Lagern von Bargeld

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Vielleicht habe ich mich bezüglich der Lagerkosten von Bargeld geirrt. Die NZZ berichtet von einer Studie von  CAPITAL ECONOMICS, die besagt, dass die Kosten für Lagern und Transport von Bargeld bei rund 1,5 bis 2,0 Prozent liegen: „(…) als Benchmark dient die Lagerung von Gold, zu der es zahlreiche Erfahrungswerte gibt. Laut CE liegen die jährlichen Lagerkosten bei diesem Edelmetall bei rund 0,2% des Wertes. Hinzu kommen eigentliche ‚Zugangsgebühren‘ von rund 0,5%; gemeint sind damit die Kosten für den Zugang zum Gold oder für dessen Übertragung an jemand anders, ähnlich einer Kommissionsgebühr. Diese beiden Kostenkomponenten können nun aber nicht einfach addiert werden, und zwar aus zwei Gründen: Erstens ist Papiergeld leichter zu beschädigen oder zu zerstören als das harte Edelmetall; zu denken ist etwa an die Feuergefahr. Und zweitens sind die Lagerkosten für Bargeld auch deshalb höher, weil die Lagerung einer bestimmten Geldmenge bei den meisten Währungen deutlich mehr Platz braucht als die Lagerung von Gold in gleichem Wert. CE veranschlagt daher die Kosten der sicheren Lagerung und Verschiebung grösserer Bargeldmengen auf zirka 1,5% bis 2%.“

Dazu zeigt die NZZ diese Grafik:

Quelle: NZZ

Das fand ich mal interessant! Große Stückelungen kann man besser lagern, als kleine. Deshalb hatte Willem Buiter von der Citibank schon vor Monaten vorgeschlagen, nur noch Noten im Wert von 5 US-Dollar zuzulassen.

Es wird schwer werden, der Enteignung zu entgehen.

→ NZZ: „Negativzinsen und Bargeld. Geld – in Kisten vermessen“, 4. Februar 2016

14 Kommentare
  1. Schnabl Dieter says:

    Sehr geehrter Herr Stelter. Lese mit Interesse ihre Kolumne und bin besorgt zumal in der DWN heute ein Artikel steht, dass Mr. Draghi die Abschaffung des Euro-500-Scheines vorbereitet. Der erste Schritt von mehreren in Richtung Enteignung und Negativzinsen. Wie können wir dagegen protestieren? Danke für ihre Ideen. Bin ratlos.

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  2. Michael Stöcker says:

    Lieber Herr Schnabl,

    Geld ist eine Almende und entfaltet seine positiven Wirkungen nicht durch Hortung, sondern durch das ständige Ausgeben. Unsere Vorfahren wussten dies noch: Taler, Taler du musst wandern…

    Und für Anlage- und Vorratsinvestitionen werden keine Ersparnisse benötigt; auch wenn die übergroße Mehrheit der Banker an dieses Ammenmärchen glaubt: http://blogs.faz.net/fazit/2015/09/02/illusionen-ueber-geldpolitik-6429/#comment-5041 (Braunberger zählt zu den wenigen Kennern der Geldpolitik und kommentierte schon geldpolitische Beschlüsse der Bundesbank, als dies noch langweilige Entscheidungen einer deutschen Behörde waren).

    Eine Ansparung für größere Anschaffungen ist natürlich sinnvoll. Aber für 99,9 % aller Bürger ist die 1 Milliarde wohl eher Mumpitz. 2.000 Scheine à 50,00 EUR sollten doch für die 99,9 % aller Sparer ausreichend sein, die nicht auf die staatliche Garantie vertrauen. Aber wenn diese Garantie nicht mehr umgesetzt wird, dann brauchen wir uns auch keine Gedanken mehr über die Kaufkraft dieser 100.000 EUR machen.

    Zudem sollten wir bedenken, dass diese gesparten 100.000 EUR zugleich auch immer die Schuld eines anderen sind; denn das Nettogeldvermögen beträgt auf aggregierter Ebene näherungsweise 0,00 EUR. Ein kleinwenig verbleibt aufgrund des Münzregals, das aus der Tradition heraus bei der Regierung liegt (rex, regis, Münzregal). So ist das nun einmal ein einem Kreditgeldsystem.

    Hier wird mal wieder eine Sau durchs Dorf getrieben, die von dem eigentlichen Problem ablenken soll.

    LG Michael Stöcker

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  3. Peter B. says:

    Auf die Antwort von Herrn Stöcker an „Uli49“ bin ich gespannt, denn mit Allmend-Metapher oder Taler-Bonmot ist dem vorSORGEnden Individuum wenig geholfen; im Gegenteil.
    Davon abgesehen; ob die Lagerung von Bargeld nun etwas teurer ist oder nicht, ist doch unwesentlich. „Man“ findet immer wieder Gründe, die Hände in den Schoss zu legen und sich der Willkür des maroden Staats- und Finanz-Apparats auszuliefern. Aber in Zeiten von Asset-Blasen und Banken in Schieflage scheint mir: cash is king.
    Wem das Schliessfach in der Bank zu teuer oder unsicher scheint, der kaufe sich halt einen Haustresor.
    Wem die Euro-SCHEINe (nomen est omen) zu sperrig oder unsicher sind, der lege sich halt Schweizerfranken zu. Wer FIAT-Währungen generell nicht traut, der kaufe sich Gold oder Silber, und lege sich das in den Tresor. Man kann sowohl als auch, also diversifizieren.
    Jawohl, vielleicht kommt eine Bargeldeinschränkung, vielleicht kommt eine Währungsreform, vielleicht droht in der Ferne ein Goldverbot, vielleicht …

    „In the long run we are all dead“!

    Und zwischenzeitlich ist es vermutlich klüger und couragierter, den vielleicht schon bald ins Land ziehenden Bail-in’s (und Negativzinsen) aus dem Weg zu gehen.
    Wen’s interessiert; der Autor des folgenden aktuellen Artikels erläutert das diesbezügliche aktuelle Umfeld: tinyurl.com/bail-in-hintergrund

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      • Jörg A. says:

        Interessante kollekivistische Sicht.

        Die muß dann ja wohl auch für Bargeld gelten. Folge daraus:
        Läßt sich ein Arbeitnehmer seinen Lohn in bar auszahlen, ist für den betroffenen Monat das Gläubiger-Schuldner-Verhältnis selbst unter Geltung des derzeitigen Betrugsgeldsystems beendet. Was dann nach Ihrer Sicht wohl heißt, daß des Arbeitnehmers Arbeitslohn (in bar in seinen Händen) zur Allmende gehört.

        Aber über solche Lücken in der Totalenteignung kommen Anhänger solcher Geldsysteme ja bestens hinweg, wenn sie das Bargeld erst einmal abgeschafft haben.

        Immerhin haben Sie große Heiterkeit in meinen Tag gebracht, indem Sie -auch bezogen auf Peter B. meinten, „Wenn Sie und Uli49 auf der Suche nach ultimativen Anlagetipps sind,….“
        Dafür herzlichen Dank.

  4. Jörg A. says:

    Nach der Bargeldabschaffung:

    „..Es ist dann nur noch ein kleiner Schritt, bis der Staat sieht, was der Bürger kauft: Er kann, weil ihm die Banken ergeben sind, aus-nahmslos alle Geldtransaktionen seiner Bürger, die erzwungenermaßen elektronisch über die Bankkonten abgewickelt werden müssen, bespitzeln, nichts bleibt ihm verborgen. Und er kann in letzter Konsequenz auch bestimmen, wer was wann kaufen darf, und wer wann wohin reisen darf….“

    http://www.goldseiten.de/artikel/273716–Bargeld-lacht-bald-nicht-mehr-in-Deutschland.html

    Wo das „Wir“ entscheidet, wird das „Ich“ zur Allmende!

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  5. Peter B. says:

    Ich bin nicht enttäuscht, weil mir die eigentliche Nicht-Antwort aus dem Elfenbein-Turm schwante. ;-)

    Davon abgesehen; ein noch besseres Plaidoyer als Ihr Yuval Hariri – für heute individuell notwendiges Handeln notabene – kann man gar nicht bringen:
    Das duale Denken mit zusätzlicher Abstraktions- bzw. Fiktions-Ebene führt eben nicht nur zum Mondflug, sondern auch zu Konzentrationslagern und Schuldgeldbetrug.
    Es bleibt bei Letzterem doch gar nichts anderes übrig, als sich von den Lemmingen zu lösen.
    Mir scheint, Sie unterschätzen das erwähnte „Böse“ von Goethe in der realen Welt. L’enfer, c’est les autres!

    Danke für den Link mit Tomáš Sedláček; selten so viel common sense gehört!

    Uli49 wollte vermutlich nicht einen Ansatz zur kollektivistischen Lösung der Volkswirtschaftsprobleme, sondern zur Rettung SEINER Haut bezüglich finanzieller Vorsorge. Aber er soll doch für sich selber sprechen..

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