We All Know How This Ends, So Why Are We So Slow To Price It In?

Eigentlich eine sehr gute Frage: wir wissen doch alle, dass die Party die wir gerade feiern auf einem sehr ungesunden Fundament beruht. Warum machen wir dennoch völlig unbesorgt weiter? Die Analysten der Citigroup suchen einen Erklärungsansatz, während die Kollegen von Zero Hedge ihre Kommentare hinzufügen und ich wie immer die Highlights kommentiere:

  • “….central bank balance sheet account for over 40% of global GDP, amounting to no less than $21 trillion. That in itself, should explain why the „most hated bull market“ of all time is not a bull market at all, but the world’s biggest experiment in central planning.” bto: genau so muss man das sehen.

Quelle: Zero Hegde

  • “Yet the time of this unprecedented monetary experiment is coming to an end as we are finally nearing the point where due to a growing shortage of eligible collateral, the central bank support wheels will soon come off, resulting in gravity finally regaining control over the market’s surreal trendline.” bto: die Märkte wären also wieder auf Fundamentaldaten angewiesen.
  • this central bank handoff is also the topic of the latest presentation by Matt King, in which the Citi credit  strategist once again repeats that „it’s the flow, not the stock that matters„, a point we’ve made since 2012, and underscores it by warning – yet again – that „both the world’s leading marginal buyers are in retreat.“ He is referring to central banks and China, the world’s two biggest market manipulators and sources of capital misallocations.” bto: womit wir – so wir denn glauben, dass die Käufe der Notenbanken etwas bewirkt haben und zugleich, dass wirklich ein Ende bevorsteht – in der Tat in einen möglichen Abgrund blicken.

Quelle: Citibank, Zero Hedge

 

  • we know what central banks are doing, so why are we so slow to price it in – especially since the marginal buyer – central banks – sets the price, and the marginal buyer will be gone by this time next year? (…) which suggest that both the global stock and bond markets are headed for a major crash as a result of the slowdown in central bank purchases.”bto: was man zumindest denken kann, wenn man an eine Fortsetzung der Korrelation glaubt:

Quelle: Citibank, Zero Hedge

  • “… not only have markets lost their ability to discount future news, but that central banks – unable to grasp this – believe that in a perverse case of reflexivity, the market is actually giving the „all clear“ to their actions, when it is their actions themselves that have broken the market, which effectively encourages central banks to break it even more.” bto: ich denke der neue Fed-Präsident ist sich der Risiken sehr wohl bewusst.
  • Unfortunately they seem to have neglected the textbook footnote that states that markets function this way only when they are deep and liquid. That might have been a reasonable description of pre-crisis markets; it seems a deeply unreasonable assumption for post-crisis markets in which leverage is constrained and one set of buyers have come along and absorbed virtually all of the world’s net new issuance.” bto: diese Wirkung der Liquidität und vor allem der pro-zyklische Charakter war schon mehrfach Thema bei bto. Die Liquidität ist weg, wenn man sie braucht.
  • “According to King there are 5 key lessons investors appear to have forgotten, so here is a reminder.
  1. ““Mind the flow, not the stock“, which of course refers to the ongoing slowdown in central bank purchases as shown in the charts above.” bto: es ist ist der Tat die Veränderung, die auf die Märkte wirkt. Das gilt auch bei der Verschuldung. Das Delta des Delta macht den Unterschied für die Konjunktur.
  2. ““Announced ≠ already discounted„, or why just because markets have had time to „price something in“, never means that they have priced it in.” bto: was ich wiederum erstaunlich finde. Man sagt doch immer, die Märkte würden alles vorwegnehmen.
  3. ““Think global not local.“ – when it comes to the global economy, it’s all about China, and specifically its credit impulse. Here King notes that whereas trailing growth numbers look great, their drivers likely lie elsewhere..” bto: nämlich im Kreditwachstum, was gerade auch in China die entscheidende Voraussetzung für Wachstum ist.

Quelle: Citibank, Zero Hedge

  • „The latest decline in German manufacturing sentiment follows 6 months after the Li Keqiang (LKQ) index, which tracks Chinese growth, peaked last summer. Likewise, the previous surge in German industrial confidence began in spring 2016, 6 months after the LKQ troughed.“ bto: was in der Tat die nachfolgende Abbildung schön verdeutlicht:

Quelle: Citibank, Zero Hedge

 

  • “King’s 4th lesson is that „a diverse market is a resilient market„, pointing to the Italian BTP market specifically, where he urges investors to „beware markets with only one buyer„, in this case the ECB.” bto: was wir schon an anderer Stelle gesehen haben.

Quelle: Citibank, Zero Hedge

 

  • ““beware of circular logic“, in this case as referring to the US Dollar, because while $ weakness does make for a risk on environment, that trend is about to be challenged. Or said otherwise, enjoy the recent move while you can, because „self-reinforcing processes can run in both directions.„” bto: ich denke auch, dass es zu einer unerwarteten US-Dollar-Rallye kommen könnte.

Quelle: Citibank, Zero Hedge

  • “This brings us to Matt King’s conclusion, which comes in three very simple parts: strong markets can make a strong economy…and bubbles bring in new buyers…what happens when the music stops?”

Quelle: Citibank, Zero Hedge

Zero Hedge: „Citi Asks A Striking Question: We All Know How This Ends, So Why Are We So Slow To Price It In?“, 10. März 2018

25 Kommentare
  1. Jacques sagte:

    Das bestätigt doch eigentlich nur das die „Party“ in 2018 weitergeht.
    Ob die EZB wirklich ihre Anleihenkäufe beendet, werden wir erstmal abwarten müssen.
    Im S&P 500 wird dieses Jahr ein EPS Wachstum von 14% erwartet. Somit wäre in diesem Fall ein Multiple Expansion für eine hohe Rendite nötig.
    Ja, der Gegenwind kommt, vor allem in den USA. Aber die 3-4 Zinserhöhungen dieses Jahr sind noch kein Problem.
    Wenn die FED 2019 die Guidance weiterführt, würde ich in 2019 aussteigen.
    Denn dann ist das Ende des Kreditzyklus und Konjunkturzyklus in den USA nicht mehr fern…und das wird dann auch die deutsche Börse treffen.

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  2. boerse.de-Champions-Defensiv-Index (BCDI) sagte:

    Wer in als vordergründig defensiv gepriesene Aktien wie Konsumgüter- oder Versorgerwerte investiert ist, für den ist die „Party“ schon seit längerem vorbei.

    Alle Arten von finanziellen Optimierungen, die das bisher stets gesunkene Zinsniveau zuließ wurden bei diesen Unternehmen vorgenommen und entsprechend schlecht ist seit 2015 mangels organischem Wachtum (trotz einer wirtschaftlich stürmisch wachsenden Welt) die Performance von:

    – BCDI – Werten: https://www.boerse.de/kurse/boersede-Champions-Defensiv-Index-BCDI–Aktien/DE000SLA3CD7

    – Coca-Cola: http://financials.morningstar.com/ratios/r.html?t=KO&region=usa&culture=en-US – Man beachte hier die wachsende Verschuldung und das sinkende Eigenkapital („hohe Eigenkapitalrendite“)

    – Buffett – Liebling Kraft-Heinz: https://www.boerse.de/historische-kurse/Kraft-Heinz-Aktie/US5007541064

    – Buffett – Liebling Mondelez: https://www.boerse.de/historische-kurse/Mondelez-International-Aktie/US6092071058

    In der Summe wurde hier auch unter Einrechnung der stattlichen Dividenden nun seit mindestens 3 Jahren kein Geld mehr verdient!

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  3. mg sagte:

    „We all know how this ends…“ – eben nicht.

    Meiner Ansicht nach liegt Herr Stöcker mit seiner „ad infinitum“-These richtig. Die Schulden werden revolviert – ad infinitum. Die finanzielle Repression funktioniert. Die ZBen werden darauf achten, dass die Zinsstrukturkurven lange Zeit nicht mehr invertieren und man lässt die Inflation halt ein „bisschen“ laufen. Das schliesst nicht aus, dass es zwischenzeitlich zu Korrekturen bei den Vermögenspreisen kommt, wobei steigende Zinsen eher Unternehmen als Immobilien treffen (kurzfristige vs langfristige Finanzierung). Auch halte ich Währungsreformen – insbesondere im südlichen Euroraum – für möglich. Ein Zusammenbruch des Finanzsystems wird es jedoch nicht geben.

    Zerohedge ist als Newsaggregator nicht schlecht, steht aber ziemlich weit Rechts und wird nicht umsonst auch als „doomsday porn“ klassifiziert.

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    • Alexander sagte:

      Meinung ist Grundrecht.

      Eine subjektive Bewertung – „steht rechts“ -als Feststellung zu setzen ist Beschämungstaktik mit dem Ziel Rechtfertigungsdruck auf zu bauen.

      Ökonomik muss rationell sein, denn Fehler enden mit Konkurs. Man kann solche Niederlagen verzögern aber nie verhindern, das ist historische Tatsache.

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    • Dietmar Tischer sagte:

      @ mg

      >Meiner Ansicht nach liegt Herr Stöcker mit seiner „ad infinitum“-These richtig. Die Schulden werden revolviert – ad infinitum.>

      Diese These ist Wunschdenken, weil sie auf der höchst FRAGWÜRDIGEN Voraussetzung beruht, dass JEDER Währungsraum AD INFINITUM eine unangreifbare Identität besitzt.

      Es ist nicht auszuschließen, dass die Eurozone auf ewig ein Währungsraum bleibt.

      ENTSCHEIDEND ist aber: NICHTS spricht dafür, dass dies so sein wird.

      Im Gegenteil, die ERFAHRUNG spricht dagegen:

      Schon heute wird man angesichts nationaler Entwicklungen und Ereignisse feststellen müssen, dass die Eurozone nicht dahin tendiert, ein Währungsraum zu bleiben.

      Wenn es möglich und sogar wahrscheinlich ist, dass POLITISCH die Alternative ergriffen wird, ihn zu verlassen und wenn er daraufhin zerfällt, kann auch NICHTS mehr revolviert werden.

      Sie begehen einen DENKFEHLER, wenn sie von der ALLMACHT der EZB – die sie monetär hat, aber eben nur monetär – auf eine Allmacht schließen, POLITISCHE Prozesse zu beherrschen.

      Politische Prozesse sind von vielem abhängig – Kriege, Seuchen, Demografie, Handel, Migration etc. – und DARAUF hat die EZB, wenn überhaupt, nur minimalen Einfluss.

      Monetäres Wunschdenken vernebelt den Blick auf die REALITÄT.

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      • mg sagte:

        > Die ZBen sind nicht allmächtig.

        Das sehe ich wie Sie.

        > Der Euro hält nicht ewig.

        Davon gehe ich auch aus. Diese Aussage ergibt sich schon aus dem 2. Hauptsatz der Thermodynamik (siehe auch weiter unten die Kommentare zum Wärmetod unseres Bezugssystems).

        > Das ad infinitum Revolvieren von Schulden sei Wunschdenken und widerspräche jeder Erfahrung.

        Da sind wir wohl verschiedener Meinung.

        Wenn man sich wie Argentinien in Fremdwährung (USD) verschuldet, kann man selbstverständlich in die Zahlungsunfähigkeit rutschen, zum Beispiel wenn man keine Abnehmer mehr für seine in Fremdwährung denominierten Staatsanleihen findet.

        Aber in der eigenen Währung funktioniert das zumindest wenn die Zentralbank mitspielt. Ich sage nicht, dass man dafür keinen Preis in Form von Inflation zu zahlen hätte. Und an dem Punkt stimme ich mit Herr Stöcker wohl nicht überein… ich habe so meine Zweifel, dass höhere Inflationsraten wünschenswert und wohlstandstiftend sind.

      • Dietmar Tischer sagte:

        @ mg

        „> Die ZBen sind nicht allmächtig.

        Das sehe ich wie Sie.

        > Der Euro hält nicht ewig.

        Davon gehe ich auch aus.

        > Das ad infinitum Revolvieren von Schulden sei Wunschdenken und widerspräche jeder Erfahrung.

        Da sind wir wohl verschiedener Meinung.

        Wie können wir verschiedener Meinung sein, wenn der Euro nicht ewig hält?

        Wenn es ihn nicht mehr gibt, wird in Euro NICHTS mehr revolviert.

        Wir sind dann in einer anderen Welt.

        Dagegen folgende Aussage:

        In einem Schuldgeldsystem wird IMMER revolviert werden, wenn die Bedingungen es zulassen.

        Diese Aussage ist sehr wahrscheinlich richtig, jedenfalls eine zu der man tendieren kann.

        Wenn wir darüber diskutieren, sind wir bei einem ANDEREN Thema.

  4. troodon sagte:

    Die Grafik bzgl. Korrelation der ZB-Käufe mit der Aktienmarktentwicklung in den kommenden 12 Monaten erachte ich mit dem dargestellten Maßstab nicht für geeignet, zukünftige Kursentwicklungen zu prognostizieren. Denn es würde bedeuten, dass die Aktienmärkte mehrere Jahre hintereinander um mehr als 50% p.a. fallen müssten, wenn weltweit die ZB von Käufen auf Verkäufen switchen würden. Negative Auswirkungen ja, aber nicht in dem extremen Ausmaß- -20% sind aber immer drin, auch ohne ZB Eingriffe…

    Antworten
      • troodon sagte:

        bei drei Jahren mit -50% p.a. wären wir bei einem Gesamtverlust von 87,5%…das wäre lt. Grafik bei Nullsaldo der ZB Transaktionen zu erwarten…
        und bei Netto Verkäufen der ZB müsste es lt. der dargestellten Korrelation in der Grafik logischerweise noch mehr als -50% p.a. sein…bei drei Jahren mit jeweils -70% wären wir dann bei -97,3% ….ja, das erachte ich als unwahrscheinlich für den MSCI World…

        Risiken für die Aktienmärkte sehe ich selbstverständlich durch Asset Verkäufe der ZB…mir missfällt aber die Darstellung in der Grafik ! …darum ging es mir…

        auf einen NICHT Kursverlust von insgesamt -87,5% oder mehr beim MSCI World würde ich auch wetten ;)

        20% +X Kursverlust, jederzeit möglich…

  5. Axel sagte:

    We know how it ends… Na klar, am Ende sind wir alle tot, die Erde verglüht in der Sonne und das Universum implodiert…
    Interessanter Artikel, da ich Gestern noch einen anderen, wahrscheinlicheren Tenor bei BTO zu erkennen geglaubt habe: Die Zentralbanken hauen uns alle raus! Italien? EZB! Aktiencrash in China? Die chinesische Zentralbank rettet! Auch die „Kriegskonten“ der FED sind prall (unendlich) gefüllt. Die Bugwelle der Zombiefirmen in den Bankbilanzen? Ab damit in Bad Banks, finanziert mit EZB Geldern… Das System muß gerettet, Volksaufstände und Wut gegen die Politiker vermieden werden. Kein regierender will derjenige sein, der das Kartenhaus zusammenstürzen läßt. Egal was es kostet, es muß weiter gehen.
    Ein paar Spähne werden Fallen (Abgaben, Steuererhöhungen), aber die Maschine muß am Dampfen gehalten werden.
    Die klassische VWL Lehre, basierend auf Marktgesetzen, ist ein romantisches Relikt aus alten BRD Zeiten. Mitlerweile wird alchemistisch im rechtsfreien Raum operiert, so daß den Optionen der Zentralbanken keine Grenzen gesetzt sind. Unterstützt wird dies vom EGH, der im Sinne der Währungsstabilität alles durchwinkt….
    Ich weiß, daß mein Kommentar wenig mit fundamentalen Argumenten aufwarten kann. Er beruht aber auf der konkreten Beobachtung des Marktgeschehens der letzten Jahre. Solange nicht definiert ist, wo die Grenzen der Zentralbanken sind, geht das Spiel der Geldproduktion und Umverteilung nach Oben weiter. Die Börsen sehen das anscheinend genauso und tanzen weiter zur Musik der ZB’s.
    Das große Crashszenario begleitet die Entwicklung zwar noch als prickelndes Hintergrundrauschen, wird aber in die ferne Zukunft verschoben, solange es nicht jemand bewußt herbeiführt…

    Antworten
      • Thomas sagte:

        „das Universum implodiert…“

        Die aktuellen physikalischen Beobachtungen und Modelle sehen eher den Big Rip oder ewige Expansion statt Big Crunch – auch kein schönes Ende; aber das nur am Rande, soll nicht Schlaumeierei sein – es passt auch ganz gut zum monetären End (?)-Spiel… alles gegen Unendlich und am Ende ist alles gleich, gleich leblos.

        Vielleicht nur eine Anmerkung zum Crash-Szenario. Nicht vergessen sollte man in der Gleichung, dass eine Menge (?) Private und auch Institutionelle aktuell long cash sind und darauf warten zu fairen Preisen Hard Assets zu kaufen. Es gibt ja nicht wenige Fonds, die sich auch so äußern. Mal abgesehen von Buffett. Insofern müssen die Kurse nicht 90% nach unten knallen, sondern auf „halben Wege“ (oder wo auch immer das ist) könnte sich jede Menge Kaufdruck aufbauen.

        Vielleicht kommen gerade die Doomsday-isten als Kavallerie zur Rettung und stabilisieren am Ende die Aktienmärkte.

        Ansonsten gilt weiterhin: „On a long enough timeline the survival rate for everyone drops to zero.“

    • Dietmar Tischer sagte:

      @ Axel

      Ich verstehe nicht, warum es so schwer ist, die Entwicklung aus einer GESAMTSICHT heraus zu begreifen.

      Sie sagen:

      >Solange nicht definiert ist, wo die Grenzen der Zentralbanken sind, geht das Spiel der Geldproduktion und Umverteilung nach Oben weiter.>

      Es ist ja richtig, dass niemand es darauf anlegt, mit Definitionen zu operieren. Denn wenn es darum geht, den Systemabsturz mit nahezu allen Mitteln zu verhindern, darf man sich nicht auf irgendetwas festgelegt lassen.

      Trotzdem geht DIESES Spiel nicht ewig weiter. Denn wie ich weiter oben @ mg gesagt habe, sind die Zentralbanken nicht allmächtig und zwar auch dann nicht, wenn sie nicht durch Definitionen in Schach gehalten werden.

      Menschen entscheiden nach Kriterien, auf die Zentralbanken sehr wenig Einfluss haben. Am Ende sind es POLITISCHE Prozesse und nicht monetäre, die dem Lauf der Dinge ein Ende setzen.

      Dr. Stelter hat das übrigens oft genug zum Ausdruck gebracht, auch wenn hier die monetären Entwicklungen und die der Assetpreise im Mittelpunkt stehen.

      Antworten
      • Axel sagte:

        Wer hat denn bitteschön die GESAMTSICHT? Ich habe zig Bücher gelesen, die meisten allgemeinverständlich, einige waren mir teils zu fachmännisch. Ich habe gelehrte Analysen gelesen , feine Graphiken bestaunt und kluge Tabellen studiert. Sie alle ließen den Schluß zu, daß wir uns auf dem Highway to Hell befinden. Und was ist passiert? Nüscht!!! Nicht weil die Analysen schlecht waren, nein, im Gegenteil. Sie waren äußerst smart. Die Zentralbanken haben sie aber alle in die Tasche gesteckt.

        POLITISCHE Prozesse beenden den Lauf der Dinge? Monetärer Selbstmord wird aber nur in absoluter Verzweiflung geschehen! Solange wir arm sind, lassen wir uns immer noch an der Nase herumführen, solange uns gesagt wird, wir müßten sonst hungern. Siehe Griechenland. Wird dort der Euro begraben? Nein! Da keiner die Katastrophe möchte, wird lieber umverteilt und transferiert.

        Das soziale Unruhen kommen, wird die Flüchtlingspolitik nicht rückabgewickelt und der Islamismus nicht eingedämmt, davon gehe ich aus! Irgendwann, spätestens wenn es uns finanziell mal wieder schlechter gehen sollte oder in 12-15 Jahren die Babyboomer in Rente gehen, läßt sich die Bevölkerung mit der Meinungsdiktatur und dem Denkverbot „man darf keine zwei Gruppen gegeneinander ausspielen“ nicht mehr abspeisen, und die Verteilungskämpfe beginnen…es ist einfach unfaßbar, das ein einst so lebenswertes Land seinen eigenen Niedergang durch Sozialtransfers noch selbst finanziert. Unglaublich, daß das Land der Dichter und Denker kollektiv seinen Verstand verloren hat und mit seiner Zukunft spielt!
        Ich hätte mir nie, nie, niemals träumen lassen, daß wir in unserem Land mal tatsächlich über den Islam und religiösen Terrorismus diskutieren müßen.
        Für mich hat Deutschland nicht die Religion ausgemacht, sondern die Tatsache, daß wir uns von dem Joch und Dogmen der Religion in einem Jahrhunderte währenden Prozess befreit haben, dem Ammenmärchen, es gebe eine Muppetfigur im Himmel und wenn ich mich nur genug einschleime, komme ich in den Himmel. Und genau diese überwunden geglaubte Fata Morgana bestimmt jetzt wieder unser Hier und Heute. Einfach UNFASSBAR:::

      • Dietmar Tischer sagte:

        @ Axel

        >Wer hat denn bitteschön die GESAMTSICHT?>

        Niemand, deshalb habe ich von EINER Gesamtsicht gesprochen.

        Ansonsten:

        >Da keiner die Katastrophe möchte, wird lieber umverteilt und transferiert.>

        Sage ich ja auch.

        Ich sage zudem:

        Es kann aber nicht EWIG umverteilt und transferiert werden.

        Und genau das sagen Sie doch auch:

        >Das soziale Unruhen kommen … läßt sich die Bevölkerung mit der Meinungsdiktatur und dem Denkverbot „man darf keine zwei Gruppen gegeneinander ausspielen“ nicht mehr abspeisen, und die Verteilungskämpfe beginnen…>

        Abgesehen davon, dass die Verteilungskämpfe schon begonnen haben, haben Sie vollkommen recht.

        Und da auch die Notenbanken daran nichts, aber auch gar nichts ändern können, wird das Spiel, das Sie beklagen nicht ewig weitergehen. Ob dann ein besseres gespielt wird, steht natürlich auf einem anderen Blatt.

        Auch wenn das jetzt zynisch klingt, ganz realistisch:

        Nicht ungeduldig werden, die Dinge nehmen ihren Lauf und wenn es trotz guten Zuredens und aller Anstrengungen letztlich kein guter sein sollte, dann ist es der, den wir verdienen, jedenfalls in gewisser Weise.

  6. Wolfgang Selig sagte:

    Warum wir so langsam beim Einpreisen sind?
    Weil keiner weiß, welches asset die Politik hinterher mit welchem Anteil für die Überschuldung haften lässt.

    Sind Aktien als reale Werte sicher, wenn die Nachfrage nach allem einbricht?

    Anleihen mit AAA, wenn der downgrade wie bei Subprime läuft?

    Edelmetall bei drohendem Goldbesitzverbot?

    Immobilien bei drohendem Lastenausgleich oder Zwangshypotheken?

    Keiner weiß es und daher bleibt jeder vorerst bei seinen assets. Nicht einmal die Politiker selbst wissen es, denn sie müssen es je nach den politischen Kräfteverhältnissen im Minskymoment kurzfristig entscheiden und hoffen, dass der margin call erst nach ihrer Amtszeit in ferner Zukunft stattfindet.

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