Griechenland: die Lüge der gewinnbringenden „Rettung“

Letzte Woche haben wir wieder gesehen, wie die Politik mit Lug und Trug das Märchen der „Euro-Rettung“ und der „Griechenland-Rettung“ immer weiterspinnt. Wir hatten sogar das doppelte Wunder der Rettung Griechenlands (trotz höherer Schulden relativ zum BIP als zu Beginn der Rettung!) und der Gewinne, die wir Deutschen mit der Kreditvergabe gemacht hätten! Allen geht es also besser, ist das nicht echte Staatskunst?!

„In der Debatte um die Rettung von Griechenland wird ein Detail gerne vergessen oder ignoriert: Die Geldgeber profitieren von ihren Hilfeleistungen, solange die erteilten Kredite durch die hellenische Republik bedient werden. Die Staaten als Geldgeber hatten dabei bisher Glück. So zählt auch Deutschland zu den Gewinnern der Krise – und hat seit dem Jahr 2010 insgesamt mindestens 2,9 Milliarden Euro aus Zinseinkünften verdient. Das geht aus einer Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Anfrage der Grünen hervor, die dieser Redaktion vorliegt.“bto: Das ist doch einfach SUPER.

O. k., da gibt es dann so Miesepeter wie den CDU-Haushaltsexperten Klaus-Peter Willsch der unter anderem darauf hinweist, dass wir diesen Zinsgewinn wieder an Griechenland überweisen, direkt vom Sperrkonto wieder zurück, aber egal. Die Nachricht ist in der Welt!

Natürlich ist es nicht richtig. Denn die „Rettung“ – die in Wahrheit eine Konkursverschleppung ist! – kostet uns Milliarden! Denn Geld hat einen ZeitwertGeld, das ich heute bekomme, ist mehr wert als Geld, das ich erst in dreißig Jahren erhalte. Man darf nicht den Nennwert der Schulden ansetzen, sondern den Zeitwert. Das liegt am versteckten Schuldenerlass der Euro-Kreditgeber über tiefere Zinsen – allen voran Deutschland –, längere (tilgungsfreie) Laufzeiten und damit die zunehmende Entwertung durch Inflation. Wir mögen zwar in einigen Jahrzehnten den gleichen nominalen Betrag zurückbekommen, kaufkraftmäßig und angesichts der alternativen Verwendungsmöglichkeit der Mittel ist es deutlich weniger wert. Ein Vermögenstransfer vom Gläubiger zum Schuldner, der natürlich den Gläubiger etwas kostet, egal, was Merkel, Schäuble und jetzt Scholz für eine Geschichte erzählen. Und das Beste: Letzte Woche wurden die Zahlungsziele nochmals verlängert, es war also ein umfangreicher weiterer Schuldenerlass. Aber egal, die Medien machen mit und wundern sich, wenn man ihnen nicht mehr traut!

Schon 2016 wurde das bei bto diskutiert, damals unter dem Titel: Die Lüge des Jahrhunderts ist eine deutsche! Hier die Fakten:

  • „(…) die sprichwörtlich gewordene Schuldenlast (ist) ‚die größte Lüge des Jahrhunderts‘, wie Paul Kazarian sagt (…). Der 61-jährige US-Amerikaner ist der größte private Gläubiger Griechenlands. (…) Laut Kazarian liegt Griechenlands Schuldenstand wenn man ihn denn korrekt berechne nicht bei 177 Prozent der Wirtschaftsleistung, sondern nur bei höchstens 71 Prozent.“ – bto: Das stimmt. Kaufmännisch gerechnet ist der echte Wert der Schulden deutlich tiefer.
  • „Kazarian zufolge sollte nicht mehr der Nennwert der griechischen Schulden der Ausgangspunkt sein also deren absolute Höhe von rund 312 Milliarden Euro (Stand Ende 2015). Stattdessen müsse der Schuldenstand nach dem Zeitwert der Verbindlichkeiten berechnet werden und damit auch der versteckte Erlass, den die Euro-Partner Griechenland gewährt haben. Sie haben nicht nur die Zinsen erheblich gesenkt. Griechenland darf seine Schulden zudem über einen wesentlich längeren Zeitraum zurückzahlen und muss auch erst zehn Jahre später damit anfangen als ursprünglich vereinbart – durch die Inflation bedeutet das eine deutlich geringere Belastung.“ bto: Das ist völlig richtig. Dann müsste aber Herr Schäuble sagen, dass wir auch weniger Geld zurückbekommen. Das macht er natürlich nicht. Genauso wie es richtig ist, dass die Schulden Griechenlands geringer sind, als sie nominell aussehen, sind natürlich auch unsere Forderungen weniger wert. Das kann die Bundesregierung aber nicht zugeben, also realisieren wir den Verlust über Zeit und vergrößern ihn sogar noch, indem wir immer weitere Rettungspakete schnüren. Ziemlich teuer, nur um Wahlen zu gewinnen – oder? Hier übrigens nochmals der Hinweis aus einem früheren bto-Beitrag, wer das Geld bekommen hat: „Laut ifo Institut wurden die Rettungsmilliarden für Griechenland so verwendet: ein Drittel für den laufenden Konsum, ein Drittel zur Finanzierung der Kapitalflucht aus dem Land und ein Drittel, um die privaten Geldgeber – also die Banken der anderen Länder – zu retten. Dabei wird es interessant, wie das Council of Foreign Relations vorrechnet. (Die FT macht allerdings bessere Bilder, deshalb von dort). Zunächst die Veränderung der Ausleihungen an Griechenland:“
    Greece chart
    Interessant ist:
    • Franzosen, Italiener und Holländer sind ganz raus aus Griechenland.
    • Deutsche, Engländer und Amerikaner hielten immer noch rund zehn Milliarden an Forderungen.
    • Die deutschen Banken haben ihre Ausleihungen zwar deutlich reduziert (bzw. haben im ersten Schuldenschnitt verloren), aber sind im Unterschied zu den Franzosen vor allem dabeigeblieben. Ich erinnere mich noch gut, wie der deutsche Finanzminister am Morgen nach der ersten Rettungsaktion für Griechenland den deutschen Banken signalisierte, sie sollten ihre Positionen nicht abbauen und die französischen Banken zur gleichen Zeit massiv Anleihen an die EZB abgaben.
    Betrachtet man nun öffentliche und private Kredite kombiniert, wird das Bild noch interessanter:
    Greece chart
    Gegenüber dem Jahr 2010 haben Irland, Portugal und Frankreich ihre Forderungen an Griechenland netto verringert. Eingesprungen sind Deutschland, Italien und Spanien. Diese drei Länder haben faktisch die Reduktion der Forderungen von Frankreich ermöglicht. (bto: Wie dumm kann man sein?)
    Kein Wunder, dass besonders die Franzosen jetzt auf einen Schuldenerlass drängen. Denn keiner hat so viel von der „Rettung“ profitiert wie sie. Hier der Beitrag aus dem Juli 2015: → Deutschland, Spanien und Italien haben die Franzosen rausgehauen – und jetzt sollen wir nachlegen
  • „Wenn der Schuldenstand eines Landes als nicht tragfähig angesehen wird, kann das zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung Die Bonitätsbewertung des Landes verschlechtert sich, wodurch Kredite und damit dringend benötigtes Kapital auch für die Privatwirtschaft teurer werden – was ausländische Investoren vertreibt. Außerdem wird Griechenland gezwungen, noch mehr Finanzhilfen von den Eurostaaten zu fordern. Die geben neue Kredite jedoch nur unter der Bedingung hoher Haushaltsüberschüsse und zwingen die Regierung damit zu harschen Sparprogrammen sowie unpopulären und häufig umstrittenen Strukturreformen. Nicht zuletzt führt ein hoher Schuldenstand zu erheblich höheren Zinsaufschlägen für neue Kredite, sobald Griechenland wieder an die Kapitalmärkte zurückkehrt.“ – bto: Das ist absolut richtig und habe ich auch schon mal diskutiert. Und zwar hier das Original von Michael Pettis: → When do we decide that Europe must restructure much of its debt?
  • Aber wenn die Schuldenlast in Wirklichkeit viel niedriger ist – wieso weist die griechische Regierung nicht selbst lautstark darauf hin? „Aus dem gleichen Grund, weshalb Griechenland seinen Schuldenstand vor der Krise zu niedrig ausgewiesen hat“, sagt Kazarian. „Damals, um in die Eurozone zu kommen und dadurch günstig Kredite aufnehmen zu können. Heute dienen die übertriebenen Zahlen den Forderungen an die Euro-Partner nach mehr Geld und Solidarität.“ – bto: stimmt. Und die Gläubiger – vor allem die deutsche Bundesregierung, die, wie oben gezeigt, unser Geld verwendet hat, um französische Banken zu retten – machen nur zu gerne mit!

Fakt ist nun, 2018, folgender: Wir haben den Wert unserer Forderungen weiter deutlich verringert, dem Land also Geld geschenkt. Das machen Gläubiger, wenn Schuldner nicht zahlen können. Daraus aber zu schließen, es wäre ein Gewinn für uns gewesen, ist eine ziemlich starke Volte. Nein, es ist eine bewusste Täuschung der hiesigen Steuerzahler. Die Regierung und die Opposition sitzen dabei in einem Boot. Wo ist die Partei, die laut aufschreit?

spiegel.de: „US-Investor nennt Schuldenberg die Lüge des Jahrhunderts‘“, 2. Dezember 2016

33 Kommentare
  1. Wolfgang Selig sagte:

    Wo die Partei ist, die aufschreit? Die gibt es schon, die heißt AFD. Aber da sie für Medien, etablierte Parteien und Wissenschaft der Paria ist, darf man auf keinen Fall deren Kritik auch nur diskutieren,denn dann ist man ja radikal. Solange diese Einstellung gerade auch bei Parteien mit Unternehmern in den eigenen Reihen wie der FDP vorherrscht, wird noch viel Geld verschwendet werden. Das soll nicht heißen, dass man deren Positionen alle teilen muss, aber etwas nur zu leugnen weil es der Falsche äußerst ist schon primitiv. Also bleibt als Lösung nur die Mehrheit für die AFD oder ein Meinungswandel zur „Rettungspolitik“ in den etablierten Parteien. Dass dieser möglich ist zeigt die aktuelle Migrationsdebatte, die seit letzter Woche in der CSU herrscht.

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    • Johannes sagte:

      @ Herrn Selig: Bin bei Ihnen. Und es ist bei diesem Thema sogar so, dass die Presse auf die Frage von Herrn Stelter eingeht und die Kritik des Haushaltsexperten der AfD, Peter Boehringer und zugleich Vorsitzender des haushaltsausschusses bringt:

      „Und er moniert auch, dass die Milliardenverpflichtungen des Bundes im Zuge der Euro-Rettungsprogramme etwa für Griechenland im Haushalt nicht als Risiken abgebildet seien. Auch die Risiken aus dem EZB-System fänden sich nirgendwo wieder. Das alles stimmt.“

      https://www.welt.de/politik/deutschland/article176660078/AfD-Vorwurf-Warum-findet-Frau-Weidel-nicht-die-EU-Zahlungen-im-Haushalt.html

      Allerdings ist diese Kritik „verpackt“ in die Berichterstattung über einen vermeidbaren handwerklichen Fehler von Frau Weidel, der genüßlich ausgebreitet wird.

      Die Kritik von Boehringer an den „Rettungsverpflichtungen des Bundes“ wird seitens der Welt aber nicht weiter inhaltlich verfolgt.

      Konkreter wird es hier:

      https://www.landespressedienst.de/boehringer-afd-lehnt-fortfuehrung-der-sogenannten-griechenland-rettung-ueber-den-esm-ab/

      „Die Zahlungsbilanz- und Wirtschaftsprobleme Griechenlands sind ein Ergebnis der seit 2001 unterbliebenen Abwertungen der griechischen Währung sowie der seitdem nicht risikogerechten Kreditkonditionen für Griechenland. Es ist daher kein Zufall, dass nach fast einhelliger Ansicht wissenschaftlicher Beobachter die griechische Volkswirtschaft seit 2015 keine Verbesserung ihrer Wettbewerbsfähigkeit erreichen konnte.

      Nur ein Austritt Griechenlands aus dem Euro-System wird die griechische Wirtschaft gesunden und ihre Zahlungsbilanz zukünftig dauerhaft ausgleichen können.““

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  2. Alexander sagte:

    > Die Lüge des Jahrhunderts

    Der Wettbewerb welche der Lügen rund um den Euro, EU, Brüssel, Bankenrettung und Grenzöffnung die Größte des Jahrhunderts ist, ist noch nicht abgeschlossen.

    Es gab triftige Gründe ein Land wie Griechenland zur Eurozone zu zählen, aber keine vernünftig buchhalterischen, ganz im Gegenteil.

    Für jede Lüge gibt es zwei Motive:
    – Dummheit oder
    – Vorsatz

    Dumm waren/sind die unverantwortlichen Entscheider keineswegs. Nachdem heute niemand zuständig ist, die Lager alternativlos und alle juristischen Möglichkeiten in Sackgassen geleitet wurden, hat diese Lüge den Geschmack eines perfekten Verbrechens.

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      • RW sagte:

        Das weiß man aber immer erst hinterher. Außerdem muss man die Inflation bezüglich der Tilgungssumme berücksichtigen. Bei einer Inflation von 2 Prozent pro Jahr und 3 Prozent Vezinsung sind die 100 Euro Startkapital nur noch zwischen 80 und 90 Euro wert, während der Nettozinsgewinn nur 10 Euro ohne Zinseszins beträgt. Außerdem muessen die Zinsen noch versteuert werden . In Deutschland beträgt der Steuersatz auf Zinsen 25 Prozent plus Soli und evtl. Kirchensteuer. Deutschland muss daher wieder zu einem Hochzinsland bei geringer Inflation werden, wenn man seine Kaufkraft erhalten will. In einer globalisierten Welt ist das reines Wunschdenken und wird nicht funktionieren. Als Unternehmer geht man dorthin, wo die Eigenkapitalrendite am höchsten ist und nicht die Fremdkapitalrendite. @Herr Selig: wollen Sie Deutschland in die Steinzeit mit hohen Zinsen schicken?

      • Wolfgang Selig sagte:

        @RW: Nein, ich will Deutschland nicht in die „Steinzeit“ mit hohen Zinsen schicken. Dieser Vorwurf ist völlig aus der Luft gegriffen.

        Aber es ist eine falsche Behauptung, dass man nirgendwo auf der Welt eine Anleihe zeichnen dürfte. Es gibt Anleihen mit völlig unterschiedlichen Laufzeiten, Risiken, Währungen und Sonderthemen (wie z.B. Wandelanleihen). In den 90er-Jahren gab es in Deutschland teilweise hervorragende langfristige Anleihen zu zeichnen. Selbst heute gibt es noch Anleihen, die für bestimmte Personen oder Institutionen in bestimmten Situationen in einem bestimmten Umfang sinnvoll sind. Ich empfehle dazu als Beispiel, sich das aktuelle Portfolio von Warren Buffets Berkshire Hathaway und vor allem den Umfang von kurzlaufenden Anleihen anzusehen. Wenn Sie mir nicht glauben; Herr Buffet ist garantiert einer der größten Aktienfans auf der Welt und vermutlich auch einer der ausgewiesensten Marktkenner. In einer Zeit zweifelhafter Bankbilanzen sind Anleihen unabhängig von Ihrem berechtigten Kaufkraftargument oft ein Sicherheitspolster.

        Oder, um einen Hedgefondsmanager zu zitieren: „I don´t worry about the return ON my money. I worry about the return OF my money!“

      • Thomas sagte:

        >In einer Zeit zweifelhafter Bankbilanzen sind Anleihen unabhängig von Ihrem berechtigten Kaufkraftargument oft ein Sicherheitspolster.

        In dem Kontext möchte ich folgendes zum Verständnis ergänzen – falls noch nicht bekannt: Als Privatmann passt man oft unter den Schirm der Einlagensicherung für Banken (z.B. 100.000 € oder 250.000 US $) und kann sein Geld ggf. null- oder niedrigverzinst auf dem Konto liegen lassen. Wenn man größere Summen (zu verwalten) hat, reicht das nicht. Insofern sind dann kurzlaufende Staatsanleihen das Mittel der Wahl. Die schwanken relativ wenig und sind von ein Bankinsolvenz nicht betroffen. Daher parken die „Großen“ dort ihr Geld.

        Wenn man sein Gespartes aus Euro heraus in andere Währungen diversifizieren möchte, kann man das auch heute noch tun. Teilweise über Staatsanleihen-ETF, wobei es hier keine richtig kurzlaufenden gibt (die wenigen, die es m.W. gibt, haben Anleihen mit 1-3 oder 1-5 Jahre Laufzeit) oder alternativ dann direkt Staatsanleihen mit z.B. Restlaufzeit 1 Jahr. Die sind durchaus in anderen großen Währungen noch positiv verzinst. (Bei Japan braucht man allerdings nicht zu gucken…)

        Natürlich hat man damit dann das Währungsrisiko – oder eben auch -chance.

  3. Paulus sagte:

    Was selbst gestandene Wirtschaftswissenschaftler vergessen: Das Geld, das wir jetzt verleihen statt selber zu investieren, fehlt später. Oder anders: die Investitionen, die wir jetzt verschleppen (34 Mrd für Schulsanierungen, etc.) werden durch die Inflation in Zukunft teurer.
    Oben drauf steigen natürlich auch noch die Lohnstückkosten um besagte Inflation auszugleichen, was insgesamt eine doppelte Preissteigerung für verschleppte Investitionen bedeutet.

    Antworten
    • SB sagte:

      @Paulus: So funktioniert das langfristige Herstellen von Konvergenz durch Umverteilung: Die Leistungsfähigen werden zur aus ihrer Sicht unvernünftigen „Investition“ in die nicht Leistungsfähigen gezwungen. Im Rahmen dieser Umverteilung geht’s bei den Leistungsfähigen sukzessive (stark) abwärts, dummerweise aber bei den nicht Leistungsfähigen auch nicht wirklich aufwärts. Über alles gesehen für die Leistungsfähigen also eine kräftige Anpassung nach unten. Das ist die Funktionsweise des Euro-Sozialismus.

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  4. Klaus Samer sagte:

    Wer hier das Fähnchen der AfD hochhält, muß sich auch die faschistoiden Äußerungen eines Höcke, Gauland und das dumpfe diskreminierde Gefasel von Frau Weidel zuschreiben lassen.

    Würde sich die AfD auf inhaltiche Kritik beschränken und nicht am braunen Rand den Haupanteil ihrer Stimmen generieren, säße sie nicht im Deutschen Bundestag.

    Wer glaubt Fundamentalkritik berechtige zur Radikalisierung und zum streben nach Abschaffung der Demokratie, befindet sich mit Radikalen jeder Couleur, egal ob religiös oder politisch, in einem Boot.
    Der lebt hier im falschen System und sollte vielleicht in eine der zahlreichen Dikataturen oder Autokratien auswandern.

    Antworten
    • Johannes sagte:

      @ Herrn Samer: Die Kritik geht politisch auch in die andere Richtung:

      Die Grünen/Bündnis90: z.B. Vergangenheit von Herrn Fischer = Frankfurter Putztruppe = ausgeübte Gewalt gegen Polizisten; Herrn Trittin= „Fan“ von Mao = Massenmörder am eigenen Volk

      FDP: z.B. Möllemann = antisemitische Grundhaltung, aber gut getarnt

      SPD/CDU/CSU: Viele ehemalige Nazi-Größen in ihren Reihen; siehe hier
      https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_ehemaliger_NSDAP-Mitglieder,_die_nach_Mai_1945_politisch_t%C3%A4tig_waren

      Die Linke: Nachfolgeorganisation der SED (mehr ist nicht zu sagen)

      Auch die anderen Fähnchen haben „bewegte“ Vergangenheiten. Wir leben alle im richttigen „System“ :-)

      Antworten
    • SB sagte:

      @Samer: Die Demokratie wurde doch schon längst abgeschafft, von Merkel und linksgrünen Konsorten in den neuen sozialistischen Einheitsparteien. Im gleichen Atemzug hat sie den Rechtsstaat plattgemacht, der ihren undemokratischen Plänen im Wege stand. Wenn Sie das noch nicht mitbekommen haben, leben SIE im falschen System.

      Antworten
    • Wolfgang Selig sagte:

      @Hr. Samer: ich halte hier weder die Fahne noch sonst etwas der AFD hoch und das würde mir auch nicht einfallen. Sie tappen m.E. in die gleiche Falle wie die etablierten Parteien. Nur weil Herr Gauland unmögliche und geschichtsvergessene Formulierungen von „Fliegenschiß“ und ähnliches bei anderen Themen in den Mund nimmt, heißt das noch nicht, dass seine wirtschaftspolitischen Kritikpunkte alle falsch sind. Sie verwenden genau die gleiche Methode: weil es der Falsche sagt, muss man die Kritik erst gar nicht betrachten. Und ich lasse mir von Ihnen solche Äußerungen der AFD auch nicht zuschreiben, denn so dumpfe Sachen wie z.B. ein Herr Höcke habe ich noch nie von mir gegeben. Wenn Sie weiterhin auf diesem Niveau argumentieren, werde ich mich aus der Diskussion mit Ihnen zurückziehen. Dafür ist mir meine Zeit zu schade.

      Antworten
  5. Klaus Samer sagte:

    Ihr bei Trump abgeschauter whataboutism macht die AfD auch nicht weniger braun. Das Sie hier Ihre demokratiefeindlichen Äußerungen breitreten können, verdanken Sie der Meinungsfreiheit dieses Systems das so inniglich hassen. Das ist ja das perverse Sie nutzen das System um es nach Möglichkeit von innen heraus zu zerstören, wie allle anderen Radikalen wie Linke und Salafisten auch, das wir Ihnen nicht gelingen.

    SIe haben ja durchaus die Möglichkeit nach Russland, China oder in Türkei auszuwandern wenn Sie das hier alles so schrecklich finden.

    Frau Merkel wird diese Legislaturperiode wohl eher nicht überstehen, bin mal gespannt was von der AfD so übrig bleibt wenn ihr Lieblingsfeindbild verschwindet.

    Antworten
    • Johannes sagte:

      @ Herrn Samer: warum so viel Schaum vor dem Mund? Eine Nummer kleiner geht es bestimmt. Hier in diesem Blog geht es gesittet zu und ja, gestritten wird auch. Was Sie aber gerade versuchen anzuzetteln ist schlicht unredlich.

      Nehmes Sie´s doch einfach mit Humor oder suchen sich einen anderen Blog zum Gülle ausgießen.

      Antworten
  6. Dietmar Tischer sagte:

    Statt wilder Thesen zu Dummheit und Vorsatz etc. ein paar Feststellungen, die einfach nur SACHLICH richtig sind.

    WARUM wurde Griechenland „gerettet“, statt es pleitegehen zu lassen?

    Aus folgenden Gründen:

    – die Insolvenz Griechenlands hätte das ohnehin schwache europäische Finanzsystem mit unabsehbaren Folgen – wahrscheinlich ein Dominoeffekt von Bankpleiten – nachhaltig erschüttert und dysfunktional werden lassen, was nach der gerade noch einmal überstandenen Lehman-Krise um jeden Preis verhindert werden musste

    – eine Pleite Griechenlands hätte zusammen mit einem nicht funktionsfähigen Bankensystem das Ende der Eurozone bedeutet, was ebenfalls unübersehbare Folgen gehabt hätte und daher auch um jeden Preis verhindert werden musste.

    Fazit: RATIONAL begründetes Handeln, wenn es – was bis heute der Fall ist – kein geordnetes Insolvenzverfahren für Mitgliedsländer der Eurozone gibt.

    WIE wurde Griechenland „gerettet“?

    – Das Modell „Rettungsschirm“ wurde umgesetzt, derart, dass Griechenland Kredite von der Eurostaaten via ESM erhielt – die Märkte finanzierten das Land ja nicht mehr – und Griechenland verpflichtet wurde, durch staatliche Ausgabenkürzungen von einem UNHALTBAREN Staatsdefizit von in der Spitze über 13% herunterzukommen sowie durch Strukturänderungen u. a. eine von der eigenen Wirtschaft leistbaren Staatsfinanzierung zu erreichen.

    Fazit: nicht optimal, weil man das Land nicht mit finalen Schuldenerleichterungen für nachhaltige Sanierungsschritte belohnt hat; aber von der Zielsetzung her ein RATIONALER Deal.

    Ist Griechenland „gerettet“?

    – Das Land scheint seinen Verpflichtungen mehr oder weniger nachgekommen zu sein und erzielt einen Primärüberschuss. Das ist eine Erfolgsgeschichte.

    – Das Land ist seine Schulden nicht los und muss daher spätestens ab 2030 seine Primärüberschüsse für die Bedienung der Gläubiger nutzen. Das wird es nicht tun, weil sich kein Land auf Dauer derart „versklaven“ lässt.

    Fazit: Griechenland ist nicht „gerettet“ und kann nicht gerettet werden, solange die Gläubiger – im Wesentlichen die Staaten der Eurozone und ihre Zentralbank – keinen Schuldenschnitt in Form eines rechtlich bindenden Forderungsverzichts durchführen.

    Warum ist ein derartiger Forderungsverzicht nicht erfolgt und warum wird er nicht erfolgen, insbesondere angesichts der unbestrittenen ERKENNTNIS, dass das Land seine Schulden NIE begleichen wird?

    – Hätte es einen derartigen Forderungsverzicht gegeben oder würde es ihn geben, könnten andere Staaten wie Spanien und Portugal, die ebenfalls unter dem Rettungsschirm waren, ein derartiger Schuldenschnitt nicht verweigert werden. Das hätte Probleme geschaffen.

    – Denn ist man zu einem rechtlich bindenden Forderungsverzicht bereit, muss man auch zu den Abschreibungen im Haushalt bereit sein. Das waren weder die Geberstaaten im Kern, noch die anderen an der Peripherie. Aus gutem Grund: Die Staatshaushalte wären da wie dort in noch größere Schwierigkeiten gekommen und es hätte vermutlich starke Tendenzen hin zu politischer Instabilität geben. Es gibt keinen Politiker in Deutschland, der vor dem Bundestag Abschreibungen im Haushalt von ca. Mrd. EUR 70 darlegen wird, wenn sich das vermeiden lässt.

    Fazit: Durchaus rationales Handeln, aber aufgrund der Systemfehler des Eurosystems eines, das keine Lösung ermöglichen kann.

    Unterm Strich:

    Es kann keine Rettung für Griechenland geben, weil eine solche im krisenhaft labilen Gebilde Eurozone die Risiken erhöhen würde.

    Daher:

    Es ist Unsinn von Rettung zu reden, wohl aber ist es gelungen, das System wenigstens eine Zeitlang im Krisenmodus zu stabilisieren.

    Antworten
    • Klaus Samer sagte:

      Das wird bestenfals temporär „gelingen“, spätestens in der nächsten Rezession gekoppelt mit dem nächsten Börsencrash ist Schluß.

      Der Euro wird nur noch von Deutschlands Bonität zusammengehalten, Deutschland hält sich als einziges Land an Regeln die alle anderen schon aufgegeben haben und ist damit der Dumme.

      Andersherum würden wir ab morgen einfach auch so aggieren wie die Südländer würde die deutsche Bonität den Bach runtergehen und der Euro wäre ohne diese zeitnah Geschichte.

      Das Drohpotential Deutschlands wäre somit nicht der Ausstieg sondern sich ebenfals einfach massiv zu verschulden.

      Antworten
  7. Klaus Samer sagte:

    Wer Widerspruch als Gülle diffamiert pflegt dass was er vermeindlich bei Anderen zu finden glaubt.
    Sie wären natürlich gerne widerspruchlos unter sich, mein Beitrag kann ja vom Forenbetreiber gerne gelöscht werden.

    Das Problem mit fundamentaler Kritik an Merkel und ihrer Politik ist das sie leider auch die falschen Leute zum applaudieren auf den Plan ruft

    Dr. Stelter kann froh sein das er einen Blog und keine Partei leitet, so bleibt ihm das Schicksal von Herrn Lucke erspart, die Trolle allerdings nicht.

    Antworten
    • mg sagte:

      @Klaus Samer: so wie es aussieht, glauben die Spezialisten unter den Experten, dass Sie hier unter falschem Namen operieren.

      Diese Annahme liesse sich beliebig verkomplizieren: zum Beispiel wäre es denkbar, dass Sie unter falschen Namen schreiben, aber die Rechtschreibfehler von jemanden imitieren, der Sie garantiert nicht sind und jetzt von den Spezialexperten für jemanden gehalten werden, der Sie auch nicht sind, von dem die Spezialexperten aber glauben, dass er sich hinter Ihrem Namen verbirgt, weshalb der Verdächtigte glaubt, dass Sie jemand ganz anderes sind, womit der Verdächtige gut leben kann. Bitte nicht falsch verstehen, ich glaube nicht, dass Sie die Rechtschreibung von Dritten imitieren. Mir sieht das eher nach einer Handytastatur aus. ;-)

      Die Realität ist manchmal komplizierter, als es den Anschein hat, aber richtig lustig würde es, wenn sich jetzt noch die Crackpots zu Wort melden würden, um dem Ganzen noch einen philosophischen Anstrich zu geben.

      Der “Zinsfehlerhannes” (Wortwahl Ondoron) ist übrigens der Einzige in diesem Forum, der sich regelmäßig zur Sache UND mit Sachverstand einbringt.

      Antworten
  8. Thomas sagte:

    @Hr. Samer

    Weil Sie immer wieder einmal mit Troll-Zuweisungen auftauchen. Ich habe den Eindruck, dass Sie sehr empfindlich auf bestimmte Schlüsselworte und Inhalte zur AfD, Trump oder Russland reagieren und daraus dann gleich ableiten, dass die Person mit der Äußerung dazu ein Troll sein muss.

    Vielleicht hat die andere Person einfach eine andere Meinung und tut die hier kund, ohne gleich nur eine emotionale Reaktion bei Ihnen bezwecken zu wollen? BTO scheint mir jedenfalls eine sehr „trollfreie“ Zone.

    Wenn man hier länger liest, kennt man auch die Einstellung der regelmäßigen Schreiber ganz gut. Die schreiben vielleicht nicht unter vollem Namen, aber doch oft regelmäßig unter ihrem Vornamen oder einem Alias. Das ist durchaus akzeptable Kultur in der persönlichen, aber anonymen und öffentlichen Diskussion.

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  9. Dietmar Tischer sagte:

    @ Klaus Samer

    >Würde sich die AfD auf inhaltiche Kritik beschränken und nicht am braunen Rand den Haupanteil ihrer Stimmen generieren, säße sie nicht im Deutschen Bundestag.>

    Man kann, ja soll eine dezidierte Meinung zur AfD haben.

    Aber diese sollte schon etwas mit der Realität zu tun haben.

    Daran fehlt es bei Ihnen, Sie unterschlagen die Sachverhalte und DIFFAMIEREN damit letztlich.

    Der weit überwiegende Teil der Wähler der AfD rekrutiert sich aus vormals Wähler ANDERER, d. h. der etablierten Parteien, die sie nicht mehr bedient haben, und aus Wählern, die vorher NICHT politisch aktiv waren (Nichtwählern).

    Was diese Menschen betrifft und ein großer Teil derer, die sie vertreten, kann von „Abschaffung der Demokratie“ keine Rede sein.

    Wenn die etablierten Parteien es schaffen, sich der Probleme ihrer abtrünnigen Wähler und der sonst „Abgehängten“ anzunehmen und für sie zu konstruktiven Lösungen zu kommen, wird die AfD kleiner werden – politische Unbedeutsamkeit nicht ausgeschlossen.

    Kurzum:

    Sie sollten die PROBLEME dort festmachen, wo sie entstanden sind, statt auf einer Partei herumzuhacken, die das ERGEBNIS von Defiziten anderswo ist.

    Im Übrigen:

    Die AfD hat unbestreitbar einen „braunen Rand“.

    Solange sich die Repräsentanten der AfD nicht davon distanzieren, ist diese Partei für eine erhebliche Anzahl von Menschen, glaube ich jedenfalls, nicht wählbar.

    Es liegt sehr an den anderen Parteien, dass dies so bleibt.

    Sie sollten sich mehr um diese Parteien besorgt sein, als hier mit unsachlichen Parolen herumzufuchteln.

    Antworten
  10. Kokkinidis michael ä sagte:

    Die verantwortlichen in der eurozone wissen ganz genau bescheid, aber wahrscheinlich machen sie es in den eigenen ländern ähnlich besonders im zusammenhang wenn durch den öffentlichen sektor immer mehr geld missbraucht wird.

    Daher lässt man zipras aber auch jeden anderen zipras was in griechenland herrscht seine halbe sippe im öffentlichen dienst gut bezahlt unterbringen.

    Solange in der eurozone gewinnbringende wirtschaften arbeiten ist es kein problem total korrupte staaten wie griechenland für ewig zu finanzieren.

    Irgendwann werden die europäer verstehen dass es mit griechenland in der EU keinen wirklichen fortschritt geben wird, denn die europäer bezahlen griechenland nie ganz freiwillig.

    Immer muss griechenland drohen und erpressen bis gezahlt wird. Da macht griechenland viele fronten auf, hauptsächlich gegen deutschland. Die griechische propaganda behauptet dann zb die EU wäre nur von den deutschen angeblich erfunden um ganz europa wirtschaftlich und finanziell zu unterjochen weils ja sowieso schon in zwei weltkriegen berlin nicht gelungen war europa zu unterwerfen musste der weg der EU her.

    Oder griechenland öffnet ab 2015 die grenzen für alle illegalen die dann ganz europa letztlich bis jetzt überrennen.

    Wie raffiniert die verantwortlichen in griechenland denken können wir uns nichtmal ansatzweise vorstellen.

    Sogar deutsche medien, wirklich namhafte, aber auch EU abgeordnete verbreiten die lügen von der erzwungenen austerität aus deutschland, dabei hat die EU bzw EWG griechenland allein bis jetzt über 200 milliarden euro gratis wirtschaftshilfe gezahlt. Allein für 2014 bis 2020 bekommt griechenland über 20,7 milliarden euro gratis wirtschaftshilfe. Polen bekommt für den gleichen Zeitraum sogar über 84 milliarden euro, da kann man wohl kaum von erzwungener austerität sprechen und trotzdem werden die lügen verbreitet.

    Und wieso soll man in griechenland reformen umsetzen wenn doch genau deshalb die EU bezahlt?

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