Die europäische Bevölkerung teilt die Ansichten Donald Trumps

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Meine Haltung zu den Themen Euro- und Migrationskrise ist bekannt. Vor allem wünsche ich mir, diese als solche offen zu bekennen und entsprechend auch anzugehen. Beides zusammen dürfte die Kernursache für den zunehmenden Populismus sein, der übrigens auch in der Wahl des Außenseiters Macron Bestätigung findet. Scheitert er, dürfte es wohl nicht besser werden.

Interessant sind dabei die Ergebnisse einer Befragung von 10.000 Personen in zehn EU-Ländern und 1.800 Personen, die zur „Elite“ gezählt werden, das heißt, „Individuen in einflussreichen Positionen in der Politik, den Medien, der Wirtschaft und der Zivilgesellschaft auf lokalem, regionalem, nationalem oder europäischem Niveau“.

Der Telegraph kommentierte mit Blick auf den (da noch bevorstehenden G20-Gipfel), dass „(…) the stage is being set for a clash between progressive European values and American cold-heartedness – but there are two problems with the general idea. The first is that many EU leaders are coming around to Mr Trump’s way of thinking, and the other is that, in many areas, European popular opinion is firmly on his side.“

So zum Thema Einreiseverbot für Muslime: „A survey by Chatham House this year showed that a majority in Austria, France, Germany, Greece and Italy would support a blanket ban on all immigration from Muslim countries. In Poland, which Mr Trump visited first, almost three quarters of the public would back a ban.“ bto: selbst bei uns eine Mehrheit.

Zum Thema Mauer: „When it comes to building walls against neighbours, Mr Trump should spend his time at the G20 today looking for tips. Macedonia built a wall with Greece last year, Lithuania is currently fencing off Russia’s Kaliningrad exclave, and Norway is building a wall to keep out those making the rather heroic journey 
over its Arctic border with Russia.“ bto: Man muss es auch machen, will man die Migration steuern. Und tun muss das, wer das europäische Wohlstandsniveau auch nur ansatzweise erhalten will.

Zum Thema Protektionismus: „The EU struggles to agree deals with any of its major trading partners; this week’s much-feted agreement with Japan is only an outline. And the US has been quicker than the EU to start free trade negotiations with Britain; talks start this month. The difference is, mainly, one of language. The EU talks about being globally minded, while practising shameless protectionism. Trump boasts about his protectionism, while not (so far) managing to do very much of it.“  bto: Auch das eine wahre Beobachtung.

Zum Thema Klimawandel: „(…) if Mr Trump saying he’s not too worried about global warming, he’s also speaking for a lot of Europeans. A Pew survey shows just two in five say that they are very concerned about climate change, perhaps because environmental progress is doing rather well under its own steam. So, again, it comes down to language.“

Die FINANZ und WIRTSCHAFT liefert ein paar coole Tabellen zu dem Thema:

  • Die Leute befürworten zwar, dass zwischen den einzelnen Ländern mehr umverteilt wird, möchten aber nicht, dass dies über eine Zentralisierung geschieht.“ bto: und zwar mit einer sehr deutlichen Mehrheit. Damit wird die EU zu einem „Elitenprojekt“, was mehr als gefährlich ist.

Quelle: FuW

  • Dann zu der Frage der Migration. Klarer als diese Tabellen es ausdrücken, kann man den Punkt nicht machen! Die Elite erlebt entweder die Zuwanderung anderer Elite (was, wie Gunnar Heinsohn so schön erklärt, nie ein Problem ist) oder aber die Zuwanderung billiger Arbeitskräfte und/oder begegnet den problematischen Migranten selten/nie:

Natürlich ist es eine Belastung des Wohlfahrtsstaates. Wer in der Elite das nicht sieht, dem ist nicht zu helfen.

Auch hier ist das Ergebnis mehr als eindeutig. Was mich verblüfft ist, dass sich das an der Wahlurne noch nicht durchsetzt.

→ FINANZ und WIRTSCHAFT: „Dämpfer für Macron“, 3. Juli 2017

→ The Telegraph: „Shocking news – most Europeans (and their leaders) actually agree with ‚wicked‘ Donald Trump“, 7. Juli 2017

29 Antworten
  1. Volksfahrräder says:

    In diesen Umfragen zeigt sich, warum die „Elite“ eine Elite ist: Sie ist vernünftiger und vorausschauender als das Volk. Es gehört zu einer üblen Anmaßung, dass heutzutage der Begriff „Elite“ gegenüber dem „Volk“ negativ besetzt ist. Tatsächlich ist es doch die Elite, die es dem Volk erst ermöglicht, ein gutes Leben zu führen – denn das Volk ist – wie auch die Umfragen und das Wahlverhalten bei Trump und beim Brexit zeigen – einfach zu blöd, um Zusammenhänge zu erkennen. Der Slogan „Wir sind das Volk“ gewinnt daher eine neue Bedeutung und zeigt eine grenzenlose Überschätzung der eigenen Fähigkeiten!

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  2. Hansjörg Pfister says:

    „Was mich verblüfft ist, dass sich das an der Wahlurne noch nicht durchsetzt.“
    Nun, ich kenne das aus meinem Verwandten/Bekannten und Kollegenkreis. Da gibt es welche, die finden alles toll was Merkel macht, auch wenn sie das Gegenteil täte von dem was sie macht. Ich bin der Meinung das diese Untertanenmentalität für die Demokratie schädlicher ist, als irgendwelche Radikalen von welchem Rand auch immer. Das scheint aber vor allem ein deutsches Problem zu sein oder irre ich da?

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  3. Dietmar Tischer says:

    Die Grundbefindlichkeiten sind klar:

    Die Abgehängten – große, wachsende Teile der Bevölkerungen – fürchten Wohlstandsverluste insbesondere durch einen Verdrängungswettbewerb auf dem Arbeitsmarkt und durch höhere Mieten sowie den Verlust der kulturellen Identität.

    Der Unterschied zu den Eliten ist erklärbar:

    Die Eliten sind von der Ausbildung und durch die berufliche Tätigkeit viel offener gegenüber anderen Mentalitäten und Kulturen und vor allem wollen sie über die besten Arbeitskräfte verfügen. Wenn das zugewanderte sind, dann eben diese. Deshalb ist das Silicon Valley in dieser Frage massiv gegen Trump. Kriminalität und die Auswirkungen auf die Sozialbudgets sind für die Eliten offensichtlich kein Thema. Vermutlich glauben sie, dass die Auswirkungen auf diesen Feldern mehr oder weniger problemlos beherrschbar sind.

    Der Brexit ist das Ereignis, bei dem sich die unterschiedlichen Grundbefindlichkeiten am deutlichsten und vor allem auch politisch WIRKSAMSTEN gezeigt haben.

    Die Befragung zeigt aber auch einen weiteren sehr interessanten Unterschied zwischen den beiden Bevölkerungsgruppen:

    Unter den Eliten ist die Zahl derer, die mehr Macht für die EU wollen größer als die Zahl derjenigen, die möchten, dass die EU Macht an die Nationalstaaten abgibt. Darin zeigen sich der Hang zur Harmonisierung und das Denken in große Einheiten mit dem ökonomischen Vorteil von Skaleneffekten.

    Die breite Bevölkerung hat nicht dieses Verständnis und sieht das ganz anders.

    >Zum Thema Mauer: … Man muss es auch machen, will man die Migration steuern. Und tun muss das, wer das europäische Wohlstandsniveau auch nur ansatzweise erhalten will.>

    Herr Dr. Stelter, hier würde ich noch einmal nachdenken, ob das der richtige Standpunkt ist.

    Die Migration muss man nicht nur steuern, sondern begrenzen.

    Das ist, glaube ich, die Überzeugung, die eine große Mehrheit von Menschen teilt. Auch die aufgeklärte Elite gehört dazu.

    Das WIE ist die entscheidende Frage.

    Wenn Mauern die Lösung sein sollen, dann ist auch Protektionismus die Lösung. Ich halte es für illusorisch, dauerhaft die Verkehrsströme von Menschen begrenzen zu können, ohne dass die Warenströme begrenzt werden.

    Mauern wären eine Lösung, die für alle nachteilig wäre, insbesondere für eine Exportnation wie Deutschland.

    Die Lösung muss eine andere sein:

    Kurzfristig BEGRENZUNG der Zuwanderung durch ABSCHRECKUNG. Das heißt u. a., dass man die Boote schon in lybischen Gewässern aufhält und den aufbruchswilligen Afrikanern vermittelt, dass sie keine Chance haben, nach Europa zu gelangen.

    Die Afrikaner sollten keine Willkommens-Selfies mit der Kanzlerin sehen, sondern Bilder dessen, was sie in Wirklichkeit erwartet, in Libyen z. B. trostloses Elend.

    Längerfristig muss Afrika aus der Misere geholfen werden. Dafür müssen die Afrikaner aber auch etwas tun, u. a. ihre korrupten Regierungen loswerden.

    Die Armutsmigration in der EU ist auch ein Problem.

    Auch die kann man nicht mit Mauern lösen, wenn man die EU nicht aufgeben will.

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  4. Wolfgang Selig says:

    Ich denke, Deutschland ist da derzeit in einer EU-Sonderrolle. Aufgrund der von der EZB unnatürlich niedrig gehaltenen Zinsen sind sowohl die öffentlichen Kassen als auch die Arbeitgeber in einer wirtschaftlich besseren Situation als noch vor 10 bis 15 Jahren. Das ist der Unterschied zu Südeuropa und kompensiert in der öffentlichen Wahrnehmung leider kurzfristig viel zu viel. Hinzu kommt derzeit das Trittbrettfahrertum der Deutschen, die unangenehme Grenzschutzarbeiten auf südosteuropäische Länder delegiert haben – und aus der deutschen Wahrnehmung gerade heraushalten.
    Interessant wird das deutsche Wahlverhalten m.E. erst, wenn wir eine neue Massenzuwanderung, einen Exporteinbruch, einen massiven Zinsanstieg oder ähnliche Probleme bekommen, sprich, wenn die Migration und/oder die Arbeitslosigkeit wieder deutlich steigt. Dann kann eine Stimmung und auch die öffentliche Finanzlage sehr schnell kippen. Daher wage ich die Prognose, dass Frau Dr. Merkel nach ihrer wohl unbestrittenen Wiederwahl im September ungefähr zur Mitte der nächsten Legislaturperiode 2019 oder 2020 aus teilweise vorgeschobenen Gründen (sie hat ja erst kürzlich Andeutungen zum Thema „Gesundheit“ gemacht) zurücktreten wird, denn sie ist m.E. schlau genug zu wissen, dass sie die nächste wirklich große Krise politisch nicht überstehen wird und will bestimmt als erster Bundeskanzler selbstbestimmt aufhören. Das sichert einen Platz in den Geschichtsbüchern und schiebt die Probleme dem Nachfolger zu, auch wenn der vermutlich nur für einen winzigen Bruchteil noch selbst verantwortlich sein wird. Und dann wird sich sicher ein(e) ehrgeizige(r) CDU-Kanzlerkandidat(in) finden, der die Probleme unterschätzt oder dessen Ego groß genug ist…
    Ich hoffe, die Stimmung kippt dann nicht gleich ins Radikale, aber bei den Deutschen bin ich mir aufgrund ihrer extremen Schwankungsbereitschaft da leider nicht so sicher…

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    • Michael Stöcker says:

      „Aufgrund der von der EZB unnatürlich niedrig gehaltenen Zinsen…“

      Lieber Herr Selig, das ist ein gerne erzähltes Märchen, wird aber durch ständige Wiederholung nicht zur Wahrheit. Die EZB macht Geldpolitik für ganz Euroland, nicht aber für München, Meckpomm oder Andalusien. Knut Wicksell war da schon mal wesentlich weiter als der sektiererische Glaube der schreibenden Zunft:

      „Zu jeder Zeit und in jeder Lage der volkswirtschaftlichen Verhältnisse wird es eine Höhe der durchschnittlichen Rate des Geldzinses geben, bei welcher das allgemeine Niveau der Warenpreise keine Tendenz mehr hat, sich aufwärts oder abwärts zu bewegen. Wir nennen diese die normale Zinsrate, ihr Betrag wird von dem gleichzeitigen Stande des natürlichen Kapitalzinses bestimmt und muss mit diesem steigen oder fallen.“ (http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/wicksell1898 Seite 111).

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      • Wolfgang Selig says:

        Lieber Herr Stöcker,
        vielen Dank für Ihre Bemühungen, aber wahrscheinlich übersteigen sie meine geistigen Fähigkeiten. Ich versuche meine Analyse mit einer Analogie zu erklären: wenn etwas gackert und Eier legt, ist es für mich erst einmal ein Huhn. Wenn die EZB monatlich mit frisch geschaffenem Geld für 80 Mrd. Euro Staatsanleihen v.a. auch aus Deutschland kauft, ist es für mich Zinsdrückung.

      • mg says:

        Natürlich ist es das.

        Selbstverständlich macht die EZB (Geld-)Politik. Wie viel Macht der Geldpolitik innewohnt, sollte nicht überschätzt aber auch nicht unterschätzt werden.

        Überschätzt wird sie m.E. in der Frage, ob sie reales Wachstum erzeugen kann. Da bin ich ziemlich skeptisch. Und unterschätzen sollte man sie auch nicht, da sie – wenn sie es darauf anlegt – das Vertrauen in eine Währung nachhaltig beschädigen kann.

      • Dietmar Tischer says:

        Das ist mal wieder eine Antwort am Thema vorbei.

        Selbstverständlich hält die EZB die Zinsen niedrig – wie man da von einem Märchen reden kann, und das auch noch als „Geldexperte“ erschließt sich wem auch immer. Mir jedenfalls nicht.

        Es geht hier um vorrangig um die ANLEIHEN-Märkte.

        Die würden z. B. für italienische Staatsanleihen ganz andere Zinsen verlangen als diejenigen, die durch die Intervention der EZB gezahlt werden müssen.

        Da kann man nicht mit der „normalen bzw. natürlichen Zinsrate“ eines Wicksell kommen, der von WARENMÄRKTEN redet.

        Was Sie hier bieten, ist mit Irreführung noch höflich formuliert.

        Herr Selig und mg haben recht.

      • Michael Stöcker says:

        Lieber Herr Selig,

        in der monetären Matrix gilt leider: Nichts ist so, wie es scheint. Draghi war 2012 eindeutig: Whatever it takes. Damit tendieren die Risikoaufschläge eindeutig gegen 0,00 %!

        Alles deutet darauf hin, dass die EZB sowie auch die Fed das Zinsniveau REAKTIV angepasst haben und den Markt gerade nicht manipulieren, wie es allerdings zuvor die Geschäftsbanken lange Zeit gemacht haben: http://www.handelszeitung.ch/die-chronik-des-libor-skandals.

        LG Michael Stöcker

      • mg says:

        Lieber Herr Stöcker, wie Sie wissen, schätze ich Ihre Beiträge, auch wenn ich nicht alles was Sie schreiben nachvollziehen kann. Dass die Notenbanken die kurzfristigen Referenz-Zinssätze den Marktzinssätzen lediglich passiv folgen lassen (habe ich Sie da richtig verstanden?) widerspricht allerdings allem, was ich zur Geldpolitik der Notenbanken bisher gelesen habe.

        Nach hiesigem Kenntnisstand heben die Zentralbanken die kurzfristigen Referenz-Zinssätze mit dem klar definierten Ziel, eine Geldentwertung die Fahrt aufnimmt abzubremsen, aktiv an. Sie tun das (normalerweise) so lange, bis die Zinsstrukturkurve invertiert. In der Folge verlangsamen sich Konjunktur und Preisauftrieb. Danach senken die Zentralbanken den kurzfristigen Zinssatz wieder, diesmal so lange, bis Konjunktur und Preise wieder an Fahrt gewinnen. Im Rahmen dessen nimmt die Zinsstrukturkurve wieder ihre normale Form an. Wobei die Steilheit einen Hinweis auf den zu erwartenden Preisauftrieb liefert.

        Auf die Schnelle konnte ich nur diesen etwas älteren Artikel dazu finden:
        http://www.schweizerversicherung.ch/de/artikelanzeige/artikelanzeige.asp?pkBerichtNr=51088 – ausführlicher äussert sich Erwin Heri zu den Zinsstrukturkurven in seinem Buch „Das verlorene Jahrzehnt: Und was Anleger daraus lernen sollten“.

        Soweit ich die Kritiker der Notenbankpolitik richtig verstanden habe, waren die Zinssenkungungszyklen der NB während der letzen 30 Jahre zu aggressiv und haben, begünstigt durch eine neo-merkantilistische Politik zunächst der Japaner dann der Chinesen, einen Schuldenberg sondergleichen zur Folge gehabt. Einkommen wurden durch Kredite ersetzt. Auf diese Weise wurden zwar Konsum und Konjunktur gestützt. Als Nebenwirkung wurde dabei jedoch in Kauf genommen, dass sich sowohl private Haushalte, als auch Unternehmen und nach 2008 schliesslich auch Staaten in eine Überschuldungssituation gebracht haben.

        Mit den vielen verschiedenen QE-Programmen wurde vor allem nach 2008 Nachfrage nach langfristigen Staatsanleihen erzeugt und damit deren Preise getrieben. Was, wie Sie wissen, sinkende Langfristzinssätze entspricht.

        Wenn man nun den Zins als Preis für das Leihen von Geld versteht und dieser Preis eine Signalwirkung haben soll, wie kann man unter den genannten Umständen zu der Schlussfolgerung kommen, dass die Notenbanken mit Ihrer Politik die Preise von Vermögenswerten _nicht_ „verzerren“?

  5. Alexander says:

    „Und tun muss das, wer das europäische Wohlstandsniveau auch nur ansatzweise erhalten will.“

    Dreht man den Schuh um, macht die Regierung alles richtig.
    Etwas anderes erwarte ich auch nicht von in der DDR im Marxismus sozialisierten Führerinnen. Vorträge von DDR Professoren f. Marxismus/Leninismus sind hörenswert!

    Kombiniert man das mit in ihrer Jugendzeit maoistisch orientierten Persönlichkeiten von Barroso bis tief in die Linke der SPD und der Grünen hinein, sind wir auf einem guten Weg. Target2, Energiewende, Verbot von Verbrennungsmotoren etc. sind Wegmarken.

    Antworten
    • Ondoron says:

      Ich kann Ihnen – und den anderen Lesern und Foristen hier auch – die Monographie von Josef Schüßlburner empfehlen: „Roter, brauner und grüner Sozialismus“. Und dazu einen Blick auf die sogenannten „Transformationsstrategien“ der Linken und 68er werfen. Ebenfalls extrem aufschlußreich die „Stimmen aus dem Untergrund“; ein Sampler sowjetischer Dissidenten aus den 1970er Jahren – damals im Westen gefeiert, heute sind die Analogie einfach nur noch atemberaubend. Dazu der Kollaps des FIAT-Money Systems. Und der Blick ins kommunistische Manifest, in dem Zentralbanken gefordert wurden. Dann noch Edward Bernays (Propaganda) und die Forschungen amerikanischer Think Tanks zu „social engineering“, „financial engineering“ und „political engineering“.
      Wenn man nur etwas klare Gedanken hat, erkennt man, welcher Konstruktivismus hier am Werk ist, und wie sehr die Mainstreammedien hier eingespannt sind.
      Dr. Stelter bespricht hier eben nur eine Seite der Medaille – zum Verständnis reicht das kaum aus.

      Antworten
      • Michael Stöcker says:

        „Schüßlburner, der hauptsächlich in rechtskonservativen (Criticón), beziehungsweise rechtsextremen (Staatsbriefe oder Aula) Zeitschriften veröffentlicht hat…“ (Quelle: Wikipedia)

        „Und der Blick ins kommunistische Manifest, in dem Zentralbanken gefordert wurden.“

        Die Riksbank sowie die BoE sind wohl doch schon etwas älter. Ihre monetären Vorstellungen sind leider noch hinter dieser Zeit zurück.

        Bernays war mir bislang unbekannt, scheint aber ganz auf Linie mit Walter Lippmann zu sein:

        „Laut Lippmanns Demokratieverständnis besteht eine intakte Demokratie aus zwei Klassen. Die sehr kleine Klasse der „Spezialisten“ wird aktiv mit den Angelegenheiten des Allgemeinwohls betraut. Diese Männer analysieren die Lage der Nation und treffen Entscheidungen auf politischer, wirtschaftlicher und ideologischer Ebene. Ihr gegenüber stehe die Klasse der den Spezialisten überlassenen „Handlungsobjekte“, nach Lippmann die „verwirrte Herde“, vor deren Getrampel und Gelärm die Spezialisten geschützt werden müssten. In einer funktionierenden Demokratie habe die Masse der Menschen („die Herde“) laut Lippmann lediglich die Befugnis, die Spezialisten zu wählen und den Rest der Zeit mit „Grasen“ zu verbringen. (Quelle: Wikipedia)

        „Wenn man nur etwas klare Gedanken hat…“

        Wenn, ja wenn? Dann würde man nicht immer wieder die inhaltsleere Konstruktivismus-Phrase dreschen und einem kruden österreichischen Apriorismus huldigen.

      • NoFiatMoney says:

        @Stöcker,

        wer meint, eigene Bildungslücken mittels Wikipedia schließen zu können, ist verdammt, zu irren.
        So hat Ihnen Ihr Superlexikon z.B. nicht gesagt, daß Kalle Marx seine irre Gedankenwelt nicht aus dem Nichts erschuf, sondern er sich bei Vorgängern bediente. Ihr Hinweis auf den Zeitpunkt der Veröffentlichung des Kommunistischen Manifestes in Bezug auf das Entstehen von Zentralbanken geht deshalb ins Leere. Sie sollten sich einmal mit der Geschichte des Bankwesens und auch des Sozialismus beschäftigen.

        Und von dem Wirken Walter Lippmanns, der sich auch in der Nähe der Fabian Society bewegte – womöglich Ihre Genossen im Geiste ?- , wissen Sie offensichtlich auch nichts.

        Nur so -mit all den Wissenslücken- kann man seiner Ideologie überzeugt folgen und sie propagieren. Nicht einmal das scheint Ihnen klar zu sein, wenn Sie immerhin zugaben, Bernays noch nicht einmal zu kennen.

        Daß Sie sich mit logisch geführten Diskursen schwer tun, wissen wir beide ja aus einem Zusammentreffen bei GEOLITICO. Deshalb eine Empfehlung speziell für Sie:

        https://juergenfritzphil.wordpress.com/2017/07/17/die-kunst-der-argumentation/

        Sollten Sie das nicht verstehen, dann empfehle ich den Webauftritt „Zinsfehler“. Da wird Ihnen wieder in die eigene Gedankenschleife geholfen.
        Nur Mut, Propaganda geht immer. Selbst wenn man nicht weiß (Bernays !) , was sie denn so sein könnte. Sie wissen ja, um in Anlehnung an den Götzen Keynes zu sprechen: in the long run we all are idiots, gelle?

    • Ondoron says:

      Ach, die Wikipedia als Quelle. Das ist natürlich beeindruckend. Sonst noch was? Sie als Kollektivist haben jedenfalls nur eine Agenda. Im Original kennen Sie nichts!

      Antworten
  6. Matthias says:

    Wenn ich die Macht hätte, würde ich über Nacht 10 Millionen „Schutzsuchende“ aus Pakistan, Bangladesh, Nigeria und Somalia nach DE reinkarren und abladen, denn erst wenn es überall richtig brennt, kommt das Umdenken.

    In der jetzigen Situation besteht nämlich die große Gefahr, dass sich die Menschen an die sich langsam verschlechternden Zustände (mehr oder weniger) gewöhnen, während uns die hohe Fertilitätsrate der „Neubürger“ den Rest gibt, bis wir die Minderheit darstellen und nichts mehr zu melden haben.

    „Finis Germania“ muss mit allen Mitteln verhindert werden!

    Antworten
    • Matthias says:

      Nachtrag:
      Wenn ich die Merkel täglich höhnisch-triumphierend grinsen sehe, nach all dem was die verbrochen hat, wird mir einfach nur noch übel.

      Antworten
      • Matthias says:

        Das entscheide ich ganz alleine oder Herr Stelter, aber nicht Sie Herr Stöcker (der wohl ein heimlicher Merkel-Fanboy ist).

      • Michael Stöcker says:

        Sie haben meinen Hinweis leider völlig missverstanden. Jeder hat selbstverständlich das Recht, das Niveau dieses Blogs zu unterlaufen und sich somit als ernst zu nehmender Diskutant zu disqualifizieren.

        LG Michael Stöcker

      • Matthias says:

        Wenn Sie den Ausdruck eines Gefühls (Übelkeit), obwohl Sie scheinbar nicht einmal den Unterschied zwischen Übelkeit und Erbrechen kennen, als „Disqualifizierung und Unterlaufung von Niveau“ bezeichnen, haben Sie gerade eine Selbsteinschätzung von sich selbst abgegeben.

        Sie beenden jetzt also Ihre Kommentare hier im Blog? Ist das korrekt?

  7. Quintus says:

    Ich bitte Sie, schauen sie sich den Film: „Die kommenden Tage“ mit Daniel Brühl an.
    Hier sehen sie die Zukunft Europas. Eine Filmproduktion von 2011 !
    Auch wenn sich diese Entwicklung unter leicht veränderten Bedingungen vollzieht, das Ergebniss wird dasselbe sein.

    Antworten
    • mg says:

      Der Film „Die kommenden Tage“ von Lars Kraume spielt in einem interessanten Setting. Die zugrunde gelegte Familiengeschichte ist mir persönlich ein bisschen zu überladen, aber die am Rande thematisierten gesellschaftlichen und technischen Veränderungen sind schon ziemlich nah an den heutigen Entwicklungen dran. Auf alle Fälle sehenswert. In einer Nebenrolle, aber wie immer Spitze: Jürgen Vogel.

      https://youtu.be/S_LOMfJ4yoQ

      Antworten
    • Matthias says:

      Ist Ihnen, Herr Winter, bei steigender Kinderarmut, Altersarmut und dem Anstieg von prekären Beschäftigungsverhältnissen schon einmal in den Sinn gekommen, dass solche „Studien“ nicht mal mehr das Papier wert sind, auf dem sie geschrieben wurden, sondern ganz gezielt geschönt werden, damit Frau Merkel & Co. in diesem wichtigen Wahljahr eine „gute Figur abgeben können“?

      Und haben Sie hier im Blog bei Herrn Stelter noch nicht die Artikel über Marcel Fratzscher, dem Leiter des DIW, die die „Studie“ herausgebracht hat, gelesen, und wie unseriös diese Person arbeitet?

      Das sollten Sie unbedingt mal nachholen!

      Antworten
  8. Dietmar Tischer says:

    @ Michael Stöcker

    Ist ja klar, dass Sie wieder mal wissen, wer von was Ahnung hat.

    >Draghi war 2012 eindeutig: Whatever it takes. Damit tendieren die Risikoaufschläge eindeutig gegen 0,00 %!
    Alles deutet darauf hin, dass die EZB sowie auch die Fed das Zinsniveau REAKTIV angepasst haben und den Markt gerade nicht manipulieren, wie es allerdings zuvor die Geschäftsbanken lange Zeit gemacht haben: http://www.handelszeitung.ch/die-chronik-des-libor-skandals.>

    Niemand bestreitet, dass die Geschäftsbanken manipuliert und betrogen haben.

    DARAUS aber zu schließen, dass die EZB das Zinsniveau reaktiv ANGEPASST habe in 2012 ist PURER Unsinn.

    Eine andere Beurteilung ist nicht möglich, wenn Sie einen derartigen Zusammenhang herstellen.

    Die Marktteilnehmer, die aus weit mehr als den Banken bestehen, waren 2012 dabei, ein paar südeuropäischer Länder in die
    Staatsinsolvenz zu schicken und damit die Eurozone zu sprengen.

    Die Risikoaufschläge für diese Länder tendierten eben NICHT gegen NULL – das ist FAKT.

    Sie mussten aber erheblich runtergebracht werden, sollten diese Länder überleben.

    DESHALB und nicht wegen der Libor-Manipulation hat Draghi reagiert, wie er reagiert hat.

    Das IST Manipulation und die kann man auch vertreten – aber nicht mit einem absurden, die FAKTEN verdrehendem RECHTHABER-KONSTRUKT, wie Sie es tun.

    Antworten

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