Der Boom der 2020 in Folge von Corona?

Kritiker werfen mir vor, immer nur auf die negativen Dinge zu blicken. Grund genug einen optimistischen Beitrag zu bringen. Statt wie sonst üblich Ambroise Evans-Pritchard zu zitieren, der in einem längeren Beitrag die Auffassung vertritt, dass die USA vor einem „L“ stehen und erst nach einer Änderung des Fed-Gesetzes, das die direkte Staatsfinanzierung durch die Notenbank erlaubt – also fast schon MMT – einen Aufschwung erleben. Heute ein Kollege, der Vergleiche zwischen der Spanischen Grippe und Corona und den 1920ern und den 2020ern zieht:

  • „They called them ‘the Roaring Twenties’, or in France the Années Folles (crazy years) – a boom time of rapid economic growth, growing prosperity and artistic exuberance which saw the construction of the iconic Chrysler building in New York and the birth of a whole new swathe of mass consumer industries from automobiles to radio, talkies and electrically driven home appliances.“ – bto: Es war ein Boom, getrieben von Innovationen, aber auch von Konsumentenkrediten.
  • „The Twenties were preceded by a devastating pandemic that might have knocked anything up to 10 per cent off global GDP, and in terms of its human tragedy, hugely surpassed anything Covid 19 is likely to inflict. The so-called Spanish flu of 1918-19 is reckoned to have killed anywhere between 50m and 100m people worldwide. India alone lost an estimated 18m souls to the pandemic, or around 6 per cent of its population at the time. With better healthcare, mitigation and containment strategies, the US and Britain fared somewhat better with a mortality rate of “just” 0.5 per cent, but the numbers nonetheless put our own contemporary ‘health emergency’ in some perspective. As one of the worst affected nations by Covid in Europe, Britain has so far lost just 0.07 per cent of its population to the disease, which statistically is almost irrelevant. Yet the immediate, and largely self inflicted, economic impact appears to have been much bigger than back then.“ – bto: Also als erste Aussage, die medizinischen Folgen sind kleiner, die ökonomischen wohl auch wegen der Maßnahmen größer.
  • „The differences between the Spanish flu and today’s pandemic are in any case at least as great as the similarities. For a start, the Spanish flu disproportionately killed men of prime working age, which later led to labour shortages and a spike in real wages.“ – bto: Das brauchen wir diesmal nicht, weil die demografische Entwicklung schon alleine zu höheren Löhnen führt. Wir bekommen also eine Umkehr des Trends der sinkenden Lohnquote.
  • „And although the death toll was so much higher, paradoxically the immediate economic impact of the Spanish flu seems to have been far less severe than today’s pandemic. There is very little reliable economic data from this time; most analysis relies heavily on anecdotal evidence. The period of highest impact also coincided with the end of the Great War, making the two events difficult to disentangle.“
  • „(…) the war effort ensured some degree of countervailing support for an economy which in any case wasn’t in those days nearly as dependent on discretionary consumer spending as today. With demobilisation and the consequent release of pent up demand, the economy was quick to recover. Interestingly, the Dow Jones rose throughout the pandemic, surging 10.5 per cent in 1918 and by 30.5 per cent in 1919.“ – bto: weil es zu Mehrnachfrage kam, nachdem das „Zwangssparen“ der Kriegszeit zu Ende war.
  • „Two tentative economic conclusions can be drawn from this experience. One is that once we emerge from the current hysteria, recovery ought to be rapid, even if the economy grows back in a somewhat different form. Despite the recent spike in infection rates in the US and the developing world, there is good reason to believe this moment could be sooner than we think.“ – bto: sicherlich, wenn es gelingt einen Impfstoff zur Verfügung zu stellen.
  • „In the Spanish flu pandemic, the second wave was much more devastating than the first; there is obviously that possibility this time too, but it looks increasingly unlikely. Even in the US, death rates remain comparatively low, despite the resurgence in infections. So assuming the economy hasn’t entirely expired while in induced coma, there still remains a reasonable chance of the sort of V-shaped recovery we saw after the Spanish flu.“ – bto: Die Frage, die sich mir stellt, ist, wie sehr die Unternehmen durch die Verschuldung angeschlagen sind.
  • „The second, more speculative, conclusion is that galvanised by unprecedented quantities of fiscal and monetary stimulus, in combination with the power of the virus to accelerate the transition from one economic age to another, we could indeed in a few years time be looking at more of a Roaring Twenties boom than a depression. Things could of course go the other way, but this would actually be a quite unusual outcome for a serious, global pandemic, the long term economic consequences of which are generally and ironically quite positive. Economic rebirth is in other words more likely than final death.“ – bto: was allerdings die Studie früherer Pandemien nicht hergibt. Diese zeigt zwar höhere Löhne aber geringeres Wachstum.
  • „Capitalism, and the US economy in particular, have an enormous capacity for reinventing themselves. After more than a decade of effective stagnation, my guess is that we are approaching one of those moments.“ – bto: Das wäre schön und würde die finanzielle Repression erleichtern!

→ telegraph.co.uk (Anmeldung erforderlich): „Whisper it, but here comes a 1920s-style, post-pandemic boom“, 28. Juli 2020

Kommentare (20) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
  1. Avatar
    Dieter Krause sagte:

    @ Dietmar Tischer
    Heute geht es für Deutschland/Europa angesichts der Corona-Pandemie um die Existenz von stark verflochtener GEMEINSCHAFT, nämlich Eurozone/EU, – und ja, die steht auf der Kippe angesichts der desaströsen Wirtschaftszahlen und politischen Instabilität in einigen Ländern.

    Wirtschaftlich und politisch verflochten war diese europäische Gemeinschaft schon mit der EG und dem EWS. Natürlich kann man über einzelne Brüssler Entscheidungen zum monetären Corona-Krisenmanagement diskutieren. Aber ohne Käufer deutscher Produkte in den EU-Staaten nur reduzierte Beschäftigung in Deutschland (zumindest in den Exportsektoren)! Die Nach-Corona-Krisenbewältigung in Deutschland würde ohne diese Auslandsmärkte wesentlich schwieriger werden.

    Man kann diese Corona-Krise aber durchaus mit dem Zweiten Weltkrieg vergleichen. Im übrigen stand es 1939 gar nicht zur Debatte, dass die Amerikaner in den Krieg gegen Polen(!) mit eintreten (1939 wurde nur in Polen Krieg geführt – im Westen gab es den sogenannten „Sitzkrieg“). Aber 95% der Amerikaner waren damals ganz sicher nicht Isolationisten – eher 70%, was freilich auch die Mehrheit gewesen wäre.

    Was soll eine VERTEILUNG von KOSTEN nach „sozialem Augenmaß“ und „Leistungsfähigkeit“ in einer KRIEGSSITUATION sein?

    Die Lebensmittelversorgung in Großbritannien war im Krieg für die Unterschichten besser wie vor dem Krieg, da nach Lebensmittelkarten verteilt! Dafür haben die Labour-Minister im Krieg im Kabinett Churchill gesorgt. Die meisten Briten trauerten nach 1945 sogar ein bisschen dem Kriegssozialismus nach, weshalb sie Churchill und die Torys im Juli 1945 abgewählt haben. – Das verstehe ich unter „Verteilung der Kosten mit sozialem Augenmaß“ in außergewöhnlichen Krisenzeiten!

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    Dr. Stefan Lehnhoff sagte:

    Lieber Herr Stelter,

    Auch wenn Sie mal was positives zitieren wollten, wenn das alles ist, wS es da gäbe, dann ist das Gegenteil erreicht.
    Der Vergleich ist mit fast jedem Satz Unsinn.
    Die 20er waren eher unsere 2010er- heißt, wir stehen am
    Beginn der 1930er. Und jetzt passen allemöglichen historischen Vergleiche.
    Achja: Man braucht keinen Impfstoff- und wenn einer schnell käme, dann wäre der automatisch hoch riskant.
    Außer die Verschwörungstheoretikern haben recht und Bill Gates möchte die Menschheit um 50% reduzieren- das ist dann die Deppen trifft, die sich haben impfen lassen, wäre ja schon mal keine ganz schlechte Selektion- jetzt müsste es nur noch geschafft werden, dass da vor allem die Gläubigen dabei sind- und schon ist die Welt auch das Überschuldungsproblem los.
    Aber auch das wird wohl nicht klappen.
    Naja, ein Platz in der Hölle ist ihm schon für Windows sicher….

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    Wolfgang Selig sagte:

    Sehr geehrter Herr Dr Stelter, bitte lassen Sie sich von Ihren Kritikern nicht beirren. Wenn Sturm kommt, kommt Sturm. Ein Meteorologe ist kein Wettergott. Und ein Ökonom muss wirtschaftspolitische Entscheidungen analysieren, er trifft sie nicht selbst. Und zur Zeit gibt es halt wenig Schönwetternachrichten.

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      Dietmar Tischer sagte:

      @ Wolfgang Selig

      Das unterstreiche ich.

      Die Daten geben einfach nichts Gutes her und für Schönrednerei sind andere zuständig.

      Es gibt keinen Anlass für Panik, aber auch nicht für die Wohlgefühle der Vergangenheit.

      Realismus ist angesagt.

      Dr. Stelter befördert ihn und zwar auch GLAUBWÜRDIG, weil er UNABHÄNGIG ist.

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        Dieter Krause sagte:

        @ Dietmar Tischer
        Was hätten Sie eigentlich den Amerikanern (nicht Deutschland – das war für sein späteres Elend durch seine kriegerischen Aggres-sionen gegen seine Nachbarstaaten selber schuld) im Dezember 1941 – nach dem Überfall Japans und der Kriegserklärung Deutschlands gesagt? Jeder Amerikaner damals wußte: „Wir sind an diesem Krieg nicht schuld, es wird für uns unfaßbar teuer werden (die staatliche Verschuldung betrug nach Kriegsende weit über 100% des amerikanischen BIP) – und hunderttausende werden in diesem neuen Weltkrieg, zwei Jahrzehnte nach dem Ersten Weltkrieg, sterben.“ – Genau diese Situation kann man mit der Corona-Pandemie vergleichen. Bewältigung der Krise NUR DURCH GEMEINSAME ANSTRENGUNGEN, Verteilung der Kosten mit sozialem Augenmaß – nach Leistungsfähigkeit!

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        Richard Ott sagte:

        @Dieter Krause

        „Bewältigung der Krise NUR DURCH GEMEINSAME ANSTRENGUNGEN, Verteilung der Kosten mit sozialem Augenmaß – nach Leistungsfähigkeit!“

        Ist das etwa ein Appell, kein deutsches Geld nach Italien zu verschenken, wo die Privathaushalte viel vermögender sind als hier? ;)

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Dieter Krause

        Ich weiß nicht, was Ihr Beitrag mit dem von Wolfgang Selig und meinem Kommentar dazu zu tun habe soll.

        Es geht um die ANALYSE von Gegebenheiten und nicht um EMPFEHLUNGEN für dieses oder jenes Handeln.

        Heute GENAU die Situation wie 1941?

        Ich bitte Sie.

        1941, Weltkrieg hin oder her, ging es mit Blick auf die USA – und um genau die soll es bezüglich Ihrer Frage ja gehen – bei deren Entscheidung um die Existenz EINER Nation, eben der USA.

        Noch Ende 1939 war die stark ISIOLATIONISTISCH eingestellte Bevölkerung zu 95% gegen eine Kriegserklärung an Deutschland.

        Es ging jedenfalls NICHT um die Existenz irgendeiner vertraglich gebundene GEMEINSCHAFT – welcher? –, auch wenn die USA natürlich vor allem U.K. nicht untergehen lassen wollten und Beistandsvereinbarungen traf.

        Heute geht es für Deutschland/Europa angesichts der Corona-Pandemie um die Existenz von stark verflochtener GEMEINSCHAFT, nämlich Eurozone/EU, – und ja, die steht auf der Kippe angesichts der desaströsen Wirtschaftszahlen und politischen Instabilität in einigen Ländern.

        Das ist etwas völlig anderes.

        Zu ihrer Frage:

        Ich – mich als damaliger „Durchschnittsdeutscher“ verstehend – hätte 1941 in einer völlig ANDEREN Situation und NICHT mit dem HEUTIGEN Wissen den Amerikanern vermutlich gesagt:

        Entscheiden Sie sich, für was sie wollen – denn SIE, in erster Linie, haben die Konsequenzen ihres Handelns bzw. Unterlassens zu tragen. Dabei sollten sie mit berücksichtigen, dass auch andere davon betroffen sind.

        Wenn Sie sich GEGEN Japan und Deutschland wehren und dabei siegreich sein wollen, sollten sie das am besten mit Verbündeten tun.

        Zur „Verteilung der Kosten“, wenn sie sich für gemeinsame Kriegsanstrengungen entschieden hätten, würde ich ihnen garantiert nichts gesagt haben.

        Was soll eine VERTEILUNG von KOSTEN nach „sozialem Augenmaß“ und „Leistungsfähigkeit“ in einer KRIEGSSITUATION sein?

        Sollte sich z. B. U. K. zu x % imaginärer Gesamtkosten anstatt mit seiner ihm MAXIMAL möglichen Verteidigungsfähigkeit wehren?

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    Dietmar Tischer sagte:

    Es ist m. A. n. VÖLLIG irreführend von der wirtschaftlichen Entwicklung nach der Spanischen Grippe auf die wirtschaftliche Entwicklung nach der Covid-Pandemie zu schließen.

    Die Unterschiede der BEDINGUNGEN für die wirtschaftliche Entwicklung sind so GRAVIEREND – realwirtschaftlich, finanzwirtschaftlich, sozial, politisch und global –, dass bestenfalls nur LEERFORMELN dabei herauskommen.

    Beispielsweise diese:

    >„Capitalism, and the US economy in particular, have an enormous capacity for reinventing themselves. After more than a decade of effective stagnation, my guess is that we are approaching one of those moments.“>

    Wohin man auch schaut, insbesondere in den USA kann von REINVENTING keine Rede sein, wohl aber von VERÄNDERUNGEN, deren Folgen überhaupt nicht einzuschätzen sind.

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      Richard Ott sagte:

      @Herr Tischer

      „Wohin man auch schaut, insbesondere in den USA kann von REINVENTING keine Rede sein, wohl aber von VERÄNDERUNGEN, deren Folgen überhaupt nicht einzuschätzen sind.“

      Portland und Seattle sind spannende Experimentierfelder zum Sich-Neu-Erfinden der modernen urbanen Gesellschaft ohne störende Polizei.

      https://twitter.com/MrAndyNgo/status/1287853036077867008
      „fick die polizei [sic] – Until the police and ICE are abolished we will burn this city down piece by piece“

      Die leicht absehbaren Folgen: Begeisterte Anwohner, die ganz sicher in diesen Städten wohnen bleiben, weiter linksextreme Projekte vor Ort unterstützen und garantiert im November nicht den bösen orangehaarigen Trump wählen werden… ;)

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      RA sagte:

      Ich halte den Vergleich ebenfalls für schwierig. Was passiert eigentlich im Herbst 2020 oder im Frühjahr 2021, wenn wieder mehr Atemwegserkrankungen die Runde machen? Die Regierungsverantwortlichen haben sehr ausdrücklich gezeigt, wozu sie in der Lage sind und was per Anordnung durchgesetzt werden kann. Und vermutlich wird niemand davor zurückschrecken, es wieder zu tun. Das ist der große Unsicherheitsfaktor, der jegliche Form einer Unternehmensplanung über den Haufen wirft. Man kann nur noch versuchen, in Szenarien zu denken – aber auch das ist derzeit nur schwer möglich. Wie wollen wir eine Bürofläche, das Anwerben neuer Mitarbeiter und einen Umsatz planen, wenn jederzeit die Gefahr besteht, dass die Menschen wieder Stubenarrest bekommen?

      Es wird vermutlich auch keinen zuverlässigen Impfstoff geben, da sich das Virus regelmäßig verändert. Das Warten auf den Impfstoff ist übrigens das Argument vieler Lehrer, um nach den Sommerferien nicht an die Schulen zurück zu kommen.

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        Richard Ott sagte:

        @RA

        „Was passiert eigentlich im Herbst 2020 oder im Frühjahr 2021, wenn wieder mehr Atemwegserkrankungen die Runde machen?“

        Genau das gleiche wie jedes Jahr wenn die Grippewelle kommt. Das Leben geht normal weiter und ein paar tausend Grippe-Infizierte, die meisten mit irgendwelchen Vorerkrankungen, sterben leider an der Infektion. Wahrscheinlich wird die Anzahl der Grippe-Toten in der Grippe-Saison in Deutschland sogar die der Corona-Toten in Deutschland seit Entdeckung des Virus übersteigen.

        „Das Warten auf den Impfstoff ist übrigens das Argument vieler Lehrer, um nach den Sommerferien nicht an die Schulen zurück zu kommen.“

        Tja, wenn Lehrer keine Lust auf Schule haben, sind sie genau so kreativ im Erfinden von Ausreden wie ihre demotivierten Schüler. Wir haben auch nicht jedes Jahr einen hochwirksamen Grippe-Impfstoff (manchmal haben wir Pech und der vorproduzierte Impfstoff hat kaum einen Effekt) – aber die Schulen bleiben in der kälteren Jahreshälfte trotzdem nicht geschlossen.

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        markus sagte:

        @RA:
        Ich wäre dafür, die schule einfach 10 Jahre auszusetzen. Nur teuer und bringt nix. Bildung wird überbewertet. Stattdessen könnten wir ja noch eine Väterrente einführen.

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      H. Hoffmeister sagte:

      Herr Tischer,
      sehe ich auch so. Die Vergleichbarkeit ist nicht gegeben. Die 20er Jahre des vorigen Jahrhunderts waren durch bahnbrechende technologische Innovationen mit enormer Wohlfahrtswirkung gekennzeichnet und die jungen, armen Bevölkerungen mit geringer Lebenserwartung hatten viel zu gewinnen. Heute würde ich – zumindest in den westlichen Wohlfahrtsstaaten – von alternden Bevölkerungen mit Wohlstandserfahrung in einem von ideologischer Ineffizienz geprägten Staatssozialismus als Ausgangsposition sprechen. Ob diese Mischung eine positive wirtschaftliche Dynamik entfalten wird, ist zweifelhaft.

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    Richard Ott sagte:

    Der wesentliche Unterschied zwischen den 1920ern und heute ist:

    In den 1920ern gab es keine „Rettungspakete“ vom Staat für Zombiefirmen – die gingen einfach pleite.

    „Capitalism, and the US economy in particular, have an enormous capacity for reinventing themselves“

    Wozu sich neu erfinden wenn man einfach Geld drucken und verteilen kann?

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      Felix sagte:

      @ Richard Ott

      Möglich ist alles und das Gegenteil davon. Vielleicht gehen die Zombies (die es natürlich gar nicht gibt) alle recht zügig Pleite. Dann haben wir Dynamik…

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      H. Hoffmeister sagte:

      Herr Ott,
      Zustimmung. Die Zombiewirtschaft funktioniert nach völlig anderen Regeln. Hier gilt, wer sich möglichst nahe an die „Bazooka“ ranrobbt, oder gar den „Bazooka-Bediener“ kennt und ihm nach dem Munde redet, wird – mittelfristig – überleben. Das bessere Produkt zu haben oder effizienter zu arbeiten, ist völlig zweitrangig. Das ganze funktioniert solange, bis das Pilotenspiel „Monetarisierung“ sein vorhersehbares Ende findet. Danach haben wir die Reise nach Jerusalem, nur mit sehr viel weniger Stühlen.

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        Susanne Finke-Röpke sagte:

        @Herrn Hoffmeister:

        Zustimmung. Das deckt sich übrigens mit Erfahrungen von früher. Da nannte man diese Wirtschaftsform Sozialismus bzw. Kommunismus. Nur hiess es noch nicht Zombie oder Bazooka, diese Begriffe sind neu. Der Inhalt ist alt. Sozusagen alter Wein in neuen Schläuchen, falls dieser Spruch noch irgendjemandem etwas sagt…

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      Dieter Krause sagte:

      @ Richard Ott
      Der wesentliche Unterschied zwischen den 1920ern und heute ist: In den 1920ern gab es keine „Rettungspakete“ vom Staat für Zombiefirmen – die gingen einfach pleite.

      Also war die Insolvenz von Lehmann Brothers im Jahr 2008 gut oder? Hätte man natürlich mit der Lufthansa auch machen können. Übrigens – in Krisenzeiten sind die Amerikaner schreckliche Sozialisten (Verstaatlichung von AIG!)! – Vielleicht sollte aber besser Richard Ott amerikanischer Finanzminister werden: „In Märkte soll man nicht von staatlicher Seite eingreifen. Was insolvent geht, war eh reif für den Untergang! Mein Ministerium sollte man deshalb besser abschaffen – Staat nix gut! Auch wer an Corona stirbt, ist selbst schuld. Wer in dieser Krise seine Arbeit verliert, auch. Und der amerikanische Staat sollte wirklich kein Geld für Corona-Faulenzer im Home-Office ausgeben!“ – Wann stirbt endlich Finanzminister Richard Ott am Corona-Virus?

      Die ehemaligen Aktionäre des US-Versicherers AIG kündigen an, im Streit um die Verstaatlichung in Berufung zu gehen: In der Finanzkrise wurde der Konzern verstaatlicht und sie enteignet, dafür fordern sie Entschädigung.
      Einst die größte Versicherung der Welt, drohte AIG im September 2008 unter der Last fauler Derivate zusammenzubrechen. Im Gegenzug für die Hilfen von 85 Milliarden Dollar übernahm die Regierung 79,9 Prozent der Anteile an dem Konzern. Letztlich beliefen sich die staatlichen Hilfen für AIG auf rund 182 Milliarden Dollar. Nachdem sich der Konzern wieder erholt hatte, verkaufte die Regierung ihre Anteile mit einem Profit von 22,7 Milliarden Dollar.
      https://www.handelsblatt.com/finanzen/steuern-recht/recht/aig-verstaatlichung-aktionaere-bestehen-auf-entschaedigung-durch-usa/11928002.html?ticket=ST-12896164-mjX0m2V0td1h37ryh4ar-ap4

      Antworten
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        Richard Ott sagte:

        @Herr Krause

        „Vielleicht sollte aber besser Richard Ott amerikanischer Finanzminister werden: ‚In Märkte soll man nicht von staatlicher Seite eingreifen. Was insolvent geht, war eh reif für den Untergang! Mein Ministerium sollte man deshalb besser abschaffen – Staat nix gut! Auch wer an Corona stirbt, ist selbst schuld. Wer in dieser Krise seine Arbeit verliert, auch. Und der amerikanische Staat sollte wirklich kein Geld für Corona-Faulenzer im Home-Office ausgeben!‘ – Wann stirbt endlich Finanzminister Richard Ott am Corona-Virus?“

        Sie wirken schwer verwirrt. Gehen Sie zum Arzt und lassen Sie sich untersuchen.

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