FT: Warum man Italien entgegenkommen sollte

Nun scheint es doch nicht zur neuen italienischen Regierung zu kommen. Die EU atmet auf, alles wird gut. Ich denke, wenn überhaupt ist es ein Zeitgewinn. Vielleicht kommt es zu Neuwahlen, vielleicht kommt dann ein EU- und Euro-freundlicheres Bündnis an die Macht. Die Probleme der Eurozone sind damit aber nicht gelöst, sondern werden weiter verschleppt. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es zu einer noch größeren Krise der Eurozone kommt.

Die Ideen der angedachten Regierung wurden heftig kritisiert. Doch es gibt auch andere Stimmen, so hier aus der FT, die der neuen Regierung durchaus eine Chance geben wollten:

  • „The Five Star Movement and the League are united in little else than their anti-European, anti-establishment and anti-immigrant positions. But that is more than enough to bring forth comparisons with Weimar Germany and warnings of mortal danger for the European project in general and the single currency in particular.“  bto: Ich sehe das ähnlich, allerdings sehe ich den Euro und die Weigerung der Politik, die Tatsache des Scheiterns anzuerkennen und sich konsequent um eine Lösung zu bemühen, als weitaus größeres Problem als die Offenlegung dieses Scheiterns durch die neue Regierung in Italien.
  • „Early drafts included some ideas apt to explode the eurozone altogether, such as the effective cancellation of public debt held by the European Central Bank and the creation of a parallel currency. Even these ideas should not be beyond the realm of discussion in Europe, if not unilaterally.“ bto: bingo! Die Diskussion über die Schuldenannullierung durch die EZB und das Einführen einer Parallelwährung sollte nicht tabu sein in der Diskussion in Europa. Sind sie doch die einzigen beiden Möglichkeiten, die Eurokrise geordnet zu überwinden. Und zwar in Kombination!
  • „We ought to put the alarmism aside and recognise that the main pillars of the new coalition’s economic programme are not without merit.“  bto: Das ist auch richtig.
  • „That is most clearly true of Five Star’s flagship policy of a universal basic income. Italy combines a threadbare social safety net with widespread economic underdevelopment and poor living conditions, linked to deep regional divides in productivity.“  bto: Sandbu von der FT ist allerdings schon lange ein Unterstützer eines Grundeinkommens. Ich finde die Idee auch bedenkenswert, so es zum Abbau von Stellen in der Verwaltung führt.
  • „The starting point for thinking about overdue policy attention to inequality and poverty reduction in Italy must be the perversely anti-egalitarian nature of the existing benefit system. As the chart below shows, more than almost any other high-income country, the Italian state takes from the poor to give to the rich. A revenue-neutral reform of the existing system that redistributed freed-up resources as a UBI could pay for a €158 a month basic income for each adult and child (about €7,600 a year for a family of four). It is should not be impossible to find other savings that could fund a greater amount.“  bto: Das ist interessant. Ich denke, auch bein uns wird das Geld nicht effizient verteilt und nicht immer in die richtige Richtung. Außerdem ist Hartz IV schon ein Grundeinkommen, allerdings ein sehr intransparentes.

  • „What about the League’s pet policy, the flat tax on income? As everywhere, a flat tax is a bit of a gimmick — while simplification can be helpful, its main effect is typically to lower the income tax paid. By benefiting higher earners most, a flat tax reform would act at cross-purposes with Five Star’s UBI in straightforward redistributive terms. But it is not stupid to want to reduce the tax burden on income: Italy has one of the largest labour tax wedges in the rich world.“  bto: Nimmt man Sozialabgaben dazu, sind es bekanntlich die Deutschen, die darunter am meisten leiden.
  • „Put together, the policies would cause the public sector deficit to soar. But of this, too, we should make a nuanced judgment. While the roots of slow Italian growth go back decades, the huge squeeze on the public finances in 2011-12 contributed to the recession then. Growth returned when fiscal policy went from contractionary to neutral. A modest stimulus now would accelerate it.“  bto: Das denke ich auch, wir bekommen zumindest eine temporäre Erholung, allerdings wird es nicht zu einem Herauswachsen aus den Schulden langen!
  • „Those concerned about European fiscal rules should note that low or negative growth is a greater threat to debt sustainability — especially at high debt levels — than deficit stimulus in economies with significant economic slack. Would it really be so dangerous for Italy, which has kept within the 3 per cent of output deficit limit since 2012, to be allowed a deficit more like Spain’s, which has ranged between 3 and 6 per cent for the past four years, letting that country’s economy grow vigorously?“  bto: Das stimmt, allerdings kam Spanien auch von einem deutlich tieferen Schuldenstand.

  • „There is room here for accommodating the new government’s policy priorities, in return, naturally, for the new government keeping its economic radicalism within bounds. Five Star and the League have become the threat to the European project that they are by persuading enough Italians that Europe’s business as usual prevents good economic policies. The rest of the EU has an opportunity to prove them wrong, by admitting that within limits, alternatives are permissible.“  bto: richtig und falsch zugleich. Wir brauchen eine grundlegende Lösung!

ft.com (Anmeldung erforderlich): „Give Italy’s new rulers a chance“, 24. Mai 2018

Kommentare (39) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
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    Klaus Samer sagte:

    Der italienische Präsident will nicht den Euro retten sondern die Vorteile die der Niedrigzins im Euroraum Italien gebracht und die es eben nicht genutzt hat.

    Da hier auch Hartz IV und die Grundsicherung angesprochen wurde. Aus meiner Sicht wäre für die Zukunft schon einiges getan wenn man die Schonvermögen einmal deutlich anheben würde, das die Menschen bei abrutschen in die Sozialhilfe behalten dürfen, dazu gehört auch selbstgenutzer Eigebtumswohnraum. Die Menschen zu zwingen bis auf 5000 € sauer angespartes zu Verbrauchen um dann lebenslang Hartz IV zu beziehn nützt weder dem Staat noch den Betroffenen.

    In Deutschland müßen sich derzeit, solange es das Sozialsystem noch gibt, nur zwei gesellschaftliche Gruppen keine Sorgen machen, die die nichts haben und die wirklich Reichen, alle die dazwischen sind sind bei zwischenzeitlicher oder andauernder finanzieller Durststrecke gekniffen.

    Sollten die Italiener direkt oder indirekt den Euro Geschichte werden lassen, meinen Segen haben sie.

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    Claus sagte:

    Eines sollte man vielleicht nicht vergessen: Die italienische Lira hat – vor der Einführung des Euros – gegenüber der DM immer kontinuierlich abgewertet – und das über Jahrzehnte! Diese ständige Abwertung war wohl Ausdruck der unterschiedlichen Stärke der beiden Volkswirtschaften, die bis heute auch anhält und möglicherweise noch größer geworden ist. Durch die Gemeinschaftswährung Euro wurde dieses „Ventil“ der Wechselkursanpassung eliminiert. Um den daraus resultierenden Spannungen entgegenzuwirken, die unweigerlich irgendwann zum Zerreißen des Euros führen werden, gibt es aus meiner Sicht nur drei Möglichkeiten: 1) Italien führt substantielle Strukturreformen durch. 2) Die Löhne fallen in Italien 3) Die Löhne steigen in Deutschland. Alle drei Möglichkeiten scheinen mir (leider) nicht realistisch zu sein. Deswegen wird es wohl über kurz oder lang zum „Big Bang“ beim Euro kommen!

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      Wolfgang Selig sagte:

      @Claus: Sie haben glaube ich eine 4. Möglichkeit vergessen: Deutschland transferiert dauerhaft nennenswerte Summen nach Italien. Das erscheint mir derzeit am realistischten zu sein, wenn auch nicht mein persönlicher Favorit.

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        Claus sagte:

        Oder der italienische Staat verschuldet sich bei seinen eigenen Bürgern, wie das wohl in Japan der Fall ist. Das dürfte aber wahrscheinlich nur mit Zwangsmaßnahmen zu erreichen sein, die dann einen Volksaufstand provozieren würden.

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      Dietmar Tischer sagte:

      @ Claus + Wolfgang Selig

      1. ist offensichtlich nicht möglich, weil die Bevölkerung es nicht will und keine Partei damit in den Wahlkampf zieht

      2. ist nicht möglich, weil die Gläubiger nicht auf Forderungen im gleichen Maß verzichten würden

      3. ist bedingt, aber nicht hinreichend möglich

      4. ist theoretisch auf Zeit möglich, wird aber praktisch nicht geschehen, weil der Widerstand in den Geberländern zu groß ist

      5. Dauer-Schuldenannullierung durch die EZB ist theoretisch möglich, aus heutiger Sicht aber wegen nicht erzielbarer Einstimmigkeit praktisch nicht realisierbar – und es wäre keine nachhaltige Lösung

      Fazit:

      Es gibt keine SUPRANATIONALE Systemlösung.

      Es gibt nur NATIONALE „Jeder-für-sich-Lösungen“, die letztlich zum Systemkollaps der Eurozone führen werden.

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        RW sagte:

        Dann müssen Sie auch der Bevölkerung deutlich sagen, dass es in Deutschland auch zu einer Währungsreform kommen muss, weil die Schulden hier aufgrund des demographischen Wandels auf immer weniger Köpfe verteilt werden müssen.

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ RW

        Ich bin hier beim Euro-System.

        Was NATIONAL der bzw. den Bevölkerungen gesagt werden muss, ist eine andere Sache.

        Dabei geht es auch, aber nicht nur um den demografischen Wandel

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      Thomas sagte:

      >Diese ständige Abwertung [der Lira] war wohl Ausdruck der unterschiedlichen Stärke der beiden Volkswirtschaften, die bis heute auch anhält und möglicherweise noch größer geworden ist.

      Vielleicht auch einfach geldpolitischer Stil. Zumindest hatten sich die Italiener damit arrangiert und privates Vermögen gebildet. Hier noch was zur Vertiefung:

      https://snbchf.com/italy-euro-exit/european-wealth-italy-germany/
      „Household wealth is clearly the result of accumulated savings. At least until the mid 1990s Italy had one of the highest saving rates of advanced countries (around 20% of disposable income). […] First, Italians own their homes and dislike rents. The reasons are manifold: cultural preferences, extensive legal protection of the tenant at the expenses of the landlord, progressive taxation of rent-income and a relatively high property tax. All in all, from an economic point of view, it does not make sense to buy a flat and rent it; hence, the rental market is small, illiquid and expensive. According to the Bundesbank press release, 82% of Spaniards, 69% of Italians, 58 of French, but only 44% of Germans own a home.

      Second, Italy’s large shadow economy supported by relatively scant control and soft punishment, allowed business people and the self-employed to recycle money into real estate activities.“

      Die unterschiedlichen Stile bekommt man halt schwer unter einen Hut. Wenn ich Italiener wäre würde ich auch fragen: Wieso sollen wir jetzt den deutschen Ansatz fahren? Unserer hat doch gut funktioniert…

      Interessant wird es, wenn der Euro einmal unter 1$ fällt. Das ist – vermute ich – eine wichtige psychologische Grenze. Das könnte neue starke Trends freisetzen.

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    RW sagte:

    Die Draghische Strategie ist das Fluten des Marktes mit Geld mit anschließender Schuldenannullierung. Denn nur dies kann man in geordneten Bahnen ablaufen lassen. Ein chaotischer Zerfall der Eurozone über Parallelwährungen führt zwar auch zum gleichen Ergebnis: Das Geld ist weg. Aber im ersten Fall habe ich aber Zeit, mich darauf einzustellen; im zweiten nicht. Bestes Beispiel für Fall 1 ist derzeit Japan. Fall 2 ist meines Wissens für eine Volkswirtschaft noch nie über einen längeren Zeitraum getestet worden. Im der Frühphase der Weimarer Republik hat es meines Wissens sehr kurzlebige Regionalwährungen gegeben. Mit der Einführung der Rentenmark (die (what ever it takes, also theoretisch) an Grund und Boden gekoppelt war bzw. der Reichsmark brauchte dies auch nicht.

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      Dietmar Tischer sagte:

      @ RW

      >Die Draghische Strategie ist das Fluten des Marktes mit Geld mit anschließender Schuldenannullierung>

      Die Strategie von DRAGHI?

      Sie glauben wirklich, dass ER darüber ENTSCHEIDET, ob die Schulden annulliert werden?

      Sie glauben es mit folgender Begründung:

      Die Aussage ist richtig.

      Es ist aber keine Begründung, sondern nur der Verweise darauf, dass die FUNKTIONALITÄT bei der EZB liegt.

      Die Entscheidung darüber, ob sie eingesetzt wird, liegt hingegen bei den REGIERUNGEN der Nationalstaaten und müsste einstimmig erfolgen.

      Wenn die gefallen ist – dann und erst dann – bekommt Draghi die ANWEISUNG, die Staatsschulden der Länder der Eurozone zu annullieren.

      Ich frage mich, ob sie gedanklich noch in der Realität sind.

      Für mich sieht sie so aus:

      Die Politik hat Draghi den Euro retten lassen, weil sie dazu selbst nicht fähig war.

      Aber Draghi kann nicht das tun, was die Politik sich vorbehält zu tun und auch tut, wenn sie es kann.

      Die Politik kann darüber entscheiden, ob die Schulden annulliert werden oder nicht und sie wird darüber entscheiden.

      Ich schließe überhaupt nicht aus, dass es zu dieser Entscheidung kommen kann.

      Aber es ist eine Entscheidung der nationalstaatlichen Regierungen und nicht die von Draghi.

      Wie auch immer:

      Ich habe in einem Kommentar weiter oben begründend dargelegt, dass auch die Annullierung der Schulden den Euro nicht retten würde.

      Ich würde mich freuen, wenn Sie auf MEINE Argumente eingingen.

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      Dietmar Tischer sagte:

      Unvollständige Übertragung.

      Es muss heißen:

      Sie glauben es mit folgender Begründung:

      >Denn nur dies kann man in geordneten Bahnen ablaufen lassen.>

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    Herrschende Leere sagte:

    Eine Bemerkung zu Italien (leicht OT): Als ich auf den Facebook-Seiten von DiMaio und Salvini Kommentare las, um besser einschätzen zu können, wie Giuseppe Normalverbraucher die aktuelle Entwicklung sieht, übersetzte mir das Programm (ich kann kein Italienisch) den Namen des Staatspräsidenten Mattarella jedes Mal mit „Heydrich“.
    Wie ist das zu erklären? Können Algorithmen Sarkasmus?

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        Herrschende Leere sagte:

        @Wolfgang Selig: Diese Übersetzung kommt, wenn ich bei Facebook direkt bei einem Kommentar auf „Übersetzen“ klicke. Eben wieder probiert, selbes Ergebnis. Höchst eigenartig.

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    MFK sagte:

    Ich glaube Dr. Stelter hat das auch schon früher einmal gesagt: Italien wird nicht aus dem EURO austreten, bevor es nicht versucht hat im EURO das Maximum an möglichen Hilfen mitzunehmen. Danach kann man dann immer noch austreten.

    Unter diesem Hintergrund ist auch die Drohung mit einer Zweitwährung zu sehen. Italien in dieser Situation „entgegenzukommen“ ist genau das was Italien sich erhofft. Entgegenkommen kann in diesem Zusammenhang nur Schuldenerleichterungen heißen.

    Dies ist unter dem Hintergrund zu sehen, dass sich Italien zur Zeit fast zu 0% verschulden kann. Selbst das hilft nicht mehr weiter.

    Es muss also ein Schuldenschnitt, wie auch immer ausgestaltet, her. Dieser wurde aber schon Griechenland verweigert. Diesem Verlangen würden sich auch andere EURO Staaten sofort anschließen.

    Dass der italienische Präsident nun ausgerechnet einen ehemaligen IWF Funktionär und ehemaligen italienischen Sparkommissar mit der Regierungsbildung beauftragt hat, lässt daran zweifeln, dass er die Zeichen, die die Wähler gesetzt haben, verstanden hat.

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      Dietmar Tischer sagte:

      @ MFK

      >Es muss also ein Schuldenschnitt, wie auch immer ausgestaltet, her. Dieser wurde aber schon Griechenland verweigert. Diesem Verlangen würden sich auch andere EURO Staaten sofort anschließen.>

      Griechenland hat ihn nicht bekommen – de facto schon zu einem ordentlichen Teil, aber nicht de jure –, weil a) wie Sie zu recht feststellen, dann alle anderen auch einen hätten haben wollen und b) weil die Finanzminister als verzichtende Gläubiger in ihren Haushalten erhebliche Abschreibungen hätten vornehmen müssen mit der Erklärung im Fall Schäuble: Sorry Leute, die ECHTE Griechenlandrettung per Schuldenschnitt hat Deutschland ca. 60 Mrd. EUR gekostet.

      Man kann sich vorstellen, welche Jubelstürme das ausgelöst haben würde.

      Die Begeisterung für EU und Eurozone hätte keine Grenzen gekannt – endlich eine ENDE der Rettungsprozeduren, weil die Griechen nun final gerettet wurden.

      Über die EZB läuft das viel geräuschloser.

      Denn, nicht zu vergessen:

      Die EZB hat BEREITS ein riesiges Volumen von Staatsanleihen der Peripherie in den Büchern.

      Die müsste in der Tat nur noch die Schulden streichen.

      Das darf sie aber nicht nach ihren Satzungen, weil das unerlaubte Staatsfinanzierung wäre.

      Was also?

      Na ja, nicht so kleinlich sein, wir haben doch gelernt, dass wir prächtig zurecht kommen, wenn wir Verträge brechen.

      Die Eurozone besteht doch noch, oder?

      Whatever it takes …

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    Unsere Arbeit dient dem Wohl der Menschen in Europa sagte:

    Europa ist in großen Teilen kaputt und abgewirtschaftet:

    https://www.immobiliare.it/

    Warum sonst ist der Leitzins der EZB zu Zeiten sog. Hochkonjunktur bei 0%, der Einlagenzins negativ und das Anleihenkaufprogramm läuft aus?

    Deshalb Rückabwicklung der schädlichen Einheitswährung Euro noch jetzt in guten Zeiten.

    Wenn in einer kommenden wirtschaftlichen Krise die Arbeitslosigkeit wieder deutlich zunimmt und die Haushaltsdefizite stark ansteigen, ist es dafür zu spät.

    Und das wird kommen.

    Noch vor der Finanz und Wirtschaftskrise hatten die meisten europäischen Länder ein Rating von AA und besser. Man vergleiche nur mit heute:

    http://www.faz.net/aktuell/finanzen/anleihen-zinsen/laender-ratings-nur-19-von-113-laendern-bekommen-die-bestnote-1385347.html

    https://de.wikipedia.org/wiki/Eurokrise#Entwicklung_und_Ma%C3%9Fnahmen_in_den_einzelnen_L%C3%A4ndern

    In Zukunft werden gerade die wirtschaftstarken Länder Europas mit Immobilienblasen und das jeweilige Bankensystem betroffen sein!

    Seit 25 Jahren ständige Fehlanreize durch ein künstlich sinkendes Zinsniveau und daraus resultierende Krisen bei gleichzeitiger wirtschaftlicher Stagnation und Niedergang (Wirtschaftswachstum niederer als Teuerungsrate), derweil der Rest der Welt prosperiert.

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      Kairo sagte:

      Lieber Gregor H,
      besten Dank für die beiden Manifeste. Die sind mir beim letzten Umstieg auf einen neuen Rechner irgendwie verlustig gegangen.

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    RW sagte:

    Hier ein Zitat von Winston Churchill, das heute in Europa aktueller denn je ist:
    „Erfolg ist nicht endgültig, Scheitern nicht existentiell. Was zählt, ist die Courage weiterzumachen.“

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    Dietmar Tischer sagte:

    > Wir brauchen eine grundlegende Lösung!>

    Dies und nichts anderes brauchen wir.

    Entscheidend ist aber, was wir bekommen (werden).

    Zum Grundlegenden:

    >„Put together, the policies would cause the public sector deficit to soar.>

    Genau deshalb ist die von der nicht zustande gekommenen Regierungskoalition vorgeschlagene Politik NICHT die Lösung für einen bereits hochverschuldeten Staat.

    >Die Diskussion über die Schuldenannulierung durch die EZB und die Einführung einer Parallelwährung sollte nicht tabu sein in der Diskussion in Europa. Natürlich nicht, sind sie doch die einzigen beiden Möglichleiten die Eurokrise geordnet zu überwinden. Und zwar in Kombination!>

    Natürlich sollte nichts tabu sein und daher auch nicht diese beiden Maßnahmen.

    Die Lage ist zu ernst, um noch mit Tabus zu spielen.

    Allerdings ist es eine Illusion zu glauben, dass mit diesen beiden Maßnahmen die Eurokrise GEORDNET überwunden werden könne im Sinne eines kontinuierlich STABILEN Danach.

    Erstens:

    Mit der Schuldenregulierung würde eine LAWINE losgetreten werden, weil es nicht bei einer EINMALIGEN Schuldenannulierung bliebe.

    Kann mir irgendjemand einen GRUND nennen, warum dieses „Instrument“ nicht immer wieder eingesetzt würde, wenn es doch eine VOLLKOMMEN SCHMERZLOSESE Alternative ist, sich zu entschulden?

    Zweitens:

    Eine Parallelwährung wird dafür sorgen, dass die Staatsverschuldung nicht nur in Italien, sondern per Nachahmer überall in Europa steigen wird.

    Damit entfallen die ANREIZE, die Realwirtschaft strukturell auf Wettbewerbsfähigkeit zu trimmen.

    Der Wohlstand in Europa wird kontinuierlich abnehmen und damit werden sich die Probleme auf dem Kontinent kontinuierlich verschärfen inkl. nicht mehr kontrollierbarer EU-Binnenmigration zu den relativ reicheren Ländern wie Deutschland.

    Fazit:

    Eine GEORDNETE Lösung sieht anders aus.

    Ihr Kennzeichen ist eine ENTWICKLUNG, etwa der Art, die ich nach Lage der Dinge für Italien so zu erkennen meine:

    Eine Übergangsregierung von Technokraten kann nur das Schlimmste verhindern, aber nichts Grundlegendes ändern. Ihr fehlt die LEGITIMATION durch die Wähler.

    Die Lega wird immer wieder den Finger in diese Wunde legen und im Herbst bei den Neuwahlen deutlich zulegen. Möglicherweise wird sie mit dem auferstandenen Berlusconi eine Regierung bilden können. Dieser mag vielleicht versuchen, Deals mit der EU zu auszuhandeln, aber die Lega wird sich mit einem de facto-Austrittszenario durchsetzen.

    Eine solche Regierung wird niemand mehr aufhalten können oder nur um den Preis einer handfesten Verfassungskrise – Schlägereien im Senat und der Abgeordnetenkammer Italiens inklusive.

    Verlagerung der Politik auf die Straße ist nicht auszuschließen.

    Kurzum: Der WEG ist die LÖSUNG.

    Kennzeichen: Die Kreuzigung der Demokratie durch das Kreuz in der Wahlkabine.

    Das übrigens hat gestern in Berlin die FUN GENERATION, die die Demokratie vor den Nazis retten will – so einer in den Nachrichten – nicht begriffen.

    Die jüngere deutsche Geschichte liegt für diese Menschen offensichtlich unfassbar weit zurück.

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      Ralph Klages sagte:

      Sehr gut dargestellt, brilliant.
      Es verdichten sich die Anzeichen, dass Italien der „Brutus“ ist (komisch, dass niemand in D das SO sieht bzw. SO darstellt).
      Neuwahlen sind zwar nix Neues in Italien, aber die Spannungen wachsen beträchtlich.

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    Wolfgang Selig sagte:

    @Dr. Stelter:

    Ich hätte eine Frage zu folgender Aussage von Ihnen:

    bto: bingo! Die Diskussion über die Schuldenannulierung durch die EZB und die Einführung einer Parallelwährung sollte nicht tabu sein in der Diskussion in Europa. Natürlich nicht, sind sie doch die einzigen beiden Möglichleiten die Eurokrise geordnet zu überwinden. Und zwar in Kombination!

    Meine Frage lautet:

    Wie schätzen Sie die Folgen für die Märkte ein, wenn wesentliche Länder wie Italien oder Deutschland tatsächlich in den Parlamenten ernsthafte Debatten über Schuldenannulierung und Parallelwährungen führen würden? Ich könnte mir vorstellen, dass bereits die Diskussion darüber sowohl Auswirkungen auf den Wechselkurs des Euro gegenüber wichtigen anderen Währungen als auch auf die Aktien- und Rentenmärkte in Europa hätte.

    Die Frage lautet für mich: Würden die Kurse steigen, weil die Lösung endlich kommt, oder wäre der Markt hysterisch und die Kurse fallen, weil deren Weltbild zusammenbricht? Ich denke, viele Politiker fürchten sich vor letzterer Reaktion, nicht nur in Deutschland.

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    • Avatar
      mg sagte:

      > Würden die Kurse steigen [..]?

      Die Aktienkurse würden steigen, die Anleihenkurse und der Aussenwert des Euros fallen. Die Bonusfrage lautet dann, ziehen die anderen Notenbanken nach? Die BoJ bestimmt.

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      • Avatar
        troodon sagte:

        Den Optimismus bzgl. Aktienkurse kann ich nicht teilen.Zumindest nicht im kurzfristigen Bereich nach solchen Diskussionen (Schuldenstreichung).
        Finanzmärkte mögen Stabilität, vorhersehbare Entwicklungen. Dies führt zu geringer Volatilität (gemessen an VDAX,VIX etc.), was wiederum Absicherungskosten gegen Kursschwankungen reduziert. Die Risikobudgets steigen somit, was tendenziell Aktienmärkte unterstützt.
        Bei unerwarteten Diskussionen,Entwicklungen führt eine steigende Vola zu geringeren Riskobudgets und tendenziell fallenden Aktienmärkten.
        Dabei noch unberücksichtigt ist, dass erhebliche Summen in low Vola Strategien investiert sind. Käme es nun zu einer starken Vola Ausweitung , die länger anhält !! , ist die Gefahr eines Blutbades in diesem Bereich sehr groß.Anfang Februar war dies schon ansatzweise zu sehen.Short VIX Zertis mit bis zu -100% , die Vola Ausweitung hielt aber eben nur kurz an.
        Dazu https://www.trading-treff.de/wirtschaft/volatilitaet-explodiert

        Wer sich mit der „Gamma Bombe“ an den Finanzmärkten eingehender auseinandersetzen möchte findet hier einen Artikel dazu:
        https://static1.squarespace.com/static/5581f17ee4b01f59c2b1513a/t/59e8a9b0e9bfdfb287faa3d2/1508420022032/Artemis_Volatility+and+the+Alchemy+of+Risk_2017.pdf

      • Avatar
        Thomas sagte:

        Hallo troodon, für den Fall, dass sie das noch sehen: Vielen Dank für den sehr feinen verlinkten Artikel.

        Er thematisiert ja auch das Dilemma mit den durch Aktienrückkäufe verzerrten P/E. Das hatte ich bei Recherchen vor einigen Monaten entdeckt, weil ich bei diverse ETF einen Mismatch zwischen den ständig steigenden Kursen, den teilweise seit Jahren nur leicht erhöhten P/E bei nur schwach wachsenden Gewinnen wahrnahm.

        Insbesondere als Privatanleger sowie für die Beurteilung von ETF/Fonds braucht man ja irgendwelche aggregierten Kennzahlen. Aber Fazit wegen der Buybacks: Nicht nur mit P/E und Dividendenausschüttung bewerten.

  10. Avatar
    RW sagte:

    Man kann hin- und herschwanken bezüglich der Frage, was aus dem Euro werden soll. Fakt ist, dass das Projekt Euro vor 20 Jahren in die Wege geleitet. Darüber zu diskutieren, wer dabei von Anfang an hätte mitmachen dürfen oder nicht, ist müßig. Wo waren z.B. die 154 Volkswirtschaftler, die sich jetzt zu Italien geäußert haben, vor 20 Jahren? Warum opponiert jetzt Dr. Krall, der nach seinen Aussagen am Euro mitgebastelt hat, jetzt gegen den Euro? Die einzige mir bekannte Person, die das Projekt Euro von Anfang an kritisch gesehen hat, ist Prof. Max Otte. Ich bin der Meinung, dass das Projekt Euro nicht mehr abgeblasen werden kann. Die Kritiker hätten schon vor 20 Jahren, alt genug waren sie dafür damals schon, ihren Mund aufmachen sollen. Mich erinnert dies Verhalten an die Börsianer, die dem Sprücheklopfer Sommer von der Telekom aufgesessen und die Telekomaktie zu überhöhten Preisen gekauft haben, auf die Schnauze gefallen sind, und statt ihre Anlageentscheidung durch Nachkäufe zu korrigieren und dadurch in Plus zu kommen, vor Gericht gezogen sind und dort über ihr Unglück lamentiert haben. Ich bin der Meinung, dass der Euro durchgezogen werden muss. Da vertraue ich ehrlich gesagt Herrn Draghi mehr als jedem Blogger hier. Der hat wenigstens eine Strategie, wie man aus dem Schlamassel langfristig herauskommt.

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      mg sagte:

      Und diese Strategie lautet „Mehr Kohle“.

      „If the only tool you have is a hammer, everything looks like a nail.“

      Abraham H. Maslow (* 1. April 1908; † 8. Juni 1970 in Menlo Park)

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      Wolfgang Selig sagte:

      @RW: Ich möchte Ihnen bzgl. Ihres Kommentars folgenden Vergleich ans Herz legen, der zugegebenermaßen etwas hinkt, aber m.E. die Situation besser trifft als Ihr Vergleich mit den Börsianern:

      Sie gründen mit anderen Leuten gemeinsam ein Unternehmen mit gemeinsamer Gesellschafterhaftung (z.B. eine OHG) und unterschreiben intern einen Gesellschaftsvertrag, in dem die Rechte und Pflichten der einzelnen Gesellschafter festgelegt sind. Im Laufe der Jahre fangen manche Ihrer Mitgesellschafter an, sich an Teile des Gesellschaftsvertrags nicht mehr zu halten und nehmen sich außerdem ohne Gesellschaftsbeschluss Geld für Privatentnahmen vom gemeinsamen Konto mit dem Versprechen, das schon mal wieder zurückzuzahlen. Leider ist der Kassenwart in der Gesellschaft einer der Sünder und macht das bedenkenlos mit.

      Könnten Sie das wirklich von Anfang an voraussehen? Wenn ja, herzlichen Glückwunsch! Nicht alle können das, ich konnte es Ende der 90er nicht.

      Alle anderen schauen eine Weile zu, aber irgendwann überlegen sie, die Reißleine ziehen und aus der Gesellschaft aussteigen. Denn es gibt einen Unterschied zwischen Börsianern und Bürgern: Man kann problemlos auf den Erwerb bestimmter Aktien verzichten und mein Geld alternativ anlegen. Man kann im Gegenzug nicht einfach auf meine Staatsbürgerschaft verzichten und auswandern. Und als Deutscher oder Österreicher bin ich halt gezwungenermaßen erst einmal Euronutzer, wenn ich nicht in ein Land mit völlig anderer Sprache (abgesehen von der Schweiz) auswandere. Und ein solches Land muss mich erst einmal haben wollen. Nicht jeder ist Nobelpreisträger.

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      Kairo sagte:

      Zu Ihren Annahmen habe Mitforisten ja bereits erschöpfend kommentiert.
      Dass der Euro durchgezogen werden muss, wie Sie schreiben, läßt vermuten, dass Ihr Verlustrisiko überschaubar ist. Ansonsten noch ein kleiner Tip zur Haltbarkeit von Währungen:
      Zählen SIe mal nach, wie viele der Währungen, die 1914 noch weltweit existierten in unveränderter Form und ohne Unterbruch heute noch in Gebrauch sind.
      Kommen Sie auf mehr als 3, sagen Sie bitte Bescheid.

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      Dietmar Tischer sagte:

      @ RW

      >Ich bin der Meinung, dass das Projekt Euro nicht mehr abgeblasen werden kann>

      Mit dieser Meinung sind sie nicht allein.

      Vermutlich würden Ihnen, angefangen bei Merkel, alle führenden Politiker zustimmen.

      Nur ist damit m. A. n. eine VÖLLIGE Fehleinschätzung verbunden:

      Es geht beim Euro längst nicht mehr darum, ob er oder ob er nicht „abgeblasen“ werden kann, etwa derart, wie man darüber entscheiden kann, den Mindestlohn in Deutschland anzuheben oder nicht anzuheben.

      Die Eurozone UNTERLIEGT einer EIGENDYNAMIK unterschiedlicher NATIONALSTAATLICHR Entwicklungen, die ihn zerfallen lassen werden.

      >Ich bin der Meinung, dass der Euro durchgezogen werden muss.>

      Wer, bitte schön, zieht in Italien das für seien Bestand Erforderliche durch?

      >Da vertraue ich ehrlich gesagt Herrn Draghi mehr als jedem Blogger hier. Der hat wenigstens eine Strategie, wie man aus dem Schlamassel langfristig herauskommt.>

      Hat er die wirklich, KANN er die überhaupt haben angesichts des REALWIRTSCHAFTLICHEN Schlamassels?

      Ich gehe davon aus, dass Draghi sehr konkrete Vorstellungen davon hat, was und was NICHT die Geldpolitik zu leisten vermag.

      Er weiß sehr wohl, wo SEINE Grenzen liegen, sonst hätte er nicht IMMER WIDER strukturelle Anpassungen von der Politik verlangt.

      Mit Verlaub, Sie sind blauäugig.

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      • Avatar
        Jacques sagte:

        @Dietmar Tischer

        Bin ganz bei Ihnen, die normative Kraft des Faktischen, die Realität allein lässt alle Wunschträume hinsichtlich des Euro platzen. Ökonomie mag keine Naturwissenschaft sein, aber auch sie hat ihre Gesetze, ihre Funktionsweise und Wechselwirkungen und diese scheren sich nicht um Ideologie und Politik. Steter Tropfen höhlt den Stein und so wird es auch hier unaufhaltsam sein.

  11. Avatar
    Azius sagte:

    Wer regieren darf, wird von Ratingagenturen, Finanz- und Bankenlobbys und Anderen bestimmt.
    Die sogenannte Börse.
    Offensichtlicher kann man es den Wählern nicht zeigen, dass ein Lobbyist eine Regierungsbildung verhindert.
    Das ist Anschauungsunterricht pur.

    Italien könnte aber das erste Land in der EU werden, wo es zu Bürgerkrieg kommt.
    Mit der Verhinderung der Regierungsbildung werden die Probleme nicht gelöst.
    Im Gegenteil.
    Der Druck im €uro-Kessel nimmt von Woche zu Woche zu.
    Der €uro ist ein Himmelfahrtskommando, so wie er jetzt politisch geführt.

    Wie lange kann Deutschland seine Exportüberschüsse noch aufrechterhalten, wenn man die
    politisch gesteuerten Märke betrachtet?

    „Investoren finden wieder Gefallen an Rubel-Bonds“
    Kein Wunder, das aus der Schweiz und Frankreich wieder solche Meldungen kommen:
    „Wenn es etwas gibt, von dem wir erwartet hatten, dass wir es zu diesem Zeitpunkt am wenigsten von Kunden hören, dann das gute alte Paradigma von Russland als „sicherer Hafen“ in den Schwellenländern“,
    schrieb SocGen-Analysten Yury Tulinov“…..
    https://www.cash.ch/news/top-news/russland-investoren-finden-wieder-gefallen-rubel-bonds-1176470

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  12. Avatar
    Gregor_H sagte:

    Es ist KEIN bedingungsloses Grundeinkommen vorgesehen sondern eine neue Arbeitslosenunterstützung, eine Art Hartz-IV.

    Und wie schon vorhin geschrieben: Wir haben also die nächste Stufe der Entwicklung erreicht:
    Der Euro ist der Grund dafür, daß der Staatspräsident Italiens den ihm vorgeschlagenen Finanzminister ablehnt.
    Vor dem Euro hat es niemanden außerhalb Italiens interessiert, wie hoch dessen Verschuldung ist und wie Arbeitslose dort unterstützt werden.

    Ist Italien noch ein souveräner Staat?

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    • Avatar
      SB sagte:

      @Gregor_H:

      EU und Euro sind die Mittel der Wahl, die ehemals souveränen europäischen Nationalstaaten durch deren pro-EU-Mainstream-Politik in Verhältnisse hineinzuführen, die nach und nach Errichtung der Vereinigten Staaten von Europa ermöglichen. Dazu wird die Souveränität der Nationalstaaten auf allen erdenklichen Wegen sukzessive immer weiter beschnitten. Allein der Umstand, dass der ganz überwiegende Teil der Gesetzgebung nur noch von Brüssel beschlossen und anschließend national übernommen wird, spricht gegen die (faktische) Souveränität der EU-Mitgliedsstaaten. Die Wirkungsweise des Euro ebenso. Rein rechtlich wird man sich wohl noch als souverän ansehen müssen, solange die VSE noch nicht formal installiert sind. Defacto sind sie durch die (bisherige) nationale Politik, die sich diesem Ziel verpflichtet fühlt(e), schon in einen Zustand der Nichtsouveränität überführt wurden.

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      Johann Schwarting sagte:

      @Gregor_H

      „Ist Italien noch ein souveräner Staat?“

      Die Nationalstaaten sind perfekte Simulationen: Sie sind wegen dem europäischen Recht in souveräner Hinsicht nicht mehr frei – wir brauchen nur an Gerichtsentscheidungen des EuGH gegen einzelne Staaten zu erinnern. Es ist zu verstehen, dass sich die europäischen Nationalstaaten aufgrund ihrer eigenen Vorfinanzierungslücken über Rechts-, Haftungs-, Wirtschaft- und Handelsräume zu einem gemeinsamen Zentralmachtsystem weiterentwickeln müssen. Die lokalen europäischen Zentralmachtsysteme fusionieren zu einem einzigen Zentralmachtsystem – dem ‚Brüsseler Prinzipat‘. Die gemeinsame Besicherung der Schulden ist nämlich die wesentliche Voraussetzung für Vertrauen. Dem gemeinsamen EU-Zentralmachtsystem stehen dann zukünftige Potentiale – Verschuldungsräume und damit Möglichkeiten – zur Verfügung, die das US-Imperium vergleichsweise schon ausgeschöpft hat.

      Die Entwicklung auf der koreanischen Halbinsel ist auch nur aus debitistischen Gründen zu interpretieren.

      @realDonaldTrump am 27. Mai 2018:

      Our United States team has arrived in North Korea to make arrangements for the Summit between Kim Jong Un and myself. I truly believe North Korea has brilliant potential and will be a great economic and financial Nation one day. Kim Jong Un agrees with me on this. It will happen!

      Antworten

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