Börsen: Absicherung billig und gesucht

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Heute Morgen haben wir erneut gesehen, wie weit sich die Märkte von den Fundamentaldaten entfernt haben. Dies muss nicht bedeuten, dass es bald einen Einbruch gibt. Andererseits scheint es günstig zu sein, sich gegen einen solchen Einbruch abzusichern. Zwei Kommentare dazu sind mir aufgefallen.

Zunächst in der FT:

  • „Equity markets are bubbling at high levels, bond markets are perking along without flash crashes or volatility spikes and even commodities are in positive territory for the year. Whatever the headlines (…) the surfaces of risk-market pools are remarkably calm.“ bto: Die Volatilität ist äußerst gering, trotz des turbulenten Umfelds.
  • „Increasingly (…) large, conservative, real money investors talk about how they can find relatively low-cost methods to hedge themselves against a market crash. Not a grinding decline, but a crash.“ bto: Das kann angesichts der Daten wiederum nicht wirklich ausgeschlossen werden.
  • „The US futures market even has an index to measure the level of uneasiness in the risk markets. (…) the Skew (index) measures the difference between the cost of buying protection against a sharp market decline (a put option on the S&P 500) and the cost of buying the right to participate in a sharp market rally (a call option on the S&P 500).“ bto: also ein klarer Maßstab für die Präferenz in den Märkten.
  • „Skew can range from close to 100 to a bit over 150. At the moment it is around 140, up from 125 in January, and at the high end of its range since the contract was introduced in 2011. That means the investors buying options, as a group, are apparently willing to pay over the mathematical odds for protection against a market decline.“ bto: Der Wunsch nach Absicherung überwiegt deutlich.

Auch von Bankenseite wird auf diese einseitige Positionierung der Investoren hingewiesen. So von der Bank of America (hier via Zero Hedge):

  • „Bank of America’s volatility experts (…) pointed out that while US equity vol remains at historic low levels, it is not just equities where market participants are remarkably complacent, and write that both US credit & Chinese equity hedges are pricing a world almost free of risk. bto: Das bedeutet, es ist billig, sich abzusichern. Laut Goldman so billig wie seit sechs Jahren nicht mehr:  

This game will keep you up all night!Quelle: Zero Hedge

Dann zeigt Zero Hedge (leider mit undeutlichen Charts) die Logik der BofA bezüglich der richtigen Positionierung: „We measure tail events by the 10 largest 3M drops since Jan-06. Ranked by the average, the chart shows that the hedges which are most underpricing historical drawdowns are: US (IG & HY) Credit payers, GLD (Gold ETF) calls and HSCEI (Chinese equity) puts:

  • US (IG & HY) Credit payers – which we are reintroducing to our universe of assets – screen as the best value hedges across asset classes owing to historically low credit volatility (Chart 2). European credit and HYG (US HY Credit ETF) puts also screen high, ranking immediately after Asian equity puts.
  • GLD calls are the 3rd top ranking hedge as current options costs are discounting the historical propensity for Gold to rally strongly during risk-off episodes.
  • HSCEI puts continue to screen as best value within equities. In contrast, ESTX50 puts are near the bottom of our screen (most expensive) as 3M option prices now embed French election risk premium (voting takes place on 23-Apr and 7-May).“

This game will keep you up all night!Quelle: Zero Hedge

Es bleibt auf jeden Fall spannend!

→ FT (Anmeldung erforderlich): „The quest for low-cost hedges against a crash“, 10. März 2017

→ Zero hedge: „Hedges Are Pricing A World Almost Free Of Risk Says BofA: Here’s How To Trade It“, 12. März 2017

5 Antworten
  1. Wolfgang Selig says:

    Interessant wäre die Frage, ob die Absicherung selbst werthaltig ist. Man denke an AIG vor acht Jahren. Aber ich denke, der Markt hat die „Rettung“ systemrelevanter Derivateanbieter zur Absicherung (z.B. eben die großen Anbieter von put-Optionsscheinen) durch die Notenbanken oder die Regierungen schon eingepreist. Vermutlich leider zurecht. Marktwirtschaft ist etwas anderes.

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  2. michael says:

    Jens Ehrhardt hat mal gesagt dass Trends oft länger anhalten als man denkt. Das könnte auch für die derzeitige Hausse gelten bis in die Übertreibung….

    Dennoch habe ich mir das mit der Absicherung schon überlegt. Bin aber zu der Erkenntnis gekommen daß das Thema für Laien zu kompliziert ist. Stattdessen kann man ja den Liquiditätsanteil erhöhen. Das läuft wohl auf das selbe hinaus.
    Man hat dann allerdings 0% Zins anstatt Dividendenrendite. :-(

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    • egp says:

      Jou – der richtige Zeitpunkt ist der entscheidende Faktor, denn Zeit kostet und im falschen Moment im Recht zu sein kann sehr teuer werden. Man lese mal von Mike Burrys verzweifelten Kampf gegen die Zeit.

      Und dann: Die Geschwindigkeit der Kursbewegungen in einem Crash! Wer da glaubt mit einer Miniposition im Chaos der richtigen Stunde seine Miniorders erfüllt zu bekommen, ist ein großer Optimist.

      Und dann die Gegenseite. AIG ist das richtige Stichwort. Wenn es richtig crasht, steht keiner mehr aufrecht und der Staat nimmt sich auch noch seinen Teil.

      Aber man kann ja chon mal schaun, welche Chips in den Tagen, Wochen und Monaten danach interessant sein könnten.

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