„Abwertungswettlauf hat Folgen“

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Schon vor einigen Monaten habe ich auf das eigentliche Ziel der Geldpolitik hingewiesen: die eigene Währung schwächen. Der Vermögensverwalter Felix Zulauf, den ich ebenfalls früher schon verlinkt habe, äußert sich in einem Kommentar in der FuW. Die Highlights:

„Seit Jahren leiden die Industrieländer an zu schwacher Nachfrage, um die strukturellen Probleme über Wachstum lösen zu können. Die Ursachen dafür sind vielschichtig, liegen primär in der Demografie, der hohen Verschuldung unserer Systeme, der Globalisierung und einer fehlgeleiteten Politik. Der große Verlierer dabei ist der Mittelstand der Industrieländer, dessen real verfügbares Einkommen nach Abzug von Teuerung und Fixkosten (Steuern, Versicherungen, Abgaben, Wohnkosten etc.) seit vielen Jahren stagniert oder sogar schrumpft. Zudem ist seine Arbeitsplatzsicherheit wackelig geworden; überspitzt formuliert erleidet er in gewissem Sinne eine ‚weiche Depression‘.“

„Nach der deutlichen Schwächung des Dollars seit dem Platzen der Technologieblase hat Japan im Herbst 2012 mit einer aggressiven Abwertung begonnen, um Wachstum zu forcieren und die Deflation zu bekämpfen. Die Abwertung des Yens von bis zu 40 Prozent gegenüber Währungen von Konkurrenten hat dort entsprechende Probleme ausgelöst (…).“

„China wurde dadurch klar tangiert und ist nun gleichzeitig konfrontiert mit den zunehmenden Folgen des historisch wohl exzessivsten Kredit- und Investitionsbooms der Geschichte. Statt die deflationären Konsequenzen einfach hinzunehmen, wird China mit neu geschöpfter Liquidität die Probleme dämpfen wollen. Damit können wir mit größerer Liquiditätsschöpfung und einer damit einhergehenden Abwertung der chinesischen Währung rechnen, die vor kurzem begonnen hat. Bisher ist der Kurs knapp fünf Prozent gefallen, daraus könnten aber im Laufe der nächsten ein bis zwei Jahre 20 Prozent oder mehr werden. Dadurch wird China zur wichtigsten Quelle der globalen Liquiditätsschöpfung.“

Folgen:

  1. Export von Deflation in die Welt.
  2. Gefahr eines Abwertungswettlaufs, weil andere Länder/Regionen reagieren (müssen).
  3. Mehr globale Liquidität, weil nur über Geldmengenausweitung der Wechselkurs gedrückt werden kann.
  4. Aus Mangel an Investitionsmöglichkeiten fließt das Geld in die Finanzmärkte und fördert bestehende Blasen.
  5. Blasen werden als solche nicht mehr erkannt. Man gewöhnt sich an die verzerrten Vermögenspreise.
  6. Irgendwann werden die Märkte merken, dass „der Kaiser nackt ist“ – ein Einbruch folgt.
  7. Dieser wird die Realwirtschaft negativ beeinflussen – und dann wird die Politik noch mehr Gas geben.

Damit teilt Zulauf die Meinung von Albert Edwards. Und wenn dann richtig Gas gegeben wird, ist die Folge klar: Zerüttung des Währungssystems.

FINANZ und WIRTSCHAFT: „Abwertungswettlauf hat Folgen“, 9. Mai 2014

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