Goldman: Die Turbulenzen bei italienischen Staatsanleihen sind erst der Anfang

Es ist Zeit, bei bto mal wieder über Italien zu sprechen. Ich bleibe diesbezüglich bei meiner immer wieder an dieser Stelle wiederholten Aussage:

Lasst uns austreten, bevor Italien es tut

Die neue italienische Regierung hat das eingeschlafene Thema wieder erweckt:

Italien kommt wieder auf die Agenda

Nun beginnt langsam die Flucht aus italienischen Anleihen, und Goldman Sachs geht davon aus, dass das erst der Anfang ist. Via Zero Hedge:

  • „First, the planned fiscal expansion (…) is sizable enough to renew investor concerns about the long-term sustainability of Italy’s public debt stock, in large part owing to the expected deterioration in the country’s primary surplus. (…) cumulatively over the past eight years, the government primary surplus has reduced Italy’s debt-to-GDP ratio by approximately 11.5 percentage points. Positive growth and lower interest expenditures (compared with 2011-2013) have also supported the stabilization of the Italian debt level over the past few years (Exhibit 1). With a lower expected primarily surplus, higher funding costs and soft economic activity, considerations of long-term debt sustainability pose a challenge to forward debt/GDP dynamics, and have meant investors have required a higher risk premium on Italian government bonds.“ – bto: Ja, allerdings war das Wachstum so schwach, dass es eben nur zu einer Stabilisierung, aber keiner Lösung geführt hat.

Quelle: Goldman Sachs, Zero Hedge

  • „Second, the increase in government funding needs stemming from a higher public deficit comes in conjunction with the slowdown and forthcoming end of the ECB’s net asset purchases. The’s ECB quantitative easing program initiated by the ECB in March 2015 is coming to an end this year. Since its initiation, the central bank has purchased €360bn-worth of Italian government bonds and we expect it to buy another €5.5bn in the last quarter of this year. From January 2019 onwards, Goldman expects new purchases to end and reinvestments of the Italian government bond portfolio to average EUR3-3.5bn/month in 2019 (Exhibit 2).“ – bto: Immerhin gibt es noch Reinvestments. Aber auch so ist klar, dass die EZB eigentlich nicht aufhören dürfte.

Quelle: Goldman Sachs, Zero Hedge

  • „Over the past few years, ECB buying of medium-/long-term debt has allowed the Italian Treasury to increase the average life of government debt by approximately 0.5 years and to bring it back to levels seen before the global financial crisis. Despite an increased reliance on long term debt, the Italian Treasury has to roll over approximately EUR400bn in securities per year (including short-term securities). With ECB demand diminishing, the increase in supply to the private sector will likely represent an additional headwind to BTPs.“ – bto: Nur was werden die anderen Euro-Länder sagen bzw. machen? Sie werden alles tun, um eine Krise zu verhindern.

Quelle: Goldman Sachs, Zero Hedge

  • „Third, heightened market volatility in recent months may have had lasting effects on BTP liquidity and market depth. In Exhibit 4, Goldman shows the average daily volumes of Italian government securities on cash secondary markets (M.T.S.) during April, May and June 2018. The volumes of BTPs exchanged in June, following the selloff of Italian bonds initiated at the end of May, have been almost one-third of those observed in April and May.“ – bto: Wobei man auch sagen könnte, es gibt jetzt treuere Gläubiger, die weniger handeln. Also doch keine Panik?

Quelle: Goldman Sachs, Zero Hedge

  • „In light of these three factors: rising government debt, fading ECB support, and diminished market liquidity, in the short term Goldman expects the volatility of Italian government bonds to remain elevated: While the broader market seems to have partly moved on from Italy’s risk and international financial spillovers have been relatively muted thus far, we believe the current situation is an unstable equilibrium.“ – bto: was dann doch für eine deutlichere Marktreaktion spricht.
  • „(…) a move through 300bp in spreads is possible and, if sustained, would likely require a policy change at the national or European level.“ – bto: Das meint Goldman zurecht. Ich tippe auf einen typischen faulen Kompromiss in Brüssel. Schließlich sind nächstes Jahr Europawahlen!

zerohedge.com: „Three Reasons Why Goldman Expects Italian Bond Turmoil To Get Even Worse“, 2. Oktober 2018

13 Kommentare
  1. Wolfgang Selig sagte:

    GS: „a move through 300bp in spreads is possible“

    Dazu habe ich eine Verständnisfrage in die Runde. Nach meinem heutigen Chart bin ich Stand heute Nachmittag schon bei 314 bp gegenüber deutschen 10jährigen. Mehr als 300 bp wären doch noch kein Unglück für die Italiener, oder? Okay, wenn es 600 oder 700 bp wären, wäre mir die Sache klar. Verstehe ich nicht.

    bto: „Nur was werden die anderen Euro-Länder sagen bzw. machen? Sie werden alles tun, um eine Krise zu verhindern.“

    Müssen sie das wirklich? Reicht nicht ein Anruf bei der EZB aus, dass Anleihekaufprogramm wiederzubeleben? Ich denke, das wird erneut die einfachste Lösung werden. „Whatever it takes“ gilt ja nach wie vor. Bisher ist ja sogar der EZB-Chef derselbe. Schwieriger wird die Argumentationslinie, aber das bekommen die bestimmt auch hin…

    Antworten
    • Susanne sagte:

      @ Wolfgang Selig
      Die 300 bp scheinen eine psychologisch bedeutende Schwelle zu sein. Das stand gestern im HB:
      Ein Indikator dafür, wie niedrig das Vertrauen in Italien an den Märkten ist, ist der Risikoaufschlag für italienische Staatsanleihen. Er misst die Differenz der Rendite italienischer Staatsanleihen im Vergleich zu deutschen Bundesanleihen mit gleicher Laufzeit. Der Aufschlag – auch „Spread“ genannt – überstieg am Montagmorgen die psychologisch wichtige Schwelle von 300 Basispunkten.
      Die Rendite der zehnjährigen italienischen Titel kletterte zu Wochenbeginn auf bis zu 3,5 Prozent – den höchsten Stand seit viereinhalb Jahren. Und auch die Rendite der zweijährigen Titel stieg an: auf 1,5 Prozent.
      Wenn der Risikoaufschlag zwischen deutschen und italienischen Anleihen weiter ansteige, könnten die italienischen Banken gezwungen sein, Kapitalerhöhungen in Angriff zu nehmen, meinen Analysten von Credit Suisse. „Ein Spread über 400 Basispunkten ist nicht tragbar.“ 2011, als Italien am Rand des Staatsbankrotts stand, betrug der Risikoaufschlag 500 Basispunkte.

      Antworten
    • Dietmar Tischer sagte:

      @ Wolfgang Selig

      >„Whatever it takes“ gilt ja nach wie vor.>

      Das glaube ich auch.

      Allerdings gilt es nicht PROPHYLAKTISCH, sondern erst wenn das im Brunnen liegende Kind zu ertrinken droht (Panik an den Märkten, wie 2012).

      Die Argumentationslinie ist in einer SOLCHEN Situation vielleicht noch nicht einmal der schwierigste Akt.

      Gegen eine Systemrettung ist nicht viel zu sagen, obwohl sie natürlich politisch instrumentalisiert werden würde.

      VIEL schwieriger würde es sein, die geldpolitische Rettungslösung über Monate und vielleicht Jahre durchzuhalten.

      Deshalb, so glaube ich – wie am anderen Thread diskutiert anhand der Mail von B. Lucke –, bastelt man an Mechanismen, bei denen erst einmal die STAATEN der Eurozone die Rettung über eine verschleierte Schuldenvergemeinschaftung, etwa mit SBBS übernehmen.

      Das ist gegenüber den Rettungsaktionen der EZB die sauberere, wenn auch nach Maastricht m. A. n. eine den Vertrag brechende Lösung, weil die Eurozone ein POLITISCHES Projekt ist und es daher die Staaten sein müssen, sie zu erhalten oder scheitern zu lassen.

      Die EZB hat dieses Mandat NICHT.

      Sie hat für einen einwandfrei funktionierenden GELDpolitischen Transmissionsriemen zu sorgen, aber nicht die Existenz der Eurozone zu garantieren.

      Wenn sie für einen solchen Transmissionsriemen sorgt, sichert sie jedoch GLEICHZEITIG die Existenz der Eurozone mit.

      Das ist ein Legitimationsproblem, das wie dargelegt nur politisch, etwa durch Eurobonds vermieden werden kann.

      Antworten
    • troodon sagte:

      Für die italienischen Banken gilt, so jedenfalls Fidentiis Equities, dass der Spread zu Bunds noch deutlich steigen könnte, bevor neuer Eigenkapitalbedarf bei den Banken entstünde. Vom jetzigen Niveau noch min. 2,5% mehr Spread BTP zu Bunds , dann wären Banca Carige SpA , Unione di Banche Italiane SpA und Banca Monte dei Paschi wohl die Ersten mit Kapitalbedarf. Da haben m.E. die Börsen mit 30% Kursverlust bei den italienischen Banken schon recht heftig reagiert/überreagiert.
      https://www.bloomberg.com/news/articles/2018-10-09/italian-yields-would-need-to-rise-much-further-to-trouble-banks

      Antworten
      • Dietmar Tischer sagte:

        @ troodon

        >Da haben m.E. die Börsen mit 30% Kursverlust bei den italienischen Banken schon recht heftig reagiert/überreagiert.>

        Das kann man so sehen.

        Aber m. A. n. auch so:

        Die italienische Regierung ist nicht einschätzbar und daher will man auf der sicheren Seite sein, wenn sie ernst macht.

        Verbal hält sie sich jedenfalls nicht gerade zurück.

      • troodon sagte:

        @ DT
        „daher will man auf der sicheren Seite sein, wenn sie ernst macht.“

        Absolut richtig und nachvollziehbar.

        Würde man aber den Abwärtstrend der Bankaktien im Verhältnis zum Renditeanstieg fortschreiben, käme man bei einem weiteren Zins- bzw. Spreadanstieg von 2,5% auf über 80% Kursverlust beim Bankenindex seit April. Und dies obwohl dann „nur“ drei größere Banken evtl. Kapitalbedarf hätten. Denn Kapitalbedarf wäre nun einmal nicht gleichzusetzen mit Bankabwicklung. Und lt. dem verlinkten Art sind andere Banken deutlich weniger anfällig bei einer weiteren Spreadausweitung. Da sind dann für mich über 30% Kursverlust beim Bankenindex seit dem April-Zwischenhoch bis jetzt schon eine Hausnummer .

        Aber Bankaktien sind generell für mich kein Investment , allenfalls wären sie eine Spekulation bei gutem Timing wert. Beobachten.

  2. Dietmar Tischer sagte:

    Ich glaube, dass alle entscheidenden Akteure (Märkte, Brüssel, italienische und andere Regierungen, EZB, Fed etc.) die Variablen und die sich daraus ergebenden Szenarien auf dem Schirm haben.

    Was tun?

    M. A. n. werden Brüssel und die italienische Regierung miteinander ringen, die offiziellen Zahlen des Budgets für 2019 einigermaßen erträglich erscheinen zu lassen. Die italienische Regierung wird wohl ein Stück weit einlenken, dafür aber Gegenleistungen fordern und sie auch erhalten.

    Ich kann mir vorstellen, dass Transfers aufgestockt werden, die der Öffentlichkeit als Investitionen verkauft werden.

    Soweit so schlecht – der übliche Mechanismus, Probleme zu „lösen“.

    Es bleibt abzuwarten, wie die Märkte damit umgehen.

    Das Spiel könnte akzeptiert werden, wenn nicht andere Krisenherde wieder aufflackern, etwas die griechischen Banken, die in der Bredouille zu sein scheinen.

    Die perspektivisch interessante Frage ist aus meiner Sicht:

    Wie reagiert die italienische BEVÖLKERUNG auf das Budget, wenn – vermutlich – die grandiosen Wahlversprechen nicht gehalten werden?

    Ich glaube, dass in Italien politische INSTABILITÄT derart vorprogrammiert ist, dass das konfliktbelastete Land mehr und mehr zu NATIONALISTISCHEN Lösungsversuchen tendiert, die immer WENIGER im Kontext von EU und Eurozone zu realisieren sind.

    Wenn so, wo endet das?

    Antworten
    • Wolfgang Selig sagte:

      @DT: Tja, wo endet das?

      In einer Parallelwährung mit Regierungsgutschriften, bei der die Inflationierung leichter möglich ist als mit dem Euro, sagen viele. Ich behaupte: nur wenn die Targetsalden an ihrem Ende angelangt sind. Und dann erfolgt irgendwann nur noch der formale Austritt aus dem Euro und der Nichtausgleich von Target2-Salden, wenn die Parallelwährung (die natürlich nicht Lira heißen darf), etabliert ist. Und bevor jemand hier meckert: Ja, vielleicht erfolgt der Ausgleich der Targetsalden danach gestaffelt formal schon vollständig, aber die Werthaltigkeit der Rückzahlungsbeträge angesichts der Preisentwicklung darf wohl angezweifelt werden. 1.000 unverzinst zurückgezahlte € in 2068 haben nicht die gleiche Kaufkraft wie heute. Das wird wohl das gleiche wie mit der angeblich lukrativen Griechenlandrettung.

      Nur ein Einwand: richtig politisch instabil war Italien seit dem Abtritt von Mussolini nicht mehr. Wechselnde Regierungen sind ein Hort der Beständigkeit in einem Land, in dem der Normalbürger der Regierung nicht über den Weg traut, zumindest im südlichen Teil. Es regt sich dort einfach keiner so auf über politische Turbulenzen wie bei uns. Dafür sind die privaten Vermögen pro Kopf höher (wenn auch nicht zwingend versteuert…^^). Ich mache mir um Italien überhaupt keine Sorgen, sofern sie nicht in kriegerische Handlungen mit Nordafrika verwickelt werden.

      Antworten
      • Dietmar Tischer sagte:

        @ Wolfgang Selig

        Sie sind deutlich optimistischer als ich.

        Ich sehe zwar auch keinen neuen Mussolini in Italien, aber der letzte Regierungswechsel war ein definitiv anderer als alle zuvor.

        Die Wechsel der Vergangenheit von Mitte zu Links und zurück sind nicht mehr realistisch, weil Mitte und Links offensichtlich keine Optionen mehr sind für die italienischen Wähler.

        Ich sehe eher einen Trend von Rechts zu Rechtsextrem.

        Und, bemerkenswert in diesem Zusammenhang:

        Die Versprechen der Bevölkerung gegenüber werden immer wahnwitziger.

        Ich meine daher schon, dass man sich um Italien Sorgen machen muss.

      • SB sagte:

        @Dietmar Tischer:

        „Die Versprechen der Bevölkerung gegenüber werden immer wahnwitziger.“

        Wahnwitzigerer als die Versprechen der Linken und Linksextremen in D (also aber CDU nach links) auf „universelle Gerechtigkeit und Teilhabe“ von allem und jedem, kann es gar nicht werden. Der große Unterschied ist, dass die Regierung in IT der eigenen Bevölkerung wahnwitzige Vorteile zu Lasten anderer verspricht (= nicht universell) und die Linksgrünen in D der ganzen Welt Vorteile zu Lasten der eigenen Bevölkerung (= universell).
        Die wahnwitzige deutsche Lösung wird hier von Herrn Tichy glasklar beschrieben: https://www.tichyseinblick.de/tichys-einblick/ein-gruener-ministerpraesident-in-bayern-warum-afd-und-gruene-wachsen/

        Ganz ehrlich, dann nehme ich doch lieber die italienische Lösung.

      • Dietmar Tischer sagte:

        @ SB

        >Der große Unterschied ist, dass die Regierung in IT der eigenen Bevölkerung wahnwitzige Vorteile zu Lasten anderer verspricht (= nicht universell) und die Linksgrünen in D der ganzen Welt Vorteile zu Lasten der eigenen Bevölkerung (= universell).

        Das ist sozusagen der Unterschied der Adressierung.

        Die damit verbundene Verblendung, dass die Welt am deutschen Wesen genesen werde, ist auf einzigartige Weise überheblich.

        Ich bin überzeugt davon, dass wir uns daran überheben werden.

        Es gibt noch einen anderen Aspekt, glaube ich:

        Die Linksgrünen verstehen sich nicht nur als Avantgarde, sie sind es auch.

        Denn zu viele in der Bevölkerung halten sie als Vorreiter, denen man folgen müsse.

        Darauf hat die Merkel-Regierung gebaut.

        Bis jetzt hat das funktioniert.

        INSOWEIT:

        Nichts falsch gemacht, eine stabile Gesellschaft.

        Aber keine zukunftsfähige.

      • SB sagte:

        @Dietmar Tischer:

        „Die Linksgrünen verstehen sich nicht nur als Avantgarde, sie sind es auch.“

        Da haben Sie wohl nicht Unrecht. Allerdings sind die nicht mehr so neu in der Politiklandschaft, wie die AfD, ihr Gegenpol, die auch stark aufstrebend sind. Ist die AfD dann nur deshalb keine Avantgard, weil sie den gegenteiligen Ansatz von „universell“ anstrebt?

        „Nichts falsch gemacht, eine stabile Gesellschaft.“

        Dem Befund würde ich nicht mehr zustimmen wollen. Die Diskussion von der Spaltung der Gesellschaft (durch Merkel und linksgrüne Konsorten) ist kein Hirngespinst.

        „Aber keine zukunftsfähige.“

        Keine Frage. Das liegt schlicht daran, dass es die Mehrheit dieser Gesellschaft schick findet, sich selbst auszulöschen und dafür anderen Platz zu machen, die sie zu diesem Zweck sogar noch vollalimentieren (anstatt sich um eigenen Nachwuchs zu kümmern). Das hat schon nichts mehr mit spätrömischer Dekadenz zu tun, sondern es ist schlicht geisteskrank, oder politisch ausgedrückt: linksgrüne Ideologie.

  3. Dietmar Tischer sagte:

    Italien und die EZB:

    https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2018/10/12/ezb-will-italiens-banken-bei-krise-nicht-retten/?nlid=6c6068c488&utm_source=Das+DWN+Telegramm+f%C3%BCr+Abonnenten&utm_campaign=427021d18c-RSS_EMAIL_CAMPAIGN&utm_medium=email&utm_term=0_e60fb08c41-427021d18c-107420985

    Ich zitiere daraus:

    >Die Europäische Zentralbank (EZB) wird Insidern zufolge Italien ohne ein Rettungsprogramm der EU nicht zur Seite springen, sollte das Land oder seine Banken in finanzielle Turbulenzen geraten. Italien solle nicht auf die Notenbank zählen, wenn es darum gehe, Investoren zu beruhigen oder den Geldhäusern unter die Arme zu greifen, sagten mehrere Euro-Wächter der Nachrichtenagentur Reuters am Rande des Jahrestreffens von Internationalem Währungsfonds und Weltbank auf der indonesischen Insel Bali… Ansonsten würde die Glaubwürdigkeit der EZB irreparabel beschädigt und der Rückhalt für die Währungsunion in Ländern wie Deutschland schwinden.

    Die EU-Regeln verbieten es der EZB, einem Land zur Hilfe zu kommen, es sei denn, dieses hat einem Rettungsprogramm der EU-Partner zugestimmt. Dann könnten die Euro-Wächter beispielsweise italienische Staatsanleihen aufkaufen, um einen Renditeanstieg einzudämmen. Das sieht ein 2012 beschlossenes geldpolitisches Notfallwerkzeug – „OMT“ genannt – vor. Dieses kam allerdings bislang noch nie zum Einsatz.

    Sie („Insider der EZB) warnten außerdem davor, dass der neuralgische Punkt womöglich bei den italienischen Banken liegen könnte. Diese hatten zuletzt Staatsanleihen ihres Heimatlandes im Volumen von 375 Milliarden Euro in ihren Bilanzen. Die Institute setzen diese unter anderem im Rahmen der üblichen Geldversorgung über die EZB als Sicherheiten ein. Doch sollte Italien bei den Ratingagenturen für seine Wirtschaftspolitik abgestraft werden und die sogenannte Investment-Grade-Einstufung einbüßen, könnten diese Papiere nicht mehr als Pfänder zur Geldversorgung über die Euro-Notenbank genutzt werden…

    Analysten rechnen momentan damit, dass Italiens Ratings gesenkt werden.

    So sieht’s aus.

    Egal, wie der Knoten zerschlagen wird, es wird VERLIERER geben derart, dass das zukünftige Rettungspotenzial SCHWÄCHER wird.

    Antworten

Ihr Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlassen Sie einen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.