Hohe Schul­den und der Zins­schock sind ein Cock­tail für eine sehr gefähr­liche Situation

Morgen (5. November 2023) ist Tobias Straumann, Professor für Wirtschaftsgeschichte an der Universität Zürich in meinem Podcast zu Gast. Mit ihm spreche ich über den zunehmenden Populismus und die Lehren aus der Vergangenheit: dem Deutschland der 1920er- und 30er-Jahre.

Kürzlich hat Straumann in einem Vortrag bei einem Anlass des Vermögensverwalters Swiss Rock Parallelen zu einem anderen Zeitraum gezogen: den 1970er-Jahren. Die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) fasste einige seiner Aussagen zusammen:

  • „Wie in den 1970er Jahren kämpfen die Zentralbanken auch heute gegen eine hartnäckige Teuerung und haben die Leitzinsen jüngst deutlich erhöht. Gleichzeitig ist die Wirtschaft in vielen Industrieländern ins Stottern geraten. ‚Hohe Schulden und der Zinsschock sind ein Cocktail für eine sehr gefährliche Situation‘, sagt Straumann.“ – bto: Und das ist m.E. ein großer Unterschied zu damals. Die Schulden sind weitaus höher.
  • „Investoren haben den Zinsanstieg unterschätzt: Die Investoren hätten lange nicht geglaubt, dass die Zinsen stark steigen könnten, sagt Straumann. ‚Man hat die Zentralbanken und ihren Willen, die Zinsen zu erhöhen, lange unterschätzt.‘ Nun seien die Akteure an den Finanzmärkten von einem der stärksten Zinsanstiege in der Geschichte überrascht worden. Innerhalb kurzer Zeit sind die Zinsen in den USA um 5 Prozentpunkte gestiegen. Diese Woche ist die Rendite von amerikanischen Staatsanleihen zum ersten Mal seit 2007 wieder auf den Stand von 5 Prozent gestiegen.“ – bto: In den 1970ern stiegen die Zinsen absolut mehr, aber relativ weniger. Hier haben wir es mit Zinssteigerungen um mehrere 100 Prozent zu tun.
  • „Steigende Gefahr von Finanzunfällen: Während es grundsätzlich positiv zu werten ist, dass Kapital wieder etwas kostet und dass die Zeit der Negativzinsen vorbei ist, so steigt durch den raschen Zinsanstieg doch die Gefahr von Finanzunfällen. Mit der Krise der amerikanischen Regionalbanken und dem Kollaps der Schweizer Grossbank Credit Suisse hat es in den vergangenen Monaten bereits solche Unglücke gegeben. Straumann zeigte sich allerdings überrascht, dass es angesichts der schnellen Erhöhung der Leitzinsen nicht noch mehr Unfälle gegeben hat. ‚Es kann aber gut sein, dass die grossen Schäden noch kommen‘, sagt er.“ – bto: Das würde ich ganz genauso sehen.
  • „Sorgen machen dem Wirtschaftshistoriker auch die politische Polarisierung in den USA und der mangelnde Einigungswille in der Politik: ‚Wenn man sich in der Politik nicht einigen kann, steigen die Defizite‘, sagt er.“ – bto: Das sieht man auch an den Diskussionen in Deutschland…
  • „Beunruhigend ist auch, dass das globale Schuldenniveau weiterhin so hoch ist. Laut dem Institute of International Finance (IIF), einer weltweiten Vereinigung von Finanzhäusern, lag die globale Verschuldung im ersten Halbjahr dieses Jahres bei rekordhohen 307 Billionen Dollar. Die deutlich höheren Zinsen treiben die Ausgaben für Zins- und Tilgungszahlungen nach oben. ‚Die Zeit der tiefen Zinsen ist vorbei, aber die Mentalität beim Schuldenmachen ist immer noch gleich‘, sagt Straumann dazu.“ – bto: Ich denke es ist weniger die „Mentalität zum Schuldenmachen“, sondern eher der Zwang, Schulden zu machen, um die Illusion der Bedienung aufrecht zu erhalten.
  • „Die Inflation ist indessen in den Industrieländern ein Stück weit gesunken, verharrt aber auf erhöhten Niveaus. Hier sieht Straumann Parallelen zu den 1970er Jahren. Damals entstand eine Lohn-Preis-Spirale: Löhne und Preise schaukelten sich gegenseitig nach oben, und die Inflation wurde lange nicht besiegt. In den USA habe sich damals das Federal Reserve Board (Fed) mehrmals zu schnell von seiner strafferen Geldpolitik verabschiedet und so der Teuerung zurückzukommen erlaubt, sagt Straumann.“ – bto: Diesmal dürften Unfälle und der Zwang zur Kriegsfinanzierung die Fed und die anderen westlichen Notenbanken dazu zwingen, Geld in das System zu pumpen.
  • „Der Preis für die Erhöhung der Leitzinsen sei in den 1970er Jahren eine tiefgehende Rezession mit deutlich höheren Arbeitslosenzahlen in Industriestaaten gewesen, sagte Straumann in seinem Vortrag. In Lateinamerika hätten die massiv erhöhten Zinsen in den USA in der Folge sogar eine Schuldenkrise ausgelöst. Aus seiner Sicht sei es ‚sehr erstaunlich‘, dass im gegenwärtigen Umfeld noch nichts in dieser Richtung passiert sei.“ – bto: Ja, aber es braut sich etwas zusammen, wenn man beispielsweise auf die US-Nebenwerte blickt.
  • „Auch die Immobilienkrise in China sieht der Wirtschaftshistoriker als Warnsignal. Er sei dem chinesischen Modell schon immer kritisch gegenübergestanden und habe daran gezweifelt, dass dieses nachhaltig erfolgreich sein werde. Die Immobilienkrise werde die chinesische Wirtschaft weiterhin stark belasten. Ihre potenziellen negativen Auswirkungen dürften auf keinen Fall unterschätzt werden.“ – bto: Das stimmt. Es erhöht auch den politischen Druck auf die chinesische Führung.

nzz.ch: „Wirtschaftshistoriker Tobias Straumann: ‚Hohe Schulden und der Zinsschock sind ein Cocktail für eine sehr gefährliche Situation‘“, 28. Oktober 2023

Kommentare (22) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
  1. weico
    weico sagte:

    Über Lösungen zu diskutieren wärend die Träumereien eines zentralistischen Grosseuropas ungehindert weitergehen,ist völlig Unsinnig
    Die unzähligen Milliarden, zur Finanzierung solcher Träume für ein undemokratisch-gleichmacherisches EU-Reich, werden wieder aus Sondervermögenstöpfen,Sonderabgaben,Sonderanleihen und weitere Sonderbare Ideen getätigt werden.

    https://m.faz.net/aktuell/politik/ausland/von-der-leyen-sieht-ukraine-auf-dem-weg-zu-eu-beitrittsverhandlungen-19291299.html

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    • Dr. Lucie Fischer
      Dr. Lucie Fischer sagte:

      @weico
      FAZ- Foto vdL mit Selensky unter gemeinsamen ( Rettungs )-Schirm, das könnte denen so passen:
      v.d.L. gehört wegen Korruption längst vor Gericht und hinter schwedische Gardinen, Selensky und v.d.L. repräsentieren nur ein korruptes Doppel-Wumms- Paar. Jeder Politiker und EU-Abgeordnete, der nicht mit allen Mitteln gegen diese Nato-affine EU-Ost-Erweiterungs-Politik vorgeht , wird sich vor Gericht verantworten müssen.
      Vielleicht wachen Deutsche ( mit einem ” Ruck” ) erst auf, wenn übergewichtige Söhne ungedient / aus-heiteren-Himmel/ Stellungsbefehl von Pistorius erhalten: ” Kriegsbereitschaft” fordert er , Insektenburger statt Rindsrouladen, weniger Obst, dafür gibt´s gratis Booster-shots mit “Panzerschokolade” Pervitin.
      ( Lieblingsdroge von Wehrmacht und Hitler, Wortstamm = pervers ) .

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  2. foxxly
    foxxly sagte:

    ……. die große frage ist doch, warum machen die ZB`s so eine geldpolitik.
    -zins übermaßen verbilligen; – pusht die verschuldung, die wirtschaft und die geldmengen. fördert die inflation
    -zinsen dann massiv und schnell anheben; – bringt die unternehmen zur vollbremsung und ruin; schränkt den konsum drasisch ein.

    zuerst wird die inflation vorsätzlich erzeugt um anschließend die wirtschaft zu drosseln?

    dass die leute von den NB`s mit verzögerung reagieren auf die wirtschaftliche verfassung, glaube ich nie und nimmer!
    was sie tun ist ihnen sehr, sehr bewußt!

    sie handeln daher vorsätzlich:
    was uns /der wirtschaft einerseits schadet, oder augenscheindlich nutzt; beidemale profitieren die NB`s

    je größer die übertreibungen nach oben, oder unten ist, desto größer ihr nutzen.

    ein anderes problem wird zunehmend brisant:

    die größe der schattenbanken (banken und finanzinstitute ohne volle banklizenzen) deren größe etwa 250 billionen, bereits halb so hoch ist, als die finanzsumme der größten finanzinstitute mit bankenlizenzen; etwa knapp 500bill.

    die weltwirtschaftsleistung reicht nicht mehr um die jährlichen zinslasten zu tragen. (geschweige denn die anderen kosten zu tragen)

    bei steigenden zinsen bekommen diese finanzinstitute daher massive überlebens-probleme.

    haftung aller kundeneinlagen etc. könnte bald schlagend werden.

    eine rettung mit neuen krediten, könnte das geldsystem bald sprengen, weil die zinslasten schlagartig alle sicherheiten und bezahlbare möglichkeiten übersteigen werden. (dazu die massiven kosten der kriegswirtschaft)

    die verfallszeit dieses schuldgeldsystems läuft definitiv aus und es ist nurnoch die frage, wieviel monate haben wir noch!

    Antworten
    • Dr. Lucie Fischer
      Dr. Lucie Fischer sagte:

      @foxxly : Sie haben einen gebildeten, klugen, engagierten Mitstreiter :
      Dr. Thorsten Polleit entlarvt das fiat-money-Schuldgeldsystem mit Lösungs-Vorschlägen in seinem neuen Buch:
      “Des Teufels Geld: Der faustische Fiatgeld-Pakt – wie wir ihn kündigen und zu gutem Geld zurückkehren”
      19. September 2023 von Thorsten Polleit (Autor)
      Und sein Interview zum Buch :
      https://www.youtube.com/watch?v=lHJAi89YEdE

      Antworten
      • foxxly
        foxxly sagte:

        @ dr l. fischer,
        dr polleit vorsitzender des vereins der österreichischen schule der nationalökonimie, auf grundlage des herrn von mises.
        sie haben viel gute ansätze in ihren thesen.

        das war es auch schon!

        denn:
        sie haben in ihren thesen keine änderung des schuldgeldsystems, welches die haupt-ursache der meisten probleme dieser welt sind.

        außerdem haben sie keine obergrenzen in einkommen und vermögen, welches auch mit entscheidend sind für eine nachhaltige gesellschaftsform und frieden.
        obergrenzen sind voraussetzung, dass keine macht entsteht, kumulativ durch vermögensanreicherung expansiv wächst und die welt beherrscht.

        egal, welche staatsform (angeblich) herrscht, wenn diese beiden genannten prämissen nicht vorhanden sind, dann wiederholen wir krieg, zersörung und elend!

        das heisst: dieses schuldgeldsystem ist hauptverantworlich für die kriege mind. der letzten 100bis 200 jahren.

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Dr. Lucie Fischer

        >Dr. Thorsten Polleit entlarvt das fiat-money-Schuldgeldsystem mit Lösungs-Vorschlägen in seinem neuen Buch:>

        Reingehört in das verlinkte Interview entnehme ich Folgendes (Zitate):

        „Wie kommen wir zurück zu gutem Geld?

        Wenn Menschen beispielsweise ÜBERZEUGT sind, der Sozialismus bringt das Heil, werden Sie alles in Bewegung setzen, um den Sozialismus zu errichten.

        Wenn die Menschen die Idee VERSTEHEN, dass FIAT-Geld schlechtes Geld ist, dass es Teufelsgeld ist, besteht eben auch die Möglichkeit auf Besserung.“

        Der gebildete, kluge, engagierte Mitstreiter argumentiert hier NON SEQUITUR:

        Denn aus einer ÜBERZEUGUNG ergibt sich NICHT notwendigerweise ein VERSTEHEN.

        Begründung für das angeführte Beispiel:

        Die Menschen, die vom Sozialismus ehemals ÜBERZEUGT waren und alles in Bewegung setzten, um mit seiner Errichtung das „Heil“ zu erlangen, waren BETTELARM, oft in EXISTENZNOT.

        Den Menschen, die nach Polleit vermeintlich durch VERSTEHEN zur ÜBERZEUGUNG gelangen sollen, dass FIAT-Geld schlechtes Geld ist, ging es noch NIE so gut wie heute MIT dem FIAT-Geld.

        WARUM sollen sie VERSTEHEN, dass FIAT-Geld schlechtes Geld ist, wenn und solange es ihnen hinreichend gut damit geht?

        Die Voraussetzungen, es verstehen zu WOLLEN gibt es nicht und daraufhin auch kein SOLLEN, es zu verstehen.

        Polleit demonstriert die HILFLOSIGKEIT eines Geldtheoretikers.

        “Technische Möglichkeiten, wie man zu besserem Geld kommt:

        Ein FREIER Markt für Geld – eigentlich ist das ein ganz EINFACH zu etablierendes Konzept.
        Gold und Edelmetalle von Steuern befreien, um sie WETTBEWERBSFÄHIG zu machen“

        Natürlich ist das „einfach“, denn garantiert KEIN anderer Assetbesitzer wird Gleiches für seinen Besitz verlangen.

        „Was macht man denn mit dem bestehenden FIAT-Geld?

        Man deckt die ausstehende FIAT-Euro-Geldmenge beispielsweise mit dem Gold, was noch in den Zentralbankkellern vorhanden ist, macht also das ungedeckte Euro-Geld eintauschbar in physische Goldeinheiten bei der Zentralbank.

        Es ist zu befürchten, dass vermutlich der Kaufkraftverlust IMMENS wäre.“

        Eine Befürchtung, na so was.

        Aber hier hat er immerhin einen Punkt.

        Bei seinen Ausführungen zum Zins hat er gesagt, dass die Menschen sozusagen „Kurzzeit-Lebewesen“ seien und für Zukunftserträge einen Preis verlangen – eben den Zins.

        Wenn es um die Kaufkraft geht, sind sie es nicht mehr?

        Da ist unbegründetes Wunschdenken.

        Da sie kurzzeitorientiert auch bezüglich ihrer Kaufkraft sind, werden sie deren Einbußen NICHT für ein zukünftig vermeintlich besseres Geld in Kauf nehmen.

        Polleit hat völlig REALITÄTSFERNE Vorstellungen bezüglich einer GEORDNETEN Abkehr vom jetzigen Geldsystem.

        Sie könnten das doch auch feststellen.

        WARUM tun sie es nicht, sondern stellen eine LÖSUNGS-HOFFNUNG ins Schaufenster, die es nicht gibt?

  3. Dietmar Tischer
    Dietmar Tischer sagte:

    >«Hohe Schulden und der Zinsschock sind ein Cocktail für eine sehr gefährliche Situation», sagt Straumann.“ – bto: und das ist m.E. ein großer Unterschied zu damals. Die Schulden sind weitaus höher.>

    Alles richtig, beschreibt aber die Realität nicht vollständig.

    Der Unterschied zu damals, sagen wir zu der Zeit als die Fed Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre unter Volcker die Inflation und damit auch die Zinsen, i. e. die KOSTEN für Kredite runterprügelte, ist AUCH und VOR ALLEM:

    Die heutige REALWIRTSCHAFT würde seine Radikalkur („Volcker-Schock“) NICHT verkraften.

    Dass gegenwärtig nicht 13% Inflation und entsprechende Zinsen, sondern nur einstellige Werte runtergebracht werden müssen, ändert nichts daran.

    Denn auch nur eine SPÜRBAR höhere Arbeitslosigkeit würde in den zu damals viel INSTABILEREN heutigen Gesellschaften erhebliche, möglicherweise nicht mehr beherrschbare Verwerfungen bewirken.

    Das beträfe m. A. n. nicht nur die in den Staaten der EU und die in USA, UK und Kanada, sondern u. a. auch die chinesische Gesellschaft. Dass dort die Staatsverschuldung weitaus geringer ist als in der westlichen Welt würde nicht helfen, wenn die Arbeitslosigkeit – bei Jugendlichen aktuell schon zweistellig − erheblich stiege.

    Der chinesische Staat ist zwar in einer RELATIV besseren Verschuldungssituation als die westlichen, unterliegt aber DENSELBEN Mechanismen gesellschaftlicher Stabilisierung:

    «Wenn man sich in der Politik nicht einigen kann, steigen die Defizite», sagt er Prof. T. Straumann).“

    UNABWENDBAR und letztlich VERHÄNGNISVOLL:

    PROBLEME mit Geld ZUSCHÜTTEN, weil sie OHNE dies NICHT beherrschbar sind – was zu noch GRÖSSEREN Problemen führen würde.

    Antworten
  4. Bakwahn
    Bakwahn sagte:

    „Hohe Schulden und der Zinsschock sind ein Cocktail für eine sehr gefährliche Situation“
    Das wissen wir doch alle! Das ist nichts Neues! Das ist mir als ökonomischem Laie mittlerweile auch klar.
    Solche Situationen – hohe Staatsschulden, Inflation, hohe Energiepreise, Lohn-Preis-Spirale, steigende Zinsen – hatten wir in den vergangenen Jahrzehnten schon öfter (z.B 1973/2974 Ölpreisschock, autofreie Sonntage) – also im Westen eigentlich nichts Neues .
    Nur ist die heutige demographische und – wie soll ich es nennen – gesamtgesellschaftliche Situation eine völlig andere.
    Die Voraussetzungen zur Meisterung einer solchen Krise sind heute sehr viel schlechter als damals.
    Eine überalterte deutsche Gesellschaft, schwindende ökonomische Dynamik, schlechter werdendes Bildungsniveau, politische „Eliten“, die ideologiegetrieben diesen Niedergang geradezu herbeiregieren. Dazu Medien, die diesen Niedergang und die entsprechende Politik bejubeln.
    Wir haben über all diese Probleme und Entwicklungen in den letzten 10, 12 Jahren entsprechend diskutiert.
    Noch einmal: in den vergangenen Jahrzehnten hat die deutsche Volkswirtschaft solche und auch ähnliche Krisen gut gemeistert, weil die gesamtgesellschaftliche Situation viel günstiger war.
    Eine entschlossene Politik die wirtschaftliches Wachstum und ökonomische Stabilität wieder herstellen wollte (z.B. Helmut Schmidt; was für ein Klassekanzler … seufz), Medien, die das unterstützt haben, eine damals deutlich jüngere Bevölkerung, die gut ausgebildet, leistungsbereit und leistungsfähig war und viele andere günstige Voraussetzungen, die heute nicht mehr vorhanden sind.
    Heute gilt:
    Wir holen uns Kalkutta ins Haus; millionenfach. und
    Wir haben gerade noch 8 Lehrstühle für Atomphysik, aber ca. 173 Lehrstühle für Genderforschung!

    Live aus dem Cafe Bazzar zu Düsseldorf – 4. November 2023 – 15:17 Uhr Ortszeit
    Felix Haller – nicht erst seit 2013 alternativ

    Antworten
  5. komol
    komol sagte:

    Eigentlich wäre jetzt der perfekte Moment, wichtige Stellschrauben zu ändern, und den Einstieg in eine digitale Zentralverwaltungswirtschaft vorzubereiten. Denn man muss zweierlei bedenken.

    Erstens kam die Symbiotisierung und Syntegration zwischen Finanz- und Tec-Branche, welche Anfang des Jahrtausends schneller vermutet wurde und einer der Hauptgründe für die FuWKrise war (Stichwort: Stunde 0 mit dem GLB-Act, wobei der durch die Emergenz der NewEconomy zustande kam), bislang nicht wirklich richtig zustande (KI könnte nun aber der entsch. gamechanger sein). Warum? V.a. weil es eben doch länger dauerte, das dafür benötigte Datenmaterial aufzubauen und weil darüber falsche sozialw. bzw. ökonomische-psych. Handlungsmodelle gelegt wurden, die eine lange Geschichte und leider bis heute Konjunktur haben (v.a. in Angelsachsen – die peilen es einfach nicht richtig).

    Zweitens managen der ZBs den gesamten Übergang von G3 zu G4 seit über 20 Jahren als Letztinstanz (also nicht nur für die W., sondern auch alle anderen Teilbereiche der G., die nun nach und nach neben der Wirtschaft seit 20 Jahren auch betroffen werden, i. e. L. v.a. eben auch die Politik seit den 10er Jahren) und werden nun alles dafür tun, den Zins dort zu halten wo er jetzt ist, d.h. sie können zwar agieren, aber nur mit anderen Instrumenten (darüber hinaus haben sie aber nat. auch die Vorgänge der Jungphase dieser Entw., also den gesamten Schuldenzyklus seit den 80ern im Blick).

    Wenn man also bedenkt, dass jetzt also andere Instrumente ran müssen und die Syntegration, auf die es automatisch bzw. evolutionär hinausläuft, die der Markt selber aber nicht leistet (warum? weil der Finanzmarkt eben aufgrund der Marktversagens- bzw. Marktineffizienztheorie kein freier Markt ist, d.h. Währungen sind staatl. Hoheitsrecht und der Preis für Geld wird gelenkt), mind. begleitet, wenn nicht eben sogar selbst initiiert werden muss, sollte es darauf hinauslaufen, die Kette Zb-GB-Kreditnehmer in der Mitte umzubauen, d.h. stärker staatl. zu koordinieren (und da wird eine Umstellung auf nur eine digit. Währung nicht reichen). Als Auslöser dafür würde man eben jene potenziellen Unfälle nehmen, die jetzt kommen könnten. Wie oder was da genau gemacht werden könnte (von Themen wie dig. Währung, Vollgeld, Sonderfonds, Eigenkapitaleingriffe, -beteiligung, oder -aufkäufe, Zwangskonzentration usw. bis Vergenossenschaftlichung, Überstellung usw.usf.), ist offen, denn hier gibt es tausende Mglk. und Ideen, nur die Richtung ist klar: mehr Staat (und wenn auch nur i.B. auf die Verschweißung bzw. Beförderung der Verschweißung mit der Tec-Branche).

    Antworten
    • komol
      komol sagte:

      Vllt. sollte man noch hinzufügen, dass das Grundproblem der Wirtschaft eben seit rund 40 (Computer) bzw. rund 20 Jahren (Computer und Internet) grob ist, dass zwar Geld ins System fließt, dies aber dafür verwendet wird, auf den konkreten Verlauf des IuK-bezogenen Strukturwandels in der Realwirtschaft zu spekulieren, ohne dass das Geld direkt in die Realwirtschaft fließt, so dass sich dieser Wandel wirklich vollziehen kann.. Wie als wenn alle wissen was kommt, keiner aber zur notw. Tat schreitet, sondern alle nur versuchen, den besten Platz auf der Beobachtertribüne zu finden, um dem Staub, der durch die Tat aufgewirbelt werden wird, besser zu entgehen als andere. Wenn der Prozess also nicht kontinuierlich evolutionär läuft, wird es nun am Ende eben explosionsartig revolutionär kommen.. anders kann ich es mir nicht mehr vorstellen

      Antworten
    • Alexander
      Alexander sagte:

      @tom96

      Das Volk besteht auf
      – CO2 Zertifikaten
      – Energiepreisverteuerung
      – Sanktionen gegen Supermaechte
      – Krieg gegen Supermaechte
      – entgrenzte Sozialleistungen
      – Verbrennerverbot
      – Deindustrialisierung
      ….. finanziert aus heißer Luft und MMT.

      Die Schwampel ist Opfer dieser gesellschaftlichen Mehrheiten, die möglicherweise sogar vor Gewalt nicht zurueck schreckt.

      Arme Mandatsträger, gefangen in Zwängen undankbaren Wahlvolks.

      Antworten
      • dobeldo
        dobeldo sagte:

        Danke das sie sich im Rahmen ihrer intellektuellen Möglichkeiten mit meinem Kommentar auseinandergesetzt haben.

      • Alexander
        Alexander sagte:

        @medica

        170 no go areas in Frankreich,
        d.h. Rettungskräfte werden ohne Vorwarnung angegriffen, ganzjährig – nicht nur zum Jahreswechsel wie im Bundeshauptslum.

        Die Zukunft sieht aus wie in den favelás Brasiliens
        https://www.youtube.com/shorts/f0_aVr_NZWA
        Heinsohn prognostizierte den Abstieg auf dieses Niveau und mit der Bildung fängt es an,
        der link funzt nimmer…

        @dobeldo
        Mittlerweile sind ukrainische Befehlshaber meine Kronzeugen über schrecklichste Verluste
        youtube.com/watch?v=rTb8HTbjWxI ….und mit Umlenkung der Munitionslieferungen nach Israel verbessert sich die Lage dramtisch. Weder unsere Wahrheitsmedien noch politischen Schwergewichte anerkennen die Opfer eines sterbenden Volkes.
        youtube.com/watch?v=OrYvIGlpsn4

        Fast beruhigend nimmt niemand in der politischen Welt diese Republik mehr ernst,
        alles beschränkt sich auf die üblichen Kulte innerhalb laktosefreier Rohkäsglocken.

        Ihre Versuche -hier- mit zu schwimmen erwecken Mitleid,
        weiter so, läuft.

      • Dr. Lucie Fischer
        Dr. Lucie Fischer sagte:

        @Alexander 18:32
        Gang-Bildung mit hemmungsloser Gewalt beruht auf Entdifferenzierungs-Prozessen gesellschaftlicher Strukturen:
        beginnend mit ledigen, allein-verantwortlich-erziehenden Müttern, vom Tag der Geburt an überfordert sind, Struktur und Grenzen für Kinder zu entwickeln: es reicht gerade zur oralen Triebbefriedigung, Stillen & Füttern , darauf folgen: emotionale Deprivationen . Sie bilden Grundlagen für Lust am Killen und Zerstören. Phallisch mit Knarren protzende Macho-Erzeuger verstehen sich nicht als Väter mit Verantwortung. Dennoch wählen Frauen solche one-night-stand-Typen, Folge:
        shit-hole-states, unheilbar, verloren:
        https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/in-haiti-herrscht-das-gewaltoligopol-von-banden-19193905.html

      • Alexander
        Alexander sagte:

        @medica

        Politik fuer Reiche verhindert jene Landreform seit Ende der Sklaverei, auf die die Nachkommen jener Sklaven bis heute in den favelas warten…..seit Ue100 Jahren.

        Die Naechsten 100 Jahre ändert sich nichts, auch deshalb weil sozialistische Präsidenten wie Lula immer weiter so machen….

        there is no mercy

      • Dr. Lucie Fischer
        Dr. Lucie Fischer sagte:

        @Alexander 21:03
        Land-oder sonst irgendwelche Reformen ( die Eigentum ermöglichten ) oder UN-Mandate haben KEINE Chance , Anarchie, Promiskuität, Gewalt, Lust am Töten und Drogen-Aufputschen / Betäuben / zu verhindern. Warum?
        Zutiefst dysfunktionellen Gesellschaften ( wie Haiti ) mangelt es an individuellen, durch frühkindliche Sozialisation aufgebaute internalisierten Strukturen : am Wichtigsten: Triebkontrolle von Sexualität und Aggression durch Sublimation.
        Der Freiburger Soziologe ( der letzte seiner Zunft, der dieses Fach würdig vertreten hat ) untersuchte die Prozesse von Macht und Zerstörung in Gesellschaften:
        https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Popitz
        Paradox: Nur strengste, diktatorische Religionen mit Zwangsritualen ( wie 5x am Tag beten, rituelle Waschungen, repressiven Sexual-Geboten, Alkohol-und Drogenverbote , Fastenperioden ( = Triebverzicht per ordre mufti ) extreme , vorgeschriebene Wertevorstellungen bei Androhung roher Strafen ( Auspeitschen, Steinigen) Monogamie ( nur ! für die Frau, die als minderwertig-unrein-Verführerin- anzusehen ist ….) uvm. können solche Gesellschaften ( oberflächlich, aber immerhin ) stabilisieren .
        Das ist die Erfolgsgeschichte der Religion, die AIDS-Explosion südlich der Sahara eindämmen konnte durch Sexual-Diktate bei zuvor promiskuitiven Kulturen mit animistischen Glaubensvorstellungen.

      • Alexander
        Alexander sagte:

        @medica

        Religiöse Sklaverei kann nicht die Loesung fuer perspektivlose Armut sein, sondern Eigentum.

        Gesund lebt, wer morgen noch leben moechte.
        Friedlich lebt, wer Angst hat seine Lieben zu früh zu verlassen.

        Disfunktionale Gesellschaften führen so lange Krieg bis sie darin selbst zerfallen, als Endlösung.

        Wehrhaf

        Mein Partner, mein Kind, mein Land, meine Vorfahren, meine Kultur, meine Zukunft…. trennt zwischen Verantwortung und Kollektivismus.

        Sin nombre halte ich fuer einen authentischen Versuch wieder Zukunft zu haben, aus Angst etwas wertvolles zu verlieren
        https://youtu.be/NYA5EeO4yLM?si=Ejz0n3w385yYE9K3

        Dass die BRD ihr Eigentum wahllos verteilt und Krieg führt wegen völlig fremder Interessen… Geht sich nicht auf.

        (Fauci hat ewigen Ruhm, not only about covid nineteen!)

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