„Why the Next US Recession Could Be Worse Than the Last“

Die nächste Rezession wird sicherlich schlimmer als die letzte. Liegt alleine schon daran, dass der Aufschwung aus der letzten Rezession so schwach gewesen ist, trotz (oder gerade wegen?) der Politik der Notenbanken. Das gilt für Europa wie für die USA. Hier ein Kommentar, der es am Beispiel der USA erklärt:

  • „For all the optimism surrounding low unemployment rates and record-high real median income, there are some signs that something is rotten in the US economy. (…) when the next recession comes, there’s reason to believe it won’t be business as usual. The structural problems that led to the 2008 financial crisis haven’t been fixed. If anything, they’ve gotten worse.“ bto: Das gilt erst recht für die Eurozone!
  • „The yield curve between short-term and long-term US Treasuries is the flattest it has been at any point in the past 10 years. A flattening yield curve, is a problem in its own right, as is a declining prime-age labor force unable to secure adequate wages. But there are other longer-term forces at work that threaten to make what should be a minor cyclical recession a much more painful and prolonged affair.“ bto: bei uns bekanntlich viel schlimmer!
  • „The two most consequential of these forces are increases in total household debt and the continued growth of wealth inequality within the US economy.“
  • „Household debt in the United States is now almost $13 trillion. That figure exceeds total household debt at any point during or in the recovery period after the 2008 financial crisis. Housing debt has creeped back to pre-2008 levels. Credit card debt has reached pre-2008 levels too. Student loan debt has skyrocketed by 134 percent since the first quarter of 2008 (about 9 percent on average per year).“ bto: In Europa sind es vor allem die hohen Staatsschulden.

Quelle: Mauldin

  • „Increased household debt, though, doesn’t mean the end is nigh; it just means people are borrowing more money. (…) In the second quarter of 2017, the delinquency rate on credit card loans was 2.47 percent and on consumer loans was 2.21 percent. Low though these rates may be, they are trending upward. Last month, shares of JPMorgan Chase and Citigroup fell on the news that both banks had increased their reserves for consumer loan losses – just under $300 million for JPMorgan Chase and just under $500 million for Citigroup.“ bto: was noch nicht heißt, dass es morgen eine Krise geben muss.

Quelle: Mauldin

  • „More serious than higher household debt, though, is increased income and wealth inequality in the United States since the 1970s. In 2015, the top 10 percent of all US earners accounted for just under 49 percent of total income – a share greater than at any time during the Great Depression. The top 1 percent accounted for 20 percent of total income. This kind of disparity is a refrain in US economic history. It characterized the Gilded Age of the late 19th century as well as the decade or so before the Great Depression. Both were eras of immense wealth generation that benefited only the top, (…).“ bto: was nicht bedeutet, dass es eine Krise gibt, wegen der Ungleichverteilung. Es kann aber eine negative Wirkung auf die Wirtschaft nicht geleugnet werden.

Quelle: Mauldin

  • „According to the Pew Research Center, only upper income families have recouped the wealth they lost during the financial crisis. (…) For those hardest hit, the tales of recovery ring hollow.“ – bto: was natürlich nicht funktionieren kann auf Dauer.

Quelle: Mauldin

  • „Real median income can rise even as the gap between those above and below the median widens. For example, the share of adults living in middle-income households has fallen since 1970. That year, 61 percent of adults lived in a middle-income household. In 2015, that number had fallen to 50 percent. The share of those living in a low-income household increased by 4 percent, and the share of those living in an upper-income household increased by 7 percent. The underlying problem is wealth inequality, and real median income does not necessarily capture wealth inequality.“ bto: Das ist natürlich ein Kernproblem auch in anderen Ländern und eine Folge der Globalisierung und der Geldpolitik.

Quelle: Mauldin

  • „Analysis performed by Pew in 2015, based on the last US census, estimated that in 2012, 60 percent of American households were dual-income households. The purchasing power of the real median income has decreased even as US households have added a second breadwinner to the home.“ bto: was widerspiegelt, dass in den USA fehlende Einkommen durch mehr Arbeit und vor allem mehr Schulden ausgeglichen wurden.
  • „For the past 40 years in the US, the rich have been getting richer, the poor have been getting poorer, and the middle class has been disappearing. The crisis of 2008 was a global phenomenon, but in the US, it was also an episode in an era of increasing inequality that began in the 1970s. The American dream was never about just making ends meet – it was about social mobility and giving your children a better life than you had growing up. That is beyond the means of an increasing number of US households. When the next recession comes, it will come as inequality reaches new heights, and if US history is any indication, that will translate into massive political change.“ bto: Das denke ich auch!

Mauldin: „Why the Next US Recession Could Be Worse Than the Last“, 20. November 2017

9 Kommentare
  1. A1ZE21 sagte:

    Wie es zukünftig wieder werden könnte, sah man 2008 und 2009 an hochverschuldeten Unternehmen wie Continental und Infineon mit temporärem Nachfrageeinbruch und Problemen, Überbrückungsfinanzierungen zu finden.

    Momentan ist noch alles Schönwetter – Idealzustand, während in einer Krise die Anleihenzinsen auf 8% und mehr hochschießen bzw. entsprechende Kursverluste auftreten, wie man es zuletzt Ende 2015 sah.

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  2. Dietmar Tischer sagte:

    Man muss nicht an den Fakten rütteln, um den FOKUS zu ändern.

    Erst einmal:

    Die USA haben – gemessen anhand konstant fehlerhafter, nicht hinreichend problemabdeckender Arbeitslosenrate – nahezu VOLLBESCHÄFTIGUNG.

    Das wäre den Maßstäben der Vergangenheit nach ein OPTIMUM.

    Warum ist es das nicht?

    Viele Einkommen der privaten Haushalte sind trotz eines zweiten Verdieners GERING.

    Ursache dafür ist der säkulare Abbau von Arbeitsplätzen im hochproduktiven verarbeitenden Gewerbe, ohne dass eine entsprechende Anzahl neuer Arbeitsplätzen auf den Feldern innovativer Technologien entsteht:

    Nachwachsen und Migration der Beschäftigten in die zwar nachfragegerechten, aber eben auch gering bezahlen Jobs der Service-Branchen.

    Um den in der Vergangenheit gewohnten Lebensstandard aufrecht zu erhalten, kommt es bei bereits hoher Verschuldung zu weiterer Verschuldung der privaten Haushalte.

    Damit ist das FUNDAMENTALE Problem bestimmt:

    Wachsende Verschuldung bei geringen, z. T noch weiter fallenden Einkommen.

    Das hat erst einmal nichts mit der Vermögensverteilung und den extrem hohen Vermögen der „Upper income“ zu tun.

    Die Vermögensverteilung hat in Verbindung mit der Besteuerung im Wesentlichen allerdings folgenden Effekt:

    a) zu geringe Staatseinnahmen und b) kein hinreichendes Sozialsystem

    BEIDES ist FATAL.

    Denn bei derartigen Veränderungen kann eine Gesellschaft nicht wie in den vergangenen besseren Zeiten ALLEIN mit der Charity-Mentalität, so anerkennenswert sie auch ist, zusammengehalten werden.

    Daher:

    >When the next recession comes, it will come as inequality reaches new heights, and if US history is any indication, that will translate into massive political change.“>

    Das ist vornehm ausgedrückt, bleibt aber hinter der REALITÄT zurück.

    Wir haben mit der Tea Party und Trump BEREITS einen massiven politischen Wechsel:

    Die größte Macht der Welt im Modus der Unberechenbarkeit.

    Wo endet das, wenn das erst der Anfang ist?

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    • Dietmar Tischer sagte:

      Ich bin auch keiner.

      Aber es scheint richtig zu sein, dass Arbeitslosenstatistik und Vollbeschäftigung eine Geschichte ist, die mehr Fragen aufwirft als sie Antworten gibt.

      Dann lassen Sie es mich so ausdrücken:

      Wachsende Verschuldung bei tendenziell abnehmender Arbeitslosigkeit.

      Das kann man für die letzten Jahre wohl sagen.

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  3. Klaus Samer sagte:

    Welchen SInn macht denn dann zu diesem Zeitpunkt die Steuerreform ? Geht man davon aus das die amerikanische Arbeitslosenstatistik zumindest ein bischen mit der Wahrheit zu tun hat, kann man die Produktivität durch einstellen von qualifizierten Arbeitsrkräften nicht mehr erhöhen weil es keine gibt.

    Das heißt man gibt in Zeiten einer,mehr oder weniger, brummenden WIrtschaft den Unternehmen mehr Geld in die Hand. Die FANG Unternehmen sitzen aber eh auf einem riesen Haufen Cash, den sie zum Teil oder ganz jetzt aus dem Ausland zurück holen. Da diese Unternehmen schon vorher eher Aktien zurückgekauft und DIvidenden gezahlt haben wird dieses Geld weder in Innovationen noch in Investitionen landen, sondern man wird die Schulden tilgen die man für die Kaufprogramme aufgenommen hat und die Aktionäre beglücken.

    Niedrigzinsen und noch mehr Geld im System führen dann wahrscheinlich zu noch mehr Fehlallokation von Kapital wie bei Monsanto/Bayer oder Microsoft/LInkedin.

    Oder es treibt die Inflation und die Notenbank sieht sich gezwungen mehr auf die Bremse zu treten. Das würde für die nächste Rezession bedeuten das verminderte Staatseinahmen durch die jetzige Steuerreform und sinkende Staatseinahmen auf Grund sinkender wirtschaftlicher Aktivität sich gegenseitig verstärken.

    Und das soll konsvervative Politik sein ? Ich bin kein Wirtschaftsexperte aber sinnvoll erscheint mir das nicht.

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