Wird China die führende Technologienation?

Tweet about this on TwitterShare on FacebookShare on Google+Share on LinkedInEmail this to someone

Byron Wien gehört seit Jahrzehnten zu den schärfsten Beobachtern an der Wall Street. In seiner letzten Mail befasst er sich intensiv mit China. Ich, wo ich doch immer so skeptisch bin bezüglich der Verschuldung des Landes, fand den Kommentar sehr erleuchtend. Zeigt er doch, wie fundamental der Wandel ist, der dort stattfindet. Passt zur Beschreibung von Gunnar Heinsohn aus der letzten Woche, der plastisch den Niedergang Europas (vor allem Deutschlands) mit dem Aufstieg Asiens kontrastiert hat:

  • For some time now I have been concerned about the state of American competitiveness looking out a decade ahead. Innovation has been the lifeblood of our economic success, and nowhere has this been more apparent than in information technology since the advent of the Internet and the Smartphone.“ bto: Wien fokussiert sich in seinem Kommentar naturgemäß auf die USA. Dabei müssen wir im Hinterkopf haben, dass Europa deutlich schlechter dasteht.
  • „(…) many thought leaders believe (Chinas) growth, even at modest rates, is unsustainable and that the country is good at copying the technology of others, but not as strong as an innovator of fundamental technologies on its own. These observers are underestimating not only China’s economic momentum, but also the rate of progress they are making in innovation in all types of technology.“ bto: Skeptiker habe ich hier immer wieder gebracht, so in dieser Woche erneut Martin Wolf.
  • „Based on data compiled by the Industrial and Commercial Bank of China (ICBC), there are 214 private companies in the world valued at $1 billion or more, known as unicorns. Slightly more than half (108) are, as you would expect, based in the United States, but 55 are in China, (…) Of the top ten unicorns, China has four (including numbers two and three) and the U.S. has six.“ bto: Das wird bei uns gern übersehen. Außerdem sind die chinesischen „Einhörner“ sehr erfolgreiche Technologie-Start-ups.
  • „China’s innovation has been engineering-based rather than science-based and it is consumer-focused and efficiency-driven. Baidu, Alibaba and Tencent together represent 16% of world net digital advertising revenue and 20% of world net mobile Internet ad revenue. Google and Facebook are the leaders with a combined 43% of net digital and 51% net mobile ad revenue.“ bto: Letztere kommen aber immer mehr unter Druck auf der Werbeseite. China hat hingegen einen deutlich größeren Markt perspektivisch.
  • „In terms of world stock market capitalization, technology companies represent eight, or 40%, of the top 20 companies and two of these (Tencent and Alibaba) are Chinese. Chinese companies have made great strides in consumer applications. There are a billion “WeChat” accounts, Didi (the Uber equivalent in China) booked 1.4 billion rides in 2016 and close to $3 billion payments were made in China through Internet-based companies in 2016. There are 70 million active shared bike users.“ bto: Und diese Firmen werden nun im Westen angreifen.
  • „China will be spending more on research by 2019 than the U.S. In 2014, (…) China was spending close to $300 billion, more than half of the U.S. total of almost $500 billion. Japan has been pretty flat at $100 billion since 2000; the U.S. has been gradually rising from $300 billion in 2000. China was only at $50 billion in 2000 and, according to the OECD, is expected to be over $600 billion by 2024, when the U.S. will still be around $500 billion.“ bto: Nun könnte man meinen, viel Geld alleine bedeutet noch gar nichts. Die Chinesen haben aber auch entsprechend gebildete Menschen, um diese Investitionen zu stemmen.
  • „China’s huge market provides a strong incentive to any company developing an idea with commercial potential. Also the cost of doing research in China is lower than it is elsewhere in the world. Finally, for every stage of venture capital there is plenty of money available from both domestic and international investors. There were only 150 early stage investments in 2009; in 2014 there were 1886. Information technology accounted for 68% of early stage commitments; computer-related and electronics accounted for another 20%.“ bto: Das ist eine Machtverschiebung aller erster Güte.
  • „China’s investment in research goes beyond information technology. Prior to 2010, the country committed almost $10 billion to research with biotechnology a focal point. The Chinese biotech industry has been growing at 30% and is valued at over $10 billion today. There are more than 580 biopharma companies. Chinese scientists have transformed normal adult cells into embryonic stem cells and produced live mice from these lab-produced cells. (…) China is the third largest filer of patents, after the United States and Japan.“ bto: … und dürfte zudem freier Forschen können. Man denke nur an die Hindernisse für Gentechnik bei uns in Deutschland.
  • „As a result of the Thousand Talents Program, which provides grants and tax breaks to Chinese-born academics who return home to work after being educated abroad, original research has escalated. Regulatory reform has also helped by facilitating the movement of drugs from the laboratory to the clinic.“ bto: Damit adressiert China den Punkt von Gunnar Heinsohn, der beschrieben hat, wie China einen Brain-Drain in andere Regionen erleidet. Nun werden nicht alle zurückkommen, gibt es doch auch Vorteile im Ausland, wie politische Freiheit. Dennoch.
  • 2Not only are they investing heavily in traditional research and development, but they are also acquiring natural resources in Africa for future industrial needs. The policymakers have a long term plan for the country’s growth and they are willing to invest the money now to make sure their objectives are met. This gives them an advantage over more mature economies like Europe and the United States that are coping with budget deficits, deferred maintenance and decaying infrastructure.“ bto: Während wir über die Rente mit 63 und soziale Gerechtigkeit fabulieren und uns mit der „Rettung“ des Euro beschäftigen, wird dort Wohlstand der Zukunft geschaffen und nicht vernichtet.
  • „An issue of concern for many investors is the level of Chinese debt, which has risen from 149% to 269% of GDP over the past decade. Increasing debt has accounted for two percentage points of China’s 7.25% growth from 2012 to 2016. There is also the worry that there are a number of non-performing loans on the books of the banks and “shadow” banks, but the adverse effects of these has been deferred by the country’s growth.“ bto: Damit sind wir bei dem einzigen relevanten Problem, das aber auch lösbar ist.

Natürlich hat China erhebliche Herausforderungen zu meistern: Schulden, schrumpfende Bevölkerung, Umwelt, Umbau zu mehr Konsum und weniger Investition. Vermutlich wird das nicht ohne Krisen und Turbulenzen vor sich gehen. Dennoch ist das Land ein ernst zu nehmender Wettbewerber, der unsere Probleme im Westen noch verstärken wird.

17 Kommentare
  1. Dietmar Tischer says:

    Frage:

    Was ist die Referenz, wo schreibt Byron Wien dies?

    Alles richtig und überzeugend, soweit ich sehe, allerdings in einem Punkt zu ergänzen:

    Westliche Unternehmen, auch deutsche verlagern ihre F&E in nicht unerheblichem Ausmaß nach Asien, auch China. Mit anderen Worten: Wir rüsten unsere Wettbewerber auch noch auf.

    Ich möchte die hier besorgniserregenden Daten und Fakten nun wirklich nicht kleinreden, meine aber, dass wir auch nicht wie das Kaninchen auf die Schlange schauen sollten.

    Es mag sein und ist sogar sehr wahrscheinlich, dass China irgendwann die führende Technologienation geworden ist. Zu fragen ist, welcher Stellenwert zu DIESEM Zeitpunkt einer führenden Technologienation zukommt. Ich weiß es nicht, glaube aber, dass er ein ganz anderer als heute sein wird. Technologie wird bezüglich ihrer Funktionalität sicher immer noch viel und vielleicht sogar noch mehr als heute bedeuten. Das besagt aber nicht unbedingt etwas darüber, WELCHES Verhältnis die Menschen zu Technologie haben werden. Ich kann mir vorstellen, dass Technologie existenzbestimmend, aber nicht lebensgestaltend für sie ist. Diese Unterscheidung beinhaltet keinen Widerspruch.

    Wie gesagt, das ist kein Plädoyer, die Augen vor den Fakten zu verschließen, sondern vielmehr eines, uns mit unseren individuellen und gesellschaftlichen Präferenzen zu befassen und davon abhängig und soweit wie möglich zukünftiger Technologie den angemessenen Stellenwert einzuräumen.

    Antworten
  2. Alexander says:

    Auch die Deutschen waren große Kopisten, Gunnar Heinsohn v. 2015: http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/print/0036665

    Japan lieferte eine beeindruckende Aufholjagd und zeigt heute ähnliche Wohlstandskrankheiten wie die old economy Industrieländer des Westens. Japan versuchte früher u. aggressiver -> offensichtlich kaum erfolgreich dieselben Probleme durch Zentralbankpolitik zu lösen…

    Hinter der Frage nach Innovationsfähgikeit steht das Problem, wie wir ohne Innovation unseren Wohlstand verteidigen wollen, weil wir wohlhabend zu teuer produzieren. Leider macht Wohlstand träge (satt=bequem) und es ist bisher niemandem gelungen den Teufelskreis aus Bequemlichkeitsverblödung zu durchbrechen. An der Stelle werden Chinesen den Europäern gleich sein.

    Per staatlichem Befehl können Rückstände ausgeglichen und Konkurrenten überholt werden. Ob staatliche Strukturen kreativ und offen für wirklich neue Entdeckungen sind, bezweifle ich zutiefst.
    Insofern stecken wir alle im selben Gefängnis. Wie viele Innovationen sind nur Verbesserungen von Entdeckungen aus dem 19.Jahrhundert?

    Ich bin optimistisch, dass die Zeit nach den Zentralbankinnovationen reif sein wird für Entdeckungen und Neugründungen, die ausgerechnet das konservieren von alten Strukturen verhindert.

    Da kein Mensch von Lichtenergie lebt und wohlschmeckendes Gemüse gesunde Erde sehen muss, beeindrucken mich neue Generationen von Flachbildschirmen (als Sammelsurium von Erdölprodukten) zweitrangig.

    Antworten
  3. weico says:

    AI macht zurzeit grosse und schnelle Fortschritte. Nur schon die Entwicklung und Fortschritte,am Beispiel des des Programms „AlphaGO“, ist absolut verblüffend . Vor wenigen Jahren (nach „Expertenmeinungen“) schlicht nicht vorstellbar,dass die Spielkomplexität von GO in „naher Zukunft“ von einem Computer überwunden wird.
    Mit „Reinforcement learning“ ist die neuste Software-Version schon in 3 Tagen fit genug,um den weltbesten Spieler zu bezwingen.

    https://deepmind.com/blog/alphago-zero-learning-scratch/

    Für Europäer/“Westler“ kaum beachtet war für Chinesen,der Sieg von „AlphaGO“ über den besten chinesischen Spieler Ke Jie ein gewaltiger „Sputnik-Moment“.

    https://www.nytimes.com/2017/07/20/business/china-artificial-intelligence.html

    Antworten
    • Alexander says:

      Auch ein Elektroauto wird eine Bremsanlage benötigen, die der Witterung ausgesetzt ist. Nach einigen Wintern macht natürliche Oxidation den Service zur Erfahrungssache. Ein vermeintlich dummer Mensch ist nach drei Jahren in der Lage diese Reparatur u.a. selbstständig zu übernehmen. Der Faktor Gefühl, ab wann eine Schraube nachgibt, die verkrusteten Stellen sich lockern, ob Kältespray, die Lötlampe oder ein Schlosserhammer von Nöten sind, machen den dummen Menschen wertschöpfend. Billig.
      Sollte er sich bei der Arbeit verletzen, heilt die Wunde nebenbei umsonst ab (AI ?). Er braucht dazu keinen Verstand. Weil der dumme Mensch vermutlich dumme Nachkommen mit seinem dummen Weibchen hat, bringt er diesen
      Depp(inn)en alles bei um wenigstens ähnliches Niveau zu erreichen. Alles umsonst.

      Künstliche Intelligenz, autonomes Fahren, Robodocs … der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Wenn das Motiv für die Automatisation Wohlstand sein soll, weil unsere Kosten zu hoch sind – ist es billiger die Kosten zu senken, als mit riesigem technischem Aufwand an einer verrosteten Bremsscheibe zu scheitern.

      Mich beeindruckt wie in extrem automatisierten Fabriken, unter absoluter Schonung der Ressource Mensch, hochkomplexe Fahrzeuge erschaffen werden, damit dieselben Geizkrägen wie vor 40 Jahren mit einem 2000kg Q7 auf den Parkplatz vom Aldi düsen um was zu tun? Wenn sich unsere Ressource Mensch in 40 Jahren nicht extrem verändert hat, sind wir einfach zu teuer – den Rest macht der Markt….dazu dienen Krisen.

      Eventuelle Polemik bitte ich zu entschuldigen.

      Antworten
      • Dietmar Tischer says:

        @ Alexander

        >Künstliche Intelligenz, autonomes Fahren, Robodocs … der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Wenn das Motiv für die Automatisation Wohlstand sein soll, weil unsere Kosten zu hoch sind – ist es billiger die Kosten zu senken, als mit riesigem technischem Aufwand an einer verrosteten Bremsscheibe zu scheitern.>

        Genau so ist es.

        Das universelle Motiv ist nach wie vor und erkennbar nichts anderes als den WOHLSTAND zu mehren.

        Demnach ist BILLIGER der entscheidende Treiber in einer Welt, in der Wohlstand generell als MEHR von ALLEM begriffen wird.

        Solange das der Lauf der Dinge ist, kann man sich nur fassungslos fragen, wie wir, die wir in der Entwicklung mit ganz VORN sind, und zwar nicht nur von ihr profitierend, sondern auch zu ihr beitragend, so die Augen verschließen können.

        Es ist als seien wir kollektiv mit Blindheit geschlagen.

        Mit dieser Entwicklung – und ich rede jetzt nur von der Entwicklung, nicht wer sie treibt – sind zum einen die bekannten Probleme verbunden, insbesondere das der individuellen Teilnahme bzw. individuellen Ausschlusses (Einkommen, Arbeitslosigkeit etc.)

        Zum anderen ist sie ein Prozess, der die DETERMINANTEN seiner Entwicklung ÄNDERN wird, d. h. das System wird ein anderes werden im Lauf seiner Entwicklung.

        Ich bin sicher, DASS dies der Fall sein wird, habe aber natürlich keine Ahnung, WIE es so sein wird.

        Klimaänderungen, Knappheit materieller Ressourcen etc. können möglicherweise weichenstellende Faktoren sein und selbstverständlich andere, die wir noch nicht kennen.

        Wie auch immer, ich glaube, dass mit der Entwicklung vor uns ENORME Risiken, aber auch UNGEAHNTE Chancen verbunden sind.

        Das klingt wie ein Weiter so–Klischee.

        Es ist auch eines, wenn man es so versteht, wie es gemeinhin verstanden wird, nämlich als „Machen wir mal weiter, es ergibt sich schon etwas“.

        So möchte ich es aber eben nicht verstanden wissen.

        Es geht um mir darum, dass wir uns über so etwas wie LEBENSPERSPEKTIVEN klar werden, die auf Werten beruhen und ökonomisch auf Präferenzen zielen, um uns eine kollektive GESTALTUNGSORIENTIERUNG vorzugeben, statt mit reagierendem Verhalten NUR zu sehen, was sich jeweils machen lässt.

        Das ist ein Ideal.

        Man darf es einmal benennen, und zwar gerade dann, wenn so klar wie mit den hier dargestellten AI-Aspekten dargelegt wird, dass wir noch nicht einmal in der Lage sind, in hinreichender öffentlicher Kommunikation über die Voraussetzungen unseres konventionell verstandenen Wohlstandes zu debattieren.

      • jobi says:

        Solange der Mensch kreativ ist, wird er danach streben, durch Innovationen einen Vorteil im „struggle of life“ zu erlangen.
        Weil aber die Ergebnisse zahlreicher und gleichzeitig ablaufender Veränderungsprozesse nicht im Vorwege bekannt sein können, bleibt nichts anderes übrig, als ex post darüber zu entscheiden, ob die Ergebisse gesellschaftlich erwünscht sind.
        Zu den dümmsten Ansätzen gehört es, diese Prozesse im Vorwege steuern zu wollen, sei es durch zentralplanerische Vorgaben oder durch Verbote.
        Leider, so scheint mir, ist es gerade dieser Punkt, in dem sich heute vor allem Europa vom Rest der Welt unterscheidet.
        In diesem Zusammenhang finde ich aktuell zwei technische Entwicklungen besonders interessant:
        a) Elektromobilität auf b) Autonomes Fahren
        Während a) auf ehrgeizigen politischen Zielen und veralteter Technik beruht und vor der Realisierung gigantische Investitionen in die Infrastruktur (Energieerzeugung und -netze) notwendig sind ist b) von der Industrie – weitgehend unbemerkt von der Öffentlichket – fast zur Serienreife entwickelt worden. Der neue Golf hat die dafür notwendigen Kommunikationsschnittstellen schon an Bord. Voraussetzung für den Echteinsatz sind außer der Schaffung eines haftungsrechtlichen Rahmens nur die punktuelle Verdichtung des Mobilfunknetzes.

        Fazit: Das Motiv für technische Innovation liegt in der Möglichkeit dazu.
        Welche Ideen sich durchsetzen und welche Anwendungsmöglichkeiten sie eröffnen, ist im Vorwege nicht absehbar.
        Ob und wie wir die Ergebnisse nutzen müssen wir anschließend entscheiden.

      • Alexander says:

        Die Entwicklung der Menschheit
        (Erich Kästner)

        Einst haben die Kerls auf den Bäumen gehockt,
        behaart und mit böser Visage.
        Dann hat man sie aus dem Urwald gelockt
        und die Welt asphaltiert und aufgestockt,
        bis zur dreißigsten Etage.

        Da saßen sie nun, den Flöhen entflohn,
        in zentralgeheizten Räumen.
        Da sitzen sie nun am Telefon.
        Und es herrscht noch genau derselbe Ton
        wie seinerzeit auf den Bäumen.

        Sie hören weit. Sie sehen fern.
        Sie sind mit dem Weltall in Fühlung.
        Sie putzen die Zähne. Sie atmen modern.
        Die Erde ist ein gebildeter Stern
        mit sehr viel Wasserspülung.

        Sie schießen die Briefschaften durch ein Rohr.
        Sie jagen und züchten Mikroben.
        Sie versehn die Natur mit allem Komfort.
        Sie fliegen steil in den Himmel empor
        und bleiben zwei Wochen oben.

        Was ihre Verdauung übrigläßt,
        das verarbeiten sie zu Watte.
        Sie spalten Atome. Sie heilen Inzest.
        Und sie stellen durch Stiluntersuchungen fest,
        daß Cäsar Plattfüße hatte.

        So haben sie mit dem Kopf und dem Mund
        Den Fortschritt der Menschheit geschaffen.
        Doch davon mal abgesehen und
        bei Lichte betrachtet sind sie im Grund
        noch immer die alten Affen.

      • Dietmar Tischer says:

        @ jobi

        >Fazit: Das Motiv für technische Innovation liegt in der Möglichkeit dazu.>

        Nein.

        Das Motiv für technische Innovationen liegt im antizipierten und tatsächlichen Nutzen für den Innovator und denen, die von der Innovation betroffen sind bzw. ihn präferieren.

        >Welche Ideen sich durchsetzen und welche Anwendungsmöglichkeiten sie eröffnen, ist im Vorwege nicht absehbar.>

        Das ist richtig.

        >Ob und wie wir die Ergebnisse nutzen müssen wir anschließend entscheiden.>

        Auch das ist richtig.

        Was bei Ihnen aus dem Bild fällt aus:

        Welchen „Raum der Möglichkeiten“ wollen wir uns SETZEN für Innovationen.

        Setzen wir uns keinen, dann entwickeln wir uns NATURGESCHICHTLICH weiter, d. h. etwa nach dem Muster, dem die Entwicklung aller Organismen unterliegen – nach den Prinzipien der Evolution.

        Nun hat uns die Evolution aber mit VERNUNFT ausgestattet, die es uns zumindest potenziell ermöglicht – weiter als potenziell wage ich nicht zu gehen –, den von ihr vorgezeichneten Pfad zu verlassen.

        Das ist die Dimension, die in der Debatte leider unter den Tisch fällt.

  4. Wolff Baer says:

    Wie kann denn eine Nation, die vorwiegend Export-Produkte herstellt, die schon im Kaiserreich entstanden sind, langfristig mit den Chinesen konkurrieren?
    Vor einiger Zeit sah man das Foto eines Frachtschiffes, das in einem US-Hafen lag, beladen mit US-Metallschrott, auf dem Weg nach China. Dieses Schiff war von China kommend, mit HiTec-Produkten wie Iphones, Lenovo-Computern etc. beladen, die die Amerikaner (und die Deutschen schon garnicht) nicht mehr kostengünstig herstellen können.
    80% der Produkte, die WalMart in USA verkauft, stammen inzwischen aus China.
    Viele Amazon-Produkte, in Deutschland verkauft, stammen aus China.
    Wenn ich mich in meiner Wohnung umsehe, sehe ich Fernsehgeräte und Handys aus Süd-Korea, Laptops aus China und Japan, meine Autos sind aus Japan.
    Über die ersten Toyotas, die vor 40 Jahren in Deutschland vorgestellt wurden, hatten die deutschen Auto-Hersteller nur ein brüllendes Gelächter übrig. Heute ist Toyota die Nr.1 weltweit, manchmal nur noch von den Abgas-Betrügern VW zeitweilig übertroffen.
    Die Chinesen bauen inzwischen Airbusse, haben den 1. Magnet-Schwebezug in Betrieb, der von den Deutschen erfunden wurde.
    Während die deutschen Deppen außerstande sind, einen Flughafen zu bauen, kann man in Städten wie Shanghai sehen, wie die Chinesen so etwas machen.
    Ein Land wie Deutschland, das Millionen muslimischer Analphabeten alimentiert, die in einer Dekade die Billionen-Kosten der deutschen Wiedervereinigung übertreffen, hunderte Milliarden für Sozial-Klimbim investiert, von unfähigen Polit-Trotteln regiert wird, wird zukünftig geringe Chancen haben, mit China auf den Weltmärkten zu konkurrieren.

    Antworten
  5. michael says:

    Es gibt viele deutsche Konzerne welche nach China exportieren bzw. dort eine Fertigung in einem Gemeinschaftsunternehmen mit Staatsbeteiligung haben. Wir sind also sehr wohl in vielen Bereichen wettbewerbsfähig.

    Das Problem des Fachkräftemangels betrifft aus meiner Sicht auch mehr den Mittelstand. Konzerne sind attraktive Arbeitgeber und finden noch immer genügend Bewerber. Des weiteren arbeiten in Konzernen auch viele ausländische Fachkräfte in Deutschland, da die Konzerne international vernetzt sind.

    Das die Wirtschaft gut läuft, spiegelt sich auch in den hohen Immobilienpreisen in den Regionen wo die großen Konzerne Ihre Standorte haben. In diesen Regionen boomt es.

    Die Probleme muss man sicher ernst nehmen aber für Schwarzmalerei sehe ich keinen Anlass.

    Antworten

Dein Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Schreiben Sie etwas dazu!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.