Bears Are Taking Over World Stock Markets

Während sich bei uns alles um die „souveräne Entscheidung“ von Frau Merkel dreht und um ihre herausragende wirtschaftliche Bilanz (???!!) braut sich an den Weltbörsen das Unwetter zusammen, welches wir hier immer wieder diskutiert haben.

Oktober – Crash?

Dazu nur folgende Charts (zunächst aus Zerohedge und dann noch von Elliott Wave). Ja, Charts sagen nichts über die Zukunft. Aber sie sind interessant und sollten zum Denken Anstoß geben:

  • „According to data analyzed by Thomson Reuters, the number of global stocks that are technically in a bear market has increased since the start of the year, prompting some analysts to ring the proverbial bell that the Central Bank bubble in stocks may already be over.“ – bto: und wenn diese platzen sollte, dann wird es eng.

  • „Reuters said 9.3% of the individual constituents of the S&P 500 index were in a bear market in January. By October 22, that number significantly jumped to 34.1%, and more than 70% of stocks were in correction territory.“ – bto: das bedeutet, dass der Bär schon länger tanzt. Ich habe das immer mit der abnehmenden Marktbreite diskutiert.
  • „In Europe, there is blood on the streets. Most equity indexes are in or about to achieve correction status. The German DAX Performance Index has fallen 13.28% this year. Italy’s FTSE MIB is lower 14% on the year, and the Financial Times-Stock Exchange 100 Index is about to enter a correction.“ – bto: ja, ich habe immer gesagt, Europa ist billiger als die USA und es dehalb bevorzugt. Fehler. Andererseits habe ich immer geraten global zu diversifizieren, vor allem wenn man hierzulande wohnt.
  • „Some analysts point out that the recent surge in securities hitting 20% declines could be the straw that breaks the camel’s back, and an ominous turning point that could signal the global economy is headed for trouble in 2019.“It’s really an indication that a global bear market has probably already started,” said Albert Edwards, global strategist at Societe Generale, who spoke with Reuters, adding that technical indicators, such as the breadth of the market – pointed to the same conclusion.“ – bto: ja, der Perma-Bär. Dennoch halte ich viel von ihm.

Zu denken gibt mir auch dieser Vergleich:

Quelle: Elliott Wave International

Klar. So was ist keine Basis für Investmententscheidungen. Das ist Spekulation. Dennoch ist es ein Warnzeichen, weil eben so vieles anderes am Markt nicht passt. Siehe Charts oben.

Passend dazu sind so viele Amerikaner von weiteren Kursanstiegen überzeugt, wie lange nicht mehr!

  • „Thanks to a small downward revision in September’s data, October’s Conference Board consumer confidence data rose to 137.9 (above expectations) – its highest since September 2000.Current and future expectations both soared in October – despite the equity market collapse…

 

  • „Led by ‚rich‘ Americans who have not been more confident since the dot com bubble…“

Zero Hedge: „Bears Are Taking Over World Stock Markets „, 29. Oktober 2018

Zero Hedge: „The Number Of Americans Expecting Stocks To Drop Is Lowest Since 2007“, 30. Oktober 2018

10 Kommentare
  1. Klaus Samer sagte:

    Am Beispiel der Techaktien, insbesondere von Amazon, kann man sehr schön verfolgen was passiert wenn überzogene Gewinnerwartungen bei KGVs von 100+ von Fakten eingeholt werden. Amazon war am 4.9.2018 bei 2039 $ und steht derzeit bei 1530. Der 30 gleitende Durchschnitt (Todeskreuz) wurde am 10.9. gerissen und der 200 Tage am 26.10.

    Amazon hat also seit der Spitze um gut 25% verloren und ist vom KGV immer noch bei 120 aktuelles und über 60 erwartetes KGV:

    Man mag Charttechnik für Voodo halten, sie hat aber solange eine Berechtigung solange sich Marktteilnehmer zumindest teilweise daran orientieren und die Fundamentaldaten nicht ausser acht lassen. Insbesonder in nachrichtenlosen Zeiten wie z.B. zwischen den Quartalszahlen dürften sie eigentlich einer der einzigen kursbewegenden Faktoren sein, wenn nicht gerade politische Großereignisse den Gesamtmarkt bewegen.

    Es wird ja viel darüber geredet das die Hausfrauenhausse noch nicht stattgefunden hat und deshalb es noch kein Zeichen für den nahenden Crash ist. Ich denke das ist falsch, bezogen auf das Segment der Techaktien hat es sowohl die Hausfrauenrally und die dazugehörige Volatilität gegeben und jetzt geht es nach unten.

    Die Wirtschafspresse schreibt der Entwicklung hinterher und es wird viel von dicken Nerven die man haben muß, nötiger Korrektur und sogar Kaufgelegenheiten gefaselt. Das Problem ist wer jetzt Kaufgelegenheiten sieht muß begründen durch welchen Treibstoff denn die Kurse auf neue Höhen getrieben werden sollen und dafür gibt es keine Gründe. Für fallende Kurse jede Menge.

    Gut möglich das die Börse nochmal eine kurze Pause einlegt und es eine technische Gegenreaktion gibt, alte Höhen oder sogar darüber hinaus werden wir nicht sehen. Ich denke der Bär ist gekommen um zu bleiben und nochmals steigende Kurse sind bestenfals Bullenfallen.

    Was den deutschen Markt angeht so ist Covestro im letzten halben Jahr um 40% gefallen, einen trifftigen Grund dafür sehe ich nicht. Klar die sind zyklisch und da die nächste Rezession vor der Tür steht wird das die Chemieindustrie sicherlich treffen, aber der Vorstand will ja auch in den nächsten Jahren 900 Stellen abbauen und die Produktionskapazitäten für 1,5 Milliarden insbesondere in den USA erweitern. Was das Eigenkapital und die Profitabilität angeht kenne schlechtere Firmen und bei einem KGV von 6 darf sich der Gewinn halbieren und die sind immer noch nur bei 12.

    Ich empfehle hier nichts aber die gehören zu meiner Position, weil ich denke für die machen genau das richtige sowohl für die nächste Rezession als auch für den dann folgenden Aufschwung. Die sind halt ein schlagendes Beispiel dafür wie irrational man auch nach unten übertreiben kann.

    Wenn ich das richtig sehe ist zwischen 2008 und 2009 der Umsatz bei Covestro (vormals wohl Bayer Materialscience) um 25% eingebrochen. Das wäre für mich ein Anhaltspunkt für die nächste Krise.

    Man kann natürlich auch glauben das die Kurse nur korrigiert sind und sich von hier zu neuen Höhen aufschwingen. Dann muß man so investieren ich tue das nicht.

    Die manche schlauen Analysten haben für Amazon ein Kursziel von 2100-2400 ausgegeben von 46 sagen 12 strong buy, 28 buy, 4 underperform und 2 sell. das durschnittliche Preisziel liegt bei 2100.
    (Quelle Yahoo Finance). Soweit zum Thema „Experten“.

    Ich kann mich noch an die Jubelstürme der deutschen Wirtschaftspresse zum Thema Bezos vor einigen Monaten erinnern als Amazon die Billionen geknackt hat das hatte musksche Popularitätsdimensionen, den bisherigen Kursverlust hat so gut wie Keiner kommentiert.

    Nur Tesla stemmt sich derzeit erfolgreich gegen den Trend weil seine Jünger glauben das Musk endlich die Firma in das Land der dauerhaften Profitabilität geführt hat, könnte sich als Trugschluß erweisen.

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  2. Wolfgang Selig sagte:

    bto: „ja, ich habe immer gesagt, Europa ist billiger als die USA und es dehalb bevorzugt. Fehler.“

    Ich würde mich selbst an Ihrer Stelle nicht zu früh kritisieren, Herr Dr. Stelter, auch wenn Ihr Bekenntnis sehr ehrenwert ist. Es ist noch überhaupt nicht klar, wie der weltweite Bärenmarkt weitergeht, wenn es erst richtig rappelt. Auch in den USA ist vieles im Argen. Wir haben glaube ich erst den Beginn der Abwärtsbewegung gesehen und es steht von Chinazöllen über Brexit, evtl. Italexit, Zinserhöhungen bzw. Inflationserwartungen etc. sehr viel aus, dass m.E. in Teilen noch nicht wirklich eingepreist ist.

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    • Zweifler sagte:

      @Wolfgang Selig
      Wir sind in keinem Bärenmarkt und die Konjunktur in den USA läuft gut, keIne Anzeichen einer Eintrübung. Auch die Gewinne der Unternehmen dort fallen nicht, ganz im Gegenteil. Wenn die Gewinne steigen, steigt die Börse. Chinazölle, Brexit, Italexit, da fürchte ich mich aber sehr, aber auch nur zu Halloween.
      Ein „großartiger Deal“ vom blonden Herrn und keiner spricht mehr von Chinazöllen.
      Den Brexit werden wir gar nicht bemerken, es wird sich ein fauler Kompromiß im letzten Moment finden, genauso wie im Falle Italiens.
      Wir befinden uns im letzten Drittel eines Bullenmarktes, ja, aber dieses letzte Drittel könnte länger gehen, als manchem lieb ist.

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      • Wolfgang Selig sagte:

        @Zweifler: Also meine Befürchtungen halten sich im Gegensatz zu Ihnen vollständig auch nach Halloween, aber was Ihre Kritik an dem von mir voreilig verwendeten Begriff Bärenmarkt betrifft, muss ich Ihnen nach nochmaligem Lesen recht geben. Ein Rücksetzer rechtfertigt noch nicht den Begriff Bärenmarkt; da habe ich mich von der Grafiküberschrift zur falschen Wortwahl hinreißen lassen.

  3. SB sagte:

    Interessante Überlegungen von Robert Rethfeld dazu: Hat der Bärenmarkt in den USA begonnen?
    https://www.goldseiten.de/artikel/393996–Hat-der-Baerenmarkt-in-den-USA-begonnen.html

    „…Zusammengefasst: Die fehlende negative Zinsstruktur ist ein bullisher Faktor für die Aktienmärkte. Ein S&P 500-Verlaufshoch war in der Vergangenheit stets der Inversion der Zinsstruktur nachgelagert. Erst kommt die Inversion, dann das Aktienmarkthoch, dann die Rezession. Die Konjunktur der USA strotzt vor Kraft, gekippt ist sie bisher nicht…“

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  4. SB sagte:

    Wäre ich Trump, würde ich begrüßen, wenn nach den Midterm-Wahlen die Luft aus dem Dow entweicht. Dann wäre bis zu den nächsten Wahlen noch genug Zeit, damit sich die Lage wieder beruhigen kann. Ungünstig wäre dagegen ein kräftiger Absacker relativ kurz vor den Wahlen in zwei Jahren, aufgrund dessen die Wähler eher mit wenig Optimismus an die Wahlurnen gehen.

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  5. Thomas M. sagte:

    >Ja, Charts sagen nichts über die Zukunft.

    Diesbezüglich Einspruch bzw. zumindest eine Relativierung: Aus Charts lassen sich *wahrscheinlichere* Entwicklungen ableiten. Wenn dem nicht so wäre, dürfte es keine Trends geben. Wenn man 30 oder 500 Einzelwerte zu einem Index mittelt und der dann 4-10 Jahre lang steigt, ist darunter etwas am Werke, was eine Richtung vorgibt. Vielleicht Wirtschaftswachstum, oder billiges Geld, gute Stimmung, oder nur technische Trader, die kaufen, weil es trended (wie schon oben im Kommentar geschrieben)…

    Die technische Analyse ist denkbar platt. Aber gerade das ist ja ihr Vorteil. Die Vergangenheit ist ein guter Prädiktor für die Zukunft. Wenn heute alle bullish sind und Geld da ist oder billig besorgt werden kann und daher investiert wird, ist es *vermutlich* morgen auch noch so. Zumindest ist es unwahrscheinlicher, dass morgen alles anders ist.

    Damit möchte ich nicht sagen, dass in der technischen Betrachtung die Lösung liegt. Aber sie ist ein gutes Tool, um sachlich begründete Investments zu prüfen und Verlustbegrennzungen zu realisieren. Es nützt ja nichts, inhaltlich auf lange Sicht recht zu haben, wenn man gegen den Markt investiert. Denn so sachlich scheint der mir nicht unterwegs zu sein…

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  6. Jacqu sagte:

    Falls jemand mal eine professionelle Sichtweise für die eigene Geldanlage lesen will:

    https://www.capital.de/geld-versicherungen/value-strategie-warum-michael-keppler-gegen-den-strom-schwimmt?article_onepage=true

    Zum Artikel selbst: Wir wissen einfach nicht was kommt. Wie Kostolany schon sagte, Bullen- und Bärenmarkt resultiert aus zwei Faktoren: Geld und Psychologie. Es kann schlimmer werden, es kann auch nochmal rapide nach oben drehen. Die Earnings Season ist nämlich durchgehend positiv in den USA. Amazon und Alphabet gehören natürlich langfristig in jedes Depot! Häme wie im ersten Beitrag ist da überhaupt nicht angebracht.

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  7. troodon sagte:

    „Zu denken gibt mir auch dieser Vergleich:“
    Im Vergleich zu 1929 und 1987 hätte der US-Markt bereits gestern deutlich abgeben müsste, damit die Schablone „5-day-crash“ gepasst hätte.
    Und wenn dieser Vergleich nicht mehr passt, kommt morgen ein anderer Waver oder Analyst, der den nächsten historischen Vergleichschart postet. Und irgendwann hat dann mal jemand recht von denen… Jeden Tag wird eine neu Sau durchs Dorf getrieben… Wer aufgrund solcher Vergleiche eigenes Geld einsetzt, hat wohl zu viel davon…

    Markttechnisch läuft aktuell eine kurzfristige Gegenreaktion, mittelfristig besteht noch kein Kaufsignal. Dafür waren auch die bisherigen Kursverluste nicht hoch genug. Es muss aber auch nicht zwingend ein markttechnisches, mittelfristiges Kaufsignal vorhanden sein, bevor der Markt nachhaltig nach oben dreht. Denn die eierlegende Wollmilchsau ist auch die technische Analyse nicht.

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