Zur These der “säkularen Stagnation”

Dieser Beitrag erschien erstmals im November 2013 bei bto und Cicero Online. Er behandelt die Thesen zur säkularen Stagnation, die von Larry Summers (und Ben Bernanke) in die Welt gesetzt wurde. Am Sonntag diskutiere ich darüber und über die (fatalen) Folgen mit Prof. Mayer in meinem Podcast. Trotz des Alters ist der Beitrag eine gute Einstimmung:

Der Harvard-Ökonom und frühere US-Finanzminister Lawrence Henry „Larry“ Summers hat bei einer Konferenz des Weltwährungsfonds (IWF) eine viel beachtete Präsentation gehalten. Medien in aller Welt wie die FINANCIAL TIMES und auch SPIEGEL ONLINE haben ausführlich darüber berichtet. Das liegt an der Sprengkraft seiner Aussagen. Hier meine Sicht der Dinge auf Cicero Online:

Die Weltwirtschaft steht vor einer jahrzehntelangen Phase der Stagnation. So prognostiziert es der frühere US-Finanzminister Larry Summers. Die Ursache dafür sieht er im Überhang an Ersparnissen, die nicht ausreichend zu Investitionen führen. Mit anderen Worten: Während die einen das Geld horten, fehlt es an anderer Stelle für sinnvolle Investitionen.

Die westlichen Volkswirtschaften erholen sich nur langsam

Sichtbar wird dieses Ungleichgewicht von Ersparnis und Investition an den anhaltenden Handelsungleichgewichten: mit China, Japan und Deutschland als Sparer auf der einen Seite und den USA, UK und der Peripherie Europas als Schuldner auf der anderen Seite. Das steht auch hinter der Diskussion über die deutschen Außenhandelsüberschüsse. Die Folge: Der Ersparnisüberhang führt nicht zu ausreichend tiefen Zinsen, um die Investitionen zu stimulieren. Das wiederum kann die Weltwirtschaft unmittelbar in eine mehrjährige Stagnation führen.

Doch ein solcher Stillstand wäre fatal. Denn nichts kann eine überschuldete Wirtschaft weniger gebrauchen als geringes Wachstum. Je geringer das Wachstum, desto höher die Last der Schulden und die Wahrscheinlichkeit, dass diese nicht mehr ordentlich bedient werden können. Die Wirkung auf Renten- und Sozialsysteme wäre ebenfalls verheerend. Die heute schon unerfüllbaren Versprechungen für Renten und Gesundheitsleistungen wären noch unerfüllbarer.

Auch die Empirie stützt die Argumentation von Summers: Die westlichen Volkswirtschaften erholen sich seit der Finanzkrise nur sehr langsam. Die meisten Länder liegen noch weit unter dem Trendwachstum. Nur die USA und Deutschland liegen nominal über der Wachstumsrate des Jahres 2007. Auch die zunehmende Verschuldung aller Sektoren der Krisenländer stützt diese Argumentation. Es gab keine produktive Verwendung für die Ersparnisse, also finanzierten sie den Konsum in diesen Ländern.

Verstaatlichung aller Banken?

Bereits vor der Krise lagen die Zinsen bedingt durch den Ersparnisüberhang auf einem unnatürlich tiefen Niveau. Sicherlich trifft es zu, dass u. a. China, Japan und Deutschland mit ihren Kapitalexporten dazu beigetragen haben, die Zinsen tief zu halten. Auch die Notenbanken haben einen erheblichen Teil dazu beigetragen – mit ihrer übermäßig aggressiven Geldpolitik.

Was also tun? Die Lösungsvorschläge liegen auf der Hand: negative Zinsen (von der EZB schon angedacht), Anreize für Unternehmen zur Förderung von Investitionen und mehr kreditfinanzierte staatliche Investitionen.

SPIEGEL-online-Kolumnist Wolfgang Münchau geht sogar noch einen Schritt weiter. Um aus der Stagnationsfalle herauszukommen, brauchte man radikalere Lösungen: etwa ein Ende des Bargeldes oder eine Verstaatlichung aller Banken.

Oberflächlich betrachtet stimmt diese Analyse. Aber es gibt viel tieferliegende Gründe für diesen Ersparnisüberhang. Nur wer diese Ursachen sauber analysiert, kann auch wirkungsvolle Lösungen erarbeiten. Hier mein Versuch:

Es gibt einen Ersparnisüberhang, weil es einen Verschuldungsüberhang gibt. Allen Ersparnissen stehen per Definition auch entsprechende Vermögenswerte gegenüber. Einige davon sind Eigenkapital, bei anderen wiederum handelt es sich um Forderungen. Diese Forderungen sind entweder für den Gläubiger offen sichtbar, beispielsweise wenn er eine Staatsanleihe besitzt oder aber versteckt, wenn er eine Lebensversicherung hat (die Lebensversicherung verleiht dann wiederum die Ersparnisse, überwiegend an Banken übrigens) oder wenn er Geld auf dem Bankkonto hält (die Bank verleiht das Geld ebenfalls).

Geld ist Kredit

Dieser Zusammenhang gilt besonders in unserem Geldsystem, in dem Geld faktisch unbegrenzt vom Bankensystem geschaffen werden kann und jeder Geldschaffung letztlich eine Kreditgewährung zugrunde liegt. Denn: Geld ist letztlich nichts anderes als Kredit.

Die Dimensionen des Schuldenanstiegs (und damit auch die Höhe der Forderungen) sind gigantisch. Seit 1980 haben sich die Schulden von Staaten, Nichtfinanzunternehmen und privaten Haushalten in der westlichen Welt von 160 % des BIP auf mehr als 340 % des BIP verdoppelt. Real, also nach Inflation, haben Unternehmen mehr als dreimal, Staaten mehr als viermal und private Haushalte mehr als achtmal so viele Schulden wie 1980.

Verschuldung ohne Folgen

Die Wirkung dieser zusätzlichen Schulden für das Wachstum der Wirtschaft hat über die Jahre deutlich abgenommen. Wuchs die Wirtschaft in den Jahren nach dem Krieg in den USA um 4,60 Dollar für jeden neuen Dollar an Krediten, sank der Effekt auf 24 Cent für den Zeitraum von 1985 bis 2000 und auf 8 Cent in den Jahren 2001–2012. Kurzum: Immer mehr Schulden hatten einen immer geringeren Effekt auf die Wirtschaft.

Ursache für diese abnehmende Wirkung von Kredit dürften zwei Faktoren sein: Erstens, ein immer größerer Anteil der Neuverschuldung floss in unproduktive Zwecke, namentlich staatlichen und privaten Konsum (Sozialleistungen, Immobilien) und zweitens, die Spekulation an den Finanzmärkten.

Mit abnehmender realer Rendite – also Wirtschaftswachstum – war es den Schuldnern nicht möglich, die Zinsen und Tilgungen wirklich zu erwirtschaften. Also haben sie ausstehende Kredite rolliert und sich das Geld für Zinszahlungen ebenfalls geliehen. Gemäß dem Wirtschaftswissenschaftler Hyman Minsky eine klassische Ponzifinanzierung. Die Folge: eine immer weiter steigende Aufschuldung.

Schulden für Wachstum

Da ein immer größerer Teil der neuen Schulden nur dazu dient, die schon bestehenden Schulden zu bedienen bzw. die Illusion der Bedienung aufrechtzuerhalten, fällt das Wachstum der Wirtschaft auf den normalen, ohne Kredit stimulierten Trend zurück. Anders ausgedrückt: Wir brauchen immer mehr Schulden, um etwas Wachstum zu generieren. Sobald die Schuldner wirklich versuchen, die Schulden aus Einkommen zu bedienen, sinkt das Wachstum weiter ab. Genau dieser Effekt ist seit Beginn der Finanzkrise zu beobachten.

Spiegelbildlich zu dieser Aufschuldung sind auch die Forderungen gewachsen. Die Gläubiger fühlen sich reicher, weil Bankkonten und Depots wachsen. In Wirklichkeit aber sind die Forderungen von schlechterer Qualität, weil die Schuldner immer weniger in der Lage sind, diese zu bedienen. Solange aber eine echte Bedienung nicht eingefordert wird, kann die Illusion der Werthaltigkeit aufrechterhalten werden.

Ungleiche Vermögensverteilung

Die zunehmende Aufschuldung im System führt zudem zu einer immer ungleicheren Vermögensverteilung, weil per Definition nur Kapitaleigner von den Zinszahlungen profitieren. Damit einhergehend sinkt die Konsumneigung der Gesellschaft, weil die Sparquote der Vermögenden deutlich über dem Durchschnitt der Gesellschaft liegt und die ärmeren Schichten keinen weiteren Verschuldungsspielraum haben, um zusätzlich zu konsumieren. Damit sinkt das Wirtschaftswachstum zusätzlich.

In einem Umfeld schwachen Wirtschaftswachstums und bestehender Unwägbarkeiten ist es für Unternehmen rational, sich auf die Konsolidierung der Märkte durch Fusion und Übernahmen und die Verteidigung ihrer Margen zu konzentrieren. Die Investitionsneigung geht daher zurück. Auch Staaten investieren dann nicht mehr ausreichend, weil ihre Verschuldungskapazität erschöpft ist und sie Gefahr laufen, das Vertrauen der Gläubiger zu verlieren.

Erwerbsbeteiligung von Frauen, längere Lebensarbeitszeit und gezielte Einwanderungspolitik

Folgt man dieser Analyse, dann wird deutlich, dass die klassische Forderung nach einer Stimulierung der privaten und öffentlichen Investitionen längst nicht mehr ausreicht. Um wirklich die Gefahr einer jahrzehntelangen Stagnation und der dann unweigerlich zu erwartenden offenen und verdeckten Konkurse von privaten und öffentlichen Schuldnern abzuwenden, brauchen wir drastischere Maßnahmen. Diese drehen sich um drei Aspekte:

1. Schuldenüberhang beseitigen

2. Wachstum stärken

3. Finanzsystem nachhaltig reformieren

Die Beseitigung des Schuldenüberhangs ist der schmerzvolle, aber unvermeidbare erste Schritt zur Sanierung der westlichen Wirtschaften. Die schmerzfreien Optionen des Aus-dem-Problem-Herauswachsens und der langsamen Rückzahlung durch die Schuldner funktionieren im heutigen Umfeld nicht mehr. Wir werden um eine Bereinigung durch Schuldenschnitte und eine Umverteilung von Gläubigern zu Schuldnern nicht herumkommen. Da beim Nichtstun jedoch ein deutlich größerer Vermögensschaden zu erwarten wäre, spricht alles dafür, lieber heute als morgen zu handeln. Der IWF wird nicht zufällig das Thema „einmalige Vermögensabgabe“ zur Lösung der Schuldenkrise in die Diskussion gebracht haben.

Zusätzlich müssen die westlichen Volkswirtschaften alles tun, um das Potenzialwachstum zu steigern. Wirtschaftswachstum hängt letztlich von zwei Faktoren ab: dem Wachstum der Erwerbsbevölkerung und der Produktivität gemessen am BIP pro Kopf. Angesichts der demografischen Entwicklung muss alles getan werden, das Arbeitskräftepotenzial zu mobilisieren: Höhere Erwerbsbeteiligung von Frauen, längere Lebensarbeitszeit und gezielte Einwanderungspolitik sind die Stichworte. Auch eine Reduzierung des öffentlichen Sektors, um Arbeitskräfte für den produktiven Teil der Wirtschaft freizusetzen, ist angezeigt.

Produktiv statt konsumtiv

Um die Produktivität zu steigern, müssen Bildung und Innovation den Fokus gesellschaftlicher Investitionen darstellen, während zugleich die Investitionen in staatliche und private Infrastruktur erhöht werden müssen. Diese Forderungen sind deckungsgleich mit den oben genannten Ideen zum Umgang mit dem Ersparnisüberhang, der wie dargelegt eigentlich ein Schuldenüberhang ist, können aber erst nach einer Bereinigung des Schuldenüberhangs die gewünschte Wirkung entfalten. Negative Zinsen, die eine schleichende Entwertung von Schulden und Forderungen zum Ziel haben, wirken zu langsam und es besteht die realistische Gefahr, dass die Wirkung der Stagnation die Wirkung negativer Zinsen übertrifft und die Schulden relativ zum Einkommen weiterwachsen, statt zu sinken.

Letztlich müssen wir unser Finanzsystem reformieren, um eine Wiederholung einer derartigen Aufschuldungssituation zu verhindern. Dies kann nur gelingen, wenn Schulden nur zu produktiven und nicht zu konsumtiven Zwecken aufgenommen werden. Dazu muss das Kreditwachstum in den einzelnen Wirtschaftssektoren streng überwacht und bei Anzeichen eines zu schnellen Anstiegs gegengesteuert werden, u. a. durch erhöhte Eigenkapitalanforderungen.

Larry Summers hat einen entscheidenden Beitrag zur wirtschaftspolitischen Diskussion geleistet. Seine Beschreibung der Symptome ist zutreffend, die Analyse der Ursachen sollte auf das Schuldenproblem erweitert werden. Wir brauchen drastische Maßnahmen, um dem Szenario der säkularen Stagnation zu entgehen. Ob die Politik sich traut?

cicero.de: “30 Jahre Stagnation der Weltwirtschaft”

Kommentare (35) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
  1. Dietmar Tischer
    Dietmar Tischer sagte:

    >Es gibt einen Ersparnisüberhang, weil es einen Verschuldungsüberhang gibt.>

    Die Aussage ist FALSCH des „weil“ wegen.

    Wenn man die „Ersparnis“ und „Verschuldung“ in einem Satz verbinden will, muss er heißen:

    Wenn es einen Ersparnisüberhang gibt, dann gibt es auch einen Verschuldungsüberhang.

    Denn so die richtige Begründung:

    >Allen Ersparnissen stehen per Definition auch entsprechende Vermögenswerte gegenüber.>

    Wenn man eine ERKLÄRUNG für den Ersparnisüberhang geben, also mit „weil“ – URSACHE – operieren will, muss man sagen:

    Es gibt einen Ersparnisüberhang, weil es einen „Unterhang“, d. h. eine zu geringe Nachfrage gibt.

    >Wirtschaftswachstum hängt letztlich von zwei Faktoren ab: dem Wachstum der Erwerbsbevölkerung und der Produktivität gemessen am BIP pro Kopf.>

    Das ist nicht falsch, trifft aber nicht die Ursache eines zu geringen Wachstums:

    Die NACHFRAGE muss steigen.

    Wenn sie steigt, dann wird auch mehr investiert, um sie befriedigen zu können.

    Daraufhin steigt die Erwerbsbevölkerung (bei Unterbeschäftigung), weil mehr Menschen gebraucht werden, um die erhöhte Nachfrage zu befriedigen
    und/oder die Produktivität steigt, wodurch die erhöhte Nachfrage auch
    befriedigt werden kann.

    >Letztlich müssen wir unser Finanzsystem reformieren, um …>

    Wir müssen es nicht, sollten es aber tun.

    Entscheidend:

    Der Schlüssel für Wachstum liegt in der REALWIRTSCHAFT und nicht im Geldsystem.

    Antworten
    • foxxly
      foxxly sagte:

      @ tischer 21 oktober 22:13
      >>Der Schlüssel für Wachstum liegt in der REALWIRTSCHAFT und nicht im Geldsystem.<<

      (diese diskussion hatten wir schon)
      wo bitte kommt das geld für den BIP- zuwachs her?

      kurzfristige vorgänge wie zb. verringerung der sparquote, oder von abschreibungen etc., sind nicht von dauer, deshalb ungeeignet um ein BIP-wachstum nachhaltig herzuleiten.

      bei diesen geldsystem können wir nicht aus der verschuldung herauswachsen.
      jedes stück geld ist ein kredit.
      und wenn dieser kredit zurückbezahlt würde, dann wäre kein geld mehr vorhanden.

      Antworten
      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @foxxly

        “bei diesen geldsystem können wir nicht aus der verschuldung herauswachsen.
        jedes stück geld ist ein kredit. und wenn dieser kredit zurückbezahlt würde, dann wäre kein geld mehr vorhanden.”

        Ja, die Diskussion hatten wir schonmal, aber ich frage Sie trotzdem:

        Würden Sie in dem Fall eine garantiert kreditfreie Gold- oder Silbermünze als Zahlungsmittel akzeptieren? Sie dürften sich sogar das Bild aussuchen – mögen Sie lieber Adler, Kängurus, Springböcke oder vielleicht Ahornblätter?

      • foxxly
        foxxly sagte:

        @ ott
        ich halte eine golddeckung nicht als den königsweg, weil auch dieses inflationiert werden kann.
        zurück zum geldsystem:
        arbeitsleistung darf keine schuld sein!
        darin muss eine lösung gefunden werden, sonst wiederholen wir ständig aufbau und vorsätzliche zerstörung.

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @foxxly

        Das Gold “inflationieren”? Das geht dann aber nur mit betrügerischen Methoden wie Münzverschlechterung. Oder indem nicht mehr die Goldmünzen hin und her gegeben werden, sondern Bezugsscheine auf das Gold eingeführt werden – das meine ich aber explizit nicht.

        “arbeitsleistung darf keine schuld sein!”

        Solange Sie regelmäßig essen und trinken und irgendwo wohnen müssen, um zu überleben (also immer), werden Sie auch gezwungen sein, irgendwie Geld zu verdienen, und üblicherweise wird das durch Arbeit der Fall sein. Alternativ geht natürlich auch Subsistenzwirtschaft auf dem eigenen Acker und mit der eigenen Quelle und der eigenen Holzhütte, oder das romantische Leben als jagender Nomade. Gefällt Ihnen das besser?

      • foxxly
        foxxly sagte:

        @ ott
        geld ist kredit. das sagt eigentlich alles!
        daurch ist unsere arbeitsleistung eine kreditschuld.
        weil dies so ist, können wir niemals mit mehrarbeit/-leistung aus dieser schuldenfalle herauswachsen.

        wenn das BIP kein kredit wäre, dann hätten wir ja keine probleme, oder?

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ foxxly

        >wo bitte kommt das geld für den BIP- zuwachs her?>

        Der Reihe nach:

        Nehmen wir einmal an, das schlaue Kerlchen Tischer hat ein Lastenfahrrad gebastelt, das ihm die Leute aus der Hand reißen (in Leichtlauftechnik ist es zweistöckig beladbar, mit intelligenter Elektronik ausgestattet und nahezu energieautark, weil die Superbatterie im Betrieb auch durch das Treten des Fahrers aufgeladen werden kann).

        Tischer muss dringend seinen Bastlerladen zur Fabrik ausbauen, um die Nachfrage zu befriedigen.

        Er hat kein Geld und geht zur Bank.

        Die Bank sieht die Schlange vor seiner Bastlerwerkstatt, fragt ein paar Zahlen ab und ist bereit, Tischer einen Kredit in Höhe von EUR 500 Mio. zu gewähren, nachdem die vorletzte Hürde keine ist – Baugenehmigung ist nicht erforderlich, siehe Tesla – und die Koalition die letzte beiseite geräumt hat mit Zustimmung des Finanzministers Lindner, EUR 3 Mrd. für den Bau von Radwegen bereitzustellen.

        Ein paar Unterschriften, Tischer hat das Geld auf dem Konto und kann einen Architekten beauftragen sowie später Maschinen und Material kaufen sowie Leute einstellen, um die Lastenfahrräder zu produzieren.

        Derweil antwortet Habeck auf das Geschrei der Opposition im Deutschen Bundestag, die EUR 3 Mrd. seien rausgeschmissenes Geld, dass der Bau von Radwegen eine umweltfreundliche Investition ist, mit der Deutschland seine Zukunft sichere.

        Lindner bekräftigt, dass zu den EUR 3 Mrd. des Staats noch mindestens EUR 7 Mrd. privates Geld kämen, um den flächendeckenden Ausbau von Radwegen bis tief in die ländlichen Gebiete Deutschlands voranzutreiben.

        So geht Wirtschaft.

        Geld spielt keine Rolle, es muss nur NACHFRAGE da sein, dann ist NACHHALTIGES Wachstum möglich.

      • foxxly
        foxxly sagte:

        @ tischer 13:54
        ihre ausführung kann ich nachvollziehen.
        aber dies ist nur eine bedingte antwort.
        klar ist, dass das meiste geld über die kredit-schöpfung der banken in den umlauf kommt.

        nun, leider wird oft suggeriert, dass durch (die richtige) investitionen, verschuldung abgebaut werden könnte. dies ist/wäre falsch!

      • Rolf Peter
        Rolf Peter sagte:

        @R. Ott

        In foxxlys Lesart ist auch Gold Schuldgeld, weil man ja Ressourcen aufwenden muss, um es sich zu beschaffen.
        Ich schätze mal, Helikoptergeld, z.B. Stoeckers zentralbankfinanziertes Bürgergeld, wäre tatsächlich “schuldfreies” Geld.

      • foxxly
        foxxly sagte:

        @ rolf peter 15:07
        imprinzip haben mit dem gold recht, wenngleich es nach dem erwerb von der notenbank nicht mehr beeinflusst werden kann.

        ich habe es schon mal konkretisiert:
        der jährliche BIP-zuwachs in geld, müsste pro kopf lastenfrei ausbezahlt werden.
        dies stärkt den konsum und egalisiert, dass dieses BIP als kredit weiter läuft.

      • Tom96
        Tom96 sagte:

        @ foxxly
        Das erzielbare “Geld” / Zahlungsmittel stammt aus Umsatzerträgen, die sich aus dem ergeben, was aus Bildung in Schule, Lehrbetrieb, Fachhochschule, Berufsschule, Universität, Weiterbildung, Beruflicher Fortbildung tatsächlich in die Leistungsfähigkeit und Willigkeit jeder persönlichen und individuellen Arbeitskraft einfliessen sowie eingebracht und realisiert werden.
        Dieses in Kostenrechnung und Leistungsrechnung zu erfassen und in bilanzierungsfähige Wertansätze mittels Zertifikate/Zeugnisse zu erfassen und mit Inanspruchnahme der Arbeitskraft periodengerecht abzuschreiben, ist im Zeitalter der Digitalisierung ein leichtes Unterfangen.
        Sehen Sie die Hindernisse und Versäumnisse damit etwas konkreter und praktischer, wenn nicht schauen Sie in jede Geschäftszweige und Leistungsprodukte, die in einer Gesamtheit angeboten werden und die tatsächlichen Nachfragen durch Kunden … Diese Technik für Personalplanung macht eine Finanzplanung mittels Diskontierung für die kommenden Perioden ohnehin.
        Sie erkennen heute, welch ein Desaster die BRD GmbH seit Jahren angerichtet hat und zu Abschluss hinterlässt.

  2. foxxly
    foxxly sagte:

    @ … das ist ein super artikel, weil l.summers das geldsystem sehr gut und verständlich erklärt.
    aber leider nur einen teil des geldsystems.
    nämlich als folge dessen:

    er schlägt längere arbeitszeiten, mehr frauen etc. usw. vor, in den produktionsprozess zu bringen.
    soll das die lösung sein?
    er fordert also mehr produktives wachstum.

    nicht gesagt hat l.summers, dass wachstum mehr verschuldung verursacht, als es begleichen zb. tilgen könnte.

    und dies ist der knackpunkt und kern des falschen geldsystems.
    davor hat l.summer hervorragend abgelengt.
    und alle steigen auf diese ebene ein.

    l.summers fordert mehr wachstum als lösung.
    das haben politiker und bisher fast alle experten auch getan.
    und haben sich die verschulungen nachhaltig reduziert, NEIN !
    weil es in diesen kreidtgeldsystem NICHT möglich ist!

    Antworten
  3. JürgenP
    JürgenP sagte:

    @ Rolf Peter 15:38 „… und unsere Gesellschaften auf eine wachstumsfreie Zukunft vorzubereiten“.

    Eine Wachstumsfreie Zukunft wäre überhaupt nicht erstrebenswert und „droht“ uns auch nicht. Es wird genau das Gegenteil eintreten. Fragt sich nur, ob “wir” dabei sind.

    Treffend hat Prof. Fredmund Malik bereits 1995 die heutige Übergangsphase von einem im Endstadium befindlichen Systemzustand in eine Startphase eines neuen Systemzustands als Transformationsphase (Übergang von einer alten Welt zu einer neuen Welt) beschrieben:

    https://www.malik-management.com/de/die-grosse-transformation21/on21 – Malik Management

    Unter „System“ ist (m.E.) die Gesamtheit aller sozio-ökonomischen Prozesse weltweit zu verstehen. Das versteht man doch gemeinhin als „ globale Wirtschaft“.

    Die Ursache dieser Krise beschreibt er als tiefgreifende Kontroll- und Systemkrise, die nur etwa alle 200 Jahre als sozialökonomische Umwandlung vorkommt. Dieser Umwandlungsprozess wurde auch von zwei Autoren beschrieben, und zwar etwa 1930 von Nikolai Kontratieff und im Jahre 1989 von Daniel Stelter in seiner Dissertation. Sein Doktorvater Prof. Fredmund Malik schreibt:

    „Gelegentlich werde ich [Malik] gefragt, ob die Zahl 21 im Titel der Transformation für das Jahr 2021 stehe. Nein sie steht für das 21. Jahrhundert. Sie ist ein Jahrhundert-Ereignis. Besser gesagt: Sie ist das (1) Jahrhundert-Ereignis.

    Schon vorher, 1990, hatte ich [Malik] das Buch „Krisengefahren in der Weltwirtschaft“ geschrieben, zusammen mit Daniel Stelter. Er war einer meiner begabtesten Doktoranten, und er hatte eine so gute Dissertation geschrieben, dass ich ihm die Chance gab, als Ko-Autor mitzumachen. Inzwischen ist Daniel Stelter zu einem Erfolgsautor geworden, dem ich an dieser Stelle herzlich dazu gratuliere“.

    Es ist also kein Zufall, dass sich Herr Dr. Stelter so intensiv mit den Hintergründen der „nicht“-wachstumsfreien Zukunft beschäftigt. Soweit ich das überhaupt beurteilen kann, finde ich, er macht das unschlagbar gut mit Blog, Medien und Büchern.

    Im Grunde ist in den Grundzügen heute schon klar, welche Treiber für Wachstum sorgen werden und wohin die Wachstumsreise gehen wird, Stichworte:

    – Umwelttechnologien;
    – Nano-/Biotechnologien;
    – Gesundheit von (biokybernetischen) Systemen, zu denen auch der Mensch zählt

    und

    ein paar darauf gehängte Technologiefelder mit von Zeit zu Zeit wechselnden Inhalten und Bedeutungen. Momentan ist das Lastenfahrrad angesagt, vielleicht morgen schon der Lasten-Beamer. Wer weis schon, was die nächste Welle alles mit sich bringt.

    Ich bin ganz zuversichtlich: fast nur Gutes.

    Es wäre vorteilhaft, aus bestimmten unbedachten Folgen des nunmehr ausklingenden Wachstums zu lernen und die natürlichen Systeme in der nächsten Phase nicht unnötig weiter zu strapazieren – weil, das wissen wir inzwischen auch: das hat Folgen. Das kann zukünftig auch ganz anders ausgehen, als „nur“ mit einer Finanzkrise.

    Antworten
  4. Rolf Peter
    Rolf Peter sagte:

    Was wir heute sehen, sind die ersten Anzeichen des Endes der zweihundertjährigen Wachstumspartie, die ein grosser Teil der Menschheit feiern konnte.
    Der Klimawandel ist ja nur ein Symptom dieses Endes. Es gibt andere.

    Es geht künftig darum, um es mit dem Titel eines Buches von Howard Odum auszudrücken, „a prosperous way down“ zu finden und unsere Gesellschaften auf eine wachstumsfreie Zukunft vorzubereiten.
    Wenn ich mir die Zerfallserscheinungen ansehe, die wir z.B. in den USA beobachten, die aber allmählich auch in anderen Ländern auftreten, dann bin ich da alles andere als optimistisch.
    Wer einer Stärkung des Wachstums das Wort redet, und gemeint ist natürlich die „harte Größe“ des messbaren BIPs, der versucht nicht nur, die falsche Zielgröße zu managen, sondern richtet auch mehr Schaden als, als er Nutzen stiftet.

    Antworten
    • weico
      weico sagte:

      @Rolf Peter

      “Was wir heute sehen, sind die ersten Anzeichen des Endes der zweihundertjährigen Wachstumspartie, die ein grosser Teil der Menschheit feiern konnte.”

      Ich würde es eher so formulieren:

      Was wir heute sehen, sind die ersten Anzeichen des Endes der zweihundertjährigen Wachstumspartie, die ein GANZ KLEINER Teil der Menschheit feiern konnte.

      Der GANZ GROSSE Teil der Menschheit, hat erst zu feiern begonnen bzw. will in Zukunft noch mitfeiern !

      Antworten
    • Richard Ott
      Richard Ott sagte:

      Herr Peter wäre bestimmt bereit, seinen persönlichen Lebensstandard deutlich einzuschränken, damit die lange Zeit so vom Kolonialismus ausgebeuteten Menschen in Südamerika, Afrika und Asien (insgesamt ungefähr 6,5 Milliarden Menschen) mehr am Wohlstand teilhaben können.

      Ist doch so, Herr Peter – oder?

      Antworten
    • Dietmar Tischer
      Dietmar Tischer sagte:

      @ Rolf Peter

      >Es geht künftig darum, um es mit dem Titel eines Buches von Howard Odum auszudrücken, „a prosperous way down“ zu finden und unsere Gesellschaften auf eine wachstumsfreie Zukunft vorzubereiten.>

      Darum geht es nicht.

      Es gibt NIEMANDEN, der einen solchen Weg, der zugleich ein von den Menschen freiwillig akzeptierter sein müsste, finden kann.

      Denn die Menschen sehnen sich nicht nach einem solchen Weg, werden ihn nicht begehen wollen und daher den Boden, der ihnen unter ihren Füßen gedanklich vorgezeichnet wird, nicht als Weg akzeptieren.

      Es mag irgendwann einmal eine wachstumsfreie Zeit geben, aber es wird keine sein, auf die sie irgendjemand vorbereitet hat.

      Es wäre eine, die sich nicht verhindern können.

      Antworten
  5. weico
    weico sagte:

    “bto: “Wir brauchen drastische Maßnahmen, um dem Szenario der säkularen Stagnation zu entgehen.”

    Welches “WIR” meinen Sie genau ?

    In Deutschland wird das “WIR” ja Mehrheitlich nicht mehr auf das EIGENE Land bezogen …sondern “WIR” bedeutet schlicht “EU” .

    Die Spaltung und der Unmut, innerhalb der EU, wird langsam spürbar …und in Zukunft immer grösser werden .

    Schön wie Polen seinen “Anklägern” den Spiegel vor das eigene Gesicht hält:

    “Ziobro sagte, wenn der EuGH versichere, dass die Beteiligung von Politikern an der Auswahlprozedur für Richter in Polen die Unabhängigkeit dieser Richter infrage stelle, dann stelle Polen nun die Frage, welchen Einfluss so eine Beteiligung auf die Unabhängigkeit künftiger Richter am Bundesgerichtshof habe.

    Ziobro argumentierte nun, in Deutschland würden Richter für den Bundesgerichtshof vom Richterwahlausschuss gewählt, der ausschließlich aus Politikern besteht. Dem Gremium gehören die 16 Justizminister der Länder sowie 16 weitere Mitglieder an, die vom Bundestag bestimmt werden. Damit sei der Ausschuss stärker politisiert als Polens Landesjustizrat, sagte Ziobro. Diesem gehören 17 Richter, sechs Parlamentsabgeordnete sowie zwei von der Regierung entsandte Mitglieder an.Der Bundesgerichtshof ist das höchste deutsche Zivilgericht. Die Bundesregierung in Berlin äußerte sich bislang nicht zu den Vorwürfen des polnischen Ministers.”

    https://www.tagesschau.de/ausland/europa/polen-richter-plaene-deutschland-101.html

    Nebenbei:
    In den französischen Medien ist das Wort “Frexit” und Eigenständigkeit, im Vorfeld der französischen Wahlen, ja wieder vermehrt zu lesen .

    Antworten
    • JürgenP
      JürgenP sagte:

      @weico
      Ich finde, Polen sollte richtig konsequent handelt, einfach auf das EU-Geld verzichten und auf vormittelalterliche Handelsstrukturen setzen. So wie die Briten, die vermutlich die alten Lastkähne ausmotten, um Lebensmittel in die Läden und Sprit an die Tankstellen zu bringen. Noch schöner wäre es, wenn auch die Deutsche Regierung beginnen würde, den lieben Nachbarn ins Gesicht zu treten und anstelle von Kompromissen die Sichel herausholen würde. Da kann von der polnischen Regierung (und der ungarischen) sicherlich noch viel gelernt werden. Noch drei, vier solcher Regierungen und wir hätten unsere D-Mark und die Grenzkontrollen wieder – endlich.

      Antworten
      • weico
        weico sagte:

        @JürgenP

        ” So wie die Briten, die vermutlich die alten Lastkähne ausmotten, um Lebensmittel in die Läden und Sprit an die Tankstellen zu bringen. ”

        Solche kleinen Behinderungen hindert die Briten nicht daran, NEUE Bündnisse für die Zukunft zu schmieden/schliessen.
        Ohne die EU und Euro-Fesseln, geht solches ja ziemlich zügig . Nach Australien, ist jetzt auch mit Neuseeland ein NEUES Freihandelsabkommen abgeschlossen worden !

        In der EU dagegen, sehen die neusten Schlagzeilen wieder einmal so aus:

        “Wieder einmal steht das europäische Haus in Flammen”

        Die Kommission soll mittel- und langfristige Politikansätze zur Bewältigung der Krise erwägen und die Europäische Investitionsbank soll eruieren, wie Investitionen zur Beschleunigung der Energiewende getätigt werden können. Im Dezember wird das Thema dann beim nächsten EU-Gipfel wieder auf der Tagesordnung stehen”

        https://www.welt.de/politik/ausland/article234561712/EU-Gipfel-Wieder-einmal-steht-das-europaeische-Haus-in-Flammen.html

  6. Susanne Finke-Röpke
    Susanne Finke-Röpke sagte:

    bto: “Wir brauchen drastische Maßnahmen, um dem Szenario der säkularen Stagnation zu entgehen.”

    Kommt darauf an, was Sie unter drastisch verstehen. Viele Dinge sind relativ billig, einfach und historisch bewährt zu haben:

    * Abschaffung “Demokratieförderung”, faktisch eine Alimentierung sonst arbeitsloser Geisteswissenschaftler mit der “richtigen” politischen Haltung
    * Abschaffung der meisten Mieterschutzgesetz im Wohnungswesen (z.B. Mietpreisbremse, Kappungsgrenze, Mietspiegel, Schönheitsreparaturrechtsprechung, etc.), faktisch eine Behinderung des Mietwohnungsbaus
    * Abschaffung Allgemeingültigerklärung Tarifverträge (faktisch eine Reduzierung des Wettbewerbs am Arbeitsmarkt)
    * Umstellung der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten auf Streaming / Pay-TV, so dass nur der zahlt, der es wirklich nutzt (faktisch ein Zwang zur Kundenorientierung der öffentlich-rechtlichen Anstalten)
    * Reduzierung der Abgeordnetenzahlen und der Ministerialenzahlen = Finanzersparnis
    * Abschaffung Buchpreisbindung
    * Abschaffung Bagatellsteuern
    * Abschaffung des Steuercharakters von Kirchensteuern in Richtung private “Vereinsmitgliedsbeiträge”
    * Abschaffung Baumschutzverordnungen
    * Rückkehr zu den alten, vereinfachten Führerscheinklassen
    * Aufhebung der Freistellung von Betriebsräten
    * Aufhebung des Bestellerprinzips bei Maklern
    * Umstellung des öffentlichen Vergaberechts auf das Schweizer Prinzip

    usw. usf.

    Es gäbe eine Vielzahl von Dingen, die durch Abschaffung einfach nur zu einer wirtschaftlichen Befreiung führen würde, ohne dass grundlegend sinnvolle Regelungen wie z.B. Arbeitsschutz, Erhalt des Wettbewerbs, Verkehrssicherheit auf der Straße, etc. aufgehoben werden. Das ist nicht gewollt, weil Wohlstandsmehrung gerade ein Tabu ist. Dann ist aber eine Stagnation schon eine gute Sache, denn eigentlich ist die aktuelle Verzichtsideologie auf Schrumpfung aus.

    Antworten
  7. Gnomae
    Gnomae sagte:

    “Angesichts der demografischen Entwicklung muss alles getan werden, das Arbeitskräftepotenzial zu mobilisieren: Höhere Erwerbsbeteiligung von Frauen, längere Lebensarbeitszeit und gezielte Einwanderungspolitik sind die Stichworte.”

    Das sind drei Märchen in einem Satz:

    Höhere Erwerbsbeteiligung von Frauen: Wie soll in gesättigten Arbeitsmärkten eine noch höhere Arbeitsbeteiligung von Frauen stattfinden. Es funktioniert nicht.

    Längere Lebensarbeitszeit: Eher unrealistisch, da Firmen ältere Arbeitnehmer nicht einstellen und manche Berufe einfach ein früheres Arbeitsende erfordern.

    Gezielte Einwanderungspolitik: Das ist das Letzte, Deutschland betreffend. Wir benötigen eine gezielte Abwanderungspolitik, keine Einwanderung. Einwanderung schafft neue Ansprüche, die von der Allgemeinheit wiederum getragen werden müssen (Soziales, Wohnungsbau, Sicherheit, Renten, Infrastruktur, mehr CO2 Ausstoß, Drogenhandel, Clankriminalität). Einwanderung ist also per Saldo ein negatives Geschäft, da Produktivitätswachstum auch über Robotik erreicht werden kann.

    Japan lebt ohne Einwanderung sehr gut, ist also ein gutes Beispiel, dass Einwanderung unnötig ist.

    Die sinnlose Akademisierung hat dazu geführt, dass der Arbeitnehmer nicht wertgeschätzt wird.

    Antworten
    • Namor
      Namor sagte:

      Japan hatte ich neulich in den Ring geworfen, hoffe hier kommt was auf bto.

      @sinnlose Akademisierung
      Ich wundere mich seit Jahren, warum bei allem Engagement für höhere Renteneintrittsalter, nie auch nur die Idee aufkommt, das Erwerbseintrittsalter zu senken, mir scheint, es wird programmatisch weiter angehoben.

      Für die Mangelberufe würde sich ein Revival des Zivildienstes anbieten, diesmal gendergerecht, was ohne zwischenzeitliche Suspendierung nicht möglich gewesen wäre.

      Antworten
  8. Joerg
    Joerg sagte:

    Moin, moin @Hr Stelter,
    Verstehe ich nicht, waren die Cassandra-Rufe von Summers & Co zu frueh?
    D:
    BIP 2013 2.811 Mrd€
    BIP 2020 3.368 Mrd€
    Also trotz Corona-Lockdown 2,6% p.a. (ca. 1% ueber Inflation)

    USA:
    GDP 2013 16.785 Mrd$
    GDP 2020 20.937 Mrd$
    Also trotz Corona-Lockdown 3,2% p.a. (ebenfalls ca. 1% ueber Inflation)

    Es geht uns doch (noch) gut?!
    Wann faengt sie denn endlich an, die “jahrzehntelange Phase der Stagnation”?

    Woher weiss Summers(oder Sie?), dass es “jahrzehntelang” sein wird?
    Meint er vielleicht “japanische Verhaeltnisse”?
    GDP 2013 5.156 Mrd$
    GDP 2020 nur ca. in gleicher Hoehe wie 2013 (0% ueber Inflation, ok, Stagnation)
    Sind die Japaner alle ungluecklich, arm und unterinvestiert? Zerfaellt das Land und die Infrastruktur? Soo schlimm scheint mir das Leben in JAP nicht zu sein?!
    Scheinbar geht “Ponzi auf japanisch” ganz schoen lange und tut gar nicht soo weh?

    LG Joerg

    Antworten
    • Richard Ott
      Richard Ott sagte:

      @Joerg

      USA Staatsverschuldung:
      Ende 2013: 17156 Milliarden US-Dollar
      Ende 2020: 27748 Milliarden US-Dollar
      das wären theoretisch bei gleichbleibender “Schuldenwachtumsrate” +7,1% p.a.
      https://fred.stlouisfed.org/series/GFDEBTN/

      Da sehen 3,2% BIP-Wachstum pro Jahr plötzlich gar nicht mehr so toll aus , oder?

      “Meint er vielleicht “japanische Verhaeltnisse”?
      GDP 2013 5.156 Mrd$
      GDP 2020 nur ca. in gleicher Hoehe wie 2013 (0% ueber Inflation, ok, Stagnation)”

      Genau. Der Grenznutzen von weiteren Schulden nimmt immer mehr ab, je mehr Schulden man schon gemacht hat. Irgendwann bringen sie für die Wirtschaft gar kein Wachstum mehr.

      “Sind die Japaner alle ungluecklich, arm und unterinvestiert? Zerfaellt das Land und die Infrastruktur? Soo schlimm scheint mir das Leben in JAP nicht zu sein?!
      Scheinbar geht “Ponzi auf japanisch” ganz schoen lange und tut gar nicht soo weh?”

      Wenn Japan so “vielfältig und bunt” wäre wie die USA, hätten die blauhaarigen und die schwarzvermummten psychisch Gestörten zusammen mit den nach ethnischen Konfliktlinien organisierten Gangs schon längst das Land auseinandergenommen.

      Da ist es plötzlich trotz aller “Diversitäts”-Propaganda ein riesiger Vorteil, eine ethnisch und kulturell homogene Bevölkerung zu haben. In den USA und erst recht nicht in der Eurozone wird das nicht so lange friedlich funktionieren, die ersten Auflösungserscheinungen bei uns sehen wir ja schon jetzt.

      Antworten
      • Gnomae
        Gnomae sagte:

        @ Richard Ott

        “Da ist es plötzlich trotz aller “Diversitäts”-Propaganda ein riesiger Vorteil, eine ethnisch und kulturell homogene Bevölkerung zu haben.”

        Genau so ist es. Falsche Berichterstattung in Deutschland durch “Auslassung” ist auf allen Sendern die Norm.

        Die Japaner stehen hinter ihrem Staat. Alle bemühen sich, das Beste zu geben. Deshalb funktioniert es sehr gut.

  9. Zorn Dieter
    Zorn Dieter sagte:

    Realist der ich bin, sage ich dazu folgendes: Absolut richtige Analyse. Aber, Ad 1) Die Politiker werden sich aus der Überschuldung durch Inflation und Nullzinsen herausschleichen wollen. Nein, sie werden sich aus der weiter ANSTEIGENDEN Verschuldung herausschleichen wollen. Weil alles andere das System kippen würde. Also, Schuldenschnitt erst NACH dem Ende des Systems als Neuanfang. Wie immer.
    Ad2) Das Potentialwachstum über Mobilisierung von Arbeitskräften zu erreichen, ist der falsche Weg, wenn in der Digitalisierung 2.0 immer mehr Arbeitsplätze wegfallen. Und er hängt vom falschen Exportmodell Deutschlands ab, das in der jetzigen Form Wohlstand verschenkt, um Beschäftigung zu schaffen.
    Ad3) Gute Idee. Steht glaube ich so schon im Stabilitäts- und Wachstumsgesetz. Und, hat sich jemand daran gehalten?
    Offensichtlich braucht es eine gewisse Firm von Romantik, um innerhalb des Systems Lösungen zu produzieren…

    Antworten
  10. JürgenP
    JürgenP sagte:

    Problem / Situation: „säkularen Stagnation“

    Zentraler Ansatz, um dem Problem zu entfliehen:
    „Wachstum der Erwerbsbevölkerung und der Produktivität gemessen am BIP pro Kopf“

    Fokussierung, um den zentralen Ansatz „Produktivität“ zum Leben zu erwecken:
    „Um die Produktivität zu steigern, müssen Bildung und Innovation den Fokus gesellschaftlicher Investitionen darstellen, während zugleich die Investitionen in staatliche und private Infrastruktur erhöht werden müssen“.

    Die Faktoren „Bildung & Innovation“ lassen sich nicht nach Belieben anschalten. Im Kontext von säkularen Stagnation handelt es sich um ultrakomplexe Prozesse mit ggf. lebenslangen Laufzeiten. Daran ändert sich auch die KI nichts, die die Prozesse zwar unterstützen, jedoch nicht ersetzen kann.

    Es stellt sich die Frage, ob zur Überwindung der Situation nicht zuerst in das Wissen um den Umgang mit ultrakomplexen (Bildungs- und Innovations-) Prozessen investiert werden sollte, um die Wirkung der Maßnahmen schnell und gezielt hochzufahren. Wer kennt schon die 8 acht Grundregeln der biologischen Kybernetik nach Vester, die bspw. für Innovationsprozesse sehr hilfreich sein können, vor allen Dingen, wenn die sog. „Bildung“ noch nicht ganz reicht (was wohl für alle Menschen, mit wenigen Ausnahmen gilt) (https://de.wikipedia.org/wiki/Biologische_Kybernetik).

    Antworten
  11. Richard Ott
    Richard Ott sagte:

    “Die Weltwirtschaft steht vor einer jahrzehntelangen Phase der Stagnation. So prognostiziert es der frühere US-Finanzminister Larry Summers. Die Ursache dafür sieht er im Überhang an Ersparnissen, die nicht ausreichend zu Investitionen führen. Mit anderen Worten: Während die einen das Geld horten, fehlt es an anderer Stelle für sinnvolle Investitionen.”

    Die “geniale” Lösung:

    Die Geldhorter per Gesetz dazu zwingen, ihr Geld für sinnlose Investitionen rauszuballern, welche dann durch Weltuntergangspropaganda mit einem quasireligiösen Sinn aufgeladen werden. Zum Beispiel:

    “Alle geeigneten Dachflächen sollen künftig für die Solarenergie genutzt werden. Bei gewerblichen Neubauten soll dies verpflichtend, bei privaten Neubauten soll es die Regel werden”
    https://cms.gruene.de/uploads/documents/Ergebnis-der-Sondierungen.pdf

    Antworten
    • TvZH
      TvZH sagte:

      Gruezi,
      Wie sieht das eigentlich die Feuerwehr? Ich habe gehört dass wenn ein Dach mit Photovoltaik in Flammen steht die Feuerwehr aus Sicherheitsgründen das Haus abbrennen lässt und gar nicht mehr löscht. Wird dann die Feuerwehr dann löschen müssen? Welche Technologien müsste man entwickeln damit das überhaupt möglich ist? Heisst dass, das man dann das Finanzamt mit allen Unterlagen einfach mit ein paar Molotow Cocktails (sagen wir Drohnengestützt) beschmeissen kann um steuerfrei zu werden??? Yeah…
      Wie war der Song? Hurra, Hurra das Finanzamt brennt…

      Antworten
      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @TvZH

        “Ich habe gehört dass wenn ein Dach mit Photovoltaik in Flammen steht die Feuerwehr aus Sicherheitsgründen das Haus abbrennen lässt und gar nicht mehr löscht.”

        Naja, hängt von der Art des Brandes, dem Wetter und vor allen Dingen von der Tageszeit ab. Nachts produzieren die Photovoltaik-Module keinen Strom, da kann die Feuerwehr auf jeden Fall alle ihre Standard-Taktiken einsetzen ohne Elektroschocks befürchten zu müssen.

        Wenn Sie natürlich Pech haben und nachts gerade kein Wind weht, während Ihr Haus abbrennt, dann müssen Sie erstmal die viel dringendere “klimaneutrale” Zukunftsfrage klären: Wie können Sie die Feuerwehr anrufen, wenn keine Telekommunikations-Netze funktionieren weil wir keinen Strom haben?

        Beim Finanzamt würde ich dringend empfehlen, die Stromversorgung mit ganz vielen Akkus im Keller sicherzustellen. Am besten mindestens 1000 kWh, damit diese wichtige Behörde auch bei tagelanger Dunkelflaute weiterhin klimaneutral mit dem selbst erzeugten Solarstrom arbeitsfähig ist.

        Brennenden geladenen Akkus will wirklich niemand zu nahe kommen, da kann man dann nur den Finanzamt-Keller (wo wahrscheinlich auch das Archiv ist…) nur mit Wasser befüllen und warten, bis die Akkus sich selbst entladen haben.

        https://www.feuerwehrmagazin.de/nachrichten/news/elektroauto-in-flammen-einsatz-fuer-den-abrollbehaelter-e-brand-93315

      • Lele Castello
        Lele Castello sagte:

        Abbrennen wird mit Sicherheit, vom Zentralplanungsbüro, verboten werden. Würde ja die CO2 Bilanz verschlechtern. :)

    • weico
      weico sagte:

      @richard Ott

      “Alle geeigneten Dachflächen sollen künftig für die Solarenergie genutzt werden. Bei gewerblichen Neubauten soll dies verpflichtend, bei privaten Neubauten soll es die Regel werden”

      Ich war etwas enttäuscht, dass man nicht auch die Fassaden und Balkongeländer in die Verpflichtung aufgenommen hat..:) :)

      Vielleicht “rutscht” solches ja… in den vertieften Koalitionsverhandlungen…, so als CO2-Ausgleich für die verpassten Einsparungen beim Tempolimit, noch mit hinein.
      Sonst liegt meine ganze Hoffnung auf dem künftigen Klimaministerium !

      Antworten
      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @weico

        “Ich war etwas enttäuscht, dass man nicht auch die Fassaden und Balkongeländer in die Verpflichtung aufgenommen hat..:) :)”

        Bringen Sie die Verhandler nicht auf Ideen, sonst kommt noch die Pflicht zur Dach-Kleinwindkraftanlage bei jedem Neubau – oder die Pflicht zur Errichtung einer Mini-Biogasanlage zur energetischen Verwertung der eigenen Fäkalien und Küchenabfälle…

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