Nachhaltiges Finanzsystem statt Rendite?

Claudia Kemfert ist Leiterin der Abteilung Energie, Verkehr und Umwelt am DIW Berlin. Zweifellos eine der Vordenkerinnen beim Thema Klimaschutz, wobei sie mir zu viel Wert auf die Besteuerung von CO2 legt und zu wenig auf die technologischen Antworten. Bekanntlich setze ich viel mehr auf Letzteres.

In einem Beitrag für MAKRONOM beschäftigt sie sich mit der Frage, wie eine „Wende zu einem nachhaltigen Finanzsystem gelingen kann“. Nachdem ich dazu auch so meine Gedanken habe, dachte ich mir, es wäre lohnend, ihren Beitrag auf bto zu kommentieren:

  • „(…) die Zeit drängt, um die Treibhausgasneutralität erreichbar zu machen. (…) Das Prioritätenprogramm der Kommission (…) verspricht Klimaneutralität bis zum Jahr 2050. Schon in den ersten 100 Tagen der neuen Kommission sollen zahlreiche Maßnahmen auf den Weg gebracht werden, um diesem Ziel näherzukommen. Dabei geht es erwartungsgemäß um klassische Struktur- und Investitionsmaßnahmen, etwa im Bereich von Offshore-Windenergie, Gebäudesanierung oder Hilfen für Kohleregionen. Doch eine elementare Rolle spielt die Ausrichtung des Finanzsystems auf Nachhaltigkeit und Klimaschutz (…).“ – bto: Klartext, die Finanzmärkte sollen wie die EZB nicht mehr auf Rendite achten, sondern auf Klimaschutz. Nun muss man wissen, dass schon heute die aktuelle Rendite deutlich unter dem Niveau liegt, das wir benötigen, um künftige Versprechen zu erfüllen. Senkt man die Rendite weiter, wird die Lücke größer. Das wäre dann das zweite Mal, dass die Politik Vermögen der Bürger schmälert, ohne dies explizit zu machen.
  • „Der Einsatz fossiler Energien forciert nicht nur den Klimawandel, sondern macht abhängig von fossilen Energiekriegen. Zudem behindern heutige Investitionen in fossile Infrastrukturen den Wandel hin zu einer Vollversorgung mit erneuerbaren Energien. (…) mehr als die Hälfte der in der EU benötigten Energie wird aus aller Welt importiert. Die große Abhängigkeit von außereuropäischen Produzenten ist doppelt nachteilig: Erstens ist sie teuer. Zweitens ist sie politisch heikel. Und drittens erreicht man so die Klimaziele nicht.“ – bto: teuer? Hm. Wenn es teuer wäre, bräuchte man doch keine Extra-CO2-Abgabe wie Kemfert und Co. fordern. Außerdem wäre unser Handelsüberschuss noch größer, wenn wir auch keine Energie mehr importieren würden. Politisch heikel? Tja, was ist das nicht? China? Türkei? Und das mit den Klimazielen hatten wir schon.
  • „Es tobt ein kaum verkappter Energiekrieg zwischen den USA und Russland. (…) Auslöser für die Spirale im Ausverkauf fossiler Energien war nämlich die Ausweitung der Förderung von Öl und Gas in den USA mittels Fracking. Dies hat auf Anbieterseite zu massiven Überangeboten und damit verbundenen Preisminderungen geführt. (…) Bei sinkender Nachfrage würde sich dieser ‘Kampf um fossile Energien’ eher verstärken. Deswegen sollen die importierenden Länder als Kunden bei der Stange gehalten werden, damit der Absatzmarkt nicht kleiner wird – was es erfordert, ihnen das Energiesparen und den Umstieg auf alternativen Energien so schwer wie möglich zu machen. Mit entsprechendem Aufwand wird also die Klimadebatte diskreditiert, die Energiewende blockiert und im selben Atemzug eine vermeintliche fossile Energiesicherheit vorgegaukelt.“ – bto: Zunächst ist es rational, so viel von dem Öl zu verkaufen wie möglich, solange noch Nachfrage besteht. Zum anderen sind erneuerbare Energien schon preislich wettbewerbsfähig, es ist also ganz natürlich, dass der Wandel weg vom Öl etc. Geschwindigkeit aufnimmt. Letztlich nehmen sich wohl beide Seiten nichts mit ihrer Desinformation. Beispiel: die angeblichen 97 Prozent aller Wissenschaftler, die den menschengemachten Klimawandel bestätigen. Ordentliche Statistiker sehen da auch einige Rechentricks. Aber egal.
  • „(…) sollte es zu Lieferunterbrechungen beim Öl kommen, würde das sofort erhebliche Preissteigerungen mit sich bringen. Und das hätte enorme negative wirtschaftliche Konsequenzen in unseren aktuell leider überwiegend öl-basierten Volkswirtschaften.“ – bto: wie übrigens auch dunkle, windstille Winterwochen in den Ländern, die auf diese Energie setzen. Ich erinnere an die Warnung aus der Schweiz: → Drohender Strommangel
  • „Am besten und effizientesten ließe sich die europäische Energie-Importabhängigkeit so reduzieren, wie es wohl jeder weitsichtige Unternehmer täte: die heimische Energieproduktion ausbauen, die Energiebezüge diversifizieren und strategisch und effizient Speicher zum Einsatz bringen. Kurz: Eine konsequente Energiewende wäre die beste Medizin für eine durch fossile Energieabhängigkeit dauergefährdete europäische Wirtschaft. Nicht zu vergessen: In der Kostenbilanz stehen die erneuerbaren Energien deutlich besser da als konventionelle Energien.“ – bto: Abgesehen von dem Handelsaspekt, wonach wir nicht nur exportieren können, stimmt es natürlich, dass es sich lohnt, erneuerbar zu machen. Also, dann lasst es doch den Markt machen! Wozu jetzt weitere politisch-steuernde Maßnahmen, von denen wir wissen, dass sie viel kosten aber wenig bringen?
  • „(…) effektive Klimaschutz-Maßnahmen (werden) blockiert, und wird der Umstieg hin zu einer auf erneuerbaren und klimaschonenden Energien basierenden Wirtschaft so behindert. Das demokratische Europa zeigt sich bereits seit Jahren auch im globalen Sinne verantwortungsbewusst und versucht mit der Energieunion nicht nur eigene wirtschaftspolitische Interessen, sondern eben auch weltweit relevante Klimaziele zu erreichen.“ – bto: ja was nun? Wird es „behindert“ oder sind wir „verantwortungsbewusst“?
  • „Für das Gelingen der Energiewende in Europa ist es somit notwendig, dass der Anteil konventioneller Energien wie Kohle- und Atomkraft, kontinuierlich sinkt.“ – bto: was nicht stimmt. Frankreich betreibt seine Atommeiler weiter und liegt deshalb mit dem Thema CO2 deutlich besser als wir. Auch der Umstieg auf Elektroautos macht dort mehr Sinn als bei uns.
  • „Kohlekraftwerke produzieren nicht nur klimagefährliche Treibhausgase und behindern damit die Erreichung der Klimaschutzziele, sie produzieren auch Umweltschäden wie beispielsweise Quecksilber- und Feinstaubemissionen. (…) Atomkraftwerke sind ohnehin sehr risikoreich und vor allem sehr teuer, da nicht nur der Bau, sondern auch der Rückbau der Anlagen und die Endlagerung von Atommüll erhebliche Kosten verursachen. Diese negativen externen Effekte sind ungleich höher als die der erneuerbaren Energien.“ – bto: Wer wäre ich, das zu bezweifeln? Aber eine Frage habe ich dann schon: Wenn die Atomkraftwerke schon gebaut sind und wir damit so oder so rückbauen müssen, sollten wir sie dann nicht als Übergangstechnik weiter nutzen? Sie sind doch schon da? O. k., das darf man ja nicht fragen, weil es bereits Ketzerei ist. Dennoch wäre es aus ökonomischer und Klimaschutz-Logik zumindest eine Überlegung wert.
  • Jegliche Investitionen müssen heute in erneuerbare, und nicht mehr in fossile oder atomare Technologien fließen. Dafür ist ein nachhaltiges Finanzsystem zur Kanalisierung unausweichlich, weshalb der Green Deal der EU auch die Green-Finance-Architektur ins Zentrum des Geschehens rücken. Damit die europäischen Anstrengungen auch im globalen Wirtschaftssystem Widerhall finden, braucht es vor allem auch regulatorische Änderungen im Finanzsystem (…), dass Europa allen Streitereien zum Trotz im Zweifelsfall zusammenhält, hat sich zuletzt in der Bewerkstelligung der gewaltigen Finanzkrise von 2008 gezeigt und könnte sich jetzt in der globalen Klimakrise ein zweites Mal erweisen – und zwar erneut dank seiner finanzpolitischen Intelligenz.“ – bto: Da kann man nur lachen. „Finanzpolitische Intelligenz“ ist in Europa ja wirklich weit ausgeprägt? Der Euro immer noch krank am Tropf der EZB, marodes Bankensystem, aber genau, die Leute, die dies zu verantworten haben, bauen jetzt das Finanzsystem nach Klimagesichtspunkten um?
  • „Global fließen immer mehr Investitionen in erneuerbare als in fossile Energien zur Stromherstellung. Hier ist bereits ein Wendepunkt erreicht. Künftig werden riesige Investitionen in nachhaltige Klimaschutz-Technologien und Infrastrukturen fließen. Die EU-Kommission hält zusätzliche Investitionen in Höhe von 180 Milliarden Euro pro Jahr für notwendig, um die europäischen Klima- und Energieziele bis 2030 zu erreichen. Angesichts solcher Summen ist ein nachhaltiges Finanzsystem zur Kanalisierung unausweichlich.“ – bto: O. k., ich bin einfach zu dumm. Wenn erneuerbare Energien schon heute wettbewerbsfähig sind, wenn schon heute mehr Geld in diese Bereiche fließt und wenn es sich immer mehr rechnet, warum braucht man dann einen Eingriff in die Freiheit der Investoren? Geht es in Wahrheit darum, einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung Planwirtschaft zu gehen? Ohnehin ist es doch kein Problem, die 180 Milliarden von der EZB zu bekommen. Denn die freuen sich über jede Möglichkeit, die ökonomische Eiszeit zu bekämpfen.
  • „Eine ordentliche und trennscharfe Klassifizierung und darauf aufbauend Standards und Labels für grüne Finanzmarktprodukte wird derzeit auf EU-Ebene entwickelt. Bemerkenswert ist, dass in diesem Zusammenhang zwei Benchmarks für Nachhaltigkeit entwickelt werden sollen: Neben einem weniger strikten „low-carbon-benchmark“, der Titel mit einem CO2-Fussabdrucks unterhalb des Branchendurchschnitts beinhaltet, soll ein strikterer „positive-carbon impact benchmark“ im Einklang mit dem 2-Grad-Ziel von Paris entwickelt werden, der Titel beinhaltet, die eine positive CO2-Bilanz aufweisen.“ – bto: Welche Werte werden in Zukunft besser performen: jene, die erst beginnen, CO2 zu reduzieren, weil sie a) diese Investitionen billiger bekommen als die Vorreiter (Erfahrungs- und Skaleneffekte) und b) weil sie tiefer bewertet werden als die anderen Werte. Überrenditen verdienen jene, die diese Papiere kaufen und die im „grünen Produkt“ untergewichten. So wird sichergestellt, dass der einfache Sparer eine noch schlechtere Rendite erwirtschaftet. Brillant.
  • „Ziel des Aktionsplanes ist es, den Beitrag des Finanzsektors zum nachhaltigen Wachstum zu stärken und dadurch die Finanzstabilität durch Berücksichtigung von Umweltfaktoren zu erhöhen. (…) derzeitige Regulierungsvorhaben auf EU-Ebene, wie die Offenlegung von Nachhaltigkeits-Risiken durch Asset Manager und Asset Owner, wie sie im Vorschlag des Sustainable Finance-Regulierungspakets oder im EU Banking Package enthalten sind, sind eine wichtige Voraussetzung dafür, eine größere Transparenz bzgl. Nachhaltigkeitsrisiken von Investments sowie des Geschäftsbetriebs von Banken zu schaffen.“ – bto: Es soll eine Verteuerung des Kapitals für „braune Industrien“ erzwungen werden. Fein, aber wozu, wenn es sich doch schon heute rechnet, nicht mehr braun zu sein? Es ist der Versuch, die Kapitalströme zu lenken und damit im Kern die Abschaffung der Kernfreiheit der Marktwirtschaft.
  • „(…) der EU-Aktionsplan hat das Potenzial, die Grundlage für eine Wende hin zu einem insgesamt nachhaltigen Finanzsystem zu bilden. Und das wäre eine perfekte Kombination aus staatlich verordnetem Klimaschutz und Marktwirtschaft – ein echter Green New Deal.“ – bto: genauso nachhaltig wie das europäische Bankensystem, das zehn Jahre nach der Krise immer noch als faktisch insolvent anzusehen ist? Insgesamt nachhaltig würde aber vieles andere umfassen: mehr Eigenkapital, weniger Spekulation, geringere Verschuldung der Realwirtschaft, Normalisierung der Zinsen … All dies taucht hier nicht auf, dennoch wird von „Nachhaltigkeit“ gesprochen.
  • „Das Ziel sollte sein, den Anteil erneuerbarer Energien möglichst schnell deutlich ansteigen zu lassen. (…) Die Vorteile für fossile Energien und Atomenergie sollten so schnell wie möglich abgebaut, den erneuerbaren Energien Vorrang eingeräumt und ihr Ausbau massiv forciert werden. Nur so wird es Europa gelingen, die Vorteile für die Volkswirtschaften, die sich aus einem stärkeren Klimaschutz und der Technologieführerschaft durch Innovationen und Wettbewerbsvorteilen ergeben, heben zu können. (…) Jedes Land sollte den Umstieg hin zu einer Vollversorgung mit erneuerbaren Energien so schnell wie möglich voranbringen.“ – bto: Koste es, was es wolle. Nun, ich würde sagen, der Kommentar ist meinungsstark aber nicht überzeugend. Es werden viele Behauptungen aufgestellt, die nicht zusammenpassen. Im Kern bleibt der Eindruck, dass es darum geht, die freie Allokation knapper Ressourcen, die dank der EZB zunehmend ohnehin nicht knapp sind, weiter einzuschränken. Zum Nachteil für Wachstum in der Zukunft.

→ makronom.de: „Wie die Wende zu einem nachhaltigen Finanzsystem gelingen kann“, 2. Oktober 2019

Kommentare (29) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
  1. Avatar
    Alexander sagte:

    Ich arbeite mehr als 6 Monate im Jahr für Steuern und Abgaben. Von diesem Geld werden u.a. viele Wissenschaftler bezahlt, deren einziger Lebenszweck darin besteht meine Arbeit zu dekonstruieren. Als Folge soll ich noch mehr Lebenszeit dafür aufwenden staatliche Interventionen zu finanzieren, weil meine Arbeit für den Planeten und die unterdrückten Völker so schädlich ist.

    Mein Gegenvorschlag ist so simpel wie wirksam. Ich stelle nach 6 Monaten Arbeit für mich und meine Lieben die Arbeit ein und alle staatlichen Unentbehrlichen suchen sich ihrerseits eine nachhaltige Tätigkeit, ohne den Fleißigen weiter auf den Wecker zu gehen. Dem Planeten wäre ein unendlicher Dienst erwiesen und der Wachstumszwang fiele deutlich schwächer aus.

    Einwanderungsgrund gäbe es dann keinen und auch keine Kriege.

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  2. Avatar
    moinchen sagte:

    Herr Stelter, Sie sind feige!..
    Sie diskutieren nur um den Erhalt ihres Blogs, schließen Fakten dabei aus.

    Kein Problem

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    Susanne Finke-Röpke sagte:

    „die angeblichen 97 Prozent aller Wissenschaftler, die den menschengemachten Klimawandel bestätigen.“

    Das ist wohl für viele Laien und auch für mich das Hauptproblem. Wenn man selbst kein Klimaforscher ist, muss man den Fachleuten glauben. Wenn sich die Fachleute nicht einig sind, wird es schwierig. Würde man über wissenschaftliche Wahrheiten demokratisch abstimmen können, wären die 97 % ein eindeutiges Signal.

    Aber wer sagt dem Laien, dass wir uns nicht kurz vor einem Galilei-Moment befinden? Anfang des 17. Jahrhunderts hätten vermutlich auch 97 % der Wissenschaftler das geozentrische Weltbild aus der Bibel bestätigt und den heliozentrischen Theorien des Kopernikus und Galileo Galileis widersprochen. Naturgesetze werden aber nicht durch menschliche Mehrheitsbeschlüsse festgelegt, wie man an vielen ursprünglichen wissenschaftlichen Grundüberzeugungen („Luft hat kein Gewicht“, „es gibt einen Äther im Weltraum“, „es gibt nur die 4 Elemente Wasser, Feuer, Erde, Luft“ oder „die Erde ist eine Scheibe, sonst würden wir ja runterfallen“) feststellen kann.

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    • Avatar
      Dietmar Tischer sagte:

      @ Susanne Finke-Röpke

      Oder man glaubt nichts, was im vorliegenden Fall allerdings sehr schwierig ist, weil das Klima für jeden existenziell ist.

      >Wenn sich die Fachleute nicht einig sind, wird es schwierig>.

      Nur eingeschränkt:

      Es ist zwar unmöglich, als Nicht-Fachmann/-Frau den Wahrheitswert zu ermitteln, aber man kann sich eine Überzeugung bilden.

      Das ist nicht sonderlich schwierig, wenn man ausblendet, den Wahrheitswert nicht ermitteln zu können.

      Man GLAUBT dann „nur“.

      Das genügt, um Stellung zu beziehen und mitzugestalten.

      >Anfang des 17. Jahrhunderts hätten vermutlich auch 97 % der Wissenschaftler das geozentrische Weltbild aus der Bibel bestätigt und den heliozentrischen Theorien des Kopernikus und Galileo Galileis widersprochen.>

      Nicht unbedingt.

      Ich habe mich schon vor langer Zeit gefragt, WIE ein Richter hätte entscheiden MÜSSEN, wenn der VERWEIS auf die Bücher genauso wie der BLICK durchs Fernrohr des Galileo EMPIRIE ist.

      Er hätte nicht nach objektiven Kriterien entscheiden können, weil beide Auffassungen auf dem beruhten, was DAMALS als Empirie galt bzw. gelten konnte.

      WIE ist in der Folge entschieden worden?

      Es ist PRAGMATISCH entschieden worden, d. h. der NUTZEN durch das Fernrohr zu schauen, stellt sich im Zeitverlauf als größer heraus als der, in den Büchern zu blättern.

      Er war deutlich größer, so dass sich die Naturwissenschaften entwickelt haben mit einer Systematik, die Spengler als „Befragung der Natur durch die Folter“ bezeichnet hat und die als eine Voraussetzung unserer Wohlstandszivilisation anzusehen sind.

      Der Pragmatismus ist bis heute maßgebend:

      Was tun wir, wenn z. B. mehrere Prognosemodelle für die Konjunktur vorliegen, der Wahrheitswert der Modelle mit Blick auf die Realität aber nicht feststellbar ist?

      Wir lassen das Modell ALS wahr GELTEN, das am genausten prognostiziert, auch wenn es fehlerhaft prognostiziert.

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      • Avatar
        moinchen sagte:

        Was versuchen Sie da zu vergleichen? Galileo mit der damaligen Kirche, um unsere brennenden Probleme zu lösen? Absurdestes „Narrativ.“

        Die Fakten liegen auf dem Tisch! Nicht nur vom IPPC, der NASA… viiielen weiteren wissenschaftlichen Institutionen belegt. Deren Prognosen sind düster. Die schon direkt von dem unverantwortlichen Recoursenverbrauch betroffenen melden sich nun auch vehement.

        Greta ist auch betroffen. So jung und komfortabel sie lebt, denken und schlussfolgern kann kann sie. Sie ist „nur“ das emotionale Salz in der Suppe der überwältigenden Faktenlage, die wir auszulöffeln haben!
        Schämt euch!

  4. Avatar
    moinchen sagte:

    Herr Stelter,
    versuchen Sie es besser nicht, so einseitig und billig Frau Claudia Kemfert zu widerlegen.
    Die hat mehr als Asset-Erhalt studiert.
    Sie sind billig. Kein umfassender Wissentschaftler.

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    • Avatar
      Hansjörg Pfister sagte:

      @moinchen
      Ich liebe diese sachlich fundierten kritischen Kommentare. Ich verrate Ihnen auch wie man das aussagenlogisch nennt: Argumentum ad hominem. Mit sehr viel Entgegenkommen könnte man ihre Aussage bezügl. Frau Kempfert noch als Argumentum ad verecundiam durchgehen lassen. Sie werden wahscheinlich nicht verstehen, was ich Ihnen eben sagen wollte. Das macht aber nichts, vergessen Sie’s einfach genauso wie diesen Blog hier, der hauptsächlich ad rem argumentiert, denn selbiges scheint Ihnen überhaupt nicht zu liegen.

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        Wolfgang Selig sagte:

        @Herrn Pfister:

        Ich möchte mich Ihnen anschließen, glaube aber, dass Sie mit lateinischen Schlagworten, nicht durchdringen werden, sondern selbst auf Ablehnung stoßen.

        @moinchen:

        Auf deutsch: Versuchen Sie zur Sache (ad rem) und nicht zur Person von Herrn Dr. Stelter (ad hominem) zu argumentieren. Sonst werden Sie hier auf diesem Blog zurecht nicht Ernst genommen. Wir sind hier nicht vor einem Fernsehklatschpublikum oder bei einer Wahlkampfrede, wo das aufgeheizte Publikum den Angriff auf den Gegner hören will, weil es die Argumente nicht versteht und Platitüden hören will. Wenn Sie so etwas hören wollen, gehen Sie nächsten Wahlkampfrede der Partei Ihrer Wahl oder zu einer beliebigen „politischen“ Talkshow bei ARD oder ZDF.

        Nur weil jemand eine andere formale Qualifikation, Berufserfahrung oder Geschlecht hat, ist seine Kritik noch nicht falsch. Daher hat auch Hr. Dr. Stelter selbstverständlich das Recht, sich zu Klimathemen zu äußern. Vor allem, wenn der Klimawandel politisch als Begründung dient, fiskal- und geldpolitische Maßnahmen zu ergreifen.

    • Avatar
      moinchen sagte:

      Vergleiche ich Sie, Herr Stelter, mit Wissenschaft, wie zB. Frau Kemfert, auch viele andere, denen die Fakten über ihren, Herr Stelter, Horizont hinaus lange bekannt sind, darf man Sie als reinen gutgläubigen Kapitalisten bezeichnen.

      Ich habe nichts gegen echte Diskussion. In ihrem Blog, wohl nicht…

      Antworten
  5. Avatar
    Dietmar Tischer sagte:

    >Die EU-Kommission hält zusätzliche Investitionen in Höhe von 180 Milliarden Euro pro Jahr für notwendig, um die europäischen Klima- und Energieziele bis 2030 zu erreichen. Angesichts solcher Summen ist ein nachhaltiges Finanzsystem zur Kanalisierung unausweichlich.“>

    Es geht also um die Finanzierung von 180 Mrd. Euro pro Jahr und deren „Kanalisierung“.

    Das hätte Frau Kemfert gleich am Anfang sagen können.

    >…dass Europa allen Streitereien zum Trotz im Zweifelsfall zusammenhält, hat sich zuletzt in der Bewerkstelligung der gewaltigen Finanzkrise von 2008 gezeigt und könnte sich jetzt in der globalen Klimakrise ein zweites Mal erweisen – und zwar erneut dank seiner finanzpolitischen Intelligenz.“>

    Frau Kemfert hat offensichtlich noch nie etwas vom Brexit gehört.

    Europa hält nicht zusammen, sondern PRODUZIERT Krisen!

    Ich bin wirklich gespannt, WIE die 180 Mrd. EUR aufgebracht werden sollen.

    Zuvor wird die „finanzpolitische Intelligenz“ daran zu messen sein, WIE man beim EU-Haushalt mit den EUR 10 Mrd. + umgehen wird, die aufgrund des Brexit in der Kasse fehlen.

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    • Avatar
      Horst sagte:

      Das Europa von der Antike bis 1945 hat eine Krise existenzieller Natur nach der anderen produziert, seit 1945 und 1999 ist es doch erstaunlich friedlich abseits politischer Uneinigekeiten nicht existenzieller Natur. Alarmismus, wie nicht anders zu erwarten.

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      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Horst

        „Das Europa von der Antike bis 1945 hat eine Krise existenzieller Natur nach der anderen produziert, seit 1945 und 1999 ist es doch erstaunlich friedlich abseits politischer Uneinigekeiten nicht existenzieller Natur“

        Eine verwegene Aussage. Im religiösen Weltuntergangswahn aufgehetzte Kinder haben wir heute in Europa auch wieder, wie schon zu Zeiten Savonarolas in Florenz.

      • Avatar
        Horst sagte:

        Der Vergleich ist im historischen Kontext nahezu lächerlich, die hergestellte Assotiation zeugt eben auch von Ihrem blinden Alarmismus.

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Horst

        Savonarolas Kinderpolizei würde Ihnen jetzt ein wütendes „How dare you?“ entgegenschreien. Halten Sie die so viel gefährliches CO2 ausstoßenden SUVs heute nicht für ein genau so schreckliches Symbol der Verderbtheit der Menschheit wie die luxuriösen Einrichtungsgegenstände und den Schmuck der Menschen im Florenz der Renaissance? Auch bei dem Kampf gegen kommerzielle Darstellungen von leicht bekleideten Frauen würden Savonarola und heutige Feministinnen (und auch salafistische Islamisten…) zum Beispiel ganz schnell einen Konsens finden. Das dunkle Mittelalter ist viel näher, als Sie es wahr haben wollen.

      • Avatar
        Hansjörg Pfister sagte:

        @Richard Ott:
        „Das dunkle Mittelalter ist viel näher, als Sie es wahr haben wollen.“
        Da haben Sie leider recht. Die Menschen haben sich in ihrer Grundbefindlichkeit kaum geändert.

    • Avatar
      Dietmar Tischer sagte:

      @ Horst

      Ich habe von Krisen gesprochen, nicht von existenziellen Krisen.

      Zur Sache:

      Sie müssen sich nur ein wenig im Wirtschaftsteil der meinungsbildenden deutschen Presse umsehen, um festzustellen, dass es beim Brexit um ganz etwas anderes geht als politische Uneinigkeit.

      Dort herrscht Alarmismus – und das zu recht angesichts der Tatsache, dass eine der größten Volkswirtschaften der Welt aus der EU wegbricht.

      Im Übrigen:

      Sie können immer wieder in meinen Beiträgen Krümel suchen, die Ihnen nicht passen.

      Das ist nicht verboten.

      Wenn schon, dann sollten Sie jedoch nicht übersehen, dass ich z. B. die STABILISIERUNG der Eurozone durch die EZB durchaus POSITIV sehe.

      Vielleicht können Sie einmal darüber nachdenken, was Fairness ist, statt zu schreiben „Alarmismus wie nicht anders zu erwarten“.

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    Richard Ott sagte:

    Kemfert: „Das demokratische Europa zeigt sich bereits seit Jahren auch im globalen Sinne verantwortungsbewusst und versucht mit der Energieunion nicht nur eigene wirtschaftspolitische Interessen, sondern eben auch weltweit relevante Klimaziele zu erreichen.“

    Eine echte Energieunion, also einen integrierten Binnenmarkt für Energie in der ganzen EU, hätte ich sehr gerne. Dann könnte ich nämlich als Verbraucher direkt günstigen tschechischen Braunkohlestrom kaufen (oder meinetwegen auch bulgarischen Atomstrom) und müsste nicht den überteuerten „erneuerbaren“ Strom aus Deutschland nehmen. Solange aber die Stromnetze nicht europaweit integriert sind, bleibt das so oder so Utopie. Ob Kemfert diese physikalisch-technischen Grundlagen überhaupt interessieren?

    Kemfert: „Der Einsatz fossiler Energien forciert nicht nur den Klimawandel, sondern macht abhängig von fossilen Energiekriegen.“

    Tja, und der Einsatz „erneuerbarer Energien“ macht abhängig von den erneuerbaren Energiequellen und den Herstellern von Solarpanels, Windkraftanlagen und Speichern – der Großteil dieser Industrien sitzt nicht mehr in Deutschland.

    Kemfert: „eine elementare Rolle spielt die Ausrichtung des Finanzsystems auf Nachhaltigkeit und Klimaschutz“

    Vielleicht ist das nur eine Chiffre, und gemeint ist, dass wir MMT einführen müssen um die ganzen sinnlosen und exorbitant teuren „Klimaschutz“-Investitionen für vollständige CO2-Neutralität zu finanzieren? Dann hätten wir praktischerweise den Sozialismus gleich noch mit eingeführt, was den Gretischisten und ihren linksextremen Freunden von der „Extinction Rebellion“ sicherlich sehr gefallen würde..

    Antworten
    • Avatar
      troodon sagte:

      @ Richard Ott
      „Eine echte Energieunion, also einen integrierten Binnenmarkt für Energie in der ganzen EU, hätte ich sehr gerne. Dann könnte ich nämlich als Verbraucher direkt günstigen tschechischen Braunkohlestrom kaufen (oder meinetwegen auch bulgarischen Atomstrom) und müsste nicht den überteuerten „erneuerbaren“ Strom aus Deutschland nehmen. “

      Bitte nicht vergessen, dass der hohe Strompreis in D überwiegend den hohen Steuern+Abgaben auf den Strompreis geschuldet ist und nicht den Gestehungs- und Netzkosten. Die „Strompreise für Nichthaushaltskunden“ geben einen Eindruck, wie niedrig die Strompreise in D eigentlich sein könnten. Denn auch die EEG Umlage könnte man aus allgemeinen Steuereinnahmen finanzieren.
      https://ec.europa.eu/eurostat/statistics-explained/index.php?title=File:Strompreise_f%C3%BCr_Nichthaushaltskunden,_zweites_Halbjahr_2017_(in_EUR_je_kWh)_FP18-DE.png

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      • Avatar
        troodon sagte:

        @ruby
        Danke für den Hinweis, sorry.
        Sollte aber funktionieren mit rechter Maustaste und „Link in neuen Tab öffnen“ , oder etwa auch nicht?
        Danke für das Lob :)

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ troodon

        Wichtige Thematik, die Sie angestoßen haben:

        Lt. Ihrem Link betrugen im zweiten Halbjahr 2017 die „sonstigen Steuern“ mehr als 10 Cent pro kWh für die privaten Haushalte in Deutschland.

        Ein Drittel vom Strompreis für Sonstiges!

        Das ist TYPISCH:

        Die Menschen werden belastet, ohne zu wissen für was.

        Völlige INTRANSPARENZ also und damit von vorneherein aussichtslos, eine VERNÜNFTIGE Diskussion über Finanzierung und Umverteilung zu führen.

        Die Gesellschaft jagt quasi sich selbst:

        Da immer mehr verdeckt zugegriffen wird, muss immer lauter mehr gefordert werden.

        Kein Wunder, dass Dr. Stelter bezüglich Effizienz und Effektivität nur reinstechen muss, um den Wahnsinn der Irrationalität aufzuzeigen.

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer

        Was sich hinter den „sonstigen Steuern und Abgaben“ im Strompreis für Haushaltskunden, genau verbirgt (auf der Rechnung wird es ja, anders als bei gewerblichen Stromkunden nicht detailliert aufgelistet), können Sie hier nachlesen: https://www.netztransparenz.de/

        Für 2019 sind die konkreten Beträge wie folgt:
        Stromsteuer 2,05 Cent/kWh
        KWK-Abgabe 0,28 Cent/kWh
        EEG-Abgabe 6,405 Cent/kWh
        Offshore-Umlage 0,416 Cent/kWh
        Umlage für abschaltbare Lasten 0,005 Cent/kWh
        Umlage nach §19 Stromnetzentgeltverordnung 0,305 Cent/kWh

        PS: Selbstverständlich wird auf sämtliche dieser Steuern und Abgaben nochmal 19% Mehrwertsteuer erhoben.

  7. Avatar
    Zweifler sagte:

    Ich hoffe, der Klimawandel auf bto ist bald vollzogen, damit man sich endlich wieder interessanteren Themen zuwendet.

    Antworten

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