurch ebenfalls NICHT verändert, da mit der Schuld uno actu das korrespondierende Geldvermögen geschaffen wurde.

    „Wenn ich gespart habe, gebe ich mein Geld zur Bank und die Bank verleiht dieses Geld an jemanden anderen. Das ist auch so, aber das spielt nur eine ganz geringe Rolle.

    Nein, Herr Sr. Stelter, das spielt Nicht nur eine ganz geringe Rolle, sondern es spielt ÜBERHAUPT KEINE ROLLE. Wie gesagt: Eine Ein- oder Auszahlung von Bargeld ändert die Geldmenge NICHT. Dieses Geld kann auch nicht weiter verliehen werden. Es handelt sich um zwei strikt voneinander getrennte Geldkreisläufe im Hierarchiesystem. Eine Kreditgewährung durch eine Geschäftsbank erhöht IMMER (sic!) die Geldmenge. Geschäftsbanken sind KEINE Finanzintermediäre, sondern Fristentransformatoren.

    Bargeld in den Händen einer Nichtbank zählt bereits zur relevanten Geldmenge M1/M2/M3. Sobald dieses Bargeld bei einer Bank eingezahlt wurde, erhöht sich zwar die Giralgeldmenge, die den größten Teil von M1 ausmacht, aber in exakt gleicher Höhe reduziert sich zugleich die Geldmenge M1 auch wieder, da Bargeld in den Händen von Nichtbanken Bestandteil von M1 ist.

    Merke: Ein- und Auszahlungen am Geldautomaten verändern die Geldmenge NICHT!

    Auch eine Lieferung von Bargeld einer Zentralbank an eine Geschäftsbank verändert die Sondergeldmenge M0 (= Zentralbankgeld) NICHT. In exakt gleicher Höhe erfolgte nämlich die Gegenbuchung auf dem Konto der Geschäftsbank bei der Zentralbank.

    Merke: Geschäftsbanken schaffen nicht nur 90 % des Geldes, sondern eher 99 %! Nur in Krisenzeiten erhöht sich die Liquidität im System, sofern NICHTbanken ihre Assets liquidieren und die Sparer nun keine Anleihe mehr zu minus 0,1 % halten, sondern Giralgeld zu 0,0 Prozent. Von daher sind am ZLB Staatsanleihen und Bargeld/Giralgeld beinahe perfekte Substitute.

    Schmerzfreie und elegante Reduktion der Schulden geht am besten durch eine kombinierte Vitamin C+E Therapie. Vitamin V (Vermögenssteuer) steht hingegen für die vegetarische und vegane Küche; und die schmeckt bekanntlich nur einer Minderheit. Zudem unterminiert eine Vermögenssteuer die Leistungsbereitschaft und bedeutet einen hohen jährlichen Verwaltungsaufwand. Da der Geschmackssinn post mortem irrelevant ist, bleibe ich bei meiner Kombitherapie aus Citoyage + Erbschaftssteuer. Zugleich gibt es den Verwaltungsaufwand je nach Lebenserwartung nicht bis zu 90-mal im Leben, sondern immer nur 1-mal nach dem Leben.

    LG Michael Stöcker

    Antworten
    • Avatar
      Horst sagte:

      Vitamin C+E sind ebenfalls nur für Veganer interessant und daher nicht durchzusetzen.
      Ihre Therapieansätze sind illusionistisch, da diese im derzeitigen System der Konsensdemokratie nicht durchzusetzen sind.

      Antworten
      • Avatar
        Michael Stöcker sagte:

        @ Horst

        „Vitamin C+E sind ebenfalls nur für Veganer interessant“

        Diese Aussage ist ganz offensichtlich falsch. Einfach mal nach Avitaminose oder Skorbut googeln.

        „Ihre Therapieansätze sind illusionistisch, da diese im derzeitigen System der Konsensdemokratie nicht durchzusetzen sind.“

        Illusionistisch galt in früheren Zeiten ebenfalls die Abschaffung der Sklavenhaltung, Einführung des Frauenwahlrechts…

        Insofern: Gut Ding will Weile haben.

        LG Michael Stöcker

      • Avatar
        Horst sagte:

        :-)

        Schon klar, das Bild der Veganer hat mir gut gefallen… Und dass heute selbst Vitamin C+E im ökonomisch-gesellschaftlichen Kontext, bei aller betriebenen Verwirrung, nur für Veganer (wie SIE und mich) interessant sind, sollte die medizinisch inkorrekte Antwort zum Ausdruck bringen.

        „Insofern: Gut Ding will Weile haben.“

        Das hoffe ich. Für meine Kinder.

  4. Avatar
    Quintus sagte:

    Wie ich Dr.Stelter bereits vergangenen Sonntag per e-mail schrieb:
    „Während die Welt noch auf den Schwarzen Schwan am Boden starrt, hat sie den mit weiser Farbe getarnten Schwarzen Schwan, welcher sich schon längst in der Luft befindet, eventuell übersehen….“

    So langsam beginnen sich die Wellen aufzubauen, welche sich dann kaskadenartig fortsetzend und konzentrisch ausbreitend durch alle Bereiche der Wirtschaft fressen werden. Sie wird uns vor Augen führen wie unglaublich fragil die globale Vernetzung in Wirklichkeit ist. Dem Shareholder Value wird die Maske vom Gesicht gerissen.
    Beginnend bei der Tourismusbranche, über den Airlines außbreitend auf harte Kernbranchen könnte sich ein beängstigender Abwärtsstrudel entwickeln.
    Zum Glück steht die Fed mit weiser Farbe bereit um den Schwarzen Schwan mit genau dieser zu besprühen…ob’s helfen wird?
    Die Analysen zu den Auswirkungen des Coronavirus stehen erst am Anfang und noch läßt sich das ökonomische Desaster kaum abschätzen. Es wird einige Zeit dauern, bis ihre Dynamik zu annähernd reellen Berechnungen führen wird. Das Ausmaß der Auswirkungen hängt überdies davon ab, wie ansteckend und tödlich das Virus noch sein wird.
    Das globale verarbeitende Gewerbe wird aber unausweichlich einen Angebotsschock erfahren, da viele Fabriken in der weltweiten Lieferkette länger geschlossen bleiben werden, was die globale Angebotskurve nach unten drückt und den Preis- und Produktionsdruck erhöht. Ein Komponentenmangel wird höhere Preise hervorrufen, bei gleichzeitig weiter fallender Produktion.
    Der Rückgang des US-Aktienmarkts um ca. 2 Prozent( der wohl ohne die massiven Interventionsmaßnahmen der FED weitaus höher ausfallen dürfte) und der Einbruch der Anleiherenditen, signalisieren bereits jetzt einen potenziellen globalen Nachfrageschock, der auch den Angebotsschock widerspiegelt.

    1.Die Autoindustrie(General Motors, Honda, Volkswagen, BMW und Daimler sowie Honda, Renault, PSA) repräsentieren rund 20 Prozent der Wirtschaft der Stadt Wuhan und beschäftigt 200.000 Menschen direkt sowie mehr als eine Million indirekt.
    2.In Wuhan sind mehr als 300 der weltweit führenden 500 Unternehmen vertreten , darunter Microsoft und Siemens.
    3.Foxconn und Pegatron sind ebenso in Wuhan tätig, dazu Speicherhersteller wie XMC und Yangtze Memory Technologies Co.
    4.Brexit, der Handelskrieg mit China und jetzt das Coronavirus sorgen für eine Potenzierung der globalen Unsicherheit, die wiederum die Investitionsentscheidungen negativ beeinflussen werden.

    Egal ob IKEA, TESLA, Apple(welche nun vorübergehend ihre Läden in China schließen, bzw. bereits geschlossen haben) niemand entkommt dem (noch zeitlich begrenzten) Abwärtssog…

    Die Elektronikindustrie steht vor einer Kaskadenstörung, die alle Wachstumsprognosen der Branche für dieses Jahr ändern könnte. Bill McLean, Präsident des Halbleiterforschungsunternehmens IC Insights, sagte, das Virus habe das wirtschaftliche Unbehagen verschärft, weiterhin in diesem Umfang in die Halbleitertechnik zu investieren.

    Hier ein Blick auf die wichtigsten Produktionsregionen aufgeschlüsselt nach Produktionsverteilung in China:
    * Elektroindustrie : Hauptsächlich in Guangdong (33%), der Rest im Jangtse-Delta, in Sichuan und in den Shaanxi-Provinzen.
    * Textilindustrie : Hauptsächlich in Zhejiang (18%) und Jiangsu (20%), der Rest in Fujian, Guangdong, Provinz Shandong.
    * Leder und Federnverarbeitung : An der Südostküste, in den Provinzen Hebei, Henan, Chongqing und Ningxia.
    * Metallprodukte : Zhejiang, Guangdong, Jiangsu, Shandong, Hebei, Henan Provinzen.
    * Glas : Vorwiegend Region in Hebei, Jiangsu, einige in den Provinzen Shandong und Guangdong.
    * Keramik : Jingdezhen in den Provinzen Jiangxi
    * Möbel : Hauptsächlich in der Provinz Guangdong und Hebei, der Rest in Jiangsu, Zhejiang, Shanghai, Chengdu und Peking.
    * Bau : Mehr in der Provinz Shandong, der Rest in Hubei, Henan, Guangdong, Jiangsu, Peking, Zhejiang.
    * Haushaltsgeräte: Provinz Guangdong, Zhejiang, Shandong.
    * Artware & Stationär & Sport : Zhejiang, Fujian, Guangdong, Hubei
    * Papierherstellung und Druck : Guangdong, Zhejiang, Jiangsu, Shandong, Fujian
    * Maschinenbau : Provinz Dongbei, Provinz Hunan und Provinz Hubei.
    * Petrochemische Industrie : Shandong (32%), Liaoning (21%), Guangdong (15%)
    * Pharmaindustrie: Stadt Tianjin, Stadt Xian in der Provinz Shanxi
    * Lebensmittel und Getränke : Liaoning, Shandong, Jiangsu, Guangdong, Fujian, Hebei, Henan, Hunan, Hubei, Innere Mongolei
    * Transportmittel :
    * Motor & Fahrrad: Stadt Taizhou in der Provinz Zhejiang (40%)
    * Schifffahrt / Schiff: Jangtse-Delta, Pearl-River-Delta, Bohai-Bay-Gebiete
    * Automobil: Hauptsächlich in Jilin, Hubei, Shanghai und im Jangtse-Delta, der Rest im Pearl River Delta, Peking
    Die meisten Fabriken verlieren während der Mondfeiertage insgesamt etwa zwei Produktionswochen, aber mit der Verlängerung der Feiertage wird noch mehr Produktion verloren gehen. Ab Mitte Februar wird sich eventuell die wahre ökonomische Schadenswelle, die auf uns alle zurollt, abschätzen lassen.
    Die erhöhte Fragilität der ausgeprägten Vernetzung der Wirtschaftsräume und eine mutwillig heruntergefahrene Redundanz zugunsten einer Renditemaximierung in fast allen Lebensbereichen werden wohl überdacht werden müssen.

    Antworten
  5. Avatar
    Susanna Mende sagte:

    Angesichts des sprunghaften Anstiegs der Corona-Todesfälle musste ich an Nassim Talebs Theorie der schwarzen Schwäne denken: Das Corona-Virus als schwarzer Schwan, also ein völlig unvorhersehbares Ereignis, das eine schon länger schwelende Wirtschafts- und Finanzkrise virulent werden lässt. Wenn man Talebs zweitem Gedanken folgt, dass man sich zwar nicht vor schwarzen Schwänen, aber vor ihren Auswirkungen schützen kann, komme ich nach Ihrer Analyse der Lage leider zu dem Schluss, dass diese Möglichkeit bereits zum Teil verspielt wurde.

    Antworten
    • Avatar
      Dietmar Tischer sagte:

      @ Susanna Mende

      Und was tun Spieler dann?

      Amateure wechseln den Spieltisch.

      Profis spielen ein anderes Spiel.

      Antworten

Trackbacks & Pingbacks

Ihr Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlassen Sie einen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.