Sind die guten Zeiten vorbei?

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Säkulare Stagnation droht. Natürlich nicht wegen eines „Ersparnisüberhangs“, sondern wegen zu vieler Schulden. Daraus sollen uns mehr Investitionen führen. Doch es gibt viele gute Gründe nicht zu investieren! Habe ich mehrfach gezeigt. Hier nun die Ideen, um den Privatsektor zu mehr Investitionen zu motivieren aus einem Beitrag bei der FINANZ und WIRTSCHAFT:

  • „In den 25 Jahren vor der grossen Rezession von 2008 und 2009 erlebten die Vereinigten Staaten zwei kurze, milde Rezessionen und zwei lang anhaltende Phasen starker wirtschaftlicher Expansion. Auf globaler Ebene stiegen die Einkommen kräftig, die Inflation liess nach, und die Aktienmärkte boomten. (…) Diesmal allerdings gestaltet sich die Rückkehr zu Wachstum viel schwieriger.“ ‒ bto: warum wohl? Weil die Schulden nicht mehr so wachsen können bzw. nur noch die bestehenden bedienen! Das ist so klar, … aber wohl nicht allen.
  • „Doch die USA stehen mit dieser Entwicklung nicht allein da. Obwohl die meisten europäischen Volkswirtschaften, unterstützt durch niedrigere Ölpreise und Währungsabwertung, mittlerweile wieder wachsen, bleibt ihr Expansionstempo anämisch. In ähnlicher Weise gestaltet sich die Erholung Japans trotz starker Anstrengungen der Regierung ebenfalls fragil.“ ‒ bto: wegen der hohen Schulden!
  • „Sechs Jahre nach der Krise fragen nun einige prominente Ökonomen, ob unzureichende Investitionen und/oder schwindende Gewinne aus technologischen Innovationen die Weltwirtschaft in eine ‚neue Normalität‘ geringeren Wachstums und – wenn überhaupt – langsamerer Zuwachsraten bei den Lebensstandards drängen. Manche Ökonomen bezeichnen diese Entwicklung als ‚säkulare Stagnation‘ – eine vornehme Umschreibung dafür, dass die guten Zeiten ein für allemal vorbei sind.“ ‒ bto: was nur erneut bezeugt, dass sie keine Ahnung haben, wie Wirtschaft funktioniert.
  • „Das Gesamtwachstum kommt in etwa der Summe aus der Zunahme der Arbeitszeit (einer Steigerung der Anzahl an Arbeitskräften oder der von ihnen geleisteten Arbeitsstunden) und der Produktivität (Produktion pro Arbeitsstunde) gleich.“ ‒ bto: genau. Auch hier immer wieder betont. Erwerbsbevölkerung schrumpft. Produktivität wächst ‒ wenn überhaupt ‒ nur gering.
  • „Pessimisten, wie etwa der Ökonom Robert Gordon, behaupten, dass neue Innovationen die Produktivität wohl nicht so grundlegend steigern werden, wie dies im Falle der Elektrizität, der Automobile und der Computer im letzten Jahrhundert der Fall war.“ ‒ bto: Gordon habe ich auch zitiert.
  • „Optimisten entgegnen, dass Smartphones, Big Data und die erwarteten Fortschritte in der Nanotechnologie, der Robotertechnik und in den Biowissenschaften Vorboten einer neuen Ära technologiegetriebener Produktivitätsverbesserungen darstellen. Es sei vielleicht unmöglich, die nächste ‚Killer-Applikation‘ vorherzusagen.“ ‒ bto: Hier bin ich im Lager der Optimisten!
  • „(…) die nächste Welle produktivitätssteigernder technologischer Entwicklungen wahrscheinlich in Sektoren wie dem Gesundheitswesen eintreten wird, wo ihre wirtschaftlichen Auswirkungen schwer zu messen sind. Ökonomen glauben, dass viele Verbesserungen im Bereich der Qualität der Gesundheitsversorgung – wie etwa wirksamere Behandlungen des grauen Stars oder von Herzkrankheiten – im realen BIP nicht genau abgebildet und fälschlicherweise als Preissteigerungen ausgewiesen werden.“ ‒ bto: nette Diskussion. Es geht aber nun mal um Cashflow. Nur wenn es zu mehr Cashflow und damit BIP führt, können wir unseren expliziten und impliziten Verbindlichkeiten nachkommen! Wir müssen daraus Dollar, Euro, etc. machen.
  • „Um ein robusteres Wachstum und die damit verbundene Verbesserung des Lebensstandards anzuregen, sollten die Regierungen sicherstellen, dass man im Privatsektor über ausreichend Anreize für Innovation, Unternehmertum und Investitionen in Sach- und Humankapital verfügt. So könnte man beispielsweise die Bürokratie beschränken, Defizite und Schulden eindämmen, der Kapitalbildung förderliche Steuergesetze einführen, Bildungssysteme reformieren und in Forschung und Entwicklung investieren.“ ‒ bto: gähn. Wäre es nicht vorteilhafter, wie von mir gefordert, die bestehenden Firmen besser zu regulieren, zu besteuern und vor allem die Zinsen hochzutreiben, um die dringend erforderliche „schöpferische Zerstörung“ zu fördern statt zu behindern??
  • „Angesichts der demografischen Zwänge in fast allen grossen Ökonomien – auch in China – sollte natürlich niemand die Rückkehr der Boomjahre aus der Zeit vor der Krise erwarten. Doch die erwähnten Anreize bieten die besten Chancen, die Entwicklung produktivitätssteigernder Technologien fortzusetzen. “ ‒ bto: soso.

Fazit: wir können aus unseren Problemen nicht heraus wachsen.

FINANZ und WIRTSCHAFT: Sind die guten Zeiten vorbei?, 20. Mai 2015

2 Antworten
  1. Dieter Krause says:

    „Wir können aus unseren Problemen nicht herauswchasen.“ – Tja, was dann Herr Stelter? Schuldenschnitte? Vollgeld? Mehr Bescheidenheit? – Die menschliche Gier wird aber trotzdem bleiben. Und mit schönen Wachstumsphrasen (zuletzt die FDP – „German Mut!“) können Sie immer noch den limbischen Cortex des Menschen kurzschließen: Sei fleißig, werde reich! – Aber es werden sich damit natürlich auch die ökologischen Probleme der Menschheit potenzieren! Wenn alle in der Welt sich so wie die Chinesen modernisieren, kollabieren die ökologischen Systeme ganz sicher – und das dann wohl weltweit! Lernen alos die Menschen nur durch Katastrophen (verbunden am Ende auch mit ganz viel Mord und Totschlag) – oder auch durch Einsicht vorher? Es wird sich bald zeigen…

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  2. Andre Kuhrt says:

    Absolut richtig. Die Zeiten von hohem Wirtschsftswachstum sind unwiderruflich vorbei. Ich beschäftige mich schon viele Jahre mit Demographie in nahezu allen Ländern der Welt auf Grundlage von nationalen und internationalen Quellen.
    Die meisten Annahmen gehen weiterhin von einer Weltbevölkerung von über 9 Mrd Menschen aus(mittlere UN Bevölkerungsprognose), doch dürfte eher die niedrigere Prognose von etwa 8 Mrd eintreten im Jahr 2050.
    Die Möglichkeiten mehr Güter und Dienstleistungen zu produzieren ist also aufgrund des nicht mehr sonderlich ansteigendem quantitiven Bedarfs eher begrenzt. Zumal ich aus eigenen Erfahrungen und durch Nachforschung mit gewisser Sicherheit sagen kann, dass eine ältere Bevölkerung oder ältere Menschen weniger konsumieren, weil sie schlicht und ergreifend satt sind bzw. eher auf gute Ernährung und Gesundheit achten. Auch müssen sie nicht mehr zwingend das ’neueste Gerät‘ kaufen oder den alten Kühlschrank ersetzen.
    Über den Bedarf zu produzieren v.a. wenn sich die Menschen die produzierten Güter eig. gar nicht leisten können führt zu Finanzkrisen und Überschuldung.
    Die finanzielle Repression und Gläubigerverzicht ist eig. die einzige Möglichkeit der
    Überschuldung zu entgegnen.
    Doch das soll nicht das Ende der Welt sein.Neue Innovationen und Produktivitätssteigerung kann aus dem Vorhandenen mehr rausholen und wird weiter für Wachstum und Wohlstand sorgen

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