Italiens Banken …

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Gestern haben wir die Studie der BIZ zitiert, wonach schwach kapitalisierte Banken ein Problem darstellen. Nicht, dass es überraschende Neuigkeiten wären. Hier nun ein paar Charts zu den italienischen Banken, die eigentlich keiner großen Kommentierung bedürfen.

Zunächst die Erinnerung, dass die Banken vor allem auch dazu dienen, den Staat zu finanzieren. Den eigenen wohlgemerkt. Egal, dass man in der Eurozone eigentlich die Verflechtung von Banken und Staaten reduzieren wollte. Das Gegenteil wurde gemacht:
ABOOK Apr 2016 Italy Bank Sov Bonds

Das billige Geld hat es den Banken ermöglicht, trotz immer mehr fauler Kredite weiter zu machen. Die japanischen Zombies sprechen mittlerweile italienisch!
ABOOK Apr 2016 Italy Bank NPL

 

Dabei scheinen die Banken, die noch werthaltigen Forderungen abgebaut zu haben. Gute Schuldner bekommen keinen Kredit mehr. Der Anteil der faulen Schulden wächst:
ABOOK Apr 2016 Italy Bank Loans

Weshalb die Banken auch keine Lust/Möglichkeit mehr haben, neue Kredite zu vergeben:
ABOOK Apr 2016 Italy Bank Total Assets

So wird das nichts mit der Überwindung der Krise. Okay, wenn der deutsche Sparer und Steuerzahler die italienischen Banken (und damit die vermögenden Italiener, die sonst hätten zahlen müssen) raushaut, geht alles gut. Wenn nicht, dann kommen Pleiten und Euro-Austritt.

Zero Hedge: „2012 Redux – They Really Don’t Know What They Are Doing“, 12. April 2016

4 Kommentare
  1. Johannes says:

    „Okay, wenn der deutsche Sparer und Steuerzahler die italienischen Banken (und damit die vermögenden Italiener, die sonst hätten zahlen müssen) raushaut, geht alles gut.“

    Und exakt dies wird angepeilt, z.B. mit der „gemeinsamen“ europäischen EInlagensicherung; wobei gemeinsam hier bedeutet, dass die Einlagen deutscher Banken, Sparkassen und Volks- und Raiffeisen- und Spardabanken vorranging im Interesse der EZB stehen.Siehe http://www.welt.de/wirtschaft/article147743595/Deutschland-fuerchtet-Zugriff-auf-Einlagensicherung.html

    Ich denke, dass sich Italien keine Sorgen machen muss, solange es nicht zu unerwarteten Ereignissen kommt. Die Bundesregierung wird Italien und alle übrigen, die vielleicht „Rettungsbedarf“ haben, nicht hängen lassen.

    Auch wenn alle wissen, dass es faktisch nicht geht – aber Fakten rangieren auf der politischen Entscheidungsskala weit weit hinten in ihrer Bedeutung.

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  2. Dietmar Tischer says:

    Hier ein Gedanke, wie man mit ersten Schritten die italienische Krise überwinden könnte.

    Basis: Immobilieneigentum der Italiener. Ca. 80% der Haushalte haben Immobilieneigentum.

    Schritt für Schritt:

    1) Der Staat belegt die Immobilien mit nicht verzinslichen Zwangsanleihen und entschuldet sich dadurch mit der Folge, einen deutlich geringeren Schuldendienst leisten zu müssen.

    2.) Die Verringerung der Staatsausgaben nutzt er im Investitionsanreize zu setzen, d. h. zeitlich begrenzt die Abschreibungen zu erhöhen und

    3) Gleichzeitig unterstützt er den Niedriglohnsektor durch Zuschüsse

    Folge:

    Die EZB könnte sich schrittweise vom Kauf italienischer Staatsanleihen zurückziehen, wenn das Vertrauen in die Wirtschaftskraft des Landes steigt.

    Die Banken profitieren von den italienischen Staatsanleihen, die sie im Besitz haben, weil diese bei geringerer Staatsverschuldung und einem Wirtschaftsaufschwung mit höheren Steuereinnahmen mehr nachgefragt werden und höhere Zinsen abwerfen.

    Die Banken können dadurch auch leichter Kredite gewähren an Unternehmen, die investieren wollen.

    Bitte um BEWERTUNG dieses Konzepts.

    Meine, vorab:

    Unabhängig von den quantitativen Effekten, die ich nicht überblicke und der Einsicht, dass dieses Programm nur ein erster Schritt wäre, der die Probleme der italienischen Realwirtschaft nicht hinreichend löst, ist festzustellen, dass es dazu REALISTISCHERWEISE nicht kommen wird, weil es politisch nicht durchzusetzen ist.

    Es wäre politischer Selbstmord.

    Genauso wie es – spiegelbildlich – politischer Selbstmord für eine deutsche Regierung wäre, wenn sie die Geldvermögen der Deutschen für einen geordneten Schuldenabbau in der Eurozone heranziehenh würde.

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    • Daniel Stelter
      Daniel Stelter says:

      Das Konzept ist gut. Man müsste es verbinden mit einer staatsfinanzierten Sanierung der Banken mit echtem Schuldenerlass für die End-Schuldner, der durch die Zwangshypothek ebenfalls finanziert wird. Diese wären dann über – sagen wir 50 Jahre – zu tilgen. Ist faktisch eine Vermögensabgabe auf Raten. Ich denke, es kommt nicht, weil die Hoffnung besteht, dass andere bezahlen …

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      • Dietmar Tischer says:

        Danke für Ihre Einschätzung.

        Zur Hoffnung:

        Da ich noch an Rationalität glaube, sage ich dazu:

        Da können die lange hoffen.

        Angesichts dessen, WAS jeden Tag „gerettet“ werden soll und WIE bereits „gerettet“ wird, frage ich mich langsam, ob ich noch an Rationalität glauben soll.

        Wäre ein Slogan für die Eurozone zu finden, müsste er wohl lauten:

        Nichts ist unmöglich.

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