Dieser Krieg wird Hunger bringen!

Die russische Aggression in der Ukraine verstärkt Ungleichheit, Inflation und Stagnation. Die Welt wird ärmer werden und konfliktreicher.

Putins Krieg gegen die Ukraine verändert die Welt – nachhaltig und nicht zum Besseren. Allein die Summe der Anteile Russlands und der Ukraine am weltweiten Weizenexport beträgt mehr als 25 Prozent. Mit dem russischen Überfall sind hier große Verwerfungen und gravierende Preissteigerungen vorprogrammiert. Nicht nur das wird weltweit zu weiteren Spannungen führen. In der 126. Folge von „bto 2.0 – der Ökonomie-Podcast mit Dr. Daniel Stelter“ analysieren wir die Situation, die durch den Krieg entstanden ist, die Wirkung der beschlossenen Sanktionen und was das für den Ausblick auf Wachstum und Inflation bedeutet. Erneut als Experten dabei: der Soziologe und Wirtschaftswissenschaftler Prof. Gunnar Heinsohn und der Handelsexperte Prof. Gabriel Felbermayr, Direktor des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung. Zusätzlich in der Expertenrunde: der Experte für Geldpolitik Prof. Gunther Schnabl, Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschaftspolitik und Internationale Wirtschaftsbeziehungen an der Universität Leipzig.

Täglich neue Analysen, Kommentare und Einschätzungen zur Wirtschafts- und Finanzlage finden Sie unter www.think-bto.com.

Sie erreichen die Redaktion unter podcast@think-bto.com. Wir freuen uns über Ihre Meinungen, Anregungen und Kritik.

… oder hören Sie diesen Beitrag über Ihre eigene Player-App:

Kommentare (32) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
  1. Dirk Hadenfeldt
    Dirk Hadenfeldt sagte:

    Hungerkrise- Sehe ich auch so, wir steuern da auf etwas zu was unter Umständen nicht mehr kontrollierbar ist. Zu Lebensmittelhilfen gebe ich zu bedenken. Kurzfristig kann es sinnvoll sein aber es birgt die Gefahr, dass es in den Empfängerländern zu weiterer Zerstörungen der landwirtschaftlichen Eigenversorgung kommt. Was in den letzten Jahren schon massiv geschehen ist. Die Landwirtschaft dort ist dann nicht mehr konkurrenzfähig. Das ist auch ein wesentliches Problem in dieser Ländern. Ich denke das ist nicht einfach zu lösen aber man muss beachten bei allem was wir tun, es gibt immer Bewegung und Gegenbewegung. Definitiv ist es so, daß wir hier aus ideologischen Gründen Möglichkeiten verschenken. Bei Betrachtung der Produktionszahlen der Nahrungsmittel muß auch immer berücksichtigt werden, das viel entscheidender ist, welche Mengen sind frei handelbar. Wesentliche Mengen der Weltproduktion sind nämlich fest und stehen dem Welthandel gar nicht zur Verfügung. Hier spielen gerade Deutschland und Frankreich eine große Rolle. Unsere Mengen sind of das Zünglein an der Waage, um so fataler wenn wir uns dem aus ideologischen Gründen verweigern. Ein noch nicht beachteter Punkt ist: sollte es zum Einsatz von Massenvernichtungswaffen kommen, ist das nicht nur eine akute Bedrohung von Mensch und Tier, sondern kann auch Böden und Wasser auf Generationen hinaus verseuchen. Im Moment wird viel über taktische Atomwaffen diskutiert als wäre das eine tragbare und akzeptable Option. Ist es nicht. Jeder Friedensschluss und jeder Verhandlung ist besser als das.

    Antworten
  2. Richard Ott
    Richard Ott sagte:

    Die Grünen-Parteiführung sollte sofort erklären, dass man den bösen Putin am besten bekämpfen kann, indem man in den nächsten Monaten einfach weniger Weizen isst…

    Antworten
  3. Alexander
    Alexander sagte:

    Heinsohn glänzt, seine Quellenqualität berauscht.

    – polnische Nationalisten sind beste Quelle, ihre Wünsche nach den geraubten Gebieten der heutigen Ukraine historisch richtig aber zeitgemäß?

    – bislang gibt es keine Bestätigung über die russische Verluste. Sehr ehrenhaft Mütter wahnsinnig zu machen und die atomare Bedrohung durch Selenski (MSC) zu verschweigen. Horrende Zahlungen UND horrende Ausfälle vertragen sich nur, wenn Putin seine Privatschattule öffnet – das nennt man Wissenschaft!

    -ukrainische Mütter weinen nicht, die Verluste sind keiner Meldung wert?

    – dass die Bilder der gefangenen russischen Wehrpflichtigen gefaked sein können, wenn die Gesichter (Heinsohn Quellangabe) verdeckt bleiben und die Geständnisse getextet wurden – keine List sondern Transparenz?

    – der sreenshot der Siegesmeldung einer pakistanischen Quelle der nächste Heinsohn Treffer, sooo valide.

    – dass es am AKW zu einer Sabotageaktion kam, um den später von F.Merz geforderten Natoeinsatz zu rechtfertigen – kommt Heinsohn nicht in den Sinn. Dafür spricht aber das Feuer leichter Infanteriewaffen, wie im ÖR ausgestrahlt. Das Gefecht spielte sich um ein Verwaltungsgebäude ab….. fortan Ruhe, weil der Objektschutz so funktioniert wie um Tschernobyl, welches früher eingenommen wurde….und mit weniger Schaden für Angreifer hätte schwer beschossen werden können.

    – Internetvideos aus der Ukraine sprechen dafür, dass bisher nichts von der Infrastruktur des Feindes zerstört wurde. Kein Wasser, Strom, Gas, Telekommunikation…..obwohl das in jedem Krieg das erste Ziel jedes Angreifers ist.
    Hoffentlich geschieht das in der dritten Woche, sonst spräche Heinsohn fake news.

    – Heinsohns highlight der Einsatz von Kellnern aus Polen für den Frieden der Ukraine.
    Hat der Ungediente eigentlich Ahnung, was es für Freiwillige bedeutet ohne Uniform mit mieser Bewaffnung ohne Kommandostruktur in einem Kriegsgebiet tätig zu werden? Freischärler genießen keinen Status nach Kriegsvölkerrecht, Molotowcocktails genügen für Hotzenplotzattacken, der Preis ist sofortiger Tod weil ein anderer Schütze gnadenlos drauf halten wird….

    – der Wert gelieferter Waffen könnte bei ausgebildeten Einheiten höher sein, als er für Zivilisten ist. Ausbildung im Krieg kennen die Deutschen, das Ende ist glanzlos. Ob die Bedinungsanleitungen auf den Waffen noch umlackiert wurden – man mag es bezweifeln.

    Inzwischen melden russische Quellen, dass 40% of the Ukrainian territory is under Russian control and over 75% of the Ukie military was destroyed. Bei totaler Luftüberlegenheit und der Feuerkraft russischer Berufsmilitärs wäre das wenig
    verwunderlich – 8 Jahre Aufklärung vorausgesetzt.

    Am meisten enttäuscht mich, dass Heinsohn jene Verbrechen auslässt, die von Amnesty international bestätigt wurden – wie es seine Aufgabe als Genozidforscher einmal war.

    …. von den alten Russen zu erzählen, die an den vaterländischen Sieg glauben und zu vergessen welche fast ~60J. Boomer im Westen für den Krieg in der Ukraine eintreten, gerade so als ob die BRD noch über kampfstarke Divisionen verfügte.

    Das Fell ist verteilt, der Bär am Leben &
    Ironie ist alles was bleibt.

    Antworten
  4. Michael Dabrock
    Michael Dabrock sagte:

    Hallo Herr Dr. Stelter,

    der Kommentar von Prof. Heinsohn war toll!

    Was wäre, wenn USA und EU das Angebot an das ukrainische und russische Volk machen würden, dass beide Länder in die NATO und EU aufgenommen werden.

    Die jungen Russen, die Oligarchen etc. wären dafür und Putin mit seinen anderen Freunden würde alleine dastehen und sich kaum noch eine Woche halten.

    Für EU und NATO wäre das ein Gewinn und für Russen und Ukraine auch. Also eigentlich eine klassische win-win-Situation.

    Wäre ein interessanter Podcast: “Was wäre, wenn Russland und Ukraine in der NATO und der EU wären?”

    Antworten
    • Dietmar Tischer
      Dietmar Tischer sagte:

      @ Michael Dabrock

      Sie TRÄUMEN!

      Selbst wenn Putin und seine Freunde ALLEINE dastehen würde, wäre es KEIN Gewinn für die NATO und die EU, wenn beide Länder aufgenommen würden.

      Antworten
      • Michael Dabrock
        Michael Dabrock sagte:

        jetzt haben Sie aber zwei Sätze von mir total verdreht. Bitte immer nur einen Satz kommentieren und diesen nicht mit einem zweiten verquicken…

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Michael Dabrock

        Sie sagen:

        >Für EU und NATO wäre das ein Gewinn und für Russen und Ukraine auch.>

        Der erste Teil Ihres Satzes lautet:

        Die Aufnahme beider in EU und NATO wäre ein GEWINN für EU und NATO.

        Sorry, das ist Träumerei.

        Die EU ist bereits JETZT so zerstritten, dass eine Ausweitung zu ihrer DESTABILSIERUNG führte.

        Sie wissen doch, dass die unterschiedlichen NATIONALEN Interessen von Polen und Ungarn zu ERHEBLICHEN Spannungen in der EU führen.

        Weil das so ist, hat es zwischen Macron und Merkel unterschiedliche Auffassungen darüber gegeben, ob man weitere südosteuropäische Staaten in die EU einbeziehen sollte.

        Was die Zugehörigkeit zur NATO betrifft:

        Selbst wenn ein williges Russland die Bedingungen erfüllen würde, wäre die Zugehörigkeit HOCHRISKANT für die jetzigen NATO-Staaten.

        Denn nach Artikel 5 MÜSSEN alle Beistand leisten, wenn auch nur ein Land angegriffen wird.

        Wissen wir, ob Russland angegriffen würde?

        Wir wissen es nicht.

        Denken Sie nur einmal an das NATO-Mitgliedsland Türkei.

        Es verfolgt seine Interessen auch militärisch im Nahen Osten.

        Wenn von irgendwo her als Vergeltung ein Angriff auf die Türkei stattfinden würde, dann kann nicht darüber diskutiert werden, wer SCHULD hat, sondern wir wären AKTIV in einem Krieg.

        WENN der Ukrainekrieg beendet ist UND Russland statt Putin eine vertrauenswürdige Regierung hat, die durch demokratische Wahlen vom Volk LEGITIMIERT wäre, dann kann man mit RUSSLAND über die Bedingungen für eine Aufnahme verhandeln.

        Das wäre im Rahmen einer gesamteuropäisch NEUEN Sicherheitsarchitektur möglich.

        Schüsse aus der Hüfte, wie Sie sie hier bieten, sind dagegen Wunschdenken.

  5. Schwarzenberg
    Schwarzenberg sagte:

    zu Herrn Heinsohn: Es ist tatsächlich bemerkenswert, dass die USA bislang nicht mehr Öl und Gas fördern, dabei war man vor wenigen Jahren noch Exporteur. Aber der hohe Benzinpreis ist in den USA politisch nicht allzu lange durchhaltbar, da dürfte sich was ändern.
    Freiwillig auf den Bezug von Gas zu verzichten wäre derzeit wohl ziemlich dumm, das Kosten-Nutzen-Verhältnis wäre denkbar schlecht. Laufen lassen, so lange noch was kommt. Und selbst täglich ein bisschen Energie sparen. Auto einfach mal stehen lassen und die Heizung abends eine halbe Stunde früher runterfahren. Aber so etwas auszusprechen kann sich kein Politiker mehr leisten.

    Antworten
    • weico
      weico sagte:

      @Schwarzenberg

      “Freiwillig auf den Bezug von Gas zu verzichten wäre derzeit wohl ziemlich dumm, das Kosten-Nutzen-Verhältnis wäre denkbar schlecht. ”

      Richtig.

      Es wird wohl darauf hinauslaufen, ob die NATO bzw. die Ukraine den Konflikt schnell beenden WILL oder NICHT.

      Auf “Verhandlungslösungen” zu verweisen, wenn die FORDERUNGEN schon vor Beginn des Konfliktes klar kommuniziert wurden, bringt nur mehr Tote und Elend.

      Wer eine schon die Forderung nach einem neutralen Status ablehnt, wie die Ukraine, der WILL gar KEINE Verhandlungen.

      https://www.tagesschau.de/ausland/europa/russland-ukraine-gespraeche-103.html

      Antworten
      • Stoertebekker
        Stoertebekker sagte:

        @R Ott

        Tja, ein schönes Beispiel, dass die Wahrheit zuerst und die Hoffnung zuletzt stirbt. Wir werden es nicht erfahren, aber solche Helden-Todesanzeigen für liquidierte Wehrmachtsoffiziere gab es schon in WW II. Vermutlich als wichtig für die Moral angesehen. Vielleicht sieht sich ja auch der gesamte ukrainische GRU als Unterabteilung des russischen…

        Das ist alles völlig undurchsichtig. Hab irgendwo gelesen, dass Abramowitsch auf Wunsch der ukrainischen (!) Regierung im Hintergrund auch dabei ist (Kontakte zu Israel???)

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Stoertebekker

        “Vielleicht sieht sich ja auch der gesamte ukrainische GRU als Unterabteilung des russischen”

        Das ganz sicher nicht. Wenn er sich tatsächlich so sähe, hätte der ukrainische Geheimdienst schon längst die ukrainische Regierung liquidiert oder weggeputscht.

        Die wahrscheinlichste Erklärung dürfte sein, dass der Verhandler zu sehr geneigt war, russische Vorschläge zu akzeptieren, was in der derzeitigen Situation von den radikalen Kräften im ukrainischen Staatsapparat ganz schnell als “Verrat” ausgelegt werden kann.

        Es gibt ja tatsächlich Beispiele wo Bürgermeister mit den Russen für ihre Städte die Kapitulation ausgehandelt haben, die bis jetzt größte und bedeutendste ist Kherson am schwarzen Meer: https://www.oe24.at/welt/ukraine-krieg/erste-ukrainische-grossstadt-gefallen/512386322

        Scheint dort ganz gut zu laufen, oder haben Sie in den letzten Tagen in den westlichen Medien irgendwelche Nachrichten aus Kherson gehört? Verglichen mit dem Chaos in Kiew oder der Belagerung von Mariupol ist die Lage dort relativ stabil und sicher.

        Sehr gut für die lokale Bevölkererung, aber natürlich ein schwerer Verrat aus Sicht der Regierung in Kiew und ihrer westlichen Anreiber – wieso hat der Bürgermeister einfach kapituliert und nicht die Waffenlager geöffnet und Gewehre unter den Zivilisten verteilt?

        “Hab irgendwo gelesen, dass Abramowitsch auf Wunsch der ukrainischen (!) Regierung im Hintergrund auch dabei ist (Kontakte zu Israel???)”

        Und das ist eine clevere Idee von den “Moderaten” in der ukrainischen Regierung. Abramowitsch ist ja nicht nur Oligarch sondern war auch 8 Jahre lang Regionalgouverneur einer allerdings recht unbedeutenden Region. Der kennt die russische Regierung also gut. Und er ist sicherlich reich genug, um durch genügend eigene Sicherheitskräfte verhindern zu können, dass er von irgendwelchen Geheimdiensten mal so einfach erschossen werden kann.

  6. Dietmar Tischer
    Dietmar Tischer sagte:

    Wieder ein EXZELLENTER Podcast mit gewichtigen Gesprächspartnern, der die DIMENSION der Veränderungen und absehbaren FOLGEN in Tiefe und Breite beleuchtet.

    a) zu Prof. Heinsohn:

    Mit Putin ist nichts zu lösen.

    Putin muss weg, weil sich mit dem kein westlicher Politiker mehr an den Verhandlungstisch setzen wird, nachdem sie von ihm so desavouiert wurden.

    Nach Putin wird man Russland Angebote unterbreiten (müssen), um dort den Wohlstand zu steigern, damit das Risiko weiterer Schocks wie der Ukrainekrieg gemindert wird.

    Das ist politisch und ökonomisch sinnvoll und wird kommen, zumal Russland auch ein hochattraktiver Markt mit hohem Absorptionsvermögen wäre.

    Ausgeblendet, ob Russland nicht zerfallen würde, die Entwicklung dahin:

    Die Verluste der russischen Armee müssen so hoch werden, dass die „Mütter Russlands“ auf die Straße gehen in einer Anzahl, die nicht mit Verhaftungen in Grenzen zu halten ist.

    Ob dieses eintritt oder nicht, weiß keiner.

    Ein abwegiges Szenario ist es nicht, wenn Putin 8 Jahresgehälter für einen getöteten russischen Soldaten und 6 Jahresgehälter für Invaliden ausgeben will.

    Es läuft erkennbar in diese Richtung, weil Putin zur Selbstbestätigung die offizielle Kapitulation der Ukraine braucht und der Westen Waffen an die Ukraine liefert, mit denen diese sich verteidigend den Blutzoll für Russland hochtreibt (BESCHREIBUNG der absehbaren REALITÄT, kein Zynismus).

    b) zu Prof. Felbermayr:

    Seine Auffassung, dass der Importstop von russischem Gas und Öl (und Kohle?) Russland am härtesten treffen würde mit einem Absturz des Rubelkurses, der Russland praktisch von seinen Importen abschneiden würde, weil sie nicht mehr bezahlbar wären, ist m. A. n. richtig.

    Richtig ist m. A. n. auch seine Folgerung:

    Zweistellige INFLATIONSRATE und REZESSION.

    Das wird nicht erfolgen, weil es nicht nur uns, sondern den gesamten Westen in einem Maß DESTABILISIEREN könnte, das keiner wollen kann:

    Wegen Rebellion der Bevölkerungen KEINE hinreichende politische HANDLUNGSFÄHIGKEIT mehr.

    Daher:

    Darauf setzen, dass Russland DESTABILISIERT wird und Putin die Macht verliert.

    c) zu Prof. Schnabel:

    Abgesehen davon, dass er m. A. n. die westliche Grundschwierigkeit VORRANGIG an der Geldpolitik festmacht und m. A. n. damit falsch liegt:

    Er hat recht damit, dass die Situation der Inflationsbekämpfung HEUTE schwieriger ist, als es zu Volckers Zeiten der Fall war.

    Wir haben eben nicht mehr die damaligen Wachstumsraten.

    Aber seine SECOND BEST Lösung, die Partner in Europa zu überzeugen, dass die Inflationsbekämpfung und damit auch der Verzicht auf steigende Staatsausgaben mittelfristig besser wäre als der Inflation mit kompensierenden Staatsausgaben hinterherzurennen, ist eine Illusion, der nur Ökonomen verfallen können.

    Er verweist auf Schröder und den Nutzen der Hartz IV-Reformen, vergisst aber hinzuzufügen, dass er ABGEWÄHLT wurde.

    Klar ist unser Wohlstand hoch und wir würden temporäre VERLUSTE überleben.

    Wir als westliche Bevölkerungen WOLLEN es aber NICHT (freiwillig, aus Einsicht), sondern nehmen es nur hin, wenn wir dazu erkennbar GEZWUNGEN werden.

    Westliche Regierungen basieren auf KONSENS und können nicht einfach mal die Bevölkerung zwingen.

    d) zu Dr. Stelter:

    Der Verweis auf möglich Folgen von global stark steigenden Lebensmittelpreisen gerade auch in Nordafrika und im Nahen Osten ist RICHTIG und NOTWENDIG.

    Wir haben JETZT schon eine riesige Flüchtlingswelle aus der Ukraine zu bewältigen.

    Soll dazu in naher Zukunft auch noch eine aus der südlichen und südöstlichen Nachbarschaft HINZUKOMMEN?

    Ist da noch jemand, der mit Blick darauf sagen würde „Wir schaffen das“?

    Ich sehe weit und breit niemanden.

    Antworten
    • Richard Ott
      Richard Ott sagte:

      @Herr Tischer

      “Es läuft erkennbar in diese Richtung, weil Putin zur Selbstbestätigung die offizielle Kapitulation der Ukraine braucht und der Westen Waffen an die Ukraine liefert, mit denen diese sich verteidigend den Blutzoll für Russland hochtreibt (BESCHREIBUNG der absehbaren REALITÄT, kein Zynismus).”

      Ja, der Westen kämpft mutig bis zum letzten kampfeswilligen Ukrainer gegen Russland. (BESCHREIBUNG der absehbaren REALITÄT, kein Zynismus)

      Was machen Sie eigentlich, wenn ihre Destabilisierungsstrategie nicht aufgeht und die westlichen Regierungen zuerst instabil werden? Glauben Sie, Russland lässt uns dann vom Haken?

      Für einen zuvor so stabilitätsfixierten und sicherheitsorientierten deutschen Rentner, dem selbst eine Bankenpleite viel zu aufregend wäre, sind Sie in letzter Zeit erstaunlich aggressiv. Daran sieht man, wie gut Propaganda wirkt.

      Antworten
    • Dieter Sandriesser
      Dieter Sandriesser sagte:

      Sehr geehrter Herr Tischler, in ihrem Feedback zur Analyse von Prof. Schnabel lese ich heraus, dass sie im wesentlichen zwar den Aussagen zustimmen, aber verweisen darauf, dass eine Geldpolitische Wende eigentlich nicht umsetzbar ist, weil es kurz zusammengefasst, die Bevölkerung und die Politiker nicht wollen. Es stellt sich dabei nur die Frage, wenn der dicke Wohlstandspolster sich verkleinert und oder soziale Konflikte auftreten, wird uns keine Wahl mehr bleiben und es wird von selber passieren. Ist die Frage ob wir so lange warten sollen ?

      Antworten
  7. Felix Roth
    Felix Roth sagte:

    Vielen Dank für diesen sehr interessanten Podcast mit tollen Gästen. Zum Thema Japan: Die Depression der 90iger und die Blase der 80iger Jahren wurde bewusst(!) durch die Bank of Japan (BoJ) über die Kreditplafondierung (die sogenannte “window guidance”) erzeugt, um ihre eigene Interessen durchzusetzen. Professor Werner hat das sehr schön in seinem Buch “Princes of the Yen” beschrieben. Die EZB wird aus meiner Sicht auf Inflation setzen, um den Euro am Leben zu erhalten und ihre eigene Existenz nicht zu gefährden. Steigende Zinsen bzw. eine Verknappung der Kreditmenge würde die Gefahr von Euroaustritten erhöhen und daran kann die EZB kein Interesse haben.

    Antworten
  8. Zorn Dieter
    Zorn Dieter sagte:

    Ich wünschte aufrichtig, all diese klugen Kommentare gegen Krieg und die Beschädigung der Weltwirtschaft wären auch bei den von der „Koalition der Willigen“ geführten Kriegen in Jugoslawien, dem Irak, Afghanistan, Lybien, Syrien, Somalia, …, geführt worden!

    Antworten
    • Stoertebekker
      Stoertebekker sagte:

      Danke für den Podcast. Man muss ja nicht alle Einschätzungen für nachvollziehbar halten, aber unterschiedlichste Perspektiven helfen der eigenen Meinungsbildung!

      PS Wäre aufgrund der vielen Unsicherheiten allerdings grundsätzlich vorsichtig mit Prognosen. Auch bezüglich Nahrungsmitteln.

      a) das größte Problem sind immer noch Verluste in den Transportketten vom Feld zum Verbraucher

      b) warum Russland in diesem Jahr als Exporteur ausfallen sollte, erschließt sich mir nicht unmittelbar

      c) auch die Ernte in der Ukraine muss nicht komplett ausfallen (Wintergetreide?; ggfs. kann auf dem Land auch jetzt noch gedrillt werden)

      d) und wenn wir insgesamt etwas Glück mit dem Wetter haben, könnten Ernten in anderen Anbauregionen ja auch mal üppig ausfallen. Zumindest bei uns sind die Böden in den letzten Monaten glücklicherweise mal wieder richtig durchnässt worden.

      In Summe könnte es durchaus viele kleine Kompensationsmöglichkeiten zu den ggfs. großen Ausfällen in der Ukraine geben. Wie sich das aufsummiert, bleibt abzuwarten.

      Antworten
      • Namor
        Namor sagte:

        Spannend wäre zu wissen, wo sich das russische/ukrainische Getreide der letzten Ernte, tranpsorttechnisch (Feld bis Verbraucher) gerade befindet. Ich denke die größten Lager/Silos in der Kette befinden sich in den jeweiligen Ländern. Und das könnte schon ein größeres Problem werden.

        Wie erwähnt, im Nov 21 ging man davon aus, dass viele Ernten den weltweiten Bedarf nicht decken werden können. (letzter Agrana Zwischenbericht)

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Stoertebekker

        “b) warum Russland in diesem Jahr als Exporteur ausfallen sollte, erschließt sich mir nicht unmittelbar”

        Ach, möchten Sie die Sanktionen, welche die Abwicklung russischer Weizenexporte unterbinden, jetzt etwa wieder aufheben?

        Erst kommt das Fressen, und dann die Moral…

  9. @foxxly
    @foxxly sagte:

    so wie sich deutschland aktuell in diesen unsäglichen und sehr komplizierten ukranine/russland-konflikt hineinziehen lässt, ist es schon sehr bedenklich und steigert die große gefahr eines 3.WK.

    provokativ gefragt: was geht uns dieser konflikt überhaupt an? (kann man darüber nachdenken )
    nun, die EU hat bisher bereits runde 48 mrd€ geld in die unkrine gesteckt.
    die usa 5 mrd damit es zum maidanaufstand gekommen ist!

    also, es sind erhebliche ausländische interessen in die ukraine investiert worden.
    damit auch versprechungen, aufwieglungen und evtl auch hetze geleistet.

    diese gemengelage macht es so gefährlich, dass dieser konflikt nicht örtlich begrenzt bleiben wird.

    der hunger an nahrungsmittel, aber auch an energie, wird schon alleine durch die teuerung bestärkt.
    dies hat auch auswirkungen auf die dritte welt. als folge wird die flüchtlingsstrom von massiver.

    also auch hier gibt es wieder einen großen gewinner, wenn europa ersäuft und halb krepiert

    Antworten
    • Dietmar Tischer
      Dietmar Tischer sagte:

      @ foxxly

      >provokativ gefragt: was geht uns dieser konflikt überhaupt an?>

      Das ist nicht provokativ, sondern BALLABALLA gefragt.

      Sie können sich damit allerdings brüsten, das Niveau des Spitzenökonomen im Gesundheitsministerium erreicht zu haben. Hier:

      https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/themen/karl-lauterbach-zu-seinem-buch-bevor-es-zu-spaet-ist-17851226.html

      Die Überschrift ihn zitierend:

      >“Wir müssen komplett aus Öl, Kohle und Gas aussteigen“>

      KOMPLETT gaga.

      Antworten
      • @foxxly
        @foxxly sagte:

        @ tischer
        wer balabala ist, sie oder ich,
        wird sich bald zeigen, wenn sich die lage in der ukraine zuspitzt und wir von dieser energieversorung abgeschnitten werden.

    • Alexander
      Alexander sagte:

      @foxxly

      Der III Weltkrieg fällt aus, eine der letzten Meldungen von Rt.deutsch vor abschalten war, dass Russland die deutschen Waffenlieferungen als Verletzung des Waffenstillstandes von 1945 betrachtet…..

      Putin muss vielleicht weg, aber in Berlin müssen ganz viele weg, wenn wir Deutschen mit dem Russen wieder freundlichen Umgang wollen.
      Die Ausschreitungen gegen z.B. Russlanddeutsche waren eine Schande für das ganze Land und so gerechtfertigt – wie weniges zuvor.

      Antworten
    • weico
      weico sagte:

      @foxxly

      “provokativ gefragt: was geht uns dieser konflikt überhaupt an? (kann man darüber nachdenken )”

      Klar.

      So denkt sicherlich die Mehrheit der Menschheit auf der Welt zurzeit,über den lokal begrenzten Ukraine-Konflikt Völlig normal.

      Oder interessiert es in Europa etwa wirklich viele Leute ,dass im Jemen schon seit langem ein “Stellvertreterkrieg” herrscht und die Opferzahlen gigantisch sind?
      https://www.tagesschau.de/ausland/asien/jemen-krieg-energiemangel-101.html

      Solange man nicht am Geldbeutel selber betroffen ist/wird, keine Verwandten/Bekannten betroffen sind und der Konflikt zudem noch fern vonstatten geht…ist die menschliche Betroffenheitsschwelle halt sehr niedrig.

      Antworten
  10. Michael Bodenheimer
    Michael Bodenheimer sagte:

    Sehr gute Analyse, aber wer profitiert vom Krieg in der Ukraine? Das ukrainische und das russische Volk sicher nicht, auch nicht die europäischen Völker und Wirtschaften werden durch hohe Energiepreise und die Sanktionen geschwächt – es sind wieder einmal die USA und China, die von einem weiteren angefachten Konflikt profitieren.

    Egal ob Energiepolitik, Geldpolitik, EURO, Rentenversicherung, Europäische Union, Migration, Bevölkerungsaustausch oder Islamisierung, überall haben uns die Altparteien Zeitbomben hinterlassen, die in den nächsten Jahren hochgehen werden und es wird immer offensichtlicher, dass diese andere Interessen haben als „Zum Wohle des Deutschen Volkes“ für das sie eigentlich gewählt wurden. Seit Jahren stellen die Verräter der in den Altparteien die Weichen noch für Frieden, Wohlstand und eine bessere Zukunft, wie es ihr Mandat wäre, sondern sie stossen uns immer weiter in den Abgrund.

    Wenn eine ausländische Macht die Zerstörung Deutschlands, seiner Bevölkerung und seiner Werte erzielen wollte, würde Sie besser eine solche zersetzende Politik mit allen geheimdienstlichen Mitteln und Wegen via Atlantikbrücke, Deutscher Umwelthilfe, gekaufter Politiker, Greenpeace, ATTACK, Antifa, WEF, BIS, WMF, WHO, unterwanderter Medienlandschaft und diverser anderer NGOs fördern anstatt offen zu agieren – ist aber natürlich alles nur krude Verschwörungstheorie, schliesslich hat es einen Morgenthau-, Kalergieplan oder eine WEF-Agenda 2030 nie gegeben und es gibt auch sonst keine geopolitischen Interessen, die dem Wohle des deutschen Volkes entgegenstehen!

    Antworten
    • Doro Mezger
      Doro Mezger sagte:

      Meinem Vorredner möchte ich mich teilweise anschließen. Für meine Begriffe handelt es sich nicht um eine sehr gute Analyse, sondern um eine radikal neoliberale. An keiner Stelle wird versucht die russische Sichtweise zu verstehen, d. h. die immer weiter fortschreitende Einkreisung durch die NATO, das “Friedensbündnis”. Herr Felbermayr will die Sanktionen noch deutlich verschärfen. NIcht diskutiert wurde von den Herren Stelter und Heinsohn, dass die NATO die Ukraine aufgerüstet hat. Mit welchem Ziel? Und jetzt der gegenseitigen Zerfleischung der Gladiatoren zuschaut. Die Europäer taumeln einem 3. nuklaren Weltkrieg entgegen, den aufzuhalten die USA möglicherweise oder wahrscheinlich kein Interesse haben.

      Antworten
      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Doro Mezger

        >NIcht diskutiert wurde von den Herren Stelter und Heinsohn, dass die NATO die Ukraine aufgerüstet hat.>

        Die NATO rüstet NICHT auf, noch nicht einmal das eigene Militär.

        Siehe Deutschland: „mehr oder weniger blank“.

        Die NATO ist ein VERTEIDIGUNGSBÜNDNIS.

        STAATEN haben der Ukraine geholfen, sich besser zu rüsten.

        >Mit welchem Ziel?>

        EIN Ziel war es, der Ukraine zu ermöglichen, sich nach dem Verlust der Krim BESSER verteidigen zu können.

        Ein ANDERES Ziel war das des Westens, die Ukraine mit großen Teilen der Bevölkerung an den Westen zu binden, um westliche INVESTIONEN in die Ukraine SICHERER zu machen.

        Das konnte man machen, weil dies dem Westen und der Ukraine durch Russland vertraglich eingeräumt worden ist.

        Der Westen hat ein INTERESSE an der Ukraine als MARKT und die Ukraine ein INTERESSE, den Wohlstand der Bevölkerung zu steigern.

        DAS ist die Win-Win-Situation.

        Man war dabei aber nicht so klug, die Sicherheitsinteressen von Russland ANGEMESSEN mit einzukalkulieren.

        Das muss man im Nachhinein schon so sagen, wenngleich nahezu alles dafür sprach, dass Russland ein Interesse an REGELVERHALTEN haben würde.

        Das Geschäft Rohstoffen gegen Devisen lief doch gut.

        Dass bei der Bevölkerung nicht viel ankam und andere sich die Taschen füllten, ist jedenfalls nicht das Verschulden des Westens.

      • weico
        weico sagte:

        @Doro Mezger

        “An keiner Stelle wird versucht die russische Sichtweise zu verstehen, d. h. die immer weiter fortschreitende Einkreisung durch die NATO, das “Friedensbündnis”. ”

        Richtig.

        Diese Sichtweise ist ein anderen Weltgegenden aber eine völlig Andere und wird als Agression betrachtet.

        Vom NATO Standpunkt aus, ist die “Einkreisung” Russlands verständlich.

        Das poltisch-militärische Bündnis (NATO) wurde ja im Zuge der Eindämmungspolitik gegen die Sowjetunion geschlossen….und später auch gegen Russland weiter vorangetrieben.

        Das Strategische Konzept der NATO von 1999,zeigt schön auf, dass “Verteidigung” sehr weit gefasst wird. Das Motto: “Angriff ist die beste Verteidigung” ,ist auch in der NATO längst hinlänglich bekannt (Irak,Kosovo usw…..)

        Das Konzept der “NATO-Verteidigung” schön beschrieben”:

        “Wichtigste Änderung aber ist die Feststellung, dass zur Konfliktverhütung und Krisenbewältigung auch militärische Operationen außerhalb des NATO-Gebietes zur prophylaktischen Gefahrenabwehr möglich sein sollen (sog. „Out-of-Area-Einsätze“). Weiterhin behält sich die NATO das Recht vor, auch ohne Mandat der Vereinten Nationen (UN) in Krisengebieten zu intervenieren (siehe Kosovo 1999). NATO-Eingriffe in internationale Konflikte, bei denen kein Mitgliedstaat unmittelbar als Konfliktpartei beteiligt ist, gehen über den ursprünglichen Verteidigungsauftrag hinaus und werden daher oft auch als „Out-of-Defence-Einsätze“ bezeichnet.”
        https://de.wikipedia.org/wiki/NATO#Strategisches_Konzept_1999

        Fazit:
        Jemand der die NATO als reines “Verteidigungsbündnis” sieht, der disqualifiziert sich selbst bzw. macht sich lächerlich …. oder steht voll dahinter, dass “Angriff die beste Verteidigung ist”.

Ihr Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlassen Sie einen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.