Robert Habecks neue Wohlstands­mes­sung ver­schlei­ert Zielkonflikte

Führungskräfte kennen das Problem: Werden bei der Zielvereinbarung zu viele Ziele definiert, tut man sich am Jahresende mit der Mitarbeiterbeurteilung schwer. Selbst wenn wichtige Ziele nicht erreicht wurden, endet man mit einem befriedigenden Ergebnis.

Die Bonuszahlungen fallen entsprechend gleichmäßig aus. Aus Sicht der Mitarbeiter mit weniger starken Leistungen ein erfreuliches Ergebnis, weshalb sie auch künftig auf möglichst viele Ziele drängen werden. Was im Personalbereich ärgerlich ist, ist auf gesamtwirtschaftlicher Ebene hochproblematisch.

Trotz Schwächen ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der beste Indikator für die Leistung eines Landes. Steigt es, wachsen die Einkommen und damit die Leistungsfähigkeit. Sinkt es, schrumpft der Wohlstand und die Gesellschaft kann sich weniger leisten.

In der Zielhierarchie muss deshalb die Entwicklung des BIP an oberster Stelle stehen. Es bildet die Grundlage und Finanzierungsquelle für alles andere: einen funktionierenden Sozialstaat, Investitionen zur Sicherung künftigen Wohlstands und auch die Klimaschutzmaßnahmen.

Bedenklich ist, dass das Bundeswirtschaftsministerium unter aktueller Führung von Robert Habeck (Grüne) auf ein Sammelsurium an Wohlstandsindikatoren setzt. Nach Kürzung schafften es immerhin 33 Ziele in den Jahreswirtschaftsbericht – von Nitratbelastung bis Bildungsmobilität. Für sich betrachtet mögen die Ziele erstrebenswert sein. Als Größen im Jahreswirtschaftsbericht sind sie fehl an Platz.

Die Gefahr liegt auf der Hand: Die Politik wird in Zukunft fehlendem Wachstum des BIP nicht nur die Erreichung anderer Ziele entgegenstellen, sondern diese anderen Ziele in den Vordergrund stellen und so Erfolg reklamieren.

Haben Ziele jenseits des BIP einmal übergeordnete Bedeutung bekommen, wird die Frage nach den materiellen Kosten und Nutzen der Maßnahmen zur Zielerreichung nicht mehr gestellt. Damit entfällt eine zentrale gesellschaftliche Diskussion über das, was wir uns leisten können und wollen.

Noch schwerer wiegt, dass hinter der Zielerweiterung eine tief sitzende Wachstumsskepsis der führenden Akteure liegt. Nur mit weniger Wirtschaftsleistung und sinkendem Konsum sei demnach das Klima zu retten. Abgesehen davon, dass das Gegenteil der Fall ist, weil man sich Klimaschutz auch leisten können muss, entspricht es nicht der Empirie. Seit Jahren schon hat sich die wirtschaftliche Entwicklung vom Ressourcenverbrauch entkoppelt.

Wie bei überbordenden Zielvereinbarungen im Personalwesen wird auch die Politik damit am Ende Schiffbruch erleiden. „Klimagerechter Wohlstand“ kann alles sein, nur nicht weniger Wohlstand. Denn es lässt sich kein einziger Fall auf der Welt finden, bei dem ein nachhaltig sinkendes Bruttoinlandsprodukt mit mehr Zufriedenheit der Bevölkerung einherging.

handelsblatt.com: “Robert Habecks neue Wohlstandsmessung verschleiert Zielkonflikte”, 18. Februar 2022

Kommentare (28) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
  1. JürgenP
    JürgenP sagte:

    @DS „In der Zielhierarchie muss deshalb die Entwicklung des BIP an oberster Stelle stehen“.
    An oberster Stelle zu stehen haben Ziele, die am meisten Wirkungen auf gewünschte Ergebnisse habe. Dabei ist das BIP ein Ergebnis von Handlungen, kein Ziel. Es sei denn, ein bestimmtes BIP wird als ein zu erreichendes Ziel definiert. Dann müsste dieses BIP-Ziel durch bestimmte, zielkonforme Maßnahme/Handlungen qualifiziert werden. Davon ist aber keine Rede.

    Alternative zur Ihrer These der Verschleierung:

    Vielleicht hat Herr Habeck bei Ihrem gestrigen Gesprächspartner Herrn Dr. Richters zugehört (die saßen vor kurzem auf einem Symposion nebeneinander) und sich überlegt, wie er das von Ihm zu koordinierende ultrahochkomplexe System „Wirtschaft“ mit der Generalzielsetzung „klimaschutzgerechte Umgestaltung“ überhaupt lenkbar machen könnte. Vielleicht mit den Modellierungskünsten von Herrn Dr. Richters oder anderer Experten, die das Modellieren beherrschen. Dann wären 33 Zielstellungen im komplexitätsgerecht vernetzen Modell vermutlich die unterste Grenze für sinnvolle Betrachtungen.

    Als „Attraktor“ zur Gesamtbewertung der Zielerreichung nach einer Zeitperiode von 1 Jahr leistet das konventionelle BIP sicherlich weiterhin gute Dienste. Man hat sich in Argumentationen so daran gewöhnt und Habeck muss ja nicht gleich die Ökonomie komplett auf den Kopf stellen.

    Antworten
    • Dietmar Tischer
      Dietmar Tischer sagte:

      @ JürgenP

      >Als „Attraktor“ zur Gesamtbewertung der Zielerreichung nach einer Zeitperiode von 1 Jahr leistet das konventionelle BIP sicherlich weiterhin gute Dienste.>

      Das BIP ist ein Konzept und daher ABSTRAKT.

      Als solches leistet es nur Ökonomen und anderen in diesen Kategorien agierenden Experten gewisse Dienste.

      Der Leute auf der Straße wissen nicht einmal, was das BIP ist.

      Sie wissen aber, was die TRANSFORMATION an der Tankstelle, am Stromzähler kostet und wie dick sie die Butter aufs Bio-Brötchen streichen können.

      Diese Erfahrungen leisten ihnen gute Dienste, wenn sie in demoskopischen Erhebungen nach ihre Politik-Favoriten gefragt werden.

      Wenn die verantwortlichen Politiker die Umfragewerte missachten sollten – ziemlich unwahrscheinlich, falls sie nachhaltig in deutlichen Minusbereichen verweilen –, wird ihnen spätestens in der Wahlkabine die Quittung ausgestellt.

      Dann kann auch das BIP wieder an ökonomischer Handlungsorientierung gewinnen.

      Aber:

      Es gibt nie ein komplettes Zurück, ein Rest bleibt immer.

      Das ist unvermeidlich so, weil sich Transformationsinteressen gebildet haben, die nicht vollständig vernachlässigt werden können.

      Antworten
      • JürgenP
        JürgenP sagte:

        @DT „Das BIP ist ein Konzept und daher ABSTRAKT“.
        Die 33 Ziele des Herrn Habeck & Co sind auf der ministerielle Aggregationsebene allesamt konzeptionell zu verstehen und somit abstrakt, auch wenn sie auf den ersten Blick als konkret erscheinen mögen („Co2-neutral bis zum Jahr xyz“ / „Nitratbelastung“ / „Bildungsmobilität“).

        Der Umgang mit komplexen abstrakten Zielen erfordert hohe Professionalität, denn es gehört dazu das strikte Trennen von Management- und Sachebene. Während abstrakte Ziele hinsichtlich ihrer sachlichen Zusammenhänge vereinfacht werden dürfen, um sie für das Tagesgeschäft zu qualifizieren und z.B. „messbar“ zu machen, darf das auf der Managementebene gerade nicht geschehen, um sich von komplexen Wechselwirkungen nicht überraschen zu lassen. Das könnte die Befürchtung von Dr. Stelter sein, wenn er sagt:

        „Haben Ziele jenseits des BIP einmal übergeordnete Bedeutung bekommen, wird die Frage nach den materiellen Kosten und Nutzen der Maßnahmen zur Zielerreichung nicht mehr gestellt. Damit entfällt eine zentrale gesellschaftliche Diskussion über das, was wir uns leisten können und wollen“.

        Mit anderen Worten: es dürfen Ziele nicht so simplifiziert (verbogen) werden, dass vor lauter Begeisterung der Zielerreichung das dicke Ende ausgeblendet wird. Das ist aber nur erkennbar, wenn das komplexe Bild des Geschehens gewahrt bleibt und danach gehandelt wird. Herr Habeck wird sich sicherlich die Mobilnummer von Dr. Richters gemerkt haben, dann kann nichts schief gehen …

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ JürgenP

        >„Haben Ziele jenseits des BIP einmal übergeordnete Bedeutung bekommen, wird die Frage nach den materiellen Kosten und Nutzen der Maßnahmen zur Zielerreichung nicht mehr gestellt. Damit entfällt eine zentrale gesellschaftliche Diskussion über das, was wir uns leisten können und wollen“.>

        Dr. Stelter hat Recht, wenn er meint, dass dann MEHR über die 33 Ziele geredet wird als über das BIP – unter Ökonomen und Experten.

        Er hat NICHT Recht damit, dass es keine zentrale gesellschaftliche Diskussion, über die FOLGEN geben wird.

        Denn Folgen hat diese Transformation natürlich, wie es gesagt habe:

        KONKRETE für die Menschen.

        Der Entwicklung nach sind das eindeutig MATERIELL NEGATIVE.

        Es sind direkte, ihre Kaufkraft und indirekte, die Arbeitsplätze betreffend.

        Das wird gesellschaftlich in den Medien diskutiert:

        Es hat schon TV-Diskussionen zu den Preissteigerungen der Verbraucherpreise gegeben und wird weitere geben.

        Und dass höhere Energiepreise, die nicht nur geopolitisch bedingt, sondern selbstverständlich auch der Energiewende geschuldet sind und es vermehrt sein werden, wird auch nicht unter den Tisch gekehrt.

        Hier z. B.:

        https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/energiepreise-bdi-mittelstand-industrie-101.html

        Daraus, auf der Basis einer Umfrage unter Unternehmen:

        >Die deutsche Industrie warnt vor gravierenden Folgen der steigenden Strom- und Gaspreise auf die Produktion. “Die Lage ist so ernst, dass selbst standorttreue mittelständische Unternehmen aus diversen Branchen über eine Verlagerung ins Ausland nachdenken müssen”, sagte der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Siegfried Russwurm, heute in Berlin.>

        Die Leute verstehen zwar nicht, was das BIP ist, wohl aber, was „Verlagerung ins Ausland“ bedeutet.

        Wenn die Unternehmen über Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland nachdenken MÜSSEN, fangen auch sie an darüber nachzudenken, ob Habeck & Co. (noch) die richtige Regierung für sie sein MUSS – egal, ob die Wirtschaftspolitik mit 32,33 oder 34 Zielen betreiben.

  2. Susanne Finke-Röpke
    Susanne Finke-Röpke sagte:

    Finde ich interessant. Anscheinend rechnen die Grünen mit sinkender nominaler Wirtschaftsleistung, sonst müssten sie kein Marketing in eigener Sache betreiben. Müssen sie aber eigentlich gar nicht, denn die Inflation hebt alle Zahlen an, selbst wenn real Verarmung droht. Schön zu sehen aktuell in der Türkei, wo die nominalen Wachstumsraten bei Umsätzen, Einkommen, Steuern usw. schon toll sind. Natürlich in türkischer Lira gemessen. Das könnte doch ein Vorbild für den Euro sein?

    Antworten
  3. Lele Castello
    Lele Castello sagte:

    Mich erinnert diese Bemessungsänderungen an die M5S Regierungszeit nach der Wahl 2018 in Italien. Da wurde auch versucht zu ändern, was zum kompletten Stillstand der öffentlichen Bautätigkeit führte. Jedes zukünftig Projekt und laufende Projekt wurde auf den Prüfstand gebracht. Unzählige Gutachten erstellt (Wobei das dickere Gutachten das dünnere immer erschlägt :)). Im Prinzip ging es aber darum Gelder umzuleiten (oder zu versuchen) für die eigenen Vorhaben (Klientel). Dafür sollten bereits laufende Projekt beschnitten oder gestoppt werden (z.B. der Mont Cenis Basistunnel). Das ging so lange bis die Morandi-brücke in Genua eingestürzt ist. Die laut M5S noch mind. 100 Jahre hätte halten sollen. Ich weiss, ich weiss Geschichten aus einer ander Welt. :)

    Antworten
  4. Richard Ott
    Richard Ott sagte:

    bto: “Führungskräfte kennen das Problem: Werden bei der Zielvereinbarung zu viele Ziele definiert, tut man sich am Jahresende mit der Mitarbeiterbeurteilung schwer. Selbst wenn wichtige Ziele nicht erreicht wurden, endet man mit einem befriedigenden Ergebnis.”

    Da gibt es noch ein anderes, für Deuts… pardon, für uns als Menschen in dem Land, in dem wir schon länger leben, viel schwerwiegenderers Problem: Wer zu viele Ziele gleichzeitig definiert, bei dem muss angezweifelt werden, ob er überhaupt eine Strategie hat. Eine Strategie ist planvolles Handeln zum Erreichen eines Ziels.

    Irgendwie “alles” gleichzeitig in etlichen verschiedenen Dimensionen als Ziel zu definieren ist genauso sinnvoll, wie gar kein Ziel zu haben.

    Antworten
    • JürgenP
      JürgenP sagte:

      @ RO “Irgendwie “alles” gleichzeitig in etlichen verschiedenen Dimensionen als Ziel zu definieren ist genauso sinnvoll, wie gar kein Ziel zu haben”.

      Das machen Anfänger. Die soll es auch geben. Manchmal werden sie abgewählt, so wie im September letzten Jahres.

      Antworten
      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @JürgenP

        “Das machen Anfänger.”

        Wollen Sie mir damit sagen, Sie glauben, dass Habeck etwas anderes macht?

        Davon kann ich nichts erkennen. Ich bezweifle schon, dass er sich alle seine 33 neuen Ziele überhaupt merken kann.

        Aber als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für Ministerialbeamte (gern neu eingestellt, wenn sie “in der richtigen Partei” sind) und superteure Management-Komplexitäts-Berater taugt das Konzept sicherlich sehr schön.

  5. @foxxly
    @foxxly sagte:

    habeck und konsorten wissen sehr genau, dass ihre sozialistische ideologie die wirtschaft runter fährt.
    dies ist ein teil ihrer strategie!
    diese politik hat zur folge, dass sich das Bip negativ entwickelt.
    deshalb ist es wichtig für sie, das Bip bis zur unkenntlichkeit aufzuweichen und die bürger damit zu täuschen.

    auf diese “grüne und linke” weise lässt das katastrophale schuldsystem keineswegs heilen. es führt gradewegs in die nächste katastrophe, die wir bereits aus der historie kennen.

    Antworten
    • Dietmar Tischer
      Dietmar Tischer sagte:

      @ foxxly

      Sie verstehen mal wieder nix.

      Habeck & Co. haben KEINE sozialistische Ideologie.

      Sie wollen den Klimawandel bekämpfen.

      Dafür brauchen sie möglichst viele Menschen, die sich WILLENTLICH daran beteiligen.

      Denen haben Sie ein Angebot unterbreitet und eine nicht mit der Mehrheit des Volkes – der Nichtwähler wegen −, aber eine nach DEMOKRATISCHEN Verfahrensregeln bestimmte Regierung setzt um, was an der Wahlurne GEWOLLT wurde.

      So legitimiert implementiert Habeck als Wirtschaftsminister, wie zukünftig die Wirtschaftsentwicklung GEMESSEN wird.

      Wenn sich das konventionell gemessene BIP negativ entwickelt, dann ist das eben so – DEMOKRATISCH gewollt und vielleicht nicht kapiert, aber KEINE Täuschung.

      Sie verstehen genauso wenig wie R. Ott, dass Habeck & Co. nicht die „Gruppe Ulbricht“ sind, die nach 1945 von Moskau geschickt in der damaligen sowjetischen Besatzungszone den Aufbau des Sozialismus in der DDR organisiert und vorangetrieben haben.

      Wenn Ihnen die Realität nicht gefällt, dann posten Sie hier nicht, denn sie erreichen damit nichts, sondern gehen Sie auf die Straße und betreiben Sie Wahlwerbung für eine Partei, die den Bürgern ein anderes Angebot unterbreiten.

      Ist in diesem Land möglich.

      Antworten
      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer

        “Habeck & Co. haben KEINE sozialistische Ideologie. Sie wollen den Klimawandel bekämpfen.”

        Ja, mit Planwirtschaft und Rationierung.

        Das ist wohl mal wieder kein “richtiger Sozialismus”? ;)

        “Sie verstehen genauso wenig wie R. Ott, dass Habeck & Co. nicht die „Gruppe Ulbricht“ sind, die nach 1945 von Moskau geschickt in der damaligen sowjetischen Besatzungszone den Aufbau des Sozialismus in der DDR organisiert und vorangetrieben haben.”

        Das ist schon eine gewagte Behauptung über eine Partei, in der ein großer Teil des aktuellen Führungspersonals aus alten “Spontis” und Maoisten besteht. Der aktuelle Ministerpräsident von Baden-Württemberg war sogar im “Kommunistischen Bund Westdeutschland”…

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott

        Woher irgendein Führungspersonal kommt, spielt KEINE Rolle, solange es ABGEWÄHLT werden kann.

        In der DDR konnte es das nicht, wir können es.

        FAKT ist:

        OBWOHL er im „Kommunistischen Bund Westdeutschlands“ war, ist Kretschmann zum Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg gewählt worden, WEIL er Angebote gemacht hat, die von der dortigen Bevölkerung derart GEWOLLT wurden, dass er Ministerpräsident werden konnte.

        Wenn andere Angebote unterbreiten, die ATTRAKTIVER erscheinen, wird er abgewählt.

        Warum ist das nicht geschehen?

        Weil er offensichtlich nach wie vor das ATTRAKTIVSTE Angebot gemacht hat.

        Die Demokratie FUNKTIONIERT (wenn auch bei weitem nicht perfekt, aber fundamental schon).

        Wenn dabei etwas herauskommt, das Sie für schädigend und damit falsch halten, dann beschimpfen Sie nicht das System durch untaugliche Vergleiche mit der SED, sondern sagen Sie den Wählern, dass sie Idioten sind.

      • @foxxly
        @foxxly sagte:

        @ tischer
        ich glaube h. tischer, sie verstehen wieder einmal nix:
        der klimawandel und der frühere grüne anstrich, waren und sind ein deckmantel für das machstreben und verdeckter linken ideologie der grünen partei.

        interessant. sie als langjähriger, eingefleischer schwarzer , verteidigen habeck und grüne politik?

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer

        “Woher irgendein Führungspersonal kommt, spielt KEINE Rolle, solange es ABGEWÄHLT werden kann.”

        Das glauben Sie wirklich? Verblüffend.

        Sie werden bei den Kommunalwahlen dieses Jahr in Sachsen bestimmt Gelegenheiten dazu bekommen, unter Beweis zu stellen, dass Sie tatsächlich gesinnungsunabhängig an diesen Grundsatz glauben – und nicht nur dann, wenn es darum geht, Altkommunisten wie den Spätzle-Mao zu verteidigen.

        “In der DDR konnte es das nicht, wir können es.”

        In der DDR konnten Sie auch schon die Blockpartei CDU anstatt der SED wählen…

        “Wenn dabei etwas herauskommt, das Sie für schädigend und damit falsch halten, dann beschimpfen Sie nicht das System durch untaugliche Vergleiche mit der SED,”

        Na, wenn Sie sich seit der Machtübernahme von Haldenwang bei der Verfassungsschutz-Hotline deswegen über mich beschweren, dann müssen Sie aber aufpassen, dass *SIE* nicht dadurch ins Visier des Geheimdienstes kommen. Wie kommen Sie denn darauf, dass Vergleiche mit der SED eine Beschimpfung des Systems darstellen könnten? Und wieso sollten Vergleiche der heutigen großen Transformationsagenda mit dem bisher erfolgreichsten sozialistischen Staat auf deutschem Boden “untauglich” sein?

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott

        >“In der DDR konnte es das nicht, wir können es.”

        In der DDR konnten Sie auch schon die Blockpartei CDU anstatt der SED wählen…>

        Ein hanebüchener Vergleich.

        Oder wollen wirklich sagen, dass die AfD, die ihr Wahlprogramm über alle Medienkanäle hinweg darlegen konnte mit dem Angebot, nicht den Klimawandel zu bekämpfen, sondern sich dessen Folgen anzupassen, bei der Bundestagswahl eine Blockpartei gewesen sei?

        Mal abgesehen von allem anderen (Pandemie u. a.), wenn es nur dieser Punkt im Wahlprogramm gewesen wäre:

        Es war ein Angebot, die anderen Parteien und deren Klimapolitik ABZUWÄHLEN.

        Weil es genau DIES ist, war die Partei bezüglich dieses Inhalts – und nur davon spreche ich jetzt – für niemanden ein Koalitionspartner.

        Denn dieses Angebot ist UNVEREINBAR mit dem aller anderen Parteien.

        Es ist schwierig, mit Politangeboten an die Macht zu kommen, wenn diese unvereinbar mit der „Mainstream-Nachfrage“ sind. Das gilt auch für Die Linke.

        Es ist aber in der Demokratie anders als in der DDR MÖGLICH, solche Angebote zu unterbreiten und sie können auch ANGENOMMEN werden (geheime, freie … Wahlen).

        Ist schon klar, dass Sie hier wieder einmal überfordert sind.

        Ich werde diese Diskussion nicht fortführen, weil sie in Richtung O. T. geht.

        Dafür gibt es jetzt ein Bonbon von mir zum Thema.

        Zitat aus der am Samstag verlinkten Studie von Oliver Richters und Andreas Siemoneit:

        >Homburg (2015) and Knoll et al. (2017) separated wealth into capital and land and showed that wealth accumulation was mostly due to increases in land values. Redistributing these land rents by institutions is fully in line with the normative foundations of market economies and may considerably improve its functioning>

        Ob die Trennung nach Homburg und Knoll berechtigt und/oder sinnvoll sind, lassen wir mal beiseite, genauso wie die Behauptung, dass eine Umverteilung die Funktionalität von Marktökonomien verbessern würde.

        Wir fangen ganz einfach an:

        Wenn Sie der Meinung sind, dass die Umverteilung von Renditen auf Bodenbesitz NICHT mit den normativen Grundlagen von Marktökonomien vereinbar ist, widersprechen Sie bitte mit einer Auffassung von Marktökonomie, deren normativen Grundlagen sie derart kenntlich machen, dass sie einsehbar nicht mit einer solchen Umverteilung vereinbar sind.

      • Hansjörg Pfister
        Hansjörg Pfister sagte:

        “…sondern sagen Sie den Wählern, dass sie Idioten sind.”
        Die Wähler sind Idioten!
        Präziser: Die Mehrheit der Wähler sind “Idiotos” und keine “Polites”.

  6. Werner
    Werner sagte:

    In einem Schuldgeldsystem kann es keine Gerechtigkeit geben (Cantillon-Effekt). Bei einer festen Geldmenge z. B. Bitcoin profitieren Unternehmer und Arbeitnehmer von der gesteigerten Produktivität. Ihr verdientes Geld wird automatisch mehr wert. Nicht die Spekulanten und Geldfälscher in der Regierung schöpfen den Gewinn der gesteigerten Produktivität ab.

    Antworten
    • @foxxly
      @foxxly sagte:

      @ werner
      …. und wie lange würde ein “bitcion-system” frei sein, von den einfluss der “geldfälscher und regierungen”?

      Antworten
    • DCSi
      DCSi sagte:

      @Werner

      So ist es. Den Cantillon-Effekt sollte jeder verstehen. Gefühlt sämtliche Produktivitätsfortschritte werden vom Staat damit abgeschöpft. Zurück bleibt eine verarmte Bevölkerung, die nach “sozialen” Wohltaten schreit, wobei der Staat als “Retter” einschreiten kann, möglichst noch den Kollektivismus als Ziel.

      So wird das nichts. (Laffer-Kurve ist auch nicht schlecht. Wir sind hier schon jenseits des Maximum.)

      Antworten
      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ DCSI

        >Gefühlt sämtliche Produktivitätsfortschritte werden vom Staat damit abgeschöpft.>

        Selbst wenn man das – sämtliche! – mal so stehen lässt:

        Was macht der Staat mit den Produktivitätsfortschritten?

        Hortet er sie?

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        “Was macht der Staat mit den Produktivitätsfortschritten?Hortet er sie?”

        Nö, er verteilt den durch die Produktivitätsfortschritte zusätzlich erzielten und dann von ihm abgeschöpften Output an seine Beamten, seine Claqueure in den Medien, die Klientel in bestimmten politisch protegierten Industrien und einen immer größeren Zoo aus Minderheiten, die es in der Diskriminierungs-Olympiade aufs Siegertreppchen geschafft haben.

        Ein bisschen wie bei einer Räuberbande aus dem Märchen, aber statt mit echten Räubern mit ganz vielen Quotenfrauen und beim Staat angestellten Frauenbeauftragten, schmierigen Staatsfunk-Ansagern, arbeitslosen Migranten, barocken fettleibigen Solarbaronen, Lastenfahrrad fahrenden Veganern und ganz viel schlechtem Make-Up.

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott

        >… er verteilt den durch die Produktivitätsfortschritte zusätzlich erzielten und dann von ihm abgeschöpften Output an seine Beamten, seine Claqueure in den Medien, die Klientel in bestimmten politisch protegierten Industrien und einen immer größeren Zoo aus Minderheiten, die es in der Diskriminierungs-Olympiade aufs Siegertreppchen geschafft haben.>

        Richtig erkannt.

        Und die Klügeren unter den Idioten auch:

        Daher werden an unseren Hochschulen Fächer gelehrt, die z. B. nach dem Studium den direkten Eintritt in den Staatsdienst mit Beschäftigung- und Einkommensgarantie ermöglichen.

        Nicht nur die Einrichtungen dafür werden von denen finanziert, die Produktivitätsfortschritte erarbeiten, sondern die Vorbereitung auf den Staatsdient wird auch noch durch Stipendien subventioniert.

        Klar, dass bei diesem Angebot kräftig zugelangt wird und ca. 30% der Hochschulabgänger in den Staatsdienst wollen.

        Daher die verständliche Schlussfolgerung:

        Warum soll man sich im harten Wettbewerb angestrengt um Produktivitätsfortschritte bemühen, wenn der Staat sie abschöpft und anderen zukommen lässt, die sich nicht derart anstrengen müssen.

        Nix SED, sondern demokratisch gewollt.

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer

        “Daher die verständliche Schlussfolgerung: Warum soll man sich im harten Wettbewerb angestrengt um Produktivitätsfortschritte bemühen, wenn der Staat sie abschöpft und anderen zukommen lässt, die sich nicht derart anstrengen müssen. ”

        Dieses System funktioniert halt blöderweise nur, solange es noch genügend Wertschöpfung in der Wirtschaft gibt, die von der stetig wachsenden Kaste der “Vom-Staat-Lebenden” abgeschöpft werden kann.

        Für die Abwanderung der Unternehmer und Hochqualifizierten hat die SED dann aber auch wieder hübsche Lösungen im “antifaschistischen” Architekturkatalog – was allerdings nicht viel bringt, wenn moderne Grünsozialisten die einheimische Industrie aus der SED damals vollkommen fremden klimaideologischen Gründen vernichten. Mal sehen, wann die Grünen darauf kommen, dass es da ein Problem gibt und die alten Strategien nicht einfach auf heute übertragbar sind…

        “Nix SED, sondern demokratisch gewollt.”

        Die Demokratie ist die einzige Staatsform, die sich selbst abschaffen kann, wenn der Souverän das so will. Nicht vergessen: 37% der Wähler hatten bei der Reichstagswahl im Sommer 1932 die NSDAP gewählt. Das war vor der Reichstagsbrandverordnung, mit der die ersten Grundrechte “zum Schutz des Volkes” abgeschafft wurden, wie wir das aus den letzten 2 Jahren auch wieder kennen. Die Leute damals wollten das ganz von selbst, es war ihre freie Entscheidung. Und weil gleichzeitig weitere 14% die Kommunisten gewählt hatten, war damit der Untergang der Demokratie eingeläutet.

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