EZB: Komplizin auf dem Weg in die Schulden­union

Letzten Sonntag habe ich mich intensiv mit dem Wiederaufbaufonds beschäftigt: der Blankoscheck für eine Schulden- und Transferunion, die den Euro nicht wirklich rettet, uns aber belastet, um nicht zu sagen überlastet.

Es ist immer das Ziel der anderen Staaten gewesen, über eine Schulden- und Transferunion Zugriff auf die deutsche Finanzkraft zu bekommen. Wie das Spiel dabei abläuft, haben wir gesehen: Bei jeder Krise verschiebt sich die Last zu uns und die EZB schafft derweil Tatsachen, wie die NZZ zusammenfasst:

  • “Seit Jahren schirmt die Notenbank die Mitgliedstaaten der Währungsunion von ‘gerechten’ Zinssätzen ab, nämlich jenen Sätzen, die quasi per Schwarmintelligenz an den Finanzmärkten ermittelt werden. Seit dem Beginn des Pandemie-Notfallkaufprogramms (PEPP) über bis zu 1850 Mrd. € entsprechen die Netto-Anleihekäufe der EZB (Bruttokäufe minus Tilgungen) den Netto-Anleiheemissionen der Euro-Staaten. (…) Die EZB finanziert faktisch die gesamten Haushaltsdefizite der Mitgliedstaaten.” – bto: Dumm ist, wer den Staat mit Steuern und Abgaben finanziert.

Budgetrestriktionen durch die Finanzmärkte

  • “Politiker versprechen Bürgern gerne eine Vielzahl von segensreichen Leistungen, um die nächste Wahl zu gewinnen. Allerdings müssen die Wohltaten früher oder später bezahlt werden. Da Steuererhöhungen bei den Bürgern unbeliebt sind, suchen Regierungen Kreditgeber. Diese finden sie auf dem Markt für Staatsanleihen. Die Preise für die Kredite bilden sich aufgrund von diversen Faktoren, etwa Angebot und Nachfrage, der Kreditwürdigkeit, den Erfahrungen der Kreditgeber mit dem Land, der Höhe der Wirtschaftskraft, der Inflation und vielem mehr.” – bto: In der Theorie steigt der Zins mit dem wahrgenommenen Kreditrisiko.
  • “In der Euro-Zone ist die EZB (…) zum mit Abstand grössten Gläubiger der Euro-Länder geworden. Sie kauft bei mancher Emission oder manchem Emittenten rund einen Drittel der verfügbaren Papiere – und hält auf diese Weise die Zinsen für die Staatsanleihen künstlich tief. Das führt dazu, dass zehnjährige Anleihen von Ländern wie Italien oder Griechenland, die nicht den Ruf eines stabilen Schuldners haben, derzeit eine Rendite von nur noch knapp 1% abwerfen. Portugiesische Anleihen rentieren sogar nur mit 0,5%. Die USA, einer der glaubwürdigsten Schuldner, müssen derweil 1,6% Zinsen zahlen.” – bto: womit klar ist, dass es in der Eurozone keine marktgerechte Bepreisung von Risiken gibt.
  • “Steigen die Renditen für (gewisse) Staatsanleihen gegen den Wunsch der EZB, etwa weil Marktteilnehmer höhere Risiken orten, wertet die EZB dies als Störung des geldpolitischen Transmissionsmechanismus, was mit allen Mitteln bekämpft werden muss. Dieses Totschlagargument wird zum Schutzschirm für die Finanzminister aller Euro-Länder gegen steigende Renditen an den Staatsanleihemärkten. Es erlöst sie vom disziplinierenden Druck der Märkte, eine massvolle Finanzpolitik zu betreiben.” – bto: und nicht nur das. Wer in diesem Umfeld spart, ist der Dumme und der große Verlierer.
  • “Selbst der bis Mitte 2019 amtierende EZB-Chefökonom Peter Praet hält es inzwischen für gefährlich, wie er im Januar in einem Interview sagte, wenn ein Land wie Italien Kredite der EU ausschlage, da es sich mithilfe der EZB zu sehr niedrigen Zinsen allein am Kapitalmarkt refinanzieren könne. «Auch du, Brutus?», mag sich da mancher EZB-Vertreter fragen, da Praet während seiner achtjährigen Amtszeit ein strammer Verfechter einer ultralockeren Geldpolitik war.” – bto: Für die Geschichtsbücher hat er sich so auf das rettende Ufer begeben und kann sagen, er hätte vor den Risiken gewarnt. Super.
  • “(…) die Mehrheit der Bürger im Euro-Raum (ist) misstrauisch gegenüber der EZB, wie die regelmässige Umfrage ‘Eurobarometer’ der EU-Kommission zeigt. Das Nettovertrauen in die EZB liegt seit fast zehn Jahren unter null, obwohl das Nettovertrauen in den Euro selbst hoch ist und seit dem Jahr 2015 sogar nochmals zulegte.” – bto: Es hat keines Beweises für die Ahnungslosigkeit der Bürger gebraucht, denn es ist schizophren.
  • “Monetäre Staatsfinanzierung ist laut den Verträgen über die Arbeitsweise der Europäischen Union (§ 123) verboten. Über die Frage, ob gegen dieses Verbot – faktisch oder zumindest dem Geiste nach – verstossen wird, wenn die Zentralbank mit ihrer Geldschöpfung die gesamte Neuverschuldung der Euro-Länder finanziert, müssen Juristen urteilen.” – bto: Und wir wissen, dass diese es nicht beanstanden werden.
  • “Die EZB hat in den vergangenen Jahren der Prosperität dazu beigetragen, dass hochverschuldete Länder sich selbst in guten Zeiten nie ernsthaft mit einer Reduktion ihrer Verbindlichkeiten beschäftigen mussten. Das wäre jedoch wichtig gewesen, um sich für künftige Unwägbarkeiten zu rüsten und auch ohne Hilfe der Notenbanken am Finanzmarkt gute Konditionen zur Refinanzierung erzielen zu können.” – bto: Italien hat es durchaus probiert. Es lag an dem zu tiefen Wachstum, dass das nicht funktioniert hat.
  • “Das gilt umso mehr, als mit steigenden Schuldenständen der Druck auf die EZB immer grösser wird, für die betreffenden Länder den Schutzschirm vor marktgerechten Zinsen aufrechtzuerhalten. (…) Diese Politik dürfte so lange weitergehen, bis die Schuldenbombe irgendwann mit unabsehbaren Konsequenzen platzen wird.” – bto: Und das kann nur mit erheblichen Vermögensverlusten für alle verbunden sein. Umso wichtiger, dass Deutschland sich auf die Dekade der Vermögensvernichtung vorbereitet!

nzz.ch: „Die EZB manövriert die Währungsunion in eine Schuldenunion“, 16. Mai 2021

Kommentare (41) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
    • Thomas M.
      Thomas M. sagte:

      Na ja… Alles relativ, 0,5 Prozentpunkte bei 1% Zins wäre eine Halbierung…

      Außerdem sind das nur grobe Schätzungen abgeleitet aus kurzfristigen Effekten. Wenn ohne QE der Finanzmarkt instabil geworden wäre und die Märkte Vertrauen verloren hätten und kaum noch Anleihen “mancher Emittenten” gekauft hätten, wäre der Zinssatz vielleicht auch +8 %-Punkte. Wer weiß das schon. Ist halt kein kontrolliertes Experiment.

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      • Stoertebekker
        Stoertebekker sagte:

        @Thomas M.

        Da kommen wir nicht zueinander. Für mich zählt nur, ob das Vorhergesagte eintritt. Wenn ja – fein. Wenn nicht – Maßnahme ist nicht geeignet. Messung in der Realität.

        Die deutschen Titel sind ab 2007 ohne QE von ca. 4% bis auf ~1% zu Beginn von QE gefallen. Da ist 0,5% halt dünn – insbesondere bei den eingesetzten irren Geldmengen. (Griechenland von >30% Dez 11 bis ~10% Dez 14 – alles ohne QE)

        Und die EZB ist ja nicht allein.

        Neuseeland hatten wir schon – Wirkung auch ca. 0,5% von 1% kommend.

        Und USA: gar kein Effekt.
        (Die haben das mittlerweile offenbar verstanden und kaufen die Staatsanleihen nicht mehr, weil dadurch bestes Collateral aus dem Markt genommen wird. Und im erwähnten Paper wird ja auch ziemlich kritisch damit umgegangen.)

      • Thomas M.
        Thomas M. sagte:

        @Stoertebekker: Aber dass eine Halbierung ein ordentlicher Effekt ist, da sind wir uns doch einig oder? Bei Anleihen ist ein Änderung vom Yield (durch Kursänderung) von 8% zu 4% vergleichbar zu der von 1% zu 0,5% oder von 0,2% zu 0,1%. Anders formuliert: Wenn man den Yield von 1% auf 0,5% bei bestehenden Anleihen senken wollte durch Kauf, müsste der Kurs sich dafür verdoppeln – genau wie bei Senkung des Yield von 8% zu 4%. Daher sind die scheinbaren “nur” 0,5%-Punkte bei 1%-Ausgangsniveau sehr viel.

        QE kann ja durchaus unterschiedliche Funktionen erfüllen: Stabilisierung Finanzmarkt / Banken, wenn Private nicht kaufen, aber eben auch verdeckte Staatsfinanzierung in einem Konstrukt wie der EU, wenn “asymmetrisch” gekauft wird. Liest sich dann so:

        https://www.reuters.com/article/uk-ecb-qe-italy-idUKKBN2391Z7

      • Stoertebekker
        Stoertebekker sagte:

        @Thomas M.

        Ja, eine Halbierung ist ein ordentlicher Effekt – das ist eine relative Perspektive.

        Allerdings sind Zinskosten für den Kreditnehmer nicht relativ, sondern absolut zu sehen. Und wenn der Markt von 4% auf 1% allein runterregelt, um dann mit gigantischem Aufwand vielleicht nochmal 0,5% extra zu bekommen, sollte man sich schon Fragen ob der Wirksamkeit stellen.

        Dass es andere Wirkungen gibt, ist völlig richtig. Ich hatte mich aber nur auf den Zinseffekt bezogen, der im Artikel genannt wird (Kauf Staatsanleihen hält Zinsen niedrig).

        Bei J Snider ist in einer der letzten Folgen am Beispiel JP Morgan gezeigt, dass der ENTZUG von 1A-Collateral (Treasuries) durch die Notenbank dazu führt, dass der Interbankenmarkt deutlich schwieriger und das System INSTABILER wird. Irrsinn.

  1. Bakwahn
    Bakwahn sagte:

    „Diese Politik dürfte so lange weitergehen, bis die Schuldenbombe irgendwann mit unabsehbaren Konsequenzen platzen wird.”

    Da ist sie wieder. Die Katastrophenmetaphorik, Die Schuldenbombe platzt mal wieder. Wie oft habe ich das in den letzten ca. 12 Jahren gehört und gelesen. Nicht nur von „Spinnern“ und von solchen, die von VWL, Geld und Finanzen kaum eine tiefere Ahnung haben, sondern auch von renommierten Fachleuten, Wirtschaftsjournalisten.

    Dieser Ausruf ist die Entäußerung eines gequälten Geistes und seiner Ratlosigkeit, der an seiner Wissenschaft – der VWL, der Ökonomie und ihrer Theoreme – verzweifelt und den Glauben an ihre prognostischen Fähigkeiten allmählich verliert.

    Die Fachwelt und hier Stelter und seine Kommentatoren warten auf den großen Crash, das „Vor-die-Wand-fahren“, die Implosion, die Explosion, das Kollabieren, den Zusammenbruch, das Platzen der Bombe usw.
    Nichts Wesentliches wird passieren; kein Euro-Staat wird pleitegehen. Keine größere, wichtige Bank wird Bankrott machen und dann andere mit in den Orkus nehmen. Es wird weiterhin Rettungsmaßnahmen, Schirme, Sondertöpfe geben, großzügige Refinanzierungsprogramme geben, die einen Kollaps verhindern. Siehe die 750 Milliarden für den Coronawiederaufbaufond.

    Es wird – in Nachcoronazeiten – auch nicht zu einem dramatischen Konjunktureinbruch kommen, ähnlich wie der von 1929. Die aktuelle und jede zukünftige Politiker- und EZB Managergeneration wird es genau so machen wie ihre Vorgänger:
    Das Durchwursteln mit Nullzins-und Negativzinspolitik, mit Geldschöpfungen ex nihilo in – wenn es sein muß, in Billionenhöhe – mit Staats-, Banken- und Zombiefirmenfinanzierung wird munter weitergehen.

    Die sich aufhäufenden Probleme werden sich anders entladen als in Crashs oder Zusammenbrüchen, also in plötzlichen Entladungen mit negativen Folgen. Die Folgen werden schleichend daherkommen:
    Deutschland wird in ein kaum merkliches wirtschaftliches Siechtum übergehen; es wird ein langsamer aber stetiger Abstieg, ein allmählicher Verlust der Leistungs-, Wettbewerbs-, Innovationsfähigkeit einsetzen; steigende Arbeitslosigkeit gepaart mit innergesellschaftlichen Sicherheits- und Vertrauensverlusten und damit steigenden Reibungsverlusten.
    Mittellohnland ist mein Stichwort, das ich schon einmal in die Debatte geworfen habe.
    Verstärkt wird dieser allmähliche Abstieg auch durch – nur Stichworte:
    die demographische Entwicklung und Situation
    die falsche Einwanderungspolitik
    Die Absenkung des Bildungs- und Ausbildungsniveaus
    und einige weitere Faktoren.

    Live aus Buxtetown am Esteriver – 26.5. 2021 – 21:20 Uhr Ortszeit
    Felix Haller – nicht erst seit 2013 alternativ

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    • Bakwahn
      Bakwahn sagte:

      Zusatz – Hinweis:

      Wir sind eigentlich schon mitten drin im wirtschaftlichen Abstieg.Scholz, der Olaf, sprach von 10 Millionen Geringverdienern(!!!), denen er einen höheren Mindestlohn versprach. 12,50 Euro oder so.
      10 Millionen Billiglöhner!!! Von denen kommen kaum irgendwelche Steuern oder größere Sozialabgaben. Das ist kein „Mittellohn“, das ist Billiglohnland.

      Antworten
      • Alexander
        Alexander sagte:

        @bakwahn

        Katastrophenmetaphorik gehört zum Werkzeug jener schreibenden Handwerker, die ihr Geld durch Verkäufe sichern müssen weil sie noch kein Recht auf Altersbezüge erwirkt haben.

        Echte “mengina” Hysteriker erweitern schon länger ihr Geschäftsmodell von Schriftwerk auf Seminare, Bitcoin und Edelmetallwerbung.

        Die Schuldenbombe meint den “margin call”, der durch die Geldschwemme erfleht wird. Solche Markteinbrüche wie zuletzt bei bitcoin begrüße ich daher, weil sie dem Spiel mehr Zeit verschaffen durch Vernichtung von Spielkapital.

        An dem Rohstoffmärkten bemerken marktnahe gewissen Stress, solange die ZB Interventionen verschiedene Nachfragen explodieren lassen, ohne dass klare Gründe ersichtlich wären….vgl. US Immobilienboom inmitten der tödlichsten Pandemie…

        Schon länger erwarte ich das Ende der Vermögenssteigerungen, wenn die Preise endlich wieder den Zusammenhang mit der Kaufkraft der Niedriglöhner suchen. Auch hier zuletzt unvermutete Lohnsteigerungen für die prekärsten.

        Dieses Bild von Wilhelm Busch gefällt mir zur Lage:

        Es sitzt ein Vogel auf dem Leim,
        er flattert sehr und kann nicht heim.
        Ein schwarzer Kater schleicht herzu,
        die Krallen scharf, die Augen gluh.
        Am Baum hinauf und immer höher
        kommt er dem armen Vogel näher.

        Der Vogel denkt: Weil daß so ist
        und weil mich doch der Kater frißt,
        so will ich keine Zeit verlieren,
        will noch ein wenig quinquillieren
        und lustig pfeifen wie zuvor.
        Der Vogel, scheint mir, hat Humor.

      • foxxly
        foxxly sagte:

        @ bakwahn 21:19…27

        ich denke, dass es schon ein unterschied ist, als zu zeiten wie 2012, als viele (ich auch) gedacht haten, es geht sehr bald den bach hinunter.

        wir hatten alle unterschätzt, dass es noch viele schubladen / möglichkeiten zur stützung gab: zb. weitere zinssenkung bis zu miuszinsen;- globalisierung war noch nicht ausgreizt;- weitere gesetzesbrüche zur finanzierung der EU und des staates;- vorallem die inflationsrate war sogar weiter am sinken.

        nun, aber fehlen viele hebeln und die weitere hebelbewegungen sind begrenzter.
        die globalisierung ist rückläufig; – die zinsen sind am steigen; -die gewinnerzielung ist bei vielen firmen eher rückläufig; – die marktmacht erdrückt den klein- und mittelstand.
        die inflationsrate ist am steigen.

        aktuell ist die lage zunehmend angespannt und es genügen wenig weitere verwerfungen und der laden fällt zusammen.
        jüngstes beispiel sind die lieferketten bzw der versorgungsenpass; – wer hätte dies gedacht?

        natürlich kann die trickserei der handler/lenker noch einige zeit weitergehen.
        eine umkehrung gibt es nicht, aber solange die inflation 6-8% nicht übersteigt, -dann kann es noch wenige jahre so weitergehen.

        prisannter wird die lage durch die politischen spannungen, welche teilweise aus der wirtschaftlichen verschlechterung resultiert.
        hier können wir in wenigen tagen bzw vielleicht wochen in einem totalen desaster stecken; – aber auch noch wenige jahre noch halten.

      • Joerg
        Joerg sagte:

        @Bakwahn
        etwas alarmistisch? Wie waere es mit ZDF? (bzw einmal www-Recherche vor dem Absetzen der Posts?)

        dia-vorsorge.de/arbeitswelt/wer-gilt-als-geringverdiener/
        “Als Geringverdiener gelten dabei Arbeitnehmer, die als sozialversicherungspflichtige Vollzeitbeschäftigte weniger als zwei Drittel des Mediangehalts aller Vollzeitbeschäftigten in Deutschland verdienen”
        “Geringverdiener sind alle bis 2.203 Euro brutto pro Monat [Brutto-Stundenlohngrenze 2.203€/164h=13,43€/h]”
        “In Deutschland trifft das derzeit auf rund 4,1 Millionen Menschen in Vollzeitberufen zu. Das entspricht gut einem Fünftel aller Vollzeitbeschäftigten der Bundesrepublik”

        Nix 10 Mio (dem Olaf genauuuu auf die Finger schauen! Da sind alle Teilzeitjobs mitgezaehlt worden?!)

        Nach der DIA-Zaehlweise/Definition werden uebrigens auch Leute zwischen Stundenlohn 12,5-13,43€/h schon als Geringverdiener gezaehlt.
        Zeigt, wie besonders diese Definitionen mit “weniger als zwei Drittel des Mediangehalts” sind. Beliebig instrumentalisierbar …

        Wenn alle reich waeren (genug Essen/Trinken/Kleidung/Wohnung/Lambo), waeren aber trotzdem immer die mit “relativ weniger zum 2/3Median” bedauernswert?
        Was fuer eine Logik???

        LG Joerg

    • Dietmar Tischer
      Dietmar Tischer sagte:

      @ Bakwahn

      >Die Folgen werden schleichend daherkommen: …>

      JA – erst einmal.

      Oder auch ein wenig schneller als schleichend, wenn man mit der Energiewende AUCH umfangreichen VERZICHT durchsetzen will.

      Wie auch immer, das läuft nicht auf einer schönen Kurve asymptotisch gegen NULL.

      Irgendwann „knallt“ es – gesellschaftlich und politisch.

      Dieses „An-die-Wand-fahren“ fehlt bei Ihnen.

      Es ist UNVERKENNBAR schon in fortschreitendem Aufbau.

      Antworten
      • Bakwahn
        Bakwahn sagte:

        @ Tischer

        „Irgendwann „knallt“ es – gesellschaftlich und politisch.
        Dieses „An-die-Wand-fahren“ fehlt bei Ihnen.
        Es ist UNVERKENNBAR schon in fortschreitendem Aufbau.“

        Vielleicht mag es so sein, wie Sie es andeuten.
        Aber wenn ich mir die jüngsten Wahlergebnisse anschaue, dann kann ich nicht erkennen, daß sich in der Gesellschaft etwas „aufstaut“ oder „zusammenbraut“.
        Wie kann es möglich sein, daß dieser grüne Politkasper in BW die Landtagswahl gewinnt?
        Ein Land, daß seit Jahrzehnten seine wirtschaftliche Wohlfahrt dem Fahrzeugbau zu verdanken hat?
        Meine AfD hat in den westlichen Bundesländern überall z.T. kräftig verloren.
        So daß politische Kommentatoren sagen können, die AfD habe ihre beste Zeit hinter sich, sie habe ihren Zenit überschritten und falle bald aus den westlichen Landtagen wieder heraus.

        Ich meine vernehmen zu können, daß uns die Mainstreammedien auf ein langsames Ärmerwerden vorbereiten. Es gibt etliche Anzeichen und Indizien.
        Ein Beispiel:
        Ein Fernsehkommissar mittleren Alters – nicht Hauptkommissar, wahrscheinlich Oberkommissar, Ende 30 – stellte stolz sein neues Fahrrad vor. Wie toll und praktisch er das findet und ansonsten brauche er kein Auto. Dann wurde er für ein paar Sekunden gezeigt wie er flott radelnd, ein Liedchen pfeifend, auf seinem Fahrrad elegant und zügig sich durch den Stadtverkehr bewegt; dabei locker flockig diverse Autos überholend.
        Ich sehe so etwas gelegentlich bei der Generation meiner Tochter; jetzt Mitte 30. Wie ihre Freunde und Bekannte versuchen zu verschleiern, daß sie kein Geld für ein schickes, schnelles Auto haben. „Ja, ich mache was für die Umwelt, kein CO2 Ausstoß“ und ähnliches Gelaber. Viele von ihnen, jetzt in der Mitte ihres vierten Lebensjahrzehnts, verdienen einfach zu wenig Geld; sind immer noch in prekären Arbeitsverhältnissen etc.

        Ob es „gefährlich“ wird, ob sich was „zusammenbraut“ wird vom EZB-Geld-Management und einer geschickten Politik abhängen, ob es gelingt, allzu negative, katastrophale Auswirkungen auf die Volkswirtschaft irgendwie zumindest abzufedern. Stichwort: allmähliches Ärmerwerden, langsames Verzichten.

        Live aus Buxtetown am Esteriver – 27.5. 2021 – 1:40 Uhr Ortszeit – spät! zu spät!!
        Felix Haller – nicht erst seit 2013 alternativ

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Bakwahn

        Die Wahlergebnisse hierzulande und in der westlichen Welt spiegeln die FORTSCHREITENDE Zerrissenheit der Gesellschaften.

        Ich will hier nichts aufzählen, Sie sind informiert und verfolgen, was in Italien, Frankreich und auch bei uns passiert. Ihre AfD ist mittlerweile STÄRKSTE politische Kraft in Sachsen und Sachsen-Anhalt.

        Und die CDU als die am stärksten integrierende politische Partei könnte nach den Wahlen am 6. Juni in Sachsen-Anhalt nach dem Karrenbauer-Desaster in Thüringen möglicherweise einen Laschet-Gau erleben.

        Im gut situierten Baden-Württemberg glauben viele, man könne sich die Grünen locker leisten.

        Nimmt alles zusammen, zeigt sich eine tiefe Spaltung der Gesellschaft.

        Kurzum:

        Viel ist im Fluss, nichts schon wirklich gekippt.

        Wo ich Ihnen zustimme:

        a) die ZÄHIGKEIT, mit der das System am Laufen gehalten wird – Paradebeispiel die EZB – ist nicht zu unterschätzen.

        Voraussagen, wann hier was zu Ende ist, kann man nur als Kaffeesatzleserei bezeichnen.

        b) das ÄRMERWERDEN der Menschen ist nicht aufzuhalten.

        Allerdings bin ich in den letzten Jahren und vor allem durch die Pandemiemaßnahmen, d. h. durch das Verhalten der Menschen, die massive Eingriffe in ihr Leben praktisch OHNE Erörterung von Verhältnismäßigkeit und anderem geduldet haben, zu der Einsicht gelangt, dass ihnen VIEL, sehr VIEL zugemutet werden kann.

        Insofern:

        Die TRENDS sind KLAR, die Ereignisse weitgehend offen.

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Bakwahn

        “Ein Fernsehkommissar mittleren Alters – nicht Hauptkommissar, wahrscheinlich Oberkommissar, Ende 30 – stellte stolz sein neues Fahrrad vor. Wie toll und praktisch er das findet und ansonsten brauche er kein Auto. Dann wurde er für ein paar Sekunden gezeigt wie er flott radelnd, ein Liedchen pfeifend, auf seinem Fahrrad elegant und zügig sich durch den Stadtverkehr bewegt; dabei locker flockig diverse Autos überholend.”

        Das ist ja noch harmlos.

        In der DDR gab es die Kriminal-Volkserziehungsserie “Der Staatsanwalt hat das Wort”, mit minutenlangen Monologen vom namensgebenden DDR-Staatsanwalt wie diesem am Anfang und am Schluss jeder Folge:

        https://youtu.be/WoN4925zaBc?t=3223
        (am Schluss sogar mit Lenin-Zitat!)

        Einfach großartig, ich schaue mir immer gerne eine Folge an, wenn ich mich ein bisschen gruseln möchte. Und ich freue mich schon auf die ARD-Version, dann selbstverständlich mit mindestens queerer Staatsanwält*in. :)

    • Jacques
      Jacques sagte:

      @Bakwahn: Eine Insolvenz vollzieht sich immer graduell bis sie ganz plötzlich eintritt.
      Insofern würde sich ein volkswirtschaftlicher Abstieg auf dem Weg nach unten selbst beschleunigen als linear verlaufen.
      Schon die nächste Regierung wird sich dem wohl unbequemsten Thema überhaupt widmen müssen: der Rente und den Sozialabgaben.
      Da die Sozialabgaben eigentlich nicht über 40% steigen dürfen, müssen all die Geschenke der letzten Jahre in diesem Bereich zurückgedreht werden oder anders finanziert.

      Antworten
  2. Tom96
    Tom96 sagte:

    Nachintensiver Analyse der Argumente von Professor Kerber zum grundgesetzlichen Rahmen der Parteienherrschaft und deren Finanzwissenschaften in einem Staatswesen der Freiheitlichkeiten, ist mir nicht mehr erklärbar, dass denkende geistige Menschen und Bürger einen weiteren Hoffnungsschimmer und Vertrauensbonus für dieses System aufbringen. Die Angst des Verlustes, ob individuell oder kollektiv, ist meiner Ansicht und Erfahrung im Leben nach nur noch mit Wahnsinn und Schiziphrenie bis in den Untergang zu charakterisieren.
    Spätestens, wenn die volle Sterbewelle durch die Körperzerstörung der riesigen fremden Genpartikel der Immunbiowaffenkunststoffe in Lymphen, Herzadern, Organstrukturen und Venen … dazu kommen, wird rationales Handeln vollends in panischem Chaos kulminieren.
    Kann der Mensch hier das nicht mehr realisieren wollen und hörig in Lernunfähigkeit auseinander zerfallen?
    Sein oder Nichtsein – klassischer Shakespeare (immer wieder?)
    https://www.gedichte-fuer-alle-faelle.de/allegedichte/gedicht_2345.html

    Antworten
    • Dietmar Tischer
      Dietmar Tischer sagte:

      @ Tom96

      > … ist mir nicht mehr erklärbar, dass denkende geistige Menschen und Bürger einen weiteren Hoffnungsschimmer und Vertrauensbonus für dieses System aufbringen.>

      Nicht mehr erklärbar?

      Sie denken offensichtlich an der REALITÄT vorbei.

      Wie kommen Sie darauf, dass IRGENDJEMAND einen
      Hoffnungsschimmer oder Vertrauensbonus aufbringen muss für dieses System?

      Niemand muss das.

      Denn es geht nicht darum, zu hoffen, dass irgendwie das Wasser aus einem sinkenden Schiff entweicht und es wieder stabil auf dem Wasser liegt.

      Es geht darum, den Untergang des sinkenden Schiffs mit allem, was möglich ist, zu verhindern.

      Die starken Hände, die den Untergang zeitlich nach hinten verschieben, SICHERN relativ angenehme Lebenszeit für alle (was das System EU anlangt).

      Das ist die ERKLÄRUNG, die denkenden Menschen und Bürger VERSTEHT.

      Antworten
    • Alexander
      Alexander sagte:

      @Tom96

      1. Nicht wahrhaben wollen ….nachdem der Arzt die Diagnose gestellt hat
      2. Zorn / Ärger: In dieser Phase ist der Patient immer noch überfordert
      3. Verhandeln … ist schon beinahe die Akzeptanz der Krankheit
      4. Depression… werden immer wieder auftreten, hervorgerufen durch: Verschlechterung des eigenen Zustandes / Erkennen, dass die Zeit immer knapper wird
      5. Akzeptanz: Der Sterbende hat den Tod akzeptiert und wird sich auf seine ganz eigene Art und Weise von diesem Leben.. verabschieden…

      Inmitten hoffnungsvoller Massenimpfungen aus der Erwartung die alte Normalität wieder erlangen ist die Mehrheit noch nicht in der Realität angelangt.

      Spätestens mit Eintritt neuer Pandemiewellen wird jedem bewußt, dass die Zeit knapp wird und es kein gutes Ende nehmen wird. Ist die eigene Gesundheit, oder die der Lieben gefährdet, interessieren ökonomische Fragen natürlich nicht mehr…..

      Perfekt.

      Antworten
  3. Susanne Finke-Röpke
    Susanne Finke-Röpke sagte:

    bto: “Umso wichtiger, dass Deutschland sich auf die Dekade der Vermögensvernichtung vorbereitet!”

    Tut es ja. Langsam, aber sicher. Schauen Sie sich die Politik und das private Finanzverhalten an.

    Die Vorbereitung auf die Vermögensvernichtung ist der Grund, warum die AFD auf dem Parteitag gegen den Willen von Leuten wie Herrn Meuthen den Dexit programmatisch aufgenommen hat. Sie ist der Grund, warum die Werteunion langsam innerhalb der Union wächst. Sie ist der Grund, warum Leute wie Friedrich Merz oder Hans-Georg Maaßen auf einmal in der Partei wieder gehört werden. Sie ist der Grund, warum sich Bücher wie die von Prof. Otte, Dr. Markus Krall oder Herrn Friedrich gut verkaufen. Sie ist der Grund, warum im Inland der Absatz von Aktien und Gold boomen. Sie ist der Grund, warum sogar Linke wie Sarah Wagenknecht ins Grübeln kommen und Zeitschriften wie Tichys Einblick gegen den Trend wachsen.

    Dass das Ganze weder bei der Bundesregierung noch bei den Eurogläubigen (nicht Gläubiger!) wie ARD und ZDF angekommen ist: geschenkt. Der internationale Trend von den Sozialdemokraten in Dänemark bis zu den “wahren Finnen” zeigt, dass das Thema um sich greift. Teilweise auch verbunden mit schrägen bis abwegigen Ideen wie der Idee von Herrn Gauland von der AFD, der verheerend feindselig gestaltete 18.1.1871 (Krönung des Deutschen Kaisers in Versailles) wäre ernsthaft ein gedenkwürdiger Termin.

    Das Ganze spiegelt sich nur noch nicht in politischen Mehrheiten wieder, weil die Grunderfahrung bzw. das auslösende Erlebnis fehlt. Das kann eine galloppierende Inflation, eine Massenarbeitslosigkeit oder auch eine formidable Großpleite sein, z.B. eines Euro-Mitgliedsstaates. Dann wird sich Ihre Meinung Bahn brechen. Zwar zu spät, aber besser rückwirkend aus Kardinalfehlern lernen als den gleichen Fehler nochmal machen. Im schlimmsten Fall glauben die Deutschen anschließend mehrheitlich, der Sozialimus würde alles richten. Sprich, wir enteignen jeden echten oder vermeintlich Reichen und alles ist paletti. Ich hoffe, dass wir wenigstens diesen Unfug vermeiden. Sicher bin ich mir nicht.

    Antworten
    • Dietmar Tischer
      Dietmar Tischer sagte:

      @ Susanne Finke-Röpke

      >Die Vorbereitung auf die Vermögensvernichtung ist der Grund, warum die AFD auf dem Parteitag gegen den Willen von Leuten wie Herrn Meuthen den Dexit programmatisch aufgenommen hat.>

      Ich teile Ihre Auffassung nicht.

      Zwar ist es richtig, dass die AfD den Dexit aus DIESER bestehenden EU fordert, aber sie ist NICHT gegen eine Gemeinschaft, da sie AUCH beschlossen hat, dass:

      >sie die Gründung einer neuen europäischen Wirtschafts- und Interessengemeinschaft für notwendig” halte.>

      Für NOTWENDIG, nicht nur wünschenswert.

      Wie WEIT diese Gemeinschaft auch Transfers und damit VERMÖGENSVERLUSTE einbeziehen würde, sei dahingestellt.

      Es geht der AfD vor allem darum, dass massiv der Zuwanderung entgegengewirkt wird – in einer „Interessengemeinschaft“ vermutlich, weil das nationalstaatlich nicht zu lösen ist – und die EU-Regulierung nicht mehr derart fesselt, wie sie es tut.

      In der CDU findet vor allem deshalb ein Umdenken statt, weil die Partei ZUSEHEND ihren STATUS verliert, die Kraft in der Parteienlandschaft und in der Regierung zu sein, die BESTIMMEND ist.

      Wir sollten nicht vergessen, dass abgesehen von einigen wenigen Jahren die CDU das war in der mehr als 70jährigen Geschichte Westdeutschlands und die meiste Zeit auch nach der Vereinigung.

      Dies lässt sich NICHT auf Vermögensvernichtung reduzieren, es sei den man versteht unter „Vermögen“ das „Gestaltungsvermögen“ und nicht materielles Vermögen.

      >Das Ganze spiegelt sich nur noch nicht in politischen Mehrheiten wieder, weil die Grunderfahrung bzw. das auslösende Erlebnis fehlt.>

      Da bin ich wieder ganz bei Ihnen:

      >Das kann eine galloppierende Inflation, eine Massenarbeitslosigkeit oder auch eine formidable Großpleite sein, z.B. eines Euro-Mitgliedsstaates.>

      >Im schlimmsten Fall glauben die Deutschen anschließend mehrheitlich, der Sozialimus würde alles richten.>

      Diesen schlimmsten Fall würde ich nicht völlig ausschließen.

      Ich vermute aber, dass es dann in die andere Richtung geht, ob in einer Variante, die ich auch als schlimmsten Fall ansehen würde, ist derzeit ungewiss.

      Antworten
  4. Dietmar Tischer
    Dietmar Tischer sagte:

    ALLES richtig, was nzz.ch sagt.

    Wiederholt, weil es hier am Blog immer wieder dieselben unsinnigen Diskussionen gibt:

    >“In der Euro-Zone ist die EZB (…) zum mit Abstand grössten Gläubiger der Euro-Länder geworden. Sie kauft bei mancher Emission oder manchem Emittenten rund einen Drittel der verfügbaren Papiere – und hält auf diese Weise die Zinsen für die Staatsanleihen künstlich tief. >

    Das betrifft jene „manche Emittenten“, die mit kontinuierlicher an den Kapitalmärkten finanzierter Schuldenaufnahme in die Staatsinsolvenz laufen würden, weil die Kapitalmärkte bei steigendem Risiko höhere Zinsen verlangen, mit der die Refinanzierung dieser Emittenten unerschwinglich teuer würde. Diese Staaten würde die Luft abgeschnitten, sich weiter zu finanzieren.

    Das hat NICHTS damit zu tun, dass die langfristigen Zinsen in den letzten Jahrzehnten TENDENZIELL gefallen sind.

    >“Steigen die Renditen für (gewisse) Staatsanleihen gegen den Wunsch der EZB, etwa weil Marktteilnehmer höhere Risiken orten, wertet die EZB dies als Störung des geldpolitischen Transmissionsmechanismus, was mit allen Mitteln bekämpft werden muss.>

    Das ist die LEBENSLÜGE der EZB.

    Die Störung des geldpolitischen Transmissionsmechanismus hat REALWIRTSCHAFTLICHE Gründe, die nur POLITISCH überwunden werden könnten – wegen fehlender Akzeptanz der Bevölkerungen aber NICHT überwunden werden können – und daher NOTWENDIGERWEISE die EZB erfordern, die mit der Aufrechterhaltung des geldpolitischen Transmissionsmechanismus STABILITÄT auf Zeit sichert.

    Liquidität VERDECKT die Insolvenz bzw. die neue “Realität”:

    Wer liquide ist, kann NICHT insolvent sein.

    >Es erlöst sie vom disziplinierenden Druck der Märkte, eine massvolle Finanzpolitik zu betreiben.” >

    Es kann KEINE maßvolle Finanzpolitik mehr geben – das ist die Realität, die man in den Peripheriestaaten der EU längst verinnerlicht hat, der aber in Deutschland und anderswo noch ein paar Träumer anhängen (bei CDU/CSU, FDP vor allem).

    Bei einer Reduktion der Verbindlichkeiten würden die Gesellschaften zerfallen, auch die deutsche.

    SPD und Grüne sind da DEUTLICH realistischer, zumal die Energiewende zu finanzieren ist.

    >“(…) die Mehrheit der Bürger im Euro-Raum (ist) misstrauisch gegenüber der EZB, wie die regelmässige Umfrage ‘Eurobarometer’ der EU-Kommission zeigt. Das Nettovertrauen in die EZB liegt seit fast zehn Jahren unter null, obwohl das Nettovertrauen in den Euro selbst hoch ist und seit dem Jahr 2015 sogar nochmals zulegte.” >

    WENN es eine NACHHALTIG steigende INFLATION in der Eurozone gibt, fällt auch das Nettovertrauen in den Euro.

    Spätestens dann.

    Antworten
    • Alexander
      Alexander sagte:

      @”Unsinnige Diskussionen – EZB Lebenslügen”

      Spätestens seit “whatever it takes” – “it will be enough” lügt die EZB nicht über ihre Marktinterventionen. Seit 2012 hat die EZB ihre Bilanzsummer um mehr als 300% gesteigert – mit allen erwünschten Folgen für die Refinanzierung der nationalen Mutternotenbanken.

      Im Zuge der gesunkenen Finanzierungssätze von Staaten mit systemischen Schwierigkeiten sind die Zinssätze für alle Schuldner derselben Staaten im Verhältnis gefallen….trotz messbarer Zombiefizierung, d.h. Zinszahlung “größer” Gewinn.

      Parallel erlaubt das EZB System grenzüberschreitende (Kapital)-Exporte unter Vorfinanzierung nationaler Notenbanken ohne Besicherung, ohne Höchtgrenze, ohne Einschreiten….gemessen in target2, was einer Subvention ausfallgefährdeter privater Schuldner gleich kommt und den Zinsdruck auf nationale Kreditinstitute zusätzlich senkt.

      Von einer Preisfindung von Krediten durch Angebot / Nachfrage / Risikobewertung kann seit 2009 nicht mehr gesprochen werden.
      Ohne Preisfindung sind Blasen in Anlagemärkten und entsprechend Arbeitsplatzverluste durch Globalisierung zu beklagen, was weiteren Refinanzierungsbedarf durch geldpolitische Operationen nach sich zieht.

      Der menschengemachte Deflationsstzurn durch Abschaffung von Grundrechten im Zuge einer herbeigetesteten Pandemie wurde durch Bruch aller kaufmännischen Regeln ausgesetzt, seine Folgen werden sich nicht auf einen Mangel an Freizeitartikeln beschränken.

      Die Mehrheit für das “weiter so” ist so unverbrüchlich wie ihre Apologeten der systemischen Stabilität.

      Anders als ersetzbares Geld sind die Lebensjahre der betroffenen Demographien verschwendet, das andere Gesicht einer Gesellschaft vor dem Abtritt.

      Antworten
    • Richard Ott
      Richard Ott sagte:

      @Herr Tischer

      “Liquidität VERDECKT die Insolvenz bzw. die neue “Realität”:

      Wer liquide ist, kann NICHT insolvent sein. ”

      Stimmt nicht. Schauen Sie mal ins Insolvenzrecht. Es gibt 2 mögliche und jeweils hinreichende Bedingungen für eine Insolvenzlage: Zahlungsunfähigkeit (“nicht mehr liquide sein”) und Überschuldung.

      Staaten mit eigener Währung können immer Geld drucken und bilanzieren auch nicht, sodass man eine Überschuldung formal nicht feststellen kann. Auf der staatlichen Ebene funktioniert das anders als bei Kapitalgesellschaften: Was passiert, wenn die Staatsschulden unbeherrschbar groß werden und das Vertrauen in die eigene Währung und den eigenen Staat verschwindet, haben wir in Deutschland im 20. Jahrhundert gleich in 3 verschiedenen Varianten erleben können: 1923, 1945 und 1989 (DDR).

      Antworten
      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott

        Wir reden doch die ganze Zeit fast nur noch von GEBROCHENEM Recht.

        Was soll ich da also ins Insolvenzrecht schauen, wenn ich von der neuen „Realität“ rede?

        Die Staatsschulden können NICHT unbeherrschbar groß werden – fragen Sie die „Theoretiker“ von MMT.

        Allerdings ist richtig:

        Die Währung wird vertrauen VERLIEREN und damit nicht mehr die Funktionalität des Systems gewährleisten können, wenn anderen Währungen MEHR vertraut wird.

        Bis dahin ist es noch eine Wegstrecke.

        Auf der gilt:

        Wer liquide ist, kann nicht insolvent sein, oder genauer ausgedrückt:

        Wer liquide ist, GILT NICHT als insolvent.

        Insofern:

        Business as usual auch mit ihm.

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        “Was soll ich da also ins Insolvenzrecht schauen, wenn ich von der neuen „Realität“ rede?”

        Weil Sie den zentralen Begriff aus dem Insolvenzrecht (“Insolvenz”) benutzen.

        “Die Staatsschulden können NICHT unbeherrschbar groß werden – fragen Sie die ‘Theoretiker’ von MMT.”

        Erzählen Sie das den Praktikern von 1923, 1945 und 1989.

        “Die Währung wird vertrauen VERLIEREN und damit nicht mehr die Funktionalität des Systems gewährleisten können, wenn anderen Währungen MEHR vertraut wird.”

        Denken Sie an 1945: Wenn der Vertrauensverlust in die eigene Währung groß genug ist, dann sind sogar Gegenstände wie Fahrradschläuche oder einzelne Zigaretten als Tauschobjekt und Wertspeicher attraktiver als die Währung vom eigenen Pleiteland.

        Bei Fahrradschläuchen bin ich übrigens extrem bullish – bei einer Grünen-Regierungsbeteiligung wird sich deren Nutzwert dank der Förderung der Lastenfahrräder als Transportmittel der Zukunft massiv erhöhen…

        “Bis dahin ist es noch eine Wegstrecke. ”

        Na dann, hoffen Sie weiter darauf, dass der Vertrauensverlust erst dann kommt, wenn es Sie nicht mehr betrifft.

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott

        Es wäre hilfreich, wenn Sie zwischen Funktionalität und DAMIT verbundenem Ereignis unterscheiden würden.

        Der Staat mit EIGENER Notenbank kann sich unendlich lange BEHERRSCHBAR finanzieren, solange es ihm gelingt, eine nicht mehr zu stoppende Inflation (Hyperinflation) zu verhindern.

        Das ist MMT und ist RICHTIG.

        Monetäre Staatsfinanzierung impliziert NICHT logisch notwendige Hyperinflation.

        Der Staat kann sich erst dann NICHT mehr so finanzieren, wenn er in AUFLÖSUNG ist.

        In Auflösung ist er – bei der Staatsfinanzierung bleibend – wenn das Vertrauen in die Währung verloren gegangen und nicht wieder herstellbar ist.

        Ich habe nicht gesagt, dass dies NICHT stattfinden kann oder wird – im Gegenteil, ich befürchte, dass es in diese Richtung laufen wird.

        Heißt:

        Der Staat wird sich aller ERFAHRUNG nach nicht so finanzieren, dass die Inflation unter Kontrolle bleibt.

        Daher haben sie RECHT mit den Verweisen durch die Jahreszahlen.

        >Na dann, hoffen Sie weiter darauf, dass der Vertrauensverlust erst dann kommt, wenn es Sie nicht mehr betrifft.>

        Ich hoffe auf Garnichts.

        Ich schaue mir lediglich an, was erfolgt.

        Was erfolgt, trifft mich wie Sie und alle anderen, wenn vermutlich auch mit jeweils anderem Impact.

  5. Joerg
    Joerg sagte:

    Beschreibung der Szenerie:

    Ist die EZB unabhaengig? Nicht voellig, oder?

    Wer hat denn da Haupt-Einfluss?
    Die Nationalstaaten durch Stellen von Menschen (mit politischer Agenda) in die Fuehrung der EZB

    Worum geht’s denen dort? Das bestmoegliche zu tun, um das Euro-Schnuerchen weiter(am wenigsten schlecht) zu bringen.
    Es geht unter anderem auch um die MENSCHEN in der EU, natuerlich aber auch um Macht/Wiederwahl/Stabilitaet/kleinste-Kroeten-Schlucken/Kompromisse

    Will das die Mehrheit der EU-Waehler?
    Bis jetzt, ja! “Das Wuerstchen wird zwar kleiner, ist etwas wabbelig/halbgar, aber hungern muss noch keiner”.

    Was koennte Ausloeser sein, dass sich das aendert?
    Pers. Nachteile der EU-Waehler absolut und relativ (zu Nachbar-EU-Buergern).

    Moegliche Ausloeser? Viele. Lockdown-Politik(gefuehlte/tatsaechliche Freiheitsverluste), Wohlstandsverluste, Migrations-Politik, weitere Zeugnisse der system-immanenten Unfaehigkeit/Inkompetenz …

    Wie geschieht Kursaenderung? Va durch geaenderte Machtverhaeltnisse in den Mitgliedsstaaten (HU, PL, who is next?), das frisst sich dann durch.

    Muss eine Kursaenderung immer gut sein? Noe, kann auch schnell schlimmer werden (mehr Einfluss extremer Raender, Kipp-Punkt-Ueberschreitung, schnellerer Herunterfall-von-der-anderen-Pferdseite)!

    Spannende Zeiten! Jetzt mal kurz innehalten und alles an Gott binden?
    “Herr, du siehst das Schlamassel, dir alle Macht darin. Was kann ich tun/beten, um zu helfen? Leite bitte mich und die Verantwortlichen.”

    LG Joerg

    Antworten
    • Richard Ott
      Richard Ott sagte:

      @Joerg

      Glauben Sie wirklich, dass sich Mario Draghi dem italienischen Staat verpflichtet fühlt?

      Einen wesentlichen Teil seiner Karriere hat er bei einem Konzern verbracht, dessen beste Deals immer darin bestanden, den Staat auf die eine oder andere Art zu bescheißen – und nicht für ihn zu arbeiten.

      Antworten
      • Joerg
        Joerg sagte:

        Ich glaube, dass fast alle Menschen sich anderen MENSCHEN mehr oder weniger verpflichtet fuehlen aus verschiedensten Gruenden.

        Falls darunter Menschen waeren, die sich sehr stark dem “italienischen Staat” (vermute, Sie meinen ital. Buerger?) verpflichtet fuehlen, ja, wieso nicht?
        Mario Draghi kenne ich nicht persoenlich, deshalb kann ich es nicht beurteilen, traue es ihm aber sehr wohl zu.

        Kann auch nicht beurteilen, was er in den FUENF Jahren(“wesentlicher Teil seiner Karriere”??? de.wikipedia.org/wiki/Mario_Draghi) bei Goldman Sachs moralisch gutes oder schlechtes gemacht hat, da ist er jetzt 15J weg.

        Das wenige was ich von ihm weiss: sehr gute Ausbildung, sehr gute berufliche Erfahrung. Hat Ahnung!
        Ich wuensche ihm von Herzen viel Durchsetzung und Erfolg fuer die Menschen in Italien und Europa. Wenn er keine posit. Veraenderungen anstossen/auf’s Gleis setzen kann? Wer dann?

        Warum wollten Sie ihn diskreditieren (GoldmanS-GrossKapitalisten-Naehe?)?

        LG Joerg

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Joerg

        “Falls darunter Menschen waeren, die sich sehr stark dem “italienischen Staat” (vermute, Sie meinen ital. Buerger?) verpflichtet fuehlen, ja, wieso nicht?”

        Wenn ich “italienischer Staat” schreibe, dann meine ich das auch so. Ein Staat und seine Bürger sind 2 völlig verschiedene Dinge, die meistens auch sehr unterschiedliche Interessen haben. Glauben Sie, dass jeder Staat auf der Welt immer im Interesse seiner Bürger handelt? Da fallen mir aber viele Gegenbeispiele ein – ich würde sogar sagen, es ist in der überwiegenden Zahl der Fälle nicht so, insbesondere nicht heute in den Staaten der EU.

        “Kann auch nicht beurteilen, was er in den FUENF Jahren bei Goldman Sachs moralisch gutes oder schlechtes gemacht hat, da ist er jetzt 15J weg. Das wenige was ich von ihm weiss: sehr gut [Lobhudelei]”

        Moment mal, Sie haben keine Ahnung, was Draghi eigentlich genau während seiner Karriere gemacht hat, aber Sie finden ihn trotzdem ganz toll und super kompetent?

        Das ist ja fast so paradox wie die Leute, die hohes Vertrauen in den Euro aber niedriges Vertrauen in die EZB haben – sind Sie immer so leichtgläubig?

        Klar war Draghis Zeit bei Goldman ein wesentlicher Teil seiner Karriere. Glauben Sie, als italienischer Beamter oder auch als EZB-Chef verdient man auch nur annähernd so viel Geld wie als Vice President bei einer Investmentbank? Wenn Sie von jemandem Gefälligkeiten einkaufen wollen, dann müssen Sie ihn auch bezahlen – raten Sie mal, wann das bei Draghi war…

        Ungefähr in die Goldman-Sachs-Zeit von Draghi fällt übrigens die Aufhübschung der griechischen Wirtschaftsdaten durch diverse Statistik- und Buchhaltungstricks, zu deren Abwicklung Goldman die passenden Finanzprodukte an den griechischen Staat verkauft hatte. Dadurch konnte Griechenland die Euro-Konvergenzkriterien erfüllen, was uns erst die Mitgliedschaft Griechenlands in der Eurozone bescherte. Den Rest der Geschichte kennen Sie dann ja hoffentlich.

        Lesen Sie statt Wikipedia bei solchen Figuren lieber die Lobbypedia als Einstieg:
        https://lobbypedia.de/wiki/Mario_Draghi

        “Ich wuensche ihm von Herzen viel Durchsetzung und Erfolg fuer die Menschen in Italien und Europa. Wenn er keine posit. Veraenderungen anstossen/auf’s Gleis setzen kann? Wer dann?”

        Wer dann? Na, vielleicht jemand, der nicht von der Finanzindustrie gekauft ist?

        “Warum wollten Sie ihn diskreditieren (GoldmanS-GrossKapitalisten-Naehe?)?”

        Warum wollen sie ihn verteidigen? Naivität? Oder hat die Medienpropaganda bei Ihnen so gut gewirkt?

      • Joerg
        Joerg sagte:

        @Hr Ott,

        Was waere ihnen fuer ein (teil)politisches Amt lieber?
        – eine Person, die es gut meint, aber KAUM Ahnung (Kompetenz) hat?
        – eine Person, die Ahnung hat (zB Erfahrungen in Wissenschaft/Wirtschaft/Politik), von der wir nicht genau wissen, ob sie es gut meint?

        Oder mal ganz anders: Wen finden Sie ueberhaupt gut (bzw fuer Sie: am wenigsten “schlecht”)? Mal so aus der Huefte, egal welche Bereiche?

        LG Joerg

        Sie sind doch ein gebildeter Mensch mit viel Wissen, wie waere es, wenn Sie so oft nicht bei Generalkritik stehen bleiben (macht Spass – mag sein) sondern auch noch einen konstruktiven Verbesserungsvorschlag hin und wieder einfliessen lassen (so generell und ueberhaupt – ist schwer, schon klar)?

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Joerg

        “Was waere ihnen fuer ein (teil)politisches Amt lieber?
        – eine Person, die es gut meint, aber KAUM Ahnung (Kompetenz) hat?
        – eine Person, die Ahnung hat (zB Erfahrungen in Wissenschaft/Wirtschaft/Politik), von der wir nicht genau wissen, ob sie es gut meint?”

        Die sind beide nicht geeignet. Draghi gehört aber in keine der Kategorien, von dem wissen wir, dass er es nicht gut mit uns meint. Es sei denn, Sie sind Bankenlobbyist, dann dürfen Sie ihn natürlich super finden.

        “Oder mal ganz anders: Wen finden Sie ueberhaupt gut (bzw fuer Sie: am wenigsten “schlecht”)? Mal so aus der Huefte, egal welche Bereiche?”

        Mein Kunstlehrer in den 10. Klasse sagte einmal: “Alles das, was die Nazis als ‘Entartete Kunst’ verfemten, war so interessant, dass sich eine nähere Beschäftigung lohnt.”

        Die gleiche Heuristik gilt heute wieder in Deutschland und im Rest des “Westens”, alle diejenigen, die mindestens als “umstritten” gelten oder von den linken Gesinnungsmedien angegriffen werden, haben etwas Interessantes zu sagen: Maaßen, Palmer, Wagenknecht (ja, da staunen Sie, nicht wahr?), Tichy, Steimle, Patzelt, Danisch, Klonovsky, Snowden, Assange, Greenwald, Trump, Gabbard – brauchen Sie noch mehr Beispiele? Wenn Sie so pauschal fragen, wen ich interessant finde, ist es ein bisschen schwer, konkret oder gar differenziert zu werden ohne Sie zu überfordern oder zu langweilen.

        Im Rest der Welt funktioniert das interessanterweise nicht. Den hier als russischen “Bürgerrechtler” oder unabhängigen Journalisten hochgejubelten Alex Nawalny halte ich zum Beispiel für einen ausgemachten Spinner.

        “Sie sind doch ein gebildeter Mensch mit viel Wissen, wie waere es, wenn Sie so oft nicht bei Generalkritik stehen bleiben (macht Spass – mag sein) sondern auch noch einen konstruktiven Verbesserungsvorschlag hin und wieder einfliessen lassen”

        Jetzt machen Sie den gleichen Fehler wie Wagenknecht in ihrem neuen Buch über die “Lifestyle-Linken” und die Rechten, das ich gerade lese. Die glaubt, dass die Wähler der rechten Parteien entweder böse Nazis und Rassisten und Faschisten und so weiter sind, oder dass sie nur ein Ventil für ihren Protest suchen.

        Das ist es aber nicht. Ich meine das zum Beispiel völlig ernst, wenn ich sage, dass wir so schnell wie möglich aus dem Euro -und damit auch aus der EU, so wie sie jetzt existiert- austreten sollten. Je länger wir damit warten, desto schmerzhafter und teurer wird es am Ende.

        Wieso soll ich nu “konstruktive Verbesserungsvorschläge” für Institutionen formulieren, von deren Scheitern ich überzeugt bin und die ich auch nicht für rettenswert halte? Da verlangen Sie von mir, dass ich meine Zeit mit Taktiküberlegungen verschwende. Ich will aber eine grundsätzlich andere Strategie.

        Wenn Sie hier Vorschläge wollen, wie der Zusammenbruch am besten hinausgezögert werden kann, dann fragen Sie besser Herrn Tischer.

    • weico
      weico sagte:

      ” Muss eine Kursaenderung immer gut sein? Noe, kann auch schnell schlimmer werden (mehr Einfluss extremer Raender, Kipp-Punkt-Ueberschreitung, schnellerer Herunterfall-von-der-anderen-Pferdseite)!”

      Klar. Kann aber auch BESSER werden.
      Wer den Kurs nicht ändert ,wird es auch NIE erfahren.

      Wie heisst es so schön:
      “Wo kämen wir hin, wenn alle sagten, wo kämen wir hin, und keiner ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen.”

      Nebenbei: Heute hat die Schweiz eine EU-Kursänderung vorgenommen

      https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/schweiz-laesst-geplantes-rahmenabkommen-mit-der-eu-platzen-17359477.html

      Antworten
      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @weico

        Tja, bei der EU-Forderung nach der Zuwanderung der unqualifizierten “Fachkräfte” ins Schweizer Sozialsystem hört sogar für die SP der Spaß auf.

        Da hatte die Schweiz sehr lange Geduld bei den Verhandlungen. Wer bleibt denn jetzt noch als naive Pro-EU-Stimme in der Schweiz übrig? Die Schweizer Grünen?

  6. foxxly
    foxxly sagte:

    @ bto
    >>Umso wichtiger, dass Deutschland sich auf die Dekade der Vermögensvernichtung vorbereitet!<<

    Wie bitte herr dr. stelter, kann sich deutschland, – und seine bürger, – gegen eine vermögensvernichtung schützen?

    Antworten
    • Richard Ott
      Richard Ott sagte:

      @foxxly

      Mit einer Parteispende oder einer großzügigen Honorarvereinbarung für “Beratung” direkt mit einem Abgeordneten der Regierungsparteien im Bund oder in Ihrem Bundesland können Sie von direkt auf Ihr Portfolio maßgeschneiderten Vermögensschutzmaßnahmen profitieren… ;)

      Antworten
      • foxxly
        foxxly sagte:

        @ dr stellter 10:28

        die wohlstandsicherung wäre der richtige weg. aber, wie es aussieht hat niemand in der führenden politik ein interesse, dies bedeutend zu verbessern, – im sinne wie norwegen.

        wohlstandsicherung kosten geld, kurzfristig, – langfristig wäre es ein gewinn.

        wohlstandsicherung über schulden -abbau, ist im privaten bereich durchaus möglich,- ist aber für die gesamte volkswirtschaft bzw. für ein land, nicht möglich, weil die verschuldung in der gesamtheit garnicht schrumpfen können/dürfen, anderfalls krepiert die wirtschaft.
        wir schaffen ja auch nicht über den export/targetzahlungen, einen volkwirtschaftlichen gewinn daraus zu bekommen.
        also, diese schiene fällt auch aus.

        bisherige wirtschaft und politik läuft immer auf den weg hinaus, das gesamte volk für die verschuldung haften zu lassen, sowie wirtschaftlich die masse auszubeuten.

        haben sie hoffnung, eine andere politik zubekommen?

  7. Richard Ott
    Richard Ott sagte:

    “(…) die Mehrheit der Bürger im Euro-Raum (ist) misstrauisch gegenüber der EZB, wie die regelmässige Umfrage ‘Eurobarometer’ der EU-Kommission zeigt. Das Nettovertrauen in die EZB liegt seit fast zehn Jahren unter null, obwohl das Nettovertrauen in den Euro selbst hoch ist und seit dem Jahr 2015 sogar nochmals zulegte.” – bto: Es hat keines Beweises für die Ahnungslosigkeit der Bürger gebraucht, denn es ist schizophren.

    Das ist wirklich faszinierend.

    Kein Vertrauen in den Metzger aber hohes Vertrauen in die Wurst. Na dann, guten Appetit!

    Antworten

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