Ein paar Eckdaten zur demografischen Entwicklung

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Passend zur gestrigen Diskussion zum Thema Demografie nochmals ein paar interessante Zahlen. Der Beitrag erschien zum ersten Mal am 1. Juni 2016 bei bto:

Bekanntlich befinden wir uns in einem gigantischen Ponzi-Schema wie bei bto mehrfach erläutert:

→ „Das größte Ponzi-Schema der Geschichte“

→ The Ponzi Economy

→ „Ponzi will not reveal business secret.“

Im Kern geht es darum, dass wir vor der Situation stehen, dass mehr Leute aus dem System austreten, als neu hinzukommen. Das ist per Definition der Zeitpunkt, zu dem das Schema zusammenbricht und der Schaden – der schon lange da ist – offensichtlich wird. Schmerzhaft.

In einem Beitrag bei Zero Hedge wurde das sehr schön visualisiert, weshalb ich die Bilder hier nochmals wiedergebe.

Zunächst eine Abbildung, die das jährliche Wachstum der Erwerbsbevölkerung (also zwischen 15 und 64 Jahren) in den OECD-Ländern, China, Brasilien und Russland zeigt (Säulen) und die Entwicklung der Fed Funds Rate (%), der globalen Verschuldung und des globalen BIP. Man könnte auch sagen „Ponzi auf einen Blick“:

Quelle: Zero Hedge

Entscheidend ist, dass die Bevölkerungsgruppe zu schrumpfen beginnt, während Schulden exponentiell wachsen.

Auch weltweit nimmt das Wachstum in dieser Gruppe ab, natürlich getrieben durch die o. g. Länder und zum Teil kompensiert durch das Wachstum im Rest der Welt, also vor allem Afrika und dem Nahen Osten. Wichtig ist, dass auch die BRICs schrumpfen, natürlich vor allem Russland und China!

Quelle: Zero Hedge

bto: Wer jetzt in der Zuwanderung die Lösung sieht, den warne ich, da es vor allem darum geht, qualifizierte Zuwanderung zu erzielen. Wie hier immer und immer wieder beschrieben, verschärft Zuwanderung in die Sozialsysteme, wie sie vor allem Deutschland anzieht, das Problem noch zusätzlich, weil noch mehr Menschen aus dem System ziehen!

Das zeigt sich schon heute an der unterschiedlichen Produktivität pro Kopf in den Regionen.

  • OECD = $40T/Jahr
  • BRICS = $15T/Jahr
  • RoW = $8T/Jahr

Wenn man diese Zahlen anwendet, sieht man den wirtschaftlichen Effekt der Bevölkerungsentwicklung. Ceteris paribus bringen die neuen Erwerbstätigen immer weniger zusätzliches BIP:

Quelle: Zero Hedge

Wenn man in dieses Bild nun wieder das globale BIP, die Verschuldung und das Zinsniveau einfügt, sieht man Ponzi wirklich auf einen Blick:

Quelle: Zero Hedge
Die Autoren führen weiter aus: „The annual adult population growth peaked in 1988 but the FFR had already begun it’s southward turn in advance of decelerating population growth.  Of course, debt (the substitute of the decelerating population growth) was already responding although global GDP didn’t respond nearly as well.
Continuing deceleration of population growth offset by rate cuts incenting ever greater debt loads (with continually underperforming GDP) was the central banks only play.
And now as population growth and decelerating demand really begin to wane (…) the playbook is basically exhausted save for one play (…) simply print money with which to buy assets and ‚permanently retire‘ those assets.  Think Treasury’s, think MBS, think equity’s (…) think anything that can be digitally created and digitally destroyed all to perpetually shrink the outstanding float (think perpetual short squeeze).  How long this can maintain asset values northward march in the face of the populations southward divergence is anybody’s guess.

zerohedge.com: „Add It Up … And It Doesn’t Add Up“, 25. Mai 2016

4 Antworten
  1. Julian says:

    Was ist mit der möglicherweise sehr bald anstehenden exponentiellen Explosion von Technologiefortschritten?

    Kann es sein, dass wir vielleicht sogar einen Vorteil bei abnehmender Bevölkerung haben wenn „Maschinen übernehmen“?

    Vielleicht extrapoliert man hier ja nur auf Basis der Vergangenheit – Denken im alten Paradigma, dadurch keine Aussagekraft für die Zukunft?

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    • Wolfgang Selig says:

      Hier kann ich nur fragen, wie lange die Explosion des Technologiefortschritts schon propagiert wird? „Wo ist der Effekt der Digitalisierung?“ fragten schon klügere Köpfe als ich. In den Statistiken in den letzten Jahrzehnten war es nicht wirklich messbar. Ich behaupte, der Effekt kommt erst, wenn die Robotik so weit ist, dass autonom handelnde Maschinen flexibel auf breiter Basis bezahlbar eingesetzt werden können und kostengünstig die ganze Bandbreite vom Spargelstechen in der Landwirtschaft über Kartoffelschälen in der Gastronomieküche bis zum Reifenwechseln in der Autowerkstatt einen großen Teil der heutigen Arbeit beherrschen. Nur dann können m.E. wirklich eklatante Demographieprobleme technologisch aufgefangen werden. Natürlich vorausgesetzt, dass Wartung, Entwicklung und Überwachung der Geräte nicht den Großteil des Produktivitätsfortschritts zunichte macht…

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  2. Julian says:

    Viel wichtiger ist m.E. die Entwicklung einer starken künstlichen Intelligenz (KI). Diese kann wiederum eine bessere KI entwickeln, usw. Das sorgt dann wirklich für exponentiellen Fortschritt.

    Anscheinend sind wir da nur paar Jahre davon entfernt.

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    • Andreas Müller says:

      „Anscheinend sind wir da nur paar Jahre davon entfernt.“
      Das hat Karl Steinbuch bereits in den 60er Jahren geschrieben.
      Man kann ernsthaft bezweifeln, dass es KI geben kann. Algorithmen sind nicht intelligent. Intelligent ist nur derjenige, der leistungsfähige Algorithmen entwickelt. Nur er hat einen letzten Zweck als Antrieb, um mit den Dingen zu spielen und etwas Neues zu schaffen.
      „Das sorgt dann wirklich für exponentiellen Fortschritt“
      Mindestens genauso leicht stellt sich der Glaube daran als totalitärer Alptraum herausstellen.

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