STELTERS MAILBOX: Wieso machen Sie mit unseriösen Crash-Gurus gemeinsame Sache?

Willkommen zur neuesten Ausgabe von STELTERS MAILBOX:

Lieber Herr Stelter,

weiterhin kann ich Ihr Engagement gar nicht hoch genug würdigen. Ihre Motivation, sich immer wieder sehr sachlich mit Fehlentwicklungen auseinanderzusetzen, finde ich sehr bewundernswert. Noch mal vielen Dank dafür!!! 

Was mich tatsächlich gewundert hat war, dass Sie einen Gastbeitrag in dem Buch „Der größte Crash aller Zeiten: Wirtschaft, Politik, Gesellschaft. Wie Sie jetzt noch Ihr Geld schützen können“ geschrieben haben. Ich kann Ihre Motivation, einer breiteren Gesellschaftsschicht die Fehlentwicklungen in Deutschland und Europa näherzubringen, verstehen. Ich selbst hätte es aber nicht gemacht, da ich das Buch unseriös finde.

Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie die Kritik an diesem Buch in Ihrem Blog besprechen würden. Gerne würde ich erfahren, wo aus Ihrer Sicht die Grenze zur unseriösen Panikmache liegt und wie man in der Auseinandersetzung damit umgehen sollte.

Auch weil Personen wie Marcel Fratzscher EZB-Kritiker pauschal diskreditieren, finde ich es wichtig, den öffentlichen Diskurs so sachlich und höflich zu führen, wie Sie es tun, um nicht Raum für Ablenkungsdiskussionen zu geben.

Viele Grüße“

Es gehört zu meiner Haltung, mich auch unangenehmen Fragen zu stellen. Diese Zuschrift war nicht die einzige, die ich zu meinem Engagement, einen Gastbeitrag zu schreiben, erhielt. Meine Motivation habe ich bereits in meinem Blog erklärt und daran hat sich nichts geändert.

Bleiben die berechtigten Fragen:

1.     Wie sehe ich die Kritik an den Büchern mit dem Fokus „Crash“?

2.     Wo liegt die Grenze zwischen Aufklärung und unseriöser Panikmache?

Schauen wir uns die Sachlage an:

1.     Wie sehe ich die Kritik an den Büchern mit dem Fokus „Crash“?

Gleich zwei Bücher mit dem Titelinhalt „Crash“ stehen auf der Wirtschaftsbuch-Bestsellerliste ganz oben: „Der größte Crash aller Zeiten“ von Friedrich und Weik und „Weltsystemcrash“ von Max Otte. Das beweist zumindest, das Thema trifft einen Nerv bei der Leserschaft, greift ein gewisses Unbehagen in der Bevölkerung auf und verspricht Erklärung sowie Hilfestellung. Alle Autoren knüpfen dabei an frühere Verkaufserfolge an und die sofortige gute Positionierung auf der SPIEGEL-Bestsellerliste unterstreicht den Zugpferdcharakter.

Ich denke, ein wesentlicher Punkt für den Erfolg dieser Crash-Bücher ist, dass die Deutschen so herzlich wenig von Wirtschaft verstehen und die komplexen Probleme von Zinspolitik, Euro und Wachstum nicht erfassen. Das ungute Gefühl trifft also auf unzureichende Fähigkeit, damit umzugehen, was umgekehrt dazu führt, dass man empfänglicher ist für die reißerische und vermeintlich einfachere Botschaft.

Nun zu meiner Kritik der Medien an den „Crash“-Büchern und ich fange mit der F.A.Z. an, die titelt „Die Masche der Crash-Propheten“ und fragt: „Warum lassen wir uns so gerne Angst einjagen?“.

  • „Es geht uns gut in Deutschland. Der Arbeitsmarkt ist auf Rekordniveau, (…) Eine Rezession, die wochenlang befürchtet wurde, ist abgewendet (…) Unsere Lebenserwartung steigt, die Lebensqualität ist hoch, der soziale Frieden gewahrt. Selbstverständlich ist nicht alles perfekt in Deutschland. Aber wir jammern auf hohem Niveau.“ – bto: Dazu kann ich nur sagen, dass der soziale Frieden oberflächlich gewahrt sein mag, so stabil kann er aber nicht sein, sonst hätten wir andere Wahlergebnisse. Den anderen Aussagen kann ich zustimmen und den meisten Menschen in Deutschland geht es vergleichsweise gut. Aber wir haben, wie in meinem Buch „Das Märchen vom reichen Land“ beschrieben, die guten Zeiten eben nicht genutzt, um vorzusorgen. Deshalb sehen aufmerksame Beobachter hinter der schönen Fassade durchaus Problembereiche, auf die man hinweisen sollte. So wie man im Sommer an den Winter denken und Vorkehrungen treffen muss.
  • „Man kann die Realität auch komplett anders sehen. (…) Es ist fast alles faul im Staate Deutschland, der Zusammenbruch steht bevor, und zwar schon demnächst irgendwann. ‘Noch fließen, oberflächlich betrachtet, Milch und Honig in Deutschland, aber der Putz bröckelt bereits’, so orakeln die Autoren Marc Friedrich und Matthias Weik in ihrer verkorksten Crash-Metaphorik.“ – bto: Da könnte ich mich bei der F.A.Z. beschweren, fällt doch mein Urteil zu Deutschland nicht besser aus und mein Buch wurde in der F.A.Z. durchaus positiv besprochen:→ Ruiniertes Deutschland
  • „Eine schlimme Rezession stehe bevor, und die Welt gehe wirtschaftlich den Bach runter: ‘Der größte Crash aller Zeiten steht uns bevor und wir können ihn nicht mehr verhindern!’ Banken werden sterben, Unternehmen pleitegehen, der Euro wird spätestens im Jahr 2023 zusammenbrechen. Zu allem Überfluss droht auch noch eine Diktatur. Kein Wunder: ‘Unser System ist nicht nur ungerecht und sexistisch, nein, es ist hochgradig unsozial!’“ – bto: Es ist mutig von den Autoren, ein konkretes Datum für den Zusammenbruch des Euro zu nennen und sich auf ein einzelnes Szenario festzulegen. Im Kern sind es die Probleme, die ich auch bei bto und in meinen Büchern diskutiere. Und auch hier gibt es nicht immer optimistische Sichtweisen, sondern durchaus den Fingerzeig auf erhebliche Risiken für Vermögen. Was das Thema „Diktatur“ betrifft, ist unstrittig, dass es einige politische Bestrebungen gibt, die Freiheitsrechte des Einzelnen einzuschränken, vor allem mit Blick auf den Kampf gegen den Klimawandel.
  • „Wir Deutsche sollten (…) Sparverträge kündigen, Lebensversicherung auflösen, Wertpapiere verkaufen! Stattdessen: Ackerland erwerben, ein Haus bauen, darin Gold und Diamanten bunkern und viel Geld in Whisky, Uhren und Bitcoin anlegen. Ein paar Aktien von Rohstoffunternehmen und ein bisschen Bargeld dürfen zwar sein, aber grundsätzlich drängen Friedrich und Weik: ‘Seien Sie Ihre eigene Bank, Ihr eigener Supermarkt, Ihre eigene Apotheke.’“ – bto: Ich habe ausführlich über meine Sicht zur Geldanlage geschrieben und auch wenn mir Leser schreiben, dies „sei doch veraltet“, stimmt eben das nicht. Eine Strategie braucht nicht jedes Jahr eine Neuauflage.

Was empfehle ich: balanciertes, globales Portfolio aus Aktien, Immobilien, Gold und Cash. Sicherlich bin ich dabei, das Geld nicht im Sparbuch und in Lebensversicherung anzulegen.

Gar nichts halte ich von Whisky, Uhren und Bitcoin in einem solchen Extremszenario. Das erkläre ich ausführlich in „Eiszeit in der Weltwirtschaft“ und auch hier:

→ Lieber trinken

→ Lieber eine Rolex als Swatch Aktien

  • „(…) geschrieben haben es ebenjene Herren Friedrich und Weik, die seit Jahren wortreich den großen Crash beschwören, ohne dass er wirklich eintritt. Doch nicht nur die beiden Schwaben haben Erfolg mit der Masche. Auf der aktuellen Bestsellerliste findet sich ein weiteres Buch, das den Crash im Titel trägt: ‘Weltsystemcrash’ von Max Otte. Auch Otte ist Wiederholungstäter, schon sein Buch ‘Der Crash kommt von 2006 war ein Bestseller.“ – bto: Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man mit negativen Prognosen, die nicht eingetreten sind, besonders gern aufgezogen wird. Meine früheren Kollegen bei BCG haben mir auch immer wieder vorgehalten, sieben der letzten zwei Krisen vorhergesagt zu haben. Ich nehme es ihnen nicht einmal übel.

Dabei muss man allerdings ein paar Punkte im Hinterkopf haben: Eine Prognose abzugeben, ist mutiger als keine abzugeben.

  • Die vielen positiven Prognosen, die nicht eingetreten sind (siehe Wirtschaftswachstum in Europa und USA!), werden gern vergessen.
  • Die negativen Prognosen sind seltener und damit einprägsamer.
  • Die Menschen sind erleichtert, wenn die negative Prognose nicht eintritt. Ein weiterer Anreiz, sich über die unnötigen Sorgen lustig zu machen.
  • Das Problem – gerade bei den negativen Vorhersagen – ist das Timing. Zumeist basieren die Prognosen auf einer sauberen Analyse der Fakten. Beispielen:
  • a) Die Aktienmärkte waren bereits 1997 heillos überbewertet. Wer dies richtig sah, verpasste noch zwei Jahre Party, hatte aber recht, wie die Jahre 2000 bis 2003 zeigten.
  • b) Die Immobilienblase war 2006 sichtbar, der Crash kam 2008.
  • c)  Die Schulden sind untragbar hoch, die Bewertungen weit über dem Durchschnitt und die Wirtschaft stagniert (heute). Kann dauern bis ???

Sobald man die Grundüberlegungen der „Pessimisten“ abstreitet, wird es gefährlich.

Dass das Belächeln der „Cash-Propheten“ nichts Neues ist, zeigt dieser Artikel aus dem Handelsblatt 2014: → Handelsblatt: Das Scheitern der Crash-Propheten, 24. August 2014

  • „Crash-Bücher funktionieren wie Verschwörungstheorien. Fakten, Halbwahrheiten und Behauptungen werden vermengt mit Skandalen und so gedreht und gewendet, dass daraus ein furchteinflößendes Szenario entsteht. In einer grauenvollen Welt, die laut Friedrich und Weik ‘aus den Fugen geraten ist’, hat alles irgendwie mit allem zu tun: Donald Trump, Negativzins, Kirchenskandale, Diesel-Affäre, Brexit, der Berliner Flughafen BER, Ursula von der Leyen als EU-Kommissionspräsidentin – alles Symptome einer Systemkrise.“ – bto: Es ist eine Aufzählung an Missständen und problematischen Entwicklungen. Diese habe ich auch in meinem Blog kritisiert, so die Ernennung von von der Leyen. Andererseits würde ich keinen inneren Zusammenhang herstellen, der alles umfasst. Andere Aspekte wie die hohe Verschuldung, stagnierende Einkommen und die Wahl Donald Trumps können durchaus in einem Zusammenhang gesehen werden.
  • „Eine verschwörerische Grundhaltung wird zum Äußersten getrieben durch einen Dauer-Alarmismus. (…) Das ‘größte Notenbankexperiment aller Zeiten’, so raunen Friedrich und Weik, werde ‘fulminant scheitern’. Sodann: ‘Kommt es zur globalen Rezession, werden in den südlichen Euroländern alle Dämme brechen!“ Also rette sich, wer kann!“ – bto: Nun stehen die beiden mit ihrer Kritik am Notenbankexperiment wahrlich nicht allein. Ich erinnere an meine Beiträge dazu: → Notenbanksozialismus

Auch das politische Risiko eines Zerfalls der Eurozone bleibt bestehen. Das liegt auch daran, dass die grundlegenden Probleme nicht gelöst wurden und es statt Konvergenz, Divergenz gegeben hat: → Der IWF zeigt, dass der Euro nicht funktioniert“

  • Erst schüren sie die Ängste ihrer Leser bis zum Äußersten, dann bieten sie ihnen die eigene Honorarberatung als quasi letzte Rettung an. So schreiben Friedrich/Weik nach mehr als 200 Seiten Untergangsprosa im Kapitel ‘Lösungen’ebenso unvermittelt wie unverblümt: ‘Selbstverständlich geht nichts über eine maßgeschneiderte, individuelle Strategie in der Honorarberatung. Gerne helfen wir Ihnen dabei.’ (…) Im ‘Friedrich & Weik Wertefonds ’, der vor allem auf Goldbarren, Minenaktien und Bargeld setzt, stecken 22 Millionen Euro. In Ottes Vermögensbildungsfonds, der eine eher konventionelle Portfoliostruktur hat, haben Anleger 52 Millionen Euro investiert.“ – bto: Es ist müßig, zu sagen, dass beide Fonds – wenn die Angaben stimmen – zu klein sind, um damit als Vermögensmanager Geld zu verdienen. Wenn man etwas kostengünstig für die Investoren machen will und zugleich auf die eigenen Kosten kommen, muss man mehrere 100 Millionen verwalten. Darunter ist es zu teuer für alle Beteiligten.
  • „Weshalb kaufen Menschen hunderttausendfach Bücher, die den Untergang vorhersagen? (…) Psychologen erklären dies mit dem Begriff Angstfaszination. Etwas ist zum Fürchten und zugleich fesselnd. Elf Jahre nach der Finanzkrise und einem fast ebenso langen Aufschwung, ist eine verbreitete Befürchtung, muss die Sache irgendwann mal kippen. (…) Die Sorgen vor einer schlechteren Wirtschaftslage, Arbeitslosigkeit und den Folgen der EU-Schuldenkrise standen viele Jahre ganz vorne. Inzwischen haben sie stark abgenommen und landen in der Liste von 2019 nur noch unter ‘ferner liefen’.“ – bto: Dies wiederum spricht aus meiner Sicht für die unangenehme Überraschung, weil eben der Aufschwung nicht auf einer soliden Grundlage basiert. Auch an der Börse lohnt es sich, gegen die Herde zu spekulieren, das gilt natürlich auch hier.

Zwischenfazit: Einiges an der Kritik in der F.A.Z. ist durchaus nachzuvollziehen. Andererseits muss man konstatieren, dass der Autor es beim Beschreiben belässt und nicht auf die Inhalte eingeht. Doch dort müsste man die Crash-Propheten entzaubern, was teilweise leicht ist, in anderen Bereichen aber nicht, streiten doch auch „seriöse Ökonomen“ darüber.

Auch woanders gab es Kritik, so in der finanzmarktwelt: „Der größte Crash aller Zeiten – wie unseriöse Apokalyptiker zu Bestsellerautoren werden. Friedrich&Weik vermischen Richtiges mit Falschen – und tun so, als ob ihre sehr gewagten Prognosen sicher eintreten.“  → finanzmarktwelt.de: „Wie unseriöse Apokalyptiker zu Bestsellerautoren werden“

Der Autor unterstützt „(…) grundsätzlich den Ansatz der Autoren Friedrich&Weik, eine alternative Sichtweise zu vermitteln. Bezüglich ihrer Argumentationsmethode habe ich aber einiges an Kritik hinsichtlich der Seriosität des Buchs“. – bto: Und diese Kritik kann man meines Erachtens durchaus üben. Sicherlich erheben die Autoren nicht den Anspruch, abwägend zu argumentieren. Sie betonen viel mehr die Erklärung ihrer Sicht der schon oben angesprochenen Punkte und betonen deutlich die sich daraus ergebenden Risiken für jeden Einzelnen.

  • „Das Modell zum Beispiel, mit dem Marc Friedrich den größten Crash aller Zeiten bis 2023 voraussagt, wird im Buch nur in einem Satz auf Seite 33 erwähnt. Er gibt keinerlei Angaben zu diesem Modell – obwohl eben dieses Modell die Hauptbegründung für seine These des Crashs bis 2023 ist. Welches der bisher größte Crash war, bleibt natürlich auch unklar, so dass es keinen Referenzpunkt gibt, was in einem ‘größten Crash aller Zeiten’ eigentlich zu erwarten ist. Ein Crash wie in der Wirtschaftskrise der 1920/30er würde sehr viel Leid und unzählige Tote mit sich bringen, weshalb man nicht damit unseriöse Panik schüren sollte.“ – bto: Jetzt muss man natürlich konstatieren, dass die Große Depression ebenfalls eine Überschuldungskrise war, die entsprechenden deflationären Druck auslöste und in die Schulden-Deflation des Irving Fisher führte. Heute haben wir alle Ingredienzen für eine solche Entwicklung erneut. Das sage nicht nur ich, sondern auch angesehene Investoren wie Ray Dalio und Stanley Druckenmiller. Die Notenbanken haben das Problem mit den Maßnahmen der letzten zehn Jahre verschlimmert. Wenn man Schuldenstände, regionale Ausbreitung, den Euro und das schon sehr tiefe Zinsniveau betrachtet, muss man konstatieren, dass es das Potenzial zu einem Crash gibt, der die 1930er-Jahre in den Schatten stellen könnte.
  • „Der Untertitel ‚Wie Sie jetzt noch Ihr Geld schützen können‘ wird völlig verfehlt, da verunsicherte Menschen teilweise in Anlageentscheidungen getrieben werden, die ihre Altersabsicherung nicht schützen, sondern vielmehr dezimieren werden!“ – bto: Bevor ich auf die Anlageentscheidungen zu sprechen komme zur Erinnerung: Ich bin fest davon überzeugt, dass es nicht möglich sein wird, „Geld zu schützen“. Es wird unweigerlich zu Vermögensverlusten kommen und offen ist nur, wie diese eintreten. Die Optionen habe ich so oft durchdekliniert, dass ich die Wiederholung spare (einfach auf meinem Blog eine der letzten MAILBOXEN lesen).
  • „In dem Buch ‘Der größte Crash aller Zeiten’ wird auf Seite 275 die ‘perfekte Vermögenssicherung’ empfohlen. In der nachfolgenden Tabelle kommt die Aufteilung nach Anlageklassen von Friedrich&Weik (die drei Cluster sind von mir gebildet worden). Nach Friedrich&Weik soll man also bei dem ‘größten Crash aller Zeiten’ einen großen Teil seines Vermögens in Diamanten, Wald, Acker, Whisky, Kunst, Uhren und Bitcoin stecken, um so zu den wenigen ‚Gewinnern‘des ‚größten Crash aller Zeiten‘ zu gehören.“
  • „Informationen, dass etwa der Erwerb von Diamanten in Deutschland durch Mehrwertsteuer und hohe Transaktionskosten ca. ein Viertel des Vermögens beim Kauf vernichtet, wird einfach weggelassen. Auch die Lagerung über Zollfreilager wird nicht angesprochen – wo dann zwar keine Mehrwertsteuer mehr anfällt, aber hohe jährliche Lagerkosten dazu kommen und der Zugriff in Zeiten, in denen man es braucht, nicht sicher ist. Solche Punkte gibt es leider sehr viele im Buch.“ – bto: und nun zu den Anlageformen aus meiner Sicht:

Diamanten: hohe Transaktionskosten, manipulierter Preis durch Kartell, Gefahr durch künstliche Steine. Wenn überhaupt nur in Top-Qualität mit einem langen Horizont. In der akuten Krise nur unter starken Verlusten realisierbar. Am besten am Finger der Frau und dann vergessen.

Wald etc.: Halte ich für ein attraktives Investment auch mit Blick auf Bevölkerungswachstum, Klimawandel, Besteuerung. Allerdings sind die Preise schon weit gelaufen und es setzt ein umfangreiches Vermögen voraus. Restrisiko von staatlichen Eingriffen bleibt.

Whisky, Kunst, Uhren: oben schon angesprochen. Das kann unter einem sehr langen Zeithorizont funktionieren, auf keinen Fall als „Krisenwährung“ und auch nicht als Mittel zum Neustart nach der Krise. Wenn man also dynastisch denkt, dann ja. Problem bleibt die Auswahl des konkreten Kunstobjekts/Uhr. Man erinnere sich an den Antiquitätenboom in den 1980er-Jahren, der allen Käufern heute deutliche Verluste beschert. Whisky kann man wenigstens trinken, gilt auch für guten Rotwein.

Bitcoin: Ich habe schon vor einigen Monaten geschrieben: Wer an Bitcoin glaubt, der möge Banken shorten. Es geht um eine Neuordnung des Geldwesens, den die Staaten sich niemals bieten lassen werden. Im Krisenfalle werden diese konfisziert/besteuert und es besteht ein erhebliches Diebstahlrisiko und eine Abhängigkeit von der weiteren Funktionsfähigkeit der IT-Infrastruktur. Überzeugt nicht.

Immobilien: Zustimmung. Am besten auch international gestreut, kann man über REITS machen. Mit Schulden vorsichtig sein, ist ebenfalls richtig. „Retten“ ist aber auch hier relativ, da der Staat garantiert Sondersteuern einführt.

Aktien: Hier wäre mir 15 Prozent ein zu geringer Anteil und ich würde – wie immer wieder geschrieben – dringend zu einer internationalen Streuung raten und dies möglichst kostengünstig.

Fremdwährungen: hat man bei internationaler Streuung ohnehin. Wer mag, kann sich ein paar Schweizer Franken und Singapurdollar in den Tresor legen.

Staatsanleihen: sind nur als Alternative zum Bankkonto geeignet. Als Sicherheit vor Bail-ins. Dann aber nur kurz laufende und von jenen Staaten, die am letzten kippen.

Gold: ja, physisch und vielleicht 15 bis 20 Prozent. Man muss aber wissen, dass auch hier Besteuerung, Konfiszierung drohen und in der akuten Krise auch nicht viel damit angefangen werden kann.

Bargeld: Ja, auch das muss sicher mit direktem Zugriff gelagert werden und dürfte ab einem bestimmten Betrag unter Geldwäschegesichtspunkten etc. eingeschränkt werden.

Doch zurück zur Kritik: „Ein anderes absurdes Beispiel ist der auf ein paar Absätzen (siehe Seite 194/195) behandelte Klimawandel, der dann bei Friedrich&Weik mit einer unglaublich unseriösen Behauptung abgehandelt wird (siehe Seite 195): ‘Die Lösung ist simpel und preiswert. Die effizienteste und günstigste Art, den Klimawandel zu stoppen, ist die Aufforstung. Diese würde zwischen 300 und 500 Milliarden Dollar weltweit kosten und wäre gegenüber Verboten und Deindustrialisierung spottbillig.’” – bto: Forscher der ETH Zürich hatten diesen Vorschlag vor einigen Monaten präsentiert. Leser von bto wissen, dass ich den Kampf gegen den Klimawandel als willkommenen Vorwand ansehe, um in die direkte Staatsfinanzierung einzusteigen, abgesehen davon, dass in Deutschland Energie- und Klimapolitik herzlich schlecht und unökonomisch gemacht werden.

  • „Ein Quellenhinweis zu den 300 bis 500 Milliarden Dollar fehlt natürlich genauso wie weitere Erläuterungen dazu. Diese unseriöse Methodik zieht sich letztendlich durch das ganze Buch. Hier kann man nur feststellen, dass schlechte Urteilskraft und Selbstüberschätzung was überhaupt prognostizierbar ist, Methode haben. In dem Buch vermischen Friedrich&Weik Richtiges mit Falschen – und tun so, als ob ihre sehr gewagten Prognosen sicher eintreten, so dass sich insgesamt ein schrecklich unseriöser Brei ergibt.“ – bto: Wie geschrieben, habe ich mich dennoch zur Mitwirkung entschlossen, einfach weil man anerkennen muss, dass es den Autoren gelingt, breite Schichten der Bevölkerung zu erreichen.
  • „Was ich nicht verstehe ist, warum Bestsellerautoren/Journalisten solche Dinge behaupten können, ohne an Glaubwürdigkeit zu verlieren. Politiker oder andere in der Öffentlichkeit stehende Menschen wären nach solchen Behauptungen zu Recht sehr starker Kritik ausgesetzt.“ – bto: Ich denke, auch einige Politiker und Journalisten, selbst einige Ökonomen kommen damit durch. Ich nenne jetzt mal keinen Namen, aber meine Leser wissen, an wen ich da denke.

Dass die Crash-Propheten so erfolgreich sind, liegt auch an der medialen Präsenz. Keine Talk-Show, in der die beiden noch nicht saßen, keine Zeitung, die nicht über die beiden berichtet haben. Es gibt also bei Lesern wie Medien gleichermaßen den Wunsch nach diesen Nachrichten.

Selbst der SPIEGEL interviewt sie und auch wenn der Artikel sich einen kritischen Anstrich gibt, ist er natürlich faktisch Werbung. (Jetzt will ich nicht klagen, durfte ich mich doch zum „Märchen vom reichen Land“ einem Streitgespräch im Heft stellen. Andererseits ist es viel schwerer, in einem Streitgespräch zu bestehen. Eiszeit in der Weltwirtschaft wurde dort nicht besprochen, obwohl es fundierter und balancierter ist. Vermutlich wegen Letzterem?) Also, was meint der SPIEGEL zum Buch: Geldangst – Droht tatsächlich der größte Crash aller Zeiten?

  • „(…) Alan Greenspan (…) der langjährige Präsident der amerikanischen Notenbank Fed war fest davon überzeugt, dass man eine spekulative Preisblase erst im Nachhinein erkennen kann. Wenn sie geplatzt ist. Marc Friedrich, 44, und Matthias Weik, 43, wissen es besser: nämlich schon vorher und auch noch mit Zeitangabe. Spätestens 2023 werde sie platzen, die größte aller Blasen, sagen sie (…).“ – bto: was denkbar, aber nicht sicher ist. Noch scheint die Geldpolitik ja etwas zu wirken.
  • „Über tausend Menschen jubeln den Verkündern dieses Unheils zu. So viele sind am Donnerstag vergangener Woche in die Stadthalle nach Göppingen gekommen (…) Es gibt viel Beifall, wenn Friedrich und Weik verkünden, dass Komiker das Land regierten und die Europäische Zentralbank (EZB) das Bargeld abschaffen wolle – um zu retten, was nicht mehr zu retten sei. Weshalb am Ende das komplette System zusammenbrechen und eine Währungsreform die Vermögen der Bürger vernichten werde.“ – bto: Ich habe zwar auch schon vor über 1000 Zuhörern gesprochen, muss allerdings zugegeben, dass die dann nicht nur wegen mir da waren. Es ist wirklich beeindruckend. Das mit den Komikern hat ja was …
  • „Noch hat die Rezession nicht begonnen, aber nach zehn Jahren Aufschwung mehren sich die Krisenzeichen, auch und gerade rund um Stuttgart. Die Autoindustrie, an der hier Zigtausende Arbeitsplätze hängen, steht vor einer unsicheren Zukunft. Der Zulieferer Schuler hat beschlossen, die Neumaschinenproduktion in seinem Stammwerk Göppingen einzustellen. Bosch und Mahle wollen im Großraum Stuttgart ebenfalls Stellen streichen. ‚Wir haben den Wohlstand nicht auf ewig gepachtet‘, sagt Friedrichs Partner Weik. So wie aus Detroit, dem Zentrum der amerikanischen Autoindustrie ‚Destroyed‘ geworden sei, warnt er, könne aus Stuttgart auch ‚Kaputtgart‘ werden.“ – bto: Wir wissen, dass die sich abzeichnende Krise der Automobilindustrie eine Existenzbedrohung darstellt. Und damit nicht nur die Region, sondern ganz Deutschland massiv gefährdet.
  • „(…) Zinsen gibt es nicht mehr, jedenfalls keine positiven, wer sein Geld dem Staat oder soliden Unternehmen leiht, bekommt am Ende der Laufzeit weniger zurück, als er gegeben hat. Ist es da ein Wunder, dass Crash-Propheten Konjunktur haben?“ – bto: Nein, hinzukommt, dass die Politik mit ihren Antworten versagt. Auch deshalb bin ich sehr pessimistisch.
  • Max Otte hat sich lange „(…) geweigert, einen Nachfolger zu liefern, nun hält er die Zeit offenbar für reif, ‘denn die Welt hat eine Richtung genommen, wie ich sie in ›Der Crash kommt‹ zwar leise als Gefahr angedeutet, mir sie aber ansonsten für meine Albträume reserviert habe‘, schreibt er im Vorwort: der Schuldenstand auf dem höchsten Niveau aller Zeiten, Krieg und Krisen, Migrations- und Terrorwelle, Europa und die Gesellschaft zunehmend zerrissen und polarisiert.“ – bto: Auch da ist etwas dran. Dass wir eine zunehmende Polarisierung der Gesellschaft erleben, kann nun wirklich nicht geleugnet werden. Was die Schulden betrifft, hat Peter Bofinger sofort getwittert, dass die Schulden relativ zum BIP ja seit 2000 fast nicht mehr stiegen. Ganz so stimmt das nicht, aber es ist richtig, dass das Wachstum abgenommen hat (und gleichzeitig auch das Wachstum der Realwirtschaft). Hier die Zahlen des IWF:

Quelle: IWF

  • „Während Otte noch hofft, der große Zusammenbruch könne abgewendet werden, legen sich Friedrich und Weik fest: (…) der Crash nicht mehr zu verhindern. (…) Ihre Argumentation geht so: Seit der Finanzkrise 2008 hat sich nichts Grundlegendes verändert, die weltweite Verschuldung ist seither um zwei Drittel gestiegen.“ – bto: Zustimmung meinerseits und auch vieler Ökonomen. 
  • „Die Politiker haben es versäumt, das Finanzsystem umzubauen, und stattdessen die Banken auf Kosten der Steuerzahler gerettet.“ – bto: Es ist richtig, dass wir seit Langem eine Krise mit noch mehr Schulden bekämpfen, die aufgrund von zu vielem billigen Geld, also Schulden, entstand.
  • „So sind die Reichen immer reicher und die Krisenverursacher, die Banken, Krisengewinner geworden. Worauf die Bürger zuerst das Vertrauen in die Banker und dann in die Politiker verloren haben.“ – bto: Auch das ist nicht ganz falsch, wobei die Banken in Europa immer noch krank sind, Blick auf die Aktienkurse genügt.
  • „Die Notenbanken drucken Geld, um das Schlimmste zu verhindern. Sie haben die Zinsen auf ein Rekordtief gesenkt und erkaufen sich damit Zeit, zulasten der Bürger. Die niedrigen Zinsen – und die Aufkäufe von Staatsanleihen durch die EZB – halten die Staaten im Süden Europas, deren Banken und viele ökonomische Zombiefirmen künstlich am Leben.“ – bto: Zustimmung, ja, es wird auf Zeit gespielt.
  • „Die Schlüsse, die die Autoren aus dieser Analyse ziehen, sind mehr als gewagt. Der Kollaps des Systems, schreiben sie, sei unausweichlich: ‚2008 war eine leichte Brise, jetzt kommt der Tsunami.‘ Und der reiße alles mit sich: Die Börsen, sagen sie voraus, würden um 80 Prozent und mehr einbrechen, eine Hyperinflation werde das Ersparte entwerten, die Arbeitslosigkeit werde auf 10 bis 20 Prozent steigen – ein Neustart in Form einer Währungsreform sei unausweichlich.“ – bto: Das ist ein mögliches Szenario für die weitere Entwicklung. Es kann aber auch viel länger dauern und durch die Staatsfinanzierung der Notenbanken in eine andere Vermögensentwertung laufen. Vor allem darf man die demografische Entwicklung nicht vergessen.
  • „Am Ende, so die These, würden sich die Staaten auf Kosten ihrer Bürger und Schuldner entschulden müssen, weil die Pläne der EZB, die Wirtschaft durch billiges Geld am Laufen zu halten, nicht funktionierten. Das größte Notenbankexperiment aller Zeiten sei zum Scheitern verurteilt: Die Mutter aller Blasen, die Blase der Staatsanleihen, sie werde platzen.“ – bto: Das Thema Staatsanleihen-Blase habe ich analog besprochen. Allerdings ist es ja mehr als ein Staatsschuldenproblem, ich erinnere an die US-Unternehmen.
  • „(…) die EZB (…) werde die Geldschleusen weiter öffnen und, so seine Prognose, die Zinsen auf minus vier bis sechs Prozent senken, um die Rezession zu stoppen. Und weil das nicht klappe, wenn die Bürger ihr Bargeld horten, werde sie versuchen, das Bargeld zu besteuern. Und genau dafür, jetzt wird es verschwörungstheoretisch, sei Christine Lagarde an die Spitze der EZB gesetzt worden.“ – bto: Die beiden hatten in einem ihrer früheren Bücher auch eine Verschwörungstheorie meine Person betreffend, wo sie behaupteten, mein früherer „Chef“ (was er nicht war) würde jetzt in das Bundesfinanzministerium wechseln, um dort „Back to Mesopotamia“ umzusetzen, also Vermögensabgaben. Das war natürlich Blödsinn. Andererseits hat der IWF in den letzten Jahren durchaus eine Fülle an Studien vorgelegt, die die These stützen: Bargeldsteuer und -verbot, Gold als schädlich für die Stabilität, Vermögensabgaben, …
  • Und was ist, wenn der Crash bis 2023 gar nicht kommt? Dann machen wir eine Flasche Whisky auf und freuen uns, sagt Friedrich.“ – bto: So habe ich auch immer gern geantwortet. Entgegen zu anderen Titeln der beiden, sollte man den Crash nicht als Lösung, sondern als Desaster sehen.

Quintus schrieb in der Kommentarfunktion: „Im Grunde sagen die beiden Buchautoren nichts Anderes als Dr. Stelter, Herr Otte, Dr. Markus Krall etc. nur auf einem etwas tieferen Niveau, welches keine tiefergehende ökonomische Kenntnis voraussetzt. Der grobe Weg ist vorgezeichnet. Schon 2011 hatten Nouriel Roubini und Stephen Mihm (sowie Sandra Navidi) in ihrem Buch: Das Ende der Weltwirtschaft und ihre Zukunft explizit auf die Gefahren hingewiesen: Sollte die Politik in den nächsten Jahren nicht die richtigen Entscheidungen treffen, sondern immer NUR BETONEN wie sträflich es wäre eine Krise ungenutzt zu lassen, legen sie die Saat für die nächste, noch schwerere Krise. 

Das Buch Eiszeit in der Weltwirtschaft ist für den Kreis der Weik und Friedrich Zuhörer schon zu schwere Kost. Ich konnte dies selbst bei zwei Bekannten erleben, denen ich dieses Buch geschenkt habe. Der Erfolg ihrer Bücher ist auch! der einfachen Lesbarkeit zu schulden.“ bto: Das stimmt wohl. Schade. (Deshalb hatte ich ja auch „Die Krise …“ gemacht als Bilderbuch.) 

Was wohl zur Antwort führt: Ich bin nicht die Zielgruppe dieser Bücher und vermutlich nur die wenigsten Leser dieses Blogs. Und ich wiederhole: Es ging um meine Motivation, einen Beitrag zu leisten. Scheinbar bedarf es eines lauteren und emotionaleren Stils, um breitere Kreise anzusprechen, die wirtschaftspolitisch interessiert sind.

Inhaltlich gibt es vor allem bei den konkreten Empfehlungen für die Geldanlage aus meiner Sicht erhebliche Schwächen. Auch diese dürften dem Konzept geschuldet sein. Denn wer die Ängste aufgreift, muss auch eine Lösung, eine Rettung bieten. Eine solche Rettung gibt es aber in unserem heutigen Umfeld nicht. Deshalb sind alle Empfehlungen mehr oder weniger falsch.

2.     Wo liegt die Grenze zwischen Aufklärung und unseriöser Panikmache?

Diese Frage ist schwer zu beantworten, hängt die Antwort doch auch davon ab, wie klar man die Probleme sieht und wieviel man von Wirtschaft versteht. Die Botschaften der Autoren treffen auf einen fruchtbaren Boden, sind die Risiken doch erheblich.

Jeder aufmerksame Konsument journalistischer Medien kennt die Thesen und Fakten, die in den Büchern stehen. Sie werden hier nur zusammenfassend aufbereitet. Das allein wäre noch keine „Panikmache“. Die folgt aus der zugespitzten und vereinfacht dargelegten Kommunikation über alle Kanäle hinweg, Sonst ließen sich auch keine Säle mit 1000 Zuhörern füllen.

Für mich stellt sich die Frage, ob nicht auch ich mehr in diese Richtung gehen sollte, aus zwei Gründen nicht: Zum einen entspricht es nicht meinem Naturell, zum anderen habe ich den Wunsch und die Hoffnung, etwas zu bewegen. Die größte Krise noch zu verhindern. Dafür benötige ich allerdings das Gehör der Entscheider. Gut möglich, dass diese in Deutschland auch wenig von Wirtschaft verstehen, sodass man Expertisen einfacher zusammenfassen muss. Andererseits braucht man aber die Anerkenntnis der Wissenschaft, um überhaupt Gehör zu finden. Streitgespräche wie meine mit Marcel Fratzscher (Migration) und Peter Bofinger („Märchen vom reichen Land“) im SPIEGEL zeigen, dass mir das gelungen ist, ebenso wie meine Position unter den 100 einflussreichsten Ökonomen im Land.

Die Grenze zwischen Aufklärung und Übertreibung liegt deshalb für mich dort, wo ich die Qualität als ernst zu nehmender Gesprächspartner für die Ökonomenzunft verliere. Für die Crash-Propheten ist das nicht das Kriterium. Insofern haben jene bto-Leser recht, die vor den Gefahren einer Kooperation warnen. Noch denke ich, dass es den Versuch wert war, über einen Gastbeitrag mehr Menschen auf meine Sicht der Dinge aufmerksam zu machen.

Kommentare (62) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
  1. Avatar
    Tobias W. sagte:

    Die Panikmache dient in erster Linie denen, die durch die unüberlegten, panischen en masse Handlungen der anderen Markthälfte profitieren.

    Um es in den Worten von Anlegerlegenden zu sagen:

    Larry Fink, CEO BlackRock (2018): “We spend too much time talking about market timing. And our big thrust is focusing on being in the market, all the time, because most of us are not good enough at market timing. For those who have been in the market, stayed in the market after the 2008 crash into 2009, really benefited. And those who ran away really were quite harmed by that action.”

    Peter Lynch: “Far more money has been lost by investors preparing for corrections, or trying to anticipate corrections, than has been lost in corrections themselves.”

    Warren Buffet: „Investing is not a game where the guy with the 160 IQ beats the guy with the 130 IQ. Once you have ordinary intelligence, what you need is the temperament to control the urges that get other people into trouble in investing.“

    „Since the basic game is so favorable, Charlie and I believe it’s a terrible mistake to try to dance in and out of it based upon the turn of tarot cards, the predictions of ‚experts,‘ or the ebb and flow of business activity. The risks of being out of the game are huge compared to the risks of being in it.“

    „Be fearful when others are greedy and greedy when others are fearful.“

    „When major declines occur, … they offer extraordinary opportunities to those who are not handicapped by debt.“

    Und genau das zieht Buffett momentan durch. Er sitzt auf einem Berg von Barreserven mit denen er bei der nächsten Talfahrt auf Einkaufstour gehen kann.

    Meiner Meinung nach ist es sinnvoll denjenigen zuzuhören, die seit Jahrzehnten beständig und erfolgreich am Markt investieren – statt auf die Panikmacher zu hören, die in erster Linie sich selbst und ihre Bücher vermarkten wollen – das trifft auch in gewisser Weise auf Stelter zu (no offense!).

    Stelter’s Ratschlag, ein ausgewogenes, breit gestreutes Portfolio zu pflegen ist nie der falsche Ratschlag. Man könnte das noch durch folgendes ergänzen:

    * Krisen aussitzen, nicht panisch verkaufen, Kurseinbrüche zu Käufen nutzen.

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      troodon sagte:

      @ Tobias W
      „Und genau das zieht Buffett momentan durch. Er sitzt auf einem Berg von Barreserven mit denen er bei der nächsten Talfahrt auf Einkaufstour gehen kann.“
      …und betreibt damit Markttiming

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        Tobias W. sagte:

        Markt Timing? Äh, nein.

        Er ist vorbereitet und kann reagieren. Betonung auf „reagieren“ wie in Reaktion. Also eine Aktion, die auf ein Ereignis folgt, nicht eine Aktion, die einem Ereignis vorausgeht – wie man das machen müsste, wenn man den Markt vorhersagen kann („Markt Timing“).

        Wie er schreibt: „Be fearful when others are greedy and greedy when others are fearful.“

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        troodon sagte:

        @ Tobias W
        Wenn Sie Markt-Timing ENG definieren, dann gebe ich Ihnen an dieser Stelle recht.

        „Be fearful when others are greedy and greedy when others are fearful.“
        Auch das muss gemessen werden und ist somit zumindest eine Art von Markt-Timing… Betrachten Sie einmal verschiedene Anbieter mit einen greed/fear Indikator. Da gibt es keine Einheitlichen Methoden für.

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    manfred sagte:

    hinsichtlich Aktienbörsen sehen wir teilweise solide Bewertungen statt massive Überteuerung (wie von den Crashgurus immer angeführt:

    wichtiger als der DAX (enthält alle bereits vereinnahmte Dividenden) ist der Kursdax (der steht immer noch unter seinem Hoch vor 20 Jahren)
    gleiches gilt für viele europäische Börsen und auch Emerging Markets Börsen (z.B. Singapur und auch Sondersituation Hong Kong)
    Die Bewertung sollte man im Verhältnis zur Zinsentwicklung sehen

    Hohe Bewertungen sehen wir in USA; die sind aber verzerrt durch die Sondersituation Technologie (Google, Facebook, Amazon); andere Werte wie Energie sind eher Valuecharacter

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      Tobias W. sagte:

      In Ihrem letzten Satz liegt der Schlüssel.

      Wenn man in einen Index oder in Einzelpapiere investiert, darf man nicht lediglich die Charts betrachten. Man muss hinter den Ticker-Symbolen die Unternehmen und ihr Umfeld sehen und verstehen. Und bestimmte Unternehmen und ihr Umfeld sind eben entgegen vieler Trends in anderen Branchen extrem gut aufgestellt.

      Bestimmte Trends werden einigen Unternehmen auf die nächsten zehn bis 20 Jahre gute Aussichten bescheren:

      * Public Cloud
      * Edge Computing, 5G
      * Maschinelles Lernen/Künstliche Intelligenz
      * Quantencomputer
      * Internet der Dinge

      Es gibt eine Handvoll Unternehmen, die in allen fünf dieser Trends massive Investitionen getätigt haben. Auch wenn die schon extrem hoch bewertet sind, der Fakt dass die Einstiegshürden in diese Märkte hoch sind und die meisten anderen Marktteilnehmer selbst mit extrem hohem Investitionsvermögen kaum konkurrieren können, macht eine Investition in diese Unternehmen eine recht sichere Sache.

      Das größte Risiko geht bei diesen Werten von möglichen politischen Maßnahmen in den USA aus, die „Monopole“ der Techriesen zu zerschlagen.

      Ich glaube allerdings nicht, dass das passiert – auch nicht unter einer US Präsidentin Warren.

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    Lejero sagte:

    @Herr Stelter:
    Sie schreiben zu Immobilien: „…Mit Schulden vorsichtig sein, ist ebenfalls richtig. „Retten“ ist aber auch hier relativ, da der Staat garantiert Sondersteuern einführt.“
    Können Sie etwas dazu sagen, wieso Sie bei Schulden für Immobilien vorsichtig wären? Im Falle einer Inflation wären doch Schulden eine gute Sache, bei einer Deflation natürlich weniger. Wenn ich aber Immobilien sagen wir mit einer 50/50 Finanzierung kaufe und zusätzlich etwas Liquidität vorhalte ist das aus meiner Sicht ein vernünftiger Chancen/Risiken Mix.Oder meinen Sie damit nur keine 100% Finanzierungen?
    Vorab Danke und beste Grüße.

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    Groundhog sagte:

    Ich hatte die beiden bei twitter auch abonniert. Aber die immer gleichen billigen Phrasen wie „xy… jodelt einen raus“ oder „komiker an der Macht“ ging mir nach einer Weile gewaltig auf den Keks, so dass ich sie stumm geschaltet habe.

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    troodon sagte:

    Gerade gelesen, heute um 22:15 bei Maybrit Illner u.a. Marc Friedrich, Marcel Fratzscher und Sarah Wagenknecht ;)
    Thema: „Zinsen im Keller, Vorsorge in Gefahr – wann lohnt sich Sparen wieder?“

    Man könnte auch mal die Art des Sparens in D thematisieren, statt hauptsächlich auf den Zins abzustellen…

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    • Avatar
      ruby sagte:

      @troodon
      Bei der sektionierten KaderJournalistin der Karl-Marx-„Univerisät“ in Leipzig der inoffiziellen Staatssicherheitshauptstadt und ehemaligen SED-Mitgliedin hört meine persönliche Meinungsfreiheitstoleranz auf. Crash hin Sparen her…

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        troodon sagte:

        @ ruby
        Wagenknecht versteht meiner Meinung nach das Geldsystem besser die meisten/als fast alle? CDU/CSU/FDP Abgeordneten. Mohring, der auch da ist, wird da bestimmt keine Ausnahme sein. Werde mir morgen/am WE mal die Aufzeichnung teilweise ansehen.

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @troodon

        „Mohring, der auch da ist, wird da bestimmt keine Ausnahme sein.“

        Mohring? Da kann ich auch einem nassen Handtuch beim Trocknen zusehen. Ist erkenntnisreicher und spannender.

      • Avatar
        troodon sagte:

        @ Ruby
        Sie sehen, wie wenig ich mit Wagenknecht allgemein am Hut habe, ich kann noch nicht einmal ihren Vornamen richtig schreiben

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    Seuchenvogel sagte:

    @ Dr. Stelter

    In Europa wurde ja jetzt der Klimanotstand ausgerufen. Könnte das der Einstieg in ein grünes QE durch die EZB sein? Siehe auch Auslassungen von Frau v.d . Leyen zu den Ausgaben für den Klimaschutz?

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    • Avatar
      Dietmar Tischer sagte:

      @ Seuchenvogel

      Sie fragen noch?

      Dem Notstand folgen die NOTSTANDSGESETZE.

      Das sind Gesetze für KRISENSITUATIONEN.

      Sie werden mit breiter ZUSTIMMUNG erlassen und umgesetzt werden.

      Denn das Klima ist eine Krisensituation, die jeder nachvollziehen kann – TV-Nachrichten einschalten und sehen, was zu sehen ist.

      Das sind keine Fake-News, auch wenn sie die Realität EINSEITIG beleuchten und DADURCH verfälschen.

      Bei der Umsetzung wird die EZB selbstverständlich mitmachen.

      Die Bereitschaft wurde schon erklärt.

      Entscheidend:

      Bei Notstand und Notstandsgesetzen nicht an Hitler und die Nazis denken.

      Das wäre völlig irreführend.

      Damals wurde die ERMÄCHTIGUNGEN ausgesprochen, OHNE Zustimmung von Reichstag und Reichsrat sowie ohne die Unterschrift des Reichspräsidenten Gesetze zu erlassen.

      Heute stimmen Parlamenten und Repräsentanten FREIWILLIG den Notstandsgesetzen zu (siehe Klimapaket der Bundesregierung).

      Das ist eine ganz ANDERE Qualität.

      Über das Desaster, das angestellt wird, sprechen wir später.

      Insofern:

      Ähnlich wie bei Hitler – auch da wurde erst später darüber gesprochen und zwar erst dann, als die unsägliche Katastrophe nicht mehr aufzuhalten war und JEDER davon betroffen war.

      Wir werden zwar in einem ZIVILISATORISCHEM Szenario bleiben, uns vermutlich aber auch einem Desaster stellen müssen.

      Antworten
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        Michael Stöcker sagte:

        @ Dietmar Tischer

        „Wir werden zwar in einem ZIVILISATORISCHEM Szenario bleiben, uns vermutlich aber auch einem Desaster stellen müssen.“

        Wie sieht denn dieses Desaster Ihrer Ansicht nach aus, dem wir uns dann stellen müssen?

        Und was würde passieren, wenn wir solche Investitionen unterlassen?

        LG Michael Stöcker

      • Avatar
        Seuchenvogel sagte:

        Hallo Herr Tischer,

        danke für die Antwort. Ja, ich frage noch.

        Immerhin könnte der heutige Parlamentsbeschluss das Einfallstor für das grüne QE sein. Denn immerhin wäre es ja jetzt „demokratisch legitimiert“.

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Michael Stöcker

        >Wie sieht denn dieses Desaster Ihrer Ansicht nach aus, dem wir uns dann stellen müssen?>

        Politische UNRUHEN mit vermutlich tiefgreifender gesellschaftlicher DESTABILISIERUNG, weil FAKTISCH die gesamte Volkwirtschaft von der Produktion bis zum Konsum – hier die der EU – WILLKÜRLICH auf den Kopf gestellt werden würde, also eine VÖLLIG ANDERE Entwicklung darstellte als die zwar mitunter auch punktuell disruptive, aber letztlich evolutionäre, wie sie mit „schöpferischer Zerstörung“ nach Schumpeter verstanden wird.

        Die gesamte Volkswirtschaftlich umgestellt ohne Beachtung individueller Präferenzen IST ein Desaster und das insbesondere dann, wenn dahinter das DIKTAT einer zeitlich nicht zu verfehlenden Dekarbonisierung steht.

        Ein Desaster ist es NICHT, weil irgendeine „falsche Ideologie“ dahintersteckt oder die Umstellung nicht zu finanzieren wäre, sondern weil die Menschen sie nicht VERKRAFTEN werden.

        Ich verweise also auf die Empirie und damit auf den zu erwartenden WIDERSTAND.

        >Und was würde passieren, wenn wir solche Investitionen unterlassen?>

        Wir würden einem mehr oder weniger normalen Zyklus unterworfen, sicher nicht nur konjunktureller, sondern vermutlich auch struktureller Art.

        Es werden gewiss auch Krisen dabei sein, möglicherweise auch welche bis hin zu dem, was als Desaster empfunden wird – es gibt hier nichts zu beschönigen.

        ABER:

        Wir würden unseren existierenden Kapitalstock und die Lebensentwürfe von durchweg der gesamten Bevölkerung NICHT derart gewollt zerstört haben und wären DADURCH in einer SEHR VIEL besseren politischen und gesellschaftlichen Verfassung, uns dem zu stellen, was uns SO ODER SO erwartet:

        Abwehr der riesigen Menschenmassen, die aus dem dann desaströsen Afrika aufbrechen, um bessere oder überhaupt noch Lebenschancen zu haben.

        Die hier dargestellten Szenarien sind realistisch.

        Die empirischen Belege dafür werden zunehmen.

      • Avatar
        Michael Stöcker sagte:

        @ Dietmar Tischer

        Ich teile Ihre Einschätzung grundsätzlich. Da wir sehr wahrscheinlich keinen globalen Handel mit CO2-Zertifikaten hinbekommen werden, sollten wir die vorhandenen Ressourcen besser für EU-Grenzsicherung, Bildung, Infrastruktur sowie Klimafolgenprävention einsetzen. Die Renewables werden sich mAn sowieso mittelfristig durchsetzen, da sie bei weiterer Kostendegression immer wettbewerbsfähiger werden.

        LG Michael Stöcker

      • Avatar
        Thomas M. sagte:

        Auf dem Wege zur Unruhe ist aber auch gutes Geld zu verdienen, wenn die Dinge nachhaltig angegangen werden. Die Finanzindustrie kuschelt sich auch schon an.

        https://hbr.org/2019/05/the-investor-revolution

        „CONCLUSION: „A sea change in the way investors evaluate companies is under way. Its exact timing can’t be predicted, but it is inevitable. Large corporations whose shares are owned by the big passive asset managers and pension funds will feel the change the soonest.“

        Wenn Geld aufgrund von ESG-Labels in Branchen und Unternehmen fließt und umgekehrt aus den als fies deklarierten Branchen heraus, folgt für den Investor daraus, dass man in ersteren Kapitalgewinne realisieren kann und (später) vom Markt unterbewertete un-pc Unternehmen/Branchen günstig erwerben kann.

        Ich hab meine Zweifel, dass die CO2-intensiv lebenden Entscheider in Politik und Hochfinanz auf einmal ihr gutes Herz entdeckt haben. There’s money to be made!

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Thomas M.

        „Wenn Geld aufgrund von ESG-Labels in Branchen und Unternehmen fließt und umgekehrt aus den als fies deklarierten Branchen heraus, folgt für den Investor daraus, dass man in ersteren Kapitalgewinne realisieren kann und (später) vom Markt unterbewertete un-pc Unternehmen/Branchen günstig erwerben kann.“

        Das gibt tolle Kaufgelegenheiten zum Beispiel für Atom-, Kohle-, Gas- und Ölkonzerne.

        Man muss nur das Timing richtig abpassen. Am Höhepunkt des Divestment- und Klima-Hypes, aber vor dem ersten großen Stromausfall. Wenn meine Gewinne bei dem Trade von irgendwelchen grünen Klimaspinnern kommen, umso besser. Da trifft es genau die richtigen.

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Michael Stöcker

        Wahrscheinlich liegt es an der Weihnachtszeit, dass wir uns hier weitgehend einig sind.

        Was mit den Renewables wird, bleibt abzuwarten.

        Sie werden jedenfalls politisch so forciert voran getrieben, dass sie Boden gewinnen – bei uns.

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Thomas M.

        >Auf dem Wege zur Unruhe ist aber auch gutes Geld zu verdienen, wenn die Dinge nachhaltig angegangen werden.>

        Richtig.

        Man muss sich nur vor Augen halten, was das von den Eignern gesetzte ZIEL der Unternehmen ist:

        MAXIMALE RENDITE.

        Dieses Ziel verfolgt sie mit dem idealerweise einzigartigen Vorteil, eine an individuellen Präferenzen ausgerichtete optimale Ressourcenallokation zu gewährleisten.

        Das einmal beiseitegelassen, folgt daraus:

        Jedes Unternehmen versucht Renditemaximierung aufgrund von BEDINGUNGEN, die es in der Gesamtheit nicht setzt.

        Wenn der Staat statt die Märkte die Bedingungen setzt, richten sich die Unternehmen daran aus – wenn es der Rendite wegen sein muss, auch schon mal mit kriminellen Machenschaften.

        Beispielhaft für die Ausrichtung, nicht kriminelles Tun, ist das Wort von VW-Chef Diess:

        Wir bauen E-Automobile, hoffentlich weiß die Politik, was sie tut.

        Kurzum:

        Unternehmen werten NICHT, ob die Bedingungen, denen sie unterworfen sind, vorteilhaft oder nachteilig fürs große Ganze der Gesellschaft sind.

        Das ist nicht ihre Aufgabe.

        Sie ORIENTIEREN sich – und müssen dafür AMORALISCH sein.

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        troodon sagte:

        @ Michael Stöcker
        „sollten wir die vorhandenen Ressourcen besser für EU-Grenzsicherung, Bildung, Infrastruktur sowie Klimafolgenprävention einsetzen.“
        Und bei welcher Partei in D sehen Sie alle Punkte (zusätzlich noch Ihre Forderungen nach deutlicher steuerlicher Entlastung geringer und mittlerer Einkommen) hinreichend abgedeckt ?

    • Avatar
      Richard Ott sagte:

      @Seuchenvogel, Herr Tischer

      „Dem Notstand folgen die NOTSTANDSGESETZE. Das sind Gesetze für KRISENSITUATIONEN. Sie werden mit breiter ZUSTIMMUNG erlassen und umgesetzt werden.“

      Nicht so schnell. „Notstandsgesetz“ ist nicht gleich Notstandsgesetz.

      Damit die Ausrufung eines „Notstandes“ durch ein Parlament oder die Exektutive irgendwelche rechtlichen Folgen hat, muss eben dieser Notstand auch ein in Verfassung oder schon existierenden Gesetzen wohl definierter Begriff sein.

      Unser Grundgesetz kennt als fest definierte Notstände nur den „Verteidigungsfall“ (Deutschland wird militärisch angegriffen, siehe Art. 115 GG), dessen Vorstufe den „Spannungsfall“, den „inneren Notstand“ (Art. 91 GG, „Zur Abwehr einer drohenden Gefahr für den Bestand oder die freiheitliche demokratische Grundordnung des Bundes oder eines Landes kann ein Land Polizeikräfte anderer Länder sowie Kräfte und Einrichtungen anderer Verwaltungen und des Bundesgrenzschutzes anfordern. (…)“ und den „Katastrophenfall“ (dann werden die Regelungen in den Katastrophenschutzgesetzen ausgelöst).

      Einen „Klimanotstand“ kennt das Grundgesetz genau so wenig wie einen „Nazi-Notstand“ oder einen „sanitären Notstand“ wenn zum Beispiel die Toiletten im Reichstagsgebäude alle verstopft wären. Unmittelbare Rechtsfolgen entstehen daraus keine. Das Gesetzgebungsverfahren läuft immer noch genau so weiter wie vorher. Es ist einfach nur politische PR.

      Davon abgesehen ist es für ein Parlament immer ausgesprochen dumm, ohne Not einen „Notstand“ auszurufen oder in irgendwelchen Entschließungsanträgen mehrheitlich zu erklären, dass bei einen bestimmten Thema angeblich ein „Notstand“ herrsche. Die richtigen Notstandsgesetze stärken nämlich die Exekutive gegenüber dem Parlament, und schränken gegebenenfalls auch noch Grundrechte ein.

      Es gibt im Grundgesetz auch noch den „Gesetzgebungsnotstand“ (Artikel 81), den erklärt aber der Bundespräsident (!) auf Antrag der Bundesregierung nach einer verlorenen Vertrauensfrage und mit Zustimmung des Bundesrates, und in dem Fall ist der Bundestag für bis zu 6 Monate entmachtet (!!) und die Bundesregierung kann neue Gesetze alleine durch die Zustimmung des Bundesrates zustande bringen.

      Das ist so ein bisschen die Light-Version vom Gesetzgebungsnotstand aus der alten Weimarer Verfassung, die damals noch viel weitergehende Befugnisse für den Reichspräsidenten hatte, der aber ja auch vom Volk direkt gewählt wurde. War trotzdem keine gute Idee, denn das war das verfassungsrechtliche Einfallstor für die Ermächtigungsgesetze um die demokratische Grundordnung der Weimarer Republik komplett auszuhebeln und die Nazi-Diktatur zu etablieren.

      Jedenfalls hätte die Erklärung eines „Gesetzgebungsnotstandes“ nach Artikel 81 Grundgesetz erhebliche negative Auswirkungen auf die politische Stabilität Deutschlands, insbesondere dann, wenn diese Regelung missbraucht würde, um irgendwelche „Klimaschutzgesetze“ am Bundestag vorbei durchzupeitschen.

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott

        >Damit die Ausrufung eines „Notstandes“ durch ein Parlament oder die Exektutive irgendwelche rechtlichen Folgen hat, muss eben dieser Notstand auch ein in Verfassung oder schon existierenden Gesetzen wohl definierter Begriff sein.>

        Sorry, Sie sind auf dem legalistischen Weg – und der ist IRRELVANT.

        Das Parlament und die Exekutive rufen KEINEN Notstand aus.

        Den Notstand hat die STRASSE ausgerufen.

        Die, wie auch das EU-Parlament DRAMATISIEREN damit:

        ALTERNATIVLOS – so wie ein „echter“ Notfall, etwa, wenn der Verteidigungsfall gegeben ist.

        Die Exekutive und die Parlamente verabschieden keine Notstandsgesetze, sondern lediglich Gesetze, die NOT-wendig erscheinen (wendig wie Energiewende).

        Das Klimapaket der Bundesregierung wird vermutlich rechtlich angegriffen werden, aber nicht, weil es auf einem Verteidigungsfall oder „inneren Notstand“ gründet.

        Nein, die KRISE oder scheinbare KRISE ist eine ganz andere und daher fallen auch die Gesetze anders aus wie beispielweise:

        Keine Rationierung des Treibstoffs wie vermutlich im Verteidigungsfall, sondern ein paar Cents mehr pro Liter.

        Dafür gibt es problemlos Zustimmung, wenn politisch hinreichend ausgehandelt wurde.

        Entscheidend aus meiner Sicht:

        In der SUMME wirken diese Notstandsgesetze über längere Sicht TENDENZIELL genauso wie die klassischen Notstandsgesetze.

        Denn es sind keine Kann-Gesetze, sondern – am Ende des Tages – VERPFLICHTENDE.

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        Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer

        „Den Notstand hat die STRASSE ausgerufen. Die, wie auch das EU-Parlament DRAMATISIEREN damit: ALTERNATIVLOS – so wie ein „echter“ Notfall, etwa, wenn der Verteidigungsfall gegeben ist.“

        Wenn die Parlamente so dumm sind, den sogenannten „Klimawandel“ als Notstand zu framen der ihre eigene Entmachtung, eine Machtkonzentration bei der Exekutive und die Abschaffung von Grundrechten nötig macht, dann kann ich ihnen auch nicht mehr helfen sondern nur noch fassungslos den Kopf schütteln. Im Verteidigungsfall darf die Bundesregierung übrigens so interessante Dinge tun wie bei Enteignungen eigenmächtig irgendwelche Entschädigungen (vielleicht auch „null“) festsetzen ohne dass dem Enteigneten einstweilen ein Rechtsweg dagegen offensteht oder die ganze Finanzarchitektur aus Bund-Ländern und Gemeinden umstricken damit dem Bund auf keinen Fall das Geld ausgeht, weil er ja im Verteidigungsfall Krieg führt. Außerdem werden die Wahlperioden bis nach dem Ende des Verteidigungsfalle verlängert. Alles extrem heikel, und völlig übertrieben solche Vergleiche mit einer existenziellen und unmittelbaren Bedrohung der Sicherheit Deutschlands (und der Gewaltenteilung) zu bringen, nur weil die globale Durchschnittstemperatur um ein paar Zehntel Grad Celsius gestiegen ist.

        Aber, wie gesagt, so weit sind wir noch lange nicht.

        Was hat sich denn durch die diversen Erklärungen eines „Klimanotstandes“ konkret geändert? Nichts! Die Gesetzeslage ist noch genau so wie vorher und die Haushaltsgesetze haben sich auch nicht geändert.

        Reine PR. Aber es ist natürlich auch viel einfacher, einen unverbindlichen Entschließungsantrag zu einem Trend-Thema ins Parlament einzubringen und billigen Applaus von den Linksjournalisten und den Klima-Hüpf-Kids einzusammeln als die wirklich schwierigen Debatten zu führen. Ich wage die Prognose, dass es deutlich länger dauern wird, den EU-Haushaltsplan tatsächlich zu ändern, so wie von der Leyen es mit ihrem 3-Billionen-Klimaschutzplan ja fordert. Und dabei hat das bizarre EU-Parlament, das immer so tut als sei es eine vollwertige Legislative obwohl es keine ist, keine Mitwirkungsrechte, weil es selbst keine Steuern erheben darf und nur die Mittel im EU-Haushalt verplanen kann, die vorher die Mitgliedsstaaten freigegeben wurden. Noch ein Grund mehr für das EU-Parlament, lieber einen „Klimanotstand“ zu erklären als echte Gesetzgebungsverfahren einzuleiten (wofür es auch wieder die Zustimmung der EU-Kommission bräuchte, weil das EU-Parlament ja nicht einmal das Initiativrecht für Gesetzgebung hat), denn sobald es interessant wird und um Gesetze und Geld geht, zeigt sich die Machtlosigkeit des EU-Parlaments.

        Fallen Sie nicht auf jede Polit-PR rein, obwohl sie schrill verpackt ist. Das „Notstands“-Gerede wird sich genau so schnell abnutzen wie die mittlerweile inflationären Nazi-Vorwürfe gegen alles und jeden.

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer

        PS: Noch ein lustiges Detail: Die Klimanotstands-Erklärung hat das Europäische Parlament an seinem Zweitsitz in Straßburg beschlossen. Wenn die Sitzungswoche vorbei ist, wird dort wieder alles zusammengepackt und der ganze Parlamentsbetrieb zieht „klimafreundlich“ nach Brüssel um, bis zum nächsten Exkurs nach Straßburg. Man muss nur die richtigen Prioritäten setzen, auch im Herzen des Wahnsinns.

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott

        Sie haben in vielem Recht.

        Mein Punkt ist ja auch nur:

        Es werden Gesetze verabschiedet, die zwar formal keine Notstandsgesetze sind, aber so wirken, dass sie – letztlich – einen Notstand herbeiführen, ohne dass das beabsichtigte Ziel, das Klima zu retten, erreicht wird.

        Daran ist nichts, aber überhaupt nichts lustig.

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer

        Gesetze wurden noch gar keine verabschiedet, diese „Notstandserklärungen“ sind nur parlamentarische Resolutionen, also Entschließungsanträge.

        Im Frühjahr ging schon mal durch die Medien, dass einige Städte den „Klimanotstand“ ausgerufen hatten. Was seitdem an konkreten Maßnahmen umgesetzt wurde, wirkt nach den großspurigen Ankündigungen fast schon unfreiwillig komisch: https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/innenpolitik/id_86240118/konstanz-100-tage-klimanotstand-was-ist-seither-passiert-.html

        „In Düsseldorf beschloss der Rat im Juli das Ziel, statt 2050 schon im Jahr 2035 klimaneutral zu werden. Die Verwaltung soll dazu nach Angaben des Umweltamtes bis November ein Konzept vorlegen. In der Millionenstadt Köln wurde der Klimanotstand erst vor einem Monat ausgerufen, konkrete Beschlüsse gibt es, auch aufgrund der parlamentarischen Sommerpause, noch nicht. Ähnlich ist die Lage in Saarbrücken und Wiesbaden. Festgelegt wurde in Köln aber, dass künftig bei relevanten Entscheidungen geprüft werden soll, inwieweit die Maßnahmen oder Projekte Auswirkungen auf die Nachhaltigkeit und den Klimaschutz hätten. Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) hatte im Juli der dpa gesagt, wichtig sei, dass etwas geschehe und es nicht bei Symbolpolitik bleibe.“

        Das ist alles so dünn, dass es auch der Klimapropagandaseite t-online (gehört mittlerweile zum Ströer-Konzern, genau so wie übrigens der blauhaarige Rezo mit dem CDU-Zerstör-Video – schon gewusst?) schwer fällt, dem ganzen einen positiven Spin zu geben.

        Immerhin: „In Konstanz, dem Vorreiter bei der Ausrufung des Klimanotstands, werden klimarelevante Maßnahmen von einer Taskforce koordiniert – von der klimaneutralen Energieversorgung von Gebäuden über Mobilität bis zur Entsorgung. *ERWOGEN* werde ein Testlauf für einen kostenlosen Busverkehr an Samstagen sowie die Einführung von Prämien (etwa ein ÖPNV-Ticket) für Bürger, die ihr Auto endgültig abmelden, sagt Stadtsprecherin Anja Fuchs.“

        Ein paar Ideen, Diskussionen ohne Beschlüsse trotz angeblichem Notstand, aber „Taskforce“ klingt natürlich viel cooler als „Arbeitskreis“.

        So geht PR.

      • Avatar
        ikkyu sagte:

        @ R. Ott + D. Tischer

        Ob sich die EU-Länder bezüglich der Details (z.B. der Finanzierung) eines konkreten Klimaschutzplanes so einfach einig werden, ist auch nach meiner Meinung sehr fraglich.

        Als Beispiel sei nur Polen genannt.

        Zitat:
        “We are not against climate neutrality as a goal, but converting the Polish economy, which is currently 80 percent dependent on coal, to be a zero emissions economy, requires time and resources”, argued the minister. He felt that the cost of such a transformation is “hundreds of billions of PLN.”….

        Jerzy Kwieciński therefore argues that there is a need to design a system of compensating Poland and other members for having to absorb the necessary costs. Without that the costs for the economy and society could be unbearable.

        “Climate neutrality is a worthy goal, and we all want to reach it, but without the necessary analysis and programmes it’s just a slogan,” he added. “

        https://polandin.com/43658843/polish-minister-proposes-eu-formulate-operational-plan-on-climate-change

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ ikkyu

        >Jerzy Kwieciński therefore argues that there is a need to design a system of compensating Poland and other members for having to absorb the necessary costs. Without that the costs for the economy and society could be unbearable>

        Auf den Punkt gebracht.

        So mit allem und überall, etwa den Bauern in Deutschland und anderswo.

        Die hören sofort und widerstandslos damit auf, ihre Felder mit Gülle und Nitraten überzudüngen und dadurch das Grundwasser zu kontaminieren, wenn KOMPENSATION geleistet wird für den Einkommensausfall.

        Drei Probleme gibt es dabei:

        Zum einen wird das Angebot an Nahrungsmitteln – nun endlich „BIOLOGISCH“ – geringer und damit werden die Preise steigen – Gruß an die Verbraucher.

        Zum anderen sind von derartigen Kompensationsdeals auch andere betroffen, u. a. die Agrarchemie und der landwirtschaftliche Großhandel sowie Genossenschaftsbanken.

        Wir haben mit einem SYSTEMPROBLEM und enormen Konsequenzen zu tun, wenn man auch nur irgendwo ein Steinchen bewegt.

        Drittens muss die EU Einfuhrzölle erheben, damit die biologisch gereinigte EU-Landwirtschaft von den „Drecksbauern“ in Südamerika und denen in USA nicht ausgehebelt wird.

        Überall hängen Arbeitsplätze dran.

        Die Verhandlungen über den nächsten EU-Haushalt werden das gnadenlos offenlegen:

        Denn es geht nicht nur um Kohle vs. Landwirtschaft, sondern es fehlen auch jedes Jahr EUR 10 Mrd. +, weil U. K. nicht mehr einzahlt.

        Die EZB wird es richten müssen und – dann reden wir auch noch über die nächste Volksverdummung – zeichnen von EU-Klimaanleihen fürs Alterssparen.

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @ikkyu

        Kurz übersetzt sagen uns die Polen: „Wir könnten uns schon vorstellen, bei der CO2-Neutralität mitzumachen – aber nur wenn ihr uns für diesen wirtschaftlichen Blödsinn bezahlt.“

        Ein paar hundert Milliarden Zloty werden aber nicht reichen, ich würde die Kosten eher auf ein paar Dutzend Billionen Zloty schätzen.

        Das wird teuer für Deutschland. Wann werden die Kosten für unsere Gesellschaft eigentlich unterträglich hoch, wenn wir die Energiewende im ganzen Rest der EU auch noch mitfinanzieren sollen?

      • Avatar
        troodon sagte:

        @ Richard Ott
        „Das wird teuer für Deutschland. Wann werden die Kosten für unsere Gesellschaft eigentlich unterträglich hoch, wenn wir die Energiewende im ganzen Rest der EU auch noch mitfinanzieren sollen?“

        Kosten, Wirtschaftlichkeit ? Wer fragt denn danach ? Das ist was für alte weiße Männer.

        Wer könnte in D schon seine Stimme gegen eine Euro Klimawandel-Anleihe erheben (außer AFD), die von allen Staaten gemeinschaftlich begeben wird und wo D entsprechend anteilig hoch haftet ? Es ist doch ein sooo dringendes Problem UND wir sind doch ein reiches Land. Die Polen schaffen das doch nicht alleine, da MÜSSEN wir doch helfen.
        Die riesige Chance für einen ersten Euro-Bond, ein Einstieg, nicht mehr. Und die Investitionen sichern/schaffen doch auch bei uns Arbeitsplätze und die nachfolgende Generation profitiert doch auch bla, bla, blub blub… Vielleicht gibt es dafür sogar bei ZINSEN für die Anleger. Dagegen kann man doch gar nicht sein. Alle im Freudentaumel. Höchsten einige ewig Gestrige nicht… Zu dieser Gruppe werden sich aber nicht so viele öffentlich bekennen.
        Würde mich wundern, wenn man DIESE Chance politisch liegen lässt.

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ troodon

        Ich sehe die Entwicklung genauso wie Sie.

        Merkel will keine Euro-Bonds?

        Das war gestern, da gab es noch keine offizielle Klimakrise.

        Jetzt haben wir eine, daher Geschwätz von gestern.

        Kollektiver Wahnsinn – diesen Lauf hält keiner auf.

        Er kann nur durch SCHEITERN enden.

        Das wird er auch.

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer

        „Kollektiver Wahnsinn – diesen Lauf hält keiner auf. Er kann nur durch SCHEITERN enden.“

        Wenn das stimmt, und sich gegen den Wahnsinn zu stellen aussichtslos ist, dann sollten wir jetzt Vorkehrungen treffen, so dass die Verursacher des Scheiterns dieses Mal nicht so billig davon kommen wie zum Beispiel die SED 1989.

      • Avatar
        troodon sagte:

        @ Richard Ott
        „…dann sollten wir jetzt Vorkehrungen treffen…“
        Die da wären ?

  7. Avatar
    globalvoterorg sagte:

    Wie gehabt, hinterfragt keiner die, wirklich, wahren Zusammenhänge. Eine Behauptung (Crash) wird erst zur Tatsache, wenn sie Fakt wird. Bis dahin, ist sie eine Hypothese, ein Irrtum oder, sogar, eine Lüge! Wir leben in einem normopathischen Verhaltensmuster. Keiner, stellt sich die Frage, warum!? Trotzdem, ist, vorausgeschickt, nach Mises/Hayek, das Ende der Fahnenstange des „keynianischen“ Geldtsunamis erreicht und überschritten. Fundamentalistisch, haben die Autoren und Stelter recht. Warum, wohl, haben wir Null oder Negativzinsen!? Wer dies ablehnt oder den Dialog, darüber, unterdrückt, bezeugt ein primitives Verhalten des Spaltens! „Teile und Herrsche“, wenn, dies genauer betrachtet wäre, kämen wir, die Gesellschaft, zu besserem Austausch und Lösungen! Zur Sache:
    Die „Droge“, des QE, ist, keineswegs, als Heilmittel gedacht, sondern birgt die kriminelle Absicht der Insolvenzverschleppung. Das FIAT Money System, der privaten ZB´s (FED/EZB/BIC) ist ein Geschäftsmodell, eine MachtMatrix. „Die Lizenz zum Gelddrucken“. Warum, kann man in der „Liquiditätsschwemme“ die „häßliche Fratze“ der Finanzkrake erkennen!? Weil, alle Märkte ausgehebelt wurden! Und damit die freie Eigenbestimmung des Menschen und seinem Recht auf Wirtschaft! Die Frage, was und wo man, wieviel, anlegen könnte und ob der Crash morgen oder 2023 kommt, ist völlig belanglos! Die Welt ist „fremdbestimmt“! Eine winzige Minderheit, an Personen, auf dieser Erde, übt eine akkumulierte FinanzMacht aus, seit 1913 oder 1971 (oder seit der Aufgabe der Golddeckung, etc., pp!) Der Hochmut, kommt vor dem Fall. Auch, unser Aller! Wir haben, komplett, über unsere Verhältnisse gelebt, in jeder Beziehung und wollen nicht erkennen, daß die „Mutter“ aller Krisen die unnachhaltigste Wachstumskrise der Neuzeit ist: Das exponentielle Schuldgeld System. Ursprung, auch, aller Umwelts-, Verschmutzungs- und Raubbaukrisen
    Als aufmerksamer Beobachter wundert man sich schon sehr, warum, auch, in der MSM der Crash prognostiziert wird! WEIL, er nicht kommt! Die FinanzKrake und MachtMatrix weiß, wohin sie uns (99,99%) steuert:
    In die „Neue Virtuelle DiktaturTotal“, Orwell 3.0. Orwell 2.0 haben wir schon!
    Bargeldentzug, Zwangsenteignung, 5G, RFID Chip is Hip! Verknechtung, pur.

    Antworten
  8. Avatar
    Max Blauer sagte:

    Irritierend finde ich, daß Friedrich & Weik Gerhard Schick (Die Grünen) um einen Gastbeitrag angefragt haben. Meines Erachtens wäre hier Peter Boehringer (AfD) der Richtige. Hier werden gerade diejenigen hofiert, die unser Land durch Unverständnis und sozialistische Ideologie zerstören. Warum?

    Genau das beobachte ich auch bei Daniel Stelter: Diejenigen, die den Mut haben die Wahrheit zu auszusprechen werden mit dem Stigma des Schweigens bzw. des sich-distanzierens belegt.

    Max Otte hat den Mut klar und deutlich kund zu tun, daß die freiheitlich-demokratische Werteordnung nur ohne die Links-Grüne Politik gesichert ist – und sagt, er wähle AfD – und, welch Wunder, erntet dafür medialen Verriß.

    Aber der Verriß des Claqueurs ist ein Zeichen für seine Originalität!

    Antworten
  9. Avatar
    Dietmar Tischer sagte:

    Wenn man in der ÖFFENTLICHKEIT mit abstrakten ökonomischen Auffassungen maximale Aufmerksamkeit erhalten UND fundiert überzeugen will, steht man – weil beides unvereinbar ist – vor einem Problem:

    Effizienz ODER Realitätsbezug?

    Wer maximale Aufmerksamkeit erhalten will, muss EFFIZIENT sein – am besten den Crash verkünden, weil alle Beunruhigten hören wollen, wie sie sich im bereits erahnten Fall retten können.

    Wer fundiert überzeugen will, was etwas anderes ist als Überzeugungen zu bestätigen, muss sich auf die Realität beziehen und deren Komplexität wegen auf Effizienz, d. h. maximale öffentliche Aufmerksamkeit VERZICHTEN.

    Das ist der grundlegende Unterschied zwischen den Crash-PROPHETEN Friedrich & Weik und dem Vor-Crash-ANALYTIKER Dr. Stelter.

    Sowohl die Propheten wie auch der Vor-Crash-Analytiker beschreiben von vergangener Normalität signifikant abweichende Sachverhalte und Wirkmechanismen – vielfach sind es dieselben -, ziehen aber unterschiedliche Schlüsse daraus.

    Die Propheten argumentieren DETERMINISTISCH und das auch noch mit Zeitbestimmung:

    Der Crash ist UNVERMEIDLICH und findet im Jahr x statt.

    Der Analytiker argumentiert UNBESTIMMT, weil er nicht ausschließen kann, dass es Wirkmechanismen gibt, die einen Crash ausschließen, aber damit nicht mögliche andere und vielleicht noch größere Probleme.

    Der Unterschied lässt sich exemplarisch an der Notenbankpolitik festmachen:

    Crash-Propheten sagen:

    Die Notenbanken sind am Ende mit ihrem Latein, deshalb ist der Crash unvermeidlich.

    Der Vor-Crash-Analytiker sagt:

    Im herrschenden Schuldgeldsystem wären sie irgendwann mit ihrem Latein am Ende, sind aber aufgrund ihrer Funktionalität in der Lage, das Schuldgeldsystem so zu modifizieren (Monetarisierung), dass der avisierte Überschuldungs-Crash NICHT notwendigerweise erfolgen muss.

    Crash-Propheten scheitern regelmäßig.

    Ich erinnere mich an einen in den 80er Jahren, der Leuschel hieß, hohe Prominenz genoss und längst vergessen ist.

    Dr. Stelter hat sich entschieden, nicht dazuzugehören:

    >Die Grenze zwischen Aufklärung und Übertreibung liegt deshalb für mich dort, wo ich die Qualität als ernst zu nehmender Gesprächspartner für die Ökonomenzunft verliere.>

    Er hat sich demnach gegen maximale Effizienz und für fundierte Überzeugung entschieden.

    Dabei ist er m. A. n. bisher nicht schlecht gefahren:

    Auch ohne maximale Effizienz in der Öffentlichkeit erhält er fortlaufende AUFMERKSAMKEIT durch seriöse Medien und hin und wieder auch in den weniger seriös erscheinenden (populistische TV-Formate mit jeder darf etwas sagen, womit zwar nichts geklärt, aber das Diktat veröffentlichter Meinungsvielfalt befolgt wird).

    Das ist ein kommunikativ sehr beachtlicher Erfolg, der auch anerkannt wird (FAZ-Ranking der einflussreichsten Ökonomen).

    Er wird größer werden, nicht weil er real irgendetwas bewirkt – die Politik kann und wird nicht auf Dr. Stelter hören –, sondern weil aufgrund fortschreitender Realität mit steigenden Disruptionsraten, zukünftig häufiger nach fundierten Erklärungen gesucht werden wird.

    Antworten
  10. Avatar
    pedro bergerac sagte:

    Abschließend könnte man noch Keynes zitieren:
    „In Zukunft sind wir alle tot.“
    Und genau so wurde die letzten Jahrzehnte gewirtschaftet.
    Und so wird auch weiter berichtet.
    Diejenigen, welche die Problematik der monopolisierten privaten Geldschöpfung durch das Zentralbankensystem außer acht lassen, glauben auch gerne an den CO2 Klimawandel welcher nur dazu dient, dieses Monopolsystem am laufen zu halten.
    Als Vorbereitung auf den kommenden Crash, ganz egal wie heftig er sein wird, kann es nicht schaden, sich mit folgenden Worten von Rudolf Steiner darauf vorzubereiten.
    „Das wichtigste was ein Mensch in seinem Leben machen kann, ist die Geistesentwicklung.“

    Antworten
  11. Avatar
    Thomas M. sagte:

    „Die Grenze zwischen Aufklärung und Übertreibung liegt deshalb für mich dort, wo ich die Qualität als ernst zu nehmender Gesprächspartner für die Ökonomenzunft verliere.“

    Ich möchte behaupten, dass ernst zu nehmende Gesprächspartner der Ökonomenzunft sich mit Ihren Beiträgen inhaltlich beschäftigen – losgelöst davon, ob Herr Dr. Stelter einmal einen Gast (!) beitrag in einem Bestseller schreiben.

    „Guilty by association“ könnte jedoch vom Gegner diskreditierend genutzt werden: „Der Stelter, der schreibt doch auch bei den Crash-Propheten…“

    Denen würde ich antworten: Sie scheinen sehr konkrete Vorstellungen davon zu haben, wer was wo sagen darf. Mir sind Meinungsfreiheit und Pluralismus wichtig und ich lade jeden ein, sich mit meinen Inhalten zu beschäftigen – so sie oder er offen für Fakten ist.

    Dass die Crash-Propheten teilweise hart angegangen werden, dürfte wohl zu einem guten Teil auch daran liegen, dass der ein oder andere fürchtet, dass sie recht haben könnten. Entsprechend köpft man den Überbringer schlechter Nachrichten. Mit „Vollspinnern“, die vom Weltuntergang durch eine Alieninvasion schwadronieren, würde man sich wohl kaum so intensiv beschäftigen.

    Antworten
    • Avatar
      Dietmar Tischer sagte:

      @ Thomas M.

      >Dass die Crash-Propheten teilweise hart angegangen werden, dürfte wohl zu einem guten Teil auch daran liegen, dass der ein oder andere fürchtet, dass sie recht haben könnten.>

      Wäre dies richtig, würde die Politik sie hart angehen müssen.

      Denn letztlich würde ein Crash immer als Politikversagen gedeutet werden und die Politik hätte daher am meisten zu fürchten und so gut wie alles zu verlieren, wenn die Propheten recht hätten.

      Die Politik negiert sie jedoch – und kann sie auch negieren.

      Die Crash-Propheten werden hart angegangen, weil sie eine EXTREM-Position einnehmen, die UNGLAUBWÜRDIG ist.

      Sie ist nicht unglaubwürdig, weil es NOTWENDIGERWEISE keinen Crash geben kann.

      Denn selbstverständlich kann es einen geben und deshalb kann NIEMAND einen Beweis anführen, dass es nie einen geben wird.

      Die Position ist vielmehr unglaubwürdig, weil es einen derartigen Crash noch NIE gegeben hat.

      Die Behauptung, dass es schwarze Schwäne gäbe, war auch unglaubwürdig, solange es keine gegeben hatte, d. h. ihre Existenz nicht nachgewiesen war.

      Die Begründung trägt, weil es auf die WAHRNEHMUNG ankommt.

      Dass es selbstverständlich einen Unterschied gibt, nämlich den, dass es schwarze Schafe gibt oder nicht gibt, ein Crash dagegen „produziert“ oder nicht „produziert“ wird, ist für die Begründung unerheblich.

      Unglaubwürdigkeit ist übrigens auch der Grund, warum die Zeugen Jehovas keinen großen Zulauf haben.

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  12. Avatar
    Quintus sagte:

    Korreliert der Verkaufserfolg eines Buches mit der Qualität seines Inhaltes? NEIN.
    Benütze ich gewisse Triggerpunkte, hier das Wort Crash, so erhöhe ich meine Erfolgsaussichten beim Verkauf.
    Auch wenn Weik und Friedrich momentan den größeren finanziellen Erfolg ihres Buches feiern können, so genießt letztendlich der Fachmann und Experte immer noch das höhere Ansehen!
    Vor allem ihr Blog ist wohl einzigartig im deutschsprachigen Raum. Wohl auch deshalb, finden hier Diskussionen auf höchstem Niveau statt, welche auch wirklich der Erweiterung des Horizontes des in ökonomischen Kenntnissen nicht so bewandertem Leser dienlich ist.
    Auch wenn ich bei so manchen Punkt in ihrem Buch „Eiszeit in der Weltwirtschaft“ eine andere Schlußfolgerung ziehe, war insgesamt der Nutzwert ihres Buches für mich höher.

    Antworten
    • Avatar
      Richard Ott sagte:

      @Quintus

      „Korreliert der Verkaufserfolg eines Buches mit der Qualität seines Inhaltes? NEIN.
      Benütze ich gewisse Triggerpunkte, hier das Wort Crash, so erhöhe ich meine Erfolgsaussichten beim Verkauf.“

      Absolut. Im Büchermarkt Deutschland ziehen auch immer Ernährungs- und Verdauungsthemen (denken Sie an den Mega-Überraschungserfolg „Darm mit Charme“), irgendwelche Küchenpsychologie oder Philosophie auf Precht-Niveau als praktische Lebenshilfe und natürlich Nazis.

      Wenn ich mal ein Buch schreibe, dann stüme ich auf Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste mit dem Titel: „Klimawandel Crash: Hatte Hitler eine Geheimwaffe? So müssen wir unsere Ernährung jetzt umstellen und leben dann mit mehr Achtsamkeit glücklich im Universum ohne Verdauungsprobleme“

      Antworten
    • Avatar
      Thomas M. sagte:

      >Korreliert der Verkaufserfolg eines Buches mit der Qualität seines Inhaltes? NEIN.

      Ich würde sagen: JA und zwar negativ ;)

      Ansonsten d’accord!

      Antworten
  13. Avatar
    Bullennörgler sagte:

    Als Autor des kritischen Artikels über Friedrich&Weik bei Finanzmarktwelt.de teile ich die Aussagen von Herrn Stelter zum Klimawandel vollständig und kannte bis heute die Studie der ETH Zürich nicht, da im Buch auch kein Verweis dazu angegeben war. Die Aussage der Forscher ist aber auch eine völlig andere als die Friedrich&Weick in ihrem Buch machen. Die Forscher schreiben: „Die Aufforstung kann trotz allen Potenzials nur eine von vielen Maßnahmen für den Klimaschutz sein. Eine rasche Abkehr vom fossilen Wirtschaftsmodell ist notwendig und kann mit Hilfe eines sektorübergreifenden CO2-Preises am besten erreicht werden.“ Das hört sich für mich ganz anders an als die Aussage im Buch: „ Die Lösung ist simpel und preiswert. Die effizienteste und günstigste Art, den Klimawandel zu stoppen, ist die Aufforstung. Diese würde zwischen 300 und 500 Milliarden Dollar weltweit kosten und wäre gegenüber Verboten und Deindustrialisierung spottbillig.“ Ist diese Aussage seriös?

    Eines der Probleme von Autoren wie Friedrich&Weik ist, dass sie zwar mit Insidern gesprochen, aber die Abläufe in der Finanzwirtschaft bzw. den Maschinenraum des „Finance Engineering“ nur von ganz weit draußen gesehen haben. Deshalb halte ich auch Warnungen von z.B. Ray Dalio, Daniel Stelter, Jürgen Stark, Thomas Mayer oder auch Markus Krall für viel relevanter, glaubwürdiger und seriöser. Das sind absolute Insider im Gegensatz zu solchen Autoren wie Friedrich&Weik, die am Ende des Tages nicht wissen wovon sie sprechen. Das Beste was meiner Meinung über die jetzige Situation geschrieben wurde ist der Beitrag „Paradigm Shifts“ von Ray Dalio (siehe https://www.linkedin.com/pulse/paradigm-shifts-ray-dalio ). Ein anderer Artikel von ihm lautet „The World Has Gone Mad and the System Is Broken“ und fasst die Lage beängstigend gut zusammen!

    Antworten
  14. Avatar
    Joerg sagte:

    Hier noch ein Vergleich von drei populaeren Fonds mit MSCI ACWI und Max Otte-Fonds:
    https://www.fondsweb.com/de/vergleichen/tabelle/isins/DE0008491051,DE0009848119,IE00B3YLTY66,LU0323578657,DE000A1J3AM3

    Wegen Friedrich-Weik-Fonds hier der Vergleich mit einem (wesentlich guenstigeren! quasi „gehebelten F&W-Fonds“) Goldminen-ETF:
    https://www.fondsweb.com/de/vergleichen/tabelle/isins/IE00B3YLTY66,IE00B6R52036,DE000A111ZF1,DE000A2AQ952
    Man erkennt gut, wie der F&W „Nach Golde drängt, Am Golde hängt.“ (Faust, Goethe)
    Angsthasen: lieber als Krisenabsicherung den Goldminen-ETF zumischen anstatt F&W?
    Geringes Fonds-Volumen beim F&W: mit nur 20 Mio AUM wird der F&W womoeglich bald geschlossen?
    Unterhaltungswert bei F&W ist top (wer „entruestet“ sich nicht mal gerne?), nur bisher konnten sie das nicht in Anlegerverhalten ummuenzen.
    Danke fuer Ihren Blog, Herr Stelter, LG Joerg

    Antworten
  15. Avatar
    Joeren sagte:

    Sehr guter Beitrag. Danke dafür, Herr Dr. Stelter. Auch Ihre praktischen Hinweise zur Vermögensaufteilung finde ich sehr gut. Wahrscheinlich kommt es zu einer Krise in den nächsten maximal 10 Jahren. Und wahrscheinlich wird wieder Folgendes gelten: „Everybody gets fucked“ (stammte 2008, glaube ich, von Marc Mobius). Aber bei der nächsten Krise könnte es ganz übel werden. Und man wird wahrscheinlich schon froh sein, wenn es einen nicht zu sehr „fucked“, wenn also – dank kluger Anlagen (siehe oben) – nicht allzu zu heftige Vermögensverwüstungen eintreten. Danke.

    Antworten
  16. Avatar
    Bullennörgler sagte:

    Als Autor des kritischen Artikels bei Finanzmarktwelt.de teile ich die Aussagen von Herrn Stelter zum Klimawandel vollständig und kannte bis heute die Studie der ETH Zürich nicht, da im Buch auch kein Verweis dazu angegeben war. Die Aussage der Forscher ist aber auch eine völlig andere als die Friedrich&Weick in ihrem Buch machen. Die Forscher schreiben: „Die Aufforstung kann trotz allen Potenzials nur eine von vielen Maßnahmen für den Klimaschutz sein. Eine rasche Abkehr vom fossilen Wirtschaftsmodell ist notwendig und kann mit Hilfe eines sektorübergreifenden CO2-Preises am besten erreicht werden.“ Das hört sich für mich ganz anders an als die Aussage im Buch: „ Die Lösung ist simpel und preiswert. Die effizienteste und günstigste Art, den Klimawandel zu stoppen, ist die Aufforstung. Diese würde zwischen 300 und 500 Milliarden Dollar weltweit kosten und wäre gegenüber Verboten und Deindustrialisierung spottbillig.“ Ist diese Aussage Seriös?

    Eines der Probleme von Autoren wie Friedrich&Weik ist, dass sie zwar mit Insidern gesprochen, aber die Abläufe in der Finanzwirtschaft bzw. den Maschinenraum des „Finance Engineering“ nur von ganz weit draußen gesehen haben. Deshalb halte ich auch Warnungen von z.B. Ray Dalio, Daniel Stelter, Jürgen Stark, Thomas Mayer oder auch Markus Krall für viel relevanter, glaubwürdiger und seriöser. Das sind absolute Insider im Gegensatz zu solchen Autoren wie Friedrich&Weik, die am Ende des Tages nicht wissen wovon sie sprechen. Das Beste was meiner Meinung über die jetzige Situation geschrieben wurde ist der Beitrag „Paradigm Shifts“ von Ray Dalio (siehe https://www.linkedin.com/pulse/paradigm-shifts-ray-dalio ). Ein anderer Artikel von ihm lautet „The World Has Gone Mad and the System Is Broken“ und fasst die Lage beängstigend gut zusammen!

    Antworten
  17. Avatar
    Carsten Pabst sagte:

    Raumschiff Europia
    Persönliches Logbuch des Captains, Christine Largarde:
    Wir schreiben das Jahr 2019. Nachdem im Jahr 2008 DER GRÖßTE RAUBZUG DER GESCHICHTE begann,
    haben wir unendliche Geldmengen gedruckt. Damit der CRASH NICHT DIE LÖSUNG ist, haben wir noch mehr Geld gedruckt.
    Zuwenig! Ein schwerer KAPITALFEHLER. Damit es SONST NICHT KNALLT und wir vor dem GRÖßTEN CRASH ALLER ZEITEN stehen,
    habe ich unseren 1. Offizier Charles Ponzi beauftragt, die Druckerpressen mit Warpgeschwindigkeit laufen zu lassen, damit
    wir Just in Time jeden Haushalt in unserer geliebten Eurozone per Beamüberweisung mit Liquidität ersaufen äh versorgen können.
    Somit tragen wir Vorsorge, dass es nicht zu einem GACAZ (GÖßTER ANZUNEHMENDER CRASH ALLER ZEITEN)
    im Jahre 2023 kommt.
    Lagarde, Logbucheintrag Ende

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  18. Avatar
    Seuchenvogel sagte:

    Guten Tag,

    ich persönlich halte von den Herren Friedrich und Weik auch nicht viel. Sie sind mir schlicht „zu laut“. Sie haben aber ihre Berechtigung. Sie klopfen ordentlich auf den Busch.

    Man muss auch immer an Tucholsky denken, der sagte: In Deutschland gilt derjenige, der auf den Schmutz hinweist, für viel gefährlicher als derjenige, der den Schmutz macht.

    Was viele Crashpropheten immer vergessen: Der Markt kann länger irrational sein, als man selbst Geld hat. Ich habe das persönlich selbst erlebt:

    Ich bin im Juli 2007 massiv im Daxfuture short gegangen. Mir war klar, dass die Subprimeblase in Kürze platzen wird. Es gab ja auch schon massive Warnsignale. Und trotzdem wollte der Markt nicht richtig fallen. Er fiel zwar mal um ein paar hundert Punkte, wurde dann aber immer wieder hochgekauft. Sogar in Richtung Allzeithoch. Ich habe dann entnervt meine Position mit ein paar Punkten Profit geschlossen. Wenige Wochen später machte dann Bear Stearns die Grätzsche.

    Was ich damit sagen will: Die Herren werden sicherlich mit ihren Szenarien ziemlich Recht haben. Man sieht ja wie die Börsen die Bankaktien bewerten (Mcap vs bilanzielles Eigenkapital ). Aber es genügt nicht Recht zu haben. Man muss auch Recht bekommen.

    Antworten
  19. Avatar
    Hoxworth sagte:

    Auch ich kenne die Bücher der genannten Autoren nur vom Titel, ich würde sie aber nicht kaufen. Es gibt genügend andere seriöse Informationsquellen, dazu zählt der Blog von Dr. Stelter. Die MSM gehören aber NICHT dazu, und das alleine ist schon bedenklich und bereitet den Boden für sogenannte Verschwörungstheorien. Man frägt sich schon, warum man das, was in den ÖR Medien sowie in manchen großen Zeitungen dem Publikum aufgetischt wird, als so dermaßen die Tatsachen verzerrend und vor allem manipulierend empfindet.

    Die grundlegende Einschätzung der Lage in den genannten Büchern von Weik, Friedrich und Otte halte ich aber dennoch für richtig, und es kann schon sein, dass man nur mit einer „reißerischen“ Aufmachung ein breiteres Publikum erreicht, was aber wiederum wünschenswert ist. Ich sehe das im eigenen Bekannten- und Freundeskreis.
    Letztlich geht es darum, dass die Menschen aufwachen, die Tatsachen erkennen, sich schützen und nicht von einer – sagen wir wie es ist – tlw. durch und durch korrupten und moralisch abgesunkenen Elite, dabei denke ich vor allem an die USA, aber auch gewisse Polit- und Ökonomen Kreise in DE, komplett ruinieren zu lassen.
    Alleine die künstlich erzeugte Panik mit dem Klimawandel, die einzig und allein den Zweck hat, zusätzliche Steuern von der Bevölkerung abzugreifen, spricht Bände über diese moralische Verkommenheit.

    Interessieren und kaufen würden mich Bücher mit Hinweisen, wie man zumindest einen Teil seines Vermögens legal und praktikabel ins Ausland verlagern kann. Da kenne ich mich nicht aus! Welche Vor- und Nachteile hätte es etwa, eine Stiftung in Liechtenstein zu gründen, wie das jetzt doch einige machen? Und Ähnliches.

    Ansonsten, wie immer, kann man dem Niveau und der Exaktheit dieses Blogs nur Respekt zollen.

    Weiters maßgebend für meine Anlage- Entscheidungen (Immobilien, Gold, Aktien, in dieser Reihenfolge) sind

    – Zerohedge
    – Wiwo
    – sowie – am wichtigsten- mein, so hoffe ich, gesunder Hausverstand.

    Denn, könnte man mit Geld drucken Wohlstand schaffen, würde ja wohl niemand mehr arbeiten müssen. Oder?

    Antworten
  20. Avatar
    Christoph sagte:

    Lieber Herr Stelter,

    ich finde Sie haben eine richtige Entscheidung getroffen. Ich teile zwar die Kritik an der exakten Crashprognose und insbesondere der Geldanlage vorschlage. aber entscheidend ist doch auch in diesem Buch die Analyse der Ausgangslage. Und diese ist m.E. durchaus auch bei Friedrich und Weik korrekt und auch mit Fakten untermalt.

    Auch bei den beiden war dies ja ein Prozess zu dieser Vorhersage zu kommen. Ich kann mittlerweile auch die Wortwahl wie Komiker an der Macht durchaus teilen bzw. es fällt einem immer schwerer nicht langsam aber sicher emotional oder zynisch zu werden.

    Unterm Strich finde ich das Buch gut, da es einen anderen Multiplikator hat als die Bücher von Ihnen und z.B. Max Otte.

    Bezeichnend an der Kritik in den Medien ist wie immer, dass man sich wenige Stellen heraussucht und darauf herumhackt und die Zusammenhänge oder viele andere sachliche Analysen überhaupt nicht berücksichtigt, sondern dann generell auf Basis einiger gewagten Thesen alles ins Lächerliche zieht.

    Mfg, Christoph Jacob

    Antworten
  21. Avatar
    Richard Ott sagte:

    Herr Stelter,

    lassen Sie sich nicht ins Bockshorn jagen und so einfach in die Ecke der angeblich „Unseriösen“ framen. Das sind alles Kampfbegriffe. Wir leben mittlerweile in Zeiten, in denen sogar Thomas de Maiziere und Alice Schwarzer als „rechts“ gelten, Sie müssen nur jemanden fragen, der hinreichend linksradikal ist.

    Antworten
    • Avatar
      Wolfgang Selig sagte:

      @Richard Ott:

      Sehe ich genauso. Sarah Wagenknecht zieht sich wegen ein paar realer Erkenntnisse von der Fraktionsspitze der Linkspartei zurück und Andrea Nahles musste den SPD-Vorsitz aufgeben. Nur weil beide wenigstens soweit rechnen konnten, dass wir nicht ganz Afrika aufnehmen können, gelten sie jetzt als zu „rechts“. Es ist schon irritierend, wenn Mathematik Haltungsnoten bekommt. Auch Christian Lindner von der FDP hat schon seine Erfahrungen machen müssen. Fehlt jetzt m.E. nur noch, dass jetzt Robert Habeck als zu „rechts“ eingestuft wird, weil er den Standort Gorleben nicht aus politischen Gründen als Atommüllendlager ausschließen wollte.

      Antworten

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