Wer glaubt, es läge an den Kapitalkosten, dass nicht investiert wird, hat keine Ahnung!

Was für ein Blödsinn, kann man da nur ausrufen! Nachdem schon vor Jahren die Ökonomen der italienischen Generali Versicherung – übrigens auch in der FINANCIAL TIMES (FT) – nach Aktienkäufen der EZB verlangt haben, nun also die gleiche Forderung von Blackrock. Übrigens einer der größten Eigentümer der Aktien, die nun gekauft werden sollen …

Die Argumentation geht so:

  • „(…) European companies are losing ground to their American and Chinese counterparts, as torpid domestic growth stifles the desperately needed competitive stimuli of innovation and investment. This shortfall is highlighted by a ranking this year of the world’s largest “unicorns” (private start-ups valued at more than $1bn). Just 15 of the top 250 were eurozone-based, versus more than 175 in the US and China combined.“ – bto: weil bei uns das billige Geld die Zombies füttert oder zu Akquisitionen mit zweifelhaftem Nutzen verleitet.
  • „(…) policymakers underestimate the damage that the policy of abnormally low-for-long interest rates causes to the banking, insurance and pension systems. These are the hubs of financing and investment in any economy, particularly one with an ageing demographic in need of income-generating investments. European banks are being punished by negative rates, which compress net interest margins and hinder economic multipliers.“ – bto: Danke, also sollten wir damit aufhören – oder?
  • „(…) how can the ECB positively influence the private sector and improve European growth prospects? (…)  Having nearly exhausted its options on the debt side, the ECB should consider expanding QE to include equity investments to lower the cost of equity for European enterprises. That could narrow the abnormally large spread between the cost of capital and the economic growth rate.“ – bto: Nachdem auch die Unternehmen schon fast nichts mehr für ihre Schulden bezahlen, will man nun die Eigenkapitalkosten weiter senken.
  • „Lowering the cost of equity would stimulate growth through organic channels of investment, including research and development, which can provide durable economic gains. The Bank of Japan has also purchased equities as a policy tool, with debatable benefit. However, the European economy is in many respects different than that of Japan. Europe has attractive terms of trade and strong capital inflows; wage inflation and the employment trajectory are better; and while European demographics are a headwind, they are not as bad as those in Japan.“ – bto: Keine dieser Unterscheidungen zu Japan sind glaubwürdige Begründungen, weshalb es in Europa funktionieren sollte.
  • „The technology sector should be central to this effort, with education, innovation and entrepreneurialism all targeted. By partnering with educational institutions, the central bank could help reduce youth unemployment and prevent a ‘lost generation’ from becoming an intractable problem for the next 50 years. (…) We greatly hope that his successor Christine Lagarde can be as farsighted in helping the region break out of longstanding stagnation.“ – bto: Am Ende geht es dann doch um die direkte Staatsfinanzierung, aber die Idee ist so: Wir machen Eigenkapital billiger und dann ist alles gut.

Ich halte das für naiv. Bestenfalls. Denn warum investieren die Unternehmen denn nicht? Billiges Geld und hohe Profite sollten doch Anreiz genug sein? Die Ursachen vermutet man hier:

  • Die Anreizsysteme für Manager fokussieren auf kurzfristige Ergebnisse, nicht auf langfristige Wertsteigerung. Insofern würde sich die Wirtschaft nicht viel anders verhalten als die Politik. Hier die Aktionäre, dort die Wähler und alle gemeinsam zu kurzfristig orientiert?
  • Es ist riskanter, in neue Dinge zu investieren, als Bestehendes durch Effizienzprogramme und Kostensenkung zu optimieren.
  • Interessanterweise liegen die Investitionsquoten von nicht an der Börse gelisteten Unternehmen höher – offensichtlich haben die Eigentümer dieser Unternehmen einen längeren Atem, was die Investitionen betrifft.
  • Angesichts der Finanzkrise liegt das BIP in vielen Ländern noch deutlich unter dem Trendwachstum von vor der Krise, und die Kapazitäten sind nicht ausgelastet.
  • Die wirtschaftliche und politische Unsicherheit hat eher zu- als abgenommen in den letzten Jahren: Eurokrise, Syrienkonflikt, US-Haushaltsstreit, Energiewende in Deutschland. Alle diese Faktoren führen zu Unsicherheit und damit zu Investitionszurückhaltung.
  • In einigen Branchen gibt es vermutlich zu wenig Wettbewerb. Unternehmen haben es sich in Oligopolen gemütlich gemacht, in denen Erträge optimiert werden, fundamentale Kämpfe um Marktanteile jedoch unterbleiben.
  • Oder ist es nur ein statistischer Effekt? Gewinne sind vielleicht gar nicht so hoch wie ausgewiesen, und ein immer höherer Anteil der Investitionen geht in immaterielle Vermögensgüter (Beispiel: Markenname), die unzureichend in der Statistik erfasst werden. Ich bin diesbezüglich skeptisch, da sich solche Investitionen in den Kosten niederschlagen müssten mit entsprechend geringeren Margen.

Letztlich spielt es keine Rolle, weshalb Unternehmen unzureichend investieren. Die Wirkung bleibt verheerend mit Blick auf die vor uns liegenden Herausforderungen. Nur werden Aktienkäufe der EZB daran nichts ändern. Sie führen nur zu einer weiteren Ungleichheit der Vermögen.

→ ft.com (Anmeldung erforderlich): „ECB can boost growth across Europe by buying stocks“, 22. Juli 2019

48 Kommentare
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    Rolf sagte:

    Vorab: Klassischer Mittelständler, knapp unter 100 Beschäftigte. Seit 1956 am Markt. KFZ und Elektronikindustrie, Zulieferer, Jahrezehnte lang von 1956 bis 2017 operierend mit durchgehend schwarzen Zahlen. Somit materiell „erfolgreich“. Millionen an Steuern bezahlt. Fair zu den Mitarbeitern. Selbst jetzt noch Urlaubsgeld ausbezahlt zu 100 % obwohl wir rot schreiben. Nicht verschuldet, mit keinem Gebäude, keiner Maschine, keinen Auto. Alles im Eigentum. Hohe Reserven an liquiden Mitteln. Zukunftsaussichten – schlecht, erkennbar schlecht, an Zahlen, Daten und Fakten.

    Warum ich als Unternehmer nicht mehr investiere:

    1. weil ich erkannt habe, dass das billige Geld der Notenbanken uns von oben her torpediert und Mittelständler seit ca. 7-8 Jahren enorm verstärkt in Kapazitätsausweitungen bis zu 200 % vom Stand vor dieser Zeit veranlasste. Diese Unternehmer stellen um von Kauf der Maschinen über ehemals höhere Zinsen nun auf Leasingmodelle und Finanzierung zum quasi Nulltarif. Dumm war der, welcher bezahlt hatte was wirklich in der Kasse war. Diese Unternehmen nehme uns aber auch die Fachkräfte weg. Wir könnten dies alles auch tun, nur ich erkenne das Risiko dahinter… diese Unternehmer aber nicht, oder sie ignorieren es. Eins von beiden.
    2. weil ich erkannt habe, dass wir auch von unten torpediert werden… durch Unternehmen, welche im Grunde längst vom Markt ausgesiebt worden wären… weil ihr Geschäftsmodell nicht tragfähig war. Aber dies ist heute nicht mehr das Thema… die Banken wollen ungern abschreiben, man überrollt die alten Kredite mit Zinsmargen gen null.
    3. weil ich erkannt habe, dass dies alles schon alleine reicht um das System Zug um Zug implodieren zu lassen. Warum dann soll ich mein Kapital verbrennen für Aufträge wo ich so oder so keinen Ertrag mehr erwirtschaften kann. Dies ist selbstverständlich nicht in jeder Branche so. Viele verdienen noch ordentlich bis sehr gut. Aber die Erosion geht eben weiter und weiter. Warum soll ich nun neue Maschinen ordern obwohl wir schon in Kurzarbeit sind.
    4. Dank den Medien UND der Politik wie man zum Beispiel sinnentleert den Diesel kaputt macht und das CO2 zum neuen Gott erklärt hat. Warum soll ich hier investieren… in die grüne, sozialistische Zukunft? Wobei die schwarzen und roten Farben, bis zu den gelben, keinen Deut an Besserung bringen – im Gegenteil. Es ist ein einziger Block. Vom gesamten Bundestag bis zu den öffentlich rechtlichen Medien mit Will und Co. in ihren Shows…. denn nichts anderes ist es, was hier über die Bildschirme läuft in den Wohnzimmern der Republik – ein Show um Menschen dumm zu halten. Wir haben Greta, wir haben Anna…
    5. weil mir klar geworden ist was von der Leyen und vor allem Lagarde noch alles vor hat um von den Herrschaften der Caymens abzulenken und uns zu belasten… die welche gespart haben. Man kann nur von denen nehmen die haben…. eine relativ einfach Gleichung… so Lagarde hat es uns allen schon mehrfach über den IWF mitgeteilt… prozentuale Enteignung um dahin zukommen, vor 2008, vor der ausgemachten Krise (was natürlich Blödsinn ist, denn diese Krise ist systemimplementiert im Geldsystem selbst)….selbst die Boston Consulting Group hat im Auftrag der Bundesregierung in 2010… (ja, wir die Bürger haben das bezahlt – grotesk, so geht Politik) eine Studie herausgebracht, wie man der Schuldenkrise her werden könne… indem man mindestens 10 – bis gar 30 % der Vermögen auf einen Schlag kassiert um eben auf den Schuldenstand von 2008 und dafür zu kommen… gewonnen ist dadurch zwar nicht, außer dass man eben nochmals eine Runde weiter kommt bis zum selben Ausgang, aber egal. So geht Politik… warum soll ich hierfür investieren? Dies zumal wir einfach überall Überkapazitäten haben…. das System fordert Rationalisierung ja weit überproportional. Der Dumme am Ende des Geldsystemzyklus ist der Sparer. Hätte mir das mal jemand vor 10 Jahren schon gesagt. Aber man lernt hinzu.
    6. wir haben wie angedeutet zu viel Produktionen… weil wir uns selbst abschaffen. Immer noch ausgefeiltere Produktionszyklen… von 1 Schicht zu 2 Schicht zu 3 Schicht zu 4 Schichtmodellen…. 24/7 Produktion. Prozessoptimiert, Kaizen bis in die Wohn- und Schlafzimmer. Smart. 2 G 3 G 4 G 5 G… und da sind noch viele G´s. – wir haben Überproduktionen, irgendwie müssen die Kredite UND der Zins ja erwirtschaftet werden… so rudern die Lemminge weltweit Tag um Tag dafür um dies zu erreichen. Ich war einer davon. Dann wenns´nicht mehr geht…. Greta und der CO2 Wahn und nur damit ich richtig verstanden werde… sie hätte ja Recht wenn sie nicht auf diesem CO2 herumalbern würden zur Verdummung der Menschen… viel eher, warum wir so viel verpacken, so viel Plastik an sich produzieren, geplante Obsoleszenz, höher, weiter, schneller… überall nur noch Smart und sexy und so viele mehr. Warum soll ich hier weiter mitmachen? Diese ganze Fridays for Future Bewegung wird instrumentalisiert und benutzt für andere Ziele. Die Medien machen mit. Wenn man dafür siebenstellig entlohnt wird als Moderatorin oder Moderator – kein Wunder.

    Fazit: Ich muss aufhören… ich könnte noch 2 Stunden weiter schreiben. Nun das habe ich für mich erkannt. Es ist nicht die Frage ob es knallt, sondern nur noch wann und wie tief. Über das „tief“ will ich mich nicht weiter auslassen. Soll sich jeder selbst ausmalen……….

    Ich investiere nicht mehr, weil ich aktuell keinen Sinn dahinter sehe, weiter meine Lebenszeit zu verballern für diese Illusion welche bald komplett platzen wird. Nur will dies niemand zugeben, denn die Überbringer schlechter Nachrichten sind nicht gerne gesehen bei homo sapiens. Ich investiere nicht mehr, weil ich nichts mehr einordnen kann, jedes Maß verloren gegangen ist und weil zu wenig echter Alternativen wirklich andiskutiert werden. Mir ist bewusst unsere erarbeiteten Rücklagen werden angegriffen werden durch den Staat in baldiger Zukunft. Ich will auch nicht auswandern nach Südamerika… oder nach Kanada oder oder oder, denn was erwartet mich dann dort?! UND ich habe eine Verantwortung gegenüber unseren Mitarbeitern und ihren Familien… bin irgendwie auch konditioniert durch die Vergangenheit… so aber habe ich mich nun seit 3 Jahren entschieden nach über 30 Jahren Stress mich an den Rand zu setzen und nur noch zu beobachten. Ein einfacher Kaffee reicht mir dabei und ich schaue nun dem Bundestag zu, wie sie ihren neu geplanten Wassergraben um das Parlament entstehen lassen… wählen gehe ich nicht mehr. Dies als langjährig überzeugter Wähler… es ist eine reine Zeitverschwendung und mit Teil der Illusion denn würden Wahlen etwas entscheidendes verändern, wären sie längsten verboten….so weit sind wir gekommen. Alle – kollektiv in der Verantwortung.

    Ich investiere nicht mehr, weil ich den Glauben an dieses System verloren habe. Mir bewusst wurde welch eine Lüge dahinter steckt. Von der Schule im Beginn.

    Ich war wohl zu abgelenkt durch Arbeit, um dies zu erkennen.

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      Dietmar Tischer sagte:

      @ Rolf

      Was Sie sagen, klingt für mich authentisch – hier spricht die REALITÄT.

      Ich kann verstehen, dass Sie nicht mehr investieren.

      An Ihrer Stelle würde ich es auch nicht tun.

      Zu Ihren WARUM – soweit sie objektive wirtschaftliche Ursachen betreffen – einige Bemerkungen:

      Sie liegen meinem Verständnis nach richtig bei

      Überkapazitäten, hohe Produktivität, Überproduktion, Wettbewerb durch künstlich am Leben gehaltene, nicht konkurrenzfähige Unternehmen, Finanzierungsbedingungen

      Dem liegt eine Systementwicklung zugrunde, die m. A. n. hauptursächlich so zu erklären ist:

      Wie immer Renditewettbewerb der Unternehmen → bei nicht mehr steigendem Wachstum und nicht mehr zunehmender Nachfrage → Kostenwettbewerb, d. h. Wettbewerb des Kostensenkens → Erhöhung der Kapazitäten (Beispiel Automobilindustrie: Entwicklungskosten eines neuen Fahrzeugs, nicht einer Modellvariante, zu EUR 1 Mrd. belastet bei 1 Million verkaufter Einheiten jedes Fahrzeug mit EUR 1.000; bei 2 Millionen verkaufter Einheiten nur noch mit EUR 500) → bessere Kostenposition im Wettbewerb → neue Finanzierungsmodelle für Kunden, um Mehrproduktion abzusetzen → dank niedriger Zinsen geringere Belastung bei Verschuldung → tendenziell wachsende Verschuldung von Privathaushalten und Unternehmen → akkommodierende Niedrigstzinspolitik der Notenbanken ermöglichen weitere Verschuldung.

      Wenn das richtig ist, stehen die Notenbanken eher am Ende der Entwicklung und ganz sicher nicht am Anfang, der REALWIRTSCHAFTLICH verursacht worden ist.

      Sie wurden durch diese Entwicklung TANGIERT und in die roten Zahlen getrieben – Abwerbung von Fachkräften, sagen Sie – sicher auch noch durch anderes, OHNE etwas FALSCH gemacht zu haben (nehme ich einmal an).

      Sie können an der Entwicklung NICHTS ändern und auch nichts an den roten Zahlen, wenn Sie Ihre Kompetenz nicht aufgeben wollen, um mit fundamentalen INNOVATIONEN unternehmerisch bei null anzufangen.

      Sie werden sie nicht aufgeben wollen, weil Sie sich von Ihrem Businessmodell DISTANZIEREN müssten, d. h. von dem, was Sie jahrelang ERFOLGREICH gemacht hat.

      Ich kenne niemanden, der das freiwillig getan hat.

      Fazit:

      Nicht nur nicht mehr investieren, sondern AUFHÖREN – das wäre meine Schlussfolgerung und unerbetene Empfehlung.

      Tun Sie es sich nicht an, gegen die Wand zu arbeiten und am Schluss pleite zu sein. Das verhülfe Ihnen bei knapp 100 Beschäftigten gerade noch zu einer Überschrift im Lokalteil in einer Regionalzeitung. Das ist es nicht wert.

      Ich würde mir sagen:

      Sollen doch die Jungen zeigen, was Sie drauf haben.

      Schauen Sie mit gebührendem Abstand wohlwollend zu und genießen Sie Ihren Wohlstand mit dem verdammt guten Gewissen, dass Sie für andere über Jahrzehnte sehr viel getan haben.

      Ansonsten:

      Sie müssen selbstverständlich nicht an das System glauben.

      Aber es ist ein System und das heißt:

      Niemand kann ihm entkommen, man kann lediglich versuchen, es zu ändern.

      ENTSCHEIDEND ändern kann es freilich niemand – es ENTWICKELT sich mit und durch die vielen kleinen Änderungen und durch die etwas größeren.

      Das war so als Sie 1956 starteten und all die erfolgreichen Jahre danach war es auch so.

      Wenn Sie dem etwas abgewinnen können, sollte Sie – hoffentlich – auch einiges von der Verbitterung ablegen können, die ich nur zu gut verstehen kann.

      Ich wünsche es Ihnen.

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    • Avatar
      Alexander sagte:

      @ Rolf

      Ich kenne diese Lage, Sonderleistungen trotz roter Zahlen auch – es wurde damals achselzuckend angenommen, mit dem Veweis man könne ja aufhören….

      Deshalb ist der Rat aufzuhören auch kein Trost und Verbitterung trifft die Gefühlslage nicht richtig – weil sie einem ebenso schnell unterstellt wird, wie Pessimismus.

      Die schwierigste Sache ist der Kraftakt los zu lassen, sich nur noch um seine eigenen Angelegenheiten kümmern……und das obwohl man sein Lebenswerk nicht vor die Wand fahren will.

      Die Migration nach innen ist leicht und wir werden noch einige Zeit verstreichen sehen, bis Europa sei ein Drecksloch sein wird – wie etliche scheinbare Fluchtziele heute schon.

      Risiken begrenzen und Erträge konsumieren ist nicht falscher als bei Arbeitnehmern auch. Viel Freude dabei!

      Antworten
  2. Avatar
    Eva Maria Palmer sagte:

    @ Thierry der Skipper
    Mobil und auf eigener, manchmal schwankender Scholle.

    Mit großem Interesse habe ich die Beschreibung Ihrer Lebens-Umstände auf Ihrem Boot gelesen.
    Unglücklicherweise hat mein Mann das auch getan.

    Mein Mann besitzt sämtliche Bootsführer-Scheine, ist passionierter Katamaran-Segler, besitzt im Moment glücklicherweise aber kein Boot, sondern ein komfortables Reisemobil mit einem Anhänger, in dem sich ein Quad befindet.

    Da mein Mann und ich längst über dem Beginn des Rentenalters liegen, meinte er, das sollten wir auch machen, so ähnlich wie der Skipper Thierry, vielleicht landgebunden aber höchst mobil.

    Er hat eine Menge guter Argumente:

    Abmelden in D in nirgendwo wieder anmelden.
    Raus aus der EU-Diktatur und dem kaputten Euro.
    Die Katastrophen-Politik des Trio Infernale AM, AKK und v.d.L. interessiert uns dann nicht mehr.

    Allein in Europa außerhalb der Eurozone gibt es traumhafte Plätze, die auch Skipper Thierry aufsucht.

    Die Argumente sind einleuchtend – aber sofort alles liegen und stehen lassen?

    Nur mit Mühe konnte ich meinen Mann davon abhalten, Immobilien-Verkaufsgespräche zu führen, notwendige Prepper-Gegenstände wie Solarpanels, Generatoren und Not-Rationen einzukaufen.

    Die BRD soll sich aber jetzt bemühen, in D lebenswerte Verhältnisse herzustellen, sonst:

    R A U S AU S D E U T S C H L A N D (gem.Dr.Stelter)
    und mobil sein wie S K I P P E R T H I E R R Y.

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  3. Avatar
    foxxly sagte:

    ….das Schuldgeldsystem erzwingt den Wachstumszwang. Die Unternehmen haben in der Vergangeheit , auch wegen dem billigenen Geld, große Überkapatzitäten auf gebaut, welche heute der Konsument nicht mehr genügent tätigen kann. Er hat nicht das nötige Geld dazu. Das Wachstum wurd größten Teils auf Kosten des Konsumenten und Verbrauers ausgetragen. Die Sparmaßnahmen haben bisher schon länger immer nur den kleinen Manne betroffen.
    So wird es auch weiter gehen!!
    Die Wirtschaft giert ständig auf die fleißige Arbeitsleistung und an seinem Ersparten, – besonders in Deutschland
    Wir haben diese Politik mehrheitlich so gewählt. Noch Fragen?

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    Carsten Pabst sagte:

    Sehr geehrte Frau Palmer,
    ich versteh Ihre Argumentation nicht. Irgendwo/ Irgendwie/ Irgendwann erwarten sie den Crash, sind aber froh, daß die Prophezeiungen nicht stattgefunden haben?! Also wenn ich von irgendetwas überzeugt bin, erwarte den Finanzarmageddon aufgrund der Konstellation der Sterne, Aussagen von Propheten und anderen Schamanen, dann, aber auch nur dann, gehe ich all inn und setze alles auf eine Karte. Sind sie dazu bereit? Und wetten gegen den Markt, bzw. auf den großen Zusammenbruch?! Wahrscheinlich nicht! Warum? Weil wir es nicht können, Wir wissen nichts! Wir haben Ahnungen und Gefühle, daß da irgendwas nicht rundläuft in unserem Geldsystem. Herr Tischer hat es in meinen Augen auf den Punkt gebracht: Wir sind in einem Zustand vertiefender Illusion. Wo die hinführt? Keine Ahnung. Ich bin mir ja nicht mal bewusst, was morgen ist. Das Gefühl, daß da irgendwas geldtechnisch komplett auf Kante genäht sein könnte, ist ja nicht von der Hand zu weisen. Aber wann kippt das Konstrukt? Das ist unmöglich einzuschätzen. Die Notenbanken werden ALLES tun, die Dose noch länger den Abhang runter zu kicken. Und die kicken evtl. verdammt weit. Und in der Zeit können sie ihre Bäume pflanzen, den Nachwuchs fördern, Hobbys nachgehen. Aber tun Sie sich selbst in meinen Augen einen Gefallen: Genießen Sie das Leben! Alles andere wäre ein Verlust der besten Währung der Welt: ZEIT
    Freundliche Grüße
    Carsten Pabst

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    • Avatar
      Eva Maria Palmer sagte:

      @ Carsten Pabst
      Betr.: Wann treffen Prophezeiungen ein?

      Die Astrologie ist eine Art kosmischer Uhr, die Zeitqualitäten definiert aufgrund von Ereignissen vergangener Jahrhunderte.

      Sie kann aber meistens den genauen Zeitpunkt nicht nennen, was für fast alle Prognosen zutrifft.

      Alles was man tun kann, ist, einer zu erwartenden kritischen Zeitphase zuvorzukommen, indem man vorsorglich Maßnahmen ergreift, die kommenden negativen Ereignisse abzuwettern oder wirkungslos zu machen.

      Auf meiner Webseite unter der Rubrik „Prognose“ habe ich 2013 die unheilvolle Allianz zwischen unverantwortlichen Politikern und der Notenbank beschrieben.

      Als klar war, daß die Auslöser einer massiven Krise Anfang bis Mitte der 20er Jahre zu erwarten waren, weil in dieser Zeit die gleichen verheerenden Sternen-Konstellationen wie 1929-1930 (Weltwirtschaftskrise) vorhanden sein würden, habe ich schnellstens alle Vermögenspositionen auf Sachwerte wie Edelmetalle und selbstgenutzte Immobilie umgestellt und Rendite-Killer wie Lebensversicherungen abgeschafft.

      Meine persönliche Wette besteht also seit 2013 und mit der Entwicklung bin ich zufrieden.

      Sie haben recht, wenn Sie sagen, daß man das Leben genießen soll, aber den echten Genuß muß man finanzieren können.

      Abgesehen von den Astrologen gibt es eine riesige Anzahl von seriösen National-Ökonomen und Volkswirten, die alle übereinstimmend eines voraussagen:

      Die EISZEIT und die größte weltweite Finanzkrise aller Zeiten wird bald kommen.
      Und je länger es dauert, desto verheerender sind die Auswirkungen.

      Nur wann sie kommt, auf den Tag genau, weiß keiner.
      Ich auch nicht.

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    • Avatar
      ruby sagte:

      @Thierry
      Ich bin in ertragreichen Kontakt mit einer Nachfahrin von Adolph Georg Soetbeer, manche Dinge, Erkenntnisse wirken vielleicht viel später oder bewirken sogar neues. Will sagen, auch das individuelle interagiert mit dem kollektiven, wenn es gut geht.
      Zumindest als Leser des Lord Jim von Joseph Conrad oder von The Lord of the Flies by William Golding reise ich etwas mit Ihnen durch Meere, Inseln, Häfen.
      „Sail away Thierry Blue“

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    Clemens B. sagte:

    Die Gründe sind vielfältig – aber in dem Genannten finde ich kaum etwas, was mich und meine Generation betrifft.

    Und das sind eine Menge Selbstständige in Deutschland – wir stammen alle aus den geburtenstarken Jahrgängen.

    Also – warum investiere(n) ich (wir) denn eigentlich nicht mehr?

    Es liegt nicht an einer hohen Verschuldung und auch die Gewinne sind da. Finanzierungen sind doch meist gar nicht mehr notwendig.

    Nach vielen schweren Jahren, vor ca. 20 Jahren, geht es Unternehmen wirklich gut bis hervorragend in Deutschland.

    Bei mir, und auch vielen anderen, sind da ganz andere Gründe maßgeblich:

    Ich arbeite seit 35 Jahren und liebe Technik, aber trotz der vielen Kinder will keiner selbstständig werden.

    Und ganz ehrlich, den Grund kann man nachvollziehen. Es ist ein bedingungsloser Einsatzwille notwendig. Man muss etwas schaffen wollen. Und es muss dadurch auf Vieles verzichtet werden.
    Außerdem muss man Risiken eingehen wollen.

    Wenn man aber keine Nachfolger hat und das Unternehmen, wegen der geringen Größe, auch keinen externen Nachfolger findet, bekommt man keine Investition mehr herein.

    Und der Pool möglicher Nachfolger ist in den letzten 10 Jahren in sich zusammengebrochen.

    Außerdem – und der Punkt ist genauso wichtig – mit jedem Monat kommen immer neue Auflagen und Vorschriften hinzu.

    Manche sind wirklich sinnvoll, manche aber völlig abwegig. Aber ALLE belasten zusätzlich.

    Wenn man diese redlich bemüht einhält, verliert man immer mehr die Selbstständigkeit und wird zu einem Bürokraten.

    Wenn ich eines Tages die Türen schließe, dann werde ich, obwohl ich sehr gerne arbeite, aufatmen, weil mir diese Vorschriften von den Schultern genommen worden sind.

    Ach ja – warum investiert ein Selbstständiger eigentlich überhaupt?

    O.k. Investitionen müssen durchgerechnet werden, aber es wird im Prinzip eigentlich nie investiert, um mehr Geld zu verdienen.

    Man investiert, um die Arbeit zu erleichtern, weil einen Technik begeistert, weil man etwas Neues aufbauen will. Man Spaß hat, Chancen zu sehen/ zu nutzen.

    Denke einfach, die Investitionsneigung hat viel mit dem Alter der Entscheider zu tun – und nur sehr wenig mit Rentabilität und/ oder Finanzierungskosten.

    Antworten
    • Avatar
      Thomas M. sagte:

      Ihren sehr schönen Beitrag möchte ich kurz um die eigene Erfahrung ergänzen: Bezüglich Innovationen (und damit Investitionen) bewegt sich der Unternehmer und Entscheider in einem „Feld“. Er spürt, ob die Kunden das wollen, es einen Markt gibt und auch ob die Mitarbeiter das tragen, realisieren werden. Wenn nun weder Kunden noch Mitarbeiter spürbar Neues wollen, nützt alle Energie, Kreativität beim Entscheider und alles Zentralbankgeld nichts.

      Für uns (kleiner Dienstleister) ist die größte Hürde schlicht die, dass die Kunden wenig Geld haben bzw. sparsam sind und – das ist noch schlimmer – die Ansprechpartner keinen Kopf für Neues haben, weil sie durchgetaktet von Meeting zu Meeting flitzen oder teilweise Work-Life-Balance maximieren und einen Vollzeitjob mit halber Stelle wuppen. Da ist man automatisch im Modus „stabilisieren, keine Experimente“ – kennt man vielleicht auch selbst.

      Entsprechend sind wir jetzt auch Nettosparer mit der Firma.

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    • Avatar
      Thierry sagte:

      Lieber Herr Stöcker,

      unbekannterweise danke ich Ihnen für Ihren gutgemeinten Hinweis. Ich schätze Sie ebenso wie andere regelmässige Teilnehmer dieses blogs (Herrn Tischer, Frau Palmer, u.a.) ebenso wie den Initiator, Herrn Dr. Stelter, als akribische Notare der gegenwärtigen Malaise. Aber was bewirken Sie? Die Welt, zumal in Europa und dem Westen ganz allgemein, will nicht das Skalpell, sondern das Placebo. Da kann ich in meiner eigenen Sprache nur sagen: tant pis.

      Persönlich bin ich aber trotz meines theoretischen Ballasts viel pragmatischer veranlagt. Ich nehme theoretische Überlegungen als das, was sie sind: Trockenübungen. Ich habe meine persönlichen Umstände im Auge und bin bis dato – toi, toi, ich klopfe auf Holz – allen Erschütterungen der Finanzwelt rechtzeitig ausgewichen. Ich gebe zu, ich spiele, aber ich bin kein Spieler, sondern ein kühler Kopf.

      Ich wünsche Ihnen daselbe. Dann müssten Sie nicht mehr ständig im Internet wühlen.

      Antworten
      • Avatar
        Michael Stöcker sagte:

        Lieber Thierry,

        Sie schreiben: „Persönlich bin ich aber trotz meines theoretischen Ballasts viel pragmatischer veranlagt.“

        In jedem Fall bin ich anders pragmatisch veranlagt als Sie. Das liegt insbesondere daran, dass ich nicht nur für mich selber Verantwortung trage, sondern zugleich für meine zwei Kinder und zwei Enkelkinder. Insofern „wühle“ ich weiter. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Allerdings nicht in den kommenden Wochen; denn die sind für die Enkelkinder reserviert.

        Ihnen und allen anderen eine gute Zeit.

        LG Michael Stöcker

      • Avatar
        Markus sagte:

        @MS:

        Das ist eins der Probleme heutzutage… Warum sollte man sich Gedanken über die eigene Lebenszeitspanne hinaus machen… wenn man keine Kinder hat (oder meint, dem einzigen Kind soviel vererben zu können, dass es aus gesorgt hat – was vermutlich oft ein Trugschluss ist).

  6. Avatar
    Thierry sagte:

    Ich kann den Titel dieses blogs nur unterstreichen. Investitionsentscheidungen sind ausschliesslich betriebswirtschaftlich begründet, bzw. motiviert. Die Natioalökonomie kann sich damit nur in deren statistischer Gesamtheit beschäftigen. Selbiges gilt logo auch für den Staat.

    Eine Investition ist, so bescheiden sie auch sein mag, immer eine Wette auf die Zukunft. Kapital, egal ob fremdes oder eigenes, wird gebunden durch diese Entscheidung, Gegenstand der Wette ist das Netto-Resultat am Ende der Investitionsperiode, d.h. ist der reelle Netto-return, bestehend aus Verzinsung und Restwert, positiv oder negativ? Als Vergleichsmasstab dienen dabei die alternativen Formen der Kapitalanlage. Ist kein positives Ergebnis mit hoher Wahrscheinlichkeit zu erwarten, lässt man es bleiben und bunkert Gold. Soweit ist das BWL-Klippschule.

    Offensichtlich sind die Voraussetzungen heute, bzw. schon seit einiger Zeit auf breiter Linie nicht mehr stabil und einladend genug, um positive Investitionsentscheidungen herbeizuführen. Ich verfolge dies an meinen eigenen Entscheidungen. Ich übe Enthaltung, bzw. investiere nur mehr in mein eigenes Wohlbefinden, z.B. in Form einer Megayacht, die schon vor 10 Jahren ausserhalb Europas (der Krisengewinn 2009) erworben und umgebaut wurde und nun unbelästigt von jeder fiskalischen Belastung im internationalen Niemandsland schwimmt. Und ich mit ihr.

    Die Nationalökonomie hat offensichtlich Nachholbedarf.

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      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Thierry

        Untertauchen?

        Selbst eine Megayacht kann meines Wissens nicht untertauchen.

        Sie werden also irgendwann einmal einen Hafen anlaufen müssen.

        Es ist sicher beneidenswert, sich den aussuchen zu können.

        Aber so wie es aussieht, sind die Länder hinter praktisch allen Häfen nicht sonderlich gut in Schuss und daher vermutlich die Häfen nicht sonderlich attraktiv.

        Sie haben sich sicherlich schon vorausschauend mit den KRITERIEN beschäftigt, nach denen Sie entscheiden, welchen Hafen sie anlaufen.

        Würde mich interessieren, welche das sind.

      • Avatar
        Thierry sagte:

        @ D.T.

        Ja, untertauchen geht nicht, wenn man physikalisch denkt. Anders ist es, wenn man administrativ denkt.

        Und auch ja, ein Schiff braucht Häfen. Aber man ist da nur Gast, exterritorial, wenn man unter der richtigen Flagge fährt. Leider verpasst Zentraleuropa da etwas. So gibt es an der französischen oder italienischen Mittelmeerküste kaum Häfen, wo wir reinpassen. Die wenigen wie Marseille, Cannes, Antibes, Monte Carlo, usw. sind überlaufen und schon nicht mehr empfehlenswert. Aber kommen Sie mit mir nach Spanien, Marocco, Türkei, Zypern, Libanon oder Karibik, da wird investiert in Infrastruktur und gebaut. Von den vielen noch ursprünglichen griechischen Inseln gar nicht zu reden.

        Ausserdem hat eine Yacht ab einer gewissen Grösse auch eine beachtliche Autonomie. Und was man so an frischem braucht, holt man sich mit dem Tender in kleinen Fischerhäfen im Vorbeifahren, oft sogar unmittelbar von Fischerbooten auf hoher See zum „Herstellerpreis“.

        Glauben Sie mir, das gehört zu den letzten Freiheiten auf dieser übervölkerten Erde.

      • Avatar
        Starchild sagte:

        Das Problem mit EU sind die zunehmenden Restriktionen, der Deutschenneid und zunehmende willkürlichen Enteignungen und keine Rechtssicherheit mehr für Deutsche, jeder kann hier Deutsche morden und wird kaum bestraft,, ein Anwalt hat seit Mai Klage gegen Merkel wegen Völkermord eingereicht, man muss davon ausgehen dass es eskaliert. Im Golf von Thailand sind neue Häfen in Planung/Arbeit. Hab bis jetzt nur Sportboot Führeschein See u Tauchscheine – das mit der Freiheit auf See fasziniert mich schon immer – man sollte es auf jeden Fall mitnehmen solange es noch geht, je nach Gebiet kann das Boot auch erstmal einfacher sein. Welchen Antrieb hat Ihr Schiff , Diesel oder Segel ?

  7. Avatar
    Alexander sagte:

    „Letztlich spielt es keine Rolle, weshalb Unternehmen unzureichend investieren. Die ..Aktienkäufe der EZB …werden … daran nichts ändern…“

    So ist es. Die dekadenlange Vermögenspreisinlfaiton zu erhalten, kauft die EZB bei überhöhten Preisen toxischen Müll, zulasten ihrer Eigentümer. Sie verlängert damit eine Reichtumsilusion, die durch keine Stärke mehr begründet ist. Selbst als Konsument fällt eine schrumpfvergreisende Gesellschaft allmählich aus.

    Die Investitionen sind nicht ausgefallen, sondern woanders erfolgt – in einer Welt ohne Grenzen.

    Kennzeichen des Verfalls an Bildung ist die Seelenruhe, mit der die Gläubiger ungedeckter Leistungsversprechen an ihrer Illusion festhalten.

    Im übrigen glaube ich, dass Christine Lagarde genau die richtige Personalie für diesen Weg ist.

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      DCSi sagte:

      @Alexander
      > Die dekadent lange Vermögenspreisinflation zu erhalten, kauft die EZB bei überhöhten Preisen toxischen Müll, zulasten ihrer Eigentümer. Sie verlängert damit eine Reichtumsillusion, die durch keine Stärke mehr begründet ist. Selbst als Konsument fällt eine schrumpfvergreisende Gesellschaft allmählich aus.Die Investitionen sind nicht ausgefallen, sondern woanders erfolgt – in einer Welt ohne Grenzen.Kennzeichen des Verfalls an Bildung ist die Seelenruhe, mit der die Gläubiger ungedeckter Leistungsversprechen an ihrer Illusion festhalten. <

      Ja, man kann nur mit den Kopf schütteln. Auch bei Alt gegen Jung: Mit welcher Ruhe und Naivität die Jungen nicht merken, wie sie von den Alten über den Tisch gezogen werden. Sie glauben eben an die Werthaltigkeit ihrer eigenen Forderungen gegenüber „der Gesellschaft“.

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        Alexander sagte:

        @ DCSI

        Die Jungend lässt sich mit faulen Abschlüssen bestechen, weis dass das letzte Hemdn keine Taschen hat und wäre in Panik, wenn sie Nettoleistung lieferte.

        Die Millenials haben schon ihren Weg auf die bright side of life gemacht. Ich wäge noch immer ab, wer sich besser vor der Arbeit drückt, die Frührentner oder die political correctness youth der asset price inflation.

        Der Fachkräftemangel resultiert aus den Fähigkeiten der Millenials.
        Europas Gesellschaften sind denkbar schlecht aufgestellt wenn die Massenvernichtungswaffen der Zentralbanken beginnen zu wiken.

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      DCSi sagte:

      @Alexander

      > Die dekadent lange Vermögenspreisinflation zu erhalten, kauft die EZB bei überhöhten Preisen toxischen Müll, zulasten ihrer Eigentümer. Sie verlängert damit eine Reichtumsillusion, die durch keine Stärke mehr begründet ist. Selbst als Konsument fällt eine schrumpfvergreisende Gesellschaft allmählich aus.Die Investitionen sind nicht ausgefallen, sondern woanders erfolgt – in einer Welt ohne Grenzen.Kennzeichen des Verfalls an Bildung ist die Seelenruhe, mit der die Gläubiger ungedeckter Leistungsversprechen an ihrer Illusion festhalten. <

      Ja, man kann nur mit den Kopf schütteln. Auch bei Alt gegen Jung: Mit welcher Ruhe und Naivität die Jungen nicht merken, wie sie von den Alten über den Tisch gezogen werden. Sie glauben eben an die Werthaltigkeit ihrer eigenen Forderungen gegenüber „der Gesellschaft“.

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    Susanne Finke-Röpke sagte:

    FT: „…policymakers underestimate the damage that the policy of abnormally low-for-long interest rates causes to the banking, insurance and pension systems.“

    Die Lösung ist doch dann klar: Anleihekäufe der Notenbanken weltweit einstellen und die angekauften Papiere schrittweise verkaufen. Mal sehen, wie die Aktienkurse von Blackrocks Portfolio sich dann entwickeln…

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    Michael Stöcker sagte:

    „Wer glaubt es liegt an den Kapitalkosten, dass nicht investiert wird, hat keine Ahnung!“

    Sehe ich genauso. Zentrale Probleme sind vielmehr:

    1. zu hohe private Schulden,

    2. unzureichende Primärverteilung (Stichwort Lohnzurückhaltung in den letzten 40 Jahren bei den unteren und mittleren Einkommen und somit Verstoß gegen die produktivitätsorientierte Lohnregel),

    3. zu hohe Sekundärverteilung von der Mittelschicht nach unten, um die Fehlentwicklungen der Primärverteilung zu kompensieren,

    4. zu geringe Besteuerung von Erbschaften,

    5. massive Leistungsbilanzungleichgewichte,

    6. Festhalten an der schwarzen Null bzw. Fiskalpakt.

    7. Oligopolistische und monopolistische Marktmacht, die an sich wettbewerbsfähige Unternehmen auscasht und somit zugleich eine symmetrische Lohnentwicklung unterminiert und folglich den Matthäuseffekt weiter verstärkt. Mit Libra käme der ultimative Brandbeschleuniger.

    Das alles sind fiskalische/politische Probleme, die mit geldpolitischen Instrumenten nicht gelöst werden können. Micro beats Macro… und es wird in einer Katastrophe enden.

    Leider kein Erkenntnis- und/oder Handlungsfortschritt seit 2013 bzw. 3000 Jahren: https://zinsfehler.com/2013/10/30/tapering-liquidity-a-trap-yet-a-tapering-in-the-dark-of-economic-theory-2/

    LG Michael Stöcker

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    • Avatar
      Dietmar Tischer sagte:

      @ Michael Stöcker

      Wie zu erwarten:

      Sie spulen mal wieder Ihr Programm ab – egal, dass es HIER um KAPITALKOSTEN geht und nichts weiter.

      Eine höhere Besteuerung von Erbschaften kann kontraproduktiv sein mit Blick auf die Kapitalkosten.

      Denn die Besteuerung von Erbschaften, wenn sie Unternehmenserben betreffen, kann die Kapitalkosten ERHÖHEN.

      Unterm Strich ist weitgehend Konsens:
      Zu geringe Nachfrage (savings glut) , zu wenige Innovationen.

      Und wo sich innovative Prozesse durchsetzen, etwa im Handel, sind

      a) die Investitionen geringer als in den konventionellen Industrien

      und

      b) werden vielfach Leute arbeitslos oder nur zu geringerem Entgelt beschäftigt, so dass die Nachfrage nochmals sinkt und weniger allgemein weniger investiert wird.

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        Starchild sagte:

        @S.F-R
        wenn es den eine richtige Regierung wäre. Aber defakto ist eine Diktatur die schon viele Gesetze gebrochen hat und deren Auftraggeber die Vernichtung der Deutschen zum Ziel haben .. bis jetzt ganz erfolgreich. Denn wo kein Richter da kein Henker.
        Immer mehr wachen gaaanz langsam auf, zu spät – die Welt schüttelt den Kopf aber schaut nur zu, weil imernoch was zu holen ist.
        Die geplante Plünderung und Auslöschung Deutschlands ist in vollem Gange.
        google zB Weik &Friedrich

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        Thierry sagte:

        @ Mme Finke-Röpke

        p. 1 StabG ist natürlich wieder ein catch-all, das zu Zielkonflikten führen muss. Und da diese nicht einfach zu lösen sind, lässt man es eben gleich ganz bleiben. Dieses Unding ist jetzt über 50 Jahre alt. Hat es was genützt. Wer hat sich wenigstens zeitweise daran gehalten, und mit welchem Erfolg.

        Man darf skeptisch sein. Es ist sowas ähnlich brauchbares wie die berüchtigte schwarze Null.

        Letztendlich muss der Staat zugeben und lernen, dass die Gesetzgebung am Rande des Feldes viel mehr langfristigen Einfluss ausübt als unmittelbare Eingriffe. Beispiel Hartz IV. Beispiel MIFID II. Beispiel Steuern. Beispiel Zölle. Beispiel 35-Std.-Woche in Frankreich. Usw usw.

        Das nennt sich Staatsführung, die wir nicht mehr haben.

      • Avatar
        Susanne Finke-Röpke sagte:

        @Starchild und Thierry:

        Das StabG ist kein Allheilmittel gegen eine schlechte Regierung, da gebe ich Ihnen recht. Aber es ist ein Aufhänger für neue Politik, die notwendigen Schritte einzuleiten, ohne auch noch in gesetzliche Argumentationsnot zu kommen. Das ist aber erst der dritte Schritt. Der erste ist die Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung, die zweite ist die Umsetzung des Bewusstseins in andere Wahlergebnisse und erst dann muss ich drittens auf die alten Gesetze zurückgreifen.

        Punkt 1 geht voran, aber zu langsam. Punkt 2 geht auch voran, aber noch langsamer. Und daher wird Punkt 3 noch Jahre benötigen. Bei einer Wirtschaftskrise geht es schneller.

  10. Avatar
    Starchild sagte:

    Generali – BlackRock- GS- EZB = sind alles die gleichen …… alles nur show weil denen in USA gerade die Felle davonschwimmen , drum muss man sich nun schneller als geplant auf DE/EU stürzen , wenn dann alles am Boden ist wird billig eingekauft wie 1919 – und vorher sollen Unternehmen aber noch schön viel Kredit aufnehmen um in ihr eigenes 4.0 beschleunigtes Begräbnis investieren ???
    Die kommunistische Diktatur der nicht gewählten, verlogenen 1% ist durchschaut und alle rennen zum Ausgang.

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  11. Avatar
    Eva Maria Palmer sagte:

    Vielleicht glauben die Unternehmen an Dr.Stelters Eiszeit, Dr.Kralls Prognosen über Banken- und Zombiesterben und auch an das, was mir meine Sterne sagen und unterlassen Investitionen angesichts der kommenden katastrophalen Finanz-Crashs.

    Zumal auch viele DAX-Unternehmen grottenschlecht gemanaged werden und bei den kommenden technologischen Veränderungen schlecht aufgestellt sind.

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    • Avatar
      Carsten Pabst sagte:

      Sehr geehrte Frau Palmer,
      hier nur ein kleiner Auszug der Aussagen den letzten Jahre:

      2009:
      Roland Leuschel prophezeit im Februar nach der Finanzkrise 2008 direkt den nächsten Börsencrash:
      Der DAX werde sich nochmal halbieren, von 4.000 auf 2.000 Punkte stürzen.
      Dirk Müller:
      „Aktien und Aktienfonds gehören in diesen unsicheren Zeiten einfach nicht ins Depot.“

      Herr Zulauf, sollten Anleger nach den Kursstürzen der vergangenen Monate jetzt Aktien kaufen?
      Felix Zulauf: Es ist eindeutig zu früh. Wir erleben eine Zeitenwende mit großen strategischen Umbrüchen. Das ist definitiv nicht der Punkt, an dem Anleger langfristig Aktien kaufen sollten.

      April 2010:
      Roland Leuschel: „Trotz oder wegen der Rallye sei ein neuerlicher Einbruch des Dax auf 2000 Zähler wahrscheinlich.“

      2011:
      Albert Edwards von Société Générale warnte Ende 2010: Die Börsen werden 2011 um 60 Prozent einbrechen.
      Fondsmanager Max Otte im Mai: „In den nächsten zwei Jahren wird es einen dicken Knall geben, vielleicht aber auch schon relativ bald!“
      Dirk Müller prognostiziert 2011, dass den Finanzmärkten in spätestens 3 Jahren der Kollaps drohe.
      „Es ist fünf vor zwölf – und dieser Crash wird schlimmer als jener vor drei Jahren.“

      2012:
      Roubini: Im Laufe des Jahres würden sich mindestens Griechenland und Portugal aus der Währungsunion verabschieden.​ Rückkehr zu D-Mark und Auflösung der Eurozone droht.

      2013:
      Marc Faber sagt im August, dass es „nach Crash riecht“. Er sieht den US-amerikanischen Aktienmarkt am Ende des Jahres um 20 Prozent niedriger, vielleicht fällt er auch noch stärker.

      2014:
      Marc Faber im Juli: „Der Dow Jones wird binnen eines Jahres um bis zu 30 Prozent fallen!“
      Focus Money, August 2014: „Sie sollten alle Aktien verkaufen“
      Focus Money, Oktober 2014: „3 Nobelpreisträger erwarten einen Crash“

      2015:
      Martin Armstrong, dem ein ganzer Kinofilm („The Forecaster“) als Crash-Prophet gewidmet wurde, behauptet, er habe durch ein System komplexer mathematischer Formeln alle Crashs richtig vorhersagen können.
      Im April prognostizierte er einen Crash der Staatsanleihen für den 1. Oktober. Als dieser ausblieb erneuerte er seine Prognose auf den 17. Oktober (die ebenfalls daneben ging).

      2016:
      Jim Rogers prophezeit für 2016 oder 2017 einen „biblischen Kollabs“, der viele alte Institutionen, Traditionen, politische Parteien, Regierungen, Kulturen und ganze Nationen verschwinden lässt.

      2017:
      Robert Schiller:“Vielleicht noch zwei Jahre bis zum Crash, vielleicht auch schneller“

      2018:
      Markus Krall:“In zwei Jahren fliegt uns das System um die Ohren!“

      Insofern mein Rat: Diversifikation des Vermögens über viele Assets, anlegen einer Streuobstwiese und/ oder eines Kleingartens, gute soziale Kontakte pflegen mit der Nachbarschaft, investieren in die Ausbildung der Kinder und Enkel,
      sich die Welt ansehen und immer daran denken: Geld ist nur eine Illusion. Und wenn dann die Sterne irgenwann falsch stehen und der Crash kommt, hilft nur das:
      https://www.youtube.com/watch?v=SJUhlRoBL8M
      Freundliche Grüße
      Carsten Pabst

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      • Avatar
        Eva Maria Palmer sagte:

        @Carsten Papst

        Betr. Nicht eingetroffene Prophezeieungen der Crash-Propheten.

        Wir können heilfroh sein, daß viele Prophezeihungen nicht eingetroffen sind.

        Wenn man allerdings die Transfer-Union und ihre inkompatible Gemeinschaftswährung betrachtet, die illegale Migration, das katastrophale Bildungswesen, die geplante De-Industrialisierung durch die einfältigen Grünen, den Schuldenstand in der Transfer-Union und unsere Haftung dafür, kann einem Angst und Bange werden.

        Daß viele der Crash-Prophezeiungen bisher (noch) nicht eingetroffen sind, liegt an der unermüdlichen Vergewaltigung der National-Ökonomie durch unseren wackeren John Law in Frankfurt, der „whatever it takes“ sicherstellen wird, daß viele von uns enteignet werden.

        Das Spiel kann noch ein paar Jahre weitergehen.
        Je länger es gespielt wird, desto verheerender sind die volkswirtschaftlichen Schäden.

      • Avatar
        Susanne Finke-Röpke sagte:

        @Herrn Carsten Pabst:

        Herrn Dr. Krall würde ich von Ihrer Aufzählung bis Ende 2020 / Anfang 2021 ausnehmen wollen, dann wissen wir alle mehr. Außerdem ist er der einzige, der das Ganze argumentativ mit der gemessenen Entwicklung der Cost-income-ration der deutschen Banken begründet, die sich m.E. weniger schlecht entwickeln als von ihm dargestellt (abgesehen von der Deutschen Bank). Denn bei Kostenabbau und Gebührenerhöhungen zeigen sich deutsche Banken inzwischen erstaunlich kreativ…

    • Avatar
      Dietmar Tischer sagte:

      @ Carsten Papst

      Eine sehr schöne Zusammenstellung.
      Was lernen wir daraus?

      Zum einen:

      Die Notenbanken sind völlig UNTERSCHÄTZT worden, von den Profis an vorderster Front.
      Sie haben ganz offensichtlich die MACHT (Funktionalität und Legitimation, zumindest Duldung) das System über eine lange Zeit zu stabilisieren.

      Zum anderen:

      Die REALWIRTSCHAFTLICHEN Entwicklungen werden dadurch aber nicht aufgehalten oder zum Besseren gewendet.

      Ich sehe jedenfalls nichts, was dem widerspricht.

      Zum Dritten:

      Wir sind – weit verbreitet – in einem Zustand sich vertiefender ILLUSION – Geld so billig wie nie, demnächst mit MMT vielleicht auch noch kostenlos, aber es bewirkt real nichts, außer die Assets in Werteposition zu halten.

      Fazit:

      Sein und Schein klaffen in einem Ausmaß auseinander, das ich vor Jahren nicht einmal in den wildesten Phantasien hätte vorstellen können.

      Antworten
      • Avatar
        Carsten Pabst sagte:

        Sehr geehrter Herr Tischer,
        ihre Anmerkung, daß wir uns in einem Zustand vertiefender Illusion befinden, gefällt mir sehr gut. Besser und schöner kann man es nicht auf den Punkt bringen.
        Das diese Selbstäuschung uns als Gesellschaft irgendwann schwer auf die Füße fällt, steht für mich außer Frage. Oder, um es mit den Worten von Arthur Koestler zu sagen:
        Nichts ist trauriger, als der Tod einer Illusion.
        Wir sollten nur traurig durch schmerzhaft ersetzen. Nur wann der Schmerz kommt, daß ist die große Unbekannte. Und ich für meinen Teil denke, wenn alle über DEN Crash reden, lässt er sich Zeit. Die Notenbanken halten die Blase schön aufrecht, die Menschen richten sich heimelig in der Illusionsblase ein. Warum auch nicht, tut ja nicht weh. Wer will da schon der Spielverderber sein und mit einer Nadel spazierengehen?
        Freundliche Grüße
        Carsten Pabst

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