„We are witnessing the third biggest bubble created by a central Bank“

Heute Morgen habe ich die FANGs diskutiert, hier nochmals die Erinnerung daran, dass es die Notenbanken sind, die uns die Probleme eingebrockt haben (und weiterhin einbrocken):

  • In its scramble to reflate the biggest asset-bubble in hopes of inflating away the $233 billion in global debt, which at 318% of world GDP has never been higher, the Fed took a wrong turn somewhere, and instead of successfully sending inflation assets into the stratosphere, it successfully reflated deflationary assets.“

  • „(…) we are now in the second longest US equity bull market of all time…“

  • „(…) the bull market leadership has been in assets that provide scarce growth & scarce yield. Specifically, the deflation assets, such as bonds, credit, growth stocks (315%), have massively outperformed inflation assets, e.g., commodities, cash, banks, value stocks (249%) since QE1. At the same time, US equities (269%) have massively outperformed non-US equities (106%) since launch of QE1.“ bto: Das hatten wir hier schon mal, ist aber eine nette Erinnerung.
  • „And, as happens every time the Fed tries to manage asset prices, it has blown another  bubble. As BofA’s Michael Hartnett writes, the lowest interest rates in 5,000 years have guaranteed a melt-up trade in risk assets, which Hartnett has called the Icarus Trade since late 2015, and points out that the latest, e-Commerce bubble, which consists of AMZN, NFLX, GOOG, TWTR, EBAY, FB, is up 617% since the financial crisis, making it the 3rd largest bubble of the past 40 years, and at this rate – assuming no major drop in the 6 constituent stocks the e-Commerce bubble is set to become the largest bubble of all time over the next few months.“ bto: angefeuert von den Notenbanken, die irgendwann vor den Scherben des eigenen Tuns stehen werden.

 

zerohedge.com: „BofA: We Are Witnessing The Third Biggest Bubble Created By A Central Bank“, 26. März 2018

26 Kommentare
  1. Avatar
    Bernhard-Albrecht Roth sagte:

    Lieber Dr. Stelter,

    nach gelegentlichen Besuchen Ihres Blogs drängt sich mir immer mehr der Eindruck auf, dass Sie die Wirkmechanismen des zweistufigen Geldkreislaufs entweder bewusst ignorieren oder noch nicht voll erfasst haben, denn wenn uns die Zentralbanken die Probleme eingebrockt hätten, dann machen Sie die Henne-Ei-Kausalität zu einer Ei-Henne-Kausalität.

    Sollten Sie mit „Probleme eingebrockt“ hingegen nur den aktuellen Zyklus nach 2008 meinen, und nicht die allen Zyklen nach 1971 zugrundeliegende Ursache für Blasen (die Wirkmechanismen des zweistufigen Geldkreislaufs), dann wäre es besser gewesen, das abzugrenzen, um Mißverständnisse zu vermeiden!

    Nachdem Sie den „zweistufigen Geldkreislauf“ nach meiner Recherche aber offensichtlich selbst noch nie auf Ihrem Blog thematisiert haben, scheint eher die Vermutung von „noch nicht voll erfasst“ zuzutreffen. Aber vielleich greifen Sie das Thema schon bald mal in einem neuen Beitrag auf, denn das würde mal einen frischen Wind unter die – wie ich finde – etwas zu häufig aufgewärmten alten Kammellen aus der Presse bringen!

    Beste Grüße,
    Bernhard-Albrecht Roth

    Antworten
    • Daniel Stelter
      Daniel Stelter sagte:

      Sehr geehrter Herr Roth, wenn Sie mit „zweistufigen Geldkreislauf“ meinen, dass 90%+ unseres Geldes von den Geschäftsbanken in Form der Kreditvergabe geschaffen werden, so ist mir das a) bekannt und war auch b) immer wieder Thema hier. Allerdings früher. Das zeigt mir dann, dass man frühere Beiträge mal wieder bringen kann. Dabei denke ich nicht nur an die Eigentumsökonomik, sondern auch an Beiträge wie diese:

      https://think-beyondtheobvious.com/stelter-in-den-medien/schluss-mit-der-maer-vom-tauschmittel/

      https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/disarm-our-doomsday-machine-2/

      https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/financial-reform-call-to-arms-2/

      https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/die-notenbanken-muessen-weitermachen-duerfen-damit-es-nicht-kracht/

      https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/zentralbankpolitik-auf-dem-falschen-weg/

      Daraus kann man aber nicht schliessen, dass die Notenbanken „unschuldig“ sind. Denn sie haben implizit/explizit die Risiken für die Banken gesenkt und damit die Risikobereitschaft erhöht. Auserdem führt billiges Geld der Notenbank zu einem entsprechenden Druck.

      Herzlich,

      DSt

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      • Avatar
        Bernhard-Albrecht Roth sagte:

        Sehr geehrter Dr. Stelter,

        natürlich sind die Zentralbanken nicht unschuldig an der heutigen Situation, wie könnten sie auch, denn sie stellen so viel „Schmiermittel“ (Zentralbankgeld) zur Verfügung, wie der zweistufige Geldkreislauf benötigt, um zu funktionieren. Manche betrachten alle Geldschöpfer (ZB+GB) deshalb als wirtschaftliche Einheit. Jedoch ist die Bereitstellung von Zentralbankgeld nicht die Ursache sondern die Folge der einerseits überschießenden Giralgeldschöpfung und andererseits verzerrten Verteilung von Zentralbankgeld durch derivative Finanzprodukte, was in Summe für die zyklische Blasenbildung verantwortlich ist.

        Denn die Finanzwirtschaft ist – und das schrieb ich schon an anderer Stelle auf Ihrem Blog – abgesehen von der Kreditvergabe an die Realwirtschaft – eine Abschöpfungswirtschaft, nachdem das dort betriebene Nullsummenspiel nur dann Gewinne erwirtschaften kann, wenn diese von Wirtschaftssubjekten außerhalb der Finanzwirtschaft erbracht (erarbeitet) werden.

        Insofern ist das Dilemma jedes Blogs der sich mit Kapitalanlage beschäftigt, dass dieser Zusammenhang mit den eigenen Interessen, zumindest teilweise, in Konflikt steht. Aber ich schätze Ihr Engagement trotzdem, weil Sie – ähnlich wie Thomas Mayer – dem Geld- und Finanzsystem kritischer gegenüberstehen, als diejenigen, die das System ebenfalls verstehen, aber dermaßen an seinen Profiten interessiert oder so abhängig von seinen Vorzügen sind, daß aus ihren Reihen niemals eine Opposition hervorgehen wird (um abschließend noch eine Verschwörungstheorie zu bemühen).

        Herzliche Grüße,
        Bernhard-Albrecht Roth

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Bernhard-Abrecht Roth

        Ihre Differenzierung zwischen Geldpolitik der Zentralbanken und Giralgeldschöpfung ist hilfreich für das Verständnis geldwirtschaftlicher Funktionalität.

        Sie sagen auch:

        >Die Finanzwirtschaft ist … – abgesehen von der Kreditvergabe an die Realwirtschaft – eine Abschöpfungswirtschaft, nachdem das dort betriebene Nullsummenspiel nur dann Gewinne erwirtschaften kann, wenn diese von Wirtschaftssubjekten außerhalb der Finanzwirtschaft erbracht (erarbeitet) werden.>

        Ich bezweifle nicht, dass dies richtig ist, sondern frage mich, ob dies das Problem trifft.

        Richtig ist, glaube ich, dass die Kredite, die Wirtschaftssubjekte erhalten (aufgrund ihrer realwirtschaftlichen Bonität) und die NUR im „Spielkasino der Finanzwirtschaft“ eingesetzt werden, ein „Wettergebnis“ hervorbringen, das Gewinne und Verluste zwischen den Akteuren der Finanzwirtschaft bestimmt.

        Insoweit ist das, ganz richtig, ein Nullsummenspiel bezogen auf die Finanzwirtschaft.

        Dieses „Spiel“ kann ERWEITERT werden, indem mehr Kredite an die oder mehr als die bereits beteiligten Wirtschaftssubjekte vergeben werden.

        Das erfolgt wiederum aufgrund der Bonität der Wirtschaftssubjekte.

        SOLANGE derartige Kredite auch die Zinszahlungen für die vorherigen abdecken, müssen die Wirtschaftssubjekte keine Gewinne machen – und die Finanzwirtschaft macht in Summe auch keine Gewinne.

        Allerdings:

        Das im Finanzsystem verbleibende KREDITVOLUMEN hat im Verhältnis zum Kreditvolumen der Realwirtschaft zugenommen MIT tendenzieller AUSSCHÖPFUNG realwirtschaftlicher Bonität.

        Ist das nicht auch ein Problem, wenn vielleicht auch das geringere neben der Blasenbildung?

      • Avatar
        Michael Stöcker sagte:

        „SOLANGE derartige Kredite auch die Zinszahlungen für die vorherigen abdecken, müssen die Wirtschaftssubjekte keine Gewinne machen – und die Finanzwirtschaft macht in Summe auch keine Gewinne.“

        Die Finanzwirtschaft macht temporäre Bewertungsgewinne (Buchwertgewinne), die sodann in Form von Boni und Dividenden ganz real ausgezahlt werden. Insofern teile ich die Einschätzungen von Herrn Roth in Gänze (siehe hierzu auch John Kay: https://www.nytimes.com/2015/10/11/books/review/other-peoples-money-by-john-kay.html) .

        Wir wissen allerdings, dass es sich hierbei überwiegend um fiktive Gewinne handelt, die als temporäre Illusion durch die ZBen aufrecht erhalten werden, da das Eigenkapital bei vielen Banken nicht ausreichen würde, um die sodann fälligen Wertberichtigungen vorzunehmen. Und die Fallhöhe wird von Tag zu Tag größer.

        LG Michael Stöcker

  2. Avatar
    RW sagte:

    Angesichts dieser wahrlich formidablen Aussichten kann man sich heute schon darauf konzentrieren, was man morgen kaufen könnte. Die Rahmenbedingungen sind klar, es wird vermutlich nicht zu einer erneuten Depression wie in den 30er Jahren kommen. Allerdings wird es sozial knallen. Die Frage, die sich aber dann zwangsläufig stellt: Wie geht es dann weiter? Wieder Boom and Bust? Und was dann?

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        Wolfgang Selig sagte:

        @Herrn Tischer: das ist zwar wörtlich betrachtet sicher richtig, m.E. aber zu wenig aussagekräftig. Wenn es sozial knallt, wiederholen sich bestimmte Muster, welche Investitionen sinnvoll sind und welche nicht. Kaviardosen sind dann eher weniger gefragt, ein rechtzeitig montierter Einbruchsschutz am Eigenheim ist eher sinnvoll investiertes Geld. Langlaufende Staatsanleihen sind eher gefährlich, gängige Silbermünzen tendenziell weniger. Die Liste ließe sich aus den Erfahrungen früherer Jahrhunderte problemlos ergänzen…

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Wolfgang Selig

        Die Frage war, wie es weiter geht – gesellschaftlich.

        Darauf habe ich eine Antwort gegeben.

        Sie haben aber völlig recht, wenn es darum geht, individuell – sich SELBST betreffend – für den Falle eines starken sozialen Knalls vorzusorgen:

        Da gibt es erhebliche Unterschiede, sogar EXISTENZIELLE, wenn man düster gestimmt ist.

        Ich würde für den Fall eines worst case-Szenario ein Stück Land, Ziegen und Hühner bevorzugen.

        Und ja, wenn man den erwarteten sozialen Knall etwas milder einschätzt, rücken sicher auch Silbermünzen und dgl. ins Blickfeld.

        Ob man selbst dann noch bzw. schon wieder in der Kategorie „Investitionen“ denken sollte, ist Mentalitätssache.

      • Avatar
        Wolfgang Selig sagte:

        @Herr Tischer: Dazu zitiere ich Herrn Rothschild und Herrn Kostolany:

        „Kaufen, wenn die Kanonen donnern“ Das war bei Herrn Rothschild noch wörtlich zu verstehen.

        „Wer kein Geld hat, muss spekulieren.“ (Kostolany)
        Gerade in unruhigen Zeiten sind werthaltige Tauschobjekte noch viel wichtiger als sonst, da Verfügbarkeit und Preise vieler Dinge Jo-Jo spielen. Und Schichsalsschläge wie Arbeitslosigkeit oder Verlust der Wohnung noch viel schwerer zu bewältigen sind.

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Wolfgang Selig

        Ich widerspreche Ihnen nicht, glaube aber, dass wir aneinander vorbei diskutieren.

        Bei „Kaufen, wenn die Kanonen donnern“ geht man von der ANNAHME aus, dass nach dem Donnern der Kanonen wieder irgendeine Art von geregeltem Leben mit sich herausbildenden Werten gibt.

        Das war in der Geschichte sicher oft die richtige Annahme, vielleicht sogar die richtige in den weitaus meisten Fällen nach einem sozialen Knall.

        Ich will nicht gleich von einem endlos durch die Straßen marodierenden Mob oder gar Bürgerkrieg reden, habe aber ANGENOMMEN, dass es nach einem sozialen Knall auch mal KEINE regelbehaftete Weiterentwicklung geben könnte.

        Da stellt sich dann schon die Frage, ob man KAUFEN sollte.

        Einen Beitrag weiter bei @ Daniel steht:

        >Wenn ich die Entwicklung in der EU extrapoliere, dann sehe ich die Möglichkeit, dass wir eine Art Sozialismus bekommen werden. Jegliche private finanzielle Vorsorge (Aktien, Gold, Immobilien, Anleihen) könnte dann beschlagnahmt werden.>

        Ich würde dazu sagen:

        Aus heutiger Sicht ziemlich weit extrapoliert, aber keineswegs ausgeschlossen.

        Die lange Friedenszeit mit kontinuierlich normalen Verhältnissen sollte uns nicht glauben lassen, dass wir bzw. unsere Nachkommen nicht auch unter ganz anderen Bedingungen werden leben müssen.

    • Avatar
      Daniel sagte:

      Lieber RW,

      „Die Rahmenbedingungen sind klar, es wird vermutlich nicht zu einer erneuten Depression wie in den 30er Jahren kommen.“

      warum sollte es Ihrer Meinung nach vermutlich nicht zu einer Depression wie in den 30er Jahren kommen können?

      „Allerdings wird es sozial knallen. Die Frage, die sich aber dann zwangsläufig stellt: Wie geht es dann weiter? Wieder Boom and Bust? Und was dann?“

      Wenn ich die Entwicklung in der EU extrapoliere, dann sehe ich die Möglichkeit, dass wir eine Art Sozialismus bekommen werden. Jegliche private finanzielle Vorsorge (Aktien, Gold, Immobilien, Anleihen) könnte dann beschlagnahmt werden.

      Antworten
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        SB sagte:

        @Daniel:

        Eine „Art Sozialismus“ haben wir bereits. Oder wie soll man eine Gesellschaft bezeichnen, in der den (produktiven) Arbeitenden ein Großteil ihres Einkommens vom Staat geraubt wird, um es an Unproduktive (noch dazu zahlreiche, die noch nicht einmal zum Staat gehören) umzuverteilen?

        Zum Gold: Wie soll aus Ihrer Sicht Gold beschlagnahmt werden, von dem der Staat nichts weiß?

      • Avatar
        Daniel sagte:

        @SB

        Dies ist womöglich für einige ungerecht, aber für einen Sozialismus halte ich das alleine noch nicht. Der Sozialismus ist wirtschaftlich eine Planwirtschaft mit staatlichen Produktionsmitteln. In der nächsten Krise könnte es durchaus wieder einige Verstaatlichungen und Staatsgarantien für Unternehmen geben. Vielleicht setzt der Staat dann noch einige Preise fest, dann fehlt nicht mehr viel zum Sozialismus.

        Schon jetzt haben wir keinen richtigen Kapitalismus mehr, sondern vielfach Großkonzerne, die sich über Lobbying den Marktkräften entziehen.

        Was mit verstecktem Gold passiert, wage ich nicht zu beurteilen. Im Sozialismus hat man jedoch grundsätzlich das Problem – heute vermutlich unvorstellbar, dass man selbst mit einem Batzen Gold nur schwer Dinge kaufen konnte, was es an allem gemangelt hat.

      • Avatar
        SB sagte:

        @Daniel:

        „Der Sozialismus ist wirtschaftlich eine Planwirtschaft mit staatlichen Produktionsmitteln.“

        Ich würde den Fokus nicht so sehr auf diesen formalen Abgrenzungsaspekt legen, sondern vielmehr darauf, wie es um die Freiheitsrechte der Bürger (staatlicher Zwang, Meinungsfreiheit etc…) und den freien Markt an sich bestellt ist (Sie haben einen Punkt angesprochen: Politik und Lobbying).

        „Im Sozialismus hat man jedoch grundsätzlich das Problem – heute vermutlich unvorstellbar, dass man selbst mit einem Batzen Gold nur schwer Dinge kaufen konnte, was es an allem gemangelt hat.“

        Ich kann Ihnen aus eigener Erfahrung mitteilen, dass Sie auch im Sozialismus mit dem richtigen Geld (fast) alles kaufen können, was andere, die das richtige Geld nicht haben, nicht kaufen können. Offiziell und inoffiziell.

      • Avatar
        Daniel sagte:

        @SB

        „Ich kann Ihnen aus eigener Erfahrung mitteilen, dass Sie auch im Sozialismus mit dem richtigen Geld (fast) alles kaufen können, was andere, die das richtige Geld nicht haben, nicht kaufen können. Offiziell und inoffiziell.“

        Meine persönlichen Erfahrungen war da vermutlich etwas anders.

        Ich möchte zwar nicht bestreiten, dass man mit genug oder „richtigem“ Geld so einiges kaufen konnte, allerdings hatte das seine Grenzen. Beispielsweise hat der Besitz von Geld nichts an der Tatsache geändert, dass es in unserem Bezirk nur einmal im Jahr grüne Bananen aus Kuba gab, dass man (ohne Bestechung) mehrere Jahre warten musste, um seinen Führerschein machen zu dürfen, dass man keinen Telefonanschluss bekommen hat oder so banale Dinge, dass die Qualität des Wassers und der Luft wesentlich schlechter als heute waren.

        Ganz davon zu schweigen, dass man teilweise in enorme Schwierigkeiten geraten konnte, wenn man mit seinen Westerrungenschaften geprahlt hat.

        Es stellt sich auch grundsätzlich die Frage, was einem der private Vorteil nutzen sollte, wenn alle anderen in Armut leben? Klar sollte man vorsorgen, aber am Ende werden auch die, die vorgesorgt haben, verlieren.

        Der reichste Mensch der DDR war sozusagen von Armut umgeben und nur wer sein Mitgefühl abgelegt hat, konnte sich darüber freuen.

      • Avatar
        SB sagte:

        @Daniel:

        „Der reichste Mensch der DDR war sozusagen von Armut umgeben…“

        Nun ja, die Menschen lebten in der großen Masse nicht in Saus und Braus (unsere Familie auch nicht). Das ist hier aber auch nicht der Fall. Und die vielen (zum Großteil uneinbringlichen) Schulden-Euros täuschen im aktuellen System über den eigentlichen Ist-Zustand hinweg. Womit wir bei Punkt 1 des obigen Artikels wären. ;-)

        Nur zur Klarstellung: Ich will die DDR nicht wieder haben. Gerade deswegen will ich keinen Sozialismus 2.0 im „alten Westen“. Meiner Meinung sind wir, wie oben beschrieben, aber schon (fast) da. Der Herausgeber dieses Blogs, Dr. Stelter, erkennt in der gegenwärtigen Systemausprägung auch schon einen Pseudo-Sozialismus.

  3. Avatar
    Dietmar Tischer sagte:

    Alles schön und gut, oder besser, unfassbar.

    Ich möchte aber dennoch auf einen m. A. n. wichtigen Unterschied verweisen:

    Wenn die Blasen platzen, geht es um VERMÖGENSWERTE.

    Schuldner- und Gläubigerpositionen werden neu bewertet.

    Das hat AUCH Auswirkungen auf die Realwirtschaft.

    Wenn die Zinsen steigen, platzt jedoch nicht nur die Blase der Vermögenswerte, sondern hat das DIREKTE Auswirkungen auf die REALWIRTSCHAFT.

    Denn Zinsen sind KOSTEN und steigende Kosten werden nach Lage der Dinge zu Insolvenzen und Arbeitslosigkeit führen.

    Die damit verbundenen EINKOMMENSVERLUSTE sind das Dynamit, vor dem man sich fürchten muss.

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      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Michael

        Die 1%-Sicht ist nicht falsch, aber es ist nur EINE Sicht.

        Sie müssen AUCH die Alternativen derer sehen, die nicht zu den 1% gehören.

        Wenn die Zentralbanken x tun, und das selbstverständlich wissentlich, dann profitieren ALLE davon, denen es ohne das x SCHLECHTER ginge.

        Konkret:

        Jemand, der seinem Job der Tatsache zu verdanken hat, dass die Notenbanken mit ihrer Geldpolitik das Zombie-Unternehmen am Leben erhalten haben, das ihn beschäftigt und der ohne dieses Unternehmen keinen oder einen geringer bezahlten Job haben würde, der hat von der Geldpolitik der Notenbanken PROFITIERT. Und das UNABHÄNGIG davon, wie hoch das Vermögen der 1% ist oder wie sehr es gestiegen ist.

        Da beißt die Maus keinen Faden ab, das ist so.

        Was im AGGREGAT der Fall wäre, wenn die Notenbanken nicht die hier angesprochene Geldpolitik betrieben hätten bzw. betreiben würden, steht auf einem ganz anderen Blatt.

        DARAN ist die Bewertung der Geldpolitik der Notenbanken festzumachen.

        Die 1% kommen dabei genauso ins Spiel wie die Arbeitsplätze derer, die Null Vermögen haben.

      • Avatar
        WHO sagte:

        @ Herr Tischer

        Ich verstehe die Argumentation nicht.

        Der Angestellte des Zombieunternehmens würde sich dann halt einen anderen Job suchen, in einem ordentlichen Unternehmen und er müsste weniger arbeiten.

        Das klingt nach dem „Tripple down Effekt“, wonach man den Reichen nur immer mehr Geld geben müsste, dann würde ja irgendwann auch etwas für die anderen abfallen, z.B. ein Gehalt als Diener.

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ WHO

        >Der Angestellte des Zombieunternehmens würde sich dann halt einen anderen Job suchen, in einem ordentlichen Unternehmen und er müsste weniger arbeiten.>

        Suchen – so würde es sein.

        Finden ist allerdings etwas anderes.

        Aufgedröselt:

        Es KANN sein, dass er einen besser bezahlten Job findet und in der Tat weniger arbeiten müsste – das was er vielleicht will – und somit BESSER dastehen würde, wenn die Zentralbanken das Zombie-Unternehmen nicht am Leben gehalten hätten.

        Es MUSS NICHT so sein, und deshalb habe ich als BEDINGUNG fürs Profitieren formuliert, dass er einen solchen Job eben nicht findet, sondern nur einen für ihn schlechteren.

        ES WIRD in aller Regel NICHT sein, d. h. er wird – sonst alles gleich – keinen besser bezahlten Job finden, weil MEHR Menschen Arbeit suchen würden, wenn die Zentralbanken die Zombie-Unternehmen nicht am Leben erhalten. Denn im zunehmenden Wettbewerb um weniger Jobs werden die Löhne fallen.

        Es klingt vielleicht nach Trippel down Effekt und viele verbinden ihn damit.

        Er ist aber nicht gemeint und man kann aus meinen Kommentaren auch nicht schließen, dass ich ihn für gegeben halte oder gar damit argumentiere.

        Ich argumentiere zur Geldpolitik der Notenbanken und sage etwas dazu, wer profitiert.

        Ich argumentiere nicht, dass, wenn einige durch die Geldpolitik der Notenbanken profitieren, etwa die 1%, dann durch sie – die 1% – die nichtvermögenden Arbeitenden profitieren.

        „Für jemanden etwas abfallen“ ist eine ganz andere Diskussion.

    • Avatar
      Johann Schwarting sagte:

      @ Georg Singer

      Genauso

      „… Allerdings denke ich mir, dass die Leute, die dort am Ruder sind, nicht so dumm sind, dass sie das nicht verstehen. Also machen sie es wissentlich.“

      ist es, weil sie und die sie unterstützenden Berater aus den weltweit tätigen Kanzleien den Debitismus kennen – es geht um die systemische Aufrechterhaltung der Refinanzierungsrunden der vorwiegend als Pfänder im Rahmen ihrer geldpolitischen Operationen hereingenommenen Staatsanleihen unter Beachtung der Kontraktion ihrer Laufzeiten, worauf Paul C. Martin Paul hingewiesen hat. Wir sehen eine Deflation an der Basis der Ökonomie bei gleichzeitiger Inflation in den sich aufblähenden Anlegermärkten bzw. Finanzmärkten, weil dort ausreichend Beleihungsfähigkeiten vorhanden sind. Nur wenn die Nichtbanken zu einer breit besicherten Aufschuldung fähig sind, kann Staatsverschuldung mit langen Laufzeiten gekauft werden. Das System rotiert immer schneller um seine eigene Achse.

      „Und dann ist die nächste Frage: Wer profitiert davon und auf welche Weise?“

      Wir alle! Der Staatsverschuldung (Passiva=Staatsmacht) stehen die Aktiva – Geldanlagen zwecks Rendite der Pensionskassen, Fonds, Versicherungen aller Rechtssubjekte – gegenüber. Gelingt es dem Staat nicht, seine Passiva durch Steuern zu besichern, sinkt der Wert aller Anlagen der Rechtssubjekte – z. B. unsere Renten.

      Antworten

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