Best of 2021: Deutschland braucht Strategie – Dekade der Vermögensvernichtung

Dieser Beitrag erschien im Februar 2021 bei bto und bei manager-magazin.de

Über 100 Wirtschaftswissenschaftler unter Anführung des französischen Star-Ökonomen Thomas Piketty haben in der letzten Woche gefordert, dass die EZB die von ihr gehaltenen Staatsschulden abschreiben solle. Die so entlasteten Staaten sollten sich in gleicher Höhe erneut verschulden, um damit höhere Staatsausgaben zu finanzieren. Sinnvolle Projekte im sozialen Bereich gäbe es genug.

Nun könnte man es als ein Ansinnen des linken Lagers abtun, gäbe es nicht ein Muster: nämlich, dass diese Forderungen einige Zeit im Raum stehen und die offizielle Seite – hier die EZB – sie zunächst ablehnt, um sie im Zuge der nächsten Krise der Eurozone auf die eine oder andere Weise dann doch umzusetzen.

Die Corona-Krise ist hier Vorwand und Beschleuniger zugleich. So beteuerten Politiker jahrzehntelang, der Euro bedeute nicht den Eintritt in eine Schulden- und Transferunion, nur um sie dann im Zusammenhang mit Corona einzuführen. Wolfgang Schäuble freute sich im Interview gar, dass die Krise so etwas Gutes hätte. Man wunderte sich, war er es doch, der zuvor immer betonte, dass dies ausgeschlossen sei. Da war der amtierende Finanzminister Olaf Scholz ehrlicher. Bereits wenige Wochen nach dem EU-Gipfel, bei dem man einen „einmaligen“ Solidaritätsfonds beschloss, räumte er ein, dass es sich dabei um ein dauerhaftes Instrument handelt.

Dekade der Vermögensvernichtung

Nüchterne Beobachter kann es nicht wundern. Seit Jahren wissen wir, dass der Euro nicht funktioniert und zu einer zunehmenden Divergenz führt. Die starken Länder werden stärker, die schwachen, schwächer. Wir wissen auch, dass die Verschuldung der Staaten und zum Teil des Privatsektors zu einer immer größeren Last für die wirtschaftliche Entwicklung werden. Bekannt ist außerdem, dass die verdeckten Verbindlichkeiten der Staaten für Pensionen-, Renten und Gesundheitsversorgung einer alternden Gesellschaft in allen Ländern der EU ein Niveau überschreiten, das einem Mehrfachen des Bruttoinlandsprodukts entspricht.

Wir nähern uns dem Ende eines langen Weges immer höherer Schulden und Versprechen. Wie stets in solchen Situationen wird es zu einer Lösung kommen, die zu Verlusten führt. Aber wer wird die Verluste tragen? Bis jetzt sieht es danach aus, dass wir Deutschen die großen Verlierer dieses Spiels sein dürften:

  • Die Transferunion, die nun in der EU und vor allem in der Eurozone etabliert wird, basiert auf der Logik, dass tief verschuldete Staaten wie Deutschland und die Niederlande den anderen, höher verschuldeten Staaten helfen. Sämtliche Erfahrungen – Länderfinanzausgleich, Nord-/Süditalien etc. – deuten darauf hin, dass diese Transfers Differenzen verfestigen, statt zu reduzieren. Besonders angesichts der erheblichen Unterschiede bei den privaten Vermögen stellt sich die Frage nach der Fairness.
  • Die Schuldenunion als konsequente Fortsetzung der Transferunion hebt das Ganze auf eine höhere Ebene. Weil die Belastung der Steuerzahler in Deutschland nicht so direkt spürbar ist wie heutige sofortige Transfers, findet sie breite Unterstützung. Sie erlaubt ein deutlich höheres Volumen und eine noch einseitigere Verteilung der Mittel. Zudem eröffnet sie die Perspektive einer immer weiteren Verschuldung für jene Länder, deren Kreditwürdigkeit schon heute faktisch an der Intervention der EZB hängt. Auch dies ist nichts anderes als eine Lastenverschiebung zuungunsten Deutschlands.
  • Dies alles geschieht vor dem Hintergrund einer massiven demografischen Wende. In der EU beginnt die Erwerbsbevölkerung zu schrumpfen. Damit werden nicht nur die verdeckten Verbindlichkeiten offensichtlich, sondern vor allem droht eine Rückkehr der Inflation. Hat der demografische Angebotsschock seit den 1980er-Jahren – Babyboomer, Markteintritt von Osteuropa und vor allem Chinas – zu einem Überangebot an Arbeitskräften und deshalb zu Lohndruck geführt, droht nun das Gegenteil: höhere Löhne und damit Inflation. Dies trifft vor allem jene, die ihre Ersparnisse in Geld anlegen: Konto, Sparbuch, Lebensversicherung, also die Deutschen.
  • Der Kampf gegen den Klimawandel wird diese inflationären Tendenzen verstärken. Er führt zu höheren Staatsausgaben und mehr privater Nachfrage, weil vorhandene Vermögenswerte entwertet und Neuanschaffungen erzwungen werden. Verstärkt wird die inflationäre Tendenz durch die aktive Rolle der Notenbanken, die argumentativ bereits vorbereitet wird.

    Da Transfer- und Schuldenunion an den grundlegenden Problemen nichts ändern, werden die von Piketty und Co. ins Gespräch gebrachten Schuldenschnitte über die EZB-Bilanz unweigerlich in der einen oder anderen Form umgesetzt werden. Diese Monetarisierung der Schulden wird deutlich größer ausfallen (müssen), als es gefordert wird und hat zwangsläufig eine Verteilungswirkung: Die großen Schuldner profitieren überproportional, während die damit drohende Geldentwertung alle Halter von Euro trifft. Die Sparer sind perspektivisch die Dummen. Eine Lösung der Schuldenproblematik geht nur über Verluste für die Gläubiger. Höchste Zeit, dass wir uns diesen Realitäten stellen und daran machen, nicht die größten Verlierer des Spiels zu sein.

    Noch können und müssen wir handeln!

    Unsere Politik muss alles daransetzen, den hiesigen Wohlstand mit Blick auf die erheblichen Gefahren von Inflation und Schuldensozialisierung zu schützen, statt wie derzeit über die Verteilung unseres Wohlstands zu philosophieren – Klimaschutz, Eurorettung etc. – oder über höhere Steuern. Das ist kein Nationalismus, sondern durchaus im Interesse der EU. Denn nur ein wirtschaftlich starkes Deutschland kann auch in Zukunft die Rolle des Garanten glaubhaft ausfüllen eine wichtige Voraussetzung für die Stabilität.

    Konkret sollten wir Folgendes tun:

    • Fördern der Vermögensbildung in Deutschland: Wir haben weniger Vermögen als unsere Nachbarn, weil ein großer Teil der Bürger über kein oder nur wenig Vermögen verfügt. Während die Top-Ten-Prozent über ähnlich viel Vermögen verfügen wie die Top-Ten-Prozent in den Nachbarländern, sieht es in den anderen Gruppen deutlich schlechter aus. Ansatzpunkt ist deshalb, private Vermögensbildung bei uns zu fördern: durch Entlasten der unteren und mittleren Einkommen, Abschaffen der Grunderwerbssteuer für die erste selbst genutzte Immobilie, Fördern des Aktiensparens und einer generell besseren finanziellen Bildung der Bürger
    • Auflegen eines Altersvorsorgefonds, in den der Staat für jeden Bürger unter 65 Jahren 25.000 Euro einbezahlt: Die Bürger können über das Geld verfügen, nachdem das Geld mindestens zehn Jahre angelegt wurde und sie das 65 Lebensjahr erreicht haben. Der Fonds würde ähnlich wie der norwegische Staatsfonds das Geld global gestreut in Aktien, Immobilien und Infrastruktur investieren. Zusätzlich wäre der Fonds offen für die Ersparnisse der Bürger. Ausführlich bereits hier beschrieben.

    Damit würden wir vier Ziele auf einen Schlag realisieren: Verhindern der Altersarmut, gleichmäßigere Vermögensverteilung, inflationsgeschützte Geldanlagen der Deutschen und eine höhere deutsche Staatsverschuldung – aber immer noch unter dem Durchschnitt der Eurozone –, was mit Blick auf die Monetarisierung der Schulden auf EU-Ebene hoch attraktiv wäre. Wir würden mitmachen.

    • Finden einer Lösung für das immer größer werdende Problem der TARGET2-Forderungen: In dem seit Jahren andauernden Streit, ob diese nun uneinbringliche und unverzinsliche Forderungen sind (Position Hans-Werner Sinn) oder aber nur eine Verrechnungsposition ohne Bedeutung, halte ich es mit Blaise Pascal: Angesichts des erheblichen Schadens, der droht, wenn Professor Sinn recht hat, sollte Deutschland das Geld besser anlegen. Dass dies geht, ist schon seit Langem bekannt, die Politik müsste nur entsprechend handeln. Eine Möglichkeit wäre ein Investitionsfonds, der gezielt in den Schuldnerländern investiert. Denn selbst wenn kein Ausfall drohen sollte, stellt eine Entwertung mit Blick auf die Rückkehr der Inflation ein erhebliches Risiko dar.
    • Drängen auf einen europäischen Schuldentilgungsfonds, den ich ebenfalls bereits vor einiger Zeit vorschlug. Konkret sollten alle Staaten – auch Deutschland! – Staatsschulden in einem bestimmten Prozentsatz des Vor-Corona-BIP auf die EU verlagern und dort in einem Schuldentilgungsfonds bündeln, der über sehr lange Zeit refinanziert wird (100 Jahre). Konkret sollten alle Staaten – auch Deutschland! – Staatsschulden in einem bestimmten Prozentsatz des Vor-Corona-BIP auf die EU verlagern und dort in einem Schuldentilgungsfonds bündeln, der über sehr lange Zeit refinanziert wird (100 Jahre). Ökonomisch entspricht dies den Überlegungen von Piketty und Co., allerdings mit drei wesentlichen Unterschieden: Der Umfang wäre deutlich höher. Alle Staaten – nicht nur die hoch verschuldeten – profitierten und die EZB würde die Forderungen nicht abschreiben, sondern einfach sehr lange liegenlassen. Vor allem könnten wir mit einem solchen Schritt den endgültigen Einstieg in eine Schulden- und Transferunion verhindern. Statt eines Blankoschecks zugunsten einzelner Länder – deren Bürger zudem über mehr Vermögen verfügen –, wäre es eine einmalige Aktion, bei der auch wir gewännen.

    Wir können nichts am Umfeld ändern. Wir können uns aber darauf einstellen und so versuchen, den Schaden zu minimieren. Höchste Zeit, dass die Politik das Thema der Wohlstandssicherung wieder auf die Agenda nimmt!

    Kommentare (21) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
    1. Dietmar Tischer
      Dietmar Tischer sagte:

      Gestern wurde im Podcast eine THESE thematisiert, die als vermeintlich ausgewiesene, dass sich der Zustand des Planeten bezüglich menschlicher Lebensbedingungen verschlechtere. Warum nicht die positive Gegenthese zu Wort kommen lassen – ist doch in Ordnung und im Sinne eines offenen Diskurses auch konstruktiv. Und wenn der Gesprächspartner bei all seiner positiven Einschätzungen erklärt, dass das 1,5-Grad-Ziel nicht wir angestrebt erreicht werden wird, unterstreicht das seine Seriosität.

      Heute ist von einer STRATEGIE die Rede unter den Aspekten Transferunion, Schuldenunion, demografische Wende und Klimawandel. Auch dagegen ist nichts zu sagen und auch nicht dagegen, dass zum Handeln aufgerufen wird.

      Am Schluss lese ich die abstrakt richtige, aber als Handlungsanweisung luftige Feststellung:

      >Wir können nichts am Umfeld ändern. Wir können uns aber darauf einstellen und so versuchen, den Schaden zu minimieren.>

      Ich habe hier nichts zu empfehlen und vorzuschlagen schon gar nichts, erlaube ich mir allerdings, etwas zu wünschen:

      MEHR REALITÄT!

      Und zwar KONKRETE Realität, über die es KEIN Für-und-Wider geben kann.

      Beispielhaft kann ich mir einen Podcast vorstellen, in dem ein kompetenter Gesprächspartner, etwa Prof. Dr. F. Dudenhöfer zur Automobilindustrie Stellung nimmt. Er kennt sie nicht nur aus praktischer Erfahrung mit Leitungsfunktion bei mehreren Automobilunternehmen, sondern kann sie als gelernter Ökonom auch volkswirtschaftlich einschätzen.

      Hintergrund ist die Tatsache, dass die Produktion in Deutschland auf dem Niveau von 1974 ist – nach den Daten von Prof. Dudenhöfer. Das ist nicht nur mit Chipmangel zu erklären, sondern mit einem NIEDERGANG des Standorts Deutschland. Andererseits haben deutsche Unternehmen MEHR produziert – anderswo.

      Was sind die URSACHEN, was die KONSEQUENZEN und zwar nicht nur für München, Stuttgart und Wolfsburg, sondern über die Zulieferer für die gesamte Wertschöpfung im Land. Damit meine ich nicht nur das Sachvermögen die Automobilproduktion betreffend, sondern auch die Beschäftigung mit den daran hängenden Einkommen. Wir reden hier nicht von der Herstellung von Kugelschreiberminen.

      Und was ist ERFORDERLICH an Produktionskapazität für die Herstellung von E-Automobilen, für die Errichtung der E-Infrastruktur (Ladeeinrichtungen) sowie die Bereitstellung von E-Energie, wenn die von der Koalition avisierte E-Mobilität auf der Straßen erreicht werden soll?

      Wie sieht die Gesamtlage mit Blick auf die internationalen Entwicklungen, insbesondere hinsichtlich der Technologieentwicklung bei den globalen Wettbewerbern aus?

      Dr. Stelter wird tiefergehende Fragen leicht formulieren können und Prof. Dr. Dudenhöfer würde als Antwort ganz sicher fundierte Aussagen treffen können.

      Für mich wären diese INTERESSANTER als so manche Diskussion über Thesen.

      Auf jeden Fall wären sie realwirtschaftlich sehr RELEVANT – und das selbstverständlich auch für die Erörterung von Thesen und Strategien, mit denen wir implizit wie explizit nahezu tagtäglich unvermeidlich konfrontiert werden.

      Antworten
      • JürgenP
        JürgenP sagte:

        @ DT 3. JANUAR 2022, 15:31 „Hintergrund ist die Tatsache, dass die Produktion in Deutschland auf dem Niveau von 1974 ist – nach den Daten von Prof. Dudenhöfer“.

        Herr Tischer, zum Jahresbeginn bringen Sie m.E. genau den richtigen Vorschlag und beschreiben exemplarisch für die Automobilindustrie auch genau die richtige Herangehensweise an das Aufdecken von Ursachen.

        Wenn Prof. Dudenhöfer die (Automobil-)produktion auf dem Niveau von 1974 sieht, so stellt sich die Frage, was genau er damit meint. Es können nicht die fehlenden Roboter sein, auch nicht die Werkhallen oder die Ausbildung von Mitwirkenden in der Produktion. Das ist alles vom Feinsten in den Unternehmen vorhanden. Es wurde viel investiert in die Unternehmen seit Toyota zur Mitte der 1990er Jahre die vermüllten Regale bei Porsche abgeräumt und abgesägt hat. Was aber hat man vernachlässigt bzw. auf dem Niveau von 1974 belassen.

        „Wie sieht die Gesamtlage mit Blick auf die internationalen Entwicklungen, insbesondere hinsichtlich der Technologieentwicklung bei den globalen Wettbewerbern aus?“.

        Sie sprechen, wie so viele von „Technologie“ und meinen, so vermute ich „Technik“. Das Durchdenken des Unterschiedes könnte m.E. auf den Pfad der Erkenntnis führen, was sich seit 1974 nicht analog zur Anwendung von digitalisierter Technik (Roboter, ERP-System u.dgl.) entwickelt hat.

        Es ist kein Zufall, dass Prof. Ropohl zur wissenschaftlich fundierten Klärung des Begriffs „Technologie“ in die Schatzkiste der Systemwissenschaften gegriffen hat. Aus seiner Darstellung ließe sich ableiten, dass unter „Egalwelche“Technologie weit mehr zu verstehen ist als die mehr oder weniger gekonnte Verknüpfung von Prozessen zur Entwicklung, Erzeugung und dem Vertrieb von technischen Artefakten.

        Möglicherweise weist die Arbeit von Ropohl auf fehlende Entwicklungsschritte nicht nur in der Automobilindustrie. Dass sie in der Branche fehlen, in der ich mich ganz gut auskenne, kann ich per se bestätigen: Bau- und Immoblienbranche.

        Antworten
    2. Felix
      Felix sagte:

      Allen ein Gutes neues Jahr 2022.

      Ich möchte mich den erfrischenden Kommentaren hier anschließen. Herr Dr. Stelter: bto ist schon gut. Wie wäre es, wenn Sie die Veröffentlichungen hier etwas näher an den Erkenntnisstand und etwas weiter weg vom Noch-Mainstream bringen würden?

      Antworten
      • Dr. Lucie Fischer
        Dr. Lucie Fischer sagte:

        @Felix
        Auch Ihnen alles Gute und courage für´s neue Jahr!
        Wir können davon ausgehen, , dass auch der blog von Dr. Stelter von global- Nugding-Think-Tanks als Quelle für noch raffiniertere Manipulations-Strategien benutzt wird.
        Deren Kreativität = dürftig ,Vorgaben sind zu erfüllen . Sie geben sich alle Mühe , aber plump, weil Macht-geil. Nicht unser Problem, dennoch hat es Konsequenzen.
        Codes entschlüsseln, Wahrheiten sind immer schlagend -einfach, weil nicht raffiniert.
        Look-in-the-mirror, booster-babe!
        https://www.youtube.com/watch?v=-1WJyLQjypo

        Antworten
        • Felix
          Felix sagte:

          @ Doc Fischer

          Danke dafür. Aber ein bißchen was muss noch gehen mit dem Blog.

    3. @foxxly
      @foxxly sagte:

      @ bto:
      ich wundere mich immer wieder, wie naiv uns zb. “wohlstandssicherung” verkauft wird.
      oder ist dies eine ablenkung von der realität?

      in einem fortgeschrittenen kapitalistischen wirtschaftssystem, wie derzeit, ist die umverteilung so massiv, dass die verteilung von reichtum und zuwachs derselben, systemisch für die masse immer ungünstiger wird.

      nur wenige haben es geschafft in den letzten 20 jahren, real, also kaufkraft bezogen, einen vermögenszuwachs erreicht zu haben.
      mindestens 80% haben dieses nicht geschafft.
      und dieser vorgang verschlechtert sich zunehmend.

      wenn ein so hoher anteil an menschen entreichert werden, dann kann keine politik mehr das rad zurück drehen. (ob sie denn dies ernstaft wollen, ist eine andere frage, eher nein!
      solche äußerungen der wohlstandssicherung sind nur noch eine farce!

      der systematik des kreditgeldsystems, würde die wohlstandssicherung widersprechen.

      Antworten
      • Bauer
        Bauer sagte:

        @ Freund foxxly

        >> “ich wundere mich immer wieder, wie naiv uns zb. “wohlstandssicherung” verkauft wird.
        oder ist dies eine ablenkung von der realität?”

        Ja, die ist es, denn der sogenannte Wohlstand besteht zumindest im Falle Deutschlands wirklich grossenteils aus heisser Luft. Deine Frage ist also durchaus berechtigt.

        >> “in einem fortgeschrittenen kapitalistischen wirtschaftssystem, wie derzeit, ist die umverteilung so massiv, dass die verteilung von reichtum und zuwachs derselben, systemisch für die masse immer ungünstiger wird.”

        Lass’ gut sein! D – und nur davon ist hier die Rede – praktiziert sogar schon soviel Umverteilung, dass Initiative und Investitionsneigung zum Schaden aller längst ausgebremst werden. Dass dies im schwächeren Teil der Wirtschaftsteilnehmer eher und härter empfunden wird, liegt in der Natur der Sache. Wenn Du einem “Reichen” 1000 € wegnimmst, zuckt der mit den Achseln, aber wenn Du einem “Armen” auch nur 100 € vorenthältst, verhungert er.

        Reichtum ist eine relative Grösse. Da wir alle bereits über die existenzielle Bedürfnisbefriedigung hinaus gesättigt sind, ist “Reichtum” eine soziale Grössenordnung geworden. Man vergleicht sich mit dem Nachbarn oder mit den Beispielen aus der Regenbogenpresse. Glaube mir, was ich da schreibe, denn ich bin dieser Frage regelmässig von beiden Seiten ausgesetzt. Wenn man da nicht über der Sache steht, wird man entweder zum Revolutionär oder zum Nimmersatt.

        Da ich regelmässig bei unseren Nachbarn aus und ein gehe, sehe ich im unmittelbaren Vergleich, dass die Deutschen vermögensarme Leute sind. Zwei verlorene Kriege mit anschliessender Geldvernichtung, die Vertreibung, die Demonage danach haben die alte Substanz vernichtet, die in den Nachbarländern (West) doch grösstenteils noch vorhanden ist und vererbt wurde. Dafür wird in D mehr und wirkungsvoller geschafft. Sinngemäss ist der Deutsche ein Schiffbrüchiger, der zwar keine Auftriebshilfen (Schwimmweste) mitbekommen hat, aber von allen die kräftigsten Muskeln und Ausdauer, um trotzdem über Wasser zu bleiben.

        Antworten
    4. Alexander
      Alexander sagte:

      Schulden streichen = untergräbt den Euro-Wechselkurs
      Vermögen enteignen = untergräbt den Euro-Wechselkurs
      100 Jahre € Fonds = untergräbt den Euro-Wechselkurs
      Weiter so = untergräbt den Euro-Wechselkurs

      Euro-Wechselkursverlust zum $ in 2021 = 7%

      “Treibstoff teurer
      Gas teurer
      Nahrung teurer
      …nur die Ausreden werden immer billiger”

      Läuft.

      Antworten
      • DCSi
        DCSi sagte:

        @Alexander

        Veränderungen werden (zu spät) erzwungen über den Verlust des Außenwertes des Euros.

        Das ist der Regelkreislauf, zuvor noch Kapitalverkehrsbeschränkungen, eine richtig starke Wegzugsbesteuerung, etc.

        Alles ideologisch, religiös unterstützt. Der Wähler wird es bis Schluss (Endsieg?) nicht wahrhaben wollen.

        Allen ein gesundes, erfolgreiches neue Jahr!

        Antworten
        • Tom96
          Tom96 sagte:

          @ DCSi und Alexander
          Seit Beginn der 80er Jahre verfolge ich die Handels- und Zahlungsbilanzen im Westen später in der Gesamt-BRD unter besonderer Wirkung des Tourismus. Dieser lag 1989 etwa bei 40 Mrd DM und nahm mit den Ostlern den krassen Kick-Off nach ganz oben. Dazu die verschwenderischen Auslandanlagen – für was eigentlich, wofür sollen die hier dann eingesetzt werden?
          Die Ausgaben- und die Einnahmenseiten werden drastisch heftig schrumpfen.
          Fazit, die sinnlose Zerstörung durch Massentourismus (Italien, Spanien, Türkei, Karibik, Asien, Oceanliner etc.) für persönliche Vergnügen, alles Störende oder Verzögernde bzw. anders Eingeforderte zu verachten, müssen aufhören und diese tun es bereits in einer Dimension, die die Pauschal-Bucher niemals freiwillig schlucken würden. Diese kannten immer nur noch einen Trip mehr, weiter, länger.
          Abpfiff, der naturverträglichsten Art!

          Der Wechselkurs ist abhängige nachfolgende Variable der realen Verhältnisse – gut so.

        • Alexander
          Alexander sagte:

          @Tom96

          Zur Einführung des fiat money im Zuge von Finanzierungsproblemen aller Art gab es im Donaumoos letzte Korbflechter in entsprechender Armut. Zeitgleich kochte man in den Küchen der Hänge im südtiroler Vinschgau noch an offenen Feuerstellen (bis in die 1970er)….

          Was uns hier wiederfährt ist Disruption der besonderen Art, beinahe alle würdevollen Anpassungen nach “unten” sind versperr; öffnen sich erstmal die Schleusen der VermögenspreisDeflation im Zuge dieser variantenreich fiesen Virusattacke, das Glück der Ü99% Überlebenden hält sich in eingeschränkten Grenzen…

          Zum Donaumoos, eine Entwicklungshistorie
          https://youtu.be/MVTAlwlOLfs

        • Richard Ott
          Richard Ott sagte:

          @Alexander

          “Zur Einführung des fiat money im Zuge von Finanzierungsproblemen aller Art gab es im Donaumoos letzte Korbflechter in entsprechender Armut.”

          Das Donaumoos muss selbstverständlich wiedervernässt werden, die Trockenlegung dieser Moorlandschaft vor 200 Jahren war ein schwerer Fehler.

          Moore sind wichtige CO2-Speicher für den Klimaschutz in der Klimakrise und im Kampf gegen die gefährliche Erderhitzung, und -noch viel wichtiger- stellen Sie sich mal vor, welchen Effekt es auf die Münchener Boden- und Immobilienpreise hat, wenn ein großes Gebiet nördlich von München plötzlich kein nutzbares Land mehr ist…

          Ist doch klar, dass die Grünen-wählenden Immobilienbesitzer in München den Vorschlag super finden. Sich selbst mit einem Vorschlag nützen und dabei gleichzeitig öffentlich ein ökologisches Gewissen heucheln zu können, ist eine seltene Gelegenheit, die nicht ungenutzt verstreichen sollte. ;)

        • Tom96
          Tom96 sagte:

          @ Alexander
          Vinschgauer, das Lebensbrot überhaupt für harte ehrliche Lebens- und Wirtschaftsführung
          https://www.merano-suedtirol.it/de/partschins-rabland-und-toell/natur-kultur/land-leute/unser-wasserfall-blog/45-das-vinschger-paarl.html
          Köstlichkeit und Kostbarkeit, selbst das Rezept.
          Wenn Menschen in Bildung, Kultur, Arbeit, Leben ihre Wurzeln und Fähigkeiten wegwerfen, enden die Optionen ziemlich rasch und heftig. Zinsen benötigen erstmal eine Basis, bevor die Gesetzmäßigkeiten von Mathematik greifen.
          It’s basics – stupid.

        • Alexander
          Alexander sagte:

          @Tom96

          Anis zaubert den besonderen Geschmack in die Vinschgerl, die zur Brotzeit mit Käse und Wasser so beeindrucken.

          Tatsächlich verloren die Vinschgauer schon während der faschistischen Diktatur ihre Freiheit, symbolisch durch den Reschensee indem eigens ein Dorf versank:
          https://youtu.be/zcuWLyiG7q8

          Mit dem Strom kamen Arbeitserleichterung wie Entertainement; die Sprengung von Strommasten letztes Aufbäumen vor der Flucht der Tiroler Freiheitskämpfer nach Südamerika.

          Freie Bauern mussten als Skilift-Knechte ihre Alterssicherung vedienen und spätestens ihre Kinder beendeten stilles Leid in bescheidenem Lebenswandel. Der Blick zurück in eine Zeit zu der alle Brücken abgebrochen wurden: youtu.be/__uZiD-Od3Y

          It´s economy.
          youtu.be/QKhZgH5wctM

          @Dr.Lucie Fischer

          Clearasil reicht in Selbstversorgerzeiten nicht um den Kartoffelkeller vor ungebetenen Mitessern zu befrieden, mein Vorschlag youtu.be/4EiECcDx5gk

        • Tom96
          Tom96 sagte:

          @ Alexander
          zum Beginn dieses Dokumentarfilms fällt mir dieser Titel der aus der Wiener Szene ein
          “San Marino Boots”
          https://youtu.be/jNdGKOZvo1s
          aus wiki.:
          “San Marino (amtlich Republik San Marino, italienisch Repubblica di San Marino, Beiname La Serenissima ‚die Allerdurchlauchteste‘) ist die vermutlich älteste bestehende Republik der Welt mit einer Geschichte, die der Überlieferung nach bis auf das Jahr 301 mit der Gründung durch den heiligen Marinus zurückgeht. Sie ist als Enklave vollständig von Italien umgeben und liegt zwischen den Regionen Emilia-Romagna (Provinz Rimini) und den Marken (Provinz Pesaro und Urbino), nahe der adriatischen Küste bei Rimini. San Marino ist einer der sechs europäischen Zwergstaaten und sowohl mit einer Bevölkerung von rund 30.000 Einwohnern als auch mit einer Fläche von rund 60 km² der jeweils fünftkleinste international anerkannte Staat der Welt.

          Hauptstadt ist die gleichnamige Stadt San Marino, Amtssprache ist Italienisch. Der Staat ist Mitglied der Vereinten Nationen (UNO), des Europarats und der Lateinischen Union, nicht jedoch der Europäischen Union. Dennoch nutzt San Marino den Euro als Währung. San Marino gehört, gemessen am nominalen BIP pro Kopf, zu den reichsten Ländern der Welt, hat keine Staatsschulden und eine der niedrigsten Arbeitslosenquoten der Welt.”

          Niemand muß in der EU sein, um dessen Währung oder eine freiwillige Bindung an eine Währung einzugehen.
          Wettbewerb war das Credo der ursprünglichen Europäer.
          Das magische Viereck geht von ausgeglichenen Handelsbilanzen aus.
          Verantwortung für die Vermögen nimmt den Menschen keiner ab – es ist immer an ihnen und dem Staat, den sie selber bilden – Souveränität.

        • Dr. Lucie Fischer
          Dr. Lucie Fischer sagte:

          @Tom 15:30
          Wenn Sie Roggenbrot-Rezepte zitieren, dann bitte keine fake-Rezepte , denn:
          In Berghöfen gab es keine Bäcker-Hefe, jeder Hof hat eigenes ” Mikrobiom”/ Laktobakterien, die noch z.B. heute die ca 400 verschiedenen Käsesorten Frankreichs auszeichnen.
          EU-Vorschriften versuchen, die Vielfalt von Bakterienkulturen durch Sterilisations-Vorschriften zu vernichten, dabei ist ein Geheimnis des gesamten Lebens die Symbiose von Bakterien, Viren, Pilzen und Menschen. Terroir, Grand cru!
          Also Vinschgerl ohne Hefe!
          faule Kompromisse werden nicht geduldet, bang bang!
          https://www.youtube.com/watch?v=eM89uPkt4fI

      • Dr. Lucie Fischer
        Dr. Lucie Fischer sagte:

        @Alexander
        “…nur die Ausreden werden immer billiger”
        Aber die finale Ausrede für angesteuerten Zusammenbruch von Werten, Geldsystem, Freiheitsrechten, Restdemokratie wird sein ( ich wette darauf ! ) : schuld sind Viren.
        EZB und alle Herrscher waren und bleiben immun per Gesetz.
        This-time-it´s diffent.
        Exitstrategie/ individuell, wie im MIttelalter:
        https://www.kopp-verlag.de/a/selbstversorgung-aus-dem-garten

        Antworten
      • Dr. Lucie Fischer
        Dr. Lucie Fischer sagte:

        @Alexander 16: 15
        Touristen**** sind vergänglich, Narben bleiben im hauchdünnen Humus der Berglandschaften.
        Gegen Diebe hilft nicht Pickel-Clearasil, besser :
        Hexenwissen/ Kräutergarten, / Notarztausbildung , technisches Equipment. bang, bang.
        ” Spanne den Bogen , aber schiesse den Pfeil nicht ab. Noch gefürchtet bleibst du Gefahr”-
        Gewölbte Erdkeller mit Feuersalamandern und freundlichen Erdkröten, Glücksbringerinnen.
        Özdemir ist , wie Jasmina Spahn und Jens Weidmann im global-young-leader-Programm des WEF.
        Hofreiter nicht, Pech gehabt, Anton:
        https://www.youtube.com/watch?v=sWOUi0PVTXw

        Antworten
        • Tom96
          Tom96 sagte:

          @ Doc Lucie
          Fürs Protokoll:
          https://www.aldi-reisen.de/sonderflyer
          Vor 15 Jahren startete der Discounter für billigste und konformste Verkaufen der Basics von körperlicher Nahrungszuführung mit dem Travelbusiness – ein Meilenstein der Dekadenz des Massen…
          Hier wie da, ob im richest oder pauschalen Segment, die Menschen fliehen im Grunde nur vor sich selbst, ihr Abesentismus vom täglichen Sein, zeigt dabei tatsächlich nur die totale Überflüssigkeit von alldem Verschwenden von Lebenszeit auf diesen nutzlosen Tripps in die Beliebigkeit. die Arche Noah dagegen war ein wirkliches Menschenabenteuer.

          Edgar Allan Poe :
          Hinab in den Maelström

          “Die Wege Gottes in der Natur wie auch in der Vorsehung sind nicht wie unsere Wege; noch sind die Dinge, die wir bilden, irgendwie der Unendlichkeit, Abgründigkeit und Unerforschlichkeit seiner Werke vergleichbar, die eine Tiefe in sich haben – ungemessener als der Brunnen des Demoktitus.

          Joseph Glanville
          … Wie prahlerisch es auch klingt, es ist dennoch wahr: ich begann zu empfinden, welch herrliche Sache es sei, auf diese Weise zu sterben, und wie töricht es von mir war, beim Anblick solch großartigen Beweises von Gottes Herrlichkeit an mein eigenes erbärmliches Leben zu denken. Ich glaube, ich errötete vor Scham, als dieser Gedanke mir in den Sinn kam. Nach einiger Zeit erfaßte mich eine wilde Neugier bezüglich des Strudels selbst. Ich fühlte tatsächlich den Wunsch, seine Tiefen zu ergründen, obgleich ich mich selbst dabei opfern mußte, und mein hauptsächlicher Kummer war der, daß ich meinen alten Gefährten an Land niemals von den Wundern berichten sollte, die ich erschauen würde. Das waren gewiß sonderbare Betrachtungen für einen Mann in meiner Lage, und ich habe schon manchmal gedacht, daß die Drehungen des Bootes im Strudel mir ein wenig den Kopf verrückt hatten. …”

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