Ich bleibe dabei: UK ist ein Kauf

Dieser Kommentar von mir erschien bei der WirtschaftsWoche:

Hard-, Soft- oder No-Brexit – die Empfehlung ist eindeutig. Britische Aktien sind ein Kauf. Denn was für den langfristigen Erfolg mehr zählt als alles andere, ist der Preis, den man am Anfang bezahlt.

Meine Haltung zum Brexit ist regelmäßigen Lesern dieser Kolumne und meines Blogs bekannt. Schon gleich nach der aus meiner Sicht sehr bedauerlichen Entscheidung der Briten, die EU zu verlassen, habe ich gemutmaßt, dass es am Ende wohl eher wir sein werden, die bedauern, dabeigeblieben zu sein.

Eine Sicht, die bis heute auf viel Widerspruch trifft, wie ich am letzten Montag als Teilnehmer an der Diskussionsrunde bei „Hart aber fair(ARD) erfahren habe. Nicht nur die in der Runde anwesenden Politiker empörten sich, es gab auch in der Nachbetrachtung einige Kritik von Medien und Zuschauern.

Ich bleibe dabei: Der Brexit muss nicht zwangsläufig ein Desaster für die Briten sein, zumal wir in einem Boot mit Ländern sitzen, die wirtschaftlich nicht zu uns passen. Der Euro bleibt dysfunktional und die Weigerung der Politik – die erneut in besagter Sendung deutlich wurde –, die Probleme des Euros ernsthaft anzugehen, verspricht nichts Gutes für die Eurozone und damit für uns, die wir mit unserer (noch bestehenden!) Wirtschaftskraft letztlich die Garanten für das Bestehen der Währung sind. Auch dazu will ich mir an dieser Stelle die Wiederholung sparen und verweise für Interessierte auf die Zusammenfassung hier.

Im Einkauf liegt der Gewinn

Natürlich ist das mit dem Timing so eine Sache. Viel zu früh habe ich empfohlen, eine Position in Pfund aufzubauen, wobei die Entwicklung von damals 1.1078 auf heute 1.1471 zumindest keinen Verlust beschert hat. Wie schon mit meinen Aussagen zum Dollar, hat mich damals die extreme Positionierung in den Märkten gegen das Pfund zu der Empfehlung bewogen. Trotzdem war meine Empfehlung zu früh.

Dennoch will ich mich heute eindeutig dazu bekennen, systematisch eine Position in Aktien aus Großbritannien aufzubauen. Egal, wie das Brexit-Drama nun ausgeht. Die Börse in London ist ein Kauf!

Welche Wirkung die Bewertung, also der Preis, beim Einstieg auf die nachfolgende Rendite hat, zeigt eine Analyse am Beispiel der US-Börse. Zurzeit liegt dort das sogenannte CAPE (Cycle-Adjusted Price Earnings Ratio) trotz des Kursrückgangs im Dezember bei fast 29.
Die nach seinem Erfinder auch Shiller-PE genannte Kenngröße setzt die Bewertung einer Aktie ins Verhältnis zum über zehn Jahre geglätteten und inflationsbereinigten Gewinn, den ein Unternehmen erwirtschaftet. Nur im Jahr 2000 und 1929 lag die Bewertung noch höher.  

Die Kenngröße CAPE eignet sich nicht zum kurzfristigen Timing des Marktes. Es ist aber ein sehr guter Indikator für künftige Erträge. So lässt sich zeigen, dass Kapitalanleger, die bei einer Bewertung von 25 oder höher gekauft haben, über zehn Jahre im Durchschnitt nur 3,39 Prozent erzielt haben. Im Median, der nicht so stark vom besten Jahr 1997 („High“) verzerrt ist, lag die Rendite bei 2,92 Prozent und im schlechtesten Jahr („Low“) bei -1,38 Prozent.

Wer teuer kauft, riskiert also nicht nur einen starken Einbruch, sondern erzielt selbst mit einem Anlagehorizont von zehn Jahren keine Rendite – schon gar nicht, wenn man die gleichzeitig fortschreitende Inflation berücksichtigt. Dies sollten alle jene im Hinterkopf haben, die angesichts der ungebremsten Liquiditätsflut der Notenbanken davon ausgehen, dass Aktien nicht mehr fallen. Dies mag sein – auch wenn ich es für unwahrscheinlich halte –, bedeutet im Umkehrschluss jedoch nicht, dass die Investition sich gut verzinst.

UK ist unschlagbar billig

Nun ist billig nicht gleich gut. Man denke nur an die europäischen Banken, vor denen ich immer gewarnt habe. Zwar lag ich auch hier unter Trading-Gesichtspunkten falsch, weil der Sektor eine Bärenmarktrallye hingelegt hat, strategisch gilt aber die Warnung, dass der Sektor an einer toxischen Mischung aus zu geringem Eigenkapital, zu vielen faulen Krediten, intransparenten Wetten, zu hohen Kosten und (auch dank Null-Zinspolitik der EZB) zu geringen Erträgen leidet. Kurzgefasst: Der Sektor ist zu Recht tief bewertet, was nicht bedeutet, dass er billig ist. Das wissen wir erst nach der nächsten Rezession und der damit verbundenen weiteren Runde in der Eurokrise. Zocken ja, Anlegen nein.

Anders ist das in Großbritannien. Das Land wird immer ein Hort der Sicherung von Eigentum bleiben – anders als Deutschland, wo in Berlin allen Ernstes die Enteignung von privaten Immobilienbesitzern aus „sozialen Gründen“ (Thema einer der nächsten Folgen) überlegt wird.

Auch ich bezweifle nicht, dass es im Falle eines Hard-Brexits zu einer tiefen Rezession in Großbritannien kommt. So gibt es Schätzungen seriöser Institute, wie beispielsweise Capital Economics, die einen Einbruch des britischen BIP um ein bis zwei Prozent für diesen Fall erwarten. Unangenehm, aber zu bewältigen. Trotz aller aktuellen Panikmeldungen bereiten sich die Unternehmen auf das Schlimmste vor – und noch besteht ja die Hoffnung auf eine bessere Lösung.

Derweil gehört die britische Börse mit einem CAPE von 14,6 zu den billigsten Märkten der Welt. Günstige Währung, günstige Aktien, Rechtsstaatlichkeit und mehr Chancen als Risiken sprechen für ein Engagement, welches – wenn man historische Erfahrungen zugrunde legt –, immerhin eine jährliche Rendite von 9,4 Prozent für die kommenden zehn Jahre erhoffen lässt.

In Europa würde das Modell nur für Spanien, Italien und die Niederlande höhere Erträge prognostizieren. Was wiederum zeigt, dass man sich auf die Modelle alleine nicht verlassen darf. Spanien und Italien bleiben in einer Währungsunion gefangen, in der sie niemals ihre Wettbewerbsfähigkeit wiedererlangen werden und Holland wird wie Deutschland eine Hauptlast des Schadens tragen müssen, wenn die Politiker der Eurozone zum Endkampf um eine nicht rettbare Währung blasen.

Da fühle ich mich an der Börse von London deutlich besser aufgehoben.

→ wiwo.de: „Ich bleibe dabei: England ist ein Kauf“, 31. Januar 2018

Kommentare (17) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
  1. Avatar
    Blumenkohl sagte:

    Natürlich ist UK besser dran ohne die EU, die weiterhin mit überwiegend ungebildeten Wirtschaftsmigranten geflutet wird. Allerdings ist die Islamisierung in UK weiter vorangeschritten als in den meisten anderen Ländern Europas und was das für Folgen für ein Land hat kann man u.a. in den Büchern von Daniel Stelter, Thilo Sarrazin und Douglas Murray nachlesen. Und mit der angesprochenen Rechtsstaatlichkeit ist es auch nicht mehr so weit her, wenn man sich anschaut wie dort mit regierungskritischen Mitbürgern umgegangen wird (Tommy Robinson, Martin Sellner usw.) UK ist genauso wenig ein Kauf wie EU!

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    Dietmar Tischer sagte:

    Hier werden Glaubensbekenntnisse abgeliefert.

    >Auch ich bezweifle nicht, dass es im Falle eines Hard-Brexits zu einer tiefen Rezession in Großbritannien kommt. So gibt es Schätzungen seriöser Institute, wie beispielsweise Capital Economics, die einen Einbruch des britischen BIP um ein bis zwei Prozent für diesen Fall erwarten.>

    Eine tiefe Rezession nehmen andere auch an bei einem harten Brexit, verstehen darunter aber etwas anderes als ein bis zwei Prozent Rückgang des BIP. Warum diese Größenordnungen schon einen „Einbruch“ bzw. „tiefe Rezession“ sein sollen, verstehe ich nicht. Erlebt Deutschland auch einen Einbruch bzw. eine tiefe Rezession, nachdem die Bundesregierung die Wachstumsprognose für 2019 um 0,8% zurückgenommen hat?

    HIER ist von 9,3 % Rückgang des BIP (britische Regierung) und 8% (BoE) die Rede:

    http://www.manager-magazin.de/politik/konjunktur/brexit-schadet-britischer-wirtschaft-auf-jeden-fall-a-1240927.html

    Schon klar, insbesondere die BoE ist natürlich nicht seriös – wer ist das gegenwärtig schon jenseits des Kanals.

    Da sind deutsche Wissenschaftler und der IWF mit einem Rückgang von 5 bis 6% des BIP schon mal deutlich näher an den „ein bis zwei Prozent“.

    Hier ( S. 61, 62, Fußnote 15):

    https://www.econstor.eu/bitstream/10419/171736/1/1002900093.pdf

    Ich schließe mich der Gelehrsamkeit mit folgender Überzeugung an:

    Auch nach einem no deal-Brexit wird die Insel nicht im Meer versinken.

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      Wolfgang Selig sagte:

      @Herrn Tischer:

      Was außer „Glaubensbekenntnisse“ kann ein Beobachter wie Herr Dr. Stelter oder wir Foristen aktuell schon liefern? Das Wort ist mir zu negativ (da religiös belegt) konnotiert. Eine Prognose für Großbritannien ist eine Spekulation auf die politischen Entscheidungen im Unterhaus (u.a. Stellen) für die nächsten drei Monate, die maßgeblich von britischen Meinungsumfragen, Medienreaktionen, Wirtschaftsdaten und EU-Entscheidungen emotional beeinflusst werden wird. Niemand kann in einer solch chaotischen Gemengelage eine mathematisch korrekte Hochrechnung abliefern. Gefühle wie Angst, Gier, Nationalstolz, Zorn und Panik, aber auch kognitive Einflüsse wie Verständnisprobleme von Fakten auf Seiten der Parlamentarier oder der Wähler bieten eine Gemengelage, die sich einer rationalen Analyse bzw. Prognose entzieht. Ihren optimistischen Schlusssatz kann ich aber uneingeschränkt unterschreiben!

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Wolfgang Selig

        Die Antwort auf Ihre Frage ist „verrutscht“ – siehe weiter oben, Sie haben es sicher bemerkt.

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ troodon

        Noch ist nichts entschieden, und schon derartige Reaktionen.

        Heißt:

        Allein schon die Unsicherheit kostet Wachstum.

        Es wird nicht die letzte derartige Entscheidung sein.

        Bemerkenswert zudem:

        Die Produktion wird nicht auf den Kontinent verlegt, sondern nach Japan.

        Passt auch.

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        Gregor_H sagte:

        … und damit bewahrheitet sich die Aussage (ob von Stelter oder HWS): Der Brexit schadet nicht nur dem UK, er schadet auch der Rest-EU.

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        troodon sagte:

        „Rund 70 Prozent der Firmen mit einer Verlagerung oder entsprechenden Plänen wählten Standorte innerhalb der EU.“
        Aus dem oben verlinkten Spiegel Artikel.
        Der Nissan SUV zählt somit zu den 30%.

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ troodon

        Immerhin 30% der abwanderungswilligen Firmen sind für Europa verloren – wenn es dabei bleibt und nicht schlimmer kommt.

        Auch das ist unsicher und kann sich noch ändern.

        Wie auch immer, die Folgeeffekte, d. h. die Firmen, die aufgrund dieser Verlegungen AUCH über eine Verlegung nachdenken, sind nicht einmal eingerechnet.

        Man muss den Teufel nicht an die Wand malen, aber gut sieht es nicht aus.

        Ich warte jetzt mal darauf, wann die britische Regierung die Unternehmenssteuern senkt.

        Das wird eher früher als später der Fall sein und es wird nicht peanuts sein.

  3. Avatar
    Wolfgang Selig sagte:

    @Hr. Dr. Stelter: Ich teile die Meinung des britischen Aktienmarktes als grundsätzlichen Kauf, sehe aber die Empfehlung erneut als zu früh an. Erst wenn in den nächsten Wochen der harte Brexit zu Panikverkäufen führt, dürften die Aktien auf die Tiefststände fallen, die die Gelegenheit zum Einstieg bieten. Ich kann natürlich auch grottenfalsch liegen, aber das CAPE spiegelt diese außerordentliche Situation (auch emotional) m.E. noch nicht angemessen wieder.

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      Dietmar Tischer sagte:

      @ Wolfgang Selig

      >Was außer „Glaubensbekenntnisse“ kann ein Beobachter wie Herr Dr. Stelter oder wir Foristen aktuell schon liefern? >

      Ein paar Bemerkungen bevor ich die Frage beantworte:

      Im Beitrag geht es hauptsächlich um den Kauf von britischen Aktien. Damit verbunden auch dezidiert um einen harten Brexit, der als ein Faktor für die Kaufentscheidung angesehen bzw. von Dr. Stelter als in irgendeiner Weise relevant in seinen Artikel einbezogen wird.

      Nur darauf bezog ich mich mit „Glaubensbekenntnisse“ und nur darauf will ich sein Diktum „tiefe Rezession“ mit der Unterstützung durch „einen Einbruch des britischen BIP um ein bis zwei Prozent“ als ein solches bewertet wissen.

      Warum halte ich die Unterstützung mit der „seriösen Schätzung“ von ein bis zwei Prozent für ein Glaubensbekenntnis?

      a) Es gibt kein ökonomisches Modell, mit dem eine Schätzung der Folgen eines harten Brexit begründet werden kann. Das ist so, weil es die Umstände und den Fall eines harten Brexit noch nie geben hat, also jeglicher Praxisbezug für ein Modell fehlt.

      Man kann natürlich IRGENDWELCHE Annahmen machen und dann zu einem Ergebnis kommen, das man als Schätzung ausgibt.

      Diese Annahmen sind REINER Glaube ohne Bezug zur Realität eines harten Brexit.

      b) Ein harter Brexit besagt erst einmal nur, welche Regeln nicht mehr gelten. Er besagt nicht welche dann gelten – in der Praxis. Damit meine ich nicht die Einfuhrzölle, sondern: Wir wissen nicht, wie sich die Menschen verhalten werden. Das betrifft das Konsumverhalten ebenso wie z. B. die Zöllner, die angesichts von Dover ausstrahlender Verkehrsstaus in Südengland möglicherweise einfach die Lkw durchwinken statt sie zu kontrollieren.

      Ich erinnere daran, dass in der Nach-Lehman-Krise das BIP Deutschlands um mehr als 5% gefallen war, obwohl alle Regeln weiter galten und niemand wie skizziert an ein Aussetzen von Regeln geglaubt geschweige denn sie pragmatisch gebrochen hat.

      Insofern:

      Sowohl die ein bis zwei Prozent wie auch die deutlich dramatischeren Zahlen, auf die ich verwiesen habe, sind ein REINES Glaubensbekenntnis.

      Nun die Antwort auf Ihre Frage:

      Man kann nichts anderes liefern als Glaubensbekenntnisse.

      Wenn es aber so ist mit den Glaubensbekenntnissen, wie von mir dargelegt, dann ist die Frage:

      Soll man überhaupt welche abgeben und wenn so, wie sollte man sie unterstützen, d. h. den eigenen Glauben stark machen?

      Würde ich Dr. Stelter Demagogie unterstellen, würde ich nicht mehr an diesem Blog kommentieren.

      Er agiert nicht demagogisch und ich habe am anderen Thread seine Auffassung, dass GB nach einem Brexit durchaus positive Optionen hat, vehement verteidigt.

      Ich bin aber auch der Meinung, dass er sich keinen Gefallen getan hat, als er für die „tiefe Rezession“ bei einem harten Brexit NUR auf ein bis zwei Prozent geringeres BIP verwiesen hat.

      Die Folgen eines harten Brexits haben direkt nichts mit den längerfristigen Optionen für GB zu tun, sind aber MEINUNGSBILDEND abschreckend für das positive Szenario, das Dr. Stelter mit einem Brexit – ob hart oder nicht – verbindet.

      Ob ihm das bewusst war, als er seinen Beitrag schrieb, weiß ich nicht.

      Andere, deutliche abschreckendere Zahlen bezüglich eines harten Brexits nicht erwähnt zu haben, wenn er schon Zahlen nennt, verleiht seiner Auffassung in meinen Augen allerdings ein Geschmäcke.

      Er hätte entweder keine Zahlen nennen oder eben zu den ein bis zwei Prozent auch andere, deutlich dramatischere hinzufügen sollen, die Institute veröffentlicht haben, denen man – bei gleicher Willkür bezüglich der angenommenen Daten – jedenfalls auch Seriosität unterstellen kann.

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        Wolfgang Selig sagte:

        @Herrn Tischer: Vielen Dank für Ihre ausführliche Erläuterung. Ja, die Beschränkung auf Capital Economics bzw. auf die 1-2 % hätte er m.E. besser nicht oder nur ergänzt um Prognosen im oberen Rand des Spektrums erwähnen sollen. Zustimmung!Jetzt kann ich Ihre Begrifflichkeit vom Glaubensbekenntnis besser einordnen.

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    Alexander sagte:

    Euorpäer die den Brexit toll finden, haben sich von dieser Eurozone seelisch so weit verabschiedet, wie es die Öffentlichkeit vielleicht vier Wochen nach dem crash kann. Schwere Fehler der Eurozone sprechen dafür.

    In seiner Weihnachtsvorlesung spricht H.W. Sinn Vor- und Nachteile des Brexit für GB und die Eurozone an.

    Die den Brexit befürwortenden Wähler in GB sind durchweg die Verlierer der vergangenen Jahre. Genau wie die industriellen Strukturen der EU leidet man unter dem Verlust von Wertschöpfung nach wettbewerbsfähigeren Ländern.

    Die absolut illegale Grenzöffnung durch Angela Merkel gab dann den Rest, weil man diese Bilder nicht zusätzlich zum jungle von calais wollte.

    Allerdings hat sich das Vereinigte Königreich in eine juristisch bescheidene Lage gebracht, die von Aparatschiks der EU mit Genuß ausgekostet wird. Dieser Apsekt ist sehr unangenehm und bedroht sogar die staatliche Verfasstheit der Insel. Es kann sein, dass die EU damit spielt…

    Einstweile kennzeichnet Sinn die drei stärksten Ökonomien der Eurozone als:
    – Deutschland mit hoher Wertschöpfung, exportlastig
    – Frankreich mit hohem staatlichen Sektor, staatsabhängig
    – GB mit starker Finanzindustrie, overbanked.

    Wenn man sich den FTSE 100 ansieht sind Finanzwerte und Konsum dominierend…im Falle eines Eurodeasasters ist diese Insel eindeutig zu nah.

    H.W.Sinn vom Dezember 2018:
    https://youtu.be/12SMqsQiLD4

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    troodon sagte:

    Es freut mich auf diesen Seiten auch mal einen positiven Artikel zu Aktien zu lesen.

    Eine Anmerkung zum CAPE muss aber wieder sein. Per 31.12.2011 (ältere Daten habe ich leider nicht) betrug lt. siblisresearch das CAPE für den FTSE100 (der müsste auch bei den Starcapital Daten wahrscheinlich zugrunde gelegt sein) 12,39. Seitdem hat sich also saldiert das CAPE etwas erhöht, was sich eigentlich in einer höheren Wertentwicklung in diesem Zeitraum hätte zeigen müssen.
    Tatsächlich hat der FTSE 100 seit Ende 2011 aber nur rd 3% p.a. gewonnen. Auf Basis des CAPE per 31.12.2011 somit deutlich zu wenig. Wieder ein Zeichen dafür, dass man auf das CAPE nicht zu viel setzen sollte in Bezug auf zukünftige Renditen, auch wenn ein Zeitraum von 10 Jahren noch nicht rum ist.
    Die für einen € Anleger in diesem Zeitraum aufgelaufenen Währungsverluste von rd. 6% lasse ich bewusst aus der Betrachtung raus. Einen gewissen Hinweis auf zukünftige Erträge kann das CAPE geben, mehr aber auch nicht.

    Unabhängig davon stimme ich zu, dass der britische Aktienmarkt, wenn der Brexit endgültig geregelt ist, durchaus einen Blick wert ist. Das denke ich aber tatsächlich auch weiterhin vom deutschen Aktienmarkt…

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    Jens Happel sagte:

    Ich zolle Ihnen allergrößten Respekt. Sie stehen zu dem was sie sagen und in der Vergangenheit sagten, gerade auch zu den Prognosen die in Hose gingen. Keine Relativierung oder Rumgeschwafel. Chapeau!

    Ist extrem selten geworden heutzutage.

    Mfg Jens Happel

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