Europe’s banks are too feeble to spur growth

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Martin Wolf bläst in das gleiche Horn wie die anderen Kommentatoren, die etwas tiefer blicken. Insofern eine Wiederholung, wobei ich gelernt habe, dass man gewisse Messages gar nicht oft und laut genug wiederholen kann. Wolf verpasst aber nicht die Gelegenheit, erneut Deutschland für die Krise verantwortlich zu machen. Es braut sich in Europa etwas zusammen und es wäre gut, wenn unsere Politiker auf diesen Sturm eine bessere Antwort fänden, als zunächst jegliche neuen Schulden zu verdammen und dann (ohne echte Gegenleistungen zu bekommen!!) unter Druck umzufallen – was passieren wird. Wolf:

  • Der Stresstest war zwar besser als die letzten Versuche, aber weder die Probleme der Banken und schon gar nicht die der Eurozone werden damit gelöst.
  • Der größte Fehler wäre, dass Staatsbankrotte nicht mitmodelliert wurden, dabei sind diese in der Eurozone aufgrund fehlender Schuldensozialisierung und einer fehlenden Rettungsgarantie der Notenbank nicht auszuschließen. Dahinter steht das verfehlte Modell der risikogewichteten Assets. Die Notenbank unterschätzt die wahren Risiken.
  • Wie groß die Risiken wirklich sind, zeigt Wolf an einer Abbildung, in der er die Eigenkapitalquote nach risikogewichteten Assets mit den Eigenkapitalquoten von der Bilanzsumme (die, wie bereits beschrieben, eigentlich relevant sind) vergleicht. So weisen deutsche Banken im Schnitt  eine EK-Quote von rund 13 Prozent aus (risikogewichtet), während es auf die Bilanzsumme bezogen nur vier Prozent sind. Im Zweifel – und die sollten bestehen! – ist die tatsächliche EK-Quote relevant. Wolf: „Das Leverage ist 20 zu 1 in Spanien und Italien (= 5 Prozent EK), 25 zu 1 in Deutschland und Frankreich und 30 zu 1 in Holland. Es ist fraglich ob das genug Verlust absorbierendes EK ist.“ Auf jeden Fall können die Banken damit nicht groß die Kreditvergabe ausweiten, um die Nachfrage zu stärken.
  • Die Nachfrage bleibt zu tief und damit auch der deflationäre Druck. Weder das Realwachstum noch die Inflationsrate seien in der Eurozone hoch genug – was für ein Versagen der EZB spricht aus der Sicht von Wolf.
  • Dabei würde die Erfahrung aus den USA und UK zeigen, dass unkonventionelle Geldpolitik wirkt. (bto: Das sehe ich nicht so. Richtig ist, dass in diesen Ländern die Verschuldung wieder schneller wächst als die Wirtschaft. Also ein eher kurzfristiger „Erfolg“.) Wenn die EZB dies nicht kann, weil Deutschland sich wehrt, bleibt nur noch die Fiskalpolitik.
  • Wenn Deutschland sich auch weigert, angesichts von Nullzinsen mehr Schulden zu machen, um die Wirtschaft anzukurbeln, ist die Eurozone zu anhaltender Stagnation verdammt. „Solange die deutsche Elite sich weigert, dies als Problem anzuerkennen, bleibt die Eurozone zur Stagnation verdammt. Ein Desaster.“

bto: Haben wir ja bereits gehört vom IWF und anderen. Wir sollen auf Kredit die Wirtschaft ankurbeln, obwohl die wahre deutsche Staatsschuld schon über 400 Prozent vom BIP liegt. Dabei wird es nichts bringen, wie das Beispiel Japans zeigt. Die Gesamtverschuldung Europas würde nur weiter anwachsen  und das Problem umso größer werden. Wolf springt erneut zu kurz. Wir brauchen eine Lösung für die faulen Schulden, nur dann geht es voran. So stimmt er in den Chor jener ein, die Deutschland zum Sündenbock machen. Leider macht es unsere politische Führung – siehe „Hart aber Fair“ – noch schlimmer.

FT (Anmeldung erforderlich): Europe’s banks are too feeble to spur growth, 28. Oktober 2014

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