Greek problems mask the rising risks in Italy and France

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Während alle nach Griechenland schauen, wachsen in der Eurozone die wahren Probleme weiter an. Ich habe hier immer wieder an Portugal erinnert. Die FT blickt nach Frankreich und Italien. Die ‒ traurigen ‒ Fakten:

  • In beiden Ländern wachsen die Probleme: steigende Verschuldung, schwaches Wachstum, hohe Arbeitslosigkeit, staatliche Defizite, schwache Wettbewerbsfähigkeit und die Unfähigkeit/fehlende Bereitschaft, Reformen durchzuführen.
  • Italien: Die Gesamtverschuldung von Staaten, privaten Haushalten und Unternehmen liegt mit 259 Prozent vom BIP 55 Prozentpunkte höher als 2007. Frankreich: 266 Prozent, ein Plus von 66. Nicht berücksichtigt (wie immer!) die ungedeckten Verbindlichkeiten für Renten und Gesundheit und die Kosten der Eurorettung. ‒ bto: nichts Neues also.
  • Italien hat ein laufendes Staatsdefizit von 2,9 Prozent, die Staatsschulden liegen bei 2,1 Billionen bzw. 132 Prozent vom BIP.
  • Frankreich: laufendes Staatsdefizit von 4,2 Prozent, die Staatsschulden liegen bei zwei Billionen bzw. 95 Prozent vom BIP.
  • Seit 2007 ist die Wirtschaft Italiens um zehn Prozent geschrumpft, die Arbeitslosigkeit liegt bei zwölf Prozent; bei Jugendlichen bei 44 Prozent.
  • In Frankreich ist es nur wenig besser: schwaches Wachstum, zehn Prozent Arbeitslose, bei der Jugend mehr als 25.
  • Italien weist zwar einen Handelsüberschuss aus (1,9 Prozent), doch dieser ist eher Folge der schwachen Nachfrage als der Exportstärke. Frankreich verliert seit Jahren globale Marktanteile und hat ein Defizit im Außenhandel von 0,9 Prozent.
  • Die Probleme sind hausgemacht und haben mit der Eurokrise nichts zu tun. Im weltweiten Wettbewerbsvergleich liegt Italien auf Platz 49 und Frankreich auf Platz 23 (Deutschland: 4). Beide gelten als wirtschaftsfeindlich, Italien zudem als korrupt. Auf einem Niveau mit Rumänien, Bulgarien und Griechenland.
  • Der Euro erschwert es den Ländern zusätzlich, so war er bis vor Kurzem ca. 20 bis 25 Prozent zu hoch bewertet für diese Länder (wegen der Stärke der deutschen Wirtschaft).
  • In der Vergangenheit konnten die Länder immer wieder abwerten. Da dieses Ventil fehlt, kompensieren sie die schwache Exportnachfrage mit mehr Staatsausgaben.
  • Reformen werden gescheut. Deshalb sind die Schulden auf Dauer nicht tragbar. Die Wirtschaft müsste in beiden Ländern doppelt so stark wachsen, um eine Schuldenkrise zu verhindern ‒ das ist nicht in Sicht.
  • Heraussparen wird nicht gehen, weil die erforderlichen Einsparungen eine Rezession mit sich bringen würden.

Die letzten 15 Jahre haben die Länder Reformen versprochen und nicht realisiert. Nun läuft die Zeit aus.

bto: Und die Politik sieht nicht nach einem Wandel aus. Im Gegenteil. Wahlen gewinnt, wer verspricht, die Misere schmerzfrei zu lösen. Auch gegen den Euro.

→ FT (Anmeldung erforderlich): Greek problems mask the rising risks in Italy and France, 24. Juni 2015

1 Antwort
  1. MFK says:

    Die in der FT angesprochenen Arbeitslosenquoten und Staatsschuldenquoten sind doch nur die Symptome. Die Ursachen bilden sowohl der EIU business climate index als auch der Transparency Int. Corruption Perception Index ab.

    Im EIU Index liegt Griechenland hinter Russland und Sri Lanka auf Platz 62. Wer soll da investieren? Sogar Coca Cola, die viel Entwicklungsländererfahrung mitbringen sind geflüchtet. Italien liegt auf Platz 48.

    Im Korruptions Index von TI liegt Griechenland zusammen mit Italien auf Platz 69 noch hinter Kuba, Ghana und Saudi Arabien.

    Wen wundert da das Ergebnis. Die Politik spricht solche Dinge genauso wenig an wie die Mainstream Presse. Statt dessen wird darüber diskutiert Serbien und den Kosovo in die EU aufzunehmen.

    Ich denke das wichtigste für den gemeinen Deutschen ist es, diese Tatsachen in seine Investitionsentscheidungen aufzunehmen. Man kann zwar keine schwarzen Schwäne vorhersehen, die Wahrscheinlichkeit aber dass dieses höchst fragile EU Gebäude entweder zusammenbricht oder aber einschneidene Maßnahmen zu Lasten der Sparer trifft, dürfte sehr hoch sein, jedenfalls höher als die Risikoprämie, die derzeit in der EU geboten wird.

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