Was die Bevölkerungen verstehen und die Eliten leugnen

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Im Mai habe ich diesen Kommentar von Professor Heinsohn an dieser Stelle schon gebracht. Als ich den Beitrag von heute Morgen vorbereitet habe, fiel er mir erneut ein. Es ist doch verblüffend, wie gut die Bevölkerung diese Zusammenhänge intuitiv spürt/versteht und die Eliten diese konsequent leugnen … 

Immer wieder habe ich mich an dieser Stelle mit den Konsequenzen der Zuwanderung beschäftigt und war von Anfang etwas weniger euphorisch bezüglich der ökonomischen Folgen. Es geht eben um die Qualifikation und nur darum, zumindest aus ökonomischem Blick.

Denn schon jetzt ist die Zuwanderung der Haupterklärungsfaktor für die zunehmende Armutsgefährdung, wobei ich ja gezeigt habe, dass das ein recht fragwürdiges Konzept ist, wenn man sieht, um wie viel besser es den Menschen hier geht.„Warum Deutschland nicht noch mehr Umverteilung braucht“.

Der bei bto gut bekannte Gunnar Heinsohn fasst das in einem Kommentar treffend zusammen:

  • Hochqualifizierte integrieren sich auch dann nicht mit Schulversagern, wenn sie Sprache, äußere Erscheinung, Religion und Wohnort mit ihnen teilen. So verbandeln sich türkische Universitätsabsolventen weder in Istanbul noch in Berlin mit Landsleuten, die nicht richtig schreiben und lesen können.“ – bto: Das leuchtet ein.
  • Nur die 15 Prozent unter den Zuwanderern seit 2015, die auf Arbeitsmärkten vermittelbar sind, werden Anschluss finden.“ – bto: Das wäre dramatisch: finanziell, sozial, sicherheitspolitisch.
  • Die Könner unter den Einheimischen ersehnen mit bildungsfernen Fremden weder Eheanbahnungen noch Urlaubsreisen oder Kindergeburtstage.“ – bto: übrigens auch nur selten mit bildungsfernen Einheimischen.
  • Würde die Regierung einen Gipfel für das engere Zusammenrücken von deutschen Exzellenzstudenten und nicht ebenso alteingesessenen Sonderschülern einberufen, würde die verdutzte Republik den Aberwitz all dieser Vorhaben umgehend erfassen.“ – bto: was für ein Bild!
  • Schulversager dagegen integrieren sich fast niemals mit ihresgleichen aus fremden Kulturen. Gerne aber kompensieren beide ihre Kleinheit mit der Größe vermeintlicher Idealzeiten. (…) Diese Idole taugen hervorragend als Brandbeschleuniger für Konflikte in den einschlägigen Vierteln und Banlieues. Die wecken dann Begehrlichkeiten für weitere Integrations-Milliarden.“ – bto: die sie dann mittels lautem „Ungerecht!“-Geheule bekommen!
  • „Integration gelingt nur, wenn sie nicht gepredigt werden muss, weil die Neubürger – unter welcher Gottheit und Hautfarbe auch immer – mit der Kompetenz für lebenslanges Lernen kommen. Solche Migranten verfallen auf das für ihr Fortkommen passende Verhalten von ganz alleine. Menschen ihres Könnens werden wegen steigender Anforderungen allerdings weltweit knapper und sind aufgrund zu geringer Geburtenraten in allen OECD-Staaten heiß begehrt. In dieser Staatengruppe stehen Länder wie Deutschland und Österreich mit anschwellenden Integrationsindustrien im Wettbewerb mit Nationen vor allem im Angloraum und Ostasien, die sich auf die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Wirtschaft konzentrieren.“ – bto: Das aber wollen unsere Gutmenschen und Umverteiler nicht verstehen.
  • Drängen weitere Bildungsferne nach, verlieren die für sie Zahlenden den Mut und streben in Kompetenzfestungen, die Pässe nur an Asse vergeben.“ – bto: Deshalb rate ich immer, als bestes Investment in die eigenen Kinder zu investieren und vor allem in deren internationale Mobilität.
  • Die Leistungsprofile Deutschlands oder Österreichs lassen auch deshalb dramatisch nach. Im mathematischen Schülervergleich 2015 (TIMSS) landen deutsche Viertklässler, die 2007 immerhin den 12. und 2011 noch den 16. Platz erreichten, abgeschlagen auf Platz 24. Der Anteil der Besten, die später die Innovationen bringen, liegt bei nur noch 5,3 Prozent (gegen 50,1 % für Singapur, 32,2 % in Japan oder 16,6 % für England). Österreich endete schon 2011 auf Platz 23 und tritt 2015 nicht einmal mehr an.“

Dazu schickte mir Professor Heinsohn noch diese Darstellung: 

 Quelle: Gunnar Heinsohn

  • Die Kombination aus Mittelschichtschrumpfung und qualifikationsarmer Zuwanderung überfordert das vergreisende Deutschland; denn die Hilflosen und doch immer menschenwürdig zu Bezahlenden nimmt niemand sonst, während die jetzt noch für sie Sorgenden Konkurrenznationen stärker machen und auch dort ihren Nachwuchs aufziehen.“ – bto: weil sie eben auswandern. Über 150.000 Deutsche gehen jedes Jahr.

Tichys Einblick: „Integration: Maizières Leitkultur-Thesen oder Kompetenz der Geholten?“, 1. Mai 2017

23 Antworten
  1. michael says:

    An der Analyse an sich ist nichts einzuwenden. Ein Faktor wird aber vergessen. An dem Unheil der Herkunftsländer der Flüchtlinge sind die westlichen Länder nicht ganz unbeteiligt. Wer an den Zusammenhängen iteressiert ist, möge das folgende Video ansehen:

    https://www.youtube.com/watch?v=jz-_R7u4Q44

    Demnach haben wir auch eine Mitschuld an den Flüchtlingsströmen. Daraus ergibt sich neben der ohnehin vorhandenen humanitären Verantwortung noch eine weitere Verantwortung hier zu helfen oder an den Ursachen der Flüchtlingsströme zu abeiten …

    Antworten
    • Matthias says:

      Wenn westliche Waffenindustrie, große Konzerne oder Politiker diverse Staaten in Afrika oder dem Nahen-Osten beliefern oder destabilisieren oder dort mit Diktatoren zusammenarbeiten, haben wir Normalbürger KEINE Verantwortung für Millionen Illegale, die über unsere Grenzen strömen, denn wir wurden überhaupt nicht gefragt.

      Also hören Sie doch mit diesem moralisierenden Quark auf Kleinkindniveau auf!

      Wir sind NICHT verpflichtet und auch gar nicht in der Lage die muslimische Unterschicht aus aller Welt aufzunehmen und durchzufüttern.

      Das alles wird nämlich unsere Kultur und unsere Gesellschaft für immer zerstören, denn wenn die Muslime eines Tages die Mehrheit hier stellen, werden sie auch die Mehrheit der Bürgermeister, Abgeordneten und auch den Kanzler stellen, dann bekommen sie die Kontrolle über die Gesetzgebung und dann kommen Scharia & Co. für alle.

      Das alles wird irreversibel sein und Sie können dann ja mal den neuen islamischen Machthabern mit ihrer kleinkindischen Moralisierung kommen (oder am Ramadan am Tage etwas essen): Dann werden SIe mal sehen was die von ihrer kindlichen Moralisierung halten.

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      • AnnieB says:

        Sehr richtig, was für ein sinnloser Beitrag. WIR, das Volk, sind schon mal gar nicht schuld. Da ist er wieder, der Selbsthass, Hauptsache sie fühlen sich gut dabei, also gutmenschlich. Wir, das Volk, haben das nicht gewollt. Wir wurden aber wie immer nicht gefragt. Schuld sind einzig und allein unsere faschistischen Regime. Mit denen haben wir aber nichts zu tun. Die Gründe, warum das alles passiert, sind bekannt. Ich habe einen Vorschlag. Unsere volksfeindlichen Regierungen sind allesamt und vollständig, auch nicht mehr aktive Verantwortliche, soweit noch unter uns weilend (;-) viele haben sich leider schon der Strafe entzogen) zur Rechenschaft zu ziehen. Sie alle haben das gleiche Spiel gespielt, zunächst langsam, damit es nicht so auffällt, und nun beschleunigt, denn wir sind im Finale. Es gab und gibt keine guten Politiker in Verantwortung, kein Schmidt, kein Brandt und schon gar kein Kohl, alias Henoch Kohn. Niemand, der bei der Umsetzung der Agenda nicht mitspielt, kommt gar nicht erst in diese Sphären. Ich erinnere an verschiedene Pläne gewisser jüdischer Psychopathen (wie Hooton, Nizer, Kaufman, Coudenhove-Calergi und viele andere wie Thomas P. M. Barnett u.a.), die alle nur ein Ziel haben, die Ausrottung des Deutschen Volkes insbesondere und der weißen Völker im allgemeinen. Also, warum liefern wir diesen geschädigten Völkern (nach Umsturz) diese Verbrecher nicht aus samt ihrem ergaunerten Vermögen und lassen diese Völker über sie richten. Das gestohlene Vermögen soll ihnen als Entschädigung dienen, was es nie sein kann. Dann gehen alle wieder in ihre Heimat, wo sie hingehören, sozusagen gemäß kosmischer Ordnung, und die Völker können endlich in Ruhe und Frieden leben. Also, Michael, wie wärs, wenn sie nochmal nachdenken, ehe sie sowas wie ihres hier ernsthaft anbieten. Ihr Beitrag macht mir Angst.

      • Joachim Brandelik says:

        als langjähriger Passivleser muss ich an diesem Punkt doch aktiv werden.

        @Matthias und AnnieB

        selbstverständlich trägt jeder Bürger eine Mitverantwortlichkeit für die Politik seiner Regierung! So etwas nennt man parlamentarische Demokratie und wir legitimieren die Taten unserer Volksvertreter durch Wahlen. Wenn uns die Politik nicht gefällt (auch die Themen, welche nicht zur Wahl stehen wie z.B. Beteiligung an den illegalen Kriegen des Westens oder die Freihandelsabkommen z.B. mit afrikanischen Staaten), können wir sie nach vier Jahren abwählen – dies ist offensichtlich von der Mehrheit nicht gewollt.

        Würden z.B. 60 % der Wähler sich an den Urnen gegen die „großen Parteien“ aussprechen, würden diese ihre Politik auch überdenken. Somit tragen wir die ganze Verantwortung für die Politik.

        Somit lassen wir zu, dass eine Politik betrieben wird, welche eben auch zu Flüchtlingen führen.

        Als Beispiele nenne ich nur die Politik von Frau Merkel und Co, welche die geopolitischen Interessen (formuliert von z.B. Brzeziński, Wolfowitz oder Georg Friedman) der USA unterstützt, indem sie z.B. Ramstein zulässt, wodurch Deutschland einen großen Anteil am Drohnenkrieg innehat.

        Auch die menschenverachtende Afrikapolitik, welche sowohl von Merkel als auch von unserem Entwicklungshilfeminister Müller schon als unfair bezeichnet wurde, wird aktiv weitergeführt und die Handelsbeziehungen nicht zugunsten einer Verbesserung für Afrika geändert. Hier entsteht großes Leid und Flüchtlingsströme.

        Die Frage ist nun, wie gehen wir mit den Schäden um. Einfach sagen, wir haben damit nichts zu tun ist meines Erachtens ziemlich naiv wie auch ethisch assozial. Auch zu sagen, unsere Politik ist faschistoid ist wohl eher dem Zorn geschuldet als der Realität.

        Vielleicht müssen die Kosten den Verursacher und Nutznießern aufgebürdet werden: z.B. die Waffenindustrie – sie hatten und haben ja oftmals gute Gewinne dadurch. Wie wäre es also mit einer Waffenexportsteuer bzw. einer Waffenexporteursgewinnsteuer. Hier können die Kosten für Integration teilweise abgefangen werden.

      • mg says:

        > Wie wäre es also mit einer Waffenexportsteuer bzw. einer Waffenexporteursgewinnsteuer. Hier können die Kosten für Integration teilweise abgefangen werden.

        In dem Fall merkt ja sofort jeder, was Waffenexporte mit Bürgerkriegsflüchtlingen zu tun haben. Wie will man sich dann noch in kognitiver Dissonanz üben?

      • Matthias says:

        @Joachim Brandelik
        > Wie wäre es also mit einer Waffenexportsteuer bzw. einer Waffenexporteursgewinnsteuer.
        > Hier können die Kosten für Integration teilweise abgefangen werden.

        Da hätten die Passagiere auf der sinkenden Titanic auch fordern können: „Wie wäre es wenn wir dem lieben Herrgott eine Wassersteuer auferlegen, denn hier bei uns gibt ist eindeutig zu viel Wasser“.

        Falls Sie es noch nicht bemerkt haben sollten, hat der schwedische Polizeichef vor kurzem öffentlich um Hilfe gerufen, weil sie die Migrantenkriminalität nicht mehr unter Kontrolle bekommen und immer mehr Stadtteile an diese „verlieren“. Auch in Italien ist „Land unter“, es wird immer schlimmer, und hier in DE werden mittlerweile Betonsperren eingesetzt um Volksfeste zu schützen oder sie werden ganz abgesagt, während ein Herr De Maiziere (und andere) das Bildungsniveau an unseren Schulen und Universitäten absenken wollen, damit auch die „Neubürger“ Abschlüsse bekommen, was eine absolute Katastrophe für ein Land wie Deutschland darstellt, dessen einziger „Bodenschatz“ Bildung war und ist, aber dieser „Bodenschatz“ jetzt immer mehr verwässert werden soll.

        Und der Erzbischof von Straßburg, Luc Ravel, hat vor kurzem in einem Interview gesagt, dass die Muslime in FR mittlerweile ganz offen sagen, dass „Ihnen in Frankreich bald alles gehören und ihr Eigentum werden wird.“

        Und SIE stellen die Frage ob man der Waffenindustrie eine Steuer auferlegen sollte? Was glauben Sie denn was man damit erreicht, ganz zu schweigen, dass das verfassungsrechtlich gar nicht umsetzbar ist?

        Wie kann man denn nur so naiv sein, mit solchen völlig weltfremden Forderungen aufzutreten, nach all dem was passiert ist was da noch „rüberschwappt“ aus dem Süden?

        Als die Türken im Jahr 1683 vor Wien standen, und Europa erobern wollten, wären SIE bestimmt auf die Idee gekommen, die Tore zu öffnen und von der Wiener Stadtwache eine Extrasteuer zu fordern, weil Sie in Ihrer Naivität glaubten, dass das etwas verbessern und das Unheil abwenden würde.

  2. Wolfgang Selig says:

    Sehr geehrter Herr Dr. Stelter,
    auch wenn diese Frage vielleicht etwas zu persönlich ist, aber was würden Sie dann empfehlen? Eine Obergrenze für Flüchtlinge, wie die CSU sie fordert? Oder die Änderung bzw. Abschaffung von Artikel 16 a Grundgesetz? (ich weiß um die juristischen Implikationen dieser Frage). Als Strategieberater bleibt man ja üblicherweise nicht bei der Analyse stehen, sondern macht auch Handlungsempfehlungen.

    Antworten
  3. Andreas Müller says:

    Diese Überlegungen werden tatsächlich auch von geerdeten Politikern ausgesprochen:
    “Ich kenne Integration und Zuwanderung, weil ich das mein ganzes Leben lang lebe und weil ich da wohne. Ich kenne das. Diese ganzen Vögel, die mir erzählen wollen, ich hätte Vorurteile, die kennen das nicht. Die haben darüber nur in Büchern gelesen, irgendwelche Studien gesehen. Aber gelebt haben die das nie. Ich will denen das ja auch nicht vorhalten. Jeder hat seine persönliche Wahrnehmung in seinem persönlichen Umfeld, Lebensumfeld und Wohnumfeld. Auch die Menschen, die an der Uni studieren und tagtäglich mit Migranten zusammen sind, die top integriert sind, die gibt es sicherlich auch. Nur die, die es an die Uni geschafft haben, die ticken schon ganz anders als die, die ich kenne. Es gibt unterschiedliche Realitäten, je nachdem von welchem Blickpunkt man sie sieht. So, ich habe meine…..Nur die Frage ist, warum wir die verschiedenen Standpunkte nicht einfach einmal zusammenführen und offen darüber sprechen können. Das ist das Problem.“
    Kann sich jemand vorstellen, in welcher Partei und Funktion der Autor dieser Zeilen Politik gelernt hat und macht?
    Ein Tipp: er hat ein Buch geschrieben, aus dem dieser Text entnommen ist. Und er bringt diese Passage auch fast so in seinen Wahlkampfreden.

    Antworten
    • Matthias says:

      Wenn Sie eine Diskussion, ohne Political Correctness, nicht ertragen können, und schon gar keine Gegenargumente liefern können, um mich zu widerlegen, dann gehen Sie doch in den Kindergarten und spielen mit der Rassel, denn ein erwachsener Menschen scheinen Sie nicht zu sein.

      Und auch entscheiden Sie nicht „was würdig ist und was nicht“!

      Antworten
  4. Michael Stöcker says:

    Ein paar persönliche Anmerkungen zur Flüchtlingskrise.

    1. Das Signal, das insbesondere durch Frau Merkel ausgesendet wurde, war humanistisch herausragend, aber eine absolute Katastrophe für den Zusammenhalt der nationalen und europäischen Gesellschaft. Ich war seinerzeit fassungslos und hatte ihr nur noch wenige Wochen gegeben; so kann man sich irren.

    2. In aller erster Linie hat die Regierung die Interessen des eigenen Landes und der eigenen Bevölkerung zu vertreten. Dabei ist sie allerdings nicht völlig unabhängig und kann somit auch nicht völlig frei agieren (Stichwort Türkei).

    3. Selbstverständlich tragen wir eine historische Mitverantwortung für die desaströsen Entwicklungen in Afrika. Auf der „Hitliste“ der schlimmsten Sklavenhändler steht allerdings nicht Deutschland (Brandenburg), sondern insbesondere Portugal, Frankreich und die Niederlande. Einfacher konnte man Gesellschaften nicht zerstören. Und auch heute dominiert kurzfristiges Profitdenken weiterhin die verlogene Debatte. Hier nur ein kleines Beispiel von vielen: http://www.zeit.de/wirtschaft/2015-01/exporte-gefluegel-afrika.

    4. So bitter das Ganze auch sein mag, müssen sich die transportierten Bilder umkehren. Insofern folge ich hier ganz den inhumanen Vorschlägen von Dietmar Tischer (Stichwort „ABSCHRECKUNG“), da die nationalen/europäischen Interessen ganz eindeutig im Vordergrund stehen. Leider kenne ich hier keine bessere Lösung.

    LG Michael Stöcker

    Antworten
  5. Lutz Gerwig says:

    Wie gut eine Gesellschaft funktionieren kann, die sich traut, Leistungszusagen an Gegenleistungen zu ketten, sieht man in Kanada. Es ist doch egal, woher die Menschen kommen, wie sie aussehen, all diese Äußerlichkeiten, die die Opfergeschäftsleute nach oben spülen. Es kommt auf Leistung an. Und in Kanada wird neben IQ, Fähigkeiten, Nützlichkeit auch geprüft, wie gut sich jemand von sich aus in die Gesellschaft einfügen kann. Dann wird es auch etwas mit einer Gesellschaft und höfliche, willige und selbstverantwortliche Menschen sind willkommen und werden auch die anderen heben.

    Willst Du wachsen, begebe Dich in Gesellschaft von Größeren.

    Wenn Dir jemand einredet, Du müsstest alles tun, um die Kleineren auszuhalten und zu umschwänzeln, dann machst Du etwas falsch, Du signalisierst, ich möchte klein werden.

    Große Menschen suchen sich noch bessere und fähigere Menschen zur Orientierung.

    Eine Sofortmaßnahme zur Neuausrichtung des vernebelten Geistes wäre z. B. die Abschaffung allen persönlichen Fernsehkonsums inkl. dessen, was als Nachrichten angepriesen wird.

    Eine Verseuchung kann man manchmal nicht heilen, man muss sie isolieren und daneben richtig anfangen.

    Klingt vielleicht unmenschlich, ist aber menschlicher als Realitätsverweigerung und Entropiesehnsucht.

    Antworten
  6. Lutz Gerwig says:

    Zu Herrn Stöcker und Afrika: Nigeria hat bald so viele Einwohner wie Europa gesamt. In Afrika werden wöchentlich (!) eine Million Menschen geboren. Seit Ende der Kolonialzeit, so sagt Heinsohn, seien in Afrika 18 Millionen Menschen aufgrund von Krieg und Mord gestorben. (Mehr Zahlen hier http://www.freiewelt.net/blog/gunnar-heinsohn-afrikaner-wohin-10012913/) Wir machen uns öffentlich Sorgen um Tausende, die im Mittelmeer umkommen und unterstützen die paradoxe Schlepperideologie, die einen Pull-Effekt auslöst. Das ist gelinde gesagt, unverantwortlich, und weniger linde gesagt, ist es ein Informationsverbrechen an der Europäischen Öffentlichkeit. Die Verhältnismäßigkeiten sind enorm bedeutsam und die werden nicht in Augenschein genommen. Die sogenannten Verantwortlichen täuschen, tricksen, verdrängen und verführen die Masse. Und die meisten Medien sind dysfunktional geworden. Ich neige zunehmend dazu, denen Verständnis entgegenzubringen, die diese Vertuschung als Verbrechen bezeichnen.

    Heinsohn sagte im ZKM-Vortrag http://zkm.de/en/person/gunnar-heinsohn, dass er die Zahl von 18 Millionen Toten innerhalb Afrikas in keiner europäischen Tageszeitung plazieren konnte. Das will niemand wissen, das stört den bekannten, aber unrealistischen Narrativ, das stört die angepriesenen Lösungen.

    Traurig, und doch besteht Hoffnung, weil wir a) wenn wir wollen, wissen können und b) weil es immer mehr Menschen werden, die merken, dass die einkanalige Obrigkeitspropaganda wenig verantwortungsvoll agiert.

    Antworten
  7. Joachim Brandelik says:

    @ Matthias: bitte bleiben sie sachlich.

    Ich besuche täglich 2x einen Kindergarten; „michaels“ Verhalten erkenne ich dort nicht.

    Ich denke, unsere Diskussion passt nicht so recht in dieses Forum. Lieber Dr. Stelter, wenn es ihnen zu viel wird, beenden sie es bitte (quasi durch digitale Betonsperren)

    Ihre Titanic-Analogie hinkt: Ich würde den Eisberghersteller dazu verpflichten, dass er dem leck geschlagenem Schiff mehr des nun fehlenden Auftriebes verschafft, dass es weiter schwimmen kann.

    Ob eine von mir „schnell hingeschriebene“ neue Steuer verfassungsrechtlich ist kann ich nicht beurteilen. Ich glaube sowieso, es würde an der Lobby scheitern. Aber ich dachte halt naiv, wenn es eine Tabaksteuer gibt…

    Ich bin kein Jurist, sondern Ingenieur. Ich habe gelernt in Ursache-Wirkungs-Mechanismen zu denken.

    Vielleicht haben sie recht und ich bin naiv. Das bin ich meiner Meinung nach nur, wenn meine Welt an den Grenzen des Kontinentaleuropas enden. Das tut sie aber nicht.

    Sie begrenzen die Diskussion auf die muslimischen Migranten. Dann lasse ich das Thema Afrika auch weg (eigentlich schade, denn alle 5 Sekunden verhungert ein Kind…)

    Ihre Beispiele sind ja alle beklagenswert und den Zustand wie wir ihn heute vorfinden, halte ich auch für sehr gefährlich. Das streite ich bestimmt auch nicht ab und bin selbst sehr besorgt. Trotzdem ist er nicht vom Himmel gefallen. Und bei der Entwicklung haben wir bzw. unsere Volksvertreter und deren Verbündete eine unrühmliche Rolle gespielt. Vieles wäre heute vielleicht anders, wenn…

    z.B. Sykes-Picot-Abkommen

    z.B. 1953 als Mossadegh durch die CIA-Unterstützung in der Operation Ajax weggeputscht wurde (Iran war für damalige Verhältnisse ein relativ moderner Staat mit Trennung von „Kirche“ und Staat).

    z.B. Algerienkrieg mit dem Massaker von Paris am 17. Oktober 1961

    z.B. Sueskrieg, ein illegaler Angriffskrieg 1956 gegen Ägypten

    z.B. Erster Golfkrieg Irak gegen Iran, wo der Westen beide Seiten mit Ausrüstung belieferten – auch für den Bau chemischer Waffen.

    z.B. Irakkrieg 1 und 2 (Brutkastenlüge; Chemiewaffenlüge)

    z.B. Lybienkrieg, wo das Tor für die Flüchtlinge jetzt offensteht (UN-Konvention billigte nur eine Flugverbotszone, keine weiteren Kampfhandlungen zum Regime-Change)

    z.B. wo ist unser Engagement beim Krieg in Jemen? (Alleine 300000 Kinder sind schwerst mangelernährt.) Ach ja, wir beliefern Saudi-Arabien mit Waffen.

    z.B. Syrienkrieg: hierzu erlaube ich mir noch keine Einschätzungen; die Datenlage ist zu schwierig. Jedoch verstehe ich nicht, wieso wir „gemäßigte Rebellen“ unterstützen, welche z.B. vor laufender Kamera einen 12-Jährigen köpfen. Auch lässt der DIA-Report von 2012 nichts Gutes erahnen

    z.B. Libyan Islamic Fighting Group, Jihadistenorganisation, vom MI6 aktiv unterstützt gegen Gaddafi. Ihr soll der Manchester-Attentäter nahe gestanden haben.

    z.B. usw. etc..

    Laut Willy Wimmer werden bei jedem militärischem Eingriff die Flüchtlingsströme vorher durchsimuliert.

    Der Westen hat durch sehr viele geopolitischen Eingriffe geholfen, die Region so zu destabilisieren, dass es jetzt eben zu Fluchtbewegungen kommt und dass es leider auch zu sehr viel Leid und sehr viel Hass gekommen ist. Und der Hass wächst leider auch in unseren Ländern. Z.B. November 2015 in Paris. Die meisten mutmaßlichen Täter waren Franzosen oder Belgier.

    Insofern ist ihre Bemerkung mit dem Jahr 1683 schon ziemlicher Unfug. Darauf möchte ich gar nicht eingehen.

    „rüberschwappt aus dem Süden“: Bitte überdenken sie diesen Satz noch einmal – so schlimm sind die Bayern und Baden-Württemberger gar nicht.

    „Bildungsschatz“: Sie stellen einen Kausalzusammenhang zwischen Migranten und dem Bildungsniveau her. Diesen mag es geben; aber nicht als Unikat. Der Elternbeirat der Schule meines Kindes hat kürzlich stolz vorgestellt, dass jetzt nach 20-jährigem Beantragungsmarathon die Toiletten renoviert werden. Eine Schule nahe München. In Berlin (oder war es Brandenburg) müssen Schüler bei den Nachbarhäuser auf die Toilette gehen, da es keine funktionstüchtigen in der Schule gibt. Ich glaube, unser Bildungsschatz wird seit der Kohl-Ära einfach asymptotisch gegen Null gespart. Für die Verschlechterung braucht es keine Migranten.

    Jeder Mensch hat Menschenrechte. Menschen haben auch Pflichten. Wir berufen uns gerne auf die Aufklärung. Die Quintessenz daraus ist jedoch nicht nur die Freiheit, sondern auch die Gleichheit und auch die Brüderlichkeit.

    Das Leben besteht ja aus lauter Zufällen; sollten sie auch aus der Gegend München kommen, können wir uns ja bei Gelegenheit in einem Biergarten treffen und unsere Weltanschauungen angleichen; die erste Brezn geht auf mich. Und ich sorge für ihre Sicherheit :-)

    P.S.: Erlauben sie mir eine kurze persönliche Anekdote: 2011 besuchte Westerwelle als Aussenminister Vietnam. Dort sprach er (wie so gerne von unseren Volksvertretern in anderen Ländern) auch das Thema Menschenrechte an. Einige Tage vorher war ich auch in Vietnam. Ich besuchte dort ein Heim für behinderte Kinder aufgrund der Folgen des Einsatzen von Agent-Orange..

    Antworten
  8. samy says:

    Lieber Joachim Brandelik,

    die meisten politisch denkenden Menschen mit dem Herzen auf dem rechten Fleck werden Ihrer Analyse des Versagens in der Vergangenheit zustimmen. Vielleicht auch @ Matthias?

    Und nun?

    Sollen zukünftige Generationen leiden, weil vergangene Generationen versagt haben? Wo ist die Logik? Warum erwähnen Sie Vietnam und Agent-Orange? Warum erwähnen Sie verhungernde Kinder? Bedauern das nicht alle Menschen mit gesundem Verstand? Und werden weniger Kinder in Afrika verhungern, wenn wir die Grenzen für Jedermann öffnen? Wollen Sie büßen? Sollen wir kollektiv für etwas büßen? Erwarten Sie Vergebung? Von wem? In welcher Form? Suchen Sie unbewusst als Deutscher noch immer nach der Liebe und Anerkennung, die uns nach dem WK II verweht blieb.

    Die Musik spielt hier und heute! Aufwachen! Ihre Kinder oder Enkelkinder wollen morgen möglichst ohne Ängste und Sorgen in Deutschland leben.

    Wir sind dabei unsere Art zu leben, unsere politische, religiöse, geistige und auch sexuelle Selbstbestimmung und Freizügigkeit aufzugeben. Ich sehe tiefschwarz, wenn das so weiter geht. Ich erspare uns jetzt einmal zahlreiche Links aus dem Netz hier einzubauen, die das untermauern. Und wie Sie besitze ich Lebenserfahrung.

    Welche Handlungsempfehlung leiten Sie aus dem von Ihnen richtig geschilderten moralischen Versagen der Vergangenheit also für die Zukunft ab? Nennen Sie bitte Zahlen? Wie viele Millionen Flüchtlinge soll die BRD innerhalb der nächsten Jahre aufnehmen? Wo sind die Grenzen? 5 Millionen? Gut, dann stehen noch einmal 5 Millionen vor den Toren? 10 Millionen? Dann stehe immer noch 5 Millionen vor den Toren.

    Es werden erst dann keine Flüchtlingsströme mehr aus Afrika nach Europa ziehen, wenn die Pareto-Optimierung beendet ist. Das wird dann der Fall sein, wenn die Flucht keine Verbesserung der Lebensqualität verspricht.

    Und das ist dann der Fall, wenn die Grenzen dicht sind oder in Europa/Deutschland schlussendlich afrikanische Verhältnisse herrschen. So simpel ist das. Keine Frage der Moral oder von Gut und Böse. Leider!

    VG

    Antworten
  9. Joachim Brandelik says:

    @ samy:
    >Sollen zukünftige Generationen leiden, weil vergangene Generationen versagt haben?
    Nein, niemand soll leiden, oder auch büßen etc. Aber eben niemand.
    Es muss aus der Politik der Vergangenheit mit den bekannten Folgen gelernt werden!

    >siehe ‚Michael Stöcker‘ bei 3.: Selbstverständlich tragen wir eine historische Mitverantwortung für die desaströsen Entwicklungen in Afrika….
    >siehe ‚Lutz Gerwig‘: …dass er die Zahl von 18 Millionen Toten innerhalb Afrikas in keiner europäischen Tageszeitung plazieren konnte. Das will niemand wissen…
    >siehe ’samy‘: Bedauern das nicht alle Menschen mit gesundem Verstand?…
    um nur aus diesem Thread zu zitieren.

    Jeder bedauert, kennt Beispiele, weiss, dass es nicht richtig läuft… Manche schimpfen auch – bis zu Wörtern wie Faschissmus oder verbrecherisch…

    Wo bleibt der Diskurs in der Öffentlichkeit – eine richtige, ergebnisoffene Diskussion aller? Wieso ändert sich nichts, und sei es nur, dass das Schimpfen endet, da der Status Quo eben der beste aller möglichen Zustände ist.

    In der Politik sowie in den Medien gibt es hauptsächlich ein „uns geht es gut“ und ein „weiter so“ und „alternativlos“. Und ansonsten immer die gleichen Phrasen.

    Wollen wir wirklich so weitermachen? Wenn es etwas zu beklagen gibt, muss man auch an Lösungen interessiert sein, und nicht nur die Schultern zucken. Das ist die Logik.

    >Welche Handlungsempfehlung leiten Sie … ab
    Ich möchte, dass Probleme genannt und besprochen werden und nach echten Lösungen für alle gesucht wird – ohne Heuchelei (deswegen ‚Agent Orange‘ da selbst erlebt).

    Diskussionsbedürftige Beispiele kennen sie wahrscheinlich mehr als ich, deswegen eine kurze bunt zusammengewürfelte Auswahl:

    – Brauchen wir wirklich zollfreien Warenverkehr mit Afrika? Hilft es den Afrikanern?
    – Erhöht der ‚Krieg gegen den Terror‘ wirklich unsere Sicherheit?
    – Gibt es wirklich keinen Zusammenhang zwischen Waffenexporten und Flüchtlingen?
    – Wieso jetzt JEFTA? (v.a. aufgrund der Erfahrungen mit TTIP und CETA); Gibt es Erfahrungen zu Auswirkungen von NAFTA, welche mit einbezogen werden sollen?
    – Hat Jean Ziegler recht, wenn er eine Refeudalisierung beklagt und von einem kannibalischem System spricht?
    – Haben Konzerne recht, wenn sie einen Zusammenhang zwischen Nahrungsmittelspekulation und Hunger abstreiten?
    – Wieso wird so lange an der richtigen FORMULIERUNG eines Armuts- und Reichtumsberichtes gearbeitet?

    Was ich nicht möchte:
    – mich über das Elend beklagen und dann Parteien wählen, welche dieses eher untermauern.
    – mich über Flüchtlinge beklagen und dann zufrieden sein, wenn sie im Libanon/Türkei/Libyen bleiben
    – 2% vom BIP (nicht Staatshaushalt) für Verteidigung ausgeben, während unser Bildungssystem „verlottert“

    Ich bin kein Linguist, aber ich denke sie wissen, was ich damit ausdrücken möchte.

    Jetzt noch eine Gegenfrage:
    Wie wollen Sie denn die Flüchtlinge stoppen. Ich nenne keine Obergrenze, da es sinnlos ist.
    Die UN geht aber von recht vielen Flüchtlingen in den nächsten Jahrzehnten aus. Wie wollen sie diese stoppen?
    Reicht ein „ja das ist halt so, da kann man eh nichts machen“ aus?
    Reicht ein „es waren ja die Politiker schuld“ aus?
    Welche Art der Abschreckung soll die denn aufhalten? Wieviel Zäune müssen wir bauen? Oder sogar die Verhältnisse so verschlechtern, dass sie nicht einmal mehr flüchten können? Zynisch!
    Mein Weg ist, die Lebensumstände vor Ort verbessern. FluchtURSACHEN bekämpfen. Wie? –> Ausdiskutieren. Die Elite muss endlich Probleme erkennen und benennen. Die Bevölkerung hält das aus! Fluchtursache ist nicht, wenn die Nahrungsmittelrationen in den Lagern gekürzt werden oder die Türkei die Tore öffnet. Die Flucht der armen Menschen fand schon vorher statt.

    Flüchtlinge wurden nicht geboren, sie wurden dazu gemacht. Und hier muss man ansetzen.
    Und ich behaupte nicht, dass an allem nur „unsere“ Politik schuld ist. Weiss Gott nicht. Aber wir sind nicht nur die mit der weissen Weste und das hat nicht nur zu Verbesserungen geführt. Daraus muss man lernen.

    Antworten

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