I see currency wars

Tweet about this on TwitterShare on FacebookShare on Google+Share on LinkedInEmail this to someone

Letzte Woche habe ich die Gefahr einer Verstärkung der deflationären Tendenzen ausgehend von China diskutiert. Mehrfach schon das Thema „Währungskrieg“. Natürlich hat die FT recht, wenn sie diese als Nullsummenspiel betrachtet. Aber eben nur über die Zeit. Davor gilt, wer es zuerst und am radikalsten macht, der gewinnt ‒ zumindest temporär. Siehe Japan in den 1930er-Jahren.

Hier ein kurzer Kommentar auf dem FT-Alphaville-Blog: Regel Nummer 1: Man spricht über Währungskriege. Regel Nummer 2: Es findet sich immer jemand, der darüber redet.
Dann wird aus einer Studie der BNP zitiert. Demnach hat der Nobelpreisträger James Tobin einmal festgestellt, wenn alle abwerten wollen, würde es wohl einer globalen Ausweitung der Geldmenge bedürfen. Klartext: Es ist ein Zeichen für knappere Liquidität. Was auf den ersten Blick komisch erscheint angesichts der Politik der Notenbanken, hat durchaus einen Hintergrund. Die (relative!) Stärke der US-Wirtschaft führt zu einer Dollarstärke und damit verbunden sinkenden Rohstoffpreisen, da diese in Dollar gehandelt werden. In der Folge sinkt das weltweite Dollarangebot (zu Beispiel weil die Öl-Milliarden irgendwo angelegt werden müssen). Dies verstärkt die deflationären Tendenzen und setzt die anderen Wirtschafträume unter Druck abzuwerten. So Japan und auch Europa. Damit verstärken sie den ohnehin schon gegebenen Trend zum stärkeren Dollar und erhöhen zugleich den Wettbewerbsdruck für andere Länder, allen voran China. So zumindest die Argumentation. (bto: Gestehe, dass ich sie nicht ganz konsistent finde. Wenn der Dollar ohnehin zur Stärke neigt, weshalb verstärken? Wohl nur um Deflation zu bekämpfen.)

Weil China sich an den Dollar bindet, wirkt jede Aufwertung des Dollars wie eine Aufwertung der chinesischen Währung und damit schlecht für den Export und die Preissteigerung in China. Der deflationäre Druck nimmt in China also zu. In der Folge sinkt die Wachstumsrate der Geldmenge M1 auf den tiefsten Stand seit 25 Jahren. Will China dies ändern, was es nach Meinung der Analysten tun muss, um die Deflation zu verhindern, bleiben drei Optionen: geringere Mindestreserveanforderungen für die Banken (bto: würde die Verschuldung weiter anheizen), direkte Käufe von Assets (bto: also chinesisches QE) oder eine Abwertung der Währung durch Aufkauf von anderen Währungen. Letzteres sehen die Analysten noch nicht. Ich schon, angesichts der ‒ erwiesenen ‒ Wirkungslosigkeit von QE.

FT Alphaville: I see currency wars, 28. November 2014

Hier nochmals zur Erinnerung, worum es bei dem japanischen QE eigentlich geht: um die Abwertung der eigenen Währung!

FT (Anmeldung erforderlich): Japan QE is cheap yen policy in disguise, 2. Dezember 2014

0 Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte das Captcha ausfüllen * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.