Staatsschulden sind nicht auto­matisch schlecht – aber auch nicht gut

Von allen Seiten wird für mehr Staatsschulden geworben. Alles kein Problem bei den tiefen Zinsen, alles kein Problem, würden doch Staatsschulden die Wirtschaft ankurbeln und sich quasi selbst bezahlen. Natürlich kommt das besonders laut von den Europäern, die in mehr Umverteilung und Schulden die Lösung für alle Probleme sehen.

So auch Professor Paul De Grauwe der seit Jahren für einen gemeinsamen EU-Haushalt sowie für flexiblere Defizitregeln wirbt, “die höhere Investitionen ermöglichen”. So auch im Interview mit der FINANZ und WIRTSCHAFT:

  • Das Wichtigste wäre, den Passus über den strukturell – also über den Konjunktur­zyklus hinweg – ausgeglichenen Haushaltssaldo zu streichen. Denn er verlangt, dass alle Staatsausgaben, auch diejenigen für Investitionen, über Steuern finanziert werden statt über Anleihen. Es ist eine widersinnige Logik, denn mit dieser Regel muss man heute schon über Steuern berappen, was erst in der Zukunft einen Nutzen bringt. Aber wir brauchen dringend mehr Investitionen, um die Wirtschaft auf einen nachhaltigen Wachstumspfad zu bringen. Deshalb sollte bei der Defizitregel die Investitionsrechnung separat von den laufenden Ausgaben betrachtet werden.” – bto: Wenn man sich keine Mühe macht, die Ursachen für das geringe Wachstum zu analysieren, kommt man auch leicht auf die Idee, mehr Staatsschulden und -ausgaben würden das lösen.
  • Der Wiederaufbaufonds ist wichtig und ein Erfolg für die EU. Das Programm läuft aber nur sieben Jahre und macht für die meisten Länder jährlich kaum mehr als 1 % des BIP aus. Das ist nicht genug.” – bto: Ich finde rund 180 Milliarden Euro Umverteilung aus Deutschland in die anderen Länder durchaus bemerkenswert. 
  • Wenn die Zinsen so niedrig sind wie heute und die Investitionen produktive Anlagen kreieren und der künftigen Generation nützen, dann gibt es keine Grenze für die Verschuldung. Es braucht keine Grenzwerte, sondern eine umfassendere Analyse der Schuldentragfähigkeit, und dabei muss man nicht nur die Verbindlichkeiten anschauen, sondern auch die Vermögensseite.” – bto: Genau, denn Zinsen sind dauerhaft abgeschafft und man muss nur die vielen mehr oder weniger sinnvollen Dinge des Staates aktivieren. Zum Beispiel die Toiletten für das dritte Geschlecht in Berlin. Man könnte umgekehrt natürlich fordern, mehr produktive Investitionen zu tätigen …
  • Man muss abschätzen, ob aus den Investitionen produktive Assets entstehen und sie in der Zukunft Cashflow generieren. Wenn dieser erwartete Ertrag höher ist als der Zinsaufwand – was derzeit leicht ­möglich ist –, dann sind Schulden kein Problem. Wir müssen uns von der fixen Vorstellung lösen, dass Staatsschulden automatisch schlecht sind.” – bto: Jeder, der mal ein Unternehmen von innen gesehen hat, weiß, dass das mit den geplanten Umsätzen so eine Sache ist. Und nun sollen Politiker in der Lage sein, ehrliche Wirtschaftlichkeitsrechnungen zu verstehen und vorzulegen. Garbage in – garbage out wird so institutionalisiert.
  • Natürlich braucht es ein Monitoring-System, aber das macht die EU-Kommission bereits beim Wiederaufbaufonds. Ein solcher Monitoring-Mechanismus ist auch auf nationaler Ebene möglich.” – bto: Dass ich nicht lache. Die EU-Kommission ist völlig überfordert und dem Bundesrechnungshof hört niemand zu. Das wird brillaant. Selbst ein Professor muss doch erkennen, dass das nicht funktionieren wird. 
  • “Die EZB könnte ohne weiteres die Staatsanleihen streichen, die sie im Rahmen der Anleihenkaufprogramme auf ihre Bilanz genommen hat, aber es würde sich für die Staaten nichts an der Situation ändern. Der Aufruf, die EZB solle die Schulden streichen, ergibt einfach keinen Sinn. Ökonomisch betrachtet passiert nichts Substanzielles, wenn die Staatsanleihen im Besitz der Zentralbank vernichtet werden. Die Schuldenstreichung findet bereits in dem Moment statt, in dem die ­Zentralbank die Papiere erwirbt. Denn sobald sie auf der Bilanz der Notenbank sind, sind sie ökonomisch bereits nicht mehr existent, weil sie keine Last mehr für die Regierung darstellen. Sie zahlt Zinsen an die Zentralbank, die das Geld an die Re­gierung ausschüttet. Es ist irrelevant, zu welchem Preis diese Anleihen bei der Zentralbank in den Büchern stehen. Der Vorschlag unterliegt der Illusion, man könne dieselben Schulden zwei Mal streichen.” – bto: richtig. Die EZB monetarisiert schon mit dem Kauf. Allerdings würde es optisch besser aussehen, wenn man diese Schulden nicht mehr mitrechnet bei der ausgewiesenen Staatsschuld.
  • Die Zinsen werden steigen, wenn das Wachstum und die Inflation genug stark sind. Das wird den Staaten nicht so wehtun. Der Schuldendienst nimmt nur für die neu emittierten Anleihen zu, aber der Grossteil der Schulden wurde zu Tiefstzinsen in der Pandemie aufgenommen, und auf diesem Teil ist die Zinslast fixiert. Während das nominale BIP wächst, sinkt dadurch automatisch die Schuldenlast.” – bto: was für eine optimistische Sicht. Wenn das stimmen würde, wären die Schuldenquoten nicht so hoch.
  • Zum Wiederaufbaufonds: “Eine Währungsunion funktioniert langfristig nur mit einem gemeinsamen Haushalt.” – bto: also mit Umverteilung aus Deutschland.

Wie verquert die Logik der EU-Fans ist, zeigt die Schlussaussage zum Brexit: “(…) für die EU ist der Austritt Grossbritanniens in der Summe positiv. Denn mit Grossbritannien hat sie ein Mitglied ver­loren, das nur beigetreten war, um von ­innen zu verhindern, dass die EU zu stark wird. Ohne die britische Opposition kann die EU ihre Politik nun einfacher umsetzen. Ich denke, so etwas wie der Wiederaufbaufonds wäre mit Grossbritannien nicht möglich gewesen.” – bto: Die Stimme der ökonomischen Vernunft geht von Bord – und das ist ein Grund zur Freude?

fuw.ch: „‘Staatsschulden sind nicht automatisch schlecht’“, 13. Dezember 2021

Kommentare (29) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
  1. Alexander
    Alexander sagte:

    “Die Schuldenstreichung findet bereits in dem Moment statt, in dem die ­Zentralbank die Papiere erwirbt.” cui bono?

    Der Erwerb von Staatsanleihen dient der Marktmanipulation.
    Der Besitz dieser 0% Staatsanleihen ist Option für zukünftige Marktmanipulation, weil ihre Zerstörungskraft bei Verkauf unverändert Expressungspotential darstellt. .

    Keines der Mitgliedsländer kann heute aus dem Euro ausbrechen, ohne den Verkauf seiner Anleihen durch das EZB System zu riskieren. Die Verschränkung ist total, das Regime erstreckt sind auf alle politischen Bereiche, nicht nur Staatsfinanzen, Ökonomie, Kreditvergabe ü. Banken, Aussenpolitik, Bildung- , Innen-, Umwelt/Klima, Energie-, Grundrechte…….und gemeinsame Aktionen gegen tödlichste aller tödlichen…..ich erspare mir den Rest des Experiments.

    Spazieren, spazieren, spazieren….

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    • Namor
      Namor sagte:

      @ Verstehe ich nicht.
      Warum führt Geldmengeausweitung zu höheren Zinsen. Man weitet die Geldmenge ja gerade damit aus, um Zinsen niedrig zu halten.

      @ Börsencrash
      Aktuell sind viele Unternehmen sehr profitabel, viele auch während Corona (bsp. Staatshilfen für die stillstehenden Bänder und Lagerkapazitäten abbauen). Unternehmen wie Shell verdienen aktuell sehr gut und halten die Dividende weit unter vor Coronaniveau, kaufen Aktien zurück oder tilgen Schulden.
      Ein Börsencrash trifft die Unternehmen wenig, eine Rezession, Pleitewelle, Arbeitslosigkeit,… würde die Ölnachfrage einbrechen lassen und Shell treffen, die müsste aber andauern und das meint der Autor wieder nicht.

      Also ab in Value-Werte? BAT, Gurktaler, etc.

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      • Tom96
        Tom96 sagte:

        @ Namor
        Der Focus liegt auf Mittelständler, die das Rückgrat der Nachkriegswirtschaftsentwicklungen für die Breite Masse der Beschäftigen und deren Einkommenschöpfungen waren. Wie können diese Eigenkapitalszinsen erwirtschaften oder Staatsanleihen zeichnen, wenn ihre Finanzierungskosten (Sollzinsätze) nicht mitziehen. Unternehmensanleihen herausgeben ist viel zu aufwendig wegen zu geringer Substanz, nur für Groß- bzw. Börsennotierte machbar.
        Über die staatlichen rückzahlbaren Überbrückungen wurde hier viel diskutiert und ich hatte auf die Bilanzierungsregeln für Zuwendungen verwiesen.
        Die Umkehrung des zu Inflation nach Geldmengenausweitung ergibt sich durch anschliessenden fehlenden Wettbewerbsdruck sowie Angebotsverringerungen (siehe aktuell Lagerräumungen).
        Marktbereinigung um Mittelständler bringt Oligopole /Monopole mit kategorischer Preissteigerung sowie zu niedriger bzw. fehlender Innovationsnotwendigkeit durch Marktbeherrschung (Cash Cows werden solange als möglich gemolken – Vertriebsstrategie).

        Eröffnungs- und Schlussbilanzierung können Mittelständler wegen struktureller kurzfrist Finanzierungen kaum mit strategischer Bilanzpolitik gestalten (Fesselung im Hier und Jetzt). Revolvierung eine Chimäre der Defizitspender im Staatssektor.
        Es sei an Jürgen Möllemann als Wirtschaftsminister / Vizekanzler erinnert, der die Subventionen massiv zurückführen wollte, um Handlungsspielräume in der Volkswirtschaft vor Ort zu gewinnen.

  2. Tom96
    Tom96 sagte:

    Für den Mittelstand gibt es neben der Verachtung nach Oben, die Verachtung von Oben, was letztlich gemäß Goldenem Schnitt die Auslöschung jeglichen Klanges erzeugt (Todesstille / Bewgungslosigkeit as you like it) – dazu ein Spezialist der goldenen Zeiten
    https://www.pi-news.net/2022/01/die-baendigung-der-geldflut/
    “Ein Absturz der Börsenkurse brächte zwar für eine unter Dampf stehende Geldmengensituation vorübergehende, aber keine Dauerentlastung. Eine Deflation lässt sich nicht lange aufrechterhalten, weil sie wirtschaftliche Zusammenbrüche bringt, welche keine Regierung politisch und kein Zentralbankensystem auf Dauer aushalten kann. Nach kurzer Deflationsphase hat sich deshalb der Geldmengendruck bisher immer zu wieder wachsender Inflation umgekehrt. Und immer ist die Inflation durch weitere Zinssteigerung gewachsen bis zur galoppierenden Inflation, die dann in der Währungsreform zwangskorrigiert werden muss.”

    Es geht für Geld- und Kredit- sowie Schuldenmachermacher immer nur darum möglichst unerkannt und mit gefüllter Kasse vulgo Portfolio Höchststände für den Neustart nach dem Abschlachten der Kreditkaskadenketten zu haben.
    Nur vielleicht rettet diesmal keiner mehr diese Seelen – one time it’s different in any kind .

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    • Michael Stöcker
      Michael Stöcker sagte:

      @ Spezialist der goldenen Zeiten

      Aus dem verlinkten Beitrag:

      „Nach der Finanztheorie dürfen Zentralbanken nur so viel zusätzliches Geld in den Kreislauf geben, wie die Gütermenge real wächst.“

      Diese Theorie ist FALSCH!. ZBen können überhaupt kein Geld in den Kreislauf geben, da sie lediglich im Geldkreislauf der Banken agieren. Dort werden RESERVEN erzeugt, die der größte Bestandteil der Sondergeldmenge M0 sind. Reserven können NIEMALS in den ökonomisch relevanten Geldkreislauf der Privaten gelangen. Ob die Gütermenge wächst oder nicht hängt nicht an den Reserven, sondern an der Kreditdynamik im Geldkreislauf der Privaten.

      LG Michael Stöcker

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      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Genosse Stöcker

        Versuchen Sie heute mal wieder, Leute zu verdummen?

        Die Zentralbanken kaufen von den Geschäftsbanken Staatsanleihen ab. Und diese Staatsanleihen wurden vorher von den Geschäftsbanken gezeichnet, das bedeutet, sie hatten dem Staat Geld überwiesen und erhielten dafür die Staatsanleihe als Schuldverschreibung.

        So wird die Brücke von dem einen Kreislauf zum anderen Kreislauf geschlagen.

        Ist doch eigentlich ganz simpel – wieso tun Sie so, als ginge das grundsätzlich nicht?

      • Tom96
        Tom96 sagte:

        @ Herr Stöcker
        Wie Zentralbanken über die Repositen Geldpumpen ist offengelegt.
        Reserven als Begriff dürfen Sie gerne für Zentralbakenrechnungslegung benutzten, in der Realwirtschaft, Unternehmen und Privatbanken geht es darum, was auf den Aktivseite offen gebucht werden kann! Wo nichts mehr oder ausreichend entsprechend den Rechnungslegungsvorschriften dieser Sektoren der Volkswirtschaft ist, steht Wertberichtigung somit Abschreibung an. Es sei denn, Sie erfinden und schreiben auch gleich die neuen Passivposten vor.
        Das ist der normalste Prozeß des Wirtschaftens, so daß nach der Kredittilgung und Zinszahlung die Schulden und das Geld wieder verschwinden, wo ein unendliches Schuldenwachstum zwangsläufig ist, scheinen Sie ja immer wieder erklären zu versuchen, ändert aber nix.
        Wenn der Staat oder die Zentralbank nichts mehr auf der Tasche hat heißt es “Nicht durch Eigenkapital gedeckt” und zwar auf der Passiv und Aktivseite! Was das defacto bedeutet ist, daß sowohl der Staat als seine Zentralbank gegenseitig den anderen zur Deckung in Regress nehmen wollen. Spätestens da ist es das letzte Vertrauen perdu.
        Sie erkennen, Anschreiben bei der Zentralbank erodiert genauso wie nichttragfähige sSaatsverschuldung, womit das magische Zieleck aus dem Stabilitäts- und Wachstumsgesetz völlig richtig liegt.

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ M. Stöcker, @ Richard Ott

        Ich versuche eine Klärung herbeizuführen, bevor Renée Menéndez hier mal wieder durchgreift:

        Geld kommt u. a. in den Wirtschaftskreislauf wie Sie, R. Ott es bezüglich der Begebung von Staatsanleihen RICHTIG beschreiben.

        RICHTIG ist auch, dass die Zentralbanken Staatsanleihen kaufen, die Banken in den Märkten zum Verkauf stellen.

        FALSCH ist die Schlussfolgerung, dass DADURCH, d. h. durch/über diese „Brücke“ das Geld, das anhand des Kaufens der Zentralbanken den Privatbanken auf Zentralbankkonten gutgeschrieben wird, in den Wirtschaftskreislauf gelangt.

        M. Stöcker Sie haben Recht darauf zu bestehen, dass dies NICHT der Fall ist.

        Aber:

        Die „Brücke“ hat KONSEQUENZEN.

        Sie BEEINFLUSST die SITUATION der Geschäftsbanken bezüglich deren Möglichkeiten, durch Kreditgewährung im bzw. für den Wirtschaftskreislauf Geld zu schöpfen.

      • Michael Stöcker
        Michael Stöcker sagte:

        @ Dietmar Tischer

        Vielen Dank für Ihren Klärungsversuch. Ich muss Sie allerdings in zwei Punkt korrigieren.

        „Geld kommt u. a. in den Wirtschaftskreislauf wie Sie, R. Ott es bezüglich der Begebung von Staatsanleihen RICHTIG beschreiben.“

        Da der Staat seine Konten bei der ZB führt, kommt das Geld nicht durch die Begebung von Staatsanleihen in den Kreislauf, sondern erst dadurch, dass die staatlichen Ausgaben über den staatlichen Einnahmen liegen. Zuvor liegt das Geld in Form von Reserven auf den TGAs (Treasury General Account; also das Girokonto des Staates bei der ZB).

        „Sie BEEINFLUSST die SITUATION der Geschäftsbanken bezüglich deren Möglichkeiten, durch Kreditgewährung im bzw. für den Wirtschaftskreislauf Geld zu schöpfen.“

        Nein, das tut sie nicht, da Staatsanleihen JEDERZEIT für Refinanzierungsgeschäfte eingesetzt werden können und zudem nicht beim EK berücksichtigt werden.

        @ Tom96

        Sie sind wie gewohnt nicht in der Lage, auch nur zwei Sätze halbwegs vernünftig zu formulieren. Insofern möchte ich auch nicht darüber spekulieren, was Sie mit diesen Versatzstücken zum Ausdruck bringen wollen.

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Michael Stöcker

        Lasse mich gern berichtigen, glaube aber nicht, dass Ihre Antwort mich berichtigt hat.

        1.) >Da der Staat seine Konten bei der ZB führt, kommt das Geld nicht durch die Begebung von Staatsanleihen in den Kreislauf, sondern erst dadurch, dass die staatlichen Ausgaben über den staatlichen Einnahmen liegen.>
        Ich zweifle nicht daran, dass dies so ist.

        Meine Aussage ANDERS verstanden, nämlich

        „OHNE die Begebung von Staatsanleihen käme durch den Staat NICHT mehr Geld in den Kreislauf als bereits IM Kreislauf ist, weil der Staat NUR über das von den Banken geschöpfte Geld in Höhe seiner Steuereinnahmen und sonstigen Einnahmen verfügen kann.“

        besagt doch:

        Durch Staatsanleihen kommt MEHR Geld in den Kreislauf, wenn auch funktional anders als ich es ursprünglich ausgedrückt habe.

        2.) Nein, das tut sie nicht, da Staatsanleihen JEDERZEIT für Refinanzierungsgeschäfte eingesetzt werden können und zudem nicht beim EK berücksichtigt werden.

        Von den Privatbanken gehaltene Staatsanleihen können von den Märkten der Zinsentwicklung und der Bonität des Staates im Zeitverlauf UNTERSCHIEDLICH bewertet werden, u. a. so, dass die Privatbanken ABSCHREIBUNGEN darauf vornehmen müssen. Auch wenn dies nicht die Eigenkapitalanforderungen betrifft, hat es AUSWIRKUNGEN auf ihre Bonität. Es könnte sein, dass sie sich nur zu höheren Kosten refinanzieren können. Das wiederum würde Auswirkungen auf ihre Kreditgewährung an Unternehmen und Privathaushalte haben.

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer

        “Auch wenn dies nicht die Eigenkapitalanforderungen betrifft, hat es AUSWIRKUNGEN auf ihre Bonität. Es könnte sein, dass sie sich nur zu höheren Kosten refinanzieren können. Das wiederum würde Auswirkungen auf ihre Kreditgewährung an Unternehmen und Privathaushalte haben.”

        Naja, was die Refinanzierung an den Kapitalmärkten durch Nicht-Zentralbank-Akteure angeht, stimmt Ihre Aussage schon. Aber die Zentralbank nimmt natürlich jede Schrottanleihe (egal ob Staatsanleihe oder Firmenanleihe) als Sicherheit für Refinanzierungsgeschäfte, weil sie nicht will, dass eine Geschäftsbank irgendwelche Liquiditätsprobleme oder gar Probleme mit dem Anschein ihrer Solvenz in den Augen der anderen Marktteilnehmer bekommt und deshalb nicht mehr beim lustigen Staatsanleihen-Buchungs-Zirkel mitmachen könnte.

        Der wahre Grund für die ganze Buchungsakobatik ist ja bekanntlich, dass damit das Verbot der direkten Staatsfinanzierung durch die Zentralbanken unterlaufen wird. Wenn erst die Geschäftsbanken Staatsanleihen zeichnen und diese dann an die Zentralbank verkaufen, woraufhin sie dann wieder die Liquidität haben, neue Staatsanleihen zu zeichnen und so weiter (und auch noch eine nette Provision für das Geschäft kassieren) – ist es ja bloß indirekte Staatsfinanzierung. ;)

      • Tom96
        Tom96 sagte:

        @ Herren Stöcker, Tischer, Ott
        Die aktuelle Staatsfinanzierung funktioniert bereits nur noch über den Notstand des selbstgemachten Terror-Corona-Regimes in den Haushaltsgesetzen, dort sind Kreditermächtigungen enthalten, die im Normalzustand zur sofortigen Ausgaben- und Zuwendungsreduzierung führen. Damit besteht die gesamtstaatliche Problematik der Verfassungswidrikeit der Haushaltsführungen auf jeder staatlichen Ebene, Gemeinden, Länder, Bund und in Folge in den Banken, Unternehmen, Haushalten. Nur über diesen vorsätzlichen Notstand wird das System überhaupt noch flüssig gehalten.
        Sämtliche “Modernisierungen” des Klimahypes und der “Digitalisierungsorgie” sind nicht finanzierungs- und überlebensfähige Zombiesektoren, die weder durch Abgaben noch mit ordnungsgemäßer Haushaltswirtschaft gefahren werden könnten. Das wissen alle Beteiligte ganz genau – sie führer ein Theater der verlogensten Sorte auf.
        Das die Gerichte diesen Ausnahmezustand als “Great Reset”, “Neue Normalitär”, die bereits 1996 von George Bush sen. vor der UN verkündet und angestrebt wurde, zeigt ihre materielle und formale Einbindung in dieses Zombiestaatswesen.
        Wer meint, daß die EU ein Rettungsanker wäre, der sollte wissen wie dieser bereits jetzt eine Todeszone in Landwirtschaft, Mittelstand und den Eigenwirtschaftlichkeit der Verschuldungsstaaten produziert. ein weiter mehr davon wird das geflutete Boot an dieser Ankerketten bis auf den Meeresgrund ziehen.
        Und das ist bereits in der Aktivwirtschaft und Aktivseite der Bilanzierenden abgebildet.
        Deshalb erzählt Schwab vom WEF & Co. dieses Enteignungsmärchen als Art Massenpsychose zur Akzeptanzschaffung im Innern, was jeder nach Bilanzwahrheit und Bilanzklarheit rechnungslegende ordentliche Kaufmann längst begriffen hat, um Vorsorge zu treffen.

      • Alexander
        Alexander sagte:

        @Diese Theorie ist FALSCH!. ZBen können überhaupt kein Geld in den Kreislauf geben, da sie lediglich im Geldkreislauf der Banken agieren.

        Banken kaufen Staatsanleihen und reichen dieselben an ihre Notenbank weiter, die Marge ist verdeckte Subvention.

        Der Staat bringt durch AnleiheVerkauf erlöste Zahlungsmittel in den Publikumsverkehr, als Sozialausgaben / Investitionen / Strukturhilfen etc….

        Das ist kein Kavaliersdelikt, Meister Stöcker, sie handeln mit Vorsatz.

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott, @ Alexander

        Erste einmal:

        GENAU lesen und VERSTEHEN, was M. Stöcker sagt:

        >ZBen können überhaupt kein Geld in den Kreislauf geben>

        Das besagt EINDEUTIG, dass die Zentralbanken NICHT wie Ott, Alexander oder Tischer sowie Unternehmen und Staaten Konten bei Banken unterhalten, auf DIE sie nach Belieben mit selbst geschaffenem Geld oder Verkaufserlösen irgendwelche Einlagen leisten oder von DENEN sie Zahlungen verfügen können, um sich wie gewöhnliche Kontoinhaber am Wirtschaftsleben zu BETEILIGEN.

        Weiter besagt es, dass die Notenbanken den Geschäftsbanken NICHT Liquidität − FLÜSSIGE Mittel − für Aktivitäten im Wirtschaftskreislauf zur Verfügung stellen.

        Damit ist für M. Stöcker „Notenbankgeld“ aus dem Kauf bzw. Verkaufs von Wertpapieren, hier: speziell von Staatsanleihen, bezüglich ihres Wirkens IM Wirtschaftskreislauf erledigt.

        Zweitens:

        Die Frage ist, ob DAMIT jegliche ANDERE Wirkung auf den bzw. im Wirtschaftskreislauf ebenfalls als erledigt gelten KANN.

        Die Antwort ist offensichtlich:

        Damit ist NICHT jede andere Wirkung im Wirtschaftskreislauf erledigt.

        Denn es ist ja richtig, dass Staaten mit ihrer Verschuldung, in die AUCH Notenbanken mit Kauf und Verkauf von Staatsanleihen INVOLVIERT sind, reale NACHFRAGE schaffen.

        Und natürlich ist es unstrittig, dass Käufe und Verkäufe von Staatsanleihen, an denen auch Notenbanken beteiligt sind, in einem Geschäftsbereich der Privatbanken stattfinden, in dem sie u. a. durch Provisionen Geld verdienen

        Kurzum:

        Sie WIDERSPRECHEN M. Stöcker NICHT, wenn Sie auf etwas verweisen, das NICHT seine Aussage trifft.

        Wenn Sie ANDERES ins Spiel bringen, das mit seiner Aussage auf irgendeine, von ihm nicht thematisierte Weise eine VERBINDUNG aufweist und RELEVANT ist, dann können Sie ihm ein THEMATISCHES Defizit vorwerfen, aber keine „Falschaussage“.

  3. Michael Stöcker
    Michael Stöcker sagte:

    „bto: Wenn man sich keine Mühe macht, die Ursachen für das geringe Wachstum zu analysieren, kommt man auch leicht auf die Idee, mehr Staatsschulden und -ausgaben würden das lösen.“

    Korrekt! Also sollten wir uns alle mal dieser Mühen unterziehen; denn die Wachstumsschwäche ist ein GLOBALES Phänomen. Ursächlich hierfür ist an aller erster Stelle der dysfunktionale Eurodollar seit 2007. Hier nochmals der Link zur mittlerweile siebenteiligen Serie mit Jeff Snider: https://youtu.be/GQVGEQlhbJg?list=PL2jAZ0x9H0bR7K5mlncgcR1DujGsA0Ob8

    Antworten
    • Michael Stöcker
      Michael Stöcker sagte:

      „Wenn die Zinsen so niedrig sind wie heute und die Investitionen produktive Anlagen kreieren und der künftigen Generation nützen, dann gibt es keine Grenze für die Verschuldung.“

      Die Frage ist doch vielmehr, ob die Zinsen auch so niedrig bleiben, da Staatsschulden bekanntlich nicht zurückgezahlt, sondern stets revolviert werden. Es ist nicht primär die Schuldenhöhe, die problematisch werden könnte, sondern vielmehr die jährliche Zinsbelastung der Staatshaushalte. Insofern sollten wir die Schuldenbremse durch eine Zinsquotenbremse ersetzen. Dabei hätten Länder mit hohen Leistungsbilanzüberschüssen (Deutschland, Niederlande, Schweiz) einen größeren Freiheitsgrad als Länder mit hohen Leistungsbilanzdefiziten (USA, Griechenland, England). Mehr dazu hier: https://www.hayek-verein-dresden.de/aktuell-einzelanzeige/michael-stoecker-serie-4-%C3%BCber-den-sinn-und-zweck-von-staatsschulden.html

      Antworten
      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Genosse Stöcker

        “Die Frage ist doch vielmehr, ob die Zinsen auch so niedrig bleiben, da Staatsschulden bekanntlich nicht zurückgezahlt, sondern stets revolviert werden.”

        Tja, außer, wenn der Staat pleite geht. Dann ziehen Sie ein dummes Gesicht und müssen möglichst überzeugend heucheln, dass das doch niemals jemand hätte ahnen können. ;)

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Michael Stöcker

        >„Wenn die Zinsen so niedrig sind wie heute und die Investitionen produktive Anlagen kreieren und der künftigen Generation nützen, dann gibt es keine Grenze für die Verschuldung.“

        Die Frage ist doch vielmehr, ob die Zinsen auch so niedrig bleiben, da Staatsschulden bekanntlich nicht zurückgezahlt, sondern stets revolviert werden.>

        Das ist eine Frage.

        Eine andere ist:

        Was ist, wenn die Investitionen in an sich produktive Anlagen den künftigen Generationen NICHT nützen, weil sie die PRODUKTE dieser Anlagen NICHT haben WOLLEN bzw. sie sich NICHT leisten KÖNNEN, da z. B. eine hoch automatisierte Produktion mit wenig Dienstleistungsbedarf künftigen Generationen nicht genügend Einkommen erzielen lässt, um diese Produkte zu erwerben und zu nutzen?

      • Thomas M.
        Thomas M. sagte:

        @Hr. Tischer: Sie greifen einen Punkt auf, der mir schon wiederholt aufgefallen ist. Neuerdings werden die Bedürfnisse zukünftiger Generationen politisch und juristisch berücksichtigt.

        Das ist m.E. grober Unfug, wenn man zukünftig als heute noch nicht lebend versteht.

        Warum?

        Zukünftige Generationen gibt es noch nicht, also gibt es sie *jetzt* nicht, also haben sie *aktuell* keine Bedürfnisse, die man berücksichtigen könnte. 0 mal irgendwas ist immer 0.

        Man kann nun versuchen, die Bedürfnisse zu antizipieren. Diese Antizipation erfolgt durch *heutige* Generationen, also kann man auch *alleine* die Bedürfnisse heutiger Generationen berücksichtigen, denn deren Bedürfnisse umfassen die antizipierten Bedürfnisse zukünftiger Generationen.

        Beispielhaft: Nahrung, sicheres soziales Umfeld und heile Umwelt für noch nicht geborene Kinder, Enkel oder Nichten und Neffen und auch in aller Regel fremde Menschen.

        Wenn die Bedürfnisantizipation nicht aus dem Volke kommt, von wem denn dann? Da Zeitreisen in die Zukunft inkl. Rückkehr in die Vergangenheit (!) sowie Blicke in die Zukunft nach aktuellem Stand unmöglich sind, bleibt nicht viel übrig außer den Vermutungen der heutigen Generation.

        Abgesehen davon stürzt die Berücksichtigung zukünftiger Bedürfnisse auch mathematisch ab bzw. führt zu einem kuriosen Ergebnis. Wenn man die Bedürfnisse aller zukünftig noch existierenden Menschen gleichgewichtet, spielen Bedürfnisse heutiger Menschen fast gar keine Rolle. Was leiten wir dann daraus ab?

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Thomas M.

        Nehmen Sie das mit den “Bedürfnissen künftiger Generationen” nicht so ernst, sobald dieses Konzept nicht mehr für den Aufbau des Klimasozialismus taugt, wird es unauffällig wieder abgeräumt werden.

        Gerade für Politiker und sonstige “vom-Staat-Lebende” sind ihre eigenen aktuellen Bedürfnisse immer die wichtigsten. Da ernsthaft die Bedürfnisse irgendwelcher in der Zukunft lebender Personen zu berücksichtigen, mit denen unsere aktuellen Politiker vermutlich nicht einmal verwandt sind, ist ja grob selbstschädigendes Verhalten. Das ist nur leeres Gerede, die meinen das nicht wirklich so.

        “Abgesehen davon stürzt die Berücksichtigung zukünftiger Bedürfnisse auch mathematisch ab bzw. führt zu einem kuriosen Ergebnis. Wenn man die Bedürfnisse aller zukünftig noch existierenden Menschen gleichgewichtet, spielen Bedürfnisse heutiger Menschen fast gar keine Rolle. Was leiten wir dann daraus ab?”

        Diese schwierige Frage kann nur eine sozialistische Plankommission beantworten. ;)

    • Michael Stöcker
      Michael Stöcker sagte:

      „Zum Beispiel die Toiletten für das dritte Geschlecht in Berlin.“

      Die Diskussion hierüber begann aber in Bayern (sic!).

      „Man könnte umgekehrt natürlich fordern, mehr produktive Investitionen zu tätigen …“

      Nicht nur „könnte“, sondern MÜSSTE und SOLLTE!

      „Die Schuldenstreichung findet bereits in dem Moment statt, in dem die Zentralbank die Papiere erwirbt. Denn sobald sie auf der Bilanz der Notenbank sind, sind sie ökonomisch bereits nicht mehr existent, weil sie keine Last mehr für die Regierung darstellen.“

      Hier irrt De Grauwe. Die Schulden können nicht gestrichen werden, da sodann ja auch die korrespondierenden Reserven gestrichen werden müssten (d. h. alle Banken wären SOFORT überschuldet) oder aber sie müssten abgeschrieben werden und es gäbe unzählige Jahre keine Gewinnausschüttungen mehr an die Staatshaushalte; und das ist sehr wohl eine Last für die Regierungen.

      Bleiben die Anleihen in der Bilanz der ZB, dann müssen aber bei einem Anstieg der Zinsen die Reserven der Banken bei den ZBen ebenfalls verzinst werden (siehe IOER bei der Fed). Falls nicht, kann es zu einer Flucht aus dem Währungsraum kommen mit massiven Abwertungen und anschließender importierter Inflation. Insofern: Finger weg von solchen nicht bis zu Ende gedachten Vorschlägen; auch dann, wenn sie von De Grauwe kommen.

      LG Michael Stöcker

      Antworten
      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Michael Stöcker

        >„Man könnte umgekehrt natürlich fordern, mehr produktive Investitionen zu tätigen …“

        Nicht nur „könnte“, sondern MÜSSTE und SOLLTE!>

        FORDERN kann man vieles – auch produktive Investitionen.
        Ab einem gewissen Punkt ergibt sich das Problem zu WISSEN, WELCHE Investitionen produktiv SIND.

        Damit ist nicht die MÖGLICHKEIT, d. h. das Potenzial gemeint, ein MEHR zum Vorhandenen herstellen zu können, sondern ein durch Nachfrage GEFORDERTSEIN, es auch herzustellen.

        Bis jetzt ist noch nicht erwiesen, dass FORDERN mit dem erforderlichen WISSEN einhergeht.

        Man ist auf der sicheren Seite, wenn man annimmt, dass es NIE damit einhergehen kann.

        Denn dieses Wissen ist eine ZUKÜNFTIG bedingtes Wissen.

    • Dietmar Tischer
      Dietmar Tischer sagte:

      @ Michael Stöcker

      >… sollten wir uns alle mal dieser Mühen unterziehen; denn die Wachstumsschwäche ist ein GLOBALES Phänomen.>

      Wachstumsschwäche ein GLOBALES Phänomen bei den WACHSTUMSRATEN der chinesischen Wirtschaft??

      Antworten
  4. @foxxly
    @foxxly sagte:

    @ bto:
    schulden sind der tod! kurzfristig nicht, weil diese verschoben, verlagert, verschleiert, versteckt, etc. werden können.
    langfistig ist es völlig egal, wer die schulden hat. am ende bezahlen die bürger die zeche mit inflation und einer währungsreform.

    es gibt im grund auch keine guten, oder schlechte schulden: es können sogar die “schlechten” konsumtiven schulden dem unternehmen mehr helfen, als die investiven.

    es muss in der wirtschafts-gesellschaft, kredite und zinsen geben.
    ebenso einen wettbewerb und obergrenzen in einkommen und vermögen geben.

    aber der systemfehler ist, dass es mit diesen geldsystem keine möglichkeiten gibt, durch arbeitsleistung und erfindungen, aus der schuldenfalle herauszuwachsen.

    also:
    die arbeitsleistung muss periodisch von seiner kreditschuld entlastet werden, in dem die notenbank in der höhe des BIP, geld an den verbraucher lastenfrei auszahlt, als ausgleich, weil dieser an den weiter gegeben kosten sonst hängen bleibt. (wie im bisherigen unlösbaren schuldproblem)

    es ist meiner meinung nach verlorene lebenszeit, darüber sich den kopf zu zerbrechen, wie schulden behandelt werden können.

    Antworten
  5. Richard Ott
    Richard Ott sagte:

    Der Schuldenprofessor: “(…) für die EU ist der Austritt Grossbritanniens in der Summe positiv. Denn mit Grossbritannien hat sie ein Mitglied ver­loren, das nur beigetreten war, um von ­innen zu verhindern, dass die EU zu stark wird. Ohne die britische Opposition kann die EU ihre Politik nun einfacher umsetzen. Ich denke, so etwas wie der Wiederaufbaufonds wäre mit Grossbritannien nicht möglich gewesen.”

    UK hätte sich auf jeden Fall geweigert, genau so über den EU-Haushalt oder irgendwelche “Fonds”-artigen Nebenhaushalte finanziell ausgepresst zu werden wie Deutschland. Die hätten dann wieder einen Sonderrabatt verlangt wie damals schon Thatcher, und dann wäre noch offensichtlicher geworden, wie sich Deutschland von den Mittelmeerstaaten und solchen merkwürdigen und dysfunktionalen Konstrukten wie “Belgien” über den Tisch ziehen lässt.

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