Putins Krieg hat das Poten­zial, die Welt­wirt­schaft aus dem Tritt zu bringen

Vordergründig spielt Russland keine wichtige Rolle in der globalen Ökonomie – kleiner als die Wirtschaft Italiens, technologisch rückständig und abhängig von Importen aus dem Westen. Dennoch hat der Krieg um die Ukraine das Potenzial, die Weltwirtschaft aus dem Tritt zu bringen, denn die Lage war schon vor dem Angriff Russlands fragil.

Nur mit massiven staatlichen Ausgabenprogrammen und einer Liquiditätsflutung durch die Notenbanken war es gelungen, die Folgen der Corona-Pandemie zu überwinden.

Anhaltende Angebotsstörungen und die schon seit Jahren zu geringen Investitionen in die Erschließung neuer fossiler Energiequellen führten zu Inflationsdruck und der Erwartung steigender Zinsen. Die lange gegebenen Probleme – hohe Verschuldung, Blasenbildung an den Finanzmärkten, geringe Produktivitätsfortschritte, einsetzender demografischer Wandel – ließen das Szenario einer Stagflation realistisch erscheinen.

Krieg und Sanktionen führen nun zu einem Schock. Die Rohstoffpreise, vor allem Öl und Gas, steigen deutlich. Zwar dürfte das internationale Ölkartell OPEC auf Druck des Westens die Ölförderung ausweiten, aber das ist nur beschränkt möglich und dauert.

Bei Gas ist die Lage aufgrund der begrenzten Verladekapazitäten für LNG schwieriger. Höhere Energiepreise treiben zunächst die Inflation, begünstigen aber eine mögliche Rezession, weil die Kaufkraft sinkt und die Unternehmensmargen schrumpfen. Damit endet der Zinserhöhungszyklus, bevor er begonnen hat. Die Staaten werden noch mehr Schulden machen.

Unabhängigkeit von ausländischen Kapitalgebern

Im Ergebnis führt uns das tiefer in die Sackgasse aus zu hohen Schulden und (nach einem temporären Schock) zu überhöhten Vermögenspreisen. Legte die Reaktion der US-Notenbank Fed nach den Anschlägen vom 11. September 2001 den Grundstein für die amerikanische Immobilienblase und damit für die Finanzkrise, droht der Überfall auf die Ukraine die Situation weltweit auf ein neues Niveau zu treiben – mit allen Risiken für das Finanzsystem.

Es ist eine Ironie, dass Russland in den vergangenen Jahren vergleichsweise solide gewirtschaftet hat. Es hat eine Staatsverschuldung von 18 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP). Das ist der sechstniedrigste Stand weltweit.

Bis zuletzt hatte das Land einen Haushaltsüberschuss, weshalb es nicht von ausländischen Kapitalgebern abhängt. Im Gegenteil: Monatlich flossen rund zehn Milliarden Dollar in den Staatsfonds, dessen Vermögen sich im Sommer 2021 auf 185,9 Milliarden US-Dollar belief, gut zwölf Prozent des russischen BIP. Russland hat Devisenreserven in Höhe von 635 Milliarden Dollar, die fünfthöchsten der Welt.

Das Land hat vor allem seine Goldreserven deutlich ausgebaut und den US-Dollar-Anteil reduziert. Kein Wunder, dass der russische Botschafter in Schweden Viktor Tatarinzew in einem Interview mit der Zeitung “Aftonbladet” es so zusammenfasste: “Entschuldigen Sie meine Ausdrucksweise, aber wir scheißen auf ihre ganzen Sanktionen.”

handelsblatt.com: “Putins Krieg hat das Potenzial, die Weltwirtschaft aus dem Tritt zu bringen”, 25. Februar 2022

Kommentare (80) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
    • weico
      weico sagte:

      @DT

      “Dieser Thread zeigt einmal mehr:
      Wer die Fakten LEUGNET, muss welche ERFINDEN.”

      Dabei sind die FAKTEN der NATO-Osterweiterung doch so KLAR und die verheerenden AUSWIRKUNGEN so offensichtlich . ZUdem wurden sie ja schon vor JAHREN öffentlich aufgezeigt . Wer dies NATO-Osterweiterung als Auslöser der “Sonderoperation” LEUGNET und NEGIERT der ERFINDET wirklich etwas…

      PhilSt hat ja schon einen kleinen Ausschnitt aus Mearsheimer’s Prophezeiungen (2015) gebracht.

      Hier sein ganzer Vortrag:
      https://www.youtube.com/watch?v=JrMiSQAGOS4

      Antworten
      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ weico

        >Wer dies NATO-Osterweiterung als Auslöser der “Sonderoperation” LEUGNET und NEGIERT der ERFINDET wirklich etwas…>

        FAKT ist:

        Am 27. Mai 1997 kommt es zur NATO-Russland-Grundakte. Darin verpflichten sich beide Seiten, die Souveränität aller Staaten zu achten. Russland erkennt an, dass es kein Vetorecht gegen die NATO-Mitgliedschaft anderer Länder hat.

        FAKT ist:

        Im April 2008 lehnte ein NATO-Gipfel den Antrag der Ukraine auf Mitgliedschaft ab, obwohl die USA ihn unterstützte.

        Wo ist die NATO-Osterweiterung NACH 2008?

        Es gibt KEINE.

        Damit gibt es auch KEINEN Auslöser für eine Sonderoperation.

        Sie ERFINDEN eine Rechtfertigung für den Krieg gegen die Ukraine.

        Ich erkenne an, dass sich Russland bedroht findet.

        Die Bedrohung liegt NICHT in den militärischen Aktivitäten der Nato und auch NICHT im militärischen Potenzial der Ukraine.

        Sie liegt im BESTREBEN der Ukraine, das westliche Wirtschaftsmodell anzunehmen, damit eine signifikante ABKEHR vom vorherrschenden russischen Staats- und Gesellschaftsverständnis zu vollziehen, sowie letztlich ein attraktives GEGENMODELL an der Grenze Russlands zu etablieren.

        Wenn Russland das vermeiden will, muss es VERHANDELN statt MAXIMALE Forderungen, die nicht erfüllbar sind, zu stellen.

        WARUM sollten die baltischen Staaten aus der NATO austreten müssen, wenn die NATO von dort bis heute keinen Fuß auf russisches Gebiet gesetzt hat?

        Wer DAS fordert, sucht einen Vorwand, um einen Krieg anzuzetteln.

  1. Stoertebekker
    Stoertebekker sagte:

    @R Ott 22:32

    Ja, ich war Inhaber und Vorstand. Hab dafür allerdings mein Haus und meine Familie verpfänden müssen. Wo die alten Kombinatsdirektoren Häuser für >30% Anteile an millardenschweren Rohstoffkonzernen herhaben sollten, brauchen wir ja wohl nicht zu diskutieren.

    Sie können das ja gut finden. Ich finde tote, inhaftierte, auf der Flucht befindliche Oligarchen menschenverachtend. Auch wenn ich deren vorherige Bereicherung nicht gut finde. Besteuern, Geldwäsche verhindern, aber leben lassen. (Ja, ich weiß, dass der Westen ganz scharf auf die Kohle der Russen ist, insbesondere Ihr geliebtes UK. Das muss Russland aber nicht hindern, VORHER das Geld einzusammeln und was Vernünftiges damit zu machen.)

    Nehme an, Putin stellt bei Bedarf auch ein Freiwilligenbataillon aus Drittländern auf (neben dem tschetschenischen). Da können Sie sich ja melden und für die Abschaffung des Rundfunkbeitrags des ÖRR in westlichen Ländern (=nicht mehr existent), die Beteiligung von Frauen an der Regierung und die unmittelbare und gewaltsame Auflösung von FFF-Demos kämpfen. Oder sich an der BUK ausbilden lassen und malaysische Flugzeuge vom Himmel holen. Oder lernen, wie man Nervenkampfstoffe unbemerkt appliziert. Und vor allem Ihre Söhne, Neffen, Freunde oder was weiß ich, in die Hände der verantwortungsvollen Ausbilder des russischen Militärs zu geben. Gucken sich die armen Sch… an, die irgendwo fernab der Heimat gefangengenommen werden oder verrecken. Man, man, man. Ach, und nehmen Sie @weico gleich mit. Die Schweiz isr diesbezüglich ja zur bösen EU übergelaufen.

    Offenbar sind die DDR-Erinnerungen bei Ihnen schon verblasst. Genau deswegen leuchtet mir jeden Morgen beim Rechnerhochfahren meine Stasi-Akte vom Bildschirmschoner entgegen. NIE WIEDER. Jedenfalls nicht für mich.

    Antworten
    • weico
      weico sagte:

      @Stoertebekker

      ” Genau deswegen leuchtet mir jeden Morgen beim Rechnerhochfahren meine Stasi-Akte vom Bildschirmschoner entgegen. NIE WIEDER. Jedenfalls nicht für mich.”

      Genau darum sollten sie sich für Dialog ,wie die AfD propagiert, einsetzen und nicht den Altparteien und deren NATO-Kriegstreiberei nachhängen.

      Sie wollen ja sicher nicht (schon) wieder bei einem Rot/Grünen SOZIALISTEN-Verlierersystem mitmachen ,oder…Ups

      Antworten
      • Stoertebekker
        Stoertebekker sagte:

        @weico

        Sie haben es nicht verstanden. Die sind nicht dialogFÄHIG.

        Unterdrückung, Mord, Missbrauch sind die Mittel. Angst schüren, um die eigene Angst zu verdrängen. Putin hat in der Kindheit schmerzvoll erfahren, dass der stärkere gewinnt. Deshalb führt er den Staat jetzt wie einen Geheimdienst – inklusive des aberwitzigen Kriegseuphemismus „Spezialoperation“. Stasi pur.

        (P) ups (en) sie nur weiter.

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Stoertebekker

        Sie sind auch nicht dialogfähig. Das ist erstmal noch kein Problem, wenn Sie sich nur moralisch empören wollen, aber wenn Sie wollen, dass der Konflikt irgendwie durch Verhandlungen und nicht durch die militärische Erschöpfung einer Seite mit entsprechend vielen Toten beendet wird (mir fallen auch noch pessimistischere Szenarien ein…), dann müssen Sie mehr anbieten als moralische Totalverurteilung und irgendwelche küchenpsychologischen Interpretationen von kolportierten Kindheitserlebnissen. Das ist ja Propaganda wie auf dem Niveau vom letzten Irakkrieg, da tauchten plötzlich auch amerikanische Psychologen auf und gaben Psychoanalysen über Saddam Hussein zum Besten, obwohl sie den Mann nie persönlich getroffen hatten.

        “inklusive des aberwitzigen Kriegseuphemismus ‘Spezialoperation’. Stasi pur.”

        Als Gaddafi in Libyen von der US-geführten Militärkoalition weggebombt und das Land in die Anarchie hineingebombt wurde, nannten die USA das aberwitzigerweise eine “humanitäre Intervention”. CIA pur.

        https://www.zeit.de/politik/ausland/2011-03/libyen-obama-washington-kriegsdoktrin

        Oder war das etwas ganz anderes, weil Obama bestimmt eine schöne Kindheit hatte?

      • Stoertebekker
        Stoertebekker sagte:

        @R Ott

        Mittlerweile sollten Sie mich kennen. Aber weil Sie’s immer wieder vergessen – mich interessieren vor allem Fakten und keine Küchenpsychologie.

        Die Angaben zu seiner Kindheit stammen aus seiner de facto Autobiografie. (От первого лица.
        Разговоры с Владимиром Путиным) Die ständigen Prügeleien waren übrigens der Grund für das spätere Kampfsport-/Judo-Training.

        Zum zweiten. Wenn ich Dinge in Russland nicht gut finde, heißt das noch lange nicht, dass ich dieselben Aktionen des Westens gut heiße. Sie können schlicht nicht verstehen, dass man nicht auf der einen ODER der anderen Seite steht. Sondern beide Seiten misstrauisch auf “walk the talk” begutachtet. Insofern war die Libyen-Aktion selbstverständlich ein Affront. Und jede Menge anderer Dinge ebenfalls.

        Aber das heißt eben auch nicht, dass man sanktionierte Mordanschläge, Kleptokratie, Kriege kleinredet. Nicht bei Putin. Und genausowenig bei Israel/Mossad oder CIA/USA.

        Es gibt Gründe für den Lauf der Entwicklungen. Aber es gibt keinen Grund für einen Krieg. Putin hat 20 Jahre alles in der Hand gehabt, einen wirklich attraktiven und leistungsfähigen Staat aufzubauen. Stattdessen – Geheimdienststil.

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Stoertebekker

        Volle Zustimmung mit der Ergänzung:

        Geheimdienststil mit KONTOLL-MANIE.

        Putins Fehlschluss:

        Wenn man ALLES kontrolliert, kann man sich auch alles ERLAUBEN.

        Die Konsequenzen dieses Fehlschlusses werden jetzt offengelegt.

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Stoertebekker

        “Mittlerweile sollten Sie mich kennen. Aber weil Sie’s immer wieder vergessen – mich interessieren vor allem Fakten und keine Küchenpsychologie.”

        Dafür dass Sie angeblich vor allem an Fakten interessiert sind, schreiben Sie in letzter Zeit relativ wenig von Fakten und relativ viel von Gefühlen.

        “Sie können schlicht nicht verstehen, dass man nicht auf der einen ODER der anderen Seite steht. Sondern beide Seiten misstrauisch auf “walk the talk” begutachtet”

        Haben Sie mich weiter oben nicht noch mit Schaum vor dem Mund gefragt, wann ich mich bei den Russen für das Abschießen von Flugzeugen ausbilden lasse – oder als Nervengift-applizierender Auftragskiller?

        Oder haben Sie sich mittlerweile wieder beruhigt?

        “Aber das heißt eben auch nicht, dass man sanktionierte Mordanschläge, Kleptokratie, Kriege kleinredet. Nicht bei Putin. Und genausowenig bei Israel/Mossad oder CIA/USA.”

        Das ist doch ein vernunftiger Standard. Nur leider ändert das nichts daran, dass wir irgendwie ein Auskommen sowohl mit “Putin” (der Staat, an den Sie vermutlich dabei denken, heißt übrigens Russland), Israel, den USA, und sogar den Taliban in Afghanistan und deren jeweiligen Geheimdiensten finden müssen.

        Und weil alle von denen Dreck am stecken haben, sollten wir das unter der Maßgabe tun, dass wir als Deutsche unsere eigenen nationalen und strategischen Interessen dabei so weit wie möglich realisieren können, oder? Moralisch überlegen ist von denen nämlich keiner dem anderen.

        Statt Ihrer Stasiakte gibts bei unseren tollen amerikanischen Freunden zum Beispiel ein System namens “xkeyscore”, das vermutlich mehr über Ihre Gedanken und Vorlieben weiß als es ein Stasi-Spitzel je zu träumen gewagt hätte. Es sind die gleichen Lügen und die gleichen Überwachungsmechanismen, nur mittlerweile mit schnelleren Mikroprozessoren und mehr Farben in der Werbung. Sogar die marxistische kollektivistische Ideologie kommt wieder, nur heute in den USA viel bescheuerter als damals in der DDR, wo garantiert kein SED-Sportfunktionär “Frauen mit Penis” in den Frauen-Umkleideraum gelassen hätte.

        Tatsächlich verteidigen wir unsere Interessen nicht, sondern wir verleugnen sie. Wir dienen uns den USA als Vasallen an und bekommen dafür zur Belohnung einen Krieg vor unserer Haustüre und steigende Rohstoff- und Energiepreise. Und das schöne warme Gefühl moralischer Überlegenheit, das die mediale Kriegspropaganda in uns erzeugt. Sie halten das für ein gutes Geschäft, ich nicht.

        Versuchen Sie Ihre moralische Empörung einen Moment zu vergessen und überlegen Sie, was in den letzten 7 Tagen tatsächlich passiert ist: Der Westen hat es abgelehnt, gegenüber Russland für die Ukraine einen neutralen Status zuzusichern (obwohl sie jahrzehntelang einen hatte), trotz verklausulierter russischer Kriegsdrohungen im Falle eines Scheiterns der Verhandlungen – jetzt haben wir Krieg. War es das wert?

        Würden Sie für die Ukraine Ihr Leben riskieren? Oder nur flammende Moralappelle schreiben?

      • Stoertebekker
        Stoertebekker sagte:

        @R Ott

        Bin tiefenentspannt, auch wenn es hin und wieder mal eines kleinen Dampfablassens bedarf.

        Mir geht es darum, dass ein Krieg grundsätzlich nicht geht. Ich weiß, dass wir immer mit der geopolitischen Situation fertig werden müssen. Ich weiß, dass wir Sicherheit und Landesverteidigung sträflich vernachlässigt haben, dass wir innere Sicherheit nicht ordentlich aufgesetzt haben usw.

        Ich weiß aber auch, dass der jetzige Krieg nicht nur dem Ablehnen der Neutralitätsanforderung entspringt. Das war der letzte Tropfen. Donbass/Luhansk und Krim waren nicht akzeptabel – ein Überfall und die Verletzung der ukrainischen Souveränität. (wobei nix gegen die Aufnahme flüchtender Russen aus diesen Gebieten in Russland spricht)

        Und auch Georgien war nix Anderes. Und auch die Enteignung von Shell, die Verhaftung (und der ggfs. nicht verhinderte Tod) von Magnitzky und so vieles Andere haben von RUSSISCHER Seite dazu beigetragen, dass die Dinge eskalieren. Die nehmen sich alle nix. Insofern Gleichstand bei Greueltaten und der auf den Krieg zulaufenden Entwicklung. Aber Russland hat jetzt den Trigger gezogen. Und DAS ist nicht entschuldbar. Mit nichts.

        Eine solide russische Entwicklung, die Putin in seiner Hand hatte, hätte noch zu Zeiten von Janukowitsch zu anderen Kräfteverhältnissen führen können. Nicht gewollt, nicht gekonnt, lieber im Innern für Medienabschaltung gesorgt. Wer CEO-ritis bekommt, hört auf, kritisch zu denken. Allein deswegen sind Beschränkungen der Amtszeiten notwendig. Hat man ja auch bei uns gesehen.

        PS Dass die Amerikaner mich im System haben, weiß ich (allein deswegen, weil ich in Nordkorea war). ABER ich konnte und kann mein Leben FREI gestalten, jedenfalls soweit ich das bisher wollte. Und das, lieber Hr. Ott, ist mir das WICHTIGSTE. Die DDR hatte einen Job für mich geplant, hätte mir ggfs. eine Wohnung zugeteilt und hat schon vor dem Studium dauernde Dankbarkeit verlangt. Keine Ahnung, warum Sie auf die Amerikaner schimpfen und Putin entschuldigen. Hier IST es um Welten besser. Für Leute mit freiem Geist.

        PS2 Bzgl. der Fakten. Hab Sie in der letzten Woche bei meiner langen Diskussion mit @DT, @ThM und @ChA vermisst. Da ging’s um Fakten.

  2. Alexander
    Alexander sagte:

    Der deutsche Nachfolgestaat führt endlich Krieg gegen Russland, nach 30 Jahren vergeblicher Anläufe illegaler Auslandseinsätze sind die Bundesdeutschen bereit für den Waffengang gegen das Pöse.

    Nach desolaten Jahren von Bankenkrisen,
    – dem möglichen Auseinanderbrechen der Eurozone,
    – dem Ausscheiden Großbritaniens,
    – dem Verzicht Polens auf den Euro,
    – Wachstums, Konjunkturschwächen
    finanziert durch eine Ausweitung der Zentralbankbilanz um Ü300%….

    ….fühlt man sich nach zwei Pandemiejahren incl. Verlust sämtlicher Grundrechte bereit dem big game der Siegermächte beizutreten.

    Dass die privaten Geldvermögen (incl. Immobilien) nur Ausdruck einer Überschuldung sind ficht die voll Immunisierten so wenig an, wie die Demographie der Republik und ihre Schwäche für Innovationen, Produktivitätsforschritte und Fachkräftemangel.
    Dass der Großteil der Produktion in China erfolgt und man die Produkte günstigstenfalls im deutschen Kernland montiert – stört nur die Importeure klammer Lieferketten…

    Die Bundesrepublik ist ein totes Pferd und ihren Reitern darf man eine gute Reise wünschen.

    Antworten
  3. JürgenP
    JürgenP sagte:

    @Zweifler 17:21
    Wenn man in diesem Blog liest …

    „Putin hat klar erklärt, dass er an der Ukraine nicht interessiert ist . Er will schlicht ,völlig zurecht, keine NATO vor der eigenen Haustür. Der ukrainische Präsident/Parlament hat es SELBER in der Hand, die NATO-Zwängerei aufzugeben und den Konflikt zu beenden“

    … hat sich offensichtlich ein höchst erfahrener Militärhistoriker geäußert, der in der Lage ist, die Komplexität der Auseinandersetzung vollkommen („schlicht“) auf den Punkt zu bringen. Auch von der Zuschauertribüne im Deutschen Bundestag aus sprechen hin und wieder dorthin verfrachtete Leute an das einfache Volk mit einfachen Losungen für schnelle Lösungen.

    Das Ende des Prozesses der Kriegsführung mit einer Einigung mag im Nachhinein „schlicht“ erscheinen, jedoch hat es zuvor viel Kompetenz die Zusammenhänge zu begreifen, guten Willen zum Verstehen auch der anderen Seite und insbesondere das wahrhafte Interesse an einer Beendigung dieses Krieges auf Grundlage von Menschenrechten abverlangt.

    Putin ist der Letzte, der Kompetenz, Willen und Interesse aufbringt. Allein die Taten zählen.

    Einfache und schnelle Lösungen anzubieten in einer Situation, in der Menschen um ihr Leben kämpfen – egal auf welcher Seite -, spricht sehr dafür, aus der Historie nichts gelernt zu haben. Denn eine einfache Lösung gibt es zurzeit nicht. Sie gibt es für viele Probleme nicht, die in diesem Blog diskutiert werden.

    Antworten
    • weico
      weico sagte:

      @JürgenP

      “Denn eine einfache Lösung gibt es zurzeit nicht”

      Solange die NATO die “Osterweiterung” vorantreiben will und die Ukraine diese Zwängerei unterstützt, gibt es wirklich keine einfache Lösung.

      “Am 7. Februar 2019 verankerte das Parlament mit einer Mehrheit von 334 der 450 Abgeordneten in der Verfassung eine „strategische Orientierung der Ukraine zum vollständigen Beitritt zur EU und der NATO”
      https://de.wikipedia.org/wiki/Verfassung_der_Ukraine

      Fazit:
      Wer mit dem Feuer spielt ….

      Antworten
      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @weico

        Doch, eine einfache Lösung gäbe es schon, zumindest eine, welche die Lage sofort entspannen würde: Mindestens einer der derzeitigen NATO-Mitgliedsstaaten müsste erklären, ein Beitrittsgesuch der Ukraine in jedem Fall mit einem Veto zu blockieren.

        Damit würde derjenige Staat (oder genauer: dessen aktuelle Regierung) dann effektiv eine Sicherheitsgarantie gegenüber Russland aussprechen, und diese Regierung würde sofort ins Sperrfeuer der NATO-Propaganda und der aktuell wieder äußerst zahlreich auftretenden geopolitischen Moralapostel genommen werden und vermutlich stark ins Wackeln kommen. Wäre ja auch schlecht fürs Kriegsgeschäft, unsere Rüstungsindustrie kann schon die Farbe der frisch gedruckten Dollar- und Euro-Scheine riechen.

        Deshalb werden die Russen darauf bestehen, dass die Sicherheitsgarantie beziehungsweise die Neutralität der Ukraine schnellstmöglichst formalisiert wird.

        An dem Punkt waren wir Anfang Februar auch schon, aber die westlichen Regierungen waren ja der Auffassung, dass eine NATO-Mitgliedschaftsperspektive für die Ukraine es unbedingt wert sei, einen Krieg zu riskieren.

    • JürgenP
      JürgenP sagte:

      @weico
      “Solange …” >> Alles klar.
      @ RO
      “… welche die Lage SOFORT entspannen würde …” >> so simpel geht das also. Nur zu.

      Neues Motto zum Beendigen jedweden Krieges gegen Kinder & Mütter: „Alles muss so einfach wie möglich sein. Aber nicht einfacher.“ (A.E.)

      Antworten
      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @JürgenP

        “… welche die Lage SOFORT entspannen würde …” >> so simpel geht das also. Nur zu.

        Sie können auch versuchen, zu argumentieren, wieso solch eine Zusage -sofern sie glaubwürdig ist- die Lage nicht entspannen würde.

        Das würde auch die “Kinder & Mütter” (sind die Männer alle im Urlaub?) interessieren, um deren Wohlergehen Sie sich angeblich so sehr sorgen.

      • weico
        weico sagte:

        @ JürgenP

        “Neues Motto zum Beendigen jedweden Krieges gegen Kinder & Mütter: „Alles muss so einfach wie möglich sein. Aber nicht einfacher.“ (A.E.)”

        Fangen sie damit an, in ihrer “Wertegemeinschaft” ! Aber bitte ein wenig schneller, als mit ihrer Klimarettung ! (o.w)

  4. Zweifler
    Zweifler sagte:

    Vor kurzem waren wir besonders hier, aber auch in anderen Blogs, alle noch besonders gescheite Virologen. Seit ein paar Tagen hingegen sind wir hochdekorierte Generäle, erfahrene Geostrategen und Historiker. Was kommt als nächstes?…Atomphysiker und Ballistiker vielleicht.
    Mein Tipp, der sicher keinen interessiert: Kehren wir auf die Erde zurück, mit beiden Beinen.

    Antworten
    • Hansjörg Pfister
      Hansjörg Pfister sagte:

      @Zweifler
      “Mein Tipp, der sicher keinen interessiert:”
      Als jemand dem man nicht vorwerfen kann, sich nicht ausreichend mit Hochgeistigem und Hintergründigem beschäftigt zu haben, kann ich Ihnen da nur widersprechen: Mich interessiert das. Möge man sich seines gesunden Menschenverstandes bedienen, der funktioniert meistens sehr gut und sich nicht in irgendwelchen pseudointellektuellen Verdrehungen und Entrückungen selbst gefallen. Man ist ja so schlau im Gegensatz zu diesen ganzen Schafen und so.

      Antworten
    • markus
      markus sagte:

      @zweifler:
      Wenn es nicht so eine dramatische Lage wäre, könnte man doch sagen, dass ist eine positive Entwicklung, oder? Aktive demokratische Bürger in Diskussion.

      Andererseits: Wenn man anhand der Corona Politik sieht, wie entweder inkompetent oder opportunistisch viele (ich sage nicht alle!) unserer Politiker agieren, bleibt einem fast nichts anderes übrig.

      Antworten
      • markus
        markus sagte:

        @RO

        Zu “geimpft, genesen oder tot”: Ich nehme an, Sie meinen Ihren Kommentar aus der Sicht eines Älteren. Ich kann Ihnen versichern, aus der sich von Eltern hört sich das mittlerweile fast höhnisch an. Das Gesundheitsamt hier hat neuerdings für Kontakte ersten Grades (z.B. im gleichen Haushalt) nur PCR Tests (70€) bezahlt, wenn ein positiver Schnelltest vorliegt. Ich kann Ihnen versichern, dass bei Kindern mit milden oder asymptomatischen Verläufen (ich kenne keine anderenFälle in meinem gesamten Bekanntenkreis), die Schnelltests nur sehr selten anschlagen und obendrein die Zeitspanne für positive PCR Tests sehr kurz sein kann und damit diese Kinder vorraussichtlich NIE amtlich genesen sein werden. Eigene Erfahrung. Was egal wäre, wenn damit nicht Grundrechtseinschränkungen einher gingen…

    • Richard Ott
      Richard Ott sagte:

      @Zweifler

      “Vor kurzem waren wir besonders hier, aber auch in anderen Blogs, alle noch besonders gescheite Virologen. Seit ein paar Tagen hingegen sind wir hochdekorierte Generäle, erfahrene Geostrategen und Historiker. ”

      Also laut dem angeblich besonders gescheiten Professor Lauterbach müsste ich als Ungeimpfter seit heute entweder “genesen, geimpft oder tot” sein.

      https://www.n-tv.de/panorama/Ungeimpfte-bis-Maerz-geimpft-genesen-oder-leider-verstorben-article22893169.html

      Tja, manche hier wird es sehr ärgern, aber heute ist der 01. März und ich bin immer noch keines von den dreien.

      Warum soll ich es hinnehmen, mir von irgendwelchen abgehalfterten Typen irgendwelchen Bullshit erzählen zu lassen, nur weil in den Massenmedien Propaganda für die gemacht wird? Ihre Glaubwürdigkeit haben sie schon längst verspielt.

      Antworten
  5. Stoertebekker
    Stoertebekker sagte:

    Das Drama hat doch Russland selbst zu verantworten. Wären nach 1991/1999 stabile justiziable Verhältnisse geschaffen worden, mit Sicherheit für Eigentum/Privateigentum, hätte Russland zu einem wirtschaftlich und gesellschaftlich starken Staat aufsteigen können.

    Geachtet für die erfolgreiche Wandlung vom kommunistischen zum marktwirtschaftlichen System, leistungsfähig und mit allerlei Produkten, die in der Welt gefragt sind. Es gab und gibt so viele hervorragende Naturwissenschaftler, IT-Spezialisten usw.

    Gescheitert ist das an einer lausigen Privatisierung (war 1993 in St. Petersburg und hab die Kuponbögen in der Hand gehabt; leider als Student und ohne Geld; müsste mir heute sonst ggfs als Oligarch Sorgen machen 😉) und im Anschluss an rechtlosen Zuständen/Korruption/Beamten (gelegentlich auch der Kirche), denen die Eigeninteressen wichtiger waren als der Aufbau einer funktionierenden Gesellschaft.

    Konsequenz: permanente Abschöpfung durch hin und wieder wechselnde, letztlich aber immer irgendwelchen wirtschaftlichen oder/und staatlichen Eliten angehörende Oligarchen.

    Es ist so schade um dieses Land und seine vielen Nationalitäten.

    PS @SFR China hat mit Russland auch noch ne Gebietsrechnung offen. 900.000 qkm sind in der zweiten Hälfte des 19. Jhdt. annektiert worden. Das wird noch ein wenig dauern, könnte aber irgendwann wieder auf den Plan kommen.

    Antworten
    • Richard Ott
      Richard Ott sagte:

      @Stoertebekker

      “Das Drama hat doch Russland selbst zu verantworten. Wären nach 1991/1999 stabile justiziable Verhältnisse geschaffen worden, mit Sicherheit für Eigentum/Privateigentum, hätte Russland zu einem wirtschaftlich und gesellschaftlich starken Staat aufsteigen könne”

      Erinnern sie sich noch an die vielen akademisch hoch dekorierten westlichen Berater, die in den 1990er Jahren nach Russland kamen um die Jelzin-Regierung in wirtschaftlichen Fragen zu unterstützen? Einer der berühmtesten war Jeffrey Sachs, der die Welt mittlerweile auf UN-Ebene mit den “Millennium Development Goals” beglückt. Glauben Sie, die haben versagt – oder haben sie ihren Auftrag erfüllt, nur dass der ein ganz anderer war als der, den sie zu haben vorgaben?

      “Konsequenz: permanente Abschöpfung durch hin und wieder wechselnde, letztlich aber immer irgendwelchen wirtschaftlichen oder/und staatlichen Eliten angehörende Oligarchen.”

      Auf diese Zustände steuern wir im Westen genauso zu, nur dass wir unsere Oligarchen meistens nicht “Oligarchen” nennen, weil der Begriff offenbar für Russland reserviert worden ist.

      In den letzten 2 Jahren hat die Pharmaindustrie fett abgeschöpft, jetzt ist die Rüstungsindustrie dran. Da winkt allein für die Bundeswehr ein 100-Millarden-Euro “Sondervermögen”, was ein besonders schöner Euphemismus für “Neuschuldenaufnahme” ist. ;)

      https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/sondervermoegen-fuer-die-bundeswehr-woher-kommt-das-geld

      Antworten
      • Stoertebekker
        Stoertebekker sagte:

        @R Ott

        Ja, ich weiß um die westlichen Berater. Schwierig, aber ohne wäre es auch nicht gegangen. Aber mit Gajdar, Jawlinski, Gref (?) u.a. gab es ernsthaft gute Leute, die aus diversen Gründen nicht weiter reformieren durften. (Die Zentralbank wird im Übrigen wohl weiterhin von kompetentem Personal gemanagt.)

        Und bzgl. des Abschöpfens – wenn Manager privater Unternehmen hohe Gehälter haben, ist das manchmal sicher ärgerlich. Aber das haben die Aktionäre zu entscheiden und die wehren sich zunehmend.

        Wenn aber Manager von de facto (Rohstoff)Staatskonzernen – Betreiberlizenz vom Staat – gleichzeitig Großeigentümer sind, ist das eine bewusste Ausbeutung des Landes. Das ist ne andere Dimension und heißt dann Oligarch.

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Stoertebekker

        “Ja, ich weiß um die westlichen Berater. Schwierig, aber ohne wäre es auch nicht gegangen. Aber mit Gajdar, Jawlinski, Gref (?) u.a. gab es ernsthaft gute Leute, die aus diversen Gründen nicht weiter reformieren durften.”

        Na, der Hauptgrund war wohl, dass die wirtschaftlichen Folgen der “Reformen” in den 1990ern so eine desolate gesellschaftliche Situation in Russland hervorriefen -inklusive der Herausbildung der neuen Oligarchen-Kaste-, dass die Bevölkerung den starken Mann mit Geheimdiensthintergrund zum neuen Präsidenten wählte. Oder wollen Sie auf etwas anderes hinaus?

        “Und bzgl. des Abschöpfens – wenn Manager privater Unternehmen hohe Gehälter haben, ist das manchmal sicher ärgerlich. Aber das haben die Aktionäre zu entscheiden und die wehren sich zunehmend.”

        Interessant, dass Sie bei “Oligarchen” mit gesellschaftlichem Einfluss zuerst an Manager denken. Mir wären spontan eher Leute wie Warren Buffett oder Elon Musk eingefallen, die ihren gesellschaftlichen Einfluss zum Beispiel erfolgreich dazu genutzt haben, dass für pleite gegangene Unternehmen in ihrem Konglomerat große staatliche “Rettungspakete” geschnürt wurden oder die erfolgreich für die Einführung massiver staatlicher Subventionen für die von ihnen hergestellten Produkte lobbyiert haben.

        “Wenn aber Manager von de facto (Rohstoff)Staatskonzernen – Betreiberlizenz vom Staat – gleichzeitig Großeigentümer sind, ist das eine bewusste Ausbeutung des Landes. Das ist ne andere Dimension und heißt dann Oligarch.”

        Manager und gleichzeitig Großeigentümer eines Unternehmens? Das nennt man dann wohl “Gesellschafter-Geschäftsführer” – waren oder sind Sie nicht auch so einer, wenn auch ein paar Nummern kleiner? ;)

        Das gleiche Phänomen gibt es in der neuerdings angeblich so demokratischen und progressiven Ukraine übrigens auch. Ein Industrie-, Rüstungs-, Schokoladen-, und Medienkonzernbesitzer ist in der Ukraine als Oligarch sogar zum Präsidenten gewählt worden. Man munkelt auch, dass es in den USA ein Immobilien- und Medienunternehmer auch schon einmal so weit gebracht hat…

  6. SB K.
    SB K. sagte:

    Ich bin furchtbar traurig über den größten Teil der Kommentare. Es sind Kinder, Frauen, Männer getötet worden. Es sitzen Kinder, Frauen, Männer, Alte, Kranke Menschen in den Städten der Ukraine in den Kellern. Diese Menschen durchleiden die schlimmste Zeit Ihres Lebens…

    Und Sie, Sie sitzen in Ihren gemütlichen, beheizten Häusern und philosophieren über die Schuldfrage. Sie wagen es, dass höchste Gut auf Erden, mit dem Sicherheitsinteresse eines durchgeknallten Mannes aufzuwiegen. Unglaublich.

    Antworten
    • Hansjörg Pfister
      Hansjörg Pfister sagte:

      @SB K.
      Ich kann Ihnen da nur beipflichten. Ich habe heute mit einer Bekannten gesprochen, einer Ukrainerin, in Kiew aufgewachsen und ihre Eltern leben heute noch dort. Sie ist nicht dumm, hat ein Doppelstudium hinter sich, spricht perfekt russisch, kennt sich bestens mit russischer Literatur aus und sie findet das vollkommen richtig was der Putin da macht und sie hätte das schon vor acht Jahren so gemacht. Dann ein Anruf, Explosionen in der Nähe “ihres” Hauses, da wo ihre Eltern im Keller hocken. GottseiDank nichts passiert, noch nicht. Da schmeißt dieser Mistkerl Bomben auf ihre Eltern und sie findert das toll. So verdreht kann man sein. Sieht man hier schon im Forum.

      Antworten
      • Bauer
        Bauer sagte:

        @ HJ Pfister

        Ihre Bekannte weiss offensichtlich ihre rationalen Erkenntnisse von ihren Emotionen zu trennen, beides zu artikulieren und differenziert auszudrücken.

        Meine Gefährtin ist Russin mit ukrainischem Pass und in vergleichbarer Lage. Auch sie behält kühlen Kopf, akzeptiert zwar Putins Vorgehen und macht sich Sorgen um ihre Angehörigen in Kyiv und Mariupul.

        Geopolitische Sünden rächen sich unweigerlich, q.e.d.

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @SB K.

        “Ich bin furchtbar traurig über den größten Teil der Kommentare. Es sind Kinder, Frauen, Männer getötet worden. Es sitzen Kinder, Frauen, Männer, Alte, Kranke Menschen in den Städten der Ukraine in den Kellern. Diese Menschen durchleiden die schlimmste Zeit Ihres Lebens… ”

        Gestatten Sie mir eine Frage? Haben Sie in den letzten 7 Jahren jemals einen Kommentar zum “Minsker Abkommen” geschrieben? Oder sind Sie erst vor kurzem “furchtbar traurig” geworden?

        “Und Sie, Sie sitzen in Ihren gemütlichen, beheizten Häusern und philosophieren über die Schuldfrage. Sie wagen es, dass höchste Gut auf Erden, mit dem Sicherheitsinteresse eines durchgeknallten Mannes aufzuwiegen. Unglaublich.”

        Sie sitzen vermutlich auch in einem gemütlich beheizten Haus und fassen hier Moralappelle ab. Glauben Sie, das bringt uns irgendwie weiter?

        Übrigens ist das “Sicherheitsinteresse” nicht dasjenige von Putin, sondern das von Russland. Wenn Sie darüber geschockt sind, dann lesen Sie besser nicht dieses Memo vom damaligen US-Botschafter William J. Burns in Russland aus dem Jahr 2008 (der übrigens seit 2021 der Chef der CIA ist…), der beschreibt nämlich in geradezu prophetischer Weise die russische Interessenlage genauso:

        “NYET MEANS NYET: RUSSIA’S NATO ENLARGEMENT REDLINES
        Date: 2008 February 1, 14:25
        B. MOSCOW 182
        Classified By: Ambassador William J. Burns.
        (…)
        Russian Opposition Neuralgic and Concrete
        —————————————–
        5. (C) Ukraine and Georgia’s NATO aspirations not only touch
        a raw nerve in Russia, they engender serious concerns about
        the consequences for stability in the region. Not only does
        Russia perceive encirclement, and efforts to undermine
        Russia’s influence in the region, but it also fears
        unpredictable and uncontrolled consequences which would
        seriously affect Russian security interests. Experts tell us
        that Russia is particularly worried that the strong divisions
        in Ukraine over NATO membership, with much of the
        ethnic-Russian community against membership, could lead to a
        major split, involving violence or at worst, civil war. In
        that eventuality, Russia would have to decide whether to
        intervene; a decision Russia does not want to have to face.”

        https://wikileaks.org/plusd/cables/08MOSCOW265_a.html

        @Herr Pfister

        ” Ich habe heute mit einer Bekannten gesprochen, einer Ukrainerin, in Kiew aufgewachsen und ihre Eltern leben heute noch dort. Sie ist nicht dumm, hat ein Doppelstudium hinter sich, spricht perfekt russisch, kennt sich bestens mit russischer Literatur aus und sie findet das vollkommen richtig was der Putin da macht und sie hätte das schon vor acht Jahren so gemacht. (…) Da schmeißt dieser Mistkerl Bomben auf ihre Eltern und sie findert das toll. So verdreht kann man sein.”

        Die Schlussfolgerung, dass Putin vielleicht doch nicht so verrückt sein könnte wie er in den Medien der NATO-Staaten dargestellt wird, kommt ihnen auch nach dieser Erfahrung gar nicht in den Sinn?

      • Stoertebekker
        Stoertebekker sagte:

        @R Ott

        Wenn Länder an Russlands Grenze in die NATO WOLLEN, hat das doch einen Grund. Sie könnten ja auch mit Russland ein Bündnis schließen WOLLEN.

        Was meinen Sie, was Polen oder die baltischen Staaten bewogen hat, um NATO-Mitgliedschaft zu ersuchen? Dass Russland das nicht gut findet, ist doch vollkommen klar.

        Es hätte es aber in der Hand gehabt, zu ÜBERZEUGEN. Viel billiger Rohstoff hat die Ukraine ja auch ne Zeit bei der Stange gehalten. Und da sind wir wieder bei meinem ersten Punkt.

        Ein prosperierendes Land, das (Handels)partnern etwas bietet, ist ein attraktiver Partner. Aber wenn unkontrolliert enteignet wird (Shell 2007, Sachalin), wenn unterwegs NEUE Regeln aufgestellt werden, weil irgendjemand „bedient“ werden soll, wenn Steuerberater wegen unliebsamer Kommentare im Gefängnis sterben (Magnitzky) usw., DANN muss man sich halt an die eigene Nase fassen, wenn die Freunde sich eher im Diktatorenmilieu bewegen (oder bei westlichen Politikern mit großem Ego).

        Ich liebe Russland und die Russen, aber die Entfremdung von der restlichen Welt kann Putin sich und seinem Zirkel schon selbst zuschreiben. Der Westen hat ihm manchmal wirklich übel mitgespielt, aber Shell und Magnitzky fanden beispielsweise schon vor Libyen statt. Insofern – da schuldet keiner dem anderen was.

        PS Wenn ein Land ein Sicherheitsinteresse äußert, ist das ja völlig ok. Aber um dessen Erfüllung muss man doch bitteschön RINGEN und kann nicht die Anerkennung durch alle Anderen voraussetzen. Allianzen suchen, verhandeln usw. Immer gleich mit Panzern zu kommen oder mit dem roten Knopf zu drohen, ist schlicht nicht akzeptabel.

      • Hansjörg Pfister
        Hansjörg Pfister sagte:

        “Die Schlussfolgerung, dass Putin vielleicht doch nicht so verrückt sein könnte wie er in den Medien der NATO-Staaten dargestellt wird, kommt ihnen auch nach dieser Erfahrung gar nicht in den Sinn?”
        Nein, kommt es mir nicht. Dieselbe Dame hat auch einen Tag vor dem Angriff behauptet, sie sei sich völlig sicher, dass Putin nicht angreift. Zuerst findet sie toll, dass er ganz bestimmt nicht angreifen wird, dann findet sie es toll, dass er angegriffen hat. Für die Putiniden ist es immer alles verständlich oder gut, was der große Führer der Russkies tut, genauso wie für den ubiquitären Untertanen alles richtig ist, was die Obrigkeit will. Das ist doch alles Selbstbetrug! Nun hat Russland die Ukraine überfallen und nicht umgekehrt. Die Folgen werden auch für Russland desaströs sein. Alles andere ist pseudointellektuelles Geschwätz.

      • weico
        weico sagte:

        @Hansjörg Pfister
        ” Das ist doch alles Selbstbetrug! Nun hat Russland die Ukraine überfallen und nicht umgekehrt. Die Folgen werden auch für Russland desaströs sein. Alles andere ist pseudointellektuelles Geschwätz.”

        Die Leute unterliegen dem NATO Selbstbetrug ,man sein ein “reines Verteidigunsbündnis”, ja schon lange.

        Die NATO hat bewusst über 20 Jahre gezündelt um ihre Osterweiterungsziele zu erreichen und jetzt ist das Feuer halt ausgebrochen.

        Historiker, Diplomat und Pulitzerpreisträger George F. Kennan dazu:

        “Kennan war einer der ersten nachdrücklichen Warner vor einer Osterweiterung der NATO. Am 5. Februar 1997 schrieb er in einem Gastbeitrag für die New York Times, dass die Entscheidung der Regierung Clinton, die NATO bis zu den Grenzen Russlands zu erweitern, der verhängnisvollste Fehler der amerikanischen Politik in der Ära nach dem Kalten Krieg wäre (“expanding NATO would be the most fateful error of American policy in the entire post-cold war era”). ”

        Aber keine Angst, die Historiker werden später sicherlich die Ursachen und Folgen des Ukraine-Konfliktes weiterhin genau untersuchen. Je nach Land natürlich etwas unterschiedlicher und mit unterschiedlichen Ergebnissen.Ups..

        In unseren Breitengraden kennt man dies ja noch vom NATO-Kosovo-Krieg .

        Die nachträgliche Rechtfertigung des NATO-Militäreinsatzes und die glorreiche Rolle der deutschen Politiker… kann man ja im Hufeisenplan nachlesen:

        https://de.wikipedia.org/wiki/Hufeisenplan

      • Stoertebekker
        Stoertebekker sagte:

        @weico

        Das kann man alles so argumentieren. Aber

        WARUM wollten weder Baltikum, noch Polen, nicht Norwegen, nicht Finnland, und auch nicht Moldawien, Ungarn und Rumänien (als die Ukraine noch pro-russisch war), oder auch die Türkei freiwillig ein Militärbündnis mit Russland??? NIEMAND. NIEMAND. NIEMAND.

        DIE müssen das entscheiden. Nicht Sie, nicht Herr Ott, nicht Putin, nicht die NATO.

      • weico
        weico sagte:

        @Stoertebekker

        “DIE müssen das entscheiden. Nicht Sie, nicht Herr Ott, nicht Putin, nicht die NATO.”

        FALSCH

        Sie unterliegen dem Irrtum, dass ein Land alles machen kann, ohne die berechtigten Interessen des Nachbarn in betrachte zu ziehen.

        Wenn ein politisch-militärische Organisation wie die NATO dem Nachbarn so naherückt ,dass dieser seine dauerhaft bekundeten und ignorierten Interessen halt militärisch durchsetzt, dann ist die schlicht ein normales handeln. Nennt sie Geopolitik.

        Es lag an dem nicht wollen der NATO ,dem NATO-willigen Kandidaten “Ukraine” klar zu vermitteln, dass auf Grund von russischen Sicherheitsbedenken ein NATO-Beitritt NICHT in Frage kommt .

        Wenn sie wirklich argumentieren, dass jedes Land wirklich machen kann ,was es SELBER will, dann ist im Endeffekt auch ALLES erlaubt.

        Jede Grossmacht steht im bestreben Hegemonie zu erlangen und der politische Realismus beschreibt dies ja treffend. Das System der internationalen Beziehungen ist nicht demokratisch, hat anarchische Strukturen.

        Sie könne sich die neuste “Interim National Security Strategic Guidance” der USA ja mal anschauen und werden erkennen, dass weitere Konflikte schon vorprogrammiert sind und eintreten MÜSSEN,…weil ANDERE GROSSMÄCHTE EBENFALLS ihre eigenen Hegemonien anstreben.
        Wenn die USA praktisch die ganze Welt als unter ihrem Einflussbereich betrachtet, ist dies halt nur logisch.

        https://www.whitehouse.gov/wp-content/uploads/2021/03/NSC-1v2.pdf

        Fazit:
        Bei mehreren Grossmächten MUSS es daher logischerweise zu Konflikten kommen und wird es auch vermehrt, weil die Grenzen des eigenen Hegemoniestrebens sich manchmal , mangels Diplomatie, halt zu nahe kommen .
        Besonders betroffen sind Grossmächte wie die USA/NATO , die ja vorzugsweise gerne in fremden/entfernten “Grossmachtsgewässern” operieren/agieren und intervenieren wollen .

      • Stoertebekker
        Stoertebekker sagte:

        @weico

        Ihrem Fazit stimme ich ja zu. Aber die ENTSCHEIDUNG, welcher der Großmächte sich ein Land zuwendet, MUSS bei dem Land liegen.

        Die werden aus Eigeninteresse schon die für sie beste Option wählen – und nochmal, WARUM hat keines der europ. Nachbarländer (außer Belarus) die Russland-Option gewählt?

        Weil das russische Modell verlogen und korrupt ist. Als Elite den Westen verdammen und selbst Ausbildung/Einkäufe/Besitz dorthin verlagern. Weil man den EIGENEN (selbst definierten und selbst umsetzenden !) Rechtsverhältnissen und Eigentumsrechten (zurecht) nicht vertraut. BERECHENBARKEIT ist die 0. Priorität. In dieser Hinsicht ist mir der saudische MbS viel lieber als das ganze scheinheilige europäische (Ost & West) Theater.

        Und nochmal: ich finde die ganzen amerikanischen Interventionen grundfalsch. Die russischen aber eben auch. Und wer sich über die moralischen Attitüden der wohlstandsgesättigten Westler (verständlicherweise) aufregt, lässt bitteschön die moralischen Attitüden ggüber den genauso falschen amerikanischen Aktionen auch zu Hause.

  7. Alexander
    Alexander sagte:

    @Eroberungsfeldzug

    Die geringe Zahl ziviler Opfer nach dem Einmarsch russischer Truppen, z.T. erst heranwachsene Panzerbesatzungen, sind Beleg für die russische Absicht keinen blutigen Eroberungsfeldzug bis ins Balikum hinauf zu führen.

    Ein Eroberungsfeldzug macht auch keinen Sinn, wenn die betroffene Bevölkerung nicht unter russischer Führung leben mag und migriert. Die besetzten Teile der Ukraine stellen ihre Lebensfähigkeit in Frage, die Aufteilung gemäß ethnischer Zugehörigkeiten ist kein so schlechter Kompromiß – vgl. Tschechien / Slowakei nach dem Kunststaat der Siegermächte des I.Wk.

    Umgekehrt sind die Massnahmen der Nato wenig vertrauensbildend, wenn man sich vor den Toren Russlands militärisch engagiert und keinen Wert auf Einhaltung von Minderheitenrechten in der Ukraine legte – als Auslöser der Abspaltung von 2014…

    Wie in Syrien wird bewusst ein Bürgerkrieg entfacht unter Legitimation von Lügen durch Waffenlieferungen. Die Zerstörung des Landes und der Tod seiner Bevölkerung wird dabei billigend in Kauf genommen, die Kriegsverbrechen in Syrien wurden erst durch die Schurkenstaaten Iran / Russland unter Tolerierung Chinas beendet.

    Das wird sich in der Ukraine nicht wiederholen, das russische Militär wird so wenig gegen Putin putschen, wie die US Truppen oder die Bunzelwehr gegen ihre Befehlshaber.

    Anders als in Russland stehen jedoch in Europa so viele Bürger gegen ihre Regierungen auf den Straßen wie nie zuvor. Das Ende dieses Politikstils würde rasche ökonomische Entlastung und Planungssicherheit bewirken, wenn Preissteigerungen von Energie, Rohstoffen ausbleiben und die Lieferketten wieder ungestört arbeiten dürfen.

    Zwei lange Jahre Pandemie konnte die ZentralBank alle Vermögenspreise stützen, aber kaum Kriegsmonate überbrücken vor den neunen Varianten eines Virus, für die kommende Gesundheitsaison im Winter 22/23. Der Traum muss platzen, nur das Ausmaß des Schadens macht den Unterschied…

    Antworten
  8. weico
    weico sagte:

    @Philst

    “Was es jetzt braucht ist das, was schon andere Lange gesagt haben. Die auch dieses Schicksal der Ukraine vorhergesagt haben. Wie zum Beispiel: john mearsheimer. Und auch eine Frau Krone-Schmalz.
    Es braucht Diplomatie. Ja auch mit Russland.”

    Es braucht Diplomatie aber am besten halt schon VORHER.

    Mearsheimer hat diese Ukraine-Krise ja schon 2015 vorhergesehen und davor gewarnt:

    “Der einzige sinnvolle Weg aus der Krise sei, die Sicherheitsinteressen Russlands nüchtern einzukalkulieren. Die Ukraine müsse die Rolle des Puffers oder der Brücke akzeptieren, die ihr durch ihre geostrategische Situation vorgegeben sei. Alles andere sei abstrakt und realpolitisch bedeutungslos. Die konstruktive Zusammenarbeit des Westens mit Russland sei zur Lösung wichtiger bestehender und anstehender Probleme von großer Bedeutung und sollte nicht aufs Spiel gesetzt werden.
    Mearsheimer benannte auch die Waffen und “Berater”, die Russland zur Verfügung stellt, um die Ukraine in einen “Bürgerkrieg” zu führen. Nachdem Denkfabriken wie die Brookings Institution sich für Waffenlieferungen an die Ukraine ausgesprochen hatten, um die Kosten eines Angriffs für Putin zu erhöhen argumentierte Mearsheimer dagegen, die strategische Bedeutung sei für Russland so groß, dass es den Konflikt um jeden Preis fortführen würde, bis hin zum drohenden Einsatz von Nuklearwaffen.”

    https://de.wikipedia.org/wiki/John_J._Mearsheimer

    Warum die USA den Ukraine Militärhilfe in Milliardenhöhe gaben, sollte eigentlich jetzt klar sein.

    Die USA könnten diesen Konflikt auch gezielt einberechnet haben, damit der Gegner geschwächt und die eigenen europäischen NATO-Vasallen auf längere Zeit das Thema Russland/Annäherung fallen lassen bzw. vermehrt in das NATO-Bündnis investieren .
    Wer sich die Aussagen im Bundestag angeschaut hat und wie jetzt die Militär-Gelder plötzlich fliessen…, kann sich gut vorstellen , wie sich die US-Strategen ins Fäustchen lachen.

    Antworten
    • Johann Schwarting
      Johann Schwarting sagte:

      @weico

      So

      “Die USA könnten diesen Konflikt auch gezielt einberechnet haben, damit der Gegner geschwächt und die eigenen europäischen NATO-Vasallen auf längere Zeit das Thema Russland/Annäherung fallen lassen bzw. vermehrt in das NATO-Bündnis investieren. Wer sich die Aussagen im Bundestag angeschaut hat und wie jetzt die Militär-Gelder plötzlich fließen…, kann sich gut vorstellen, wie sich die US-Strategen ins Fäustchen lachen.”

      ist es.

      Putins Krieg hat NICHT das Potenzial, die Weltwirtschaft aus dem Tritt zu bringen, sondern ganz im Gegenteil durch die Begründung neuer Kreditpyramiden zusätzliches Wachstum zu generieren. Die Antworten auf der EU-Ebene zeigen, dass die EU-Militärunion ohne Zeitverlust endgültig auf den Weg gebracht wird und die Absätze der militärindustriellen Komplexe in Rekordzeit hochgetrieben werden. Oder wozu dient der 100 Milliarden Sonderfond, der gerade aufgelegt wurde und nur ein Fliegenschieß ist? Es geht um Billionen! Die Richtungen der globalen Neuordnungen zeichnen sich ab! Der Fond, die Haftungsfreistellungen wegen Corona, europaweite Infrastruktur und die langfristigen Verschuldungssummen durch die EU-weite Dekarbonisierung der Wirtschaft zwecks Umwelt- und Naturschutzes sind der perfekte Legitimationsglaube, um die die EU zunehmend überzustülpende Kreditpyramide auf breiter Basis mit dem KGS erfolgreich in die Zukunft zu tragen. Es zeigt sich, dass kein Staatenbündnis ein höheres Potenzial der Aufschuldung hat als die EU. Das debitistische Potenzial der VSE, das von den USA bis China dringend benötigt wird, wird sich entfalten. Den Beratergesellschaften und den Großkanzleien sei gedankt – ‘Deloitte hat schon geloitet’: Die BIG-Data-Analysen zur Bestimmung der BIP-Entfesselung sind fertig! Die globalen Geldsummen sind so riesig, dass Pensionskassen, Versicherer, Banken, Treuhandgesellschaften, Fonds etc. die EU-Anleihen zeichnen werden. Sie sind an den weltweiten Finanzmärkten in den nächsten Jahrzehnten heiß begehrte Papiere für die institutionellen Anleger. Die EU wird zum Global Player auf dem Anleihe-Markt.

      Die EU hat jetzt einen medial verwertbaren angsterzeugenden Konflikt, der das gemeinsame Handeln rechtfertigt. @Ashitakas Aussagen vom 12.11.2020, 20:12 sind angesichts der gegenwärtigen Lage gültiger denn je:

      “Denken sich die ZB-Beratungsgesellschaften Ende 2019 halt: Bauen wir ab nächstes Jahr einfach in Rekordzeit von unten eine neue globale Pyramide um die alte, fristentechnisch langsam aber sicher in sich zusammenfallende Pyramide, drumzu. Und machen wir es diesmal so, dass die neue Pyramide aus geschichtlich einmalig rasant wachsenden Kreditforderungen gg. der Realwirtschaft heraus nach oben in die globalen Kapital-/Finanzmärkte wächst. Rafft ja eh keiner, dass aus 8-10 Billionen eines Tages 100 Billionen und mehr, [ohne dass sie erwirtschaftet werden müssen], an der Spitze entstehen können. Machen wir einfach mal global eine große Krisensimulation und legitimieren damit unsere Eingriffe ins System. Die unerwartet raschen BIP-Anstiege nach 2-3 Jahren werden die Politiker als Helden dastehen lassen.”

      Antworten
      • Alexander
        Alexander sagte:

        @Johann Schwarting

        WOLLEN alleine reicht nicht, man sollte auch KÖNNEN.

        Welches Rüstungsprojekt der vergangenen 30 Jahre war ein Erfolg? Keines? Warum?

        Bsp. Puma: https://youtu.be/Dn_6G2f3pdU

        Ich verstehe das als Spiegelbild eines bilungsgemäßen Abstieges, der sich in allen Sektoren deutlich abzeichnet – auch in den Schlüsselindustrien, messbar in Haltbarkeit und Rückrufaktionen unter dem Vorhebalt weit inflationierter Preise, Bsp. Eurofighter.

        Falls Ihnen die Tätowierungen der Soldaten des Puma Beitrages auffällt – ist das ein Kennzeichen für den qualitativen Auftritt unserer Soldaten, wenn Generäle im Hochsommer lange Ärmel für die Öffentlichkeit befehlen – aus Scham.

        Geld löst nur am Anfang Schmerzen – aber keine Probleme.

      • weico
        weico sagte:

        @Johann Schwarting

        “Die EU hat jetzt einen medial verwertbaren angsterzeugenden Konflikt, der das gemeinsame Handeln rechtfertigt.”

        Etwas besseres hätte den USA gar nicht passieren können. Die Reihen stehen nun wieder dicht und Gemeinsamkeit ist als Schlagwort wieder in ALLER Munde.

        Gestärkt kann man jetzt einen weiterer “Aggressor” aka China auf die “Pelle” rücken,”eindämmen” und veruchen “westliche Werte” einzufordern.
        Wie verzweifelt der Machtschwund in den USA schon empfunden wird, sieht man am anwerben von Länder wie Indien… die man zu “Wertepartnern” hochlobt .

        Mearsheimer und Brzeziński (Hr. Brzeziński wurde im letzten Podcast von Heinsohn kurz erwähnt) hatten vor fast 20 Jahren einen Briefwechsel über den… “Clash of Titans”

        Kleiner Ausschnitt/Antwort von Mearsheimer:

        “If the Chinese are smart, they will not pick a fight over Taiwan now. This is not the time.
        What they should do is concentrate on building their economy to the point where it is bigger than the U.S. economy. Then they can translate that economic strength into military might and create a situation where they are in a position to dictate terms to states in the region and to give the United States all sorts of trouble.
        From China’s point of view, it would be ideal to dominate Asia, and for Brazil,Argentina, or Mexico to became a great power and force the United States to concentrate on its own region. The great advantage the United States has at the moment is that no state in the Western Hemisphere can threaten its survival or security interests. So the United States is free to roam the world causing trouble in other people’s backyards. Other states, including China of course, have a vested interest in causing trouble in the United States’ backyard to keep it focused there. The picture I have painted is not a pretty one. I wish I could tell a more optimistic story about the future, but international politics is a nasty and dangerous business. No amount of good will can ameliorate the intense security competition that will set in as an aspiring hegemon appears in Asia. ”

        https://www.mearsheimer.com/wp-content/uploads/2019/07/A0034.pdf

        Nach 17 Jahren scheint die Prognose eingetroffen zu sein und vermutlich werden die ersten Konflikte schon bald eintreten.

        Ob die USA wirklich den Faktor der freundschafltichen Partnerschaft China-Russland in ihren Plänen schon impliziert hat bzw. den möglichen Atomstaat Iran … wird sich zeigen.

        Indien auf der Seite der USA/NATO wird sicherlich spannend ,wenn man die Gegenseite ,die gute China-Pakistan Beziehung anschaut.

        Es werden wohl sehr spannende Zeiten für die Wirtschaft auf uns zukommen.

      • Johann Schwarting
        Johann Schwarting sagte:

        @weico

        “From China’s point of view, it would be ideal to dominate Asia, and for Brazil,Argentina, or Mexico to became a great power and force the United States to concentrate on its own region.”

        Keines der Länder Brasilien, Argentinien oder Mexiko wird zur Großmacht. Im Hinblick auf Argentinien gilt:

        Papiergeld und sagenhafter Inflationierung und immer stärker werdende Bürokratisierung mit einhergehender Einschränkung individueller Freiheiten dürfen wir in Argentinien im Rahmen direkter Finanzierung des Landes durch die ZB bewundern: Innerhalb von 100 Jahren von einem der reichsten Länder der Erde zum Entwicklungsland heute – die neuerliche Umschuldung (= Staatsbankrott) nach vielen vorangehenden verlief wohl erfolgreich.

        Gunnar Heinsohn hat dazu aus der Sicht der Eigentumsökonomik (metropolis-verlag) – auch im Vergleich zu anderen Ländern – einige Anmerkungen gemacht.

        “Zu solchem Scheineigentum (= Sicherheiten aus dem Nichts als Material für die Geldschöpfung) aus reichseigenen Instituten zählen beispielweise die ‘Darlehnskassenscheine’ im Ersten Weltkrieg, die ‘Finanzwechsel’ unter der Regierung Brüning und die ‘Mefo-Wechsel’ der Hitlerzeit, gegen die von der Reichsbank Noten emittiert werden mußten. In allen diesen Fällen ist das deutsche Geldsystem nicht anders zerstört worden als damals in dem heutigen Entwicklungsland Argentinien, das bis zur Weltwirtschaftskrise (1929 – 1930) zu den zehn reichsten Ländern der Welt gehört und damals vor Schweden, Frankreich, Japan oder Italien rangiert.” (Seite 189)

        “Es ist nicht der Mißbrauch des Finanzministers, der zur Entwertung des Australs geführt hat, sondern die Unfähigkeit der Notenbank ihre Geschäfte wie eine Bank zu führen. Dies wiederum resultiert daraus, daß die argentinischen Banken nicht fähig sind, der Notenbank erstklassige Sicherheiten anzubieten. Der IWF räumt das lediglich indirekt dadurch ein, daß er 1991 unter er Regierung Menem einen ‘currency board’ unterstützt, in dem die neue Währung, die wieder Peso heißt, im Verhältnis 1:1 an den Dollar gebunden wird. Damit läßt sich zwar Gelddrucken und Inflation stoppen, nicht jedoch die notwendige Schaffung eines tiefen Kapitalmarktes herbeiführen, der eine interne Verschuldungsfähigkeit ermöglicht hätte. Dazu ist die Verankerung einer zuverlässigen Eigentumsstruktur notwendig, die in Argentinien ungeachtet der Privatisierungen unter Menem in den 1990er Jahren gerade nicht gelingt.” (Seite 143)

        Der Peronismus (‘Argentiniens Populismus für alle’), der Argentinien nur Leid und Elend und zeitweise Militärdiktaturen als Reaktion auf die regelmäßig wiederkehrenden ökonomischen Still- und Missstände gebracht hat, sollte als Vorbild für unsere Entwicklung ein warnendes Beispiel sein.

        Das Problem sind die Besicherung und Haftung. Knapp hat mit seiner Erkenntnis: “Das Geld ist ein Geschöpf des Staates.” schon früh die richtige Fährte gelegt. Man darf aber die Tatsache nicht übersehen, dass der Staat kein Geld herausgibt – bisher wenigstens nicht.

        Die ZB beurkundet gemäß ihren geldpolitischen Operationen Schuldverhältnisse der Privaten (per Rückkaufvereinbarung, die den gleichzeitigen Verkauf und späteren Rückkauf (woraus sich ‘Geld’ als Passivum erschließt) eines Wertpapieres) kombiniert, oder Ankauf von zentralbankfähigen Titeln) und räumt den Geschäftsbanken dabei ein ZB-Guthaben ein. Dieses ZB-Guthaben wird mit den entsprechenden Geldeinheiten auf Geldträgern (=Aktivum) dokumentiert, bzw. die zugrundeliegenden privaten Schuldverhältnisse dokumentiert.

        Bei jeder herausgegebenen Geldeinheit wird durch die dahinterliegenden Schuldverhältnisse eine persönliche oder eine institutionelle Haftung garantiert. Die Quelle des Zitates, wenn “die Zweistufigkeit im Kern des Zentralbanksystems wegfällt, wenn die durch die Kreditinstitute zu besorgenden Geldeinheiten ohne ausreichende / vorhandene Sicherheiten sowie positiver Kapitaldienstfähigkeiten buchbar bzw. beurkundbar werden, d.h. das Wertbegründende des Kreditwesens (Vertrauen = Verpflichtung) schwindet, öffnen sich die Schleusen.” ist bekannt.

        Wenn die Notenbank direkt dem Staat Kredit gibt, stellt sich die Frage nach den Sicherheiten, die der Staat natürlich nicht unmittelbar hat. Wenn der Staat noch auf künftige Einzahlungen in diese ohne Sicherheiten und Haftung ziehen kann, sind die Schleusen geöffnet, wie Alexander Fraser Tytler, Lord Woodhouselee (1747 – 1813), schon vor 200 Jahren (wohl mit Alexis de Tocqueville’s und B. Disraeli’s späteren Ergänzungen) auf der Grundlage der damaligen Gegebenheiten wusste:

        “A democracy cannot exist as a permanent form of government. It can only exist until the voters discover that they can vote themselves money from the public treasure. From that moment on the majority always votes for the candidates promising the most money from the public treasury, with the result that a democracy always collapses over loose fiscal policy followed by a dictatorship.”

        Der Kapitalismus ist ohne die Macht des Staates nicht definierbar und der Krieg ist der Vater aller Dinge.

        “Geld ist ein Kriegskind, nichts anderes. Ist es groß und stark, wird es zum Kriegsvater. Und so immer weiter. Ist bekanntlich bis heute so. Mit ‘Tauschmittel’ hat es gar nichts zu tun. Der Krieg (eingesetzte oder angedrohte ‘coercive power’) ist der Vater aller Dinge – und ausgerechnet ‘Geld’ wäre da die gloriose Ausnahme, sozusagen das arme Hascherl, das nur zu ‘guten’ Zwecken auf die Welt gekommen ist und dann so böse, böse missbraucht wurde?”

        Quelle: https://archiv.dasgelbeforum.net/ewf2000/forum_entry.php?id=324181

      • Johann Schwarting
        Johann Schwarting sagte:

        @weico

        Spätestens im Jahre 2050 wird nur noch in Kategorien von Zentralmachtsystemen (Aktiva) auf der Grundlage ihrer Zentralmachtordnungen (Passiva) und nicht von Ländern gesprochen. Wird sich Europa als globales einflussreiches ZMS (Brüsseler Prinzipat) neben Amerika, China und Russland behaupten können? Aus chinesischer Sicht der Numerologie jedenfalls nicht.

        Wer will schon für Entsetzen sorgen! Aus debitistischer Sicht, deren Deutungsversuche in bto ja rundum abgelehnt werden, gelten Paul C. Martins Darlegungen aus dem Jahr 2005:

        “Die Welt läuft viel simpler ab als manche glauben. Bei der Macht entscheidet nicht die Ausübung derselben, sondern deren Beibehaltung. Dies bedeutet automatisch Expansion.

        Die Amerikaner haben da ordentliche Arbeit geleistet. Wer hätte vor 5 Jahren gedacht, dass sie jemals in Innerasien stehen würden?

        Der kritische Punkt – und zugleich ein Novum der Geschichte – ist der: Rundum überlegene Waffen zu haben, sie aber nicht einsetzen, nicht mal damit drohen zu können. Das haben Nordkorea und der Iran längst geschnallt, China sowieso.

        Das Endgame der Mächte wird also schwierig und der Ablauf überhaupt nicht kalkulierbar. Möglich: Ein umgekehrter “Däubler-Gmelin”-Effekt. Man erweitert seine Macht nicht nach außen (um von inneren Problemen abzulenken), sondern expandiert nach innen.

        Daran arbeiten die Staatsmächte tüchtig, vgl. Bundeswehreinsatz im ‘Inneren’ und vieles andere in anderen Staaten mehr.

        Nach der Demokratie kommen Plutokratie, Ochlokratie und schließlich wieder die altbewährte Tyrannis. Das hatten die Alten (Polybios und so) schon klar erkannt (Varianten jederzeit). Auch Machiavelli hat darüber tüchtig nachgedacht.”

        Quelle: https://archiv.dasgelbeforum.net/ewf2000/forum_entry.php?id=326743

    • PhilSt
      PhilSt sagte:

      Selbstverständlich schon vorher. Diplomatie hätte es schon seit 1990 benötigt. Aber da waren wir noch in der “Ost-Erweiterung”

      Bei allen “Vorteilen” für die USA/NATO, der größte Nachteil ist für die Europäer das Putin, der Anfangs defintiv eher den Wandel und Handel mit den Europäern machen wollte, jetzt mit den Chinesen kooperiert.
      Aus wirtschaftlicher Perspektive verheerend für Europa, das wir den Player Russland nicht an uns gebunden haben.
      Es gibt kaum ein Szenario in dem der europäische Bürger davon profitiert, das wir jetzt Geld in Aufrüstung stecken.

      Wenn wir es nach Schweizer Vorbild machen würden: Wäre das was anderes. Jeder der geeignet ist macht Training an der Waffe und nimmt die mit nach hause.
      Bunker werden dezentral im Land verteilt, und es benötigt eine gute Luftabwehr. Und andere Defensivwaffen.
      Das wäre auch relativ günstig.
      Wir werden das Geld aber einfach irgendwelchen Beraterfirmen und Rüstungskonzernen in den Rachen werfen.
      Was anderes ist es nicht.

      Antworten
  9. Hansjörg Pfister
    Hansjörg Pfister sagte:

    @Susanne Finke-Röpke:
    Defcon 4 wäre tiefster Friede, Sie meinen wohl Defcon 2…
    @weico
    Der Eine glaubt eher dieser, der andere einer anderen Propaganda, aber wie kann man festellen mehr mehr recht hat?
    Nun, einfach weniger “tiefschürfende Analyse” (man kann sich alles mögliche einreden), sonder mehr Empririe. Also, wer greift hier eigentlich wen an?
    Putin ist der Agressor ganz eindeutig.
    Die Nato ein “Angriffsbündnis”? Lächerlich! Ein “Angriffsbündnis” hätte es niemals zugelassen, dass ein potentiell wichtiges Mitglied eine so dysfunktionale Armee hat, wie es zur Zeit die deutsche Bundeswehr ist. Oder ist das auch ein Teil des “Plans”?

    Antworten
    • PhilSt
      PhilSt sagte:

      Es ist ganz einfach, das was BEIDE Parteien als wahr anerkennen ist wahr. Das was BEIDE Parteien als unwahr anerkennen ist solang umstritten bis beide Parteien sich darauf einigen.

      Und damit ist klar, die NATO-Mitgleider haben in der Vergangeheit durch aus völkerrechtswidrige Interventionen begangen.
      Vom Irak-krieg über Kosovo hinzu Lybien.
      Das leugnet keiner.

      Genauso ist es in Russland mit Georgien 2008, Tschetschenien, Afghanistan und jetzt in der Ukraine.

      Das einzige was nervt, ist das diejenigen die bei den Kriegen der letzten Jahre geschwiegen haben, jetzt aufeinmal mit einem anderen Maß diesen Krieg bewerten. Als ob das ukrainische Leben mehr wert hätte, als das eines Irakis.
      Oder als ob ein Obama weniger Krieg geführt hätte als ein Putin.

      Da fragt man sich schon wer auf welche Propaganda reinfällt.

      Antworten
      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ PhilSt

        >Es ist ganz einfach, das was BEIDE Parteien als wahr anerkennen ist wahr.>

        So einfach ist das nicht.

        Was beide Parteien als wahr anerkennen, GILT als wahr (für sie BEIDE).

        Es kann als falsch gelten (für ANDERE).

        >Und damit ist klar, die NATO-Mitgleider haben in der Vergangeheit durch aus völkerrechtswidrige Interventionen begangen.>

        Wenn keine EINIGUNG darüber herrscht, WIE das Völkerrecht zu interpretieren ist, WELCHE staatlichen Handlungen als völkerrechtsrelevant gelten und WIE gehandelt wurde, ist NICHTS klar.

      • weico
        weico sagte:

        @PhilSt

        “Und damit ist klar, die NATO-Mitglieder haben in der Vergangeheit durch aus völkerrechtswidrige Interventionen begangen.
        Vom Irak-krieg über Kosovo hinzu Lybien.
        Das leugnet keiner.

        “Genauso ist es in Russland mit Georgien 2008, Tschetschenien, Afghanistan und jetzt in der Ukraine””

        Richtig….

        …wobei es doch einen grossen Unterschied macht, ob man bei Nachbarländern “interveniert bzw. “Krieg” führt…oder man gleich in anderen Kontinenten seine Ziele verfolgt.

        Nebenbei:
        Völkerrechtlich ist ja auch das Thema “Drohnenkrieg” … im NATO-Jargon “targeted killing” …ja umstritten. Aber solche Mittel werden ja ,in westlichen Medien, schlicht als “Terroristenbekämpfung” abgetan. Ups..

        https://de.wikipedia.org/wiki/Gezielte_Tötung

  10. Dietmar Tischer
    Dietmar Tischer sagte:

    Die Weltwirtschaft war bereits vor diesem Krieg aus dem Tritt.

    Durch ihn kann sie noch weiter aus dem Tritt gebracht werden.

    Die Frage ist, ob die erkennbaren Entwicklungen dafür sprechen.

    Russland betreffend:

    Wirkung der Sanktionen:

    Der Rubel wertet gewaltig ab, was die Importe für Russland enorm verteuert.

    Dies auch dadurch, dass das Land seine Devisenreserven nicht so einsetzen kann, wie es ohne Blockade der Zentralbank möglich wäre.

    Die russische Zentralbank hat den Zinssatz auf 20% erhöht.

    Dies verteuert Kredite und bremst damit die Investitionen.

    Die russische Bevölkerung ist von steigender Inflation und zunehmender Rezession betroffen.

    Kriegswirkung:

    Die Verluste an Material und Menschen steigen.

    Das wirkt auch bei denen, die ihrer Gesinnung nach den Krieg für gerechtfertigt halten.

    Denn Särge sind Fakten.

    Die EU betreffend:

    Der Wirtschaftraum ist so mächtig, dass er die durch Rohstoffmangel verursachten rezessiven Tendenz zwar nicht verhindern, aber abfedern kann.

    Die Inflation wird steigen, aber die Wirtshaft wird nicht in eine Rezession gleiten.

    Rest der Welt:

    Betroffen durch steigende Energiepreise mit der Folge steigender Inflation.

    Die Notenbanken werden dagegenhalten und vor allem ihre Staaten finanzieren.

    Fazit:

    Wenn der Krieg bis Spätsommer beendet ist, bringt er nichts aus dem Tritt.

    Wenn er länger dauert, kann dies allerdings der Fall sein.

    Daher:

    Er muss so schnell wie möglich beendet werden, allerdings ohne Kapitulation der Ukraine.

    Dafür ist es erforderlich, dass die Kosten für die Bevölkerung Russlands sehr schnell sehr stark steigen.

    Denn nur die Bevölkerung Russlands kann Putin stürzen, allerdings wohl nur mit Unterstützung einer Militärführung, die hoffentlich rational genug ist, die Kosten für Land und Leute realistisch einzuschätzen.

    Antworten
    • Richard Ott
      Richard Ott sagte:

      @Herr Tischer

      Wagen Sie für mich doch bitte noch eine staatstragende Prognose:

      Ist die Ukraine bis zum Herbst 2022 auch schon in der EU und in der Eurozone? :D

      Antworten
      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott

        Sie wollen von mir eine staatstragende Prognose?

        Lese ich richtig?

        Prognostizieren kann ich nicht, aber analysieren:

        Die Ukraine gehört für Jahre NICHT in die EU.

        Auch nach einem Frieden und gigantischer Aufbauhilfe würde die Ukraine NICHT die VORAUSSETZUNGEN erfüllen, in die EU aufgenommen zu werden.

        Meines Wissens:

        Zu viel Korruption, Oligarchen, unterentwickeltes Rechtssystem, inhomogene Bevölkerung mit nicht hinreichend befriedeter Ostukraine wegen fehlender Zugeständnisse an russisch orientierte Bevölkerung.

        Vergleich:

        Die Türkei ist auch nicht geeignet, in die EU einzutreten.

        ABER:

        Wenn es einen Frieden ohne Putin gäbe, was heute illusorisch ist, dann könnte die Ukraine in die NATO aufgenommen werden.

        Die Sicherheit für die Ukraine würde schlagartig steigen, OHNE dass Russland mehr bedroht würde.

        Denn die NATO bedroht heute nicht Russland und würde es dann auch nicht bedrohen.

        Die NATO würde an der ukrainischen Grenze zu Russland auch nicht konventionelle Streitkräfte in dem Umfang stationieren, dass sich Russland bedroht fühlen müsste.

        Es ist doch ganz einfach:

        Der Westen ist so schwach, dass er nicht durch Militärpotenzial dominieren kann.

        Vielmehr muss er dies mit absorptionsstarken Absatzmärkten und günstigen Rohstofflieferanten erreichen.

        Eine Ukraine in der NATO würde die SICHERHEIT bieten, die für Investitionen nun einmal Voraussetzung ist.

        Es wäre die BASIS, das Wohlstandsverlangen der Ukraine mit der Wohlstandssicherung der EU-Staaten in Einklang zu bringen.

    • PhilSt
      PhilSt sagte:

      @ Dietmar Tischer
      Sanktionen sind ähnlich völkerrechtswidirg.
      Und treffen in erster Linie nur die Zivilbevölkerung. Sogar eher die Arme. Putin benötigt kein halbes Jahr zum Besetzen der Ukraine. Das ist in wenigen Tagen passiert.
      Dann wird Russland den südosten der Ukraine sich sichern. Putin sprach 2014 schon von “Neurussland”. Und dann ist die (West-)Ukraine ein europäisches binnenland und der osten gehört zu russland.

      Wer ukrainische und russische Leben retten will. sorgt dafür das die Ukraine so schnell wie möglich sich ergibt und Russland aufhört. Der Westen fährt aber zur Zeit eine andere Linie.

      Antworten
      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ PhilSt

        >Der Westen fährt aber zur Zeit eine andere Linie.>

        Aus GUTEM Grund.

        Was wäre die FOLGE, wenn ihr Vorschlang Wirklichkeit würde?

        Putin könnte mit RECHT sagen:

        Hat doch FUNKTIONIERT, der nächst Schritt ist die „Sicherung der Restukraine“.

        Erfolg würde Putin nicht abhalten, sondern BESTÄTIGEN.

        Hätte er die gesamte Ukraine kassiert, könnte er nach Belieben seine riesige konventionelle Armee an der langen Grenze von den baltischen Staaten bis zu Rumänien auffahren.

        Der Westen müsste das auch tun, um zur Abwehr einen Atomschlag zu vermeiden.

        Die Kosten für diese Armee wären viel zu hoch und auf Dauer kaum tragbar für den Westen.

        Ihr Vorschlag ist eine Illusion.

        Außerdem:

        Es geht in diesem Krieg NICHT um die RETTUNG von Leben.

        Es geht darum, dass der Krieg möglichst schnelle BEENDET wird.

        Und das wird er, wenn die Kosten u. a. an Verlusten für die eine oder andere Seite zu hoch werden.

      • weico
        weico sagte:

        “Wer ukrainische und russische Leben retten will. sorgt dafür das die Ukraine so schnell wie möglich sich ergibt und Russland aufhört. Der Westen fährt aber zur Zeit eine andere Linie.”

        Absolut.

        Putin hat klar erklärt, dass er an der Ukraine nicht interessiert ist . Er will schlicht ,völlig zurecht, keine NATO vor der eigenen Haustür.
        Der ukrainische Präsiden/Parlament hat es SELBER in der Hand, die NATO-Zwängerei aufzugeben und den Konflikt zu beenden..

  11. PhilSt
    PhilSt sagte:

    https://www.zerohedge.com/geopolitical/mcmaken-russian-weakness-russian-threat-west

    Wenn wir uns die demografischen, wirtschaftlichen und militärischen Realitäten in Russland ansehen, stellen wir fest, dass sie weit hinter den USA und weit hinter dem Westen im Allgemeinen zurückliegen.

    Was macht denn dann Russland so mächtig? Es ist eine der Zentralen Rollen auf dem Rohstoffmarkt und die geopolitische Lage.
    Rohstoffe sind billig, deshalb niedriges BIP, logisch. Rohstoffe sind aber trotzdem existenziell, für jede Wirtschaftsnation – auch logisch.

    Ohne Russisches Öl und Gas geht im Westen nicht mehr viel. Und von den anderen Rohstoffen reden wir erst gar nicht.

    “Wert” lässt sich halt nicht nur in BIP und Militärausgaben darstellen.
    Gerade wenn man sieht das Deutschland 40-50 Mrd € die letzten Jahre hatte. Russland 60 Mrd € jährlich ausgibt. Und man dann die Ergebnisse nebeneinander stellt. Und dabei hat Russland auch noch eine Menge selbstentwickelte Geräte im Einsatz.

    Und dann ist Russland das größte Land der Welt, und ist dabei noch Zentral in Eurasien angeordnet. Der wahrscheinlich wichtigsten Landmasse der Welt.

    Naja welchen “Wert” haben diese Vorteile? Scheinbar einen sehr sehr großen. Nur sieht man den nicht im BIP.
    Russische Rohstoffe werden schon Ihren Weg finden. Wenn nicht in den Westen dann nach Asien. Und wenn nicht in Dollar, dann in anderen Währungen.
    Ist der Rohstoffpreis billig, ist das blöd für rohstoffexportierende Nationen, macht die Rohstoffe dadurch aber nicht weniger relevant.

    https://www.youtube.com/watch?v=vln_ApfoFgw

    Wie Geroge Friedman von Stratfor es sagt: Imperien, können selbst nicht immer einmarschieren, deshalb müssen sie für spaltung sorgen damit sich die jenigen selbst bekämpfen. Ob das jetzt im Interesse der Ukrainer, Russen und Europäer ist muss jeder selbst bewerten.

    Antworten
  12. Reinhold Bergmann
    Reinhold Bergmann sagte:

    Auch wir sollten gerade höchst interessiert beobachten, wie skrupellos unsere Politiker mit dem Recht auf Eigentum umgehen. Bei der nächsten Ausnahmesituation sind wir es, denen das Vermögen konfisziert wird.

    Antworten
    • Richard Ott
      Richard Ott sagte:

      @Reinhold Bergmann

      “Bei der nächsten Ausnahmesituation sind wir es, denen das Vermögen konfisziert wird.”

      Das gabs diesen Monat auch schon in Kanada – und betroffen waren gegen die Corona-Politik der kanadischen Regierung protestierende Lastwagenfahrer. Und sogar Leute, die gar nicht selbst mitprotestiert hatten, sondern nur zur Unterstützung Geld gespendet hatten.

      Da streckt ein neutotalitärer Obrigkeitsstaat seine Tentakel aus.

      Hier die Darstellung vom kanadischen Staatsfunk (CTV), falls die Geschichte an Ihnen vorbeigegangen sein sollte:

      https://www.ctvnews.ca/politics/freeland-says-some-protesters-accounts-have-been-frozen-more-to-come-1.5785343

      Antworten
  13. Alexander
    Alexander sagte:

    “Diese politischen Idioten haben keine Ahnung von grenzüberschreitenden Investitionen und Kapitalströmen. Biden hat sich nicht die Mühe gemacht, nachzuschauen, aber die USA haben die größten Investitionen in Russland, wie aus den von der Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung (UNCTAD) veröffentlichten Statistiken hervorgeht. Aus den Daten geht eindeutig hervor, dass die USA der größte Investor in Russland sind und 8,9 % der russischen Wirtschaft, d. h. fast 40 Milliarden Dollar, auf sich vereinen.”
    Martin Armstrong, 27.02.22

    Obwohl sich der monetäre Verlust durch 1nen Buchungssatz der FED ersetzen lässt, wirkt der Anlagenotstand der entschädigten Empfänger inflationär auf bereits überkauft inflationierte Vermögenspreise in den USA….bei bekannten Risiken für die Weltökonomie / Wechselkurse / Einschränkungen usw…

    Clownworld macht einen guten Job.

    Läuft.

    Antworten
  14. Zweifler
    Zweifler sagte:

    Wenn Russland größere Mengen Gold auf den Markt wirft, wird das gar nicht lustig für die Goldbugs.
    Der könnte Westen sogar den Goldhandel verbieten.
    Noch unlustigeres Dejavu für die Goldbugs.
    Je schöner es glänzt, desto gefährlicher wird es.

    Antworten
      • Zweifler
        Zweifler sagte:

        @Richard Ott

        Stimmt. Mit Lastwagen? Wie gesagt, analog zu Swift könnte der Goldhandel verboten oder eingeschränkt werden. Für alle! Es gibt ja durchaus, sagen wir mal „Gruppierungen“, denen das sehr willkommen wäre.

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Zweifler

        Deutschland wird das Gold sicherlich per Lastenfahrrad nach Russland transportieren. :D :D :D

        Aber die normalen Länder nehmen bestimmt Lastwagen oder für Großmengen Schiffe. Ansonsten müssten sie sich erstmal um eine Ausnahmegenehmigung für einen Lufttransport nach Moskau bemühen, den Luftraum haben sich ja auch schon alle gegenseitig gesperrt…

        “Wie gesagt, analog zu Swift könnte der Goldhandel verboten oder eingeschränkt werden. Für alle!”

        Sie meinen global??

        Da werden China und Indien und die arabischen Staaten garantiert nicht mitmachen – wenn der Westen das vorschlägt, wird das den Argwohn dort noch vergrößern.

      • Bauer
        Bauer sagte:

        @ Zweifler, @ R.Ott

        So, so Gold könnte verboten werden und der Goldtransport wäre ein Problem? Dass ich nicht lache!

        Wenn es in Deutschland’s Wohnstuben kalt wird und die Beleuchtung flackert, dann wird sogar die deutsche Regierung Mittel und Wege finden, den Russen, das für Energie nötige Gold zuzuspielen.

        Wetten, dass …

      • Bauer
        Bauer sagte:

        @ R.Ott

        >> “Russland könnte auch verlangen, dass seine Rohstofflieferungen in Zukunft mit Gold bezahlt werden…”

        Das wird auch soweit kommen, wenn nicht schnell Vernunft auf westlicher Seite einkehrt.

        Die von D jährlich aus Russland bezogene Menge Erdgas hat nach heutigen Preisen einen Wert von rd. 150 t Gold. Hinzukommen andere Rohstoffimporte wie Kohle usw. Insgesamt dürfte das auf > 200 t/J Gold kommen. Bei der Höhe der deutschen Goldreserven von über 3’000 t eigentlich kein Beinbruch, das einige Zeit durchzustehen, obwohl sich auch der Goldpreis künftig verdoppeln könnte, wenn da nicht die deutschen Goldreserven zufällig in den USA lägen. de Gaulle war da weitsichtiger. Damals wie heute: It’s geopolitics, stupid!

  15. Richard Ott
    Richard Ott sagte:

    bto: “Monatlich flossen rund zehn Milliarden Dollar in den Staatsfonds, dessen Vermögen sich im Sommer 2021 auf 185,9 Milliarden US-Dollar belief, gut zwölf Prozent des russischen BIP. Russland hat Devisenreserven in Höhe von 635 Milliarden Dollar, die fünfthöchsten der Welt.”

    Und von denen hat der Westen am Wochenende so grob geschätzt Reserven im Wert von 300 Milliarden US-Dollar gestohlen… pardon… “eingefroren”.

    https://www.zerohedge.com/markets/pozsar-warns-another-lehman-weekend-russia-sanctions-may-trigger-central-bank-liquidity
    (schönes Schaubild im Artikel, direkt unter dem Bild vom Pipeline-Netz])

    China wird das gerade höchst interessiert beobachten.

    Antworten
    • weico
      weico sagte:

      @Richard Ott

      “China wird das gerade höchst interessiert beobachten”.

      Richtig.

      China setzt ja, auch in weiser Voraussicht auf mögliche Sanktionen, auf eine Politik der “Zwei Kreisläufe” und auf eine möglichst grosse Autonomie.
      Wegen möglicher Sanktionen bzw. wegen dem Huawei-Konflikt, setzt China seit Jahren auch Unsummen bei der Chipproduktion ein und wirbt erfolgreich Spitzentechniker aus Taiwan an/ab, um den technischen Rückstand aufzuholen. Wie man an den neusten Chip-Branchen-News sieht… mit einigem Erfolg.

      Die chinesische Regierung hält sich ja noch relativ diplomatisch zurück beim Thema Ukraine/Putin .

      Im chinesischen Internet ist die Stimmung ziemlich eindeutig Pro-Putin und gegen den Westen.

      https://www.nytimes.com/2022/02/27/business/china-russia-ukraine-invasion.html

      Diese Grundstimmung der Bevölkerung wird die chinesische Regierung, im Hinblick auf mögliche Konflikte, sicherlich erfreut zur Kenntnis nehmen. Ups..

      Antworten
    • Susanne Finke-Röpke
      Susanne Finke-Röpke sagte:

      @Herrn Richard Ott:

      Tja, und was ist die Alternative zum “Einfrieren”? 12 Heeresdivisisionen der Nato in gepanzerten Fahrzeugen nach Kiew schicken? DEFCON 4 bei den US-Atomstreitkräften? In Ruhe zusehen, wie als nächstes Lettland, Litauen und Estland von Putin mit Gewalt “heim ins Reich” geholt werden, weil dort russische Minderheiten wohnen? Das EU-Mitgliedsland Finnland aus der EU werfen und NATO-Verbot erteilen, damit die Russen doch bitte, bitte wieder friedlich sind, obwohl Finnland schon bedroht wird? Doch wohl eher nicht, oder? Ich finde da das Einfrieren von Geldern noch die am wenigsten schlechte Lösung.

      Mir gefällt das Ganze alles auch ganz und gar nicht, aber was machen Sie, wenn die russische Führung in einem Anfall von Größenwahn glaubt, Europa gemeinsam mit den USA regieren zu können, während ihnen die wahre neue Weltmacht China gerade in gigantischen Schritten in jeder Hinsicht den Rang abläuft? Das eigentliche Problem sind doch die normalen Russen. Würden sie bei Medienkonsum, beim Wahlverhalten, in ihrem gesellschaftlichen Verhalten, in ihrer Einstellung zum Militär und zum Ausland mal anfangen, Propaganda in Frage zu stellen, wäre schon viel geholfen. Da keine Bewerbung für den Geheimdienst, da ein liberaler Bürgermeister, da ein gekündigtes Zeitungsabo für das Parteiorgan usw. Solange der “starke Mann” immer noch das Vorbild ist, wird es immer wieder irgendwelche Putins oder ähnliche Leute mit falscher Zarenattitüde geben.

      Das heißt nicht, dass von anderer Seite keine Fehler gemacht worden wären. Obamas Spruch von der “Regionalmacht Russland” war eine Beleidigung erster Klasse, genauso wie das Versäumnis, das Thema Nato-Osterweiterung nicht schon lange viel intensiver zwischen Russland und USA verhandelt zu haben oder die Bundeswehr einsatzbereit zu halten. Wenn ein Staatsgebiet aus noch so fadenscheinigen Gründen von Seiten einer Vetomacht umstritten ist, kann ich es aber nicht einfach in die Nato aufnehmen, ohne einen Atomkrieg zu provozieren, wie es George Bush jun. versucht hat. Niemand würde Taiwan gegen den Willen der Volksrepublik China in so ein Bündnis aufnehmen. Und solange viele Russen ernsthaft glauben, dass die Ukraine ein US-Marionettenstaat ist und eigentlich ein Teil Russlands ist, ist die Territorialfrage einfach strittig, auch wenn das innerhalb der Ukraine wohl nicht der Fall ist. Vielleicht braucht es für die Ostukraine langfristig die “Südtiroler Lösung” für die Russen im Osten, was weiß ich? Vielleicht braucht es aber auch nur wie in Afghanistan 50.000 tote russische Soldaten, um die gegnerische Heimatfront zu stärken, denn die Russen provozieren das in der Ukraine gerade her, wenn dort nicht noch einen weitreichenden Völkermord begehen wollen. Und auch die Ukraine hat sich gerade unter Janukowytsch weiß Gott nicht mit Ruhm bekleckert, was viel dazu beigetragen hat, dass der Westen so lange skeptisch war. Trotzdem muss man auch die irrationale russische Angst verstehen, denn der Feind kam seit Jahrhunderten immer aus dem Osten, zuletzt ganz massiv 2 x aus Deutschland, aber schon vorher aus Schweden oder Frankreich.

      Und was die Chinesen betrifft: da ist das Problem das Gleiche in grün. Ich kann mich in Tibet, bei den Uiguren und Hongkong aufführen wie die Axt im Walde, aber gegenüber Russland, der Mongolei, Japan, Korea, Philippinen und anderen komme ich irgendwann an meine Grenze. Die Chinesen sind mit Sicherheit noch brutaler als die Russen, aber längst nicht so irrational wie Putin. Noch. Denn wie alle Alleinherrscher war auch Putin am Anfang anders, aber Diktatoren können schlecht in Rente gehen und Putin wird im Herbst 70. Richtig gefährlich wird das auch in China, wenn Xi Jinping, der nächstes Jahr 70 wird, zur Rente ansteht, denn alte Despoten brauchen oft ein Denkmal und haben viele Todfeinde. Putin wollte die Ukraine und Xi will Taiwan. Geld spielt da dann überhaupt keine Rolle mehr, wenn man von seiner eigentlichen quasireligiösen Mission so überzeugt ist, dass man sie schlussendlich sogar selbst glaubt.

      Antworten
      • Philst
        Philst sagte:

        Auf eine Alternative zu den Sanktionen kommt man nur, wenn man aus den Fehlern lernt und wie Sie es gerade getan haben über Lösungen nachdenkt.
        Minsk 2 war eine Lösung. Nur hat keiner die Ukraine in die Pflicht genommen das umzusetzen und keiner hat Putins Warnungen ernstgenommen. Insofern handelt Putin sichlerlich egoistisch und nach geopolitischen interessen und sicherlich auch völkerrechtswidrig aber keines Wegs irrational.

        Was es jetzt braucht ist das, was schon andere Lange gesagt haben. Die auch dieses Schicksal der Ukraine vorhergesagt haben. Wie zum Beispiel: john mearsheimer. Und auch eine Frau Krone-Schmalz.
        Es braucht Diplomatie. Ja auch mit Russland.

        “Was entspannungspolitisch alles möglich ist, zeigt ein Blick in die Vergangenheit. Obwohl die Sowjetunion 1968 die Demokratiebewegung in der Tschechoslowakei, den „Prager Frühling“, mit Panzern niedergewalzt hat, haben sich der damalige deutsche Bundeskanzler Willy Brandt und sein Berater Egon Bahr 1970 auf den Weg nach Moskau gemacht. Das war der Beginn der sogenannten Ostpolitik, die auf lange Sicht für alle Beteiligten nur Vorteile gebracht hat. Humanitär und wirtschaftlich.

        An der grundsätzlichen Aufgabe hat sich nichts geändert: Wir brauchen eine umfassende Sicherheitsarchitektur, die den Bewohnern des europäischen Kontinents allen gleichermaßen Sicherheit bietet. Die war Ende der achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts zum Greifen nah. Es ist erschütternd, sich vor Augen zu führen, welche Chance verspielt worden ist.”

        https://www.berliner-zeitung.de/welt-nationen/putin-kennerin-gabriele-krone-schmalz-ich-habe-mich-geirrt-li.214288

      • weico
        weico sagte:

        @Susanne Finke-Röpke

        “Das EU-Mitgliedsland Finnland aus der EU werfen und NATO-Verbot erteilen, damit die Russen doch bitte, bitte wieder friedlich sind, obwohl Finnland schon bedroht wird?”

        Aus der EU werfen sicherlich nicht, aber ein NATO-Beitritt würde wohl ebenfalls eine “russische Sonderoperation” hervorrufen, wie jetzt bei in der Ukraine.

        Die NATO war sich bei den Kandidaten Ukraine und Georgien dieser Problematik und Gefahr völlig bewusst. Das Spiel mit der roten Linie ging nun halt tüchtig in die Hose.
        Jetzt dürfen die Europäer völlig zurecht, auch dieses von den USA provozierte Dilemma ausbaden.

        Ein kluger Kommentar dazu von Willy Wimmer,der einigen älteren Hier sicherlich noch ein Begriff ist.
        Er beschreibt auch schön den Werdegang der NATO und wie aus einer regionalen Verteidigungsorganisation ….. ein weltweit agierendes Angriffsbündnis wurde.

        https://www.rubikon.news/artikel/das-bundnis-der-aggression

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