Die Highlights vom Februar

Die Highlights vom Februar: Wollen Sie nichts verpassen? Dann können Sie meinen Newsletter hier abonnieren.

PODCAST bto 2.0

Im wöchentlichen bto-Podcast ging es im Februar um die Folgen des Ukraine-Krieges und die Wirksamkeit von Sanktionen. Außerdem diskutierte ich die Frage, ob die Zinsen dauerhaft tief bleiben und ob es richtig ist, das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts nicht mehr zur Hauptzielgröße der Wirtschaftspolitik zu machen.

Diese und alle Folgen seit Dezember 2019 können nachgehört werden. Es lohnt sich! Zu hören ist der Podcast auf allen gängigen Plattformen und natürlich auch direkt bei bto.

Die nächste Folge erscheint am kommenden Sonntag, 13. März, um 9 Uhr.

STELTERS TV

Im ARD-Presseclub habe ich über die Aussichten für die Inflation und die Konsequenzen für die Politik diskutiert:


HANDELSBLATT-KOLUMNE


Die Klimarevolution ist eine große Chance für Deutschlands Wirtschaft

Unser Wohlstand hängt an Industrien, die es schon im Kaiserreich gegeben hat: Automobil-, Maschinen- und Anlagenbau, Chemie. In diesen Sektoren sind wir wettbewerbsstark. Dass das auch in Zukunft so sein wird, bleibt zu hoffen, ist aber nicht sicher.

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In der Sackgasse: Inflation ist das kleinere Übel

Die Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) ist umstritten. Kritiker fordern angesichts der Inflationsraten ein Ende der Wertpapierkaufprogramme und Zinserhöhungen. Nur würde eine sich selbst verstärkende Spirale steigender Preise verhindert. Andere verweisen auf geopolitische Spannungen und Sondereffekte nach dem Corona-Schock. Die EZB könne nichts für Gaspreise und Lieferengpässe.

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Robert Habecks neue Wohlstandsmessung verschleiert Zielkonflikte

Führungskräfte kennen das Problem: Werden bei der Zielvereinbarung zu viele Ziele definiert, tut man sich am Jahresende mit der Mitarbeiterbeurteilung schwer. Selbst wenn wichtige Ziele nicht erreicht wurden, endet man mit einem befriedigenden Ergebnis.

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Putins Krieg hat das Potenzial, die Weltwirtschaft aus dem Tritt zu bringen

Vordergründig spielt Russland keine wichtige Rolle in der globalen Ökonomie – kleiner als die Wirtschaft Italiens, technologisch rückständig und abhängig von Importen aus dem Westen. Dennoch hat der Krieg um die Ukraine das Potenzial, die Weltwirtschaft aus dem Tritt zu bringen, denn die Lage war schon vor dem Angriff Russlands fragil.

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KOMMENTIERT IM
manager magazin

Sanktionen gegen Russland – Schauspiel der Illusionisten

Mein Kommentar im manager magazin beweist, wie vorsichtig man mit Aussagen sein soll, besonders wenn sie die Zukunft betreffen. Die Sanktionen sind härter, als ich gedacht habe und den Schritt gegen die russische Notenbank hatte ich nicht auf dem Radar. Also könnte/sollte ich den Beitrag einfach verschweigen. Ich tue das nicht, weil ich denke, dass die Grundaussage immer noch stimmt: Wir haben uns nicht richtig vorbereitet und die russische Seite hat durchaus gewichtiges Potenzial gegen die Sanktionen. Das dürfen wir nicht unterschätzen. Insofern bleibt abzuwarten, wie es weitergeht.

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STELTER BEI Twitter


Seit einigen Jahren bin ich bei Twitter aktiv mit mittlerweile gut 24.000 Followern.

Zu finden bin ich hier: @thinkBTO

Leider laufen die Diskussionen dort – wie häufig in den sozialen Medien – nicht immer fair und konstruktiv ab, weil es den meisten Teilnehmern nicht um den Austausch von Argumenten geht, sondern um die Bestätigung und Verbreitung eigener Weltbilder. Hier habe ich mal eine solche Auseinandersetzung dokumentiert:

Wie Martyna Linartas mich bei Twitter blockte


>>
LESEN: → Wie Martyna Linartas mich bei Twitter blockte


KAPITALMÄRKTE


Sind Negativzinsen die Regel in diesem Jahrhundert?

Paul Schmelzing hat an der Harvard University mit Daten der Bank of England über Inflations- und Zinstrends der letzten Jahrhunderte seine Doktorarbeit verfasst. Die Schlussfolgerung: Die Realzinsen sinken bereits seit 700 Jahren. Die Frage ist, wie es weitergeht.

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Welche Szenarien ergeben sich aus Schmelzings Studie?

Was folgt aus der Studie? Zwei Szenarien für die kommenden Jahre sind denkbar: ein nur kurzfristiger Zinsanstieg und ein Einschwenken auf den langfristigen Trend oder eine Phase stark steigender Zinsen verbunden mit massiven Turbulenzen?

>> LESEN: → Welche Szenarien ergeben sich aus Schmelzings Studie?

Vielen Dank für Ihr Interesse. Bitte folgen Sie mir auch weiterhin.

Kommentare (19) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
  1. Dietmar Tischer
    Dietmar Tischer sagte:

    Ich beurteile unter den sehr guten Beiträgen den Podcast vom letzten Sonntag mit Prof. G. Heinsohn, Prof. G. Felbermayr und Prof. G. Schnabel als herausragend.

    Mir fehlt der Überblick, aber vermutlich wird man lange suchen können, derart kompakt und sachverständig die aktuelle Situation mit den sie bietenden Handlungsoptionen präsentiert zu bekommen.

    Was Dr. Stelter hier mit einer Privatinitiative leistet, bekommen die öffentlich-rechtlichen Medien bei unvergleichlich größerer Ressourcenverfügbarkeit in der Regel nicht einmal ansatzweise hin.

    Dennoch, sehr gut war auch der ARD-Presseclub, der zeigte, dass die EZB nicht mal ebenso die Geldpolitik ändern kann.

    Erhellend finde ich den Podcast mit Dr. Schmelzing, der mit Blick auf Jahrhunderte Zinsentwicklung zeigt, dass der historische Wandel immer wieder völlig andere Wirtschaftsbedingungen schafft, die auch sich ändernde wissenschaftliche Erklärungsmodelle zu Folge haben sollten.

    Interessant ist auch das Gespräch mit Dr. Oliver Richters, das darlegt, wie intelligente links-grüne Ökonomen mit der Begründung für eine sozialverträgliche Verringerung des Ressourcenverbrauchs das Wachstum begrenzen und somit den Klimawandel entgegentreten wollen.

    In der Summe:

    EINZIGARTIG für jene, die NACHDENKEN und VERSTEHEN wollen.

    Antworten
  2. Bauer
    Bauer sagte:

    Es wurde im Februar bereits bei bto erörtert: “It’s geopolitics, stupid!”

    Noch ist es zu früh, Schlüsse aus den Ereignissen der letzen zwei Wochen zu ziehen oder Prognosen abzugeben. Man darf jedoch einen Blick werfen auf die etwas fernere Zukunft:

    China verhält sich z.Zt. noch neutral. Es wird aber nicht dulden, dass Russland als Verlierer aus der Auseinandersetzung herauskommt und in Folge der US-Machtbereich sich über den eurasischen Kontinent weiterfrisst, womöglich bis an die Nordgrenze Chinas. Dies kann bedeuten sowohl Stützung Russlands als auch Ausbremsen der USA auf weltwirtschaftlicher Ebene, kaum aber direktes Eingreifen, jedoch mit abgestimmter Aussen- und Wirtschaftspolitik.

    Die Ukraine hat derzeit das Zeug dazu, ein Syrien Nr. 2 in viel grösseren Dimensionen zu werden. Wenn D weiter so ziellos und selbstvergessen manövriert, wird es relativ zugunsten Frankreichs noch unbedeutender werden, bzw, die EU daselbe Schicksal erleiden.

    Antworten
    • @foxxly
      @foxxly sagte:

      @ bauer,
      das sehe ich ähnlich wie du.
      aber etwas, was wir alle kaum auf dem radar haben ist folgendes:
      die usa sind die hauptgewinner dieses konfliktes. sie haben es auch maßgeblich so eingefädelt.
      nur keiner darf es sagen. erstrecht nicht die abhängigen medien und politiker.

      das kreditgeldsystem, welches hauptsächlich in den usa zu hause ist und von dort gesteuert und verteigt wird, hat die ultimativ, zwanghafte eigenschaft zur expansion.

      wenn also ukraine (und evtl noch weitere staaten) dem einfluß des westlichen (werte)-kapitalistisches wirtschafts-system, entzogen würde, dann kommt dieses/unsere system zuwenig wachtum um selber überleben zu können.

      also, selbst als gewinner der aktuellen situation, kämpft usa und seine vasalen um das wirtschaftliche überleben. die neue weitere verschuldung ist niemals mehr zurückzahlbar.
      auch daher braucht das finanzsystem den krieg und neustart, entweder sehr bald, oder wenigen jahren.

      die gefahr einer a- eskalation, geht m.m. mehr von unseren hegmon aus.
      andererseits auch dann, wenn russland die luft zu atmen abgeschnürt würde.

      die welt befindet sich bereits im great reset.
      im westen mit anderen wesenszügen, als im osten.

      was wir jetzt erleben, genauso haben groß-kriege immer angefangen.
      gott bewahre und davor!

      Antworten
      • Bauer
        Bauer sagte:

        @ foxxly

        >> “aber etwas, was wir alle kaum auf dem radar haben ist folgendes:
        die usa sind die hauptgewinner dieses konfliktes. sie haben es auch maßgeblich so eingefädelt.”

        Eingefädelt? 1991 war Russland am Ende, politisch und wirtschaftlich. Es bot sich da eine geopolitisches Vakuum, das die USA ausnützten, und dann kam der Appetit mit dem Essen.

        Hauptgewinner? Das dürfte am Ende China sein, aber so weit sind wir noch lange nicht.

    • weico
      weico sagte:

      @Bauer

      “China verhält sich z.Zt. noch neutral. Es wird aber nicht dulden, dass Russland als Verlierer aus der Auseinandersetzung herauskommt und in Folge der US-Machtbereich sich über den eurasischen Kontinent weiterfrisst, womöglich bis an die Nordgrenze Chinas. Dies kann bedeuten sowohl Stützung Russlands als auch Ausbremsen der USA auf weltwirtschaftlicher Ebene, kaum aber direktes Eingreifen, jedoch mit abgestimmter Aussen- und Wirtschaftspolitik.”

      Korrekt.

      China sieht sich ja im Indo-Pacific, durch eine neue Version der Nato ,sprich durch eine US geführte Blockpolitik, eingeengt.

      https://www.youtube.com/watch?v=l32TjnewiZk

      Die russisch-chinesische Partnerschaft ist daher eine absolute WIN-WIN-Situation für Beide Partner.

      Antworten
    • Dietmar Tischer
      Dietmar Tischer sagte:

      @ Bauer

      Mein Blick auf die etwas fernere Zukunft zeigt mir ein nicht gänzlich, aber doch etwas anderes Bild als Ihrer Ihnen.

      Auf der abstrakten Ebene betrachtet, ist die Situation durch einen KOSTENWETTBEWERB gekennzeichnet.

      Die Frage ist:

      Wer gibt auf, weil er die Kosten nicht mehr tragen kann?

      Erster ist die Ukraine, weil sie derart unsäglich hohe Kosten zu tragen hat, dass sie als Staat nicht mehr funktionieren kann. Putin muss und will dies erreichen, weil er sich sonst als Verlierer ansehen müsste. Leute wie er sind dazu nicht fähig, koste es, was es wolle.

      Danach ÄNDERT sich die Kostenrechnung:

      Der Westen hält seine Sanktionen weitgehend aufrecht, beliefert die Untergrundkämpfer in der Ukraine mit Waffen und diese bringen den Besatzern kontinuierliche Verluste bei.

      Das ist die Logik von: Den Krieg kann Russland gewinnen, den Frieden wird es verlieren.

      Russland wird DIESEN Kostenwettbewerb verlieren.

      Wann, durch wen und wie es kapituliert, weiß niemand.

      Es wird aber mit Sicherheit kapitulieren, weil der Westen ökonomisch stärker als Russland ist.

      Danach gibt es mit einer anderen russischen Regierung Verhandlungen über eine neue Friedensordnung in Europa.

      Sie wird Russland sehr viel abverlangen und viel verändern, so u. a. auch die Lage im Nahen Osten, vor allem auch Syrien betreffend.

      Die große Frage ist aus meiner Sicht, ob Russland auf Dauer eine Föderation bleibt oder auseinanderfällt. Wäre letzteres der Fall, sind wir abermals in einer neuen Situation.

      Zu China:

      Ich glaube, dass die chinesische Führung die Zeit für sich arbeitend sieht und daher vieles geduldig hinnimmt, bevor sie massiv eingreift.

      Ja, ein sich liberalisierendes, sich dem Westen beugendes bzw. mit ihm stärker kooperierendes Russland kann ihr nicht gefallen.

      Würde China es verhindern wollen, müsste es mit einer zumindest kurzfristig erheblichen Schwächung rechnen.

      Die Regierung Chinas hat das Wachstum dieses Jahres vor ein paar Tagen von 8% auf 5,5% herabgesetzt, weil der Welthandel geschwächt wird durch den Krieg.

      Dies ist der niedrigste Wert seit Jahrzehnten und die Entwicklung wird bereits als große Herausforderung angesehen, hier:

      https://www.deutschlandfunk.de/china-gibt-ziel-von-nur-5-5-prozent-wirtschaftswachstum-fuer-2022-aus-102.html

      Allerdings wird China von einem Zerfall Russlands profitieren wollen, indem es evtl. abfallende Satelliten anbinden wird.

      Prof. G. Heinsohn hat dazu im letzten Podcast interessante Bemerkungen geäußert.

      Neben diesem Szenario interessiert mich natürlich, wie WIR mit UNSEREN Kosten umgehen.

      Die politische Stabilität, die eh schon nicht hoch ist, wird leiden, auch wenn es zu einer unausgesprochen GROSSEN KOALITION der staatstragenden Parteien kommt.

      Antworten
      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer

        Die Nonchalance, mit der Sie mittlerweile über extrem kritische Sicherheitsfragen schwadronieren wie ein Planer am Reißbrett, löst in mir zunehmendes Befremden aus.

        “Die große Frage ist aus meiner Sicht, ob Russland auf Dauer eine Föderation bleibt oder auseinanderfällt. Wäre letzteres der Fall, sind wir abermals in einer neuen Situation. ”

        Wenn wir im Westen zumindest noch ein paar Tassen im Schrank übrig behalten (was ich mittlerweile bezweifle, ich höre es jeden Tag laut klirren), dann muss es das Ziel unserer Politik sein, einen Zerfall Russlands *UNBEDINGT* zu verhindern.

        Und zwar schon aus unseren eigenen -ich weiß, Sie mögen den Begriff nicht- Sicherheitsinteressen. Russland besitzt nämlich über 6000 Atomsprengköpfe. Chaos in Russland wäre das allerletzte, was wir jetzt noch gebrauchen können.

        “Der Westen hält seine Sanktionen weitgehend aufrecht, beliefert die Untergrundkämpfer in der Ukraine mit Waffen und diese bringen den Besatzern kontinuierliche Verluste bei.”

        Eine geniale Strategie, wie damals in Afghanistan.

        Erinnern Sie sich noch, wie die Geschichte damals weiterging – und zwar nicht nur für die Sowjetunion sondern auch für die USA? ;)

        https://i0.statig.com.br/bancodeimagens/4q/9w/1c/4q9w1cstsz1b4bje2meqk31zz.jpg

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott

        Ihr zunehmendes Befremden ist nicht maßgebend für meine SICHT der Dinge.

        Was wir tun SOLLTEN, ist ein anderes Thema als einen Blick auf die mögliche Entwicklung zu werfen.

        „UNBEDINGT“ ist bei Sollen dabei Folgendes:

        UNSERE Sicherheit soweit es möglich ist, zu gewährleisten.

        Dazu gehört, zu verhindern, dass Russland durch die dauerhafte Besetzung der Ukraine mit seinen Streitkräften an einer längeren Front der EU gegenübersteht.

        Wir müssen daher ein Interesse haben, dass Putin seine Machtposition verliert, weil er eine Bedrohung – aktuell mit der Vernichtung der Ukraine – potentiell auch für andere ist.

        Darauf müssen und werden wir hinarbeiten, nicht unbedingt, aber konsequent.

        Unsere Sicherheitspolitik MUSS selbstverständlich auch mit Blick auf Russland erfolgen.

        Wir können kein Interesse daran haben, dass Russland „unkontrolliert“ zerfällt.

        Darauf sollten wir auch nicht hinarbeiten.

        WENN Russland aber zerfällt, ist das erst einmal die Angelegenheit der betreffenden Menschen und nicht unsere.

        Von „UNBEDINGT müssen“ kann daher mit Bezug auf andere Länder keine Rede sein.

        Sie wollen uns etwas aufoktroyieren, was wir nicht leisten können und mehrheitlich auch nicht wollen.

        So ist das eben, wenn man wie Sie NICHTS versteht, sondern immer nur wie besessen ein Vorstellungen davon hat, was HIER bei uns falsch läuft und woanders richtig.

      • Bauer
        Bauer sagte:

        @ R.Ott

        >> “Eine geniale Strategie, wie damals in Afghanistan.” Schon recht, aber mit Russland kann man nicht wie mit Afghanistan umspringen.

        Haben Sie schon an folgendes gedacht? Getreidefelder braucht man nicht unbedingt abernten, man kann sie auch abbrennen. Die verbleibende Asche ist ein guter Dünger und spart überdies die Kosten für Kunstdünger. Ausserdem tut ein Jahr Brache dem Boden gut. Wenn die Kosten für den Ernteausfall unter denen eines schwelenden Krieges liegen, ist es das Gebot der Stunde, die Migrationswelle aus Nordafrika Richtung Mitteleuropa wird dann den Rest besorgen.

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer

        “WENN Russland aber zerfällt, ist das erst einmal die Angelegenheit der betreffenden Menschen und nicht unsere.”

        Oh, da irren Sie sich mal wieder grundlegend. Wenn in dem von Ihnen gemalten Szenario auch nur ein einziger Atomsprengkopf aus den russischen Arsenalen verschwindet, werden Sie plötzlich ganz anders darüber denken, wessen Problem das ist.

        “Sie wollen uns etwas aufoktroyieren, was wir nicht leisten können und mehrheitlich auch nicht wollen. So ist das eben, wenn man wie Sie NICHTS versteht, sondern immer nur wie besessen ein Vorstellungen davon hat, was HIER bei uns falsch läuft und woanders richtig.”

        Dass Sie diese Sätze schreiben und gleichzeitig für einen totalen Wirtschaftskrieg gegen Russland plädieren, finde ich sehr amüsant. ;)

        Haben Sie eigentlich mittlerweile Ideen dazu entwickelt, woher konkret in Zukunft der Ersatz für das von uns noch importierte russische Erdgas kommen könnte? Oder sind das alles nur unwichtige Details, um die sich andere kümmern sollen?

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott

        >Oh, da irren Sie sich mal wieder grundlegend. Wenn in dem von Ihnen gemalten Szenario auch nur ein einziger
        Atomsprengkopf aus den russischen Arsenalen verschwindet,>

        Von was reden Sie?

        Noch einmal:

        Erst LESEN, dann phantasieren.

        Ich habe „erst einmal…“ gesagt und NICHT darüber spekuliert, WER WIE handeln müsste/könnte/sollte, wenn dies oder das passiert.

        >Dass Sie diese Sätze schreiben und gleichzeitig für einen totalen Wirtschaftskrieg gegen Russland plädieren, finde ich sehr amüsant.>

        Wo habe ich von einem TOTALEN Wirtschaftskrieg gegen Russland das Wort geredet?

        Ich habe noch nicht einmal von einem Wirtschaftskrieg gesprochen.

        Sie phantasieren sich etwas zusammen, weil Sie Putin an den Lippen hängen.

        Es ist doch leicht zu verstehen:

        Es müssen Panzer vor dem Kreml auffahren.

        Russische natürlich, keine des Westens.

        Sie fahren auf, so das Kalkül, wenn die russische Bevölkerung lang genug vor leeren Regalen steht und das Militär zu viele Opfer zu beklagen hat.

        Wenn das Problem Putin gelöst ist UND eine vertrauenswürdige russische Regierung bereit dazu ist, wird man sich mit ihr an den Tisch setzen und verhandeln.

        >Haben Sie eigentlich mittlerweile Ideen dazu entwickelt, woher konkret in Zukunft der Ersatz für das von uns noch importierte russische Erdgas kommen könnte?>

        Ich muss keine Ideen entwickeln, weil jedem vernünftigen Menschen klar ist, wie der Gasbedarf gesichert werden wird.

        Wir werden erstens diversifizieren, so dass wir in Zukunft nicht mehr so sehr von Russland abhängig sind.

        Zweitens werden wir WEITERHIN Gas von Russland beziehen.

        Drittens wird Russland NACH Putin WOLLEN, dass wir weiterhin Gas von dort beziehen, weil das Land Devisen braucht, um u. a. die westlichen Firmen zu bezahlen, die mit Investitionen und Know-how das Land voranbringen wollen/sollen.

        Sie sehen mal wieder Probleme, wo es keine gibt.

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer

        Sie scheinen die hochaggressive Strategie, die Sie hier vertreten, oder die Ihnen irgendjemand in den Kopf gesetzt hat, überhaupt nicht zu begreifen. Anders kann ich mir Ihre Wortmeldungen nicht mehr erklären.

        Sie schreiben:

        “Wo habe ich von einem TOTALEN Wirtschaftskrieg gegen Russland das Wort geredet? Ich habe noch nicht einmal von einem Wirtschaftskrieg gesprochen.
        (…)
        Es müssen Panzer vor dem Kreml auffahren. Russische natürlich, keine des Westens. Sie fahren auf, so das Kalkül, wenn die russische Bevölkerung lang genug vor leeren Regalen steht und das Militär zu viele Opfer zu beklagen hat.”

        Sie wollen so harte Sanktionen gegen Russland, dass es dort einen Militärputsch gibt, was Sie sich explizit wünschen, aber Sie weigern sich gleichzeitig, das einen Wirtschaftskrieg zu nennen? Was soll es denn sonst sein?

        Zum Thema Gasversorgung: “Zweitens werden wir WEITERHIN Gas von Russland beziehen. (…) Sie sehen mal wieder Probleme, wo es keine gibt.”

        Doch, da gibt es eines, und zwar ein großes. Wenn Sie kurz mit dem moralbesoffenen blau-gelben Fähnchenschwenken (EU und Ukraine) aufhören, kommen Sie auch drauf. Ich helfe Ihnen:

        Üblicherweise interpretieren andere Staaten es als äußerst unfreundliches oder offen feindseliges Verhalten, wenn eine fremde Regierung Maßnahmen trifft, um das Land im Inneren zu destabilisieren und zum Beispiel einen Militärputsch zu provozieren.

        Wieso sollte ein Land, das wir so behandeln, uns noch Gas liefern?

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott

        Sie verstehen die KAUSALITÄT nicht bzw. WOLLEN sie nicht ANERKENNEN.

        Russland hat die Regeln GEBROCHEN (Überfall auf die Ukraine, OHNE militärisch bedroht worden zu sein von diesem Land oder einem anderen) und GEFORDERT, dass andere ihre Sicherheit reduzieren bzw. aufgeben (u. a. Austritt der baltischen Staaten aus dem VERTEIDIGUNGSBÜNDNIS NATO).

        Letzteres ist die erklärte ABSICHT, den Westen zu schwächen und zwar u. U. auch militärisch, WEIL Russland mit dem Angriff auf die Ukraine PRINZIPIELL militärische Mittel zu Durchsetzung seiner Interessen ansieht.

        Dem widersetzt sich der Westen mit – Russland FOLGEND, nicht vorangehend – durch Wirtschaftssanktionen.

        Was in Russland DARAUFHIN passiert, ist Sache der Russen.

        Wenn Putin im Amt bleibt, dann ist das so und der Westen wird einen großen Teil seiner Wirtschaftssanktionen aufrechterhalten (müssen), um SEINE Sicherheit durch die Schwächung Russlands zu bewahren.

        Mit Putin im Amt wird es aber nicht zu einer SICHEREN Neuordnung Europas kommen.

        Denn Putin hat GETÄUSCHT.

        NIEMAND, nicht Biden, Scholz oder Macron unterschreibt einen weitreichenden Vertag, der Sicherheitsgarantien enthalten muss, mit jemanden der so getäuscht hat. Denn man muss davon ausgehen, dass er wieder täuscht.

        Daher muss sich der Westen WÜNSCHEN, dass Russland eine andere Regierung bekommt.

        Da Putin an der Macht bleiben will, kann das offensichtlich nur durch russische Panzer am Kreml erfolgen.

        JA, der Westen will neben der Einstellung der Kriegshandlungen in der Ukraine AUCH, dass Russland insoweit destabilisiert wird, dass es eine andere Regierung bekommt.

        Das ist BEGRÜNDET legitim, weil Russland BEGONNEN hat, den Westen zu destabilisieren.

        Ich habe das oben auf FAKTEN bezogen dargelegt.

        Sie wollen dem nicht zustimmen, weil sie den Westen die ganze Zeit haben zündeln gesehen.

        Das hat er nicht.

        Der Westen hat EINFLUSS genommen, ohne Zweifel, aber FRIEDLICH und dort, wo er es getan hat, NICHT gegen den Willen anderer Länder.

        Sich unklug verhalten zu haben, war KEINE militärische Bedrohung Russlands.

        Wenn Russland glaubte, dadurch in eine schlechtere Position zu kommen, hätte es VERHANDELN müssen statt anzugreifen.

        Die DARAUFHIN erfolgten Reaktionen des Westen sind BEGRÜNDET, RATIONAL und – bis jetzt – über die Ukraine hinaus NICHT KRIEGSFÖRDERND.

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer

        Jaja, Sie antworten -mal wieder- mit dem üblichen Moraltraktat.

        Das klärt aber nicht die Frage, ob Ihre vorgeschlagene Strategie überhaupt *funktionieren* kann. Die basiert offensichtlich auf der Annahme, dass sich Russland vom Westen destabilisieren lässt, ohne selbst irgendwelche Abwehr- oder Vergeltungsmaßnahmen zu ergreifen. Glauben Sie daran wirklich?

        Ich habe mich übrigens von Ihnen inspirieren lassen und eine geniale “Strategie” entwickelt, um ganz alleine (!!) den gesamten FC Bayern bei einem Fußballspiel zu besiegen: Ich gehe dabei von der Annahme aus, dass die Bayern-Spieler die ganze Zeit über wie angewurzelt auf dem Spielfeld stehen bleiben und ich den Ball ungestört dribbeln und so ganz viele Tore schießen kann.

        Würden Sie auf mich wetten? Oder finden Sie meinen Plan irgendwie doch so richtig bescheuert?

  3. Richard Ott
    Richard Ott sagte:

    Viktor Orban hat einer ungarischen Wochenzeitung ein faszinierendes Interview über Geopolitik und den Ukrainekonflikt gegeben. Es gibt auch eine offizielle deutsche Übersetzung, aber ich finde die englische besser, besonders in dieser Schlüsselstelle hier:

    “>In the 1990s it seemed that the United States was the only remaining world power with real global influence, and that it was succeeding in integrating Russia and China into the world order that it led. Looking at developments over the last two decades, what point do you see in talking about a unipolar, US-dominated world order? How do you assess the balance of US-China rivalry so far?

    A change of position is taking place among the world’s top countries. As things stand today, China will soon be the world’s strongest economic and military power. America is in decline, while China is growing stronger. With its ten million inhabitants, Hungary will need to manoeuvre skilfully in such times. We’re in alliance with the West, but we also want to develop a beneficial relationship with the emerging new superpower. For policy makers this is a complex task, bordering on the realms of art.

    >How will this change affect the question of sovereignty?

    We know what the world is like under Anglo-Saxon dominance. But we don’t yet know what the world will be like when there’s Chinese dominance. One thing is for sure: the Anglo-Saxons want the world to recognise their position as morally right. For them it’s not enough to accept the reality of power; they also need you to accept the things that they think are right. The Chinese have no such need. This will definitely be a major change in the coming decades.”

    https://abouthungary.hu/speeches-and-remarks/interview-with-prime-minister-viktor-orban-in-the-political-weekly-mandiner

    Antworten
    • weico
      weico sagte:

      @Richard Ott

      “Viktor Orban hat einer ungarischen Wochenzeitung ein faszinierendes Interview über Geopolitik und den Ukrainekonflikt gegeben. Es gibt auch eine offizielle deutsche Übersetzung, aber ich finde die englische besser, besonders in dieser Schlüsselstelle hier”

      Das Interview sollten wirklich viele EU-Politiker(innen) lesen ,damit sie besser verstehen ,WARUM Orban anders denkt als die Mehrheit von Ihnen!

      Zu Ihren erwähnten Schlüsselstellen und in Bezug zu Deutschland, passt noch folgende :

      Reading the programme of the new German government, we have many questions. They’ve declared Germany to be an immigrant country, they deny that society is divided into only men and women, they’re legalising “soft” drugs, they’re hollowing out the concept of nation, and they want a federal Europe. We don’t know whether this programme will actually be implemented, or whether they’ll try to extend it to the whole of Europe.
      We’d like to conclude a “tolerance agreement” with them, so that on these issues we can go our own way.
      They don’t have to be like us; but, similarly, we don’t have to become like them.

      Antworten
    • P. Grotmann
      P. Grotmann sagte:

      Hm, Herr Ott, Sie stimmen Herrn Orban zu, dass unter einer chinesischen Dominanz nicht verlangt würde, sich deren moralischen und gesellschaftlichen Werten zu unterwerfen?

      Ich bezweifele das leider sehr!

      Antworten
      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @P. Grotmann

        Ich denke schon – zumindest deutlich weniger als der Westen.

        Ein Beispiel: In Afghanistan, bekanntlich lange Zeit ein von der westlichen “Krieg gegen den Terrorismus”-Allianz dominierter Staat, wurde unter großem Jubel der entsprechenden Subventionsempfänger*innen hier im Westen im Jahr 2015 an der Universität Kabul ein “Gender Studies”-Masterstudiengang aufgelegt. Wie die Geschichte weiterging, wissen Sie ja.

        https://feminist.org/news/kabul-university-to-open-first-gender-studies-program-in-afghanistan/

        Ich kann nicht erkennen, dass die Chinesen in denjenigen afrikanischen Staaten, in denen sie Einfluss nehmen, im gleichen Ausmaß ähnliche ideologische Erziehungsprogramme auflegen. Da liegt die Priorität auf den Ausbau der Infrastruktur und den Bezug der Rohstoffe und die Absicherung der Projekte mit entsprechenden Kräften, ohne dass die Afrikaner dabei gleich alle zu Maoisten oder Xi-Anhängern werden müssen.

        Und wie aggressiv und missionarisch der Westen auf ideologische Abweichler in den eigenen Reihen reagiert, haben wir ja letzten Sommer bei den Fußball-EM-Spielen in Ungarn beziehungsweise gegen Ungarn gesehen. Da hat es nicht gereicht, einfach zu akzeptieren, dass die ungarische Regierung andere Auffassungen zum Thema Familienpolitik und Sexualmoral hat als zum Beispiel Deutschland -und das Thema infolgedessen aus einem *Fußball*turnier herauszuhalten-, sondern die Regenbogenfahne musste überall als Propaganda-Utensil dabei sein und sogar ganze Stadion-Fassaden sollten entsprechend eingefärbt werden. Das hätten die Chinesen diskreter und eleganter gelöst.

  4. Richard Ott
    Richard Ott sagte:

    Mein Highlight, auch weil ich hier beim Kommentare lesen in den letzten Tagen oft an ihn gedacht habe: Der kanadische Russland-Analyst (mittlerweile nicht mehr im Dienst der kanadischen Regierung sondern im Ruhestand) Patrick Armstrong schreibt über die “Putin-Nichtversteher” im Westen und die Scheinheiligkeit hinter der angeblich “regelbasierten internationalen Ordnung”:

    “We are seeing the collapse of post Cold War triumphalism, ‘end of history’, ‘unilateralism’ and all the rest of it. Reality is biting, and biting hard. All you have to do is watch CNN’s parade of talking heads and ‘experts’ speculating about how crazy Putin is: *THEY* don’t understand, therefore *HE* must be nuts. For the West, as it has been, it’s over. The confusion, the bullshit, the boasting, the hysteria, the bans: the West has nothing left in the locker. Pour Russian vodka down the toilet, fire a singer and director, change the name of a drink or a salad, ban cats or trees, sanction a Russian plutocrat and steal his yacht, wear a blue and yellow t-shirt. Pathetic. And don’t, under any circumstances, allow a Russian outlet to tempt the sheeple with ‘disinformation’. Just like the USSR but stupider. And who thought stupider was even possible?

    Judo is about deception and using the opponent’s strength against him. Putin, the judoka, has judoed the West into suicide. Put your money in our banks, we can confiscate it; put your assets in our territory, we can steal them; use our money and we can cancel it; put your yacht in our harbour, we can pirate it; put your gold in our vault, we can grab it. That is a lesson that will resound around the world. A naked illustration that the ‘rules-based international order’ is simply that we make the rules and order you to obey them. In 2 or 3 weeks everybody in the world who is on the potential Western hit list will have moved his assets out of the reach of the West. Xi will permit himself a small smile.”
    https://patrickarmstrong.ca/2022/03/04/russia-ukraine-2/
    https://patrickarmstrong.ca/2022/03/04/russia-ukraine-2/

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