Jens Weidmann: Europe’s Monetary Union – making it prosperous and resilient

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In der Ferne kann man oftmals deutlicher über das sprechen, was einen bewegt. Nicht, dass Jens Weidmann in Europa ein Blatt vor den Mund nimmt, dennoch sind seine in Aussagen in dieser Rede an der Harvard Uni besonders deutlich:

  • Die Zentralbanken müssen sich aus Sicht von vielen Experten gleich um alles kümmern: Preisstabilität, Vollbeschäftigung, solide Banken, die Zinskurve, Wechselkurse und marode Bilanzen (sprich: zu hohe Schulden).
  • Das liegt daran, dass außer der Geldpolitik keine Hebel mehr gesehen werden, um die aktuellen Probleme zu bewältigen.
  • Damit laufen die Zentralbanken Gefahr, ihre Unabhängigkeit zu verlieren (ich würde anmerken, ist schon geschehen).
  • Je höher die Staatsschuldenlast wird (ich würde sagen, Schuldenlast insgesamt), desto mehr sind die Zentralbanken gezwungen, darauf Rücksicht zu nehmen.
  • Jede neue Finanzkrise wird erneutes Eingreifen der Zentralbanken erfordern. Dies verstärkt den Anreiz nichts zu tun, was das Finanzsystem gefährden könnte (siehe Aufschub von „Tapering“ in den USA….).
  • Ergebnis: Die Geldpolitik dient nur noch dazu, die Solvenz des Staates zu erhalten (ich würde sagen, die Solvenz des ganzen Systems im Sinne von Verhindern der Illiquidität, denn solvent als solches ist es ja nicht mehr).
  • Womit die Gefahr für die Preisstabilität wächst (aus meiner Sicht aber erst mittelfristig, zunächst überwiegt der deflationäre Druck).

Weidmann schließt mit dem erneuten Appell, dass symbiotische Verhältnis von Banken und Staaten zu durchbrechen. Das ehrt ihn. Allerdings wäre selbst bei einer Trennung – die kein Staat wirklich will, weil es dann nämlich schlecht um die Staatsfinanzierung steht – die Kernfrage nicht beantwortet: Wie bekommen wir die Schulden aus der Welt? Bis dahin wird auch die EZB nach der Musik der Politik tanzen.

Jens Weidmann: Europe’s Monetary Union – making it prosperous and resilient, 25. November 2013

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