Was die Propheten von 2008 heute sagen

Bekanntlich ist das so eine Sache mit den Krisengurus. Für gewöhnlich liegen sie einmal richtig und dann lange falsch. Die Krise von 2008 vorhergesehen zu haben, heißt noch gar nichts. Dennoch hier die Aussagen von vier ehemaligen Krisenmahnern zur heutigen Lage. Zusammengetragen von Zero Hedge:

  • Der Ökonom Gary Shilling (…) „started writing about a housing bubble in the early 2000s which Greg Lippmann (of The Big Short fame), credits with giving him the idea to bet against subprime mortgages. (…) he warned his newsletter subscribers about a housing bust and wholesale deleveraging of household debt that would hobble the economy for years. (…) Shilling did some consulting for Paulson’s hedge fund and even invested what was for the Shillings a major piece of money in this. Paulson, of course, loaded up on CDS’s and made $4 billion in what has been called the greatest trade ever. We made 15 times our money, Shilling says.“
  • Heute sieht Shillig die Lage so: „The ultimate thing that brings down financial markets is excess leverage … So, you look where’s the big leverage, and right now I think it’s in emerging markets. (…) Shilling is particularly worried about the $8 trillion in dollar-denominated emerging-market corporate and sovereign debt, especially as the U.S. dollar rises along with interest rates. The problem is as the dollar increases, he said, it gets tougher and tougher for them to service [that debt] because it takes more and more of their local currency to do so. Of that, $249 billion must be repaid or refinanced through next year, Bloomberg reported.“ – bto: ein Thema, das ich auch schon mehrfach besprach.
  • Jim Stack called housing a bubble a year before it peaked and warned of bigger problems ahead for the economy and the markets.“ Heute sieht er die Lage so: „the biggest danger (…) is from low-quality corporate debt. Issuance of corporate bonds has gone from around $700 billion in 2008 to about two and a half times that today. And, he added, more and more of that debt is subprime.“ – bto: Das Thema der hohen Unternehmensverschuldung hatte ich ebenfalls mehrfach an dieser Stelle.
  • Raghuram Rajan previously the IMF’s chief economist and former head of the Reserve Bank of India, famously presented a paper at the Federal Reserve Bank of Kansas City’s annual retreat at Jackson Hole, in August 2005. To illustrate the general obsequiousness and self-congratulatory atmosphere of those times, Rajan recalled that some papers at the conference “focused on whether Alan Greenspan was the best central banker in history, or only among the best.”(…) Rajan turned out to be a party pooper, questioning whether advances in the financial sector actually increased, rather than reduced, systemic riskFormer Treasury Secretary Larry Summers called him a Luddite. “ (…) I felt like an early Christian who had wandered into a convention of half-starved lions, he wrote. But though delivered in genteel academic lingo, his paper was powerful and prescient.“ – bto: Ich denke, über das Meeting in Jackson Hole könnte man mal ein Theaterstück schreiben. Es wären alle menschlichen Höhen und Tiefen zu beobachten.
  • Seine Sicht heute: „There has been a shift of risk from the formal banking system to the shadow financial system. He also told me the post-crisis reforms did not address central banks’ role in creating asset bubbles through accommodative monetary policy, which he sees as the financial markets’ biggest long-term challenge. Rajan also sees potential problems in U.S. corporate debt, particularly as rates rise, and in emerging markets, though he thinks the current problems in Turkey and Argentina are not full-blown contagion. But are there accidents waiting to happen? Yes, there are.“ – bto: So ist es.
  • John Mauldin, best known for his free weekly e-letter Thoughts from the Frontline, (…) said a housing bust would lead to a drop in consumer spending, a bear market, and a recession (though at first he thought it would be a mild one), and that credit default swaps (CDSs) posed a systemic risk.“ – bto: womit er auch recht hatte. Interessant ist, wie es möglich war, trotz so vieler warnender Stimmen zu einer solchen Blase zu kommen.
  • Heute ist seine Sicht sehr nahe an der von bto: “I think the choice of Europe is (…) going to have to put [all the debt] on the balance sheet of the European Central Bank. If they don’t, then the euro zone breaks apart and we’re going to get a 50% valuation collapse.” (…) „Greece (…) is a rounding error. Italy is not (…) And Brussels and Germany are going to have to allow Italy to overshoot their persistent debt, and the ECB is going to have to buy that debt.“ (…) „If it doesn’t happen, the debt triggers a crisis in Europe, [and] that triggers the beginning of a global recession“ but (… ) „there are so many little dominoes, if they all start falling, one leads to the next.“ – bto: Natürlich wird die EZB alles kaufen.

zerohedge.com: „These Four Predicted The Global Financial Crisis; Here’s What They Think Causes The Next One“, 15. September 2018

26 Kommentare
    • Dietmar Tischer sagte:

      @ Michael Stöcker

      > … weil sie in erster Linie die Interessen der 1 % vertritt.>

      Das ist nicht belegt, zudem falsch und demagogisch – schlimm also und mit Ökonomie oder wenigstens einigermaßen geordnetem Denken hat diese Behauptung nicht das Geringste zu tun.

      Was ist Ihr Beleg, dass die EZB VORRANGIG, also mit Absicht diese Interessen – vermutlich meinen Sie Vermögensinteressen – verfolgt?

      Sie sind doch immer wieder der, der genau Bescheid weiß, wenn es um das Mandat der EZB geht.

      Legen Sie doch einmal dar, warum sich die EZB im Interesse der 1% NICHT an ihr Mandat hält.

      Die Feststellung, dass die EZB mit Ausübung ihres Mandats AUCH den Interessen der 1% dient, erlaubt jedenfalls nicht den Schluss, dass sie WEGEN der 1% so agiert, wie sie agiert.

      Ihr „weil“ ist Unsinn und Demagogie.

      Die EZB handelt BEGRÜNDBAR ihrem Mandat entsprechend und möglicherweise es auch dehnend, wenn es um die Staatsfinanzierung insbesondere der Peripherie geht.

      Eine tragbare Finanzierung insbesondere der Staatsschulden ist nicht identisch mit den Interessen der 1% in diesen oder anderen Ländern, sondern ist den Umständen nach im Interesse der Bevölkerungen.

      Denn wenn die EZB nicht so gehandelt hätte (Whatever it takes …), dann wären Zustände in der Währungsunion und darüber hinaus eingetreten, die nicht nur den 1% geschadet hätten, sondern Millionen Menschen.

      Auf ihre Lebenssituation bezogen, wäre ihr Schaden unvergleichlich höher gewesen als der jener 1%, die sich vermutlich auf ihre Rinderfarm in Australien oder in vergleichbare Gefilde abgesetzt haben würden.

      Kurzum:

      Die EZB betreibt SYSTEMERHALT.

      Der liegt, jedenfalls kurzfristig, im Interesse praktisch ALLER.

      Und so blöd sind die 99% nicht, dass sie einen Aufstand gegen die EZB wegen irgendwelcher 1% auch nur erwägen würden.

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      • Dietmar Tischer sagte:

        @ markus

        Nicht herummeandern.

        Die Frage ist, was das das ZIEL der EZB ist – das also, was sie vor allem anderen, also „in erster Linie“ zu erreichen sucht.

        Orientiert sich die EZB bei ihrem Handeln vor allem anderen an den Interessen von NUR einem bestimmten 1% der Bevölkerung?

        Oder:

        Orientiert sie sich an ihrem Mandat oder an was auch immer derart, dass zwar auch die Interessen der 1% vertreten werden, aber eben nicht „in erster Linie“.

        An der Beantwortung dieser zwei Fragen bemisst sich, ob die Begründung von M. Stöcker haltbar ist oder nicht.

        Eine definitiv FALSCHE Antwort wäre:

        Weil durch die Geldpolitik der EZB verhindert worden ist, dass Gläubigervermögen entwertet worden ist und die 1% mehr davon haben als jeder andere, hat die EZB in erster Linie deren Interessen vertreten.

        Sie ist falsch, weil durch die Geldpolitik der EZB verhindert worden ist, dass die Schuldner pleitegegangen sind und somit – Folge – dem entsprechend Gläubigervermögen nicht entwertet worden sind.

        Beides erfolgt GLEICHZEITIG, weil das eine das andere bedingt.

        Daher ist die Begründung von M. Stöcker, EINEN Effekt zum vorrangigen Ziel der EZB zu erklären, unhaltbar und somit irreführend.

        So werden übrigens in den „gebildeteren Kreisen“ Vorurteile gezüchtet.

      • Frank Präuner sagte:

        Danke Herr Tischer,
        mit obigen Fragen wollte ich auf diesen Sachverhalt hinaus! Die 1 % sind nämlich keine homogene Gruppe, die in verschwörerischer Absicht unsere Gesellschaft und unsere Institutionen untergraben wollen, sondern Individuen wie Sie und ich. Und 99% von diesem 1 % wollen eigentlich nur in Ruhe gelassen werden und ihrer Arbeit nachgehen. Haben mit Politik nichts am Hut und haben Besseres zu tun, um sich mit Lobbyismus, angeblicher Macht unsere politischen Institutionen zu beeinflussen. Natürlich gibt es auch die Bertelsmann Stiftung, die Koch-Brüder in Amerika etc. die Erwähntes tatsächlich machen. Aber die Reichen sind mit Sicherheit keine homogene Entität, die sich mit derartigen Sachen auseinandersetzen und deren Reichtum auf Ausbeutung etc. beruht, sondern auf harter Arbeit, Einfallsreichtum, Sparsamkeit und natürlich schlichtweg auf viel Glück. Man betrachte z.B. unsere vielgepriesenen deutschen Sportler in Raum und Zeit. Warum verdient ein Top-Baseballspieler/Volleyballspieler in Deutschland nix und ein deutscher Top-Fußballspieler Millionen. Wegen unterschiedlicher Leistung? Lächerlich! Man betrachte nur Raum und Zeit und jeder kann sich die Antwort selber geben! Ähnliches trifft natürlich auch beim Unternehmertum zu! Millionen und Milliarden zu verdienen, hat tatsächlich nichts mit Leistung zu tun, sondern mit dem Zufall! Man bedenke jedoch das es weitaus mehr Zufälle gibt, als den Zufall der Geburt z.B. Genpool etc.! Und der Staat soll nun die großartige Aufgabe haben den Zufall auszugleichen, aber wirklich nur den Reichtum…..????? Wo fängt man an und wo hört es dann auf!

        https://www.youtube.com/watch?v=BpzVFdDeWyo

        Gattaca: Ethan Hawke, Uma Thurman! Schöne neu Welt 

  1. Thomas sagte:

    Hoi,

    Hinsichtlich der Zugehörigkeit von ECB und Politik gestatte ich mir ein zwei Kommentare:

    Bis 1972 war Deutschland durch einen breiten Konsens (Wiederaufbau und Fortschritt) charakterisiert der seit den 80ern erkennbar zerfiel und der dazu führt, dass heute nur noch Partikularinteressen einzelner Grüppchen das Land (und nicht nur Deutschland) bestimmen die meist gegeneinander gerichtet sind und nur gelegentlich (temporäre) Zweckbündnisse eingehen.
    Ich setze voraus, dass die meisten hier dieser Einsicht zustimmen, also ist die Frage welchen Interessen die Institutinen dienen sehr wohl relevant.

    Ich stimme Herrn Stöcker zu, dass Erbschafts und Vermögenssteuer die einzigen mir bekannten Elemente sind, die einem all zu raschem und zu grossem Wachstum der Soziökonomischen Machtballungen langfristig entgegenstehen. (Mätthäus oder Luzifer Effekt) (Merke: Bei mehr als 50 mio USD AuM (Assets under Management) sollte man dies nicht mehr als Reichtum sondern als Macht her denken im Sinne eines Medudalismus (Feudalismus auf Basis der Grösse der kontrollierten Moneysphere)

    Konsequenz1: Die 1%, 0,1 % 1bp (Basispunkt) der jeweiligen Gesellschaft werden dieses „Rattenrennen in den Marmorpalästen“ bis zum Excess weiterführen. Genau wie die „grossen“ römischen Dynastien haben sie nur die Wahl zu verlieren oder selbst durch Übertrumpfen der anderen zu gewinnen. Im Falle Roms geschah dies durch Besteigen des Imperatorenthrons und der anschliessenden Vernichtung der Konkurrenz durch Proskriptionen und „Cäsarenwahn“ (eigentlich Furor Principium = Cäsarenzorn (Tacitus))

    Konsequenz 2: Durch das „Hochjubeln“ bestehender Assets im QE der ZBs wurden in der Tat die Machtansprüche der Wallstreet (Mean Street) gegenüber der Realwirtschaft (Main Street) stark erhöht. Also sind Innovationen und Investitionen in die Main Street nicht profitabel.

    Konsequenz 3: Selbst die sogenannte „Alternative für Deutschand“ hat das Streichen der Erbschaftsteuer und Vermögenssteuer auf ihrer Agenda, wem dient sie also?

    Konsequenz 4: Die 1% mögen sich hier nicht täuschen: Erbschaftsteuer und Vermögenssteuer mögen sie ad infinitum sistieren können durch Mietmäuler und Lakaien vielleicht sogar abschaffen, doch sind Proskiptionen, Konfiskationen und blanker Mord durch einen Imperator, so viel erstrebenswerter? Es mögen erst eure Enkel dies Schicksal erleiden, doch sie werden es erfahren.

    Drum gilt: (Kleist) Dieser Krug geht zum Brunnen bis er bricht !!!

    Antworten
  2. Alexander sagte:

    @ Erbschaftssteuer- und Vermögenssteuer-Fetischisten

    Beide Steuern erfordern nicht eben einfache gesetzliche und behördliche Strukturen um dem Gerechtiskeitsanspruch der Neidgesellschaft nach zu kommen. Das Häuschen soll steuerfrei sein, der mittelständische Betrieb im Prinzip auch, aber, aber, aber, aber …… vererbtes Geld, Akten etc. werden schon heute von den Erbschaftssteuerämtern einer besonderen Prüfung unterzogen.

    Vererbte Betriebe müssen – jetzt schon – mindestens 5 Jahre fortgeführt werden um nicht nachträglich die stillen Reserven versteuern zu dürfen….

    Die Bekämpfung von unverdientem Reichtum überlässt einfach man dem Markt, denn Reichtum schützt nicht vor Rezession. Vor Rezession schützen nur Politk und ihre Interventionen, d.h. die Interventionisten wollen die Folgen ihrer Politik durch neue Steuerinterventionen kompensieren.

    Für 99.6% der BRD Unternehmen funktioniert der Markt vortrefflich. https://de.wikipedia.org/wiki/Kleine_und_mittlere_Unternehmen Und was der Markt nicht schafft, verschleudern weniger begabte Erben im Handumdrehen.

    Dieses Vermögens- und Erbschaftssteuergehampele gilt nur den 0.4%, die zu 100% Aktienunternehmungen sind. Diese Unternehmen sind systemrelevant und haben ihre Wurzeln im letzten Krieg tief in die Gesellschaft geschlagen. Trotz Aktienstreuung sind diese Unternehmen -volkseigene- Betriebe….

    Das Gerede von Erbschafts- und Vermögenssteuer ist linker Populismus, wie der Mythos des 1%.
    Wirkliche Vermögen sind nicht an nationale Grenzen gebunden und schon jetzt jedem Fiskus entzogen, gequält werden wie immer – die Schwachen, Langsamen und die Leistungsträger vor Ort.

    Antworten
  3. Dietmar Tischer sagte:

    Grundsätzliches zu Erbschafts- und Vermögenssteuer.

    Vermögen, das im Rahmen des rechtlich Erlaubten erworben und vermehrt wurde, ist EIGENTUM derer, die es besitzen.

    In demokratischen Gesellschaften kann beschlossen werden, es zu besteuern.

    Im Extremfall kann das eine konfiskatorische Besteuerung sein, etwa wenn die Verfügungsgewalt über Eigentum durch den Erblasser durch eine 100%ige Erbschaftssteuer außer Kraft gesetzt würde.

    Ob und inwieweit das dem kapitalistischen System entspricht, kann einmal dahingestellt bleiben.

    Es kommt auf die Konsequenzen an:

    So behandeltes Eigentum wird die Eigentümer veranlassen, es derartigen Maßnahmen zu entziehen – und, wenn er es für angebracht hält – der Gesellschaft adieu zu sagen. Wer glaubt, dass man Deutschland nicht verlassen kann, weil es hier die Elbharmonie oder Logen in der Allianzarena gibt, irrt.

    Der Effekt ist jedenfalls Umverteilung.

    Umverteilung kann eine Gesellschaft befrieden.

    Das ist nicht gering zu bewerten.

    Nur:

    FORTWÄHRENDE, sich steigernde Umverteilung macht sie ärmer bis absehbar zu dem Punkt, wo so wenig umzuverteilen gibt, dass sie nicht mehr zu befrieden ist.

    Klüger deshalb:

    Statt das Eigentum umzuverteilen, sollte es für die Wohlstandsmehrung eingesetzt werden.

    Dafür müssen Anreize geschaffen werden, die, wie ich schon einmal dargelegt habe, den Standort im weltweiten Wettbewerb zu einem Innovationsstandort machen, in dem die besten Köpfe derart Wohlstand schaffen, dass sich daran auch die zweitbesten und drittbesten durch ordentlich bezahlte Arbeit, vor allem wohl Dienstleistungen, beteiligen können.

    Was ist das Problem, wenn eine wohlhabende Gesellschaft so ihren Wohlstand sichert und sogar steigert und DADURCH stabil bleibt?

    Das Problem ist, dass die Reichen noch reicher werden.

    Denn sicher werden die obersten 1% und andere x% darunter auf diesem Wege ihr Eigentum mehren und also noch reicher.

    Wenn das TATSÄCHLICH das Problem sein sollte, dann muss man die Umverteilung allerdings weiter betreiben und am besten noch viel konsequenter …

    In diesem Fall kann man nur noch sagen:

    Alles Gute bei der Zielankunft.

    Antworten
  4. Michael Stöcker sagte:

    @ Erbschaftssteuer und 1 %

    Jede zugespitzte Formulierung hat selbstverständlich immer ihre Schwächen im Detail; aber darum geht es ja auch nicht bei so einer Zuspitzung. Es geht um die Fokussierung auf einige ganz zentrale Probleme in unserer Gesellschaft. Da haben wir zum einen die zunehmende Vermögenskonzentration und zum anderen den zunehmenden lobbyistischen Einfluss auf die Gesetzgebung und somit auf die Spielanordnung in unserer Gesellschaft. Thomas hat die grundsätzliche Problematik weiter oben in den historischen Kontext gestellt (beim „Meudalismus“ hat sich ein d zu viel eingeschlichen).

    Die finanzkapitalistische Spielanordnung im Interesse der 1 % wurde mit der Euroeinführung perfekt abgesichert, da alle Länder nun vollständig der Willkür der Märkte bzw. der EZB ausgesetzt wurden. Und die Zinsen wurden vom Finanzkartell auch schon vor der Finanzkrise massiv manipuliert (Stichwort LIBOR-Skandal). Bei Irland, Griechenland und Italien hat dann auch die EZB klar gezeigt, was sie von der Demokratie hält. Die 100 % werden einfach nicht gefragt, da die 1 % genau wissen, was für die 99 % gut ist. Hier noch einmal der Hinweis auf die irische Pressekonferenz aus dem Jahre 2012: https://youtu.be/HAf7J4a_T1g

    Antworten
    • Michael Stöcker sagte:

      Und wenn man sich noch einmal die historische Entwicklung des Bankenwesens vergegenwärtigt, dann waren die (Zentral)Banken schon immer ein Machtinstrument der 1 %. Es ist also an der Zeit, dass nach dem Siegeszug der Demokratie nun auch die Geldordnung eines Staates stärker demokratisch verankert wird. So sollte es jedenfalls nicht weiter gehen: http://norberthaering.de/de/27-german/news/136-sinn-zu-berlusconi.

      Antworten
    • Michael Stöcker sagte:

      Auch Robert Skidelsky hat sich in seinem neuen Buch hierzu seine Gedanken gemacht: https://youtu.be/ccmWsmV8FtI

      Und selbstverständlich hindert eine Reform der Erbschaftssteuer sowie eine alternative Staats-/Bürgerfinanzierung keine Regierung dieser Welt, nicht auch zugleich eine kluge Bildungs- Investitions- und Standortpolitik zu betreiben. Es gehört sogar zusammen; denn ansonsten hätte niemand Verständnis für eine solche Steuer.

      Wie wäre es mit einem Venture-Capital Erbschaftssteuerfonds für innovative Jungunternehmer?

      LG Michael Stöcker

      Antworten
      • Dietmar Tischer sagte:

        @ Michael Stöcker

        >Es gehört sogar zusammen; denn ansonsten hätte niemand Verständnis für eine solche Steuer.>

        REINSTES Wunschdenken.

        Sie verwechseln, dass die BEGRÜNDUNG (vulgo: Verkauf) für eine neu zu erhebenden Steuer etwas anderes ist als die ERWARTUNG der Menschen, wenn sie erhoben ist.

        Wäre es anders, würden die Steuern nicht derart missbraucht werden wie das bis heute der Fall ist.

        Die Mineralölsteuer wird doch nicht für den Straßenbau erhoben – oder täusche ich mich da?

        Nein, bis heute gibt es keinen Aufschrei, dass die Schulen und Straßen in einem erbärmlichen Zustand sind.

        Das zusätzliche Geld geht in großer Summe in den Konsum.

        Die Mütterrente hatte Vorrang.

        Na ja, ein paar Krümel wird man als Alibiaktion fürs Zuschmieren der Schlaglöcher ausgeben…

        >Wie wäre es mit einem Venture-Capital Erbschaftssteuerfonds für innovative Jungunternehmer?>

        Das wäre nichts, wenn es nach mir ginge.

        Auch innovative Jungunternehmer sind nur dann Unternehmer, wenn sie oder andere, die sie etwa mit Venture Kapital finanzieren, das Risiko des SCHEITERNS auf sich nehmen.

        Deutschland muss von null auf reich üben und damit verbunden Scheitern ertragen statt nach staatlichen Geldquellen zu hecheln.

    • Dietmar Tischer sagte:

      @ Michael Stöcker

      >Die finanzkapitalistische Spielanordnung im Interesse der 1 % wurde mit der Euroeinführung perfekt abgesichert, da alle Länder nun vollständig der Willkür der Märkte bzw. der EZB ausgesetzt wurden.>

      Schon wieder Unsinn.

      Auch VOR dem Euro waren ALLE Länder der Willkür der Märkte ausgesetzt.

      Allerdings konnten die Länder so agieren, dass die Willkür der Märkte sie nicht in den Abgrund gestoßen hat.

      Sie konnten bei hoher Inflation ihre Währung abgewertet.

      Die Märkte haben das akzeptiert.

      Über die Währung abwerten konnten Länder nie und werden es auch zukünftig nicht können, solange sie im Währungsraum sind.

      Das betrifft die 99% prinzipiell genauso wie die 1%.

      Sie suchen immer wieder neue Erklärungen, warum die 1% nicht Ihren Wünschen gemäß zur Umverteilungskasse gebeten werden.

      Sie wurden es nicht vor der Euroeinführung, werden es auch jetzt nicht und werden es aller Voraussicht nach in Zukunft nicht werden.

      Es gibt außer den Linkssektierern in der mittlerweile bedeutungslosen SPD, einigen verirrten Grünen, die bei Machtantritt ganz schnell Vernunft annehmen würden, und der seit jeher bedeutungslosen DIE LINKE niemanden, der sich ernsthaft damit beschäftigt.

      Ich frage mich daher, was das alles soll, was sie uns diesbezüglich hier servieren.

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  5. ikkyu sagte:

    Ihr werdet die Schwachen nicht stärken, wenn ihr die Starken schwächt.

    Ihr werdet denen, die ihren Lebensunterhalt verdienen müssen, nicht helfen, indem ihr die ruiniert, die ihn bezahlen.

    Ihr werdet keine Brüderlichkeit schaffen, indem ihr den Klassenhaß schürt.

    Ihr werdet den Armen nicht helfen, indem ihr die Reichen ausmerzt.

    Ihr werdet mit Sicherheit in Schwierigkeiten kommen, wenn ihr mehr ausgebt, als ihr verdient.

    Ihr werdet kein Interesse an den öffentlichen Angelegenheiten und keinen Enthusiasmus wecken, wenn ihr dem einzelnen seine Initiative und seine Freiheit nehmt.

    Ihr könnt Menschen nie auf Dauer helfen, wenn ihr für sie tut, was sie selber für sich tun sollten und könnten.

    Abraham Lincoln

    Antworten

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