Die Schuldenschwergewichte der Welt

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Diese Abbildung haben viele vermutlich schon gesehen: Dargestellt sind die Länder der Welt proportional zur Größe der Staatsverschuldung relativ zum BIP. Ich fände die Abbildung noch besser, wenn man die Gesamtverschuldung nehmen würde. Denn dann würden Länder wie Kanada und Australien, aber auch Singapur, deutlich schlechter (= größer) aussehen. Dennoch ein Bild, das zum Nachdenken anregt.

Courtesy of: Visual Capitalist
7 Kommentare
  1. Katalin says:

    Guten Tag,

    ich dachte, damit das Vermögen wächst, müssen auch die Schulden wachsen, wie hier (mit meinen bescheidenen Kenntnissen der VWL) erläutert. Adressiert an Herrn Stöcker da zuerst hier gepostet: „Wer Schulden nicht versteht, versteht auch die Geldpolitik nicht“

    Herr Stöcker,

    es gibt nur 2 Menschen auf der Welt, ich und Sie.

    FALL:
    ich erliege 2 Wildschweine, biete Ihnen 1 an, da ich das andere nicht brauche (zuviel) und da es sonst vergammelt und somit wertlos ist, unter Bedingung, dass Sie mir später, von Ihrer Kartoffelernte ( dass Sie im Moment nicht haben) 10 kg Kartoffeln, abgeben.

    Lassen Sie uns bitte, das Vollgeld anhand dieses (zugegeben einfaches) Falles diskutieren und:

    a. das Geld/Inflation
    b. die Schuld
    c. den Zins

    erklären.

    BESTEHNDES FINANZSYSTEM: ( OHNE BANK, d.h. VOLLGELD)
    Sie geben mir etwas, in der Hoffnung, dass ich Ihnen später mehr davon zurückgebe. Dies kann jedoch nur funktionieren indem ich eine gute Ernte einfahre.

    Warum spielt es hier eine Rolle um was für ein Finanzsystem es sich handelt, d.h. ob Vollgeld oder Fiatgeld. Ihre Mehrarbeit oder Anstrengung (2 Schweine) lohnt sich nur, wenn ich mich bei Ihen verschulde, d.h. Ihnen 1 Schwein abnheme. D.h. wir beide erzeugen in diesem Fall Geld(durch Schuldverhältnis) ohne meine Verschuldung ist Ihr Schwein wertlos. Erst meine Verschuldung bei Ihnen, versetzt mich in die Lage (dadurch, dass ich nicht verhungere) Ihnen später etwas zurückzugeben.

    a. Geld/Inflation:
    entsteht durch Ihr Ersparniss und meine Bereitschaft mich zu verschulden. Der Wert kann nur erhalten werden, indem ich es schaffe gute Ernte einzufahren.

    b. Schuld:
    ermöglich es mir erst Einkommen zu erzielen

    c. Zins:
    Wird durch das Verhältnis 1. Schwein zu Kilo Kartoffeln bestimmt.

    BESTEHNDES FINANZSYSTEM: (MIT BANK, d.h. FIATGELD)
    Ich, Sie und eine 3 Person(Bank die Schuldscheine ausstellt). Wenn ich mich bei der Bank, die gar nichts besitzt verschulde (durch das Ausstellen eines ungedecktes Schuldscheins) erzeugt sie Fiatgeld, dadurch versetzt sie mich erst in die Lage, Ernte einzufahren. Voraussgesetzt Sie akzeptieren den Schuldschein und verkaufen mir ihr Schwein. Wenn Sie es aber nicht tun, ist Ihr 2-tes Schwein wertlos.

    Wo ist denn der Untschied zu 1:

    a. Geld/Inflation:
    entsteht durch das Ausstellen des Schuldscheins durch die Bank. Erst meine Bereitschaft mich zu verschulden und Ihre diesen Schuldschein zu akzeptieren, verstetzt mich in die Lage Ihnen etwas zurückzugeben, d.h .den Wert des Schuldscheins(Geldes) zu erhalten

    b. Schuld:
    ermöglich es mir erst Einkommen zu erzielen

    c. Zins:
    Wird durch das Verhältnis 1. Schwein zu Kilo Kartoffeln bestimmt.

    FAZIT:
    Es ist völlig irrelewant wie das Geld entsteht, gedeckt(VOLLGELD) oder ungedeckt(FIATGELD) und in die Wirtschaft kommt. In beiden Fällen muss sich aber jemand verschulden und der andere hoffen, damit es zu Einkommenserzielung (durch das schaffen neuer Werte kommt) kommt und erst das neue Einkommen führt zu Ersparniss.

    Bezogen auf das Beispiel heisst das;
    Erst meine Verschuldung ermöglicht es Ihnen wirklich zu sparen, d.h auf einen Teil Ihrer bereits erbrachten Leistung/Ertrag(1 Schwein) jetzt zu verzichten in der Hoffnung später etwas mehr davon bzw. anderen Sachen zurückzuerhalten.

    Die Bestimmungsfaktoren von;
    a. Geld/Inflation
    b. Schuld
    c. Zins

    in beiden Fällen (VOLLGELD oder FIATGELD)

    bleiben die gleichen:
    -Die Möglichkeit mich zu verschulden, d.h. etwas jetzt ohne Gegenleistung zu erhalten
    -Meine Fähigkeit gute Ernte zu erzielen
    -Ihr Vertrauen in meine Fähigkeit Ernte zu erzielen
    -Das plötzliche Auftauchen weiterer Personen (mehr Kartoffeln)
    -Das Ausmaß der Geldmengenausweitung und damit der Verschuldungsmöglichkeiten

    Man könnte das Beispiel auf weitere Personen erweitern, aber daurch würde sich an der Grundaussage nichts ändern.

    Bitte um Kommentare und Meinungen

    Gruß

    Katalin

    Antworten
    • Michael Stöcker says:

      Guten Abend,

      die Frage ist nicht Vollgeld oder Fiatgeld sondern Vollgeld oder KREDITgeld. Hätten Sie zuvor den Beitrag zu den Vollgeldspielereien gelesen, würden Sie diese Fragen alle nicht stellen. Denn welchen Sinn macht ein Vorrat an Zentralbankgeld, wenn wir bereits ein Kreditverhältnis haben??? Und in unserer Miniwirtschaft gibt es dann ja wohl auch nur den Fall einer Monobank: https://soffisticated.wordpress.com/2013/06/30/der-geld-ist-kredit-spezialfall/. Was soll dann bitte schön Vollgeld???

      Und der Zins wird bei Ihnen durch das Verhältnis von Schwein zu Kartoffeln bestimmt??? Die Dimension würde mich ja schon interessieren, die da bei Ihnen herauskommt. Prozent können es ja wohl nicht sein. Oder habe ich in Ihrer Argumentation etwas übersehen?

      „Erst meine Verschuldung ermöglicht es Ihnen wirklich zu sparen“

      Nö! Auch in einer Subsistenzwirtschaft kann ich sparen; aber eben nicht monetär, sondern ausschließlich real. Wenn Sie einen Kamin betreiben und Waldbesitzer sein sollten, dann haben Sie sich ja vielleicht schon mal selber einen Holzvorrat angelegt.

      Die Bestimmungsfaktoren sind beim Vollgeld natürlich nicht die gleichen, geschweige denn dieselben, da die Vollgeldler dem Staat Geld ohne Gegenleistung zur Verfügung stellen möchten; die ominöse Seigniorage, die es aber real nicht gibt. So etwas wirkt grundsätzlich inflationär (insbesondere bei den Assets, da der Matthäus-Effekt immer wirkt) bzw. verhindert Deflation (Stichwort Hybridity).

      Bevor Sie hier weitere Fragen stellen, die eigentlich schon lange geklärt sind, empfehle ich Ihnen, sich zuerst durch den Blog von Herrn Menéndez durchzuarbeiten (je nach Lesegeschwindigkeit 3 bis 4 Wochen). Insbesondere auch die Diskussionen sind sehr aufschlussreich. Und dann am besten noch den Online-Kurs von Perry Mehrling.

      Und noch ein Ratschlag sei erlaubt: Vergessen Sie alles, was Sie bislang über Geld zu wissen glaubten und in den Medien gelesen haben bzw. größtenteils immer noch lesen können. Gehen Sie einfach mal davon aus, dass sich die Erde tatsächlich um die Sonne dreht. Will sagen: Investitionen sind die Voraussetzung für Ersparnisse und nicht umgekehrt, wie es die Loanable Funds Theorie unterstellt, auf deren Basis auch die Bundesbank noch bis zum Jahre 2007 unser Geldsystem erklärt hatte und sich so auch in 99 % aller Lehrbücher findet. Nur so schaffen Sie die kopernikanische Wende im Geldsystemverständnis.

      Und als kleine Anregung für den Blog Soffisticated hier noch ein Zitat aus einem Kommentar vom „Großmeister“:

      „Wenn man erst mal angefangen hat Zinsen als Versicherungselement vor einer unsicheren Zukunft zu sehen (‘we simply do not know’ – Keynes, siehe auch Derman) und der infantilen Vorstellung abgeschworen hat, daß Zinsen eine “Belohnung” für ein – zu allem Überfluß auch noch – “moralisches Verhalten” sein sollen, bekommt man überhaupt erst mal einen Blick dafür, was ein Finanzsystem eigentlich ausmacht. Solange man sich jedoch an die Spar- oder Einlagentheorie des Geldes – mithin die Vorstellung der Goldwährung und in Folge die Quantitätstheorie – klammert, um unbedingt die “wahren” Hintergründe des Wirtschaftens hinter dem “Geldschleier” auszuloten, wird man eine (auch nicht mehr so) neue paradigmatische Sichtweise auch dann nicht erkennen können, wenn sie direkt vor einem liegt!

      Ersteres hat natürlich einen Vorteil: wirtschaftspolitische Artikel und Kolumnen lesen sich zum größten Teil besser und unterhaltsamer als Micky Mouse! :-)“

      LG Michael Stöcker

      Antworten
  2. Katalin says:

    Guten Morgen,

    Guten Tag,

    in meinem Bekanntenkreis aber auch in den Kommentaren der meisten Zeitungen wie z.B. der FAZ, behaupten viele Menschen, das Geld wird völlig aus dem Nichts geschaffen (in den USA aber auch in Europa) von einer kleiner religiösen Minderheit, die in Europa während des zweiten Weltkrieges fast vollständig vernichtet wurde. Dies behaupten gebildete Leute, wie Ärzte, Anwälte usw.
    Auf diese Art und Weise, werden wir alle von dieser religiösen Minderheit ausgebeutet und versklavt, behaupten diese Leute.

    Ich weiß aber, dass das so nicht stimmt. Es gibt aber keine geheime Macht, die die Welt kontrolliert, sondern die Welt wird durch den Handel (national wie international) angetrieben.

    Kann mir jemand erklären;
    a. Was Geld ist, wie es entsteht und in die Wirtschaft kommt
    b. Wie das Vollgeld funktioniert und wo die genauen Unterschiede zwischen dem heutigem Geldsystem und einem Geldsystem das auf
    Vollgeld basieren würde sind, mit Vor- und Nachteilen
    c. Wie ist der Zins, wie er entsteht und welche Rolle er in der Wirtschaft/Geldsystem spielt

    Am besten anhand eines Beispieles, wie oben zwischen 2 Menschen oder 3 die miteinander Handel treiben. Denn man versteht etwas erst dann, wenn man komplizierte Sachverhalte so erklären kann, dass es auch Fachfremde bzw. einfache Leute verstehen.
    Es geht mir darum, diesen Menschen wenn Sie wieder mal behaupten, dass Geld entsteht völlig aus dem Nichts – und daraus Schlussfolgern unsere ganzes System ist Verbrecherisch – zu kontern bzw. ihnen unser Geldssystem so zu erklären, damit sie es auch verstehen, anhand dieses Beispiels von nur 2 oder 3 Personen und die Rolle der Zentralbank und des Zinses.

    Es geht mir darum unser System und damit die Demokratie auf diesem Wege zu verteidigen, denn bei aller Kritik an unserem System, es gibt kein besseres.

    Danke

    Gruß

    Antworten

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