Sollen Zentral­banken auch Bürger­kriege verhindern?

Meine Skepsis bezüglich einer aktiven Rolle der Notenbanken beim Thema Klimawandel ist gut bekannt. Ich denke, es ist nur eine politische Verpackung für die eigentlich beabsichtige direkte Staatsfinanzierung – hier halt für den „guten Zweck“. Ein Kommentator der FINACIAL TIMES (FT) sieht das ähnlich:

  • Around the world institutional investors have been ramping up stewardship efforts across their portfolios, with an increasing focus on the transition to net zero greenhouse gas emissions by 2050. Yet the high tide of activism has yet to touch one group of very big public investors — namely the central banks that have accumulated large portfolios of securities since the financial crisis and topped them up in response to the coronavirus pandemic.“ – bto: Ist das überhaupt erforderlich?
  • Among the leading central banks only the Bank of Japan is a really significant force in its domestic equity market, owning around 10 per cent of Japan’s benchmark Topix index. At some leading Japanese companies it owns as much as a third of the free-floating shares. (…) The BoJ (…) will never raise its voice at annual shareholders’ meetings (…) an experiment in financial socialism.“ – bto: Es ist auch richtig so. Falsch ist hingegen, dass die Notenbank überhaupt Aktien hält. Das ist bei den Schweizern anders, da diese ja im Ausland kaufen.  
  • At other big central banks such as the Federal Reserve, the European Central Bank and the Bank of England, corporate bond holdings are the chief focus of climate change concerns. (…) their bond holdings tend to be allocated across sectors of the economy according to the amount of debt outstanding in each sector. This minimises the impact of bond buying on relative borrowing costs across sectors with a view to achieving market neutrality.“ – bto: Geht es doch – offiziell – darum, die Wirtschaft zu beleben, nicht darum, bestimmte Sektoren zu begünstigen.
  • Andrew Bailey, governor of the Bank of England, pointed out in a speech last week that there is increasingly persuasive evidence that climate risk is systematically underpriced in financial markets. So ‘continuing to replicate the structure of the sterling corporate bond market without taking explicit account of the climate impact of bond issuers is no longer in fact a truly ‘market neutral’ approach’. It is in the BoE’s Monetary Policy Committee remit to consider how, subject to achieving its inflation target, it could support the transition of the UK economy to net zero emissions.“ – bto: Zum einen ist es natürlich nicht marktneutral, genauso falsch zu liegen wie der Markt. Zum anderen wird man die sicherlich gegebenen Risiken nicht durch anders gewichtete Käufe bereinigen können. Hierzu braucht man individuelle Analysen und nicht pauschale, schon gar nicht nach ESG-Kriterien der heutigen Güte.
  • As part of this it is proposing to change the composition of its corporate bond portfolio while incentivising companies to take action to secure an orderly transition to a net-zero economy. This will involve portfolio targets for emissions. The Bank will also aim to purchase green corporate bonds and will consider excluding issuers involved in activities judged incompatible with transition to net zero. Another strategy will be to tilt the portfolio towards issuers with stronger relative performance in pursuing the goal of net zero.“ – bto: Erneut wird die Industrie belastet, die ohnehin vor einer Herausforderung steht, wenn ein Umbau über das Knie gebrochen wie auch schon im Fall der Klimaurteile.  
  • In bond markets, unlike equity markets, the investor’s leverage with the investee company diminishes once the money passes to the borrower. So there is a risk that portfolio companies may prove resistant to the Bank’s moral suasion.“ – bto: weil sich dann andere Käufer freuen, etwas mehr Rendite zu bekommen.
  • Then there is a wider question about mission creep and whether this and other measures central banks take to recognise the impact of climate change could distract them from their core objectives relating to inflation and employment. Sir Paul Tucker, a former deputy governor of the Bank, recently told a House of Lords select committee: ‘One thing that is said about climate change and central banking is that climate change could be very bad for financial stability, and I agree. Wars are very bad for financial stability, too, including civil wars. Should central banks ration the provision of credit to suppliers of arms manufacturers?“ – bto: Ich bin sicher, nicht wenige Politiker würden die Frage bejahen. Es ist ein weiteres Beispiel für den Marsch in eine staatlich gelenkte Wirtschaft.

Andererseits: Wenn die Zentralbanken Konflikte reduzieren wollen, sollten sie sich dann nicht die Frage stellen, ob ihr Tun wirklich keine Rolle gespielt hat und noch spielt beim Thema der explodierenden Schulden, der unproduktiven Spekulation und der in einigen Regionen der Welt zunehmenden Ungleichheit der Vermögensverteilung?

ft.com (Anmeldung erforderlich): „Central banks’ action on climate change raises mission creep concerns“, 7. Juni 2021

Kommentare (25) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
  1. BLUM
    BLUM sagte:

    Das Wichtigste wäre, dass die Zentralbanken keine Kriege mitfinanzieren. Da sie aber entstanden, um genau das zu tun, wäre das eine bahnbrechende Zieländerung. Ob Krieg gegen Menschen wegen Klima, Demokratie, Autokratie, Gerechtigkeit, Marktzugang ist eigentlich so etwas von egal. Immer geht es darum, Leuten Geld zu geben für Sachen, die sich mit deren eigenem Geld nicht bewerkstelligen ließen.

    Das ist die Krux. Deshalb finde ich, man sollte das alte Buch von Ron Paul “Schafft die FED ab.” mal wieder in der heutigen Zeit lesen. Man wird erschrecken, wie treffend es noch heute ist.

    Antworten
  2. weico
    weico sagte:

    @Rolf Peter

    “Normalerweise wuerde man bei solch einem globalen Problem darüber nachdenken, wie man es durch die Weiterentwicklung existierender oder der Schaffung Institutionen vernuenftig lösen kann. ”

    Also einen noch vernünftigeren und realistischeren Vorschlag, als die AfD (Seite 174/175) macht, gibt es kaum.

    “Niemand streitet die jüngste globale Erwärmung ab. Die AfD bezweifelt aber, dass diese nur negative Folgen hat.
    Statt einen aussichtslosen Kampf gegen den Wandel des Klimas zu führen, sollten wir uns an die veränderten Bedingungen anpassen, so wie es Pflanzen und Tiere auch tun. Die Menschheitsgeschichte belegt, dass Warmzeiten
    immer zu einer Blüte des Lebens und der Kulturen führ , während Kaltzeiten mit Not, Hunger und Kriegen verbunden waren. ”

    Übrigens:
    Der vernünftige und realistische Vorschlag gilt auch, wenn ein kommender globale Kälteeinbruch (kleine Eiszeit) wieder Eintritt.

    Antworten
    • JürgenP
      JürgenP sagte:

      @ weico
      “…dass Warmzeiten immer zu einer Blüte des Lebens und der Kulturen führ(en), während Kaltzeiten mit Not, Hunger und Kriegen verbunden waren”.

      Kommt drauf, wie und wo die Warmzeiten zuschlagen. Den Mayas ist das Getreide am Stengel verdorrt, so dass sie ehemals blühende Landschaften in rel. kurzer Zeit vollständig aufgeben mussten. Den hilfsbereiten Spaniern haben sie dann Gold gegen Getreide getauscht. Wäre doch auch eine Option für die Deutschen. Europäische Klimasolidarität könnte man es bezeichnen. Ach so, haben wir schon … Geld wird ja schon massenhaft verschenkt.

      Anpassen an Lebensumstände ist zwar richtig. Individuell kann man sich in Grenzen an kurzfristige Kapriolen des Klimas (Wetter) sicherlich leicht anpassen. Ganz anders sieht es aus, wenn die Veränderungen über Jahre oder Jahrzehnte andauern (Wüstenbildung) und oder in Extreme (Überflutungen) umschlagen. Schau’n wir mal wie die Anpassung der Dittmarschener und Steinburger läuft, die kriegen Wacken Open Air mit 100.000 Fans auf Wasserflößen sicherlich trotzdem hin.

      Nur negative Folgen haben Veränderungen infolge globaler Erwärmung auch nicht, das stimmt. Es wird vermutet, dass in ein paar Jahren der Weinanbau bis zum Skagerak machbar sein wird. Schön für die Dänen. Dann müssen sie sich den Fusel nicht mehr kurz hinter der Grenze kaufen und können neben gefärbten Billigfleisch auch in Alkohol eingelegte Poelser verkaufen. Das Wasserfahrrad haben sie auch schon in Kopenhagen. Die geschäftstätigen Dänen freuen sich ganz bestimmt auf die positiven Folgen mit weltweiten Exportchancen.

      Antworten
      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @JürgenP

        “Ganz anders sieht es aus, wenn die Veränderungen über Jahre oder Jahrzehnte andauern (Wüstenbildung) und oder in Extreme (Überflutungen) umschlagen. Schau’n wir mal wie die Anpassung der Dittmarschener und Steinburger läuft, die kriegen Wacken Open Air mit 100.000 Fans auf Wasserflößen sicherlich trotzdem hin.”

        Da habe ich einen für grüne Klimahysteriker geradezu bahnbrechenden Vorschlag: Wie wäre es damit, das Open Air in diesem Fall an einen anderen Ort zu verlegen, wo man keine Flöße braucht? Auf der heutigen Doggerbank-Untiefe stehen auch keine Stelzenhäuser, seitdem das Gebiet vor tausenden Jahren von der Nordsee überflutet wurde…

  3. Bauer
    Bauer sagte:

    In zehn Jahren redet niemand mehr vom oder über Klima. Denn es ist ein Thema des Überflusses, und von letzterem kommt das Adjektiv “überflüssig”. Bis in zehn Jahren sind alle Überschüsse verplempert, die Wirtschaft zurückgefahren und die Gürtel weit enger geschnallt. Dann wächst der Wald schon wieder am Amazonas, wie übrigens schon längst in Deutschland.

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    • JürgenP
      JürgenP sagte:

      @ Bauer “In zehn Jahren redet niemand mehr vom oder über Klima”.

      Stimmt. Wenn einem das Wasser bis zu Unterkante Oberlipppe steht, redet darüber keiner mehr. Rechtzeitig eine Yacht kaufen und dann die Sonne genießen. Selten störender Regen. Ab und zu mal einen vorbei schwimmenden Elch schießen. Und auf vierzig Meter Tauchtiefe den Adler im Bundestag besuchen. Es kommen schöne Zeiten des Überflusses (im wahrsten Sinne des Wortes).

      Antworten
      • Carsten Pabst
        Carsten Pabst sagte:

        @JürgenP
        “Und auf vierzig Meter Tauchtiefe den Adler im Bundestag besuchen”
        Da werden wir ja nochmal Glück haben. Da unser Staat ja bilanziert wie eine Frittenbude wird aus der fetten Henne bestimmt noch ein geschmeidiger Wasservogel. Und nur mal zur richtigen Einschätzung:
        https://www.autospur.de/Staumeldungen/wie-hoch.html#15,52.516482,13.377163
        Hier finden Sie Höhenangaben für den Deutschen Bundestage. Einfach mal auf die Karte klicken und nachdenken. Und nicht soviel Berliner Morgenpost lesen.
        Freundliche Grüße
        Carsten Pabst

  4. Richard Ott
    Richard Ott sagte:

    “Should central banks ration the provision of credit to suppliers of arms manufacturers?”

    Tja, kommt drauf an, an wen letztendlich die Waffenhersteller ihre Produkte liefern, aber das war bei der Kreditvergabe der Zentralbanken der Planwirtschaften im nationalsozialistischen Deutschland und in der Sowjetunion auch schon so, nur mit weniger “ESG”-Propaganda als Begleitmusik.

    UK und der Rest der westlichen Allianz haben die islamistischen Terroristen in Syrien und Libyen gerne mit Geld und Waffenlieferungen unterstützt, um die dort vorgesehene Regime-Change-Agenda voranzutreiben. Gleiche Strategie in der Ukraine mit den staatlichen Truppen und den paramilitärischen Neonazi-Hilfstruppen vom “Azov Batallion”.

    Die Waffenlieferanten von Assad oder Putin werden hingegen mit Sanktionen belegt, schon wegen der europäischen Werte und der Menschenrechte und so. Die würden hier im Westen nicht einmal mehr ein Bankkonto eröffnen dürfen.

    Schwierig wird es, wenn der Zielkonflikt zum “Kampf gegen den Kliemerwandel” offen zutage tritt: Darf man imperiumstreue Waffenlieferanten mit Krediten versorgen, auch wenn die Waffensysteme bei ihrem Einsatz ganz viel CO2 ausstoßen? Ich hätte gedacht, dass die Antwort in Zukunft lauten wird, dass die nur dann Kredit bekommen, wenn ein heiliger Klimakrieg als Strafe gegen ein Land mit besonders hohem CO2-Ausstoß geplant wird (Vorsicht, Schweizer!), aber offensichtlich sind unsere sonst so dogmatischen Grünen da plötzlich ideologisch sehr flexibel:

    https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.robert-habeck-und-die-ukraine-gruene-entdecken-wert-von-waffen.7cd2a4e4-6956-4737-bfd9-6dfe1dd06779.html?reduced=true

    Antworten
    • Susanne Finke-Röpke
      Susanne Finke-Röpke sagte:

      @Herrn Richard Ott:

      Mit Ihrem heiligen Klimakrieg haben Sie eventuell gar nicht so unrecht. Es gibt immer mehr Stimmen von grüner Seite, die Herrn Bolsonaro mitteilen, dass der brasilianische Regenwald keine innerbrasilianische Angelegenheit mehr ist, weil er für das Weltklima eine herausragende Funktion hat, und dass sie ihm das Abholzen verbieten lassen wollen. In letzter Konsequenz müsste man dann aber auch militärisch gegen Bolsonaro vorgehen. Allerdings ließe sich mit dieser Ansage jeder Krieg begründen, denn die Vereinigten Arabischen Emirate stoßen pro Kopf zu viel CO2 aus, in Sibirien brennen auch Wälder, Argentinien hat viel zu viele Rinder, die USA zu viele Klimaanlagen und die Chinesen inzwischen zu viele Flugzeuge. Hier ist der Kampf jeder gegen jeden argumentativ locker zu begründen. Dennoch dürfte das die Probleme eher verschärfen als lösen.

      Antworten
      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Frau Finke-Röpke

        Puh, Brasilien hat über 200 Millionen Einwohner und ist flächenmäßig doppelt so groß wie die EU. Das ist schon ein anderes Kaliber als es die letzten Interventionsziele unserer transatlantischen Werte- und Menschenrechtsgemeinschaft waren. Man bräuchte viele Millionen Soldaten, um das Land zu erobern, und noch viele Millionen mehr, um das Land dann unter Kontrolle zu halten. Das geht nur mit Pflichtwehrdienstleistenden, selbstverständlich (m/w/d), schon wegen der Gleichberechtigung. Da werden die Klima-Hüpf-Kids große Augen machen, wenn der Einberufungsbefehl kommt…

        Wollen wir vielleicht nicht doch lieber mit einem kleineren Klimakrieg anfangen? Vielleicht Weißrussland, oder die Schweiz, die haben gestern erst ihr Klimaschutzgesetz per Volksabstimmung gekippt! ;)

      • Rolf Peter
        Rolf Peter sagte:

        So, so. Weil der Amazonasregenwald globale Bedeutung hat, folgt daraus “in letzter Konsequenz”, man müsse militärisch gegen Brasilien vorgehen? Also können globale Probleme “in letzter Konsequenz” nur durch Krieg – d.h. ein Nullsummenspiel – “gelöst” werden?
        Allmaehlich degeneriert dieser Blog in eine Filterblase fuer AfD-Anhaenger und solche, die es gerne wären, sich aber nicht trauen.

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Rolf Peter

        Ich glaube, Sie haben überhaupt nicht verstanden, worauf wir hinauswollten.

        Soll ichs nochmal für Anne-Will-Zuschauer erklären?

      • weico
        weico sagte:

        @Rolf Peter

        “So, so. Weil der Amazonasregenwald globale Bedeutung hat, folgt daraus “in letzter Konsequenz”, man müsse militärisch gegen Brasilien vorgehen? Also können globale Probleme “in letzter Konsequenz” nur durch Krieg – d.h. ein Nullsummenspiel – “gelöst” werden?”

        Die mangelnde Abgrenzung “der Grünen” , zu Linksextremismus, Linksradikalen und Ökoterror, wurde ja schon oft thematisiert .
        Wer die Geschichte “der Grünen” verfolgt hat, weiss auch genau , warum sie auf dem “linken” Auge “etwas blind” sind.:

        https://www.focus.de/kultur/gesellschaft/analyse-von-ulrich-reitz-baerbock-protestiert-gegen-linke-krawalle-ist-das-glaubhaft-oder-sind-die-gruenen-auf-dem-linken-auge-blind_id_13256875.html

        Die “extremen CO2-Ziele wurden jetzt gezielt etwas zurückgeschraubt, weil der Wahlerfolg sonst vollkommen gefährdet wäre.

        Völlig klar auch , dass “die Grünen”, nach einem grossen Wahlerfolg, wieder etwas “extremere Ziele” ansteuern werden. Es geht schliesslich um die WELT.

      • Susanne Finke-Röpke
        Susanne Finke-Röpke sagte:

        @Rolf Peter:

        Klima als AFD-Filterblase? In welchem Universum leben Sie denn? Die AFD sieht ja kein Problem mit einem menschengemachten Anteil am Klimawandel, also ändert in dieser Logik die evtl. komplette Abholzung des Regenwaldes ja auch nichts am deutschen Klima, oder? Also kann die AFD Bolsonaro komplett ignorieren und schalten und walten lassen.

        Nein, die Analyse der globalen Bedeutung kommt aus einer anderen Ecke und ist ja vermutlich richtig:

        http://www.gfoe-bremen-2006.de/allgemein/globale-bedeutung-des-regenwaldes/

        Nur was bedeutet das konsequent durchdacht? Wenn es eine globale Bedeutung hat, müsste sich die UN oder die NATO darum kümmern. Oder lassen wir die Küsten durch die Eisschmelzen absaufen? Keiner wird ernsthaft in Brasilien einmarschieren wollen, aber wenn ich etwas zum globalen Thema erkläre wechselt der Umfang der Zuständigkeiten. Denken Sie mal darüber nach!

      • Rolf Peter
        Rolf Peter sagte:

        “Also kann die AFD Bolsonaro komplett ignorieren und schalten und walten lassen.”

        Das ist mir auch klar. Aber die generelle Schlusskette “globales Problem ausgehend von einem Staat -> in letzter Konsequenz: Einmarsch”, das schreibe ich einer Denkweise zu, wie sie der AfD zu eigen ist. Denn darauf laufen die mit ihrem engstirnigen nationalstaatlichen Denken letzten Endes hinaus. Normalerweise wuerde man bei solch einem globalen Problem darüber nachdenken, wie man es durch die Weiterentwicklung existierender oder der Schaffung Institutionen vernuenftig lösen kann. Das wuerde ich auch von Politikern erwarten, die noch einigermassen normal im Kopf sind.
        Ich glaube nicht, dass von Leuten, die sich um den Klimawandel sorgen machen, ein Krieg angezettelt wird. Von Leuten, die sich der Realität verweigern, wie das bei der AfD der Fall ist, dagegen schon.

      • Thomas M.
        Thomas M. sagte:

        Ach, der Rolf Peter hat ‘nen Serientermin, hier alle zwei Wochen was gegen die AfD zu schreiben, ob’s thematisch passt oder nicht… Ab und an ist überraschenderweise mal Substanz in seinen Posts, aber i.d.R. beleidigt er nur. Das lohnt die Replies nicht.

      • Axel
        Axel sagte:

        @ SFR

        “In letzter Konsequenz müsste man dann aber auch militärisch gegen Bolsonaro vorgehen.”

        Soviel ich weiß, beziehen die Deutschen ihr Eisenerz überwiegend aus Brasilien. Sollten wir zuviel Druck auf Bolsonaro und seinen Regenwald aufbauen (von Krieg will ich gar nicht reden), hätte er einen guten Hebel, unserer Industrie, die ja bekanntlich exportorientiert und zu einem großen Teil vom Automobil- und Maschinenbau abhängig ist, einen gewaltigen Dämpfer zu verpaßen…

      • RA
        RA sagte:

        @all: Krieg war noch nie eine gute Lösung und das sollte überhaupt nicht in Betracht gezogen werden. Wie wäre es, wenn man mit Brasilien redet und ein echtes Wirtschaftsbündnis aufbaut, von dem alle profitieren? Dazu brauchen wir kraftvolle Politiker, die tatsächlich ein Ziel haben und über das nötige Wissen verfügen. Leider kommt diesbezüglich auf EU-Ebene wie immer kein Bild und kein Ton.

      • Susanne Finke-Röpke
        Susanne Finke-Röpke sagte:

        @all except Herrn Richard Ott: Himmel, ich bin anscheinend heute zu doof, um zu kommunizieren. Ich WARNE vor Kriegstreibern und unterstütze sie nicht, das kann doch nicht so schwer zu verstehen sein. Wenn Klimaschützer versuchen, Klimaschutz über die Souveränität von Nationalstaaten zu stellen, ist das gefährlich. Wer verbal das Selbstbestimmungsrecht der Völker in Frage stellt, begibt sich auf einen abschüssigen Weg. Und wenn ich von grüner/FFF/extinction rebellion höre “Wir dürfen nicht zulassen, dass der Amazonas-Regenwald abgeholzt wird.”, dann sage ich: “Doch, das dürfen und müssen wir als Mitteleuropäer, aber keiner kann uns verbieten, dabei zu heulen.” Und wenn das jetzt immer noch nicht zur Klarstellung reicht, sammele ich ab morgen eindeutige Zitate von Dritten, die mir Angst machen.

      • Thomas M.
        Thomas M. sagte:

        @Susanne Finke-Röpke

        >Himmel, ich bin anscheinend heute zu doof, um zu kommunizieren.

        Nein, nein, alles gut. Es ist ein Empfängerproblem; kein Senderproblem .)

        Ich stelle aber fest, dass ausnahmslos aller der gleichen Meinung sind: Krieg ist schlecht. Ist doch schon mal was. So einig geht es hier selten zu.

      • Alexander
        Alexander sagte:

        @Tom96 + Dr.Lucie Fischer

        Die Regierungen Frankreichs haben sich das Vertrauen ihrer Militärs niemals mehr wieder verdient, seit der politischen Niederlage von Algerien. Bsp.:

        “Die Vertrauenskrise…dass der Sicherheitsdienst des Elysees fürchtet, Soldaten könnten sich am Leben des Präsidenten der Republik vergehen. So forderte das Elysee am 9. Januar 2013 ..die Neutralisierung der Waffen. Die Schlagbolzen der Maschinenpistolen und Sturmgewehre wurden entfernt, sowie das Magazin der Pistolen.”
        https://www.voltairenet.org/article177266.html

        Ginge es nach den in den Streitkräften gelebten Traditionen, wäre der Elysee sturmreif….inmitten der Pandemie besteht diese Gefahr m.E.n nicht.

        Alles übrige wird durch die Heiligen der EZB gerettet, wie gehabt.

      • Tom96
        Tom96 sagte:

        @ Alexander
        Auf die Frage, ob Monsieur nicht ein klärendes Gespräch mit der Dame des Ministeriium versuchen wolle, kam nach Charakterisierung so etwas wie auf keinen Fall oder impossible.

        In der Militarierzeit leitete ich eine Weile die Waffenkammer unserer Kompanie, die Blicke und Einschätzungen auf bzw. der Kameraden waren lebensnotwendig aber hinreichend ein klassischer Waffenappell ! Bolzenwegforderungen nicht mal Schall und Rauch. Haben die Banker und Kanzleien da noch qualifizierte Stärken …
        “Waffenreinigen unser täglich Brot…”
        https://beim-alten-bgs.de/Zu_den_Kameradenseiten/7_2__GSG3/Stubenleben/stubenleben.html
        oder müssen die Lebensläufe wieder umgeschrieben werden.
        Das System “Krieg” zu bestimmen im Zusammenhang mit Bürger ist ein gefährliches Kaliber, weil es um die eigene Nation, den Staat, das Land, die Heimat geht.

      • Alexander
        Alexander sagte:

        @Tom96

        Es ist natürlich so, dass Militärs wenn sie denn wollen alles an Munition & Waffen organisieren können. Grenzenlos ist nur die Naivität linksliberaler Politikdarsteller, die gar nicht ahnen wie brav und friedlich ihre Truppen in Wirklichkeit sind.
        Bsp.: von einem der nicht mehr brav sein wollte
        aachener-nachrichten.de/nrw-region/belgien/erneute-suchaktion-nach-juergen-conings_aid-59158043

        Es ist vollkommen richtig, dass wer sich Befehlshaber nennen möchte, sich den Gehorsam erst verdienen muss – was per demokratischer Wahl ausgeschlossen ist.

        Die Truppe weis immer wem sie Gehorsam schuldet, General Piquemal in Frankreich ist kein Einzelfall, “dutch army veterans” als Puffer zur groben Polizei… https://youtu.be/lF-R4f-ad2Q

  5. foxxly
    foxxly sagte:

    zentralbanken sind die hüter und verteidiger des exponentiellen kreditgeldsystems!

    sie befeuern ein ausuferndes geldsystem.
    sie sorgen dafür, dass reichtum exonentiell kumuliert, – bei den wenigen besitzern
    sie sorgen dafür, dass die masse verarmen wird.

    sie verhindern am ende keinen bürgerkrieg, oder großen krieg, weil sie die verursacher sind.

    wenn sie verhinderer dieser systemischen falsch-entwicklung wären, dann müssten diese das wirtschaftswachstum schuldenfrei stellen, indem sie die balance herstellen zwischen dem finanzsektor, unternehmen und dem verbraucher herstellen.

    zentralbanken sind ein werkzeug der machteliten. da ist jede erwartung einer fairen und gerechten handlung, nur eine vergebene hoffnung

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