Ukraine-Pleite hätte „weitreichende Ansteckungs-Effekte“

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Thorsten Polleit, Chefvolkswirt vom Goldhändler Degussa, verkündet eigentlich keine Neuigkeiten: Ein Zahlungsausfall ukrainischer Fremdwährungsschulden hätte vermutlich „weitreichende Ansteckungs-Effekte“. Eine solche Situation würde vermutlich von den Marktakteuren dahingehend gedeutet werden, dass tatsächlich nicht alle schwankenden Schuldner der Welt gerettet werden können„. Wenn dies das Ergebnis wäre, könnte man es sich eigentlich wünschen. Denn bei Fortsetzung der derzeitigen Politik wächst der Schaden jeden Tag weiter. Je später die Akteure die Erkenntnis haben, desto mehr Geld werden sie verlieren.

Und weiter: „Polleit begründet seine Einschätzung mit der Verschuldung der Ukraine in Fremdwährung. Die Brutto-Auslandsschuld habe sich Ende Oktober 2013 auf gut 137 Milliarden US-Dollar belaufen. Auf den Staat seien dabei 77,8 Milliarden, auf Banken 21,2 Milliarden entfallen. Um die Auslandskredite bezahlen zu können, müsse die Ukraine im Außenhandel die US-Dollar plus Zins verdienen.“ Stimmt: Die Ukraine hat Auslandsschulden von rund 70 Prozent des BIP,

weniger als:

  • Ungarn (EU-Mitglied)
  • Slowenien (Euro-Mitglied)
  • Kroatien (EU-Mitglied)
  • Moldawien

und nicht viel mehr als:

  • Rumänien (EU-Mitglied)
  • Slowakei (Euro-Mitglied)
  • Kasachstan
  • Mazedonien (Beitrittskandidat)
  • Polen (EU-Mitglied)
  • Weißrussland

Die Ukraine wäre auch ohne Umsturz und Krieg insolvent geworden. Die französische Revolution war übrigens auch die Folge eines Staatsbankrotts.

Wiwo: Ukraine-Pleite hätte „weitreichende Ansteckungs-Effekte“ 4. März 2014

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