Volkswirtschaft: Wirkung des Techno­logie­wandels in der Automobil­industrie

Im morgigen Podcast (20. März 2022) geht es erneut um die wirtschaftlichen Folgen des Krieges in der Ukraine. Mit dabei Prof. Stefan Kooths, mit dem ich über die konjunkturellen Aussichten spreche und der Rechtsanwalt Dr. Stefan Proske über die Notwendigkeit zur Aussetzung der Konkursantragspflicht.

Außerdem mit dabei Henning Rennert, Partner der Unternehmensberatung Strategy&, mit dem ich über die Folgen des Strukturwandels für die Automobilzulieferindustrie spreche. Auslöser war eine Studie, die er mit Kollegen erstellt hat und von der ich einige Highlights hier herausgreife:

Der Hintergrund

  • „Die Automobilindustrie sorgt in 13 EU-Mitgliedstaaten für mehr als 5 % der Gesamtbeschäftigung im verarbeitenden Gewerbe, wobei mehr als 60 % dieser Arbeitnehmer bei Automobilzulieferern beschäftigt sind.“ – bto: Das muss man erst mal im Hinterkopf haben. Denn diese fünf Prozent sind überdurchschnittlich gut bezahlt.
  • „CLEPA, der europäische Verband der Automobilzulieferer, hat PwC Strategy& beauftragt, die Auswirkungen von drei verschiedenen Green Deal-Politikszenarien auf Beschäftigung und Wertschöpfung bei Automobilzulieferern in ganz Europa im Zeitraum 2020-2040 zu bewerten. Die Szenarien bilden einen gemischten Technologieansatz, den aktuellen reinen EV-Ansatz, der im Fit-for-55-Paket vorgeschlagen wird, und ein radikales EV-Intensivierungsszenario ab. Alle drei Szenarien gehen von einer beschleunigten Elektrifizierung aus, um die Klimaziele zu erreichen, mit einem hohen Marktanteil für Elektrofahrzeuge bis 2030 von jeweils mehr als 50 %, fast 80 % bzw. nahezu 100 %.“ – bto: Bei diesen Szenarien wird nicht geprüft, ob die erforderlichen Rohstoffe überhaupt beschafft werden könnten. Wichtig auch: Die Studie wurde vor dem Krieg in der Ukraine und den Sanktionen gegen Russland ausgearbeitet und veröffentlicht.

Die Hauptnachricht

  • „501 000 Stellen werden bei Automobilzulieferern in der Produktion von Antriebsstrangkomponenten für Verbrennungsmotoren (ICE) bei Technologieauslauf bis 2035 voraussichtlich entfallen. (…) Von dieser halben Million Arbeitsplätze werden höchstwahrscheinlich 70 % (359 000) in einem Zeitraum von nur 5 Jahren von 2030–2035 verloren gehen, dies unterstreicht begrenzten Zeitrahmen zur Bewältigung der erheblichen sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen.“ – bto: Das ist zu unterstreichen. Und vor allem muss man festhalten, dass es – wie schon gesagt – sehr gut bezahlte Arbeitsplätze sind.

Die Szenarien

  • Mixed-technology scenario:
    The mixed-technology scenario projects a 50% tailpipe CO2 reduction by 2030, compared to the 2020 95g NEDC passenger car target. This scenario assumes a role for sustainable renewable fuels to achieve net CO2 reductions with hybrid and other ICE-based technologies, hence meeting the Paris climate goals.“ – bto: Das wäre offensichtlich das Szenario, bei dem entsprechend viele Arbeitsplätze erhalten blieben.
  • EV-only scenario:
    The EV-only scenario follows the STEP scenario, as proposed by the International Energy Agency (IEA) in 2020 and is on par with the approach taken by the European Commission’s Fit for 55 proposal. It projects a 60% tailpipe CO2 reduction by 2030 and a 100 % reduction by 2035.“ – bto: Das ist, was politisch gewollt ist.
  • Radical EV-implementation scenario:
    The radical scenario projects a 100 % tailpipe CO2 reduction by 2030, significantly more stringent than the European Commission’s Fit for 55 proposal.“ – bto: Dieses Szenario ist nicht vom Tisch, man muss sich nur die Kommentare der Politik anhören.

Und das sind die Ergebnisse:

Quelle: Strategy&

Kernergebnis des Basisszenarios: Deutschland bleibt stabil, Spanien verdreifacht seine Wertschöpfung, Frankreich vervierfacht die Wertschöpfung. Der Umbau ist also für uns bestenfalls neutral, für die anderen ein großer Gewinn.

Woran liegt das?
  • Electrification puts powertrain employment at risk (potential net loss of up to – 275k employees until 2040).(…) Majority of future value-add in EV powertrain technologies depends on EU battery production (70% of value-add). Subsequently, European employment depends significantly on local battery production. A net reduction of 291k jobs is expected between the 2030 and 2035 timeframe alone.  A total of 359k jobs impacted in the ICE domain only, making the transformation towards future needs necessary (e.g. software, electronics, infrastructure).“ – bto: Es geht also um die Batterieproduktion, die sehr energieintensiv ist und die sich deshalb dort lohnt, wo Energie günstig ist.
  • All scenarios and calculations have been made on the assumption that there will be a full battery value chain based in Europe, from the processing of raw materials to the final battery assembly. The battery accounting for 70% of the electric powertrain value share is indispensable for employment in Europe. Based on the current public debate and company announcements, this assumption appears fair.(...) However, major obstacles remain, such as local sourcing of critical minerals needed for battery cell production and certainly timing remains a factor of uncertainty.“ – bto: Es hängt alles an der Batterie.
  • The radical scenario will give the industry only five years to settle a completely new value architecture changing the heritage of 125 years. There is hope for the auto industry to stay relevant in European countries, but it will likely necessitate investments in new capabilities and new employment scenarios that require significant reskilling, particularly in the areas of IT/software, electrical engineering, and chemical engineering.“ – bto: Hier gibt es Fortschritte, es ist aber keineswegs ausgemacht, dass es klappt.

Quelle: Strategy&

  • Several criteria define a country’s attractiveness for integrating additional value-add into production facilities as some ICE vehicle technologies facilities close down, or for investing in additional EV technologies facilities to ramp up EV manufacturing. Each criterion is weighted based on the conducted interviews and expert sessions according to its importance to the overall attractiveness score. The selected criteria and their respective weightings are as follows.” – bto: Die Energiekosten werden künftig eine wesentliche Rolle bei der Standortwahl spielen.

Quelle: Strategy&

Hier die Faktoren erklärt:
  • Degree of automation (20%): This reflects expected investments in assets with a higher degree of automation for EV technologies.
  • Variable personnel (€/hour) and energy cost (€/kWh) as well as CO2 footprint within a country’s production (in g/kWh) (20%): This reflects a country’s average variable costs and carbon footprint. The lower the costs and carbon footprint, the more attractive a country becomes.” bto: Das ist schlecht für Deutschland.
  • Skilled labour force, (20%): Reflects the availability of employees with automotive powertrain production expertise being released due to the decrease ICE vehicle production volumes.
  • OEM EV production 2020 (40%): This reflects the current level of country-specific EV vehicle production rates by OEMs. The higher the production, the more attractive a country becomes for future supplier investments.“ – bto: einfach wegen der Nähe und Vernetzung.

Insgesamt steigt die Wertschöpfung durch den Umbau. Ursache: Die Batterie hat hohen Anteil.

 

Quelle: Strategy&

Aber die Beschäftigung sinkt:

Quelle: Strategy&

Und nun zu den einzelnen Ländern:

Quelle: Strategy&

Ganz anders sieht es beim Aufbau von neuen Jobs aus:

Quelle: Strategy&

Quelle: Strategy&

Quelle: Strategy&

  • The biggest winner in terms of technology areas for value-add and full-time employees will be EV batteries, which generate more than €70 billion and more than 200.000 FTE respectively. In addition, electric motors are expected to contribute significantly, at about €10 billion and roughly 30.000 FTE.
  • Looking at this on a country level, most of the EU7 focus countries will increase their absolute value-add — most significantly France and Spain. France benefits the most with more EV FTE in 2040 compared with ICE-related FTE in 2020. Interestingly, the Czech Republic and Poland will be able to increase their overall employment until 2040 in the industry thanks to their stronghold position in ICE-technologies.”bto: Betrachten wir es nüchtern – Klimapolitik ist auch Wettbewerbspolitik. Politiker, die das nicht verstehen oder verstehen wollen, betreiben eine Politik, die einen Schlüsselsektor ins Ausland treibt.

Hier der Link zur Studie:

 

 

Kommentare (15) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
  1. Kai Ruhsert
    Kai Ruhsert sagte:

    Während VW mit dem Flop seiner E-Autos in China gerade die Stunde der Wahrheit erlebt, bringt Mazda einen neuen Sechszylinder heraus: https://de.motor1.com/news/538684/mazda6-heckantrieb-sechszylinder-2022/
    Das Projekt, den Individualverkehr mit Gesetzesgewalt zu elektrifizieren, ist eine europäische Anomalie und wurde ersonnen von in ihren Heimatländern abgehalfterten und nach Brüssel verklappten Politikern – die sich gleichwohl für geniale Industriestrategen halten.
    Und es wird legitimiert mit gut dotierten Auftragsgutachten, in deren Klimabilanzen der Grünstrom doppelt verbraucht wird: Einmal von den bisherigen Abnehmern und dann noch einmal von den Elektrospaßmobilen.
    Hier wird eine Industrie ruiniert, ohne auch nur ein Gramm CO2 einzusparen.

    Antworten
  2. weico
    weico sagte:

    Auch die Automobilindustrie wandert immer mehr nach Asien ab.

    Mercedes hat ja gerade sein neues R&D-Center in Peking eröffnet :
    “With 1,000 engineers, the new Beijing tech facility is more than three times the size of the one Mercedes-Benz opened in 2014, and the first outside Germany that is more “on par” technically with the firm’s far bigger R&D headquarters near Stuttgart, a person close to the center said at the time.”

    Wer sich die Mühe macht und auch asiatische Medien anschaut, der sieht die gewaltig schnelle Entwicklung auf praktisch ALLEN Gebieten..

    https://asia.nikkei.com/Business/Automobiles

    Antworten
  3. @foxxly
    @foxxly sagte:

    ich habe den eindruck, dass der klimawandel medial forciert wird, damit der technikwandel vom verbrenner zur e-mobilität lukrativ von statten geht.

    es gibt viel gründe, warum die zukunft der e-mobilität sehr auf töneren füßen steht, zumindest mit der heutigen technik.
    (ich gehe jetzt nicht darauf weiter ein, da schon fast alles aufgezählt wurde)

    die beweggründe alledings, ohne das klima-argument, – kommen zu kurz:

    – es ist die umstellung selbst, welches neue investitionen erfordert.
    – ich denke, wegen den arbeitsplätzen wird keine umstellung abgsagt, bzw.- liegen gelassen.
    – der große effekt bei der umstellung (von großer innovation kann man kaum sprechen) ist, dass staatgelder ließen und so die bürger mehr belastet, bzw. entreichert werden.
    aber der größte teil sind die neuen kredite, welche den brüger das geld aus der tasche ziehen.

    das großkapital braucht zunehmend neue quellen, techniken, narrative, epidemien usw.- um weiter auf ihren zinanspruch und gewinne zu kommen.

    wir vergessen dabei, dass mit dem unfassbaren geldmengenwachstum, wir alle in relation zu dieser menge, immer ärmer werden. >inflation!!

    zu den aussichten der e-mobilität:

    es ist wahrscheinlich, dass die ressourcen zur e-mobilität schon sehr bald sehr teuer werden können.
    oder, und auch schon zu ende gehen könnten, bevor diese technikumstellung die breite masse erreicht.

    es ist genauso wahrscheinlich, dass die zunehmende inflation und entreicherung schon bald so stark wirkt, dass die technikumstellung schon auf halben wege stecken bleibt, weil es an kaufkraft der masse fehlt.

    vernünftig wäre gewesen, die konventionelle technik nicht gewaltsam zu kappen, sondern nebenher weiter zu laufen.
    dies genügt aber dem großkapital nicht, mangels zu geringen zuwachs.

    der wachstumszwang (sichtbarer teil des schuldgeldsystems) würgt uns bereits erheblich und nimmt uns zunehmend die luft zum atmen/wirtschaften!

    sicher, – die corona-plandemie und der ukraine-krieg, waren für die masse nicht vorhersehbar,
    aber von den machteliten längstens geplant.

    so war dies auch beim wkI u- wkII. diese katastrophen sind der schlusspunkt eines systemisch verlangsamten wachsums-zuwachses.
    jeder kann sich selber seinen reim darauf machen!

    Antworten
  4. Dietmar Tischer
    Dietmar Tischer sagte:

    >Alle drei Szenarien gehen von einer beschleunigten Elektrifizierung aus, um die Klimaziele zu erreichen, mit einem hohen Marktanteil für Elektrofahrzeuge bis 2030 von jeweils mehr als 50 %, fast 80 % bzw. nahezu 100 %.“

    bto: Bei diesen Szenarien wird nicht geprüft, ob die erforderlichen Rohstoffe überhaupt beschafft werden könnten.>

    Es ist auch besser, dies nicht zu prüfen.

    Denn würde man es prüfen, könnte man zwangsläufig zur Auffassung gelangen, dass man möglicherweise hinsichtlich der Realisierung der Szenarien einer FATA MORGANA aufsitzt und, wenn so, extrem hohe RISIKEN mit dem Umbau der Automobilproduktion verbunden sind:

    WEITERER Verlust von Arbeitsplätzen, der über das unvermeidliche Maß hinaus – technisch bedingter Entfall des Getriebes – durch die Produktion von Elektrofahrzeugen NICHT zu ersetzen ist.

    Und natürlich auch besser nicht geprüft:

    Ist ein Aufbau der Infrastruktur – hinreichende Lademöglichkeiten mit Verstärkung der Stromnetze – überhaupt gleichlaufend mit den Produktionsszenarien möglich?

    Und am besten gar nicht erst nachdenken:

    Werden wir überhaupt genügend elektrische Energie haben, um die avisierten Fahrzeugflotten nicht nur zu produzieren, sondern auch am Laufen zu halten?

    Batterien laden sich nicht von selbst auf – noch nicht.

    Das ist aber kein Problem, wir sind innovativ und schaffen auch das. 😉

    Kurzum:

    Keine uninteressante Studie, weil sie darlegt, wer die RELATIVEN Gewinner- und Verlierernationen in Europa sein würden.

    Überlegung:

    Kann man den Umbau der Wirtschaft auf Basis der Energiewende mit dem Umbau der Wirtschaft zu Anfang der industriellen Revolution, Start in UK ca. 1750, Ende ca. 1850 vergleichen?

    Man kann es nicht, nichts wäre verkehrter.

    Würde die industrielle Revolution gescheitert sein, wäre nicht viel verloren worden – die Menschen waren arm und wären arm geblieben. Die im Verlauf der industriellen Revolution zunehmende Verstädterung wäre unterblieben oder hätte nicht in dem Ausmaß stattgefunden.

    Wenn der Umbau der Wirtschaft, der jetzt begonnen wird, scheitert, dann VERLIEREN viele Menschen WOHLSTAND – und verfallen in ARMUT, zwar nicht absolute, aber in eine spürbar relative.

    Das ist der ENTSCHEIDENDE Unterschied.

    Mir fehlt die Phantasie, auch nur annähernd begreifen zu können, was es für Gesellschaften wie unsere bedeuten würde, wenn die Transformation scheitert.

    Antworten
    • JürgenP
      JürgenP sagte:

      @DT Sie sehen wieder einmal Probleme, wo keine sind … denn einem deutschen Inschenör ist nix zu schwör: man spart für das nächste Exportwunder am Blech, an der Reifengröße und gleich auch noch an Batterien.

      > Solarzellen-Kleintransporter: Deutsch-Tunesisches Startup erfindet Solarauto – DER SPIEGEL
      https://www.spiegel.de/auto/solarzellen-kleintransporter-deutsch-tunesisches-startup-erfindet-solarauto-a-abc65f8d-c5bd-4145-913a-b9665802e24

      Sein tunesischer Start-up-Kollege ist schwer beeindruckt von dieser coolen deutschen Ingenieurskunst und träumt schon vom wachsenden Umsatz des Gemeinschaftsunternehmens, um sich dann (evtl. erst mal gebraucht) ein richtiges Auto leisten zu können:

      > Mercedes EQE im Test: Konservativ übers Eis kreisen – DER SPIEGEL
      https://www.spiegel.de/auto/fahrberichte/mercedes-eqe-im-test-konservativ-uebers-eis-kreisen-a-139667ee-5353-42c3-b7c2-ee955c45ad34

      Es ist klar, dass dieses Gefährt für Ihn und seine afrikanischen Freunde lange ein Traum bleiben wird.

      Das MecBenz-Wundermobil wird in Deutschland gebaut, aber wenn die begrenzten Kapazitäten ausgehen, einfach nicht nach Tunesien und den Rest der Welt exportiert. Begründung der dann wegen Massenarbeitsloskeit empor gekrochenen konservativen Regierung: „Exportsperre zur Aufrechterhaltung der Landesverteidigung nach Außen und Innen“.

      Man wird sagen, dass die begrenzten Rohstoffe für die Panzerproduktion dringend benötigt werden. Denn: die sollen – den Neubau von Bundeswehratomkraftwerken vorausgesetzt – klimagerecht mit Batterien betrieben werden.

      Antworten
  5. JürgenP
    JürgenP sagte:

    @DS: “Es geht also um die Batterieproduktion, die sehr energieintensiv ist und die sich deshalb dort lohnt, wo Energie günstig ist”.

    Deswegen macht es so richtig Sinn, in der Nähe von Wolfsburg eine riesengroße Batteriefabrik zu bauen. Gleich daneben noch Europas größte Chipfabrik ab 2029. Dann haben die Akteure im demnächst neuen Volkswagen-E-Mobilwerk die beiden wichtigsten Zutaten der Elektromobilität zusammen. Gummireifen und Stoffbezüge bekommt man sicher überall her. Ziemlich clever, diese Industriesubventionspolitik.

    Antworten
    • Dietmar Tischer
      Dietmar Tischer sagte:

      @ JürgenP

      Stimmt, richtig clever, was hier alles passiert.

      Die Sonne scheint nicht gerade intensiv in Wolfsburg, aber es gibt etwas anderes in Wolfsburg, was unverzichtbar ist:

      Menschen in großer Zahl, die NICHT arbeitslos werden dürfen.

      Daher wird in Wolfsburg eine Batterieproduktion hochgezogen.

      Auch richtig clever:

      In Magdeburg eine Chipproduktion zu etablieren.

      Denn so lange es den Standort Wolfsburg gibt, werden dort Chips verbaut werden, egal welche Art von Automobil gefertigt wird.

      Die Wege sind nicht weit von Wolfsburg nach Magdeburg und Intel wird eng mit VW zusammenarbeiten und entsprechende, maßgeschneiderte Logik-Chips herstellen.

      Die Regierungen haben es erkannt und Brüssel endlich auch:

      Standorte sichert man nicht durch Innovationen, sondern durch SUBVENTIONEN.

      Intel musste nicht einmal Danke sagen, das Unternehmen wurde BEDRÄNGT, die Gelder anzunehmen.

      Man muss nicht an den Verhandlungen teilgenommen zu haben, um sicher zu sein, dass es so war.

      Antworten
  6. JürgenP
    JürgenP sagte:

    @Alexander
    „Wie die ErneuerbareEnergieWende lebt die Elektromobilität von ungedeckten Versprechen, deren technische Hintergründe von Kaufleuten zwar kalkuliert wurden – unter dem Kopfschütteln der Ingenieure“.

    Richtig. Das Phänomen ungedeckter Versprechungen durch ahnungslose Interessenvertreter greift seit ein paar Jahrtausenden um sich. Im letzten Jahrhundert endlich wurde mit immensen wissenschaftlichen Aufwand eine Institution (eine Bastion !) gegen diese unsäglichen Abenteurer und Hasadeure entwickelt, die der Reichsbedenkenträger.

    Allerdings: das Kopfschütteln der Ingenieure bleibt. Denn nun haben sie es nicht mehr mit Irren zu tun, sondern mit Betonköpfen ohne jegliche Phantasie.

    Daher > Ihr Fazit …

    „Die gesetzten politischen Ziele lassen sich nicht mit Mobilität für jedermann vereinbaren, einziger Ausweg der Verzicht“.

    … beschreibt nur die logische Konsequenz.

    Man lernt heute besser keinen dauerfrustrierenden Ingenieurberuf mehr. Darauf sollte die Jugend getrost verzichten und, sie haben es in den letzten Jahren schon getan. Bei den trüben Aussichten kann die Jugend auf den beschwerlichen Weg des Erlernens der passenden Schulfächer verzichten, am Besten auch auf die handwerkliche Grundausbildung eines jeden Ingenieurberufs. Ist eh schon überall abgeschafft worden (wg. der Kosten …). Wozu, den Stress auf sich nehmen? Macht unter den Betonkopfbedingungen in diesem Lande überhaupt keinen Sinn.

    Also wie Sie sagen: „Verzicht“.

    Ausweg aus diesem Dilemma: „Technologiewandel“ auf allen Gebieten. Neue Technologien, wie sie bspw. Herr Dr. Stelter immer wieder einfordert, ohne Gehör zu finden.

    Dieser Wandel wird allerdings nicht von Betonköpfen inszeniert (bspw. zu Dutzenden vertreten in zum Beispiel Vorständen von Automobilunternehmen und deren Verbänden), sondern von …

    … freien Ingenieuren.

    “Frei” im Sinne von „befreit“ von festbetonierten Grenzen, geschützt von Festungsbeamten, Controllern und TÜV-Prüfern.

    m in Ihrem Beispiel zu bleiben: die 800 V sind doch nicht wirklich ein Problem. Dafür lassen sich Lösungen entwickeln oder meinen Sie nicht?

    Antworten
    • Alexander
      Alexander sagte:

      @JürgenP

      >800 V sind doch nicht wirklich ein Problem

      Wieviel Ersatztreibstoff führen Sie für gewöhnlich mit?
      Erlaubt sind 60L, empfohlen 10L – warum….?
      Zweifel an der Beherrschbarkeit?

      Ein Audi etron 55 führt einen 95kWh Energiesatz mit und stellt im Katastrophenfall einer Karambolage mehrerer Elektrofahrzeuge für die Insassen / Beteiligten eine große Gefahr dar, Löschversuche sind gar nicht möglich. Man lässt brennende Fahrzeuge kontrolliert ihre Energie abbrennen – im günstigsten Fall.
      Keine Frage solche Energiedichten stationär zu beherrschen, aber mit 120km/h helfen autonomes Fahren und Assistenzsysteme nur bedingt – und schon gar nicht weltweit unter diversen Umwelteinflüssen.

      Denkerlaubnis von Neoludditen passte allerliebst ins Bild, wenn es sich um Technologien handelt die von vorherein keine Chance haben & zwar aus Gründen der ökologischen Gesamtbilanz.

      Das Verbrennerverbot dagegen wird nicht angezweifelt, man löst kaufmännische Vorfinanzierungszwänge einer industriellen Umstellung aus, in vollem Wissen um mögliche Massenarbeitslosigkeit und der deflationären Abwärtsspirale.

      Haben wir noch immer nicht genug erlebt um zu wissen,
      dass man es dieser Politik gar nicht recht machen kann?

      weil Dichter – #dankefüralles
      https://youtu.be/q-4qIVNbvtQ

      Antworten
  7. Bauer
    Bauer sagte:

    Eine bescheidene Anmerkung eines bescheidenen Ingenieurs:

    Zum mindesten in Deutschland gilt ein Höchstspannung von 500 V für normale E-Installation (Fertigung, Haushalt, mobile Werkzeuge). Alles darüber gilt als Starkstrom und unterliegt wesentlich strengeren und teuereren Vorschriften in allen Bereichen wie Werkstoffe, Isolation, Abstände, Handhabung (nix mit selbermachen), laufender Prüfung, TÜV). Das kostet, gibt allerdings auch Arbeit.

    Antworten
    • Richard Ott
      Richard Ott sagte:

      @Bauer

      “Zum mindesten in Deutschland gilt ein Höchstspannung von 500 V für normale E-Installation (Fertigung, Haushalt, mobile Werkzeuge). Alles darüber gilt als Starkstrom ”

      Die Grünen werden vorschlagen, die Naturgesetze entsprechend um einen “Klimaschutzfaktor” k an die Erforderungen der Energiewende anzupassen.

      Dann gilt zum Beispiel im einfachsten Fall bei Gleichstrom:

      P(elektrisch) = k x U x I
      mit k mindestens größer oder gleich 2, für Frauen und BIPOC in Anerkennung ihrer historischen Diskiminierungserfahrungen sogar mindestens größer oder gleich 3

      … und schon lassen sich die benötigten Ladeleistungen auch ohne Starkstromtechnik erzielen. ;)

      Antworten
      • Susanne Finke-Röpke
        Susanne Finke-Röpke sagte:

        @Herrn Richard Ott:

        Keine Sorge, Herr Ott. Jetzt kommen erst einmal ein paar Millionen ukrainische Frauen und Kinder und die wollen weder Gendern noch fürs Klima hüpfen, weder die Bundeswehr abschaffen noch Atomkraftwerke verbannen. Wenn genügend da sein werden, ändert sich die Politik, denn diese Leute werden nach einer Einbürgerung eher nicht grün wählen…

  8. Alexander
    Alexander sagte:

    Wie die ErneuerbareEnergieWende lebt die Elektromobilität von ungedecketen Versprechen, deren technische Hintergründe von Kaufleuten zwar kalkuliert wurden – unter dem Kopfschütteln der Ingenieure.

    Warum?

    Zur Beschleunigung der Ladevorgänge wird mit der 800V Technik gearbeitet:
    “Ein 400-Volt-E-Auto kann an einer Gleichstrom-Schnellladestation in Deutschland theoretisch mit 200 kW laden (400 Volt x 500 Ampere). Ein E-Auto mit 800-Volt-Technologie kommt bei gleicher Stromstärke hingegen auf die doppelte Ladeleistung von 400 kW (800 Volt x 500 Ampere). In der Theorie zumindest. Alle Hersteller drosseln aktuell noch auf 240-270 kW, um die Batterie zu schonen. Das wird sich zukünftig durch weitere Updates aber ändern.”
    https://einfacheauto.de/blog/e-autos-800-volt-technik#wie-funktioniert-die-800-volt-technik

    Man stelle sich eine theoretische Ladeleistung von 500 Ampere vor – bei einer Reichweite von 350km im Sommer!

    Da werden Kapazitäten in den Akku geschossen, die unter höchstem Stress gespeichert werden müssen. Das beeinträchtigt die Lebensdauer der Batterie, wie man bei tesla durch langsame Ladevorgänge die Lebensdauer verlängert + den Wiederverkaufswert von Altfahrzeugen mit Batterien gepflegter Leistungdichten.

    800V Systeme repariert kein Kfz Mechaniker, die Zulassung für solche Arbeiten haben Starkstromtechniker, eine Infrastruktur zur Instanthaltung solcher Elektrovehicle gibt es nicht. Ob Reparatur rentabel ist, entscheiden die Kosten, aller Voraussicht nach sind diese Autos unter 10 Jahren Lebensdauer -> Schrott, vgl. Lebensdauer herkömmlicher PC.

    Kommt es bei solchen Energiedichten zu Unfällen, brennt das Auto voraussichtlich nach genauso aus, wie ein abgeschossener Panzer. Die Brände sind herkömmlich nicht zu löschen, das Schicksal eingeklemmter Insassen ähnelt der Panzerbesatzung. Anders als für Benzine sind Kurzschlüsse keine Frage von Hitze sondern von Deformation…

    Über Kosten / Gewicht (900kg Akku) / Nutzen / Lebensdauer / Wiederverkaufswert Analyse zeichnen sich praktisch alle modernen Elektrofahrzeuge für den Massenmarkt als unfinanzierbar aus. Die monatliche Abschreibung übersteigt den Wohlstand hierzulande, die Finanzierung durch Nullzins verschleiert den Schaden für Eigentümer – bei Bruch der ungedeckten Versprechen.

    Aus genannten Gründen haben sich die vier großen japanischen Motorradhersteller + KTM gegen die Einführung der Hochvolttechnik entschieden und machen Angebote im Niedervoltbereich, vgl. E-scooter, Roller um die 10KW.

    Die gesetzten politischen Ziele lassen sich nicht mit Mobilität für jedermann vereinbaren, einziger Ausweg der Verzicht.

    Läuft.

    Antworten

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